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am 20. April 2010
Am Anfang dieser Aufnahme steht ein gelehrter, teilweise heftig geführten Disput in der Fachwelt, den Joshua Rifkin 1981 mit der These auslöste, Bach habe nur einen Sänger pro Stimme in seinen Chören zur Verfügung gehabt, die rechte Art der Aufführungspraxis sei also einfache Stimmbesetzung. Erst im Jahr 2003 fand sich mit McCreesh ein Dirigent, der den Mut hatte, diese These und die dahinter liegende Annahme, Bachs Musik könne auch mit minimaler Besetzung überzeugend klingen, in der Praxis zu überprüfen. Das Ergebnis ist die vorliegende Aufnahme, die, es sei vorweggegriffen, vollkommen überzeugt.

In dieser Aufnahme stellen die acht Solisten zugleich die beiden Chöre. Bei den Gabrieli Players sind nur die Violinen, Flöten und die Oboen D'Amore doppelt besetzt. Durch diese geringe Besetzung entsteht eine Transparenz in der Musik, die bei grösseren Besetzungen so kaum zu realisieren ist. Man hört hier Bach mit einer Präzision, die man sonst eher mit Quartettmusik oder der Renaissancepolyphonie verbindet (oder, natürlich!, Bachs Solowerken für verschiedene Instrumente). Die Entlastung der Besetzung erlaubt auch höhere Tempi (vor allem im Eröffnungschorus), die dennoch niemals gehetzt, sondern stets ausgeglichen und überlegt wirken. Der kammermusikalische Umfang des gesamten Ensembles führt unter der Leitung McCreesh zu einer sehr nach innen gewandten, nachdenklichen Aufnahme der Matthäuspassion.

Eine Aufnahme ausschliesslich mit Solisten steht und fällt natürlich mit diesen. McCreesh hat in ausgezeichnees Solistenensemble zur Verfügung, aus dem Magdalena Kozena und Mark Padmore jedoch herausragen. Magdalena Kozenas obertonreiche, warme Stimme, stets mit leichtem Vibrato, ist weitaus voller als die sehr geraden (manchmal fast metallenen) Stimmen der anderen Sängerinnen. Dies schafft für mein Gefühl ein Ungleichgewicht zwischen den Frauenstimmen, das beim ersten hören irritiert. Die Männerstimmen sind sehr ausgewogen, doch ragt Mark Padmore als Evangelist hervor. Seine Leistung steht dem beeindruckenden, massstabsetzenden Vortrag von Ernst Haefliger in nichts nach (Matthäus-Passion (Ga)).

Ein Aspekt der Aufnahme sei noch erwähnt (ein Aspekt, der selten Erwähnung findet): McCreesh wählt für diese Aufnahme die Kathedrale in Roskilde, wo ihm ein moderner Nachbau einer Barockorgel zur Verfügung steht. Der weitaus grössere Registerumfang dieser Orgel sorgt für ein reicheres Farbspektrum und mitunter auch grössere Klangwucht, als es mit einer Continuo Orgel, wie sie üblicherweise zum Einsatz kommen, möglich wäre. Für den Interessