Kundenrezensionen


10 Rezensionen
5 Sterne:
 (4)
4 Sterne:
 (3)
3 Sterne:
 (2)
2 Sterne:
 (1)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gute Klangqualität und Interpretation
Ich kann die Kritik an der Klangqualität der Aufnahme nicht nachvollziehen. Ich habe die erste und die vierte Symphonie gehört, nachdem ich mir die Einspielung heute gekauft habe. Sämtliche Instrumentengruppen - vor allem die Streicher, aber auch Holz- und Blechbläser - kommen klanglich sehr klar zur Geltung. Die Einspielung kann klanglich mit vielen...
Veröffentlicht am 31. August 2009 von G. Wagenländer

versus
11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Brahms ohne Spannung
Die gute Nachricht zuerst: Um den Klang der Berliner Philharmoniker braucht man sich auch weiterhin keine großen Sorgen zu machen. Zwar hat sich - meinem Höreindruck nach - in der Ära Rattle tatsächlich einiges verändert, vor allem bei den Streichern: Sie klingen etwas leichter, weniger strahlend-satt als etwa noch bei Karajans Brahms-Einspielung...
Veröffentlicht am 1. November 2009 von alexart26


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gute Klangqualität und Interpretation, 31. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Sinfonien 1-4 (Audio CD)
Ich kann die Kritik an der Klangqualität der Aufnahme nicht nachvollziehen. Ich habe die erste und die vierte Symphonie gehört, nachdem ich mir die Einspielung heute gekauft habe. Sämtliche Instrumentengruppen - vor allem die Streicher, aber auch Holz- und Blechbläser - kommen klanglich sehr klar zur Geltung. Die Einspielung kann klanglich mit vielen Einspielungen mithalten und ist in dieser Hinsicht bei weitem besser als mein letzter Kauf einer Brahmssymmphonie, der Live-Mitschnitt der Deutschen Grammophon von Brahms' erster Symphonie der Münchner Philharmoniker unter Thielemann, der ein besonders negatives Beispiel in klanglicher Hinsicht ist. Dort ist der ganze Klang eine Art gewürzter Brei, die Holzbläser sind kaum zu hören, die Streicher klingen allesamt dumpf, als läge ein Schleier über der gesamten Aufnahme (der Live-Mitschnitt von Thielemanns Antrittskonzert bei den Münchner Philharmonikern - Bruckner V -, ebenfalls durch die Deutsche Grammophon, ist in klanglicher Hinsicht dagegen äußerst gelungen - irgendwie komisch).

Neben dem Klang stimmt hier aber auch die Interpretation. Ich kann mich Herrn Fritz nur anschließen: Aus einem Guss, bassbetont, keine "Überinterpretation", wie man sie v.a. bei Rattles Berliner Einspielung von Schuberts Großer C-Dur-Symphonie gehört hat, bei welcher teilweise Stellen bzw. Tönen durch - oft willkürlich wirkende - Dynamikänderungen eine "Bedeutung" gegeben werden wollte, die manchmal interessant, oft aber auch störend wirkte.

Und nicht zuletzt - um die Hauptperson nicht zu vergessen - wurde mir wieder einmal bewußt, welche handwerkliche Perfektion Brahms bei seinen Werken an den Tag gelegt hat. Denn packen kann eine Interpretation - wie die vorliegende - auch nur, wenn die Qualität des zugrundeliegenden Werkes gut ist. Und Brahms ist, was die Spannung und Steigerungen in seinen schnellen Sätzen anbelangt, eben kaum zu toppen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Besser als ihr Ruf!, 30. Mai 2012
Von 
Tobias Fabian-Krause (Landau, Pfalz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Sinfonien 1-4 (Audio CD)
Meine Sichtweise auf den Dirigenten Simon Rattle hat im Lauf der Zeit einige Wandlungen genommen. Als ich die klassische Musik nur sehr am Rande verfolgt habe, habe ich mich immer gefreut, wenn er mal im Fernsehen zu sehen war. Mich haben seine Äußerungen in Interviews und sein intensives, ausdrucksstarkes Mitgehen bei den Konzerten sehr beeindruckt. Als ich begann mich intensiver mit klassischer Musik beschäftigen erlebte ich einige Enttäuschungen mit Rattle. Was hatte ich mir nicht alles von seinem Beethoven-Symphonienzyklus mit den Berlinern versprochen. Und dann hörte ich einen derart verwechselbaren, uninspirierten Beethoven, dass mir fast die Lust an Rattle-Aufnahmen komplett verloren gegangen wäre. Nachdem die Berliner Philharmonikern beim Europakonzert 2009 unter Muti eine für meinen Geschmack blitzsaubere Große C-Dur von Schubert aufgeführt hatten, dachte ich, da lohnt sich bestimmt die Rattle-Aufnahme. Wieder so eine Enttäuschung!

Dem steht gegenüber, dass ich mich schwarz ärgern könnte, dass es vom Gespann Rattle/BPhil keine Aufnahme von Mahlers Erster Symphonie gibt. 8 Aufnahmen dieser Symphonie habe ich mittlerweile erworben (und in ungefähr genau so viele reingehört), keine kann dem, was ich in der Digital Concert Hall der Philharmoniker höre das Wasser reichen - mein Radio-Mitschnitt des Auftritts der Berliner bei den Proms 2010 kommt dem noch am nähesten, kann allerdings natürlich keine echte CD-Qualität entfalten.

Ob ich den hier vorliegenden Brahms-Zyklus der Berliner gekauft hätte, wenn ich die hier zu lesenden Rezensionen gekannt hätte, weiß ich nicht. Ich bin froh, es dennoch getan zu haben. Denn ich tu mir schwer damit, die Kritik nachzuvollziehen. Es mag daran liegen, dass ich die Brahms-Symphonien nach wie vor nicht gut kenne, aber ich kenne mittlerweile eine doch recht stattliche Zahl viel gepriesener Aufnahmen und die einzige, die ich wirklich der hier vorliegenden ohne Abstriche vorziehen würde, ist die der Vierten Symphonie von Carlos Kleiber.

Ansonsten: für die Erste habe ich so unterschiedliche Charaktere wie Mackerras, Karajan, Thielemann, Abbado, Zinman und den viel gepriesenen Gardiner zum Vergleich herangezogen und lande am Ende immer wieder bei Rattle. Ich lese hier etwas von Kraftlosigkeit im 1. Satz. Diese Kritik könnte ich nachvollziehen, wenn es um Mackerras, Gardiner oder Thielemann ginge, aber bei dieser Aufnahme? Ich wüßte nicht, was fehlen soll. Ähnliches im Finale, bei dem ich Thielemanns Rubate nervig und sowohl Mackerras als auch Gardiner viel zu nüchtern fand. Strahlend, wohlklingend, mit kluger Tempogestaltung und einer für meinen Geschmack adäquaten Wucht kommen die Berliner und Rattles Stabführung daher. Macht großen Spaß!

Bei der zweiten wird mir hier Kleiber angepriesen. Erste Frage: mit was wird hier verglichen? Ich bin mir ziemlich sicher, dass es keinen autorisierten CD-Mitschnitt der zweiten Brahms von Kleiber, sondern lediglich einen Video-Mitschnitt mit den Wiener Philharmonikern, der allein schon klanglich (Aufnahmetechnik) derart nach vergangenen Zeiten klingt, dass mir die Lust verloren geht. Aber ernsthaft: mit welchem Gespür für die komplexen Phrasierungen Rattle das Finale angeht (wobei Kleiber hier natürlich mithalten kann) und mit welcher adäquaten klanglichen Wucht Rattle hier Temperament entfaltet, das ist doch herrlich. Ich bin für Alternativtipps natürlich offen, kenne bisher neben den erwähnten nur die Aufnahmen von Karajan und Marin Alsop, aber bisher bin ich auch für die zweite sowas von heilfroh, dass ich diese Aufnahme hier habe.

Die Dritte ist vielen gelungen: Karajan vielleicht weniger, eine Stuttgarter Aufnahme von Celibidache ist auch nicht nach meinem Geschmack, Günter Wand hat eine herrliche Dritte eingespielt, Marin Alsop bereitet mir große Freude, um nur ein paar Beispiele zu nennen, aber auch hier wieder: Rattle! Herrliches Gespür für die lyrischen Passagen, gute Lenkung der kraftvollen Passagen, macht Spaß!

