holidaypacklist Hier klicken BildBestseller Cloud Drive Photos TomTom-Flyout Learn More HI_KAERCHER_COOP Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip GC FS16

Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen15
4,0 von 5 Sternen
Format: Audio CD|Ändern
Preis:11,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 6. Juli 2011
"Steel wheels" markiert in gewissem Sinne eine Art "Wiedervereinigung" der Rolling Stones; waren die letzten Jahre doch eher von Auflösungserscheinungen der Stones geprägt gewesen, vor allem durch Mick Jaggers Soloambitionen, die ihm in den Vorjahren wichtiger waren als die Band.
Aber bei dem Album ist Mick wieder voll dabei. Und es hat sich gelohnt, wie man hört! Seit langem hatte die Band nicht mehr ein so gutes Album herausgebracht.
Die enorme Spielfreude ist bei jedem Song herauszuhören.
Das ALbum war ein großer Erfolg, und erreichte Platz 2 in UK, bzw. Platz 3 in den USA. Die ausgekoppelte Single "Mixed Emotions" erreichte in den USA einen beachtlichen Platz 5.
Bei diesem Album kommen stark die Rock and Roller zum Ausdruck; aber auch einige durchaus gelungene Balladen. Man besinnt sich hier auch wieder soundmäßig mehr auf die Anfänge der Band.

Alle Songs hierauf wurden von den Stones selber geschrieben.

Der Opener "Sad, sad, sad" ist ein geradliniger und schneller Stones- Rock and Roller, wie man ihn bei der Band gewohnt ist.

"MIxed Emotions" war völlig zurecht die Erfolgssingle des Albums. Der innovative Song hat hymnenartigen Charakter.

"Terrifying", ein langsamerer Song, und bedient wieder mehr den 80Er- Jahre- Geschmack.

"Hold on to your hat" ist ein echtes MEisterstück der Stones: ein Rock and ROller, bei dem wirklich die Post abgeht. Mein Favorit auf der Platte!

"Hearts for sale" ist dem typischen Zeitgeist der 80er- Jahre angepasst, und erinnert mich ein wenig an die "Direstraits".

"Blinded by love" ist wieder eine ruhigere Country- Nummer.

"Rock and a hard place", ist eine Rock and Roll- Nummer, im Stil von Nummern der Art, wie sie uns aus den Vorgängeralben bekannt vorkommen.

"Can't be seen" ist eine schnellere, sehr melodische Nummer, gut gesungen von Keith Richards.

"Almost hear you sigh" ist wieder eher eine Ballade. Nicht schlecht.

Mit "Continental Drift" erinnern sich die Stones ihres lange verstorbenen Bandmitglieds Brian Jones, der mit der marokkanischen Flöten- Begleit- Band auch schon zusammengearbeitet hatte. Der Song wirkt aber für die Stones nicht nur sehr ungewohnt, sondern auch unpassend.

"Break the spell" hat einen klassischen Rock and Roll- Rhythmus.

"Slipping away" ist mal wieder die ideale Abschluss- Nummer eines Stones- Albums. Gesungen von Richards, erinnert diese sehnsuchtsvolle Ballade ein wenig an David Bowie.

