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am 29. Juni 2010
Angeblich wurde der JazzRock von Miles Davis erfunden - z.B. "Live-Evil" (1970).
Seine Mitmusiker John McLaughlin, Herbie Hancock, Chick Corea etc. bauten diesen Anfang der 70-er Jahre auf verschiedene Arten aus:
Bei McLaughlin mit "Inner Mounting Flame" etc. wurden ungerade Takte zum Standard -
WeatherReport mit Joe Zawinul liessen SopranSaxophon & Synthesizer zum verschmolzenen Erkennungsmerkmal werden.

Hancock unterlegte 1972 PolyRhythmik (Anfang von "Sleeping Giant" auf Crossings) mit seinem unvergleichlich spannungsgeladenem Fender-Rhodes-Groove. Zu Beginn ist bei der Percussion-Intro (2 gegen 3) nicht so ganz klar, in welcher Taktart "Sleeping Giant" steht (4/4 oder 3/4 ?), später bei Einsatz des Fender Rhodes Pianos (es kündigt sich drohend durch ein tiefes lauterwerdendes Cluster an) wird deutlich, dass Hancock einen langsamen 6/8 Takt meint - und den drückt er mächtig durch gegen die 4 Percussion-Spieler, zunächst noch von Billy Hart an den Drums attackiert, später lebhaft unterstützt. Viele Stellen in Hancocks Spiel sind so, dass man sie gleich nachspielen möchte. Eine ganze Generation von Keyboardern spielte in den 70-er Jahren "auf Hancock". Seine Oktav-Tremoli wurden in die Jazz-Clubs der ganzen Welt hineinkopiert, übernommen wurde oft auch das "Schulterzucken im Takt".

Typische Szene in Berliner Übungsraum der 70-er Jahre: Ein Musiker kommt rein und sagt "Heute spielen wir ein Stück, das geht so" und zuckt mit der einen Schulter. Alle wissen, es wird "funky auf Hancock gespielt" :=)

Die rhythmische Dichte von "Sleeping Giant" hat Hancock meiner Meinung nach später nur selten erreicht, vielleicht noch live auf "Flood" (nur in Japan veröffentlicht - 1975)
Ein Vergleich von "Sleeping Giant" bietet sich an:
Keith Emerson: "Tarkus" (1971) - völlig andere Musik, aber ähnlich durchstrukturiert. Vielleicht hat sich Hancock hier anregen lassen.
Die Klangqualität von "Crossings" ist überragend (leider nicht als SACD erhältlich). Besprochene CD-Version: Warner Bros. Masters, unter Kostengesichtspunkten sehr interessant.
Hier die Musiker:

Benny Maupin - Sopransaxophon, BassKlarinette etc. & Percussion
Eddie Henderson - Trumpet, Flügelhorn & Percussion
Julian Priester - Posaunen & Percussion

Buster Williams - Electric Bass, Bass & Percussion
Billy Hart - drs & Percussion

Herbie Hancock - Fender Rhodes Piano, Piano, Melotron & Percussion

Patrick Gleason - Moog Synthesizer
Victor Pontoja - Congas
Voices - Candy Love, Sandra Stevens, Della Horne, Victoria Domagalski, Scott Breach
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am 16. Februar 2016
sehr schöne, coole und atmosphärische kollektion verschiedener instrumentalstücke, manchmal ambient bis chillig, dann wieder sehr groovig unterwegs - abwechslungsreich und interessant!
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am 21. Januar 2002
CROSSINGS hängt hörbar unentschlossen irgendwo zwischen den elektronischen Mitteln, die 1972 noch neuartig waren, Funk und Free. Da brechen beispielsweise aus dem Nichts fette Grooves hervor, die zwei Minuten laufen, ohne daß ein Melodieinstrument dazukommt; dann bricht die Sache wieder ab und ertrinkt in säuselnden Windgeräuschen des Bläsertrios (Bennie Maupin, Eddie Henderson und Julian Priester) - und so geht das unter Umständen 25 Minuten ("Sleeping Giant"). Soli im traditionellen Sinn sind da eher Mangelware. Soll aber nicht heißen, daß CROSSINGS nicht interessant wäre, vor allem als Zeitdokument, gewissermaßen als Prototyp für HEAD HUNTERS.
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am 6. Oktober 2013
...ist dieser Künstler einer der besten in seinem Genre. Und natürlich ist diese CD, wie viele andere von ihm, ein aussergewöhnlicher Ohrenschmaus!
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