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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Essentielle Einspielung der wichtigsten lisztschen Klavierkompositionen, 20. Juli 2010
Von 
Andre Arnold "Lateingott" (Rödental, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Liszt: Klavierwerke (Audio CD)
Man muss sich schon eingestehen: Alle Klavierwerke Franz Liszts zu besitzen ist wohl reine Utopie, da man dafür etwa 200 CDs besitzen müsste. Aber mit diesem Box Set mit neun CDs, auf denen die wichtigsten Klavierwerke Liszts zusammen mit einigen Werken für Klavier und Orchester versammelt sind, kann man nicht viel falsch machen. Jorge Bolet schafft nämlich eine erstaunlich homogene Einspielung.

CD 1 - Hier befinden sich die wohl populärsten Klavierwerke des Komponisten. Die berühmte cis moll Rhapsodie eröffnet den Zyklus, direkt gefolgt vom zarten, fragilen Liebestraum Nr. 3; der beeindruckende Mephisto Walzer Nr. 1, der in seiner capricenartigen Anlage überzeugt; die Funérailles, dieses tief traurige, schmerzhafte Stück, das keine Versöhnung zu kennen scheint; und die beiden Konzertparaphrasen zu Verdis Rigoletto und zu Paganinis berühmtem zweiten Violinkonzert La Campanella".

CD 2 - Der Klassikfreund findet hier zunächst einige berühmte Liedertranskriptionen nach Franz Schubert. Neben Die Forelle", Der Lindenbaum" und Erlkönig" sind hier auch solche Perlen wie Wohin?" oder Aufenthalt" enthalten. Es sind zwar nur zwölf Transkriptionen, aber die haben es in sich.
Liszt war ein Meister der Transkription und er liebte Schubert. Seine Enttäuschung darüber, dass letzterer nie ein Klavierkonzert schrieb, verleiht er in seiner Transkription zur Wanderer Fantasie" Ausdruck, die zu seinen besten Orchesterwerken zählt. Hier wird der Pianist vom London Philharmonic Orchestra unter Sir Georg Solti begleitet.

CD 3 - Die berühmt berüchtigte Sonate in h moll kommt hier zur Aufführung. Es ist eines von Liszts besten, tiefsten und ausdrucksintensivsten Werken. Zudem beweist es unwiderlegbar, dass Liszt doch höchst komplex komponieren konnte.
Die drei Liebestraum Nocturnes zählen zu den lyrischsten, pastoralsten Stücken des Tonsetzers.
Mit dem Valse Impromptu und dem Grand Galop chromatique finden sich hier auch zwei Werke, mit denen sich Liszt wohl eher produzieren wollte, als etwas Hochtrabendes zu schaffen.

CD 4 - Nun geht's ans Eingemachte: Das zweite Jahr seiner Années de Pèlerinage" nach Italien findet sich hier. In drei Zyklen verarbeitete Liszt Reiseeindrücke musikalisch. Hoch philosophisch und lyrisch setzt er seine Erfahrungen aus Italien um, wenn er zunächst zwei Werke bildender Kunst darstellt, sich dann an das Volksliedgut heran wagt, drei Petrarca Sonette vertont und schließlich mit seiner monumentalen Dante Sonate den Hörer überwältigt. Leichte Kost ist das gewiss nicht, aber eine nähere Beschäftigung lohnt gewiss.

CD 5 - Viel leichter gestrickt und pastoraler ist das erste Année, das den Komponisten in die Schweiz führte. Hier verarbeitet er insbesondere Landschaftsbilder und Sehenswürdigkeiten. Wenn er tief ins Obermanntal hinabsteigt, dann ist es schon beeindruckend, mit welchen impressionistischen Klangfarben er hier arbeitet. Er schöpft die volle Farbpalette aus.

CD 6 - Jetzt gibt's zuerst das Supplement zum zweite Année, Venezia e Napoli. Es handelt sich dabei um leicht zugängliche, gefällige Tänze und Charakterstücke. Aus dem dritten Année gibt es leider nur das berühmte Jeaux d'Eau à la Villa d'Este", das Franz Liszt als direkten Vorgänger der französischen Impressionisten Debussy und Ravel ausweist.
Ein weiteres Stück aus den Harmonies poétiques et religieuses" ist auch vorhanden neben den Funérailles, nämlich die Bénédiction de Dieu dans la Solitude", ein tief religiöses Werk, das von Liszts Glauben Zeugnis ablegt.
Außerdem befindet sich auf dieser CD die h moll Ballade, die nicht ganz so tiefsinnig und komplex ist wie die h moll Sonate, aber in ihren heftigen Akkorden dennoch erschüttert.

CD 7 - Die Études d'Exécution transcendante" beschreiben diese CD. Es ist ein Reigen von Charakterstücken, teils voller Lyrik, teils voller Nonchalance, aber meistens voller Gefühl, Wärme und Transzendenz.

CD 8 - Die beiden Konzertetüden Waldesrauschen und Gnomenreigen zeigen Liszt nun wieder von der Seite des Virtuose, der glatt sein Können unter Beweis stellt in diesen fingerbrechenden Stücken.
Tiefsinniger sind da schon die Trois Études de Concert". Man kann sich geradezu vorstellen, wie das Publikum in diesen schönen Melodien schwelgte.
Wie der Name schon sagt, sind die Consolations beschwichtigende, tröstende und ermutigende Klavierstücke. Sie sind kurz und gebrechlich, aber auch recht gefällig.
Ein gewaltiges Werk von fast orchestralen Ausmaßen sind die Réminiscences de Don Juan". Dieses Stück macht neugierig auf Liszts sinfonisches Oeuvre.

CD 9 - Die Réminiscences de Norma" geben einen Abglanz von berühmten Opern und Arien wieder.
Drei Werke für Klavier und Orchester sind hier noch versammelt, wobei Bolet hier vom London Symphony Orchestra unter Iván Fischer begleitet wird. Malédiction ist eines der frühesten Konzertstücke Liszts. Genau wie die Fantasie über ungarische Volksliedthemen beeindruckt dieses Werk durch den Aspekt, dass höchste Virtuosität mit Melodik und Grazie perfekt verbunden ist.
Ein besonderes Schmankerl ist der Totentanz über das dies irae Motiv. Hier zeigt sich Liszt uns von seiner infernalischen Seite.

Der Kubaner Jorge Bolet schafft, wie gesagt, eine entspannend homogene Einspielung dieser wundervollen Stücke. Sein Anschlag ist angenehm zupackend. Er spielt scharf akzentuiert und stets nuancenreich. Nur seine Interpretation der h moll Sonate ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Es scheint, als verlöre er hier bisweilen den Faden. Hier rate ich, zu Alfred Brendel zu greifen. Besonders gelungen sind ihm die Années de Pèlerinage".
Die Leistungen des Orchesters sind auch wunderbar, nie zu aufdringlich, aber auch nie zurück genommen. Die Aufnahmequalität ist natürlich - Decca! - hervorragend.

Fazit: Ein Muss für all die, die in Franz Liszt nicht nur den Effekt haschenden Virtuosen sehen, sondern den tief gläubigen Menschen und ausdrucksstarken Komponisten.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liszt - angenehmer Ueberblick, 9. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Liszt: Klavierwerke (Audio CD)
Die CD-Box ist genial! Es fehlen zwar noch ein paar gute Stücke (praktisch alle Rhapsodien) aber die muss man sich dann halt g mit anderen CDs zusammenkaufen.
Ansonsten enthält die Box wirklich sehr viele schöne Kompositionen. Mit der Aufnahmequalität bin ich zufrieden, wenngleich sie nur analog ist und ein echtes Konzert oder neueste Technik einen brillianteren Klang (mit entsprechenden Boxen) möglich machen.
Worüber ich bei dieser Kollektion wirklich sehr sehr froh bin ist, dass Jorge Bolet nicht in donnernden Kadenzen aufgeht, sondern die Transparenz und Phrasierung der Liszt'schen Kompositionen in den Vordergrund stellt. Ein wenn auch unbedeutendes, aber "anschauliches" Beispiel ist Bolets Grand Galop chromatique: Er versucht selbst aus diesem Schau-Stück die wohlklingenden Läufe herauszustellen. Im Gegensatz dazu nützt bspw. Cziffra dieses Stück, um zu zeigen, wie es um seine "technische" Überlegenheit steht.
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Liszt: Piano Works
Liszt: Piano Works von Franz Liszt
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