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5.0 von 5 Sternen Das Original, 19. September 2009
Von 
vully "vully" (Neuhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Zigeunerbaron (Ga) (Audio CD)
In diesen Zigeunerbaron muss man sich erst einhören - aber ich verspreche, das lohnt sich:

Der musikalische Tüftler und Forscher Nicolaus Harnoncourt hat sich (natürlich) nicht darauf beschränkt, einfach den Zigeunerbaron so aufzunehmen, wie man ihn heute weitgehend kennt - mit vielen Strichen, Änderungen und Umstellungen. Er hat vielmehr versucht, dem Stück seine ursprüngliche Gestalt wiederzugeben. Dadurch bekommen vor allem die Nebenrollen mehr zu tun, alle Rollen bekommen mehr Charakter, und die Handlung verliert viel von ihrer etwas unglaubwürdigen Plötzlichkeit. Vor allem versteht man so eher, dass die Zeitgenossen sich beim Erscheinen des Stückes uneinig waren, ob es nun tatsächlich eine Operette oder doch mehr eine komische Oper sei - tatsächlich hat sich Strauss zumindest in den Zigeunerchören durchaus auch von Verdis Troubadour inspirieren lassen.

Auch als Dirigent lässt Harnoncourt mehr lyrisch als knackig musizieren, nimmt viele Tempi langsamer als gewohnt und zeigt dadurch, wo die Musik herkommt - vom Walzer, der Polka oder auch dem Militärmarsch. Chor und Orchester musizieren ungewöhnlich sorgfältig und detailreich.

Bei den Sängern wurde sorgfältig auf die Rollencharakteristik geachtet, allerdings in den Hauptrollen etwas weniger auf persönliche Ausstrahlung:

Der Barinkay von Herbert Lippert gefällt durch seine sehr schöne, höhensichere und sehr lyrische Stimme. Es fehlt ihm nur etwas der Esprit, das Draufgängertum eines Nicolai Gedda. Trotzdem eine gute Besetzung.

Pamela Coburn ist der einzige kleine Problemfall der Aufnahme: Sie singt zwar sicher und sehr ausdrucksvoll, ihre Stimme hat aber eine gewisse Schärfe und klingt nicht so jung, wie es die Rolle erfordert. Es fehlt der jugendliche Liebreiz einer Sena Jurinac, die Raffinesse einer Elisabeth Schwarzkopf.

Rudolf Schasching schließlich ist ein sicherer, musikalischer Zsupan mit dem nötigen komischen Talent und Wiener Schmäh, wenn auch ohne die Ausstrahlung von Erich Kunz.

Dazu kommt mit Christiane Oelze eine wirklich entzückende Arsena (mit dem nötigen Giftzahn), mit Julia Hamari eine endlich mal stimmlich intakte und charismatische Czipra, mit Wolfgang Holzmair ein eleganter Graf Homonay (wenn auch ohne nicht in Hermann Preys Liga), ein herrlich aufgeblasener Ottokar, eine skurrile Mirabella - und mit Jürgen Flimm ein wunderbar spießiger Conte Carnero. Dass er kein Sänger ist, stört in der Rolle nicht.

Insgesamt kann diese Aufnahme die alte Ackermann-Aufnahme mit ihrem Schwung und ihrer unübertrefflichen Sängerbesetzung (Gedda, Schwarzkopf, Kunz, Köth, Prey) nicht vergessen machen, ist aber - nicht nur wegen des günstigen Preises - in ihrer Sorgfalt und Vollständigkeit eine unverzichtbare Ergänzung der Diskographie.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich ein vollständiger Zigeunerbaron, zudem sehr gut interpretiert, 28. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Zigeunerbaron (Ga) (Audio CD)
Dem seriösen Forscherdrang Nikolaus Harnoncourts darf man es sehr zugute halten, dass er mit dem vorliegenden Zigeunerbaron eine Einspielung vorlegt, die an Vollständigkeit im restlichen Katalog ihresgleichen sucht. Die Seriösität steht sich in gewisser Weise hier wiederum aber auch ein wenig im Wege, rückt er doch die Operette ein wenig zu sehr in die Ecke der ernsteren Schwester Oper. Da geht mit der Akribie auch ein wenig an Fahrt und Frische des Werks verloren.
Welch ein Glück, dass er neben den hervorragend spielenden Wiener Symphonikern ein Ensemble zur Verfügung hat, dass diese Aufnahme zu einer der besten macht, die auf dem Markt verfügbar sind. Da sind nicht einfach Sänger hingestellt worden, sondern da hat man offenbar bei der Besetzung schon sehr genau nach den einzelnen Charakteren geschaut.
Herbert Lippert als tenorstrahlender Sandor Barinkay, Pamela Coburn mit festem Sopranklang als Saffi; da singt die hervorragende Julia Hamari die Czipra und wertet die Partie enorm auf, Rudolf Schasching mit treffsicherem Gespür für Komik als Schweinezüchter. Elisabeth von Magnus als Mirabella kann mit ihrem sonst häufig gestrichenem Couplet genauso für sich einnehmen wie der Regisseur Jürgen Flimm in der für ihn auch sicher ungewöhnlichen Partie des Conte Carnero. Wolfgang Holzmair mit auftrumpfendem Bariton rundet das Ensemble als Graf Homonay ebenso gekonnt ab, wie Christiane Oelze (Arsena) und Hans-Jürgen Lazar (Ottokar).
Eine Aufnahme mit großem Unterhaltungswert und der hat sich hörbar auch bei der konzertanten Aufführung im Jahr 1994 auf das Publikum übertragen.
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Zigeunerbaron (Ga)
Zigeunerbaron (Ga) von Nikolaus Harnoncourt (Audio CD - 2009)
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