Bei der Vierten habe ich zugegebenermaßen sowieso schon lange gebraucht, um sie überhaupt zu mögen. Unter den mir besser bekannten Aufnahmen (Celibidache/Stuttgart, Wand, de Sabata, Karajan, Rattle und Kleiber) ist es mir dann schließlich mit der Kleiber-Aufnahme gelungen, diese Symphonie lieben zu lernen. Die Rattle-Aufnahme hier erscheint mir dabei vielleicht eine Spur zu klinisch, hat etwas zu wenig Ecken und Kanten.

Dennoch möchte ich hier eine Lanze für diesen Zyklus brechen. Für meinen Geschmack sind es klanglich ausgezeichnete und interpretatorisch sehr gelungene Aufnahmen. Für Alternativtipps bin ich natürlich trotzdem dankbar, aber momentan führen diese Aufnahmen in meinem hausinternen Ranking für die Erste und Zweite Symphonie mit großem Abstand und sind Dritte und Vierte absolut im vorderen Vorderfeld.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brahms - der leidenschaftliche Melodiker, 18. August 2009
Von 
Thomas Barisch (Euerbach, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Sinfonien 1-4 (Audio CD)
Endlich, endlich eine Aufnahme von Simon Rattle, die sofort packt, die das weltbeste Orchester (Gramophone-Rankings hin und her) in allen seinen Vorzügen zeigt, die dieses Quentchen mehr gegen die vielen ja auch großartigen anderen Orchester zeigt. Simon Rattle nähert sich Brahms gottseidank nicht verkopft, sondern mit leidenschaftlichem Temperament, Mut zu Größe und auch Pathos. Und so können die Berliner demonstrieren, welche Spielkultur, aber auch Power in dieser großen Kammermusikvereinigung steckt.

Alle vier Symphonien klingen wie aus einem Guß, klingen hier wirklich wie die viel beschworene große Symphonie in vier Sätzen.

Die 1. kommt geradlinig und kraftvoll daher, auch ins Andante schwappt noch die Erregung des 1.Satzes, tänzerisch beschwingt, eh ja eine Stärke Rattles, kommt das un poco allegretto, fein gekrönt von ganz leichten Trompeten. Das Finale wie eine Rückschau zu Furtwängler, was für ein Sog wird da geschaffen. Das ist auch der Unterschied zu Thielemanns Münchner Einspielung, beide arbeiten sie ja am dunklen "deutschen" Klang. Aber während Thielemann immer wieder die Bremse anzieht, retardiert, lässt Rattle hier die Musik einfach laufen und strömen. Überflüssig fast zu erwähnen, dass die Alphorn-Episode wirklich wie außeriridsch klingt, wichtiger fast, dass Rattle die Coda mit monumentaler Wucht stemmt, der Durchbruch zum Choral ist wirklich grandios und die abschließenden Pauken testen Anlage und vielleicht auch die Nachbarn.

Kein verträumtes Wörthersee-Idyll die 2., auch hier leidenschaftliche Erregung, Größe. Die Durchführung des 1.Satzes wird mit wildem Streicherfugato zu fast brucknerischen Ausbrüchen gesteigert, ohne die Eigenheiten der Brahmsschen Instrumentation zu verfälschen, die ja nicht im Blechbläserblock besteht, trotzdem in der 2. Symphonie doch Posaunen und Tuba wichtige Aufgaben zuweist. Kein sanftes Zurücklehnen im düsteren 2.Satz und das Finale dann nur noch sprachlos machend: Die Verbindung von Haydn und der Spätromantik erklingt virtuos, die Stretta kaum steigerungsfähig.

Nach diesen klnglichen Ausbrüchen gestaltet Rattle die 3. strenger, aber auch hier brodelt es ständig unter dem Dampfkessel: Frei aber froh (f-a-f) oder doch frei aber einsam (f-a-e) oder doch f-as-f - die dunkle Klangsprache der Symphonie wird hier intensiv, aber ohne Übertreibung ausgebreitet.

Zur 4. möchte ich eigentlich nur noch sagen, dass sie Kleibers bohrende Intensität knapp verfehlt - was als hohes Lob zu sehen ist. Dafür kommen viel Details, viele traumhafte Stellen, kleine Verzögerungen, traumhafte Soli wie die Flöte und Posaunen im 4. Satz, bevor Brahms und Rattle mit unerbittlicher Konsequenz und dramatischer Wucht den symphonisches Zyklus ins abschließende Moll führen.

Brahms Aufnahmen gibt es wie Sand am Meer, neben der erwähnten Kleiber 4 sind für mich vor allem die beiden Einspielungen Günter Wands (Studio und Live) Referenz. Rattle und die Berliner stellen sich gegen diese strengen Deutungen mit klanglicher Opulenz, bis in die Höhepunkte durchgehaltenen melodischen Linien, die den Melodiker Brahms gleichberechtigt neben den kühlen Konstrukteur stellen und einer Leidenschaft, wie sie selten geworden ist.

Und nicht zuletzt begeistert die Aufnahme durch einen fulminanten Klang, bassbetont, mit kraftvollen Streichersound und knallharten Pauken - machmal einfach nur fetzig! Aber sicher nicht immer durchhörbar, halt insoweit leider nur eine "typische EMI-Aufnahme". Für mich trotzdem Rattles beste Berliner Aufnahme bisher.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Brahms ohne Spannung, 1. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Sinfonien 1-4 (Audio CD)
Die gute Nachricht zuerst: Um den Klang der Berliner Philharmoniker braucht man sich auch weiterhin keine großen Sorgen zu machen. Zwar hat sich - meinem Höreindruck nach - in der Ära Rattle tatsächlich einiges verändert, vor allem bei den Streichern: Sie klingen etwas leichter, weniger strahlend-satt als etwa noch bei Karajans Brahms-Einspielung Ende der 1970er Jahre. Aber nach wie vor blüht der Klang der Berliner - nun eben etwas heller, duftiger, was mir besonders bei den leichtfüßiger gewordenen Kontrabässen gefällt. So weit, so gut.

Dennoch kann ich an die vorliegende Einspielung nicht mehr als zwei Sterne vergeben. Der Grund dafür liegt in der eigenartig verhaltenen Zugangsweise Rattles, die jede Spannung vermissen lässt. Kaum jemals zuvor habe ich beispielsweise den ersten Satz der ersten Symphonie - zumal in einer Einspielung der Berliner Philharmoniker - derart zaghaft und kraftlos erlebt. Es klingt, als hätte da ein Dirigent - aus übergroßem Respekt vor der Allzeitgröße Brahms? - nicht gewagt, die Musik wirklich anzupacken und zu gestalten. Die Führung übernimmt hingegen das Orchester und sein eingangs erwähntes aufgehellt-samtiges Timbre.

Ähnliches passiert fast überall im gesamten Zyklus. Um nur ein weiteres Beispiel zu nennen: den vierten Satz der vierten Symphonie. Braver und abwiegelnd-harmloser kann man diese gewaltige Passacaglia wohl kaum spielen.

Mein Fazit: Insgesamt wirkt Rattles Interpretation auf mich enttäuschend spannungsarm und uninspiriert. So stelle ich mir Brahms' symphonischen Kosmos ganz und gar nicht vor. Als Führern in diese Gefilde vertraue ich daher weiterhin lieber dem aufgeweckten Haitink (Concertgebouw Amsterdam/Philips), dem brillanten Karajan (Berliner/DG), gerne auch Sanderling (Staatskapelle Dresden/RCA) oder Jochum (Berliner/DG). Und Furtwängler! (Natürlich erhebt diese Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Den Namen Rattle würde ich hier jedoch ohne große Bedenken weglassen.)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nach Karajan, Abbado und Harnoncourt hat auch Rattle die Brahms-Symphonien mit den Berlinern eingespielt!, 21. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Sinfonien 1-4 (Audio CD)
Simon Rattles Zugang zu den Brahmssymphonien kann nicht im eigentlichen Sinne als schlecht bezeichnet werden: Die Symphonien werden heroisch, basslastig und gelegentlich im Breitwand-Sound musiziert, was von der Aufnahmetechnik exzellent unterstützt wird. Wenn der geneigte Interessent diese Gesamtaufnahme kauft, macht er weder etwas besonders falsch - noch besonders richtig. Genau hier liegt das eigentliche Problem dieses Symphonienzyklusses: Er ist schlicht nur mittelmäßig und bezieht interpretatorisch nicht klar Stellung. Weit spannender ist da beispielsweise Nikolaus Harnoncourts Zugang, bei dem ebenfalls die Berliner Philharmoniker live mitgeschnitten wurden. Zwar vermisst man bei Harnoncourt gelegentlich die Kraftentfaltung, die Rattle zeigt (etwa im Kopfsatz der dritten Symphonie in der Durchführung). Dennoch musiziert Harnoncourt insgesamt weit spannender und detailreicher. Deshalb erhält seine Interpretation von mir die klare Kaufempfehlung! In Anbetracht der großen Konkurrenz an Aufnahmen, auch aus dem eigenen Hause mit den Berliner Philharmonikern, genügt das bloße Mittelmaß, wie es Rattle abliefert, nicht. Was für einen Brahms-Einsteiger angehen kann, bleibt für den Kenner ohne Magie. Hierin mag auch die Ursache liegen, dass die CD-Verkaufzahlen bei den Berlinern, die unter Abbado zu Recht noch auf gutem Niveau lagen, aktuell stagnieren.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen ... enttäuschend ..., 21. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Sinfonien 1-4 (Audio CD)
Mir als leidenschaftlichem Fan von Simon Rattle fällt es schon verdammt schwer, etwas Kritisches über seine neue Aufnahme der Brahms-Sinfonien zu schrieben, aber es hilft alles nichts: Hier hat die EMI wieder einmal mit katastrophaler Aufnahmetechnik einen dumpfen breiigen Klang erzeugt, der in keiner Weise heutigen Standards entspricht. Spielen hier wirklich die Berliner Philharmoniker? Die Klangtechnik der Aufnahme lässt kein Urteil zu. Mögen die musikalischen Ansätze von Sir Simon noch so leidenschaftlich und voller Verve sein - herausgekommen ist "dank" EMI ein absoluter Durchschnitts-Brahms. Man ziehe nur die Abbado-Einspielung mit dem gleichen Orchester zum Vergleich heran - da liegen Welten dazwischen! Wie schade ...
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Außergewöhnliche Aufnahme mit den Berlinern, 15. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Sinfonien 1-4 (Audio CD)
Diese Aufnahme ist bei weitem die beste Aufnahme der Brahms Symphonien die ich bisher gehört habe. Es zeigt in allen vier Symphonien die unglaubliche Tiefe in Brahms Kompositionen. Zeitgemäß wurde Brahms mit dem stattlichen Klang des Berliner Orchesters verbunden. Mein Tipp ist die 4 Symphonie. Schöner kann Brahms nicht gespielt werden. Vielen Dank an das Orchester und vielen Dank an Simon Rattle. Große Klasse!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen rattles 'new-minded' berliner brahms, 13. September 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Sinfonien 1-4 (Audio CD)
simon rattle hat mit den berliner philharmonikern die brahms-sinfonien über jahre gespielt
und erarbeitet in div. konzertreihen - ich erinnere u.a. ein mitreissend-elektrisierendes der
zweiten sinfonie, welches nach wie vor zu meinen hervorragenden berlin-phil.- konzert-
eindrücken gehört und den so geschätzten claudio abbado - zeitweilig - vergessen machte.

man hört es dieser neuen brahms-sinfonien-cd-box an, wie jedes detail reflektiert erarbeitet
klingt und nichts mal eben so, weil von den berlinern hinlänglich bekannt, 'al fresco' auf-
gespielt wurde.
solch nuancierte detail-erschöpfung macht das ganze aber auch zu einem 'mixed bag'
und leider nicht zu dem e i n e n grossen wurf, einem stringenten dramaturgischen
verlauf:
vom auftrumpfend-aufbegehrenden beginn des hier zu gemessenen und verhaltenen
pauken-grundierten eingangs-themas der ersten sinfonie bis zum höhepunkt des finalsatzes
der vierten, den variationen über bachs akkord seines chaconne-themas aus dem kantaten-
schluss-chor 'nach dir, herr, verlanget mich' hört man zu wenig von reliefartiger
ausarbeitung der brahmschen struktur, zu wenig betonung der impulsiven inneren bewegung
denn eher schönen quasi rhapsodischen schwung.

auch wird dieser wehmütig rückwärts gesinnte sinfonische abschluss, der finale aufschrei
in der vierten - dacapo des allegro-energico-(e passionato)-eingangs - vergeben.
im herbst-farblich sinnlichen cello-grundton klingt manches leider zu moderat.
die binnensätze aller sinfonien, die zweite sinfonie gesamt sind schon sehr ausgehört
gelungen, doch vermisse ich durchweg die kontur oder schärfe des streng-klassischen
brahmschen konstrukts (wie bei walter n.y.,auch klemperer, toscanini-london-live),
im romantisch klanggesättigten spiel der philharmoniker.

wohlgemerkt, teil-defizitäres auf hohem musikalischen und spieltechnischem niveau,
auch klangtechnisch gibts, abgesehen vom 'soft'-runden klang wenig zu beckmessern,
obschon die sonstwie adäquaten dgg-abbado-aufnahmen informativer, weil zugleich
weiträumig und präsent klingen.

alles in allem eine respektable und 'schön' klingende gesamtaufnahme der brahms-
sinfonien, die den vergleich mit andren neuen, wie vor allem wand nicht scheuen muss -
jedoch andre einzelne wie kleibers vierte, vor allem 'alte' aufnahmen von sabata,
furtwängler, mravinsky e.a., die brahms klangwelten doch eindrucksvoller,
weil individueller eben, ausleuchten.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Natürlich, 2. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Sinfonien 1-4 (Audio CD)
Selbstverständlich war es nicht erforderlich, eine weitere Einspielung der Brahmssymphonien auf den Markt zu bringen, wo doch gute Aufnahmen reichlich vorhanden sind. Trotzdem hat diese Aufnahme wegen ihres durchgängig hohen Niveaus sicher eine Existenzberechtigung, insbesondere für Neulinge, die hier eine zeitgemäße, ausgeglichene Interpretation finden, die Verstand und Gefühl bedient. Man mag etwas zu viel oder zu wenig Elan konstatieren, man kann schulmeisterlich bemängeln, dass beim Crescendo beschleunigt und beim Diminuendo gebremst wird, insgesamt - oder infolge dessen! - stellt sich ein Gesamteindruck von größter Natürlichkeit und "Selbstverständlichkeit" ein, der einer Einspielung mehr Existenzberechtigung verleiht als ein erstmals herausgearbeitetes Detail oder ein knalliger Effekt.
Über das äußerst hohe Niveau des Orchesters muss nichts mehr gesagt werden, auch im Fortissimo ist keinerlei Schärfe zu hören, der Klang ist voll und trotzdem immer elegant und unangestrengt.
Unpassend und unbeholfen sind die kitschigen Fotos eines weichgespülten Simon Rattle in verklärenden Posen.
Klingt die Aufnahme nun gut oder schlecht? Die Meinungen gehen offenbar auseinander. Es gibt sicher transparentere und dynamischere Aufnahmen, trotzdem ist die Technik als mindestens gut zu bezeichnen. Das Klangbild ist (sehr) dunkel, "basslastig", doch das ist charakteristisch für einen großen Konzertsaal und muss fairerweise als realistisch bezeichnet werden, und die Tontechniker als ambitioniert. Aber: Für die Wiedergabe dieser Aufnahme ist eine Anlage mit hoher Transparenz und linearer Abstimmung erforderlich. Hörer mit Regalboxen im Regal oder Standboxen in der Zimmerecke werden einen verdunkelten Klangbrei hören. Die anderen, auch die, die einen guten Kopfhörer benutzen, können mehr als zufrieden sein mit der Durchsichtigkeit und den natürlichen Farben und sich am voluminösen Klang eines großen Orchesters in einem großen Saal berauschen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vorzüglich, 29. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Sinfonien 1-4 (Audio CD)
Kenne eine ganze Reihe Brahms-Aufnahmen: diese ist großartig präzise und durchsichtig, sicher eine der besten überhaupt und in jedem Fall auf der Höhe der Zeit (man wünschte sich auch abseits der Musik einen so klarsichtigen Blick auf die Welt).
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst
ARRAY(0xa0b5d45c)

Dieses Produkt

Sinfonien 1-4
Sinfonien 1-4 von Simon Rattle (Audio CD - 2009)
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen