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5.0 von 5 Sternen Super Aufnahme
Normalerweise gehöre ich nicht zu denen, die bei einer Neuentdeckung eines Talents in der klassischen Musik gleich in den Plattenladen rennen, um die CD zu kaufen. Bei Yuja Wang war das anders, nachdem ich bei liveweb.arte.tv das Eröffnungskonzert vom Luzern-Festival 2009 sah bzw. hörte.
Dort spielte sie zusammen mit Claudio Abbado und dem...
Veröffentlicht am 27. August 2009 von Armin Dilchert

versus
35 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Solides Debüt
Nachdem die "Deutsche" Grammophon dem chinesischen Pianisten Yundi Li den Vertrag gekündigt hat, mußte offensichtlich neben dem durch offensives Marketing zum Superstar erklärten Lang Lang ein weiteres chinesisches Talent diese Lücke schließen. Die junge Pianistin Yuja Wang, die durch einige Auftritte bei Festivals bereits positiv auf sich...
Veröffentlicht am 27. September 2009 von Marcel Bartnik


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35 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Solides Debüt, 27. September 2009
Von 
Marcel Bartnik (Luxemburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Sonatas & Etudes (Audio CD)
Nachdem die "Deutsche" Grammophon dem chinesischen Pianisten Yundi Li den Vertrag gekündigt hat, mußte offensichtlich neben dem durch offensives Marketing zum Superstar erklärten Lang Lang ein weiteres chinesisches Talent diese Lücke schließen. Die junge Pianistin Yuja Wang, die durch einige Auftritte bei Festivals bereits positiv auf sich aufmerksam gemacht hatte, bringt neben einem (in unserem Medien-Zeitalter von nicht unerheblicher Bedeutung) attraktiven Äußeren auch ein gesundes Selbstvertrauen und eine gewisse Weltgewandtheit mit, die eine Vermarktung im größten Wachstumsmarkt der Welt mit scheinbar Millionen von Klavierspielern einfacher gestalten sollte. Ihre Debüt-Aufnahme bei dem Gelb-Label wurde mit Spannung erwartet und ermöglicht es nun dem geneigten Hörer, sich ein Bild ihrer musikalischen Meriten zu machen.

Nachdem die ursprünglich im Raum stehende Idee einer Debüt-CD mit ausschließlich Transkriptionen und Zugabe-Stücken verworfen wurde, hat sich Yuja Wang für ein sehr gehaltvolles und keinesfalls einfaches Programm entschieden, das mit Klaviersonaten von Chopin und Liszt gleich zwei Kernstücke des romantischen Klavier-Repertoires enthält, ergänzt um die noch der Postromantik zuzuordnende 2. Sonate von Skrjabin sowie zwei Etüden von Ligeti.

Um es vorwegzunehmen: Die Interpretationen der jungen Chinesin sind im Hinblick auf Fingerfertigkeit, Treffsicherheit und manuelle Beherrschung des Instrumentes tadellos - auch wenn dies zugegebenermaßen im heuten Zeitalter eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Bereits in den ersten Takten der Chopin-Sonate, die das Rezital eröffnet, kommt jedoch ein Problem zum Vorschein, das sich fast durch die gesamte Aufnahme zieht: Die Melodie-Stimme wird oft von den Begleitstimmen zugedeckt, so daß kein klarer musikalischer Duktus mehr erkennbar wird und die Stücke unstrukturiert daherkommen. Gleich das erste Thema nach der Grave-Introduktion verschwindet oft hinter der unruhigen Begleitung der linken Hand; es scheint vielfach, als habe der Diskant bei Wang keinerlei Durchschlagskraft. Frappierend wird dies im ersten Satz etwa ab 5:15, wo die von Chopin gewollte Steigerung in einem einzigen Klangbrei endet. Vielleicht auch ein Problem der Aufnahmetechnik? In diesem Fall hätte dann allerdings diese Aufnahme nicht zur Veröffentlichung freigegeben werden dürfen. - Mir persönlich fällt auch der extrem freizügige Umgang mit Tempi unangenehm auf: Wang geht den ersten Satz zunächst durchaus schnell an, verlangsamt ihn bei jedem einzelnen Spannungsbogen jedoch fast bis zum Stillstand, um dann bei emotional aufwühlenden Stellen wieder immens anzuziehen (z.B. ab 6:50 im 1. Satz). Besser gelingt ihr das Scherzo, der lyrische Mittelteil wird schön gesungen und die diesen einrahmenden Passagen sind vollgriffig-virtuos, lassen aber auch die lässige Eleganz eines Nelson Freire (Decca) (Klaviersonate 2/Etueden Op.10/Barcarolle Op.60) oder die quicksilbrige Leichtigkeit Hamelins (Hyperion) (Klaviersonaten 2 & 3/2 Nocturnes/Berceuse/+) vermissen. Für den Trauermarsch wählt Wang ein schönes Tempo, aufgrund einer etwas einfallslosen Pedalisierung und fehlender Klangfarben kommt der Satz leider dennoch etwas prosaisch daher. Völlig mißlungen ist meiner Ansicht nach der letzte Satz - wo Chopin durchaus Struktur gesetzt hat, ist bei Wang letztlich nur Geräusch. Katsaris (Sony) (Chopin: The Three Piano Sonatas [US-Import]), Argerich (DG) (Preludes/Klaviersonate 2) oder Pollini (DG) (Klaviersonaten 2 und 3) haben dort Maßstäbe gesetzt und dem von Arthur Rubinstein geprägten Ausdruck von einem "Wind über den Gräbern" klanglich eine Entsprechung gegeben.

