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TOP 1000 REZENSENTam 20. September 2009
Los Angeles im Jahre 1928: Die alleinerziehende Mutter Christine Collins (Angelina Jolie) ist eine aufstrebende Angestellte bei einer Telefongesellschaft. Ihr Sohn Walter (Gattlin Griffith) ist wegen ihrer Berufstätigkeit oft allein. An einem Tag, als sie sich für ihren Jungen freigemacht hat und mit ihm ins Kino will, muss sie kurzfristig für eine kranke Kollegin einspringen. Am frühen Abend als sie nach Hause zurückkehrt, ist Walter spurlos verschwunden.
Und er bleibt es auch. Nach fünf Monaten verzeichnet die Polizei von Los Angeles, die immer wieder wegen Korruption und äusserster Brutalität in den Schlagzeilen auftaucht, einen scheinbaren Erfolg.
Ein Junge wird in Illionois gefunden, der angibt Walter Collins zu heissen. Die Beamten machen bei diesem in der öffentlichkeit bereits bekannten Fall ein grosses inszeniertes Medienspektakel bei der Zusammenführung zwischen Mutter und Sohn am Bahnsteig. Doch Christine erkennt in dem Jungen nicht ihren Sohn. Captain J.J. Jones (Jeffrey Donovan) kann die verblüffte und enttäuschte Frau vor Ort überreden, den Jungen eine Zeitlang auszuprobieren und argumentiert gekonnt mit traumatischen Belastungsstörungen. Auch der Psychologe der Polizei erkennt keinen Grund, an der guten Polizeiarbeit zu zweifeln. Obwohl Christine glaubwürdig - durch Zeugen und Indizien - versichern kann, einen "Fremden Sohn" zuhause zu haben. Reverend Briegleg (John Malkovich) versucht als einziger der verzweifelten Frau zu helfen.
Da ereignen sich bei einer Routineverhaftung des kleinen kanadischen Landstreichers Sanford Clark (Eddie Alderson) durch Detective Lester Ybarra (Michael Kelly) neue Erkenntnisse, die auch Licht ins Schicksal des kleinen Walters bringen könnte. Sanford erzählt dem Cop eine unglaubliche Geschichte über einen Serienkiller....
Clint Eastwood hatte 2008 ein besonders gutes Jahr in seiner Schaffensphase. Mit mittlerweile 78 Jahren schuf er mit "Gran Torino" und "Der fremde Sohn" gleich zwei seiner besten Arbeiten überhaupt.
"Der Fremde Sohn" ist alleine für sich schon eine sehr brillinate Drehbucharbeit, die geschickt zwei interessante Zeitgeschichten aus Los Angeles miteinander verwebt. So basiert die Geschichte tatsächlich auf den wahren Fall der "Wineville Chicken" Morde. Verbunden wird diese schreckliche Mordserie mit den Machenschaften der damals sehr umstrittenen Los Angeles Police, die bekannt war für Korruption und unlautere Methoden. Bereits in anderen Filmen wie "LA Confidential" wurde dieses korrupte System der exekutiven Gewalt im Amerika der Vorkriegsjahre gezeigt.
Auch Kameramann Tom Stern leistet meisterhafte Arbeit, er kreiert wahrlich grosse Kinobilder und zelebriert durchgehend eine vollendete Bildsprache. Jede Kameraeinstellung sitzt und sowohl Ausstattung oder Kostüme machen das perfekte Bild auf ein nostalgisches L.A. möglich. Jedes Detail glänzend herausgearbeitet und die Spannung wurde in dem ca. 140 Minuten langen Film nicht eine Sekunde aus den Augen gelassen. Selten zeigte sich US-Kommerzkino in den letzten Monaten so intelligent und erlesen. Clint Eastwood ist das geniale Bindeglied zwischen Mainstream-Kino und Autorenfilm....
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Nach seinem stringent erzählten Meisterwerk "Gran Torino" (2008) unternimmt es Clint Eastwood in "Der fremde Sohn" aus dem gleichen Jahr, die Geschichte der alleinerziehenden Mutter Christine Collins (Angelina Jolie) zu zeigen, deren Sohn Walter (Gattlin Griffith) im Frühjahr des Jahres 1928 spurlos aus ihrem Haus verschwand, während sie auf der Arbeit für eine kranke Kollegin einspringen mußte.

Da die Polizei von Los Angeles infolge der Brutalität und Machtgier ihres Chiefs James E. Davis (Colm Feore) in die öffentliche Kritik gekommen ist - besonders der Pfaffer Gustav Briegleb (John Malkovich) tut sich als hartnäckiger Ankläger hervor - und somit Erfolge notwendig sind, wird Christine nach fünf Monaten ein zufällig aufgegriffenes Kind als ihr eigener Sohn zugeführt. Der Junge habe sich natürlich, bedingt durch das Trauma der Entführung, verändert, und sie selbst müsse auch erst einmal zur Ruhe kommen, sagt man ihr, als sie im Moment der medienwirksam ausgestalteten glücklichen Wiedervereinigung zurückschreckt und behauptet, das Kind sei nicht ihr Sohn. Zu Hause angekommen, entdeckt Christine, daß ihr angeblicher Sohn eine Handbreit kleiner ist als Walter und daß er, anders als ihr Sohn, beschnitten ist; sie holt sich schriftliche Bestätigungen seitens ihres Zahnarztes und der Lehrerin Walters ein, nach dem das von der Polizei zurückgebrachte Kind unmöglich Walter sein kann, und nimmt auch Verbindung zu Briegleb auf. Captain Jones (Jeffrey Donovan) läßt Christine daraufhin als hysterisch und psychisch gestört in eine Irrenanstalt einweisen, in der sie sehr schnell entdeckt, daß sie dort nicht die einzige Frau ist, die auf diese Weise vom LAPD zum Schweigen gebracht wurde. Inzwischen gerät Detective Lester Ybarra (Michael Kelly) zufällig auf die Spur des jungen Mannes Gordon Northcott (Jason Butler Harner), eines Geistesgestörten, der auf einer abgelegenen Hühnerfarm anscheinend an die zwanzig Jungen getötet hat. Jones versucht mit allen Mitteln, Ybarra dazu zu bewegen, seine Nachforschungen in dieser Richtung einzustellen, doch der Detective ermittelt auf eigene Faust weiter.

Auf der DVD-Hülle wird Eastwoods neuer Film als Psychothriller charakterisiert, aber diese Bezeichnung greift auf jeden Fall zu kurz, denn das Werk ist weitaus ambitionierter, vereint es doch vielmehr Elemente des Thrillers, des Dramas, des Gerichtsfilms und des politischen Films, worüber seine innere Einheit bisweilen zu zerbrechen droht. Michael Straczynskis Drehbuch orientiert sich am wahren Fall der Wineville-Chicken-Morde und es stellt die Aufklärung dieser Greueltat, den Kampf einer verzweifelten Mutter gegen bis zur Skrupellosigkeit selbstgerechte und einem Allmächtigkeitswahn verfallene Behörden sowie das Psychogramm des Täters und eine Reflexion über den Sinn der Todesstrafe fast gleichberechtigt nebeneinander. Auch das ergreifende Spiel Angelina Jolies sowie die routinierte Kunst Malkovichs scheinen den 136-Minuten-Rahmen des Filmes beinahe zu sprengen, was ein wenig auf Kosten des Erzählflusses geht. Fast scheint es, als habe sich Eastwood peinlich darum bemüht, nur ja keine Nuance des Falles außer Acht zu lassen, so daß dem Zuschauer einiges an Aufmerksamkeit und Geduld abverlangt wird.

Der tapfere Kampf der Mutter gegen die Übermacht der Exekutive und ihre Unterstützung durch den anfangs noch etwas zwielichtig - vielleicht wirken hier unsere gewöhnlichen Erwartungen an Malkovich im Hintergrund - erscheinenden Pfarrer nimmt vor allem die erste Hälfte des Filmes ein, während es in der zweiten Hälfte verstärkt um die Verfolgung und Verurteilung Northcotts geht. Eastwood zeichnet hier ein ganz anderes Bild der Polizei, als wir es sonst von ihm gewohnt sind: Zwar war Dirty Harry ebenfalls nicht zimperlich in der Wahl seiner Methoden und setzte sich gern über den Buchstaben des Gesetzes hinweg, doch hatte er dabei - ganz der Ideologie der konservativen Rechten verhaftet - immer das Gute im Sinn, während liberale Paragraphenhengste ihm Steine in den Weg legten. Hier allerdings wird gezeigt, wie das selbstherrliche Gebaren der Polizei die Rechte des Individuums zu zertreten und sein privates Glück zu zerstören droht. Das unbeeindruckte Bemühen des Chiefs und seiner Kreaturen, allen voran Jones', ihre "Wahrheit" triumphieren zu lassen, scheint darüber hinaus eine beunruhigende Ähnlichkeit zum Verhalten der Bush-Administration während des Irak-Krieges aufzuweisen, so daß "Der fremde Sohn" durchaus auch als politischer Film zu sehen ist.

Aber die LAPD hat auch eine erlösende Figur in ihren Reihen: Detective Ybarra, dessen von Gewissensbissen getragenes Abwägen zwischen Pflicht und Corpsgeist während einer langen Szene sehr gut zu sehen ist, bevor er schließlich die Anweisung seines Vorgesetzten mißachtet und echte Polizeiarbeit leistet - hier schon eher ein Anklang an Dirty Harry, dem Vorgesetztenschreck par excellence. Überhaupt zelebriert der Film durchgehend die persönliche Tapferkeit des Individuums in Momenten größter Gefahr oder gegenüber scheinbar unbesiegbarer Übermacht, beispielsweise wenn der von Briegleb ins Rennen gebrachte Anwalt erklärt, er wolle Christine ohne Honorar helfen, da er von ihrem Mut und ihrer Ausdauer fasziniert sei, oder wenn der kleine Walter bei seiner Flucht zurückkehrt, um einem anderen Jungen zu helfen, der schließlich durch ihn gerettet wird.

Die zweite Hälfte des Filmes widmet sich vor allem dem Handlungsstrang um Gordon Northcott, dessen Hinrichtung breiter Raum eingeräumt wird. Wir sehen unter anderem, wie Northcott Christine um ein letztes Gespräch bittet, dann allerdings einen Rückzieher macht und von der verzweifelt und enttäuscht auf ihn einschlagenden Mutter, die man ironischerweise wieder einschließt - eine von Eastwood glänzend vorgenommene Visualisierung ihrer psychischen Situation -, aus dem Raum geschafft wird. Auf dem Schafott dann, umringt von den schweigenden Eltern der Kinder, die er getötet hat, winselt Northcott um Aufschub, und der Zuschauer ringt mit Genugtuung und Entsetzen, wenn eine Totale die zuckenden Füße des sterbenden Delinquenten zeigt. Eastwood läßt uns hier selbst entscheiden, wie wir empfinden wollen.

Die beiden Prozesse am Ende - die Verhandlung gegen den Polizeichef von Los Angeles und der Mordprozeß gegen Northcott - bringen die Handlungsfäden wieder zusammen, was durch eine rasche Schnittfolge bei den beiden Urteilsverkündungen bewirkt wird. Hier gelingt eine kunstvolle Verknüpfung zweier Ebenen, deren Nebeneinander - dies ist mein einziger Kritikpunkt - den Film an manchen Stellen zu sprengen drohte.

Christine hat am Ende ihren Sohn zwar nicht wieder, aber die Gewißheit, daß Walter einem anderen Kind das Leben gerettet hat, sowie die Hoffnung, daß er ebenfalls bei dem Fluchtversuch entkommen sein könnte. Ob diese Hoffnung der Resignation vorzuziehen ist, kann der Zuschauer ebenfalls mit sich selbst ausmachen, doch Christines stolze Verabschiedung von Detective Ybarra und die Andeutung einer Annäherung zu ihrem ehemaligen Vorgesetzten, dessen Zuneigung zu ihr schon recht früh im Film deutlich wurde, lassen den Film, wenngleich er mit keinem Happy End aufwartet, in einer heiteren Stimmung enden.

Eastwood erzählt diese in ihrer Tragik an "Mystic River" und "Million Dollar Baby" erinnernde Geschichte in einem meist langsamen Tempo, das durch sparsame Schnitte und ruhige Kamerafahrten hervorgerufen wird, und den Ernst und die Schwere des Stoffes angemessen würdigt. Tom Stern, seit "Blood Work" der bevorzugte Kameramann des Regisseurs - auch für die beiden oben genannten Filme -, wählt hier vornehmlich blasse Farben, um das Flair der 20er Jahre aufkommen zu lassen; auch das Spiel mit Dunkelheit und Licht unterstützt die Erzählung des Kampfes um individuelles Glück, etwa wenn zu Anfang des Filmes Christine ihren Sohn zu Bett bringt und das Licht ausknipst, und wir als Zuschauer in einem dunklen Raum zurückbleiben, in dem wir nur das durch den Türrahmen des Schlafzimmers fallende Licht sehen. Hier zeigt sich bedeutungsvoll, wie das Mutter-Sohn-Glück von Dunkelheit umrahmt ist.

Jeder der auftauchenden Charaktere ist im Grunde einen eigenen Film wert - man denke nur an die eiskalte blonde Schwester in der Irrenanstalt, die mit totem Gesichtsausdruck den Patienten Elektroschocks verabreicht, oder an die Prostituierte, mit der sich Christine dort anfreundet -, und so ist es Eastwood gelungen, ein wirkliches Stück Leben auf die Leinwand zu bekommen.

Trotz ihrer maskenhaft aufgetragenen Schminke versteht es Angelina Jolie, die Protagonistin sehr bewegend zu spielen, und neben Maggie aus "Million Dollar Baby" hat Eastwood hier eine starke Frauenfigur erschaffen, die dem Zuschauer gut in Erinnerung bleiben wird.

Noch ein letzter Hinweis: Obwohl der Film die Altersfreigabe ab 12 trägt, sind einige Szenen doch sehr hart, so daß ich niemandem empfehlen würde, den Film mit einem Kind zu schauen.
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am 11. Februar 2016
Ein wirklich toller Film! Als ich die erste Zusammenfassung lass, dachte ich es ginge mehr in Richtung Mystery (die Mutter erkennt als einzige, dass das nicht WIRKLICH ihr Sohn ist, der da zurück gebracht wurde), aber dann entpuppte er sich als ein hervorragender politischer Film, der von der Macht der Polizei/des Staates über die "Wirklichkeit" der Bürger handelt. Die Geschichte ist absolut glaubhaft (basiert ja auch auf einen realen Fall, wobei es ja genug filme gibt, die das "basiert" äußerst weit auslegen) und fesselnd. Die Schauspieler wie auch die Ausstattung (für das historische Setting) tun das übrige, um diesen Film in die Kategorie "äußerst sehenswert" zu katapultieren.
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am 17. Juli 2015
Diese Zeilen enthalten Spoiler!
Den Film an sich möchte ich nicht schlechtreden, denn ich fand ihn sehr gut. Kritiken positiver, wie auch negativer Natur gibt es hier ja Zuhause - letzten Endes entscheidet eh immer der eigene Geschmack...
Nun zum Unlogischen:
Am Ende wird erzählt, das 3 Jungen scheinbar entkommen konnten. Einer von ihnen meldet sich nach Jahren, weil er seine Eltern vermisste, zuvor War seine Angst zu groß, wegen der anderen Kinder die Schuld zu bekommen, was mit ihnen passiert ist.
Walter half ihm bei der Flucht, da er sich im Zunächst verfing. In dieser Sequenz sieht man, dass die Jungs mit dem Auto verfolgt werden vom Mörder und dem "Komplizen". Dieser Komplize wäre für mich der Erste, den ich gefragt hätte, ob die Flüchtigen gestellt werden konnten... Er hat sie mit verfolgt... Würde er von der Polizei nicht befragt zu der Flucht? Hmmm, so bleibt für mich das Ende unlogisch offen...

Sorry...
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am 11. November 2009
An einem Samstagmorgen in Los Angeles im Jahre 1928: Christine Collins (Angelina Jolie) verabschiedet sich von ihrem Sohn Walter und geht zur Arbeit. Als sie Abends zurückkehrt, ist ihr Sohn spurlos verschwunden. Nach fünf langen Monaten der Ungewissheit taucht Walter plötzlich wieder auf. Doch während die Polizei den Erfolg feiert, merkt Christine sofort, dass der Junge nicht ihr Sohn Walter ist. Auf der Suche nach ihrem Sohn und der Wahrheit stößt sie dabei auf zahlreiche Widerstände und auf alles andere als eine kooperative Polizei, die sich ihren offensichtlichen Irrtum nicht eingestehen will. Einzig Reverend Briegleb (John Malkovich) stellt sich auf ihre Seite...

"Der Fremde Sohn" ist mal wieder ein unheimlich gutes Regiestück von Clint Eastwood geworden. Seine Story spielt in einer Zeit, als Los Angeles nicht wirklich als Stadt der Engel galt. Soziale Missstände, ein korrupter Polizeiapparat, die Wirtschaftskrise und eine florierende Kriminalität, sind eine schwierige Grundlage für eine alleinerziehende Mutter in der Stadt zu jener Zeit. Clint Eastwood nimmt dies als Grundlage für einen fein inszenierten Film.

Ein klitzekleinwenig nörgeln könnte man bei der Besetzung der Hauptdarstellerin. Irgendwie wirkt Angelina Jolie die ganze Zeit auf mich ein wenig wie ein Fremdkörper. Sie spielt zwar zweifelsohne die beste Rolle ihres Lebens, aber sie scheint nicht ganz verinnerlicht zu haben, dass auch sie ihre Omnipräsenz auf der Leinwand zum Wohle der Handlung etwas mehr hätte reduzieren dürfen. Sie wirkt etwas überschminkt und zu divenhaft. Was damit nicht ganz meiner Idealvorstellung einer verzweifelten Mutter entspricht.
John Malkovich verkörpert den Part des Hoffnungsträgers im Vergleich dazu hervorragend und fügt sich perfekt in die Handlung ein. Aber dies sei im Endeffekt nur eine Nuance von Kritik in einem rundum gelungenen Film, denn selbst Jolie schafft es unter Eastwood in zuvor nie geahnte schauspielerische Sphären vorzustoßen. Auch wenn sie ihr Diven-Image nicht restlos abschütteln kann.

Filmtechnisch ist Eastwood dabei äußerst stilistisch vorgegangen: die farbliche Optik ist gekonnt reduziert, zudem arbeitet Eastwood mit vielen Nahaufnahmen. Dazu kommt eine sachliche, betont ruhige Kameraführung. Die vor allem die wenigen, aber richtig fesselnden Filmmomente umso intensiver wirken lässt. So dass die ganze Zeit unablässig eine kalt-lodernde Dramaturgie über dem Film liegt.

Insgesamt ist "Der Fremde Sohn" ein packendes Drama, dass sowohl handwerklich, wie im Großen und Ganzen auch schauspielerisch überzeugt. Die Story ist bewegend und bleibt bis zur letzten Minute unheimlich spannend. Alleine dafür verdient sich der Film schon 5 Sterne.
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TOP 500 REZENSENTam 4. Januar 2016
Das Thema ist sehr komplex, den der Film erzählt mehr, als "nur" die - auf Tatsachen beruhende - Leidensgeschichte einer Mutter, deren Kind verschwindet. Es erzählt auch vom gängigen Frauenbild der damaligen Zeit und - vor allem - von den Auswüchsen der Korruption, die jede vernünftige Polizeiarbeit lahmlegt, von den Grausamkeiten der damaligen Psychiatrie sowie von der gesellschaftlichen Kraft, die dem trotz allem oder gerade deshalb schlussendlich entgegen wirkt. Und genau darauf hat man den Fokus in diesem Film gelegt, wodurch sich der eigentliche Kriminalfall in seiner ganzen Dimension nicht ganz erschlossen hat - was ich, muss ich zugeben, sogar recht dankbar wahrgenommen habe, denn so genau wollte ich darüber gar nicht Bescheid wissen. Was vielleicht im Film wirklich etwas zu kurz kommt - in meiner Wertung aber keine Abstriche macht - ist die Ursache des langen Verschweigens der eigenen Identitäten der Jungen, welche dem Mörder entkommen sind, mit unserer heutigen Mentalität und Lebenserfahrung können wir so ein Verhalten nur schwer nachvollziehen und brauchen deshalb etwas mehr Führung dabei.

Ich empfand die meisten Rollen für gut besetzt , auch Angelina Jolie, die mich sonst oft nicht so überzeugen kann. Die Kleidung der Zeit kommt an ihr wunderbar zur Wirkung, sie wirkt darin in nicht kostümiert und hat die Rolle mit Charakter gefüllt. Nur in der kurzen Abschiedsszene, als sie sich vom Sohn verabschiedete, hatte ich wieder dieses - passt nicht wirklich - Gefühl, das ich bei ihr öfter mal habe. Sie gab zwar ein wunderschönes Profilbild mit Hut, aber schaut eine liebende Mutter ihrem Kind nicht solange es nur irgend geht aus dem Straßenbahnfenster hinterher ? Aber, das Profil war beeindruckend.
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am 31. Dezember 2015
Ich habe in meinem leben schon sehr sehr filme gesehen (weit mehr als 300), aber selten einen der 5 Sterne verdient wie der hier.
erst wollte ich den film nach 10 min aus machen das es wirklich schwach anfing. aber dann stück für stück hat der film sich so stark aufgebaut, das ich echt am überlegen war vorzuspulen und mir das ende anzusehen. Angelina spielte hier eine super rolle, man kauft ihr wirklich jede Situation ab.
normal schreibe ich auch nie eine Bewertung da ich selber nie auf Bewertungen achte da viele mir zu kleinlich beurteilen und nicht das große ganze! meine Empfehlung schaut ihn euch an!
(bitte nicht auf groß u. Kleinschreibung achten sowie Schreibfehler, habe das nur schnell hier rein gehauen)
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HALL OF FAMETOP 500 REZENSENTam 10. Oktober 2011
Clint Eastwood verfilmte 2008 - also im Alter von 78 Jahren - unter dem Titel "Der fremde Sohn" einen wahren Polizeiskandal [1] aus dem Los Angeles von 1928.

Fünf Monate nach dem Verschwinden ihres Sohnes Walter bringt die Polizei der Mutter, Christine Collins (Angelina Jolie, 33), einen fremden Jungen statt ihres eigenen an. Christine fordert energisch, weiter nach ihrem Sohn zu suchen. Doch die Polizei beharrt darauf, den "richtigen" Jungen gefunden zu haben. Schließlich schlägt der Apparat mit seiner ganzen Härte zu. Nur Reverend Briegleb (John Malkovich, 55) steht Christine noch gegen die Staatsmacht zur Seite.

Clint Eastwood überzeugt wie gewohnt: sachlich und ohne übertriebene Theatralik, technisch perfekt und mit vorzüglich geleiteten Schauspielern. Angelina Jolie läuft zu großer Form auf. Der Stoff ist gleichermaßen spannend wie ergreifend.

Es bleiben dennoch gemischte Gefühle. Einen erfundenen Plot würde man wohl kaum so extrem und überladen gestalten wie die Wirklichkeit - aber das Wissen, quasi einem Dokumentarspiel beizuwohnen, kann einen gestalteten Film mit Entwicklungslinien und Wendepunkten nicht ersetzen. Die Brutalität des realen Lebens versagt die Gnade der Illusion. So unterhält der Film nicht, sondern belastet.

Belastet ohne Not. Denn was man sieht, ist Vergangenheit. Heroisch schließlich aufgeräumt und für alle Zeiten geklärt durch unsere Helden. Man spürt: da stimmt was nicht. Was nicht stimmt, ist die "abgeschlossene Vergangenheit". Unsere heutige Welt ist nicht geklärt und in Ordnung - da will uns dieser Film durch die Gestaltung als Kostümdrama mit Charleston-Stilistik von den Problemen der Gegenwart ablenken. Als gäbe es nicht ständig Affären vergleichbarer und größerer Dimension, die heute auf die Leinwand gehören und nicht erst in 80 Jahren.

Nach vielen guten bis sehr guten, aber nie überragenden Filmen muss man einfach auch fragen, ob Eastwood als Regisseur und Dramaturg wirklich deutlich über gutes Handwerk hinauskommt. Das müssen auch die Juries gespürt haben - es gab weder Palmen noch Oscars, auch die Kritik war durchwachsen. Einen weiteren Abzug verdient die geleckte Ausstattung - ob Gefängnis oder Irrenanstalt, die Wände, Geländer, Treppen etc. sahen aus "wie gemalt", ähnliches gilt auch für die Garderoben der Protagonisten. Vielleicht wollte Eastwood die Perfektion als Verfremdung einsetzen - wenn ja, hat er sein Ziel gut erreicht.

Wie auch immer: Sehenswert ist "Changeling" ("Wechselbalg") allemal. Ob die Blu-ray ins Regal muss, hängt neben den angedeuteten stilistischen Fragen auch davon ab, wie man persönlich zum typischen Eastwood-Stil steht und wie sehr man die Hauptdarsteller schätzt.

Im Original 141 Minuten, Format 2,35:1 auf 35 mm Film (anamorph), 2K Digital Intermediate, SDDS|DD|DTS (IMDB). Die Blu-ray vom August 2009 bietet die ungeschnittene Original-Länge in 1080p (2.4:1). Nur die englische Spur kommt in DTS-HD, die fünf übrigen Sprachen in DTS 5.1.

Passend zum historischen Hintergrund dominiert eine Farbgebung in Braun- und Sepia-Tönen. Schärfe und Kontrast sind dezent betont, die Schatten nuanciert bis in sehr dunkles Schwarz.

Die Features beschäftigen sich erwartungsgemäß mit Frau Jolie und - vielleicht etwas zu ausführlich - mit Herrn Eastwood. Immerhin erfährt man auch etwas über den damaligen Justizskandal. Witzig ist eine Markierungsfunktion, die es erlaubt, "Bookmarks" zu setzen.

film-jury 3* A0748 10.10.2011 Genre: Drama | Mystery | Thriller

[1] Für die "Wineville-Chicken-Morde" wurde Gordon Stewart Northcott 1930 in San Quentin hingerichtet.
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am 11. Februar 2015
Eigentlich mag ich persönlich Angelina Jolie gar nicht, aber in dieser Rolle tritt sie vorbildlich zurück, so dass allein der verzweifelte Charakter der Mutter, die sie verkörpert, wirken kann. Der Film berührt und bleibt lange im Gedächtnis. Als großer Filmmusik-Fan fand ich den Soundtrack mehr als gelungen - speziell das Hauptthema, das ich jederzeit sofort wiedererkenne, wenn es für andere Filme/Dokus "geklaut" wird. Ich war sehr verwundert, als ich las, dass Clint Eastwood dafür verantwortlich zeichnete. Als Darsteller, Regisseur und Produzent genießt er schon meinen uneingeschränkten Respekt - aber nun ist meine Hochachtung vor diesem Universalgenie noch mehr gewachsen.

Summa summarum ein Film, den man meines Erachtens unbedingt gesehen haben sollte.
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am 4. Juni 2016
Leider sprang der Funke nicht über. Angelina Jolie sollte eine liebevolle Mutter spielen, aber für mich wirkte sie immer irgendwie distanziert. Ich habe ihr die Mutterrolle nicht wirklich abgekauft. Irgendwie wirkte sie zu kühl. Das lag vielleicht auch an der Sychronisation, ihre Stimme hat für mich einiges kaputt gemacht.
Fast die ganze Zeit perfekt gestylt und geschminkt, das Haus immer in perfektem Zustand und nebenher macht sie noch Karriere in einer Zeit, als Frauen idR das "Fräullein vom Amt" waren.
Eine kleine Telefonistin die sich mühevoll durchs Leben kämpft und Probleme hat Arbeit und Kind unter den Hut zu bekommen und dann noch Angst hat ihren Job zu verlieren, weil sie zu viel Zeit mit der Suche nach ihrem Sohn verbringt, hätte ich sympatischer und vor allem realistischer gefunden.

Nur in der Psychatrie hat Sie wirklich gut gespielt. Da habe ich ihr die Verzweiflung abgenommen. Es hat mich irgendwie an ihre Rolle in "Durchgeknallt" erinnert. Für diese Rolle ist sie zurecht ausgezeichnet worden.

Der Rest des Film war sehr gut gespielt, vor allem die korrupten Polizisten und der Serienmörder. Das Ende war ein bisschen unbefriedigend, aber es muss ja nicht immer ein Happy End geben.
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