Kundenrezensionen


3 Rezensionen
5 Sterne:
 (1)
4 Sterne:
 (1)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:
 (1)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Damals revolutionär, heute spannend
Als Nicolaus Harnoncourt 1984 nach dem Idomeneo auch die Entführung aus dem Serail mit dem Ensemble des Opernhauses Zürich auf historischen Instrumenten aufnahm, war das Aufsehen fast noch größer. Gehörte doch die Entführung im Gegensatz zum Idomeneo zu den bekanntesten Opern überhaupt, die jeder irgendwie im Ohr hatte - als heiteres...
Veröffentlicht am 22. Februar 2010 von vully

versus
1 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Der unverzagte Harnoncourt ...
Dame Elisabeth Schwarzkopf verstieg sich mal zu der Äußerung, sie habe sich überlegt, ihren österreichischen Pass zurückzugeben, so wie Herr Prof. Harnoncourt in Salzburg den Figaro dirigiert habe. Es geht hier nicht um diesen. Aber ich muss gestehen, dass Harnoncourt mitunter Wege der Interpretation beschreitet, die dem Mozart'schen Genius Farbe...
Vor 23 Monaten von K. Heinze-schlumpf veröffentlicht


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Damals revolutionär, heute spannend, 22. Februar 2010
Von 
vully "vully" (Neuhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Entführung aus dem Serail (Ga) (Audio CD)
Als Nicolaus Harnoncourt 1984 nach dem Idomeneo auch die Entführung aus dem Serail mit dem Ensemble des Opernhauses Zürich auf historischen Instrumenten aufnahm, war das Aufsehen fast noch größer. Gehörte doch die Entführung im Gegensatz zum Idomeneo zu den bekanntesten Opern überhaupt, die jeder irgendwie im Ohr hatte - als heiteres Singspiel mit sanften Orientalismen. Und dann lässt es Harnoncourt schon in der Ouverture geradezu bedrohlich scheppern und trommeln, schärft die Kontraste, entdeckt in der Partitur neue Details und sorgt für eine Spannung, die vorher nur ganz wenige Dirigenten dem Stück gegönnt hatten (z. B. Thomas Beecham oder Ferenc Fricsay). Der Dirigent nimmt das Drama und dessen Figuren ernst und lässt gerade dadurch auch die Komik leben (die Vorliebe für teilweise verstörend langsame Tempi hat er erst später entdeckt).

Die Sänger unterstützen ihn dabei vorbildlich:

Peter Schreier (Belmonte) war damals der Star der Aufnahme. Es ist seine vielleicht beste Mozartrolle und -einspielung geworden. Schreier singt nicht nur technisch hervorragend - das war immer seine Stärke -, er singt auch temperamentvoller und klingt männlicher als etwa in der Böhm-Aufnahme.

Yvonne Kenny ist seine Konstanze, eine Rolle, deren Schwierigkeiten schon manche prominentere Sängerin überfordert haben. Kenny dagegen singt nicht nur die beiden ersten Arien und die Ensembleszenen bewegend und bewegt. Auch die Marternarie bewältigt sie mehr als passabel. An ihr etwas scharfes Timbre muss, kann man sich aber auch gut gewöhnen.

Der zweite prominente Sänger der Aufnahme ist der finnische Bass Matti Salminen, der heute noch zu den gesuchtesten Sängern seines Fachs gehört. Sein Osmin ist technisch sehr gut gesungen (Koloraturen!), gleichzeitig unheimlich ausdrucksvoll. Lediglich seinen ganz tiefen Tönen fehlt etwas Fülle. Trotzdem kenne ich außer Kurt Moll keinen besseren Osmin.

Die Nebenrollen sind mit Lilian Watson und Wilfried Gahmlich ebenfalls ausgezeichnet besetzt.

Chor und Orchester des Opernhauses Zürich waren damals sicherlich nicht als Spitzenensemble bekannt, machen aber ihre Sache mehr als ordentlich - man merkt, dass der Dirigent für diese Aufnahme sehr lange proben und die Artikulation in allen Details ausarbeiten konnte.

Heute gibt es viele neuere Aufnahmen auf historischen Instrumenten, bei denen einige Rauheiten dieser wegbereitenden Aufnahme geglättet sind. Spannend ist und bleibt sie auch nach fast dreißig Jahren.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht das ganz Andere, 29. Juli 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Entführung aus dem Serail (Ga) (Audio CD)
Auf historischen Instrumenten werden sie in Zürich nicht gespielt haben ( allenfalls mit Darmsaiten auf modernen Instrumenten, wie beim Idomeneo), aber natürlich war Harnoncourt musikhistorisch informiert. Im Interview sagte er:"Ich habe mir eigens für diese «Entführung» in Hessen Tschinellen gießen lassen, weil Mozart da zwei verschieden gestimmte Tschinellen verlangt. Und das wird normalerweise missachtet. Meine Frage war: Warum ist in der Ouvertüre diese türkische Musik? Die besteht aus einer großen Trommel, die mit einer Keule und einer Peitsche oder Birkenrute auf das Fell geschlagen wird. Die Janitscharenmusik meint hier einen schweren Keulen- oder Faustschlag in den Bauch und Peitschenhiebe auf den nackten Rücken. Wenn Mozart das in die Ouvertüre der «Entführung» schreibt, dann heißt das für mich: Da, wo Menschen geschlagen werden. Und das Erste, was der Belmonte dann singt, ist «hier», bezogen auf das, was man in der Ouvertüre gehört hat. Das ist nicht einfach nette türkische Musik, kling-kling-kling, und jetzt sagt er: «Hier soll ich dich denn sehen.» Nein! «Hier, wo Menschen geschlagen werden, soll ich dich sehen. Ich würde dich viel lieber auf einer schönen Wiese in der Toskana sehen.» Da finde ich die Aussage sehr stark." so im Kultiversum.

Seine Entführung ist nicht so " historisch" we diejenige von Hogwood, aber natürlich von einem Interpretationskonzept geprägt. Nochmals Harnoncourt."In diesem Sinne würde ich sagen, dass Mozart fast grundsätzlich gebrochene Musik geschrieben hat. Dass alles immer doppelbödig ist, dass alles immer in Frage gestellt wird. Eine glatte, direkte Aussage «So ist es und nicht anders» entspricht nicht meinem Mozart-Bild."

Wie das bei der Entführung aussehen soll, hat Harnoncourt ja angedeutet. Mit Wolfgang Reichmann hat er einen grossartigen Sprecher, der das Doppelgesicht ( Menschenfreund und despotischer Herrscher) wunderbar darstellt.

Die Sänger, die Harnoncourt zur Verfügung stehen, sind gut anhörbar bis ausgezeichnet. Peter Schreier war einer der wenigen lyrischen Tenören, denen diese Rolle sehr gut lag. Klar wird man Wunderlich ins Feld führen ( aber der machte die Aufnahme zur einer Zeit, als er schon auf dem Weg ins italienische Fach war, also potentiell schon zu "stark"). Als Alternative würde ich eher Dermota oder Haefliger nennen; Blochwitz hat leider keine Aufnahme gemacht( es gibt nur eine live-Version aus Schwetzingen, aber sehr gut).
Yvonne Kenny konkurriert mit den besten ihres Faches, sei es nur Schwarzkopf, Auger oder Gruberova, auch Stader und Dawson. Da sticht sie nicht heraus. Ich würde zB Gruberova unter Solti bevorzugen. In den Kolorturen (man braucht ja eine sehr geläufige Gurgel) noch souveräner.
Der Osmin von Salminnen ist mir nicht "böse" genug. Man höre und sehe einmal Kurt Rydl. Das war ein Osmin, der einen fürchten lehrt.

Die Interpretation von Harnoncourt ist nicht so abweichend von anderen Dirigenten, wie bei anderen Komponisten oder auch etwa bei der Zauberflöte. Mit Friscay, Solti,Hogwood hat er starke Konkurrenz.

Fazit: eine schöne Aufnahme, aber keine Referenz.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Der unverzagte Harnoncourt ..., 12. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Entführung aus dem Serail (Ga) (Audio CD)
Dame Elisabeth Schwarzkopf verstieg sich mal zu der Äußerung, sie habe sich überlegt, ihren österreichischen Pass zurückzugeben, so wie Herr Prof. Harnoncourt in Salzburg den Figaro dirigiert habe. Es geht hier nicht um diesen. Aber ich muss gestehen, dass Harnoncourt mitunter Wege der Interpretation beschreitet, die dem Mozart'schen Genius Farbe und Expressivität nehmen. Daher vermeide ich die Harnoncourt'schen Versuche geradezu.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Die Entführung aus dem Serail (Ga)
Die Entführung aus dem Serail (Ga) von Nikolaus Harnoncourt (Audio CD - 2009)
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen