Kundenrezensionen


37 Rezensionen
5 Sterne:
 (17)
4 Sterne:
 (9)
3 Sterne:
 (2)
2 Sterne:
 (6)
1 Sterne:
 (3)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


57 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Rache am gute Laune-Terror
Seit einem Unfall vor zwei Jahren ist Geirr (hart: Fridjov Saheim) querschnittsgelähmt. Seine Frau Invild (hinreißend: Kirsti Eline Torhaug) lädt für ihn, inzwischen zum zynischen Misanthropen geworden, eine Therapiegruppe in ihrer beider Haus ein. Die Patienten, alle behindert oder Partner eines Behinderten, stehen unter dem Regiment von...
Veröffentlicht am 10. April 2009 von Wirtshausberater

versus
22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Skandinavisches Feel Bad Movie
"Nach Adams Äpfel der neue skandinavische Komödien-Hit", der außer dem gewohnt makaberen nordischen Humoransatz diesem Lob leider nicht ganz entspricht. Als Fan skandinavischen Humors ala Dänischen Delikatessen, Adams Ä, Yalla Yalla, Dark Horse, Kops... oder auch Monty Python Filmen lockten die guten Rezessionen zum Kauf der DVD. Zwar beginnt der...
Veröffentlicht am 25. Oktober 2010 von D. Schmid


‹ Zurück | 1 2 3 4 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

57 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Rache am gute Laune-Terror, 10. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des negativen Denkens (DVD)
Seit einem Unfall vor zwei Jahren ist Geirr (hart: Fridjov Saheim) querschnittsgelähmt. Seine Frau Invild (hinreißend: Kirsti Eline Torhaug) lädt für ihn, inzwischen zum zynischen Misanthropen geworden, eine Therapiegruppe in ihrer beider Haus ein. Die Patienten, alle behindert oder Partner eines Behinderten, stehen unter dem Regiment von Psychotherapeutin Tori (Kjersti Holmen), sind darauf gedrillt, statt von Problemen von Lösungen zu sprechen und negative Äußerungen in einen Kotzbeutel zu sprechen. Toris Strategien prallen von Geirr ab, innerhalb weniger Stunden hat er ihr Therapiegebäude zum Einsturz gebracht, und unter seiner nun schonungslos ehrlichen Leitung veräußern die Gruppenmitglieder ihren Seelenmüll. Es kommt zu selbstzerstörerischen Exzessen und Verwüstungen, an deren Ende jedoch vieles aufgeräumter ist.

Der norwegische Regisseur Bard Breien zeichnet wunderbare Figuren, konzentriert sich auf einen Schauplatz, auf das Gegenspiel der Charaktere und untermalt dies mit fein ausgesuchter LSD-Musik. So gelingt es ihm, Identifikation mit Geirr zu schaffen, der nüchtern betrachtet wenig Potential dafür bietet. Zwar kommt die Therapeutin etwas sehr schlecht weg, und das Ende könnte origineller sein. Dennoch ist "Die Kunst des negativen Denkens" eine rundum gelungene Rache am gute Laune-Terror unserer Tage, am naiven Glauben, man könne unangenehme Wahrheiten mit einfachen Techniken ausblenden. Warum gelingen den Skandinaviern so viele komische Problemfilme mit verbindlicher Tiefe wie "Hawai - Oslo", "Die Idioten" oder "Elling"? Vielleicht liegt in der Trostlosigkeit vieler kurzer, trüber Tage, ein großes komisches Potential.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandioser, schwarzhumoristischer Film, der zum nachdenken anregt., 18. Februar 2011
Von 
S. Huxel "huxel83" (Sinsheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des negativen Denkens (DVD)
Tschakka ' Du schaffst es !!! Was für die einen die Phrase für die Überwindung des Unmöglichen ist, stellt für andere blanker Hohn da. Geirr ist seid einem Motorradunfall querschnittsgelähmt und quasi an den Rollstuhl gefesselt. Überfordert von der neuen Lebenssituation, stellt er doch mehr oder minder eine Last für seine Frau da, flüchtet er sich in seine Depressionshöhle. In ihr kifft er, trinkt, zieht sich Kriegsfilme oder Johnny Cash rein.

Ingvild, seine Frau, weiß weder ein noch aus. Auch sie kommt mit der Situation nicht mehr klar und bittet eine Selbsthilfegruppe für Behinderte um Hilfe. Geleitet wird die Gruppe von Leiterin Tori, die ihren durchaus kranken Haufen mit Psycho-Pushing-Phrasen immer wieder aufs Neue zum positiven Denken konditioniert. 'Kleine Veränderungen bringen große Veränderungen mit sich'. Wie sehr das Gruppenmotto im Verlaufe des Therapieabends, der sich über 79 Filmminuten erstreckt, greifen sollte, war hier noch gar nicht abzusehen.

Die durchaus bunt gemischte Behindi ' Gruppe schlägt alsbald bei Geirr und Ingvild zu Hause auf. Der Schlaganfallgeschädigte Asbjörn, der sich nur schwerlich artikulieren kann, die hübsche, intelligente Marte, die nach einem Kletterunfall, den ihr Mann zu verschulden hatte im E-Rolli landete. Gard, zerfressen ob dieser Schuld gleicht mit seinem weinerlichen Narzismus ebenso einem Pflegefall wie die altersegozentrische, Hypochonderin Lillemor. Nach einer anfänglichen Phase der bittersten Ablehnung lässt Geirr die Truppe in sein Haus und findet sich in die Gesprächsrunde bestens ein. Mit seiner derben, unverblümten Art gelingt es ihm innerhalb kürzester Zeit die rosaroten Brillen der Gruppe zu verschmettern und ihre wattene Schutzhülle abzustreifen. Tori, die die Gruppe eher als Karrieresprungbrett sieht, missfällt das Scheitern des Projekts natürlich und als die Situation zu eskalieren droht, verlässt sie die Gruppe.

Was nun folgt sind Dramen, die das Leben fernab von Hollywood schreibt. Das ist, was 'Die Kunst des negativen Denkens' zu einem besonderen Film macht. Die Nähe zur Realität. Ein Thema auf das lange der Mantel des Schweigens gehüllt wurde und immer noch wird. Behinderung und Emotion, Beziehung und Sexualität. Letztlich hinterfragt sich der Zuschauer sicher selbst, wie er, wäre er Protogonist dieser obskuren Possè, seine Entscheidung treffen würde. Die Figuren im Film zerstreiten sich untereinander, nachdem die Gruppe auf sich allein gestellt ist. Auf jeden Handlungsstrang einzugehen würde den Überraschungseffekt und das Momentum des Filmes zerstören.

Doch der schwarz-derbe Humor, der aufgrund seiner Realitätsnähe oft an der harten Schmerzgrenze ist, aber auch den Flair ausmacht, zieht sich wie ein Faden durch den Film.

Natürlich gehört zu einem ordentlichen Selbstfindungstrip eine gehörige Portion bewusstseinsverändernte Substanzen wie Alkohol und Hasch in rauen Mengen. Das man auf dem Gipfel des Geschehen in den Rollstühlen die Hauseinrichtung verwüstet, um anschließend russisches Roulette zu spielen, erscheint da wie ein Nebenkriegsschauplatz.

Wie in jedem Film findet auch 'Die Kunst des negativen Denkens' ein (fast) versöhnliches Ende, allerdings, ernüchternd, geläutert. Politisch korrekt mag er nicht sein, greift aber viele Themen auf, die Behinderte betreffen, um sie darzustellen, verständlich zu machen und zu unterstreichen. Ein Schlag ins Gesicht für jeden Gutmenschen, der sich auch am zweiten Arm offenkundig freut, wenn er den ersten verloren hat. Harte Dinge muss man auch mal nüchtern sehen. Die schwärzeste Komodie seit 'Harold & Maude' ' mit echten Kultfaktor.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Kunst des negativen Denkens, 14. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des negativen Denkens (DVD)
"Die Kunst des negativen Denkens" ist eine rabenschwarze Komödie, die viele kleine Einzeltragödien liebevoll aber auch extrem sarkastisch auf die Schippe nimmt.
Zu Anfang amüsiert man sich schlicht über die Leute, die zwanghaft positives Denken praktizieren und den Protagonisten zu bekehren versuchen, nach kurzer Zeit bleibt einem aber das Lachen im Halse stecken und weicht einer leichten Beklemmung, ob der Abgründe die hinter den positiven Fassaden lauern.
Hier wird auf äußerst humorige und intelligente Weise einer populären psychologischen Methode der Spiegel vorgehalten, daß es einem eine Freude ist.
Freunde plattgebügelter Hollywood Komödien werden mit diesem Film nicht viel anfangen können, Liebhaber von skurrilen, tiefsinnigen und beißend humorigen skandinavischen Filmen wie z.B. "Adams Äpfel", "Dänische Delikatessen", etc werden ihre Freude haben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der besten Filme die es gibt!!!, 3. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des negativen Denkens (DVD)
Ich bin ja sowieso ein Fan des skandinavischen Kinos.
Die schaffen es einfach so derartig grandios Zynismus, Sarkasmus, Misanthropie und Trostlosigkeit mit beinhartem tiefschwarzen Humor zu paaren, dass es für mich schon fast ein eigenes Subgenre ist.
Es gehört schon viel dazu, einen Film zu erschaffen, der so ein tragisches Thema wie körperliche Behinderungen, Depressionen und Hoffnungslosigkeit behandelt und dabei noch so positiv und witzig rüberkommt, ja man fragt sich oft, soll ich jetzt lachen oder weinen, aber die Handlung ist perfekt inszeniert und es verschwimmen von Minute zu Minute die Grenzen zwischen Tragik & Komik immer mehr zu einem Strudel aus Chaos und Anarchie.
Für mich einer der besten Filme, die ich in meinem Leben je gesehen habe.
Und für jeden der an einem anspruchsvollem Film mit Aussagekraft und Message interessiert ist, greift zu, der Film ist der Hit.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Skandinavisches Feel Bad Movie, 25. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des negativen Denkens (DVD)
"Nach Adams Äpfel der neue skandinavische Komödien-Hit", der außer dem gewohnt makaberen nordischen Humoransatz diesem Lob leider nicht ganz entspricht. Als Fan skandinavischen Humors ala Dänischen Delikatessen, Adams Ä, Yalla Yalla, Dark Horse, Kops... oder auch Monty Python Filmen lockten die guten Rezessionen zum Kauf der DVD. Zwar beginnt der Film durchaus interessant und lustig, schafft es aber nicht bleibende Eindrücke zu hinterlassen. Zur Story: Geirr, der querschnittsgelähmte Verfechter des "Negativen Denkens" rettet seine Depression in Jonny Cash songs, Drogen und Stress mit seiner Ehefrau. Sie selbst sieht kaum Chancen mehr die Ehe zu retten und beschließt die Therapeutin Torji mit ihrer "Feel Good" Behindertenclique als lezten Versuch einzuladen. Der Therapieansatz "Probleme durch Lösungsansätze zu verdrängen" und nur positiv zu Denken "scheint" auf den ersten Blick wunderbar bei ihrer Gruppe zu klappen, fährt aber im aggressiven Geirr gegen eine Wand und beginnt zu bröckeln. Die Gruppe rebelliert, Torji bekommt ein Veilchen, und der "Kotzbeutel" (gehäkeltes Therapie-Subjekt um alle schlechten Gedanken abzulassen)verliert seine Bestimmung. Trotz einiger schöner Versuche die "Probleme" der Behinderten makaber aufzuarbeiten gelingt es dem Filmemacher nicht im Ansatz an Humor-Perlen wie Adams Äpfel heranzukommen. Die bitterböse überzeichneten Charaktere wie die des Priesters der alles im guten Lichte sieht, oder von Adam selbst, findet in DKDND leider keinen adäquates Pendant das den Zuschauer schnell auf seine Seite zieht. Somit bleibt die KUnst des Negativen Denkens ein harmloser Vertreter des Skandinavischen Galgenhumors und wird schnell in der DVD Versenkung verschwinden.
Summa Summarum: akzeptable nordische Komödie, die leider die hohen Erwartungen nicht erfüllen kann und außer einpaar Schmunzlern wenig zu bieten hat. 3,5/10 Punkten
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Köstlicher Pessimismus, 4. Mai 2009
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des negativen Denkens (DVD)
Die Norweger an sich' machen fast so gute Filme wie die Dänen. Was ist da bloß los im hohen Norden, wieso zeichnen sich gerade die Dänen, Schweden und Norweger durch so eine absurde Art von Komik aus, dass man ihren Regisseuren und Drehbuchautoren beinahe ständig applaudieren möchte? Liegt es an der Mittsommernacht, an der hohen Mehrwertsteuer oder vielleicht an den vielen hübschen Däninnen, Schwedinnen und Norwegerinnen? Ich weiß es nicht, aber ich bin froh, dass es so ist, denn dadurch hat das titelgebende Negativdenken gar keine Chance, sich durchzusetzen. Also, mal sehen, was uns die Norweger hier anbieten...

Auch in Norwegen gibt man Regie-Neulingen offenbar gerne eine Chance. Gut, wenn sie dann so prima genutzt wird wie von Regisseur Bård Breien, dem hier eine grandiose Mischung aus Drama und schwarzer Komödie gelungen ist, bei der einem mehr als einmal das Lachen im Halse stecken bleibt.

Geirr ist mies drauf, ganz mies sogar. Seit einem Unfall vor zwei Jahren ist er an den Rollstuhl gefesselt, und damit kommt er überhaupt nicht klar. Er verschanzt sich zu Hause, hört stundenlang Johnny Cash oder sieht sich Kriegsfilme an und ist zu einem übellaunigen, maulfaulen Grantler mutiert, der es Ehefrau Ingvild schwer macht, ihn nicht zu verlassen. Doch bevor Ingvild diesen letzten Schritt gehen will, versucht sie, Geirr mit Hilfe der Therapiegruppe der nervig optimistischen und redefreudigen Tori aus seinem mentalen Loch zu befreien. Da Tori somit das krasse Gegenteil von Geirr ist, stehen die Chancen nicht allzu gut. Tori wird begleitet von der dauerlächelnden, vom Hals abwärts gelähmten Marte samt Ehemann Gard, der einst Martes Unfall verschuldet hat, von der depressiven und ständig jammernden Lillemor sowie vom Schlaganfall gezeichneten Asbjørn. Dann kann's ja losgehen mit der Gruppensitzung bei Geirr zu Hause. Dumm nur, dass sich der diesem behinderten Optimistenpack gänzlich verweigert und überhaupt keine Lust hat, positive Motivationsphrasen nachzuplappern. Also wird Tori im wahrsten Sinne des Wortes in die Flucht geschlagen und Geirr bläst zur Therapiestunde der anderen Art: sagen wir doch einfach alle mal die Wahrheit, und zwar so lange, bis es richtig weh tut. Herbeigeschaffte Drogen und Alkoholika tun ein Übriges, um aus unseren pseudo-fröhlichen Behinderten Menschen zu machen, die sich endlich mal trauen, das zu sagen, was sie wirklich denken. Das wird schmerzhaft, sowohl psychisch als auch physisch. Erst als alle, nicht nur bildlich gesehen, am Boden liegen, zeichnet sich ein kleines Licht am Ende des Tunnels ab. Es war eine lange, harte, brutal ehrliche, witzige, erregende, deprimierende, gefährliche und lebensbejahende Nacht. Von wegen negative thinking...

Breien setzt sich hier völlig selbstverständlich über jegliche Art von political correctness hinweg. So werden Behinderte ohne Rücksicht auf ihre Behinderung wie ganz normale Menschen behandelt, ohne diese pseudo-behutsame Art, hinter der sich sowieso nur Hilflosigkeit verbirgt. Sie werden beschimpft, sie werden Ziel von Spott und Hohn und auch körperliche Gewalt wird hier ganz unverblümt angewendet. Von Sex ganz zu schweigen. Denn warum sollen eine depressive alte Frau und ein halbseitig Gelähmter, der kaum sprechen kann, keinen Sex haben? Eben! Manches Mal ist man doch ein wenig erschrocken, wie wenig Breien sich hier um gängige Konventionen oder gar Höflichkeit schert. Andererseits gibt ihm diese Handhabung die Möglichkeit zu vielen brüllkomischen Situationen. Trotzdem gelingt ihm das Kunststück, seine Protagonisten nie der Lächerlichkeit preiszugeben, egal, ob sie mit verrutschter Perücke halbnackt herumstehen oder, da komplett gelähmt, hilflos auf dem Boden liegen. Man kann sich einfach des Gefühls nicht erwehren, hier einen ungeschminkten, realen und richtigen Einblick in das Leben körperlich Behinderter zu bekommen, Seelenstriptease inklusive.

Die Schauspieler machen ihre Sache großartig. Man empfindet für jeden von ihnen Sympathie, so schlecht und daneben sie sich auch benehmen mögen. Das Drehbuch strotzt vor witzigen One-Linern, die einen mehrmals mitten im Lachen verschreckt innehalten lassen, nur, um dann innerlich zu applaudieren ob der unglaublich wahren Aussagen. Es gibt viele kleine, berührende Momente, die Einblick in die ganze Tragik des Lebens der Protagonisten gewähren und die Hoffnung nähren, dass selbst so ein sturer, grantiger und verbitterter Bock wie Geirr aus seiner schlimmen Depression wieder herausfindet. Perfekt abgerundet wird das Ganze von einem sehr individuellen Soundtrack, dessen Liedern man aufmerksam zuhören sollte, denn hier verbergen sich neben den scharfzüngigen Dialogen weitere interessante Texte. Mit 79 Minuten kommt der Film erfrischend kurz daher, somit bleibt für Langeweile gar kein Platz. Einen kleinen Abzug würde ich für den Look vornehmen, der mit Handkamera und leicht verwaschenen Farben etwas laienhaft daherkommt, was ja aber heutzutage gern auch als Kunstgriff ausgelegt wird. Ich hätte mir auf der technischen Seite aber doch ein klein wenig mehr Professionalität gewünscht. Ansonsten gibt's an diesem Film absolut nichts auszusetzen. Vier von fünf gruppendynamischen Therapiesitzungen auf Krankenschein.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ver-krüppelt?, 23. Januar 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des negativen Denkens (DVD)
Selbst ein Krüppel, habe ich hier mit großem Vergnügen sehen können, was die Gesellschaft mit uns anzustellen versucht ("positives Denken") und wie man (auch) damit umgehen kann: mit einem herzhaften "steckt Euch Euer Good-Will sonstwo hin!" Ja, ich habe den Film genossen - der trotz aller manchmaligen "Härten" in Summe herzlich und zutiefst menschlich bleibt. Menschlich - sowohl, was Abgründe als auch positive (!) Kräfte anbelangt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Leben ist ein hässlicher, großer stinkender Misthaufen, 28. Juni 2009
Von 
Joroka (Darmstadt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des negativen Denkens (DVD)
Weshalb lachen wir darüber, wenn anderen Menschen das Leben übel mitspielt, wenn ihnen ein Leid wiederfährt? Diese berechtigte Frage kann man sich bereits seit der Stummfilmzeit (z. B. bei "Dick und doof") stellen.
Der vorliegende Film berührt durch die negative Grundstimmung seiner Akteur, die bei manchen zunächst noch im Untergrund schlummern, aber letztendlich ungestüm an die Oberfläche drängt. Der Film ist eine rabenschwarze Komödie und ich konnte mir tatsächlich mehrmals das Lachen nicht verkneifen, obgleich man eigentlich über das Schicksal der Akteure hätte Weinen müssen.
Lacht man vielleicht deshalb, weil einem das Schlechte nicht selber sondern nur anderen passiert? Eine gewisse Form der Schadenfreude?

Tori ist eine Psychotante (nicht die Sympathieträgerin!), die mit ihrer munteren, bunt zusammengewürfelten Truppe, jeder Teilnehmer mit mehr oder weniger schwerem Schicksalsschlag, auch Hausbesuche macht. Ihr Ansatz: Positives Denken! Jedes Ziel erreicht man mit dem ersten kleinen Schritt....
Geirr sitzt seit einem Unfall im Rollstuhl, ist impotent und des Lebens überdrüssig. Seine Frau hat Tori und Konsorten in ihre schöne Villa eingeladen, die sie sich mit dem Geld von der Unfallkasse leisten konnten. Geirr reagiert jedoch auf die Gruppe und besonders auf Tori von Anfang an mit massiver Ablehnung und Konfrontation. Er möchte nicht umgepolt werden, denn alles ist schlecht und soll auch so bleiben.
Anfänglich bemüht sich Tori noch scheinheilig um das Seelenheil von Geirr, als er ihr aber hart ins Gesicht schlägt, bröckelt die schöne Fassade von Tori und sie kann ihre aufgestauten (wahren) negativen Gedanken nicht mehr zurückhalten. In der Villa bricht nach ihrem Abzug eine Form von Anarchie aus. Es wird gekifft, gesoffen, demoliert, schwadroniert und gehurt sowie gekotzt. Scheinbare Behinderungen lösen sich auf, scheinbar Nichtbehinderte erweisen sich als seelische Krüppel. Was macht noch Sinn? Ist nicht alles einfach ein großer stinkender Misthaufen?.....

Mal wieder ein Film, bei dem man so richtig Spaß haben kann, wenn auch vielleicht mit ein wenig schlechtem Gewissen (siehe oben). Er ist nur knapp 80 Minuten lang, doch bis dahin ist die Botschaft gut und ausgiebig herüber gekommen. Die Figuren sind schön herausgearbeitet; keinen würde man gerne mit nachhause nehmen. Schade nur ein wenig der Schluss. Trotzdem 5 Sterne. Besonders geeignet für Protestwähler.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klasse!, 13. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des negativen Denkens (DVD)
Hatte mich vorher nicht mit dem Inhalt des Filmes beschäftigt. Muß zugeben, dass es ein bedrückendes Thema ist - aber der Film war fesselnd, kurzweilig und ganz nach meinem Geschmack. Der schwarze Humor ist wirklich klasse, das Thema wurde gut verkauft. Muß man gesehen haben!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Must Have Seen, 17. Dezember 2009
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des negativen Denkens (DVD)
Wer schwarzen Humor mag mit dem geschärften Blick auf die Realität, ist hier richtig.
Manches mag bizarr erscheinen, und ist gewiss überzeichnet. Aber dennoch sehr nah am wirklichen Leben dran.

Denn es IST nicht lustig, behindert zu sein. Und auch zwanghafter Vorzeigeoptimismus macht es nicht besser. Eher ein realistischer Blick auf das was möglich ist, und was nicht.
Und dass jeder seinen eigenen Weg gehen muss, um sich mit so einer Situation zu arrangieren, so gut es geht.

Die ach so erfolgreiche Psychotherapeutin kommt in dieser Satire ganz und gar nicht gut weg, und riskiert in der Tat wortwörtlich eine "dicke Lippe"
Zu viel will ich nicht vorwegnehmen an dieser Stelle: in jedem Falle sehenswert!!

Viel Spaß dabei!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 3 4 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst
ARRAY(0xb43ed1f8)

Dieses Produkt

Die Kunst des negativen Denkens
Die Kunst des negativen Denkens von Bard Breien (DVD - 2009)
EUR 6,64
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen