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Einstiegsdroge, 14. Juli 2009
Wir sind seit 14 Jahren ambitionierte Sporttaucher. Bislang haben wir uns um Unterwasser-Fotografie oder -Videografie nicht gekümmert, da einfach zu teuer und aufwändig. Nun dieses verlockende Angebot. Eine moderne Videokamera mit UW-Gehäuse, das bis fünf Meter wasserdicht sein soll. Kurz überlegt, der Preis ist ja kein echtes Risiko, und zugegriffen.
Über Wasser super Aufnahmen. Gute Farbwiedergabe, gute Belichtung und scharfe Bilder. Das Anschließen der Kamera an einen Linux-Rechner über USB ließ sich nicht realisieren. Daher die SD-Karte mit den Filmdateien in einen Kartenleser geschoben und so das Filmmaterial eingelesen und bearbeitet. Das ging problemlos und lässt uns weiter unabhängig von teurer Kaufsoftware bleiben. Die Filmdateien haben MPEG4-Format und die SD-Karte muss mit VFAT formatiert sein.
Als nächstes die Kamera in der Ostsee vor Fehmarn im Flachwasser getestet, vorher noch eine acht Gigabyte SDHC eingesteckt und neue frisch aufgeladene NiMH-Akkus (4x1000mAh). Die Resultate haben unsere Erwartungen weit übertroffen. Selbst bei schwachem Licht noch gute Aufnahmen, auch die UW-Geräusche wurden klar aufgezeichnet. Wir haben u.a. Krabben, Jungfischschwärme, Klippenbarsche, eine Goldmaid und eine Aalmutter aufgenommen. Landschaftseindrücke über eine etwas größere Entfernung im trüben Wasser werden allerdings wegkomprimiert. Objekte im nahen oder mittleren Entfernungsbereich, wo sie mit dem Auge noch einigermaßen klar erkennbar sind, werden gut aufgezeichnet. Möchte man im Nahbereich komplizierte Strukturen am Boden in der Bewegung aufzeichnen, kommt es zu ruckeligen Bildern. Da scheint die Speicherkarte nicht schnell genug zu sein. Der Tauchgang hatte eine Länge von 56 Minuten. Die Kamera hat durchgehalten und ist nicht abgesoffen, die Akkus haben ebenfalls bis Tauchgangsende problemlos mitgemacht.
Als nächstes haben wir sie im Kreidesee in Hemmoor getestet. Die maximale Tiefe betrug 6,5 Meter, der Tauchgang dauerte etwas über 60 Minuten. Es wurden Flussbarsche, Forellen, versunkene Bäume und verlassene Industriegerätschaften gefilmt. Alles in allem ähnliche Erfahrungen wie in der Ostsee. Die ursprünglich nicht hohen Erwartungen wurden weit übertroffen.
Zusammenfassung Gehäuse:
+ Getestet bis 6,5 Meter (5 Meter Werksgarantie!).
+ Einfaches sicheres Schließen des Gehäuses.
- Schlechte Ablesbarkeit des Displays bei ungünstigen Lichtverhältnissen, kein Sucher.
- Mit Neoprenhandschuhen etwas schwierige Bedienung, die Knöpfe liegen eng beieinander.
Zusammenfassung Kamera:
+ Automatische und manuelle Belichtungsregelung.
+ Makrofunktion (muss bei UW-Aufnahmen vorher eingestellt werden und lässt sich während des Tauchgangs nicht ändern!).
+ Klare Bilddarstellung.
+ Einfache Bedienung.
- Kein direkter Linuxsupport (Workaround über SDHC-Kartenleser).
- Ruckelige Bilder bei nur aufwändig komprimierbaren Motiven (liegt vermutlich an der Speicherkarte).
Resümee:
Die Kamera incl. Gehäuse hat die Erwartungen weit übertroffen. Schon bald geht es zur nächsten Filmexkursion (Hechte und Zander im Hohendeicher See). Heftigster "Negativpunkt": Das Teil ist wegen der Tiefenbeschränkung eine Einstiegsdroge mit teuren Folgen: Es hat uns angefixt, das Filmen unter Wasser künftig auch mit anspruchsvollerer Ausrüstung und in größeren Tiefen fortzusetzen.
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