FAZIT: Mal wieder ein rundherum gelungenes Stones- Album, bei dem der Rock and Roll überwiegt, und das vor Energie und Kreativität kurz vor dem Bersten scheint.
In den 80er- Jahren das zweitbeste Album der Stones, nach "Tattoo you"!
Für Rolling Stones- und Rock and Roll- Fans auf jeden Fall ein absolutes Muss!
0Kommentar|7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. Juni 2001
Auch auf dieser CD mischen die Stones wieder einmal eingängige Ohrwürmer mit schwerer verdaulichem Rock und Bluesrock. Wer die Stones vorwiegend als Lieferant für extrem gut tanzbare Rocker schätzt, wird mit den Knallern "Mixed Emotions", "Hearts for Sale" "sad, sad sad" und "Rock and a hard Place" hervorragend bedient. Früher nannte man so etwas "Partyfeger", weil man damit praktisch jeden auf die Tanzfläche zwingen konnte. Immer noch rockig, aber schon mit etwas mehr Stones-typischem Tiefgang finden sich "Terrifying" und "Can't be seen". "Hold on to your hat" vermischt Rock'n Roll mit Rock und Newwave. "Blinded by love " und "Almost hear you sigh" sind gefühlvolle Stücke mit deutlichen Einflüssen von Country und Folk und verlangen einen aufmerksamen Zuhörer. "Continental Drift" könnte direkt aus den 60ern stammen, als die Doors und die frühen Pink-Floyd Musik für kiffende und LSD-konsumierende GIs produzierten. Alles in allem ein hervorragendes Album, auf dem jeder etwas Passendes findet.
0Kommentar|11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. März 2010
Das Album "Steel Wheels" erschien erstmals im August 1989, zu einer Zeit, als man von den Stones nichts Dolles mehr erwartete nach den Streitereien und mäßigen Platten der 80ziger Jahre (außer natürlich "Tatoo You" von 1981, aber das war nun lange her).
Um so erfeulicher dann das hier, Stones wie man sie mag, sehr kraftvoll, sehr modern produziert, trotzdem kein Zeitgeist - Getue, aber auch keine Nostalgie, ein Kritiker sprach damals sogar von "Propeller - Energie",die Songs sind sicher nicht außergewöhnlich, das ewig gleiche Strickmuster, könnte man jetzt bemängeln, stimmt schon, aber was erwartet man denn...
Für 1989 jedenfalls ein bemerkenswertes Lebenszeichen der alten Helden, klingt heute so frisch wie damals, im deutschen "Wende - Jahr".
Übrigens das letzte Studio-Album mit Original-Bassit Bill Wyman.
Schon damals dachte ich mit jedem weiteren Album, dies ist nun sicher das letzte, habe mich jedesmal geirrt, ist bis heute so geblieben, was mich immer wieder freut.
"Steel Wheels" ist vielleicht nicht unbedingt ein "Klassiker" aber ein kraftvolles Rock - Album, immer wieder anhörbar und das ist ja schon was, heutzutage...
0Kommentar|4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. Juni 2003
also mit glattem sound, oder auch "denver" oder "dallas" hat das album hier nun wirklich nix zu tun! vielleicht war die falsche cd in der huelle...?
hier liegt nun eine volldigitale aufnahme von 12 neuen songs aus dem jahr 1989 vor. die scheiben davor waren ja nicht so unbedingt das gelbe vom ei. vor lauter zoff wurde die musik vernachlaessigt.
bitte das mit volldigitaler aufnahme nicht falsch verstehn (ich seh schon wieder die "denver" vergleiche...). digital heisst nicht kuenstlich klingend, glatt poliert daherkommend. es kommt immer drauf an was man draus macht, oder? na also!
hier klingen die alten rabauken immer noch so wie sie klingen soll, rotzige gitarre + die grosse schnauze von mick. das ganze noch in kombi mit durchaus gelungenen songs. dafuer steht die band + das hat sie einfach grandios umgesetzt.
die jungs werden unterstuetzt von ein paar damen im bereich des hintergrundgesangs und den kick horns. letztere geben den song noch einen besonderen reiz. ist schliesslich nicht alltaeglich bei den stones!
die cd fegt gut los ab mit "sad sad sad". hier druecken u.a. die kick horns gut aufs gas. auch der zweite songs ist noch gut im gehoergang - "mixend emotions".
etwas spaeter groovt und blueselt es ein wenig bei "blinded by love". gleich drauf wird wieder hochgeschalten, in form von "rock and a hard place". und genauso wie er heisst, so klingt der song auch.
tjau, und so wie oben auszugsweise beschrieben klingt die ganze cd. kein lied gleicht dem anderen. also nixe mit einem grundthema eine cd gefuellt. aber...zwei songs unterscheiden sich doch ein wenig vom rest. was stark am "saenger" liegt, und der heisst bei den zwei faellen keith richards.
singen kann der eigentlich nicht, aber wie er das macht...genauso wie er gitarre spielt. er macht sich keinen grossen kopf sondern legt einfach los.
der eine song heisst "almost hear you sigh", eher ein fetzige song, und der zwote ist der letzte auf dem silberling "slipping away, diesmal eine ballade.
man muss es hoeren, man kann es nicht beschreiben. so daneben die stimme ist, so herrlich passt sie zu dem sound, zu den songs, einfach zu allem!
wie schon erwaehnt ist das ganze nicht nur in theorie ("DDD") subberdubber produziert, sondern sie klingt auch ausgezeichnet. veantwortlich dafuer waren chris kimsey + die beiden glimmer twins mick und keith.
44 Kommentare|8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
1989 spielte mir ein Bekannter die neue Single Mixed Emotions (samt der B-Seite, dem Fancy Man Blues!), vor, und ich war erleichtert: die Stones waren wieder da, und sie klangen klasse!! Hatte es in der zweiten Achtziger-Hälfte für eine Weile ernstlich so ausgesehen, als könnten die Rolling Stones bald Geschichte sein, so spürte man beim neuen Album deutlich, wie viel Spaß sie an ihrer Wiedervereinigung hatten. Das zeigte sich auch daran, dass viele Titel Eingang ins damalige Live-Programm fanden. (Schade, dass "Steel Wheels"-Songs mittlerweile auf Tourneen fast völlig ausgeklammert werden.) Charlie, wieder clean, spielt sehr druckvoll, und Mick viel Gitarre. Ron Wood übernimmt auf einigen Titeln den Bass, da sich Bill wegen Problemen mit seiner jugendlichen Ehefrau Mandy Smith zeitweilig um anderes zu kümmern hatte; hier deutete sich schon sein anstehender Ausstieg aus der Band an.

Man hört sich die Stones ja nicht ihrer Virtuosität oder fantastisch tiefgreifender Botschaften wegen an, sondern wegen ihres Drive, ihrer Energie, und "Steel Wheels" ist vielleicht kein Klassiker, aber davon bietet es eine Menge. (Die Plattenhülle allerdings reiht sich wie üblich ein in eine lange Reihe besch...eidener Cover. Nun ja.) Wie sich herausstellen sollte, fanden die Stones mit dieser Platte ihre Erfolgsformel für die nächsten 20+ Jahre: wir machen weiter, bis einer von uns stirbt, wie es erst kürzlich aus ihren Reihen hieß.

Sicher, die Produktion ist ein klein wenig glatter geraten als üblich (vor allem im Kontrast zum Vorgänger "Dirty Work"), aber keineswegs glatter als einige ihrer Zeitgenossen. Zum ersten Mal seit den frühen Siebzigern peppten wieder richtige Bläsersätze (Kick Horns) den Gesamtsound auf, und diesmal ließ sich Mick sogar von 4 Background-Vokalisten unterstützen - und wie sich zeigen sollte, blieben die Stones bei dieser Formel: 4-5köpfige Bläsertrupps sowie Bernard Fowler und Lisa Fisher gehören bis heute fest zum Tour-Tross.

Sad sad sad ist ein geiler Starter, und für Mixed Emotions wurden seinerzeit gar Vergleiche mit dem Riff von Jumpin' Jack Flash bemüht. In Terrifying passiert streng genommen weder textlich noch musikalisch viel; trotzdem schafften die Stones genug Atmosphäre, um es als Single auszukoppeln, und auch live funktionierte es sehr gut (s. "Atlantic City"). In Hold on to your Hat drücken sie viel kraftvoller los, als es den Krachern auf "Some Girls" verwunderlicherweise immer nachgesagt wird; wahrscheinlich die schnellste Stones-Nummer seit Rip this Joint ('72). Hearts for sale streckt sich ein bisschen, fast ein Albumfüller; dafür ist Blinded by Love wieder eine schöne Ballade mit inspiriertem Text und frischer Instrumentierung.

Rock and a hard Place, ebenfalls eine Single, ist für mich ein weiterer (sträflich übergangener) Stones-Klassiker.

Wenn Keith auf einer Stones-Platte was zu singen kriegt, kommt dabei oft entweder ein leicht infantiler Geradeaus-Stampfer (so wie Little T&A oder Wanna hold you) heraus, oder aber eine "morgens um halb 5 am Hotelbar-Piano"-Ballade (sowas wie All about you oder Sleep tonight). Can't be seen fällt in die erste Kategorie. Almost hear you sigh, ein Überbleibsel aus den Sessions für Keiths Solo-Album im Jahr zuvor, ist eine sehr direkte Ballade, und mit Continental Drift (und einigen Musikern, die schon '68 auf Brian Jones' "Joujouka"-Sessions mitgewirkt hatten) wagen die Stones einen höchst gelungen Ausflug Richtung "World Music".

Gegen Ende fällt das Spannungsniveau leider etwas ab; vielleicht wäre Break the Spell (mit einem Gitarrenpicking, das sein Echo 4 Jahre später im Titelsong von Mick Jaggers Klasse-Album "Wandering Spirit" fand) an einem anderen Platz auf dem Album besser aufgehoben gewesen. Mit Keiths obligatorischer Abschlussballade Slipping away (zweite Kategorie) werde ich bis heute nicht warm; erst in der Live-Version auf "Stripped" 6 Jahre später entfaltete sie ihr volles Potenzial.

"Steel Wheels" höre ich immer wieder gerne; im CD-Zeitalter fände ich es aber angebracht, langsam mal ein paar B-Seiten wie Cook Cook Blues (verzichtbar), Wish I'd never met you (okay) oder den geilen Fancy Man Blues (beide s. "Rarities 1971-2003") mit drauf zu packen! Schön, dass hier Texte und Besetzungsangaben enthalten sind.

Das Remaster von 2009 klingt dank stärkerer Komprimierung fetter als sein '94er Vorgänger; eine Klangverbesserung kann ich nicht feststellen.
0Kommentar|4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Juni 2013
Was war den 1989 los? Da brachten doch einige Alte Top-Alben raus (standen wohl die Sterne günstig ;-)).

Steel Wheels enthielt für mich folgende Top-Songs: Terrifying, Hearts For Sale, Rock And A Hard Place, Almost Hear You Sigh

Hier mal die 89er-Alten-Alben, die mir auffielen:
- Lou Reed – New York (wow!)
- Neil Young – Freedom (Rocking in a free world, Crime in the city, wrecking ball)
- Bob Dylan – Oh Mercy (wow!)
- Neville Brothers – Yellow Moon (wow!)
- Tom Petty – Full Moon Fever (Geschmackssache)
- Cure – Desintigration
- Bonnie Raitt – Nick of Time
- Aerosmith – Pump
- Billy Joel – Storm Front
- Paul McCartney – Flowers in the dirt
11 Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Februar 2015
Wir schreiben das Jahr 1989. Die Stones sind Mitte Vierzig, bis auf Bill Wyman, der ist schon 53. Aber das sind nur Zahlen in Personalausweisen, denn die Jungs legen hier noch einmal richtig los. Und heute wissen wir, dass sie damals erst die Hälfte ihrer mittlerweile über 50-jährigen Karriere hinter sich hatten!
Das Album hat alles, was eine Stones-Scheibe braucht, es rockt, es wird bluesig, und bei „Continental Drift“ kommen sogar Erinnerungen an die Psychedelic der 60er-Jahre auf. Da fehlt wirklich gar nichts!
„Steel Wheels“ wurde seinerzeit eher wenig wahrgenommen, positiv schon gar nicht, aber ich denke, es lohnt sich, mal vorurteilsfrei hineinzuhören. Wer davon müde geworden ist, seit 47 Jahren darüber zu schimpfen, „Aftermath“ sei das letzte gute Stones-Album gewesen, kann das ja auch in einem gemütlichen Sessel tun. Das Album klingt nämlich keineswegs wie die typischen glattgeschliffenen Formatradioalben der 80er, sondern bietet erstklassigen, schmutzigen und gleichzeitig dynamischen Stones-Sound, und wir ahnen: die 90er-Jahre sind nicht mehr weit, und da sollte man sich ja bekanntlich auf die 70er-Jahre zurückbesinnen.
Ich persönlich empfehle die Original-Vinyl aus dem Jahr 1989, findet man problemlos in den Weiten des Plattenhandels.
Ein definitiv bis heute unterbewertetes Stones-Album, das ich, sollte es tatsächlich jemanden geben, der die Stones nicht kennt, sogar als Einstieg empfehlen würde, weil es wie kaum ein anderes die Zeitlosigkeit des Rhythm and Blues und natürlich der Rolling Stones markiert.
Besser? Schlechter? Ich denke, man sollte jedes Album der Stones getrennt, ohne diese ewigen Vergleiche, bewerten. Zumindest aus der Distanz betrachtet sind alle Stones-Alben gut.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
So, wie "Tattoo You" (1981) und "Steel Wheels" (1989), zu Beginn und am Ende der Achtziger-Jahre, "albumtechnisch" gesehen, die Höhepunkte der Stones in den Achtzigern darstellen (das 1980 erschienene "Emotional Rescue" lasse ich jetzt einmal außen vor), sind "Sad Sad Sad" und "Slipping Away" (Eröffnungs- und Abschlussnummer auf vorliegendem Album) die Höhepunkte auf "Steel Wheels".
Doch auch, was dazwischen zu hören ist, sollte man nicht verachten. Trotz viel dargebotener Durchschnittskost wird man am Ende kaum wirklich schwache Tracks ausfindig gemacht haben. Und wenn, dann hat dies in erster Linie eher mit der (eigentlich zu dieser Zeit obligatorischen) "kühlen", distanzschaffenden Produktion zu tun, als mit den kompositorischen Leistungen der Glimmer Twins. Allerdings wird man bei genauerem Hören feststellen, dass es auf "Steel Wheels" - atmosphärisch gesehen - 2 Arten von Songs gibt:
Zum einen sind da die zuvor schon angesprochenen 80er-Jahre-Soundformat-Tracks, die recht trocken, zugleich aber auch knackig und energetisch klingen - was zu den meisten Songs hierauf auch passt.
Zweitens gibt es aber auch einige Nummern, die schon fast wieder jene Wärme versprühen können, wie man sie z.B. am darauffolgeneden "Voodoo Lounge" später größtenteils wiederfindet und wie sie lange Zeit eigentlich typisch für Stones-Produktionen war (erst ab "Some Girls" (1978) glaubte man alles kühl, trocken und "dirty" klingen lassen zu müssen).