Im ersten Satz der Skrjabin-Sonate offenbart Wang ein hörbares Talent dafür, auch im pianissimo noch Nuancen zu finden. Leider trübt auch hier eine Tendenz zu extremen Rubati das Hörvergnügen, was zumindest zeitweise zu einer Zergliederung der Musik beiträgt und dem Stück seinen inneren Zusammenhalt raubt; und auch hier ist der Diskant wieder unterrepräsentiert und Bässe dominieren das Klangbild (vgl. z.B. ab 4.20). Wie schon im schnellen Satz der Chopin-Sonate ist auch der zweite Satz des Skrjabin ein fahl-dahingehuschter Schatten seiner selbst, mitsamt dauernder Tempo-Dehnungen und Übertönens der Melodie durch die Begleit-Figurationen der linken Hand; wie dramatisch und mitreißend man dies auch gestalten kann, ist bei Alexander Melnikov (ECS) (Oeuvres pour Piano) oder Bernd Glemser (Naxos) (Klaviersonaten Vol. 1) zu hören.

Einfacher hat es Wang da schon bei der Liszt-Sonate, bei der ihre extreme Agogik nicht so auffällt, da das Stück dies von vorneherein besser verträgt und ohnehin einen etwas deklamatorischen Ansatz in sich trägt. Es ist Wang in jedem Fall zugute zu halten, daß sie nicht in die Geschwindigkeits- und "ich-kann-lauter-als-alle-anderen-spielen"-Exzesse etwa eines Denis Matsuev (RCA) (Denis Matsuev-the Carnegie Hall Concert) oder einer Polina Leschenko (EMI) (Liszt Recital) verfällt; und der erste große Höhepunkt der Sonate ist hervorragend ausgeformt (ab ca. 2.30). Ihre technischen Fähigkeiten ermöglichen Wang auch eine große Transparenz und Hörbarkeit (man höre etwa ab 6.50), was gerade bei Liszt nicht an der Tagesordnung ist. So entfaltet ihre Interpretation der h-moll-Sonate durchaus Wucht an vielen Stellen; man sollte jedoch nicht dem Trugschluß verfallen, Langsamkeit mit Dramatik oder Tiefgang gleichzusetzen - daß es auch anders geht, kann man bei Martha Argerich (DG) (The Originals - Argerich (Debut-Recital)) oder Michael Korstick (ars musici) (Sonate H-Moll / Polonaise Op. 61 /) exemplarisch hören, die ein schlüssiges Gesamtkonzept für die Sonate haben.

Die Klangqualität der Aufnahme ist sehr gut, Räumlichkeit und Direktheit des Klangs stehen in einer guten Balance, und der Flügel ist schön intoniert. Insgesamt fällt das Fazit für Yuja Wangs Debüt etwas gespalten aus: gute Ansätze sind sichtbar, die junge Chinesin hat unbestreitbar Potential; letztlich reizt mich aber allein die Liszt-Sonate dazu, sie vielleicht mehr als einmal zu hören, zu irritierend sind in den übrigen Stücken die angesprochenen Defizite.
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23 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super Aufnahme, 27. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Sonatas & Etudes (Audio CD)
Normalerweise gehöre ich nicht zu denen, die bei einer Neuentdeckung eines Talents in der klassischen Musik gleich in den Plattenladen rennen, um die CD zu kaufen. Bei Yuja Wang war das anders, nachdem ich bei liveweb.arte.tv das Eröffnungskonzert vom Luzern-Festival 2009 sah bzw. hörte.
Dort spielte sie zusammen mit Claudio Abbado und dem Luzern-Festivalorchester das 3. Klavierkonzert von Prokofjev und des weiteren sind von ihr ebenfalls bei liveweb.arte.tv noch 2 Konzertmitschnitte vom Verbier-Festival 2009 aufgezeichnet. Einmal ist sie die Solistin in Mendelssohn-Bartholdys 1. Klavierkonzert (begleitet vom Verbier-Festivalorchester, Leitung: Kurt Masur) und zum anderen mit einem Solokonzert: 4 Sonaten von Scarlatti, Paganini-Variationen von Brahms, 2. Sonate von Chopin, 7 Impromptus von Schtschedrin (Uraufführung) und der Petrushka-Klaviersuite von Strawinsky zu hören. Besonders dieses Solokonzert ist meiner Meinung nach sehr zu empfehlen.

Ich finde bei Yuja Wang faszinierend, wie sie sich vollkommen in die Musik versenkt, die sie gerade spielt. Wunderbar spielt sie die lyrischen, empfindsamen Stellen der Werke heraus. Auf der anderen Seite ist sie aber auch in der Lage, mit zupackender Verve die virtuosen Stellen auszukosten, ohne dass das nach "hohlem Tastendonner" dröhnt. Besonders schön zu sehen ist, wenn ihr bei manchen Stellen ein leichtes Lächeln über ihr Gesicht huscht.

Erfreulich ist auch, dass sie offensichtlich ein Faible für moderne Komponisten hat wie die beiden Ligeti-Stücke auf ihrer Debüt-CD sowie die Schtschedrin-Uraufführung bei ihrem Verbier-Solokonzert zeigen. Überhaupt hat sie sich, wie ich finde, für ihre Debüt-CD ein sehr ambitioniertes Programm ausgesucht mit Sonaten von Chopin, Liszt und Scriabin. Nicht unbedingt leichte Kost.
Ich hoffe nur, dass sie sich nicht wie ihr Kollege und Landsmann Lang Lang auch vor den "Crossover-Karren" spannen lässt.
Wenn Yuja Wang den Weg, den sie bis jetzt eingeschlagen hat, weiter verfolgt, dann bin ich mir sicher, dass sie bald eine feste Größe unter den Klaviersolisten sein wird. Auf ihrer Homepage ist sie jedenfalls bereits weit bis ins nächste Jahr komplett ausgebucht als Solistin mit Orchester und als Kammermusikerin.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 50 Millionen, 29. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Sonatas & Etudes (MP3-Download)
Angeblich spielen in China um die fünfzig Millionen Menschen Klavier.

Was Wunder, dass in regelmässigen Abständen aus dieser unglaublichen Masse Menschen auftauchen, die hervorragend Klavier spielen können.

Dies zu können, ist nur die Eintrittskarte in den Klassik-Markt. Schaut man das Promotion-Video wird die Vermarktung-Strategie klar. Niedliches Gesicht, Tigerpranken, ein dazu "passendes" Kleid, Stilettos treten die Pedale. Das perfekt gestyle Produkt. Ihre eigene webside zeigt, wie man heutezutage vermarktet ( wobei die Frage zu stellen ist, ob Klassikfreunde damit erreicht oder abgeschreckt werden ?)

Und die Pianistin ? Wichtig ist, sich nicht von den beschriebenen Eindrücken festlegen zu lassen, sondern zu Hören. In der Tat hat sie eine fabelhafte Technik, in der Tat kostet sie die lyrischen Stellen sehr aus. Wenn man ihren schedule anschaut, ist die Vielfalt des Programms ebenso bemerkenswert wie die Orte und die Art der Musik.Keinesfalls nur Virtuosenstücke, sondern viel Kammermusik in diesem Sommer. Frau Wang mit ihren 22 Jahren tritt als ernsthafte Musikerin auf und möchte sicher so wahrgenommen werden.

Deswegen kann bescheinigt werden, es ist ein hörenswertes Debüt. In so jungen Jahren SO zu spielen, ist eine grosse Leistung. Nicht, dass dies nicht immer wieder anderen Menschen auch gelänge, wie zum Beispiel vor langer Zeit der jungen Argerich ( vielleicht noch explosiver), aber ihr gelingt es eben auch.

Also: sich nicht von der Vermarktung abschrecken lassen, sondern einfach die Ohren spitzen.
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2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ausdruckslose Chopin, Scriabin und Liszt, 3. Dezember 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Sonatas & Etudes (Audio CD)
Es gibt keine fermata (Stehenbleiben) in ihrer Musik (Warum spielt sie so hastig?). Das Tempo, das sie spielt, ist zwar richtig, aber das ist alles, was sie kann. Mit einem gleichen musikalischen Fluss spielt sie Chopin, Scriabin und Liszt und mit gleicher Dynamik. Deshalb scheint Yuja Wang, die eigene Schönheit vom Ton von jedem Werk nicht zu merken. In einem Sinn ist es ausdruckslos. Sie kann die Noten lesen, um die Musik zu beenden. Die Fuge von Liszt ist gut. Aber ich glaube, daß sie in der Liszt-Sonate nichts erzählen könnte.
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Sonatas & Etudes
Sonatas & Etudes von Yuja Wang
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