Fashion Sale Hier klicken calendarGirl Jetzt informieren Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More madamet HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Lego Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,1 von 5 Sternen42
4,1 von 5 Sternen
Format: DVD|Ändern
Preis:5,91 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Brad Anderson erarbeitet sich einen immer besseren Ruf als profilierter Filmemacher mit "Transsiberian", einem enorm spannenden Thriller voller Atmosphäre und gelungenen Wendungen, die einen immer wieder überraschen. Dies ist keine Hollywood Standard-Thriller-Ware, sondern ein mit europäischen Geldern finanzierter Film, der weit raffinierter ist, als man denken mag.

Der Streifen handelt vo dem amerikanischen Paar Roy (Woody Harrelson) und Jessie (Emily Mortimer), die mit dem Transsiberischen Eisenbahn von Peking nach Moskau reisen und dabei ein eher zwielichtiges Paar (Eduardo Norieaga & Kate Mara) kennenlernen. Roy verpasst den Zug bei einem Zwischenstopp mitten in Russland und was dann folgt möchte ich nicht verraten, denn es macht wirklich Spaß, die geschickt gesponnene Geschichte sich entfalten zu sehen. Hier ist nichts, wie es scheint, der Film bleibt wirklich unvorhersehbar.

Brad Anderson zeigt wie schon in seinen vorangegangenen Werken "Session 9" und "Der Maschinist" ein exzellentes Gespür für Atmosphäre: "Transsiberian" entführt den Zuschauer in eine (für die Meisten) fremde Welt voller Unwägbarkeiten, man fühlt regelrecht, wie es ist, in einem fremden Land mit fremder Kultur zu sein. Der Film versprüht jede Menge Authentizität durch großartiges Lokalkolorit, Anderson setzt wie schon in seinem Gruselfilm "Session 9" (dort war es eine ehemalige Psychiatrie) faszinierende und außergewöhnliche Originaldrehorte ein, die man bestimmt nicht alle Tage sieht.

Der Film ist wie schon gesagt extrem spannend und fachmännisch inszeniert, mit dem Auge fürs Detail und den richtigen Spannungsaufbau, der von Anfang bis Ende nicht abreißt. "Transsiberian" ist ganz in der Tradition von Hitchcock gedreht, man wird direkt von Beginn an in die Handlung aufgesogen, es entsteht ein undefinierbares Gefühl, der Film ist latent unheimlich, beunruhigend und mysteriös. Die klaustrophobische Stimmung des engen Raumes im Zug trägt sicher auch dazu bei.

Ein besonderes Lob geht auch an Emily Mortimer, die mit ihrer Darstellung der Jessie, eines extrem fehlerhaften Charakters, fasziniert. Sie setzt starke Akzente, spielt sehr nuanciert und glaubwürdig, man kann ihr sämtliche Emotionen von den Augen ablesen.
Auch Woody Harrelson macht wie immer eine gute Figur, hier als sympathischer, rechtschaffender und ehrlicher Ehemann.
Eduardo Noriega überzeugt ebenfalls als charmanter, undurchschaubarer Carlos.

Ein Highlight ist natürlich auch Ben Kingsley, der einen russischen Drogenpolizisten mit Bravour darstellt. Dieser wird von Thomas Kretschmann unterstützt, der allerdings nicht viel zu tun hat, außer bedrohlich auszusehen.

"Transsiberian" ist in jedem Fall eine große Empfehlung für Thriller-Fans, jedoch ist der Film durch die inspirierten und interessanten Dialoge, die tolle Insenierung und stark aufspielenden Darsteller auch für gehobene Ansprüche sehr interessant.
0Kommentar|18 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. Juli 2009
zum film...

roy (Woody Harrelson) und jessie (Emily Mortimer), ein ehepaar das einfach nur von A nach B reisen möchte genauer gesagt von peking nach moskau. unterwegs lernen roy und jessie den spanier carlos (Eduardo Noriega) und seine amerikanische freundin abby (Kate Mara) kennen. auf den ersten blick sehen die beiden wie ein ganz normales pärchen aus. doch der schein trügt und vor allem carlos entpuppt sich als krimineller soziopat. und nach kurzer zeit wird klar das die reise nicht nach roys und jessies vorstellung verläuft...

mich hat der film auch sehr überrascht. mit jeder weiteren minute die vergeht steigt die spannung und man weiss nie was als nächstes passieren könnte. woody harrelson und emily mortimer spielen beide ihre rolle sehr überzeugend, vor allem emily! und man fiebert bis zur letzten minute mit. also bei diesen film kann man ruhig ohne bedenken zugreifen - geheimtipp!!
0Kommentar|11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. November 2009
...hatte ich mir den Film im Kino angesehen, weil ich selbst begeistert von einer Reise mit der Transsib wäre (ein Vorhaben, daß ich mir noch etwas aufspare) und mich von Bildern Sibiriens inspirieren lassen wollte.
Natürlich - mir war klar, daß dies keine Dokumentation Russlands ist - über den Handlungsablauf des Films habe ich mich zuvor gar nicht informiert.
Und dann saß ich im Kino.
Zunächst fasziniert der Landschaftsaufnahmen wegen, dann jedoch mindestens genauso fasziniert wegen der Handlung.
Hier wurde endlich mal ein Film der Handlung wegen gedreht.
Keine unrealistische Action - keine Effekthascherei mit der schlechte schauspielerische Leistungen kaschiert werden sollen - und trotzdem Spannung pur.
Spannung mit nur einfachsten Mitteln.
Einfach nur Klasse und ein Trost, daß es noch solche Filme gibt. :-)
0Kommentar|11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Mit diesen Worten, die ein Tennessee-Williams-Zitat leicht abwandeln, macht die junge Jessie (Emily Mortimer), die auf ein bewegtes Leben als Herumtreiberin zurückblicken kann, ihren gesitteten Ehemann Roy (Woody Harrelson) darauf aufmerksam, daß er es bei seinen Versuchen, ihr seinen Lebensstil aufzuprägen, nicht zu weit gehen sollte.

Aber keine Angst, Brad Andersons Film „Transsiberian“ aus dem Jahre 2008 ist kein psychologisches Ehedrama, das den Fokus auf zwischenmenschliche Beziehungen legte, sondern ein spannungsgeladener und wendungsreicher Thriller, der uns vor dem Hintergrund einer Reise mit dem Transsibirien-Express in eine Geschichte um Drogen, Mord und korrupte Polizeibeamte eintauchen läßt. Als sie von einer längeren christlichen Missionsarbeit in China nach Hause zurückkehren wollen, entschließen sich Roy und Jessie dazu, statt des Flugzeugs die Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn anzutreten, wo sie auf den zwielichtigen Spanier Carlos (Eduardo Noriega), der sich nicht scheut, Jessie anzubaggern, und seine Freundin Abby (Kate Mara) treffen. Als Roy versehentlich bei einem Aufenthalt den Zug verpaßt, beschließt Jessie, in Irkutsk auf ihn zu warten. Carlos und Abby entscheiden sich ebenfalls dazu, auf den Folgezug zu warten, um die landesunkundige Amerikanerin nicht allein zu lassen. Jedoch – und das kann sich der Zuschauer durchaus denken – wird Jessie gerade dadurch in eine Situation geraten, die ihr gesamtes Leben aus der Bahn werfen und die sie zudem gegenüber dem Polizeiinspektor Grinko (Ben Kingsley), der sich ihrem Mann angeschlossen hat, in eine unlösbare Zwickmühle bringen wird.

Anderson schafft es durchaus, immer wieder das Hitchcock-Gefühl aufkommen zu lassen, das seine Würze daraus bezieht, dern Zuschauer mit dem unschuldig verfolgten Helden mitfiebern und in der Polizei nicht gerade eine Rettung, sondern eine zusätzliche Bedrohung sehen zu lassen. Unschuldig ist Jessie allerdings nicht in dem Sinne, in dem es etwa Henry Fonda in „The Wrong Man“ (1956) ist, aber gerade das macht die Angelegenheit für den Zuschauer noch um vieles interessanter. Zwar ist sie nicht gerade eine lupenreine Sympathieträgerin, wenn sie beispielsweise durch ihr unsensibles Photographieren von „echt russischen Menschen“, die sie nicht mal um Erlaubnis fragt, das Klischee der amerikanischen Touristin bestätigt. Auch die bodenlose Naivität, die sie dazu bringt, sich Carlos anzuschließen, mag den Zuschauer eher gegen sie einnehmen. Allerdings kann er sie für das, was später folgen wird, nicht wirklich verurteilen, und so ist er denn auch bei dem folgenden Katz-und-Maus-Spiel atemlos auf ihrer Seite.

Wo wir schon bei der Gebrochenheit der Protagonistin sind, bietet sich auch ein Wort darüber an, wie Anderson die anderen Charaktere gestaltet – nämlich beinahe allesamt in Grautönen. Vielleicht mögen wir Roy wegen seiner Biederkeit, die sich typischerweise in einem Interesse für Eisenbahnen niederschlägt, zumal diese Biederkeit und der ihr innewohnende Optimismus Jessie auch den von ihr vermißten Halt geben. Seine moralische Selbstgewißheit, wenn er etwa über Jessies Angewohnheit zu rauchen schimpft – in diesen Momenten kommt Kälte in seine Augen und Härte in sein Kinn –, dürfte uns jedoch eher abstoßen. Auch seine Ausführungen zur russischen Geschichte erweisen sich als ziemlich naiv. Eine ambivalente Gestalt ist auch Abby, die ihre eigenen Gründe hat, Carlos zu helfen. Selbst der zwielichtige Grinko erscheint in einigen wenigen Momenten menschlich nachvollziehbar, doch mehr soll an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden. Einzig Carlos, dieser charmante Kerl, bleibt eindeutig auf der finsteren Seite, und auch Thomas Kretschmann hat in seiner Rolle als Grinkos Partner Kolzak kaum mehr zu tun, als besonders bedrohlich zu gucken, was er freilich sehr gut kann. Vorwerfen könnte man dem Film allenfalls, daß er es bei all seiner Differenzierung der Figuren vergißt, dieselbe Differenzierung auch dem Land Rußland zukommen zu lassen, das hier vor allem als ein bedrohlicher Polizeistaat gezeigt wird, in dem äußerst unfreundliche Zugbegleiterinnen für das Wohl der Gäste der Transsibirischen Eisenbahn sorgen. Diese Einseitigkeit ließe sich allerdings als ein Versuch Andersons verbuchen, eine besonders unheimliche Atmosphäre zu schaffen und dem Zuschauer die Angst, von der Jessie mehr und mehr heimgesucht wird, spürbar werden zu lassen.

Es sei im Leben meist einfach, zwischen guten und bösen Entscheidungen zu unterscheiden, erklärt zu Beginn des Filmes der Leiter der Mission den scheidenden Gästen, die dort mehrere Wochen lang Kirchenarbeit geleistet haben. Was sie getan hätten, so führt er weiter aus, sei eindeutig eine gute Entscheidung gewesen. Daß diese Meinung als wider den Stachel zu löckender Subtext des Filmes zu verstehen ist, wird spätestens dann klar, als die Stimme des Missionsleiters in einer Audio-Überblendung über Szenen gelegt wird, die Roy und Jessie beim Antritt ihrer Reise zeigen. Die Ereignisse, in die sich das junge Ehepaar während seiner Fahrt geworfen finden wird, dürften nahelegen, daß Gut und Böse nicht immer so klar voneinander getrennt sind, und auch Jessie wird am Ende des Films mit der Entscheidung alleingelassen, ob sie mit einer Lüge etwas Gutes oder etwas Böses bewirkt.

Alles in allem überläßt es Anderson auch dem Zuschauer, hier seine eigene Antwort zu finden, nachdem er aus dieser Achterbahnfahrt von Film ausgestiegen ist. Die BR bringt sowohl eine englische als auch eine deutsche Tonspur, doch verfügt sie nur über die Möglichkeit, deutsche Untertitel hinzuzuschalten.
77 Kommentare|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. Februar 2012
Bei diesem spannenden Winterthriller ist die Charakterzeichnung der Figuren besonders gut gelungen. Jessy (Emily Mortimer) ist skeptisch distanziert, trinkt nicht und fragt nach. Ihr Freund Roy (Woody Harrelson) ist etwas unbedarft, aber freundlich. Und dann ist da noch der supercoole Ben Kingsley, der recht ambivalent zwischen Drogendealer, Kommissar und Undercover Agent hin und herdriftet. Mit seinem Erscheinen ist die ganze Aufmerksamkeit des Zuschauers gefordert. Sonst versteht man einige Szenen später nicht.
Dabei fängt alles so harmlos an: eine muntere Reisegesellschaft fährt mit der Transsibirischen. Fast 30 Minuten sieht alles nach einem Werbefilm der Tourismusindustrie aus. Aber dann! Drogen sind im Spiel, wir wissen auch wer sie wo hat und können mit Jessy mitzittern. Es wird brutal. Den Kurieren geht es ans Leder, immer mit einer neuen Wendung verbunden. Am Ende kann man nicht so recht aufatmen. Da kommt noch so viel zusammen. Und Emily Mortimer spielt sie alle an die Wand. Ihre Mimik spricht Bände und das Drehbuch legt ihr auch die schönsten Sätze in den Mund 'Wenn du alle meine Dämonen tötest Roy, sterben vielleicht auch alle meine Engel!' Aber auch Ben Kingsley äußert sich lyrisch über das Leben in der ehemaligen SU 'Damals lebten wir in der Finsternis, heute sterben wir im Licht.'
Spannend, voller Überraschungen, prominente Darsteller agieren in wunderschöner Landschaft.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. Juli 2009
...sterben vielleicht auch meine Engel." Jessie(Emily Mortimer) sagt das im Spaß zu ihrem Mann Roy(Woody Harrelson). Sie ahnt nicht, wie nah sie bald selbst dem Tod sein wird.

Jessie und Roy waren zusammen in Peking. Dort haben sie ein Projekt von Roys Kirche unterstützt. Auf der Rückfahrt sind sie mit dem Transsiberian Express unterwegs. Eine tagelange Zugreise von Peking nach Moskau. Für den Eisenbahnfreak Roy ein Genuss, für Jessie eher eine Pflicht. Auf der Fahrt lernen die beiden Amerikaner den Spanier Carlos(Eduardo Noriega) und seine Freundin Abby(Kate Mara) kennen. Der gutmütige Roy freundet sich mit ihnen an, Jessie ist eher etwas abwartend. Als während eines Zughaltes Roy die Abfahrt verpasst, ist Jessie mit dem Pärchen allein. Sie warten in Irkutsk auf Roy und versuchen den Tag zu nutzen. Als Carlos mit Jessie einen Ausflug macht, beginnt ein Albtraum für die junge Amerikanerin.

Zeitgleich macht sich der russische Inspektor Grinko(Sir Ben Kingsley) auf die Suche nach einem Mörder. In Wladiwostok wurde ein Mann getötet. Es geht um Drogen. Grinko weiß, dass der Transsiberian Express als Route für Drogenkuriere genutzt wird. Er macht sich auf die Suche und wird im Zug sehr schnell fündig. Seine weiteren Ermittlungen laufen dann jedoch auf sehr "russische Art" ab.

Brad Anderson hat mit -Transsiberian- einen Thriller mit Background geschaffen. Actionfans werden, zumindest von der ersten Stunde, radikal enttäuscht sein. Mit sehr viel Anlauf und einigen Längen nimmt die Story nur behäbig Fahrt auf. Erst als Grinko im Zug ist und in die Geschichte einsteigt, läuft eine rasanter, gut konstruierter Plot ab.
Interessant ist die Kameraarbeit. Die Blickwinkel und Einstellungen sind sehr an die Sicht eines Fotografen(Jessie fotografiert im Film reichlich) angelehnt.

Die Besetzung lässt keine Wünsche offen. Harrelson, Noriega, Mortimer und Mara spielen die Pärchenrollen perfekt. Ben Kingsley ist und bleibt ein Meister seines Fachs.

Anderson hat mit -Transsiberian- einen Film wie einen D-Zug gedreht. Er startet langsam und schwerfällig und kommt dann ins Rollen, bis es kein Halten mehr gibt. Das Ende des Films ist genial gemacht(wenn auch mit einem großen Logik-Fragezeichen). Nebenbei gibt es noch ein wenig Einblick in die "Russische Seele". Wie sagt ein Zugreisender so schön zum Thema Gulag: "Wenn du etwas über Amerika lernen willst, dann lies ein Buch. Wenn du etwas über Russland wissen willst, dann hol dir eine Schaufel."
0Kommentar|12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. März 2016
Minus 23 Grad !
Eine bis ins Herz fröstelnd machende Temperaturanzeige , die auf einer verschneiten Informationstafel der Bahnstation zu erkennen ist. Lebensfeindliche klirrende Kälte und blendender Schnee soweit das Auge reicht. Unwirtlich ragen weisse Gebirgszüge in den blauen Himmel und durch das karge , majestätische Panorama rast ,verschwindend klein in diesem machtvoll stillen Kosmos von Leere und Eis, ein Zug.
Die Transsibirische Eisenbahn , 10000 Kilometer lang durch die Schneewildnis von Peking bis Moskau, tagelang eingeschlossen ist man hier mit undurchsichtigen Mitreisenden verschiedenster Nationalitäten, auf Tuchfühlung mit zerfurchten ausdruckslosen Gesichtern, umgeben von einer fremden Sprache, undefinierbaren Blicken und einer unbekannten , fast archaischen Kultur . Unbehagen macht sich da breit beim Touristen aus städtischen westlichen Zivilisationen und es bleibt nur der Blick hinaus aus den eingefrorenen Zugfenstern auf die überwältigende Ödnis ,die an den zusammengewürfelten Passagieren in den Waggons vorbeirauscht. Von oben aus schwindelerregender Höhe gefilmt, gleicht dieser Zug einem kleinen schwarzen Faden, der sich durch das alles dominierende Weiss der Felsen und Täler in vollkommener Verlorenheit schlängelt .

Ich mag Klaustrophobie erzeugende Zugfilme, ich mag Schneefilme und wenn sich beide Ingredienzen treffen , dann kennt die Filmgeschichte nicht nur Klassiker wie " Mord im Orient Express" und " Nevada Pass", sondern auch Brad Andersons " Transsiberian" ist hier in der obersten Spannungsliga einzuordnen.
Die Messlatte war für den jungen Regisseur hoch gelegt, denn bereits " Session 9" und vor allem der düster faszinierende " The Machinist" , zwei Werke, die bereits Kultstatus erlangten, ließen die Vorfreude steigen.
Mit " Transsiberian" hat Brad Anderson restlos überzeugt, denn er überrascht und fesselt uns mit einem Thriller -Abenteuer -Szenario, das Alfred Hitchcock zur Ehre gereicht hätte. " Transsiberian" ist eine Spannungsmaschinerie in klirrend eisigem Ambiente, die mehrmals vollkommen überrascht, den Zuschauer selbst auf einer haarsträubenden unberechenbaren Zugfahrt voller Verwicklungen und schliesslich tödlichen Gefahren den Halt verlieren lässt und , vielleicht das bemerkenswerteste , alle Erwartungshaltungen und Genrekonventionen unterläuft.
Brad Anderson hat beim ewigen Suspensemeister Hichcock gut aufgepasst und präsentiert uns ein ( vielleicht nur scheinbar) unbedarftes Normalo Ehepaar , das wir hier auf seiner zunehmend irrsinniger und lebensbedrohlicher werdenden Reise mit dem Transsiberian Express begleiten dürfen.

Er, Roy ( Woody Harrelson) liebenswert, etwas grosspurig, und durch und durch bieder ist kirchlich engagiert, hat gerade ein Kinderhilfsprojekt in Asien auf den Weg gebracht. Sie, Ehefrau Jessie ( Emily Mortimer) , etwas zurückhaltender , introvertierter, aber mit einigen überraschenden Seiten in ihrer Persönlichkeit , die uns der Film nach und nach zeigen wird . Sie ist es auch, die schnell die Zuschauersympathien auf sich zieht, mit der wir uns identifizieren, leiden und uns in Anspannung und Furcht bald selbst in einem gefährlichen Dilemma befinden , das uns den Atem anhalten lässt. Tagelang wird die Reise dauern und so macht das Ehepaar nähere Bekanntschaft mit einem anderen jungen Pärchen . Abby ( Kate Mara) und Carlos ( der grossartige , aus spanischen Mysteryflmen bekannte Eduardo Noriega) sind aufgeschlossen und kontaktfreudig. Besonders Carlos ist redselig, ja geradezu ein wenig aufdringlich in seiner Distanzlosigkeit.
Wie wunderbar kann Brad Anderson durch vielsagende Blicke, kleine Gesten, harmlos scheinende , doch doppelbödige Dialoge die Atmosphäre zwischen diesen vier Charakteren mit ambivalenter Intensität aufladen. Hier geht beileibe nichts mit rechten Dingen zu, bahnt sich unsichtbare Bedrohung an, die wir nicht genau benennen, wohl aber in jeder neuen Szene erspüren können.
Hinter den alltäglichen Masken jedes Charakters lauert etwas Fremdes, ein Abgrund, ein verschwiegenes Geheimnis, das durch die Interaktion untereinander droht an die Oberfläche zu kommen. Während Jessie eher beobachtet, lebenserfahrener ist, mit einem gesunden Misstrauen ausgestattet, die Dissonanzen, die in der Luft liegen registriert, ist Ehemann Roy der Arglose, der kumpelhaft Schwatzhafte, der sich über die neue Reisebekanntschaft naiv freut und jedes unterschwellige Warnsignal übersieht.
Wer sind diese Menschen, die uns hier gegenübersitzen und mit denen wir auf Gedeih und Verderb für Tage und Nächte nun zusammen reisen müssen ? Genüsslich nimmt sich Brad Anderson viel Zeit um sein Spannungsnetz immer weiter zuzuziehen. Sehr bald liegt besonders zwischen Jessie und dem dominanten, leicht schmierigen Carlos mehr in der Luft als unverbindliche Kommunikation zwischen flüchtigen Reisebekannten. Wie Carlos durch seine Körpersprache und durch zweideutige Bemerkungen sein erotisches Interesse an Jessie verdeutlicht , dass hat in den ahnungsvollen Schwingungen schon fast die Brillanz einer Patricia Highsmith (" Zwei Gesicher des Januar" dürfte Brad Anderson auch des öfteren gelesen haben) und verhängnisvollerweise scheint Jessie irgendwann von den Verführungskünsten Carlos, von denen ihr Ehemann gar nichts mitbekommt, nicht abgeneigt. Die inneren Dämonen und unerfüllten Sehnsüchte schlafen eben solange, bis ein Fremder kommt und sie erweckt .
Was nun im Bezug auf den Fortlauf der Handlung der Zuschauer vermutet, wird listigerweise von Anderson bis zu einem gewissen Punkt bestätigt, doch dann verunsichert uns " Transsiberian" mit seinen überraschenden, genial inszenierten Wendungen komplett.
Was wir uns zusammen reimten erweist sich als trügerisch. Ein feiger Mord von dem wir sicher waren, dass er stattfand, findet nicht statt. Personen verschwinden und tauchen wieder auf und die Erkundungstour eines Pärchens zu einer abgelegenen verfallenen Kapelle , als der Zug einmal zwischenzeitlich stoppt, wird in einsamer Abgeschiedenheit zu einem umwerfenden Überrumpelungsmoment par excellence, in dem sich alle Vorzeichen um 180 Grad drehen. Der Tod und die Angst vor Entdeckung sind es nun die gnadenlos den Puls nach oben treiben. Mit jeder Minute aufwühlender entwickeln nun falsche Entscheidungen ein Eigenleben , die sich zu einem unaufhaltsamen Strudel verdichten.
In der Falle eines ausweglosen Labyrinths und die Endstation das unabänderliche Verderben ?

" Transsiberian" lässt sich nie vorausahnen, erfindet sich in schöner Regelmässigkeit immer wieder neu und hat den Mut mehrmals komplett Stimmung und Tonfall zu ändern. Wenn Ben Kingsley als zwielichtiger Drogenfahnder Grinko die Bühne betritt, dann ist endgültig der Film nicht mehr für zart besaitete Nerven gedacht.
-Schwierig den Film in ein Genre einzuordnen,- so mäkelte manche Kritikerstimme. Ich sage Gott sei Dank gibt es noch derlei originelle Werke,die sich einem allzu einfachen Schubladendenken verweigern.
" Transsiberian" wird getragen von einem stimmungsvollen, malerischen, stets beunruhigenden Ambiente, begeistert mit Suspense, profitiert massgeblich von dem ungewöhnlichen Schauplatz und fesselt von der ersten Minute. Viele Facetten dieses Films können hier nicht angesprochen werden, denn jeder Spoiler könnte ihnen, lieber Interessent doch die Freude einschränken.
Hitchcock wäre stolz darauf und dass Russland als Urlaubsziel eher Alptraumcharakter hat, dass weiss man schon seit den Horrorkrachern " Hostel" und " Train" . Brad Anderson schlägt da mit " Transsiberian " in dieselbe Kerbe, was ihm bei derartig hohem Unterhaltungsfaktor verziehen sei.
Darauf zur Versöhnung einen Wodka für das imagegeschädigte Mütterchen Russland und fünf Sterne für zwei Stunden Adrenalinkino auf donnernden Eisenbahnrädern.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
HALL OF FAMEam 22. August 2009
Habe den Film in einer Sneak gesehen und war davon auch ziemlich überrascht. Persönlich hätte ich den Film nicht im Kino angeschaut aber so wäre mir dieser nicht vor die Augen gekommen. Das wäre verdammt Schade gewesen. In "Transsiberian" geht es um ein Pärchen das auf einer Reise durch Russland mit Lügen, Drogen, Mord und Vertrauen konfrontiert wird. Dabei ist es fantastisch mit Anzusehen, wie vielschichtig die Charaktere sind und wie viel man ertragen kann, bis man endgültig explodiert. Eindeutig ein Geheimtipp!

Die Extras laufen ca. 60 Minuten und bestehen aus Interviews mit Cast & Crew, dass aus meiner Sicht der Dinge nicht gut geworden ist, Trailer und ein gutes Making-of gibt es zum Schluss noch mit dazu. Der Film bietet einen guten Sound und gutes Bild. Alles in allem bekommt der Film 4 Sterne.
0Kommentar|6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Transsiberian von Regisseur Brad Anderson handelt von einer Zugfahrt von Wladiwostok nach Moskau. Eine lange Strecke. Während der Fahrt durch Sibirien lernt das amerikanische Paar Jessy (Emily Mortimer) und Roy (Woody Harrelson) die junge Amerikanerin Abby (Kate Mara) und ihren spanischen Freund Carlos (Eduardo Noriega) kennen.
Nachdem der Film mit einem Mordfall und verschwundenen Drogen im äussersten Osten Russlands begonnen hat, den Drogenfahnder Grinko (Ben Kingsley) untersucht, verläuft der erste Teil der Reise friedlich und ausgelassen, trotz der andauernden Eheprobleme von Jessy und Roy.
Wie bei so vielen westlichen Filmen über den ehemaligen Ostblock gibt es auch in Transsiberian die bekannten Klischees über Russland zu sehen: Russen trinken ständig Wodka, sind grob und die russische Mafia ist allgegenwärtig. Die Handlung des Films ist nicht allzu komplex, bietet zwar auch Anlass über Moral und christliche Werte nachzudenken, allerdings weit weniger als Andersons The Machinist. Transsiberian ist ein gut gemachter, weil durchgängig spannender und unvorhersehbarer Thriller. Russland ist hier nicht das reale Land, sondern ein Symbol. Die immer beklemmendere Atmosphäre des Films gipfelt beinahe in einem Hostel-Moment. Allerdings ist Transsiberian nicht so plump brutal und bestialisch.

Spannender, empfehlenswerter Thriller mit starken Landschaftsaufnahmen und engagierten Schauspielern!

3,5 Sterne
0Kommentar|37 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Januar 2009
Das amerikanische Ehepaar Roy und Jessie haben mehrere Monate in China gearbeitet und sind nun mit der Transsibirischen Eisenbahn auf dem Weg nach Moskau. Im Zug teilen sie sich den Schlafwagen mit dem ungleichen Pärchen Carlos und Abby. Die vier Menschen kommen ins Gespräch und Jessie weckt bei Carlos Begehrlichkeiten. Roy verpasst bei einer Zwischenstation den Zug und Jessie wartet mit Carlos und Abby in der nächsten Station auf ihn. Zum Zeitvertreib besuchen Carlos und Jessie eine alte verfallene Kirche. Dort kommt es zu einem verhängnisvollen Vorfall, worauf nur Jessie zur Station zurück kehrt.

Roy trifft ein und Jessie setzt mit ihm fluchtartig die Reise fort. Doch im Zug ist auch ein zwielichtiger Ermittlungsbeamte, der schnell Roy's Vertrauen gewinnt und danach Jessie mit Fragen zusetzt. Diese verstrickt sich zunehmend in Ungereimtheiten und erstaunt damit auch Roy. Zu spät erkennen Roy und Jessie, das ein Teil des Zuges abgekoppelt wurde und in eine einsame verlassene Gegend durchfährt. Der finale Showdown ist damit eingeleitet.

Die Geschichte wird langsam und sehr spannend erzählt. Pittoreske sich wiederholende Szenenbilder lenken die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf wesentliche Details. Filigrane bis heftige Dialoge geben zwiebelscheibenartig die Wahrheit stückchenweise preis. Überraschende Wendungen und pfiffige Lösungen wechseln einander ab und sorgen für Tempo und Stress. Regie und Schauspieler leisten ausgezeichnete Arbeit.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

7,49 €
9,49 €
9,49 €