Ja, endlich besannen sich die Stones wieder auf Rock `n` Roll! Man kann "Steel Wheels" durchaus als kleine Wiederauferstehung der Band betrachten und das nicht nur, weil sich Mick und Keith nach langjährigen Zankereien endlich wieder einigermaßen zu verstehen schienen.
Herr Richards hatte mit "Can't Be Seen" und dem zuvor schon erwähnten "Slipping Away" nach über einem Jahrzehnt endlich wieder zwei brauchbare bis gute Nummern (für die Stones) geschrieben. Auch Mick schien wieder in Form zu sein oder wenigstens wieder Laune fürs Musikmachen, abseits seiner Soloprojekte, zu haben. Gut so!

Oder wagen wir einen anderen Vergleich: Während man bei "Emotional Rescue", "Undercover" und "Dirty Work" nur mit größter Mühe die eine oder andere Hitsingle ausfindig machen kann, bieten sich auf "Steel Wheels" im Vergleich dazu gleich mehrere an:

- "Sad Sad Sad" - eine wunderbare Eröffnung in gewohntem Stil - schnittig, mit nötigem Biss vorgetragen und mit tollen Saxophonparts der Marke Bobby Keys...

- "Mixed Emotions" - das von Keith einst scherzhaft "Mick's Emotions" genannt wurde, ist auch ganz gut. Hierzu gibt es allerdings eine noch bessere Remix-Version, die auf "Rarities (1971 - 2003)" zu hören ist, wie übrigens auch die B-Seite der damaligen Singleauskopplung, der großartige "Fancy Man Blues"...

- "Hold Your Hat On" - sehr "rockig", wirklich gut, spannende Gitarrenriffs; erinnert entfernt ans ebenfalls treibende "Rip This Joint" vom legendären "Exile" - wenn's auch nicht gleich zum Klassiker reichen wird...

- "Almost Hear You Sigh" - eine sehr stimmige Nummer mit verhältnismäßig natürlichem Klang (man höre z.B. nur die wundervolle Snare von Mr. Watts), die von Mick relativ zart interpretiert wird. Einziges (kleines) Manko: Der Track hat keinen wirklich grandiosen Aufbau und plätschert mehr oder weniger monoton dahin...

- "Continental Drift" - aus meiner Sicht ziemlich unterbewertet! Macht sich sehr gut auf dieser Scheibe, besticht durch interessante Arrengements, großartige Dynamik und macht durchwegs Spaß...

- Schließlich wären noch "A Rock And A Hard Place" (interessanter Aufbau) sowie "Can't Be Seen" (gute Basspassagen, tolle Keyboardsounds) und "Slipping Away" (was für ein KLASSE-Ausklang!) nennenswert!

Auch alles andere hat (wie schon oben angesprochen), zumindest teilweise, seinen Reiz, natürlich mit inbegriffenen Geschmacksabschweifungen!

Es stimmt schon: Der Sound von "Steel Wheels" klingt insgesamt doch mehr oder weniger typisch nach Achtzigern (typische geradlinige Schlagzeug-Beats mit typischer "Donner-Snare", typische Keyboard-Sounds etc.), allerdings kommen dabei auch die "rockigen" Elemente nicht zu kurz, und es gibt zudem ja noch ein paar "Ausreißer" diesbezüglich, die wieder deutlich wärmer bzw. intimer, also in gewisser Hinsicht "stoniger" klingen, wie ich finde. Zudem ist das Gesamtklangbild dieses Albums sehr, sehr interessant und auf jeden Fall hörenswert. Andererseits passt die größtenteils "kühle" Produktion der Scheibe außerdem ausnahmsweise mal zu vorhandenem Songmaterial (was zuvor ja nicht unbedingt immer der Fall war). Das Album jedenfalls klingt in sich "stimmig". Wäre ja auch nicht wirklich authentisch, wenn ein Kind seiner Zeit nicht nach sich selbst klingen würde, oder??

Fazit: "Steel Wheels" - ein Muss für alle Stones-Fans. Neben "Tattoo You" (das ich mittlerweile offengestanden aber nicht mehr sooooooo gut finde, wie noch vor ein paar Jahren) ist es das beste Achtziger-Jahre-Album der Stones, alles in allem ist es meiner Meinung nach sogar eine Spur besser!!

Macht aus meiner Sicht ziemlich genau 3,5 Sterne, wobei ich es mir erlaube, quasi aus "ideellen" Gründen, an dieser Stelle großzügig aufzurunden...
Man könnte es auch so sehen: 3 oder 4 Sterne werden dem Album meines Erachtens tatsächlich gerecht; weniger als 3, aber auch mehr als 4 sind aus objektiver Sicht (Nostalgie hin oder her) eigentlich haltlos!

Es gibt deutlich schlechtere Platten von den Stones, wie z.B. die 80er ja (leider) größtenteils bewiesen haben.

Am besten kaufen und selber feststellen...

------------------------------ANHANG für Fans und Interessierte----------------------------------------------------

Abschließend möchte ich noch auf die einzelnen Songs des Albums eingehen und so einen (wie ich hoffe) für Fans interessanten, anschaulichen Überblick bieten. Die Bewertung ist freilich subjektiv und erfolgt in Anlehnung an die bewährte amazon-Skala (1-5 Sterne).

1. SAD SAD SAD ++++
Ein typischer Stones-Opener - energetisch, schnell, trocken. Aber auch nach oftmaligem Hören macht der Track immer noch Spaß, was der Song in erster Linie Keith's harten Riffs zu verdanken hat. Ebenso lobenswert sind die treibende Rhythmusarbeit sowie die wunderbaren Saxophoneinlagen eines Bobby Key's (RIP). Ein gelungener Starttrack, bei dem auch der eher kühle Sound ausnahmsweise mal ganz gut passt. Anm.: Bei der Steel-Wheels bzw. Urban-Jungle-Tour war "Sad Sad Sad" Fixbestandteil des Sets und funktionierte, wie ich finde, auch live tadellos... YES!

2. MIXED EMOTIONS ++++
Der Song, den Mr. Richards spöttelnd auch "Mick's Emotions" nannte, schaffte es in den US-Charts immerhin auf Rang 5 (!) und überzeugt wiederum vor allem durch Keith's Gitarrenriffarbeit. Auch der Aufbau gefällt mir recht gut, ebenso der stimmige Backgroundgesang. Der Sound klingt hier für mich eine Spur wärmer, erdiger, als das beim Großteil der anderen Songs des Albums der Fall ist. Sehr empfehlenswert ist übrigens auch die 12"-Single-Version, die man auf RARITIES (das ich Fans wärmstens ans Herz legen möchte) zu hören bekommt und die fast noch trockener und unwiderstehlicher daherkommt. Auf eben genanntem Tonträger befindet sich übrigens auch die originale B-Seite zur Single (als Opener), der wunderbare "Fancy Man Blues", der eigentlich an keinem Stonologen spurlos vorübergehen sollte und mit Sicherheit so manches Stones-Album aufgewertet hätte. Dennoch glaube auch ich, dass "Fancy Man Blues" nicht so gut zu den anderen Tracks hierauf gepasst hätte...

3. TERRIFYING ++/+++
Rockig geht es weiter - man gönnt den Zuhörern zunächst keine Verschnaufspause. "Terrifying", das einer DVD-Veröffentlichung sogar den Namen gegeben hat, ist einer jener oben angesprochener durchschnittlichen Tracks am Album, die offengestanden eher farblos bleiben und sich einem auch nach mehrmaligem Hören (mir zumindest) nicht wirklich erschließen. Ehrlich gesagt finde ich, dass sich hier - trotz stimmiger Produktion - schon ein paar Längen auftun. Auch den Aufbau halte ich eher für einfallslos... Auf die Scheibe passt er trotzdem ganz gut... Mittelmaß halt...

4. HOLD ON YOUR HAT ++++/+++++
Ein fetziger, explosiver Song mit treibendem Beat und dauerbefeuernden Riffbögen, den ich erst über die Jahre richtig schätzen gelernt habe. Für mich tendiert der Track in Richtung "Blues meets Punk" und er funktioniert erstaunlich gut und macht immer wieder aufs Neue Spaß. Eine Art "Rip This Joint" anno 1989, wenn man so will. Ein vermutlich unterschätztes Highlight auf STEEL WHEELS... Yeah!

5. HEARTS FOR SALE ++/+++
Ein etwas ruhigerer Blueser, der - wie könnte es bei gelernten Bluesern aber auch anders sein - wie geschmiert läuft, andererseits aber auch nicht wirklich aufregend klingt. Bereitet in gewisser Hinsicht wohl so ein bisschen aufs (eher missglückte) ruhigere Finale der A-Seite (siehe Vinyl) vor. Geht so...

6. BLINDED BY LOVE +/++
Etwas zum Runterkommen gen Ende der ersten Schallplattenseite. Balladen haben die Steine aber bei aller Liebe schon nachhaltigere geschrieben. Fans, seid mir bitte nicht böse, aber wer will so etwas ernsthaft von den Rolling Stones hören? Ich jedenfalls nicht... Ein mehr oder minder belangloser Trällerer, der halt offenbar auch sein musste... Für mich der schwächste Track auf STEEL WHEELS...

7. ROCK AND A HARD PLACE ++++
Passt meines Erachtens sehr gut aufs Album und funktioniert wirklich tadellos. Auch live hatte er anno dazumal super ins Programm gepasst. Freilich ist das hier dennoch kein Stones-Klassiker, aber der Aufbau ist gelungen und interessant und der Song ist in sich stimmig, d.h. Produktion und Soundbild passen sehr gut zusammen. Gelungen also, mitunter sogar ein wenig unterbewertet...

8. CAN'T BE SEEN +++/++++
Mr. Richards bester Beitrag für die Steine seit "Before They Make Me Run" ("Too Rude" von DIRTY WORK ist auch ganz gut, aber ein Cover). Passt - soundtechnisch gesehen - ebenfalls hervorragend auf die Platte und fügt sich nahtlos ein, was insofern ein wenig verwundert, als dass Keiths Beiträge meist doch immer etwas anders, sprich natürlicher, klingen. Meines Erachtens ein ziemlich unterschätzter Keith-Song der Marke Stones... (Aber da kommt sogar noch etwas Besseres nach - gen Ende!)

9. ALMOST HEAR YOU SIGH +++/++++
Den Track hab ich zugegebenermaßen erst sehr spät für mich entdeckt! Er funktioniert aber wirklich gut und passt wiederum super aufs Album. Vor allem der Anfang (toller Snaresound) ist stimmig. Im Verlauf des Songs verebbt die anfängliche Begeisterung jedoch ein wenig und das Ganze trudelt mehr oder minder gefällig vor sich hin. Freilich nicht so gut wie "Wild Horses" oder aber z.B. auch "Out Of Tears" (das ich trotz aller Geschmalzenheit einfach gern habe) - dennoch ungerechtfertigterweise so ein bisschen ein Mauerblümchen... Wirklich nicht schlecht...

10. CONTINENTAL DRIFT +++/++++
Ein sehr experimentierfreudiger, vielseitiger und vielschichtiger Track, der mit Hilfe marokkanischer Gastmusiker eingespielt wurde und der meines Erachtens gut an diese Stelle des Albums passt. Zudem bleibt in gewisser Weise den ganzen Track hindurch eine Art roter Faden erhalten und der Song versumpert nicht kläglich in improvisierter Ziellosigkeit, was ihm ja u.a. von Kritikern vorgeworfen wird. Vor allem atmosphärisch macht "Continental Drift" eine gute Figur. Ein klassischer Live-Track ist das hier freilich nicht (logisch). Bei der damaligen Tour wurde aber - soweit ich weiß - ein Teil des Songs als Intro benutzt (ein kleiner Auszug daraus ist am überaus gelungenen FLASHPOINT zu hören...) Ziemlich unterschätzt!

11. BREAK THE SPELL +++
Ein durchwegs gelungener Vorab-Rausschmeißer, der sich abermals sehr stimmig in den Gesamtkontext von STEEL WHEELS einfügen kann. Ein etwas "traditionellerer" Stones-Song, der (mich wenigstens) ein bisschen an die Wurzeln der Band erinnert und etwas mehr Wärme und Bodenhaftung versprüht, als viele andere STEEL-WHEELS-Tracks... OK!

12. SLIPPING AWAY ++++/+++++
Insgesamt nicht Keiths beste Ballade (man denke da z.B. nur ans phantastische "Thru & Thru" u.a.), aber mitunter einer seiner allerstärksten Tracks, die er jemals für die Stones geschrieben und interpretiert hat. Hier klingt die Produktion ein Stück weit "keithiger" als bei "Can't Be Seen" etwa - trotzdem fügt sich auch dieser Song hier wunderbar ein und schließt die Scheibe stimmig ab. Vor allem der großartige Ausklang könnte meinetwegen in Endlosschleifen dahinlaufen - super! Irgendwie animiert "Slipping Away" gleich zum Nochmalhören des Albums. Atmosphärisches, intimes Stück, das die Songwriterqualitäten eines Mr. Richards positiv unterstreicht. Sehr gelungen!

Endresümee: Trotz insgesamt eher durchwachsener 80er-Jahre, was die Rolling Stones im Allgemeinen betrifft (ich empfind das halt so), ist STEEL WHEELS bis heute eine etwas unterschätzte Platte!
Für mich ist es ziemlich eindeutig das beste Stones-Album aus den 80ern!

Ein Muss für Fans, aber auch für Interessierte und Neusammler durchaus empfehlenswert (neben anderen Klassikern der Steine halt)...
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. Dezember 2008
das erste digital aufgenommene album "steel wheel" von 1989
ist im gegensatz zu seinem vorgänger "dirty works" von 1986 wieder peppiger,
arangierter und besser im songwriting.
das album ist auch ein abschiedsgruss von bill wyman, der nach beendung der steel wheel tour sich von den stones abwande und eigene, meist eher zurückgehaltene wege ging.
im typischen stones stil sind die meisten songs. up-temponummern, wie "sad sad sád", "mixed emotions" , "terrifying" und "rock and a hard place" sind
sind hier anspieltipps. auch die 2 von keith richards gesungenen songs "slipping away" und "can`t be seen" sind hörenswert.
mein persöhnlicher favorit des albums ist die tolle ballade "almost hear you sigh", die leider in der musikalischen laufbahn der stones ziemlich verkannt ist.
"continental drift" und "break the spell" hätte man sich meiner meinung nach sparen können, denn diese sind nach dem genialen "almost hear you sigh" (track 9) und vor "slipping away" (track 12) sehr überflüssig, weil seltsam klingend.
die 80er jahre waren schwer für die stones. leider gab es zu der zeit nicht so große highlights, wie in den 60ern oder 70ern.
"tattoo you" von 1981 oder "undercover" von 1983 können sich hören lassen, ansonsten ist "steel wheel" eine wahre bereicherung der stones in den 80ern gewesen.
10 super tolle songs und 2 naja-dinger machen bei mir 5 sterne.
33 Kommentare|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. September 2007
Es gab doch mal einen Werbespott der mit den Worten anfing: "Ich weiß noch ganz genau..." So war es auch bei mir, meine erste Stones CD war genau jene. Und ich finde das es ein gutes Album ist, für Einsteiger genau das Richtige. Es stimmt schon das man die 80'er Jahre raushört aber die gingen nunmal auch an den Steinen nicht vorbei... Stärkster Song ist MM und Always here you sight ist Gänsehautfeeling! Ja ich glaube auch dass SW die wirklich letzte "echte" von den Stones ist.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

8,99 €
16,99 €
11,99 €