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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartig!
Bob Dylan zeigt hier wieder einmal, dass er noch immer diese meisterhafte lyrische Textsicherheit hat, dass er noch immer grandiose Melodien schreibt und dass er mehr Gefühl und Dynamik bei einem song aufbringt als man es sonst gewohnt ist.

Diese Platte ist wirklich großartig.
Akkordeon, die Liveband, seine kräftige Stimme, alles...
Veröffentlicht am 25. April 2009 von M+H L

versus
14 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Senioren-Tanz
Nachdem einige Rezensenten sich hier bemüßigt gefühlt haben ellenlang jeden Krächzer zu analysieren, fasse ich mich kurz: " das bedrohlichere Modern Times" gefällt mir besser, Dylan singt aber auf "Together through Life" angenehmer.
Nebenbei, das ganze Geschwafel davon, wie toll und neu die mexikanischen Einflüsse doch sind, ist...
Veröffentlicht am 27. April 2009 von Amberle


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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartig!, 25. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Together Through Life [Vinyl LP] (Vinyl)
Bob Dylan zeigt hier wieder einmal, dass er noch immer diese meisterhafte lyrische Textsicherheit hat, dass er noch immer grandiose Melodien schreibt und dass er mehr Gefühl und Dynamik bei einem song aufbringt als man es sonst gewohnt ist.

Diese Platte ist wirklich großartig.
Akkordeon, die Liveband, seine kräftige Stimme, alles musikalisch ein Bisschen wie Time Out of Mind/Love and Theft auf mexikanisch aber ganz anders.
Die Songs sind alles in allem zuversichtlicher und haben eine Art Soundtrack-Charakter (auch wenn nur "Life is Hard" ein Soundtrack song ist)

Zur Doppel-LP wird die Original-CD mitgeliefert, die allerdings nicht in einer aufwändigen Hülle kommt sondern in einer simplen Papierverpackung (was aber zu verschmerzen ist, weil die CD ja ein Gratisbonbon ist - andere Künstler bieten zum Vinyl nur einen kostenlosen mp3-Download an. Und wenn man solchen Wert auf eine tolle Hülle legt hätte man ja sonst die Standard oder Deluxe CD bestellen können).

Die Platten selber sind natürlich von guter Qualität, 180 Gramm Vinyl.
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41 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Großartiges Album, mäßige Ltd. Edition, 24. April 2009
Von 
Alexander Möllmann (Köln, NRW) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Eines ist bereits jetzt klar: Dieses Album vom Altmeister des Rock n' Roll war die Überraschung des ersten Halbjahres 2009 schlechthin. Kurzerhand entschied sich das Management den ursprünglich im Herbst geplanten Release auf den 24. April vorzuverlegen. Die Tatsache, dass die große Europatournee zu der Zeit im vollen Gange ist, schien ein positiver Begleitfaktor zu sein.
Wiedermal schlug Dylan musikalisch eine nahezu komplette Kehrtwende ein: Der Blues und Rock n' Roll des Vorgängers ist gewichen und nun erwarten den Hörer eine geballte Ladung von rauen, ungeschliffenen Country-Lovesongs - größtenteils dominiert von David Hildagos Akkordeon Spiel, das einen irgendwo in ein mexikanisches Wüstenkaff versetzt, wo man mit einem Tequilla in der Hand über die Irrungen und Wirrungen der Liebe nachdenken kann. Insgesamt geht es auf dem Album etwas ruhiger zu, die langsamen Balladen behalten durchgehend die Oberhand, nur hier und da findet sich mal ein standard Shuffle (Wie im Opener "Beyond here lies nothing") oder ein kleiner, treibender Blues ("Jolene"). Textlich bleibt Dylan kritisch wie eh und je: Der erhobene Zeigefinger ist es nicht mehr, doch er wird nicht müde aufzulisten, was in der Welt alles nicht so richtig läuft. Sogar die globale Wirtschaftskrise findet ihren Platz im zynischen "My Wife's Hometown" ("State gone broke, the country's dry/Don't be lookin' at me with that evil eye").
Inspiration fand er zu dem Album, als er für den Filmemacher Olivier Dahan die düstere Ballade "Life is hard" schrieb, kurz darauf nahm er mit seiner aktuellen Tour-Band circa 30 neue Songs auf; und 10 davon präsentiert er in diesem Album.
Einen Vergleich zu "Modern Times" zu ziehen wäre nutzlos und auch unangebracht, da es stilistisch zu große Differenzen gibt, niemand hätte so ein Album zu diesem Zeitpunkt erwartet, doch das ist der Grund, warum Bob Dylans Musik auch nach dem 33. Studio Album immer noch ihren Reiz hat.
"Togehter through Life ist definitiv eines der besten Alben des gesamten Jahres und zeugt weiterhin von Dylans musikalischer und textlicher Raffinesse.

Besonderheiten der Deluxe Edition:
Positiv ist anzumerken, dass sie eine DVD mit einem spannenden und aufschlussreichen Interview enthält und eine weitere Folge der berühmten Theme Time Radio Hour mit Bob Dylan, diesmal geht es um "Friends & Neighbors" , also um Freunde und Nachbarn und wie diese unser alltägliches Leben beeinflussen.
Die Theme Time Radio Hour wurde schon oft von Bob Dylan moderiert. Es ist eine einstündige Radiosendung die sich immer einem bestimmten Thema widmet, die Songauswahl liegt dabei ganz in der Hand des Moderators.
Desweitern beinhaltet der schmucke Pappschuber ein Poster des Covers in ca. 36x36 cm.
Zu bemängeln ist, dass es keine B-Sides mit auf die Limited Edition geschafft haben, obwohl Dylan in einem Interview angab, dass bei den Sessions für das Album rund 30 Songs entstanden sein, leider jedoch schien es dem Managemant unangebracht einige der restlichen Songs auf einer Bonus CD zu veröffentlichen. Aber wofür gibt es die Bootleg Serie?
Wegen den fehlenden Bonustracks gibt es insgesamt einen Stern abzug.
Allerdings reicht auch die normale Version des Albums für jemanden, der nur an der reinen Musik Dylans, und nicht an der Theme Time Radio Hour interessiert ist.
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37 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut, aber diesmal kein Meisterwerk, 16. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Together Through Life (Audio CD)
Nachdem das Album nun schon eine Weile auf dem Markt ist, denke ich, es auch mehr oder weniger treffend rezensieren zu können. Habe die Erfahrung gemacht, dass Impuls-Rezensionen gleich nach dem ersten oder zweiten Hören selten ihre Gültigkeit verlieren.
Aber bevor's zum Album geht, muss ich doch meiner Verwunderung über so manche Kritik Ausdruck verleihen: Man liest öfter etwas wie "kannte Dylan von früher" und "klingt ja heute ganz anders, gefällt mir nicht" o.ä. Natürlich, jedem seine Meinung. Aber wenn jemand Dylan und seine Musik vielleicht seit Jahrzehnten aus den Augen bzw. Ohren verloren hat, dann findet er sicher nur schwer Zugang zu "Together through life". Evtl. erwarten ja manche immer noch einen jungen Sänger, der - nur mit Gitarre und Mundharmonika begleitet - seine Protestsongs zum besten gibt.
Wer abgetarkelte Stars oder One-Hit-Wonder hören will, die ihre über 40 Jahre alten Playbacks "singen", der ist wohl in diversen Chart-Shows auf den einschlägigen Sendern besser aufgehoben.

Doch zum Album: Ich finde die drei Vorgänger ("Modern Times" 2006, "Love & Theft" 2001 und "Time Out Of Mind" 1997) auch allesamt besser. Gegen diese 5-Sterne-Meisterwerke fällt "Together Through Life" doch ein wenig ab. Während auf ebengenannten jeweils gleich mehrere gandiose Songs zu finden waren ("Workingman's Blues No.2", "Ain't talkin'"; "High Water", "Mississippi"; "Not dark yet", "Love sick" und viele mehr) fehlen mir hier DER oder DIE absoluten Übersongs.
Natürlich sind die Lieder schön, das Album insgesamt homogen; besonders überzeugend der Opener "Beyond here lies nothin'", das etwas an "Ain't talkin'" erinnernde "Forgetful heart", mein persönlicher Favourite "This dream of you" und vor allem "I feel a change comin' on", das trotz des "verdächtigen" Titels natürlich kein Aufspringen auf den Zug der Obama-Manie zum Inhalt hat (wäre es bei Neil Young vielleicht gewesen ...). Größter Minuspunks des Albums sind für mich die bluesigen Stücke. Vielleicht vom Opener abgesehen fehlen es "Jolene" und Shake shake Mama" einfach am Drive, um sich mit Songs wie etwa "Lonesome Day Blues" oder messen zu können, was womöglich auch am stets präsentenAkkordeon liegt, der den Songs in meiner Meinung bisweilen den nötigen Biss nimmt. Nichtsdestotrotz gefallen mir auch die beiden recht gut und werden wohl, wie es bei fast allen Dylan-Songs der Fall ist, erst in der Live-Version richtig zur Geltung kommen.

Alles in allem aber ein gutes Album. Zwar (für die letzten Jahre untypisch) mal kein Meisterwerk, aber ein gutes Album, dem man ein wenig Zeit zum Reinhören zugestehen sollte. Wenn sich die Rezensionen zu "Together Through Life" irgendwann bei 4 Sternen eingependelt haben, ist das Album absolut treffend bewertet!
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25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das alte Biest Blues und der Folk, 27. April 2009
Von 
V-Lee (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Die wahre Meisterleistung Robert Zimmerman's auf diesem Album sind hier nicht die Kompositionen - obwohl er mit ,I Feel A Change Comin' On' wieder einen Klassiker drauf hat - sondern die Art und Weise wie er hier den Blues als Traditional Folk deutet, bzw. diese Musikrichtungen so miteinander verheiratet, als wären Sie immer schon zusammen gewesen.
Das geht vor allem natürlich über das Instrumentarium - eine röhrenverstärkte und leicht verzerrte Blues Leadgitarre, mischt sich mit Akkordeon, Banjo, allerelei rumpeligen Schlagwerk und die Rhythmus Section poltert in bester Tom Waits Manier daher - wie auch des großen alten Mannes Stimme Waits'sche, um nicht bösartig zu sagen ,rachitische' Züge annimmt, die zu dieser Musik aber herrlich passen. Wenn Dylan dann auf ,This Dream Of You' seinen Folk auch noch ganz nah in Richtung Mexiko schiebt, dann ist man schon versucht zu denken, er betreibe hier musikalische Integration. Manchmal darf's auch eine kleinen Portion Rock'n'Roll sein, so wie bei ,Jolene' oder ,It's All Good', immer aber klingen die songs dieses Albums so, als wären es längst vergessene Traditionals, die hier ihre ihnen gebührende, respektvolle Neuinterpretation erhalten, und nicht wie neue songs, und das allein mag Beweis genug für die Qualität dieses Spätwerks sein, an dem man sich einfach nicht satt hört.

Sehr charmant und nett zu hören - eine ganze Stunde seiner ,Theme Time Radio Hour' show auf der Bonus CD, in der er nicht nur als geistreicher Moderator glänzt (Thema ,Freundschaft') , sondern auch als geschmackssicherer DJ, der bei seiner Musikauswahl den dieser Platte doch sehr stilverwandten T.Bone Burnett berücksichtigt, alle songs aber immer passend zum Thema auswählt.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Album für einen trockenen, heißen Sommer, 22. Juli 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Together Through Life (Audio CD)
Bob Dylan nimmt seine Zuhörer diesmal mit auf eine Reise durch den tiefen Süden der USA. "Together Through Life" klingt in weiten Teilen wie der Soundtrack zu einem Dokumentarfilm über das Leben an der texanisch - mexikanischen Grenze. Die Stamm - Band, mit der Dylan auch seine Neverending - Tour weiterführt, ist auch hier, wie auf den letzten Alben, vertreten und präsentiert sich als sowohl aufeinander, als auch auf den stets unberechenbaren Meister eingespieltes Team, ergänzt wurde die Band diesmal allerdings durch den Multiinstrumentalisten David Hidalgo, dessen Akkordeon "Together Through Life" ein unvergleichliches Flair und eine Exotik verleiht, die man in Dylans Werk zuletzt auf dem Meisterstück "Desire" gehört hat. Noch ein Vergleich mit "Desire" drängt sich auf: Zum erstem Mal seit dieser Zeit duldet der Meister einen Co - Autor an seiner Seite. Diesmal ist es kein Theaterregisseur, sondern der Grateful - Dead - Lyriker Robert Hunter, mit dem Dylan eine lange Freundschaft und Zusammenarbeit verbindet.
Herausgekommen ist dabei kein monolithisches Meisterwerk, wie es "Time Out Of Mind" oder "Modern Times" waren, "Togehter Through Life" stellt man besser in den Kontext der "Basement Tapes" oder des 2001er Albums "Love And Theft" , ein liebevoller Streifzug durch die traditionelle Musik der Vereinigten Staaten, von der Dylan sich immer wieder seine Inspiration holte. Der gute alte Freund Blues steht Pate für viele Stücke dieses schönen Songzyklus. "Beyond Here Lies Nothing" und "My Wife's Hometown" klingen, als hätte ein Muddy Waters sie schon vor 50 Jahren geschrieben und der Meister hätte sie irgendwo in einem verstaubten Ordner wiedergefunden. Meisterhaft gespielt, von Hidalgo veredelt und von Dylans unverwechselbarer Raspelstimme getragen, entfalten sie Songs eine unvergleichliche Atmosphäre. Etwas anders sieht es mit den Blues - Rock - Stücken aus. "Jolene" und "Shake Shake Mama" rocken zwar ganz possierlich, bleiben aber insgesamt zu brav und verhalten. Vielleicht hätte man die Songs erstmal auf der Bühne erproben und dann damit ins Studio gehen sollen.
Die stärksten Momente erreicht Dylan auf "Together Through Life", wenn er wieder den Chronisten erschütternder Liebesgeschichten gibt, wie im Lamento "If You Ever Go To Houston" oder in den hier zahlreich vertretenen Balladen ("Life Is Hard", geschrieben auf Bitte des französischen Filmregisseurs Olivier Dahan und laut Dylan Inspiration für das ganze Album, "Forgetful Heart", einmal mehr eine wunderschön wehmütige Nummer über vergangene Liebe, "This Dream Of You" und das wundervolle "I Feel A Change Comin' On").
"Together Through Life" ist eines dieser Alben, aus denen man zunächst nicht so recht schlau wird, als ersten Eindruck wirkt es etwas unfertig und willkürlich. Seinen vollen Reiz entfaltet es erst nach mehrmaligem Hören, am besten in heißen Sommernächten mit angenehmer Gesellschaft. Ausprobieren lohnt sich.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Americana Elder Musicman, 10. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Together Through Life (Audio CD)
Als großer Dylan-Fan habe ich mir die Scheibe am ersten Tag gekauft. Im Gegensatz zu den drei Vorgängern dauerte es diesmal länger, bis der Funken vollends übersprang. ("Time out of mind" schlug mit seinem Blues, seiner Melancholie und dem genialen Lanois-Sound sofort ein, "Love & Theft" klang gleich absolut authentisch und so pur, dass mir nur "Roots" einfiel & "Modern Times" knüpfte von der Qualität an den Vorgänger an, war dabei aber etwas lockerer, tänzelnder, dennoch bluesy.) Allerdings nicht die vollen rund anderthalb Jahre bis zu dieser Rezension!

Das rumpelige "Beyond here lies nothing", "I feel a change comin `on" & "If you ever go to Houston" sind mir gleich im Kopf geblieben. Die anderen sieben Songs benötigten mehr Zeit um ihren Weg in mein Herz zu finden. Aber nach und nach entfaltet sich die wunderbare Musik und lässige Art. Dylan ist ein alter Hase und er weiß das. Zu Beginn seiner Karriere sprach er noch davon, dass er nicht das Format eines Woody Guthrie oder Leadbelly hätte, aber hoffe, eines Tages so weit zu sein. "Together through life" ist ein gutes und großes Album, welches mit der Zeit an Einfluß gewinnt. Der große Bruch zu den beiden Vorgängern ist es entgegen einigen Pressemitteilungen und der Meinung des ein oder anderen Rezensenten oder Kritikers meiner Meinung nach nicht, soundtechnisch war die Lücke zwischen 1997 & 2001 deutlich größer und auch sonst gab es bei Dylan wesentlich deutlichere Brüche. Insgesamt tritt hier der Blues ( nicht das Bluesfeeling ) gegenüber einem "abseits von Nashville"-Country, Texmex und ganz allgemein Americana zurück. Die Harmonika fehlt hier völlig, dafür ist das Akkordeon sehr präsent. Dies ist der deutlichste Unterschied zu den beiden Vorgängern. Und der Sound hört sich noch deutlicher nach der Prä-Rock & Roll-Phase an als bei den beiden Vorgängern.

Ich finde auf "Together through life" keinen schlechten Song. Das bereits erwähnte "Beyond here lies nothing" käme auf meine persönliche Dylan-Best-Of. "If you ever go to Houston" mag ich immer noch, kein absoluter Top-Knaller, aber ein netter Song. Ich kann mir aber gut vorstellen, wie man mit dem Wagen nach Houston (oder Dallas) reinfährt und der Song dabei läuft. "Forgetful Heart" habe ich anfangs nicht besonders wahrgenommen, gehört für mich mittlerweile zu den stärksten Momenten auf der Platte. Auch das nachfolgende "Jolene" hat für mich gewonnen, würde auch auf das von mir geschätzte "Love and theft" gut passen. Bei "This dream of you" fühlt man sich auf eine Hochzeitsfeier an der amerikanisch-mexikanischen Grenze versetzt. "I feel a change comin` on" ist so was wie der Big-Song des Albums, strahlt Würde aus. Das Lied hat diese bestimmte Mischung aus Zuversicht und Melancholie, die mir ins Herz geht. Dann verabschiedet sich der Mann aus Minnesota mit "It`s all good", und natürlich macht er das nicht mit einem Strauß Blumen. "Together through life" ist eine gute Platte, mit der Zeit hat sie bei mir sehr gewonnen. So gebe ich ihr mittlerweile volle fünf Punkte.

Die Scheibe setzt die mit "Down in the groove" und der "Never Ending Tour" begonnene Reise fort, weiter zurück voran zu den Wurzeln, traditionelle amerikanische Volksmusik, die Verweigerung kurzfristiger Zeitgeist-Konzepte. (Wobei Retro auch wieder Zeitgeist ist, aber das scheint Dylan ziemlich wurscht zu sein). Das Schöne ist, dass viele Dylan auf dieser Reise folgen. Hätten sich all die schlauen Feuilletonjungs Mitte der Achtziger vorstellen können, dass Dylan ab (sagen wir) 1997 ein gutes Album nach dem anderen vorlegt und sich dies sogar in den Charts - "Modern Times" nach 30 Jahren die erste Nummer 1 in den USA, "Together Through Life" die erste Nummer 1 in GB seit "New Morning" von 1970 - spiegelt (Februar 1996 auf einer Fete mit viel Britpop sagte jmd. zu mir:"Dylan hast du live gesehen, ist der nicht schon tot?" Sie dachte vielleicht an den Pere Lachaise, ich musste nur grinsen und damit war die Frage beantwortet)?

Bis auf "This dream of you" verfasste Dylan alle Texte gemeinsam mit Robert Hunter, dem Texter der Grateful Dead. Auf "Down in the groove" hat Dylan zwei Texte von Hunter vertont. Eine so einge Zusammenarbeit bei seinen Texten läßt sich sonst nur noch bei "Desire" (Jacques Levy) finden.
Die beigelegte Theme Time Radio Hour ist eine interessante Zugabe, Dylans Betonungen sind einfach klasse und die Songauswahl ( vieles war mir nicht bekannt ) gelungen. Dazu ein Poster, eine Interview-DVD und ein Aufkleber, man staunt nicht schlecht, dass Columbia so etwas von Dylan veröffentlicht. Bob Dylan ist längst da, wo er als zwanzigjähriger Folkie nicht sein konnte. Er ist längst bei Woody Guthrie, Blind Willie McTell und Hank Williams angekommen. Bob Dylan ist der Elder Statesman der amerikanischen Musik!
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53 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein gemütlicher Abend in der Bar., 27. April 2009
Von 
G. J. Matthia "GJM" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Together Through Life (Audio CD)
1. »Beyond Here Lies Nothin'«
»Oh well I love you pretty baby, you're the only love I've ever known. Just as long as you stay with me the whole world is my throne. Beyond here lies nothing, nothing we can call our own.« Der erste Song signalisiert, was den Hörer erwartet: Rumba-Blues Rhythmus, Akkordeon, Akustikgitarre, Trompeten und Tony Garniers unvergleichliches Bass-Fundament, als wäre man Gast in einer Bar, draußen sinkt die Sonne gen Horizont, drinnen sitzt man mit Freunden am Tisch, ein Glas Rotwein in der Hand, und hört einer Band zu, die auf einer zusammengezimmerten Bühne voller Hingabe und Begeisterung ihre Lieder spielt. Handgemachte Musik. Mit Freude gespielte Musik. Funken, die auf das Publikum überspringen. Gute Laune, die sich ausbreitet und die Musiker noch weiter anspornt. Entspannung. Ungehobelte Spielfreude, die Band spielt für das Trinkgeld und gelegentlich eine Runde Getränke, weil sie eben mit Herz und Seele Musiker sind. Damit ist auch klar, was das Album nicht ist: Wir hören keine Fortsetzung von »Love & Theft« und »Modern Times«, sondern das, was Bob Dylan in einem Interview kürzlich angekündigt hat, stimmt tatsächlich. »I milked the cow dry. I got bored with it. It was time to do something new.« »Beyond Here Lies Nothin'« ist ein beschwingter Auftakt zu einem faszinierenden Album.

2. »Life Is Hard«
Es folgt eine Ballade in Moll: Man erschrickt beinahe, weil Dylan, der in den letzten Jahren meist eher bellen und knurren mochte, eine richtige ausgefeilte Melodie anstimmt: »The Sun is sinking low, I guess it's time to go. I feel a chilly breeze in place of memories. My dreams are locked and barred, admitting life is hard without you near me.« Mancher mag bei einem Titel namens »Life Is Hard« eine sozialkritische Abrechnung mit den Ungerechtigkeiten des Lebens erwartet haben, eine Art »Workingman Blues #3«, statt dessen geht es um die verlorene Liebe. Ein vertrackter Rhythmus zwingt zum genauen Hinhören. Das Jazz-Schlagzeug scheint ein anderes Lied zu begleiten als der Sänger singt. Betörend. Bezaubernd.

3. »My Wife's Home Town«
Ironie war schon immer eine der Stärken Bob Dylans. Dieser rollende Blues zeigt, dass er nach wie vor ein Meister der spitzen Worte ist. »She can make you steal, make you rob, give you the hives, make you lose your tongue. Can make things bad, she can make things worse. She got stuff more potent than a gypsie curse«. Das könnte ' könnte! ' eine Abrechnung mit einer ganz ganz bösen Frau sein. Ist es aber nicht: »There ain't no way to put me down, I just wanna say that Hell's my wife's home town«. Die Frau ist offenbar eine ganz ganz liebe Person, nur die Nachbarn, Verwandten und Bekannten zu Hause' Am Ende des Liedes geschieht Unerhörtes: Bob Dylan lacht schadenfroh. Einen lachenden Bob Dylan hat es meines Wissens noch auf keinem Album gegeben'

4. »If You Ever Go to Houston«
Die Band auf der Bühne in unserer gemütlichen Bar hat eine frische Runde Bier oder Wein bekommen. Die Stimmung wird geradezu heiter. Der Sänger ist ganz offensichtlich bester Laune. »If you ever go to Hooooooouston'« Doch Vorsicht: Der fröhliche Schein trügt. »You better watch out for the man with the shining star, better know where you are going or stay where you are. I know these streets, I've been here before. I nearly got killed here during the Mexican War«. Vermutlich kann es in Houston ganz schon ungemütlich werden. Daher wohl auch der Rat an Lucy, »the other sister«: »Pray the sinner's prayer!« Erneut staunt man: Bob Dylan kann richtig singen. Töne halten, Melodien variieren, Klangfarben modulieren.

5. »Forgetful Heart«
Dieses Lied hat mich spontan an »Heart of Mine« erinnert - allerdings ist es lange nicht so gut. Wenn »Together Through Life« einen schwachen Beitrag enthält, dann ist es für mich diese etwas lustlos wirkende Ballade. Eine Art Lückenfüller, weil einige Gäste in unserer Bar gerade aufs Klo verschwunden oder zum Rauchen vor die Tür gegangen sind. »Forgetful Heart« ist nett, aber mehr auch nicht. Ich gehe auch mal eben raus, eine rauchen. Man hört die Klänge ja trotzdem durch die offene Schwingtür zur Bar.

6. »Jolene«
Nun ist die Band auf der hölzernen Bühne wieder hellwach und begeistert bei der Sache. Also schnell zurück zum Tisch, das will ich nicht verpassen! Unwillkürlich singt man das Gitarrenmotiv nach jedem fröhlich gesungenen »Jolene« mit: »Da da da da dee doo doo.« Es fällt schwer, nicht zu lächeln, und warum sollte man auch bärbeißig dreinschauen? Ein vergnügtes Liebeslied im Blues-Schema. »Maybe I am the King and you are the Queen, Jolene«.

7. »This Dream of You«
»Romance In Durango« von 1976 war so ein melancholisch-verträumtes Lied. Auch »Nettie Moore« schlug diese Richtung ein. Geige, Akkordeon und der akustische Bass bilden das Gerüst für »This Dream of You«, an dem der Traum sich emporranken darf. »There is a moment where all things become new again, but that moment might have come and gone. All I have and all I know is this dream of you that keeps me moving on«. Mancher in unserer Bar hat feuchte Augen, denn wer hätte solche Momente nicht im eigenen Leben zu spüren bekommen?

8. »Shake Shake Mama«
Bevor jedoch die Stimmung zu sentimental werden könnte, folgt nun ein Lied von der Art, die Bob Dylan für seine Theme Time Radio Hour so gerne aus dem Archiv gefischt hat: Eine alte 45er Single, meinetwegen aus den 50er Jahren, von einem Blues-Musiker, der heute längst vergessen ist. Aber seine Musik wirkt noch immer. »Shake shake Mama, shake like a ship going out to sea. I get the blues for you baby, when I look up at the sun. Come back here, we can have some real fun. Shake shake Mama, shake until the break of day. I'm right here baby. I'm not that far away«. Kein tiefgründig-philosophischer Text, keine Mystizismen, einfach nur gute-Laune-Rock'n'Roll. Gut, dass der Kellner gerade Wein nachschenkt. Zum Wohl, jawohl!

9. »I Feel a Change Comin' On«
»What's the use in dreaming, you got better things to do. Dreams never did work for me anyway, even when they are getting true«. Es ist ja wirklich so eine Sache mit den erfüllten Träumen. Man freut sich natürlich, aber die Sehnsucht, das Warten, das Hoffen, die Vorfreude fehlen plötzlich. Ein neuer Traum wird gesucht. Und womöglich findet man keinen mehr? Wenn es auf diesem Album einen Song gibt, der an die vorigen CDs anknüpft, dann wohl dieser. »I feel a change comin' on, and the fourth part of the day is already gone«. Das erinnert an »If it keeps on raining, the levee's gonna break, some people say this is the day only the Lord can make.« Oder an »Thunder on the mountain, for the love of God, you ought to have pity on yourselves!« Aber ' und das ist erfreulich: Es bleibt bei der eher heiter-melancholischen Stimmung in unserer Bar. Das Lied ist alles andere als drohend oder depressiv. Es stimmt gar hoffnungsvoll und zuversichtlich, denn letztendlich ist dies ein Album mit Liebesliedern ' »die Liebe höret nimmer auf«, meinte Paulus, der Apostel einst. Und so gilt auch bei dieser Ballade, was Bob Dylan schon seinerzeit in »I and I« sang: »The world could come to an end tonight, but that's alright. She should still be there sleeping, when I get back.«

10. »It's All Good«
Der letzte Song ist dann Ironie oder gar Sarkasmus in Vollendung. Wie in »Everything Is Broken« von 1989 zählt Bob Dylan auf, was alles schief läuft, im Argen liegt, nicht in Ordnung ist. Aber, anders als 1989, kommentiert er jeweils mit einem trockenen »It's all good«. Schön bitterböse, so richtig bitterböse, dieses Lied. »Wives leaving their husbands, big politicians telling lies, brick by brick they tear you down, a teacup of water is enough to drown, you ought to know: if they could they would'«, jawohl so geht es zu heute in unserer Welt, aber: »Whatever goes down, it's all good«. Da heben wir in der Bar zu den letzten Klängen die Gläser und prosten den verschmitzt grinsenden Musikanten zu. Der Abend geht zu Ende, wir müssen wieder hinaus in die ruppige Welt, aber wir haben eine wunderschöne Zeit zusammen genossen. »It's All Good.«

Dieses Album hat einen ganz besonderen Zauber. Es klingt alles wie ein spontaner Mitschnitt, einschließlich gelegentlicher kleiner Fehler an den Instrumenten, unverfälscht, nicht nachbearbeitet, sondern authentisch und direkt. Das Ganze allerdings auf dem klangtechnischen Niveau von heute. Eben wirklich so, als wäre man Gast in einer Bar, draußen sinkt die Sonne gen Horizont, drinnen sitzt man mit Freunden am Tisch, ein Glas Rotwein in der Hand, und hört einer Band zu, die auf einer zusammengezimmerten Bühne voller Hingabe und Begeisterung ihre Lieder spielt.

Together Through Life
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wie ein alter Wein..., 13. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Together Through Life [Vinyl LP] (Vinyl)
...und bei jedem Schluck schmeckt er nochmal ein wenig anders. Ein guter Wein mit viel Inhalt und ohne Kater am nächsten Morgen.
Der alte Meister zeigt, daß es neben rührseligen Geschichten über alte Männer und Frauen und neben jungen Eintagsfliegen, die abends an ihrem Erbrochenen ersticken, noch etwas gibt, das Bestand hat. Immer wieder.
Kaufen!!!
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34 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vitaler als Quecksilber, 24. April 2009
Von 
André Beßler (Bremen, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Together Through Life (Audio CD)
Kaum eine Bob Dylan-Platte ist mit größerer Nervosität erwartet worden als diese. Seine vorangegangen CDs haben das Hörerinteresse vervielfacht, die gegenwärtige Europa-Tournee treibt ihm Abend für Abend ein großes Publikum zu, Zeitungen und Magazine überbieten sich seit Wochen mit Interviews, Berichten und Rezensionen. Mit seiner jüngsten Veröffentlichung zeigt sich Bob Dylan im Vollbesitz seiner künstlerischen Ausdruckskraft und überrascht zudem mit einer ungeahnten Vitalität.

Eines ist sicher: "Together Through Life" ist kein Konsensalbum, und es kann wohl auch nie eines geben. Viele unter Bob Dylans Hörern gewinnen seinen frühen Platten am meisten ab, andere schätzen besonders die Alben der zweiten Phase, beginnend mit "Subterranean Homesick Blues" bis zu "Blonde on Blonde". Manche lieben seine christlichen Platten, nicht wenige schätzen besonders die in den Neunzigern entstandenen Aufnahmen. Wiederum andere sprechen mehr der Hinwendung zur amerikanischen Roots-Music zu, die Dylan auf seinen jüngsten Alben vollzogen hat.

Insofern gibt es kein einheitliches Fan-Publikum, auch wenn viele seiner Stücke für -zig Millionen Menschen auf der Welt die Begleitmusik ihres halben Lebens sind. (Besonders bei Bob Dylans Konzerten zeigt sich, dass Popmusik inzwischen sehr viel weniger mit Jugendkultur zu tun hat als in den vergangenen Jahrzehnten.) Deshalb ist auch diese CD kein Album, auf welches sich alle verständigen können. Was Bob Dylans Hörer undessen gemeinsam haben, ist sicherlich ihr Sinn für Substanz und ihre Freiheit, sich immer wieder überraschen zu lassen.

In den Texten und der Musik dieser Platte spiegelt sich eine ungewöhnliche Fähigkeit zur Beobachtung und Beschreibung sowie ein lebhaftes, sehr präzises Gespür für jene spezielle Atmosphäre, die sich mit den Geschicken der (des?) Protagonisten seiner Songs verbindet. Man fängt an, gleichzeitig zu denken und zu fühlen - das erreicht längst nicht jeder, der sich hinter ein Mikrofon stellt. Musikalisch sind auf dieser CD keine Pioniertaten zu erwarten, neu ist nur, von wem sie kommen. Es ließe sich denken, Dylans neue CD knüpfe an den großen Erfolg des Vorgängers "Modern Times" an, doch nur der Impetus ist vergleichbar.

Statt dessen strebt "Together Through Life" in eine neue Richtung und gewinnt vermittels seiner Instrumentierung sehr viel an Wärme. Seine Spiritualität schimmert immer noch durch, wenngleich er weit weniger direkt ist, als auf den Alben der Achtzigerjahre. Auf der gegenwärtigen Dylan-Tournee hat mich der grandiose Multi-Instrumentalist Donnie Herron sehr beeindruckt, wenngleich seine Einsätze in Ermangelung tontechnischer Sorgfalt allzu leicht unterzugehen drohten. Neben seiner entzückenden Mandoline wird hier dem Akkordeon ein großer Stellenwert beigemessen. Kein Titel kommt ohne David Hidalgos farbenreich melodiöse Quetschkommode aus, die das Album auf ein angenehmes Latino-Feeling hebt.

Im Mittelpunkt dieser Platte steht denn auch jene etwas düstere Ballade "Life Is Hard", die Dylan für den Film "My Own Love Song" des französischen Regisseurs Oliver Dahan geschrieben hat. Das Coverfoto der CD stammt aus einer Serie von Aufnahmen von Bruce Davidson, mit der der Künstler in den späten Fünfzigerjahren die Zerrissenheit und Ziellosigkeit einer Brooklyner Jugendgang festgehalten hat. Einigen Literaturfreunden wird es vielleicht vom Umschlag der Paperback-Ausgabe des Buches "Big Bad Love" bekannt sein, einer Sammlung von Kurzgeschichten des 2004 verstorbenen Autors Larry Brown, von dem Dylan - wie er selbst sagt - "jedes Wort" gelesen hat, das dieser je veröffentlicht habe.

Die hier versammelten Bluesnummern und Balladen erzählen Geschichten, mit denen sich Dylan von seiner romantischen Seite zeigt. Die Stücke atmen die feuchte Hitze der Südstaaten, wo der gefühlswunde Grundton des Albums zu Hause ist. Der etwas schleppende Rhythmus, den Schlagzeuger George Reciles vorgibt und Tony Garniers druckvoller Standbass verpassen dem Zusammenspiel jenen unverkennbaren Tex-Mex/Cajun-Shuffle, der sich durch das ganze Album zieht. Etwas von der Ursprünglichkeit des lateinamerikanischen, leidgeprüften Kontinents und seiner unbändigen Hoffnung auf ein Leben in Würde scheint in dieser Musik auf.

Bob Dylan hat die meisten Texte dieses Albums gemeinsam mit Robert Hunter geschrieben, der sich neben seiner Arbeit als Übersetzer quasi als "Haustexter" für Grateful Dead einen Namen gemacht hat. Dylan hat den ausgesucht poetischen Worten ein angemessenes musikalisches Gewand gegeben. Man muss aber schon sehr fähige Musiker um sich haben, um eine solch wrappierende Dynamik und einen dermaßen geschlossenen Sound aufzubringen.

Bestimmt hätten die beiden genialen Tour-Gitarristen Denny Freeman und Stu Kimball hervorragend ins Konzept dieses Albums gepasst. Doch auch Mike Campbell von den "Heartbreakers" ist eine gute Wahl. Seine Lead-Gitarre mit einem alten Röhren-Amp zu verstärken, gehört zu den besten Ideen dieser Produktion. Indem er der Aufnahme einen gleichsam urbanen Charme verleiht, lässt Campbell den Hörer beinahe das 21. Jahrhundert vergessen.

Bob Dylan singt unverhofft tongenau und sieht - sehr im Sinne eines lebensnahen, authentischen Gesamtbildes - über manchen Verspieler hinweg. Unter dem Pseudonym Jack Frost hatte er bei dieser CD selbst die Finger an den Reglern. Seine disziplinierte Produktion vermittelt eine ganz intensive Präsenz. Es ist dabei ein Album entstanden, das einer großen Liebe zum amerikanischen Süden (nach eigenem Bekunden nicht so sehr als geografischem, sondern eher als einem empfundenen Ort) Ausdruck verleiht, ideenreich in jeder Hinsicht.

"Together Through Life" ist zweifellos eine sehr persönliche Platte, die den Schmerz und den Verlust, aber auch Güte, Ehrgefühl und Nächstenliebe als feste Bestandteile des Lebens zum Gegenstand hat. Wem die Auskopplung "Beyond Here Lies Nothing" gefällt, wird Titel wie "Forgetful Heart", "Life Is Hard" und "I Fell A Change Comin' On" mögen und geht kein Kaufrisiko ein. Eine sehr schöne CD, die ihre Zeit weit überragt und der man die Aufmerksamkeit vieler Hörerinnen und Hörer wünscht.
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20 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Meister lässt auch im Alter nicht nach..., 23. April 2009
Von 
Endlich ist es soweit! 3 Jahre nach dem teilweise verbitterten Modern Times Album, auf welchem der Maestro böse gegen die modernen Zeiten anwetterte, liegt nun mit Together through Life das neue Schaffenswerk von Bob Dylan vor. Mit diesem Album zeigt sich der mittlerweile 67-jährige Sänger versöhnlich und erkennt, daß auch keine lebende Legende den Fortschritt auhalten kann.

1. »Beyond Here Lies Nothin'«

Man nehme ein paar Tröten, ein quiekendes Akkordeon und Dylan's Livesound der letzten Jahre, schon hat man den perfekten Eröffnungssong. Der Song schwingt mit großer Leichtigkeit

2. »Life Is Hard«

Aus der Session zu diesem Soundtrackbeitrag entstand das ganze Album. Für mich die schönste Ballade des Albums.

3. »My Wife's Home Town«

Klassischer Blues, wie er in den 50ern und 60ern von den schwarzen Blues-Legenden gespielt wurde.

4. »If You Ever Go to Houston«

Love & Theft meets Desire.... So klingt dieser Song!

5. »Forgetful Heart«

Der schwächste Song des Albums

6. »Jolene«

Weiterer klassischer Blues, wie er in den 50ern und 60ern von den schwarzen Blues-Legenden gespielt wurde.

7. »This Dream of You«

Bob schwelgt erneut in mexikanischem Feeling! Ein Hauch von Desire schwingt in diesem Album.

8. »Shake Shake Mama«

Sauf- und Trinklied von Bob - es geht also auch anders...

9. »I Feel a Change Comin' On«

Der stärkste Song des Albums - ein kommender Dylan Klassiker

10. »It's All Good«

Ein etwas schwächerer Song zum Abschluß.

Fazit:

Nach TOOM, L&T und Modern Times präsentiert Bob Dylan bereits das 4. sensationelle Alterswerk in Folge.

...can this really be the End...?
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Together Through Life
Together Through Life von Bob Dylan (Audio CD - 2009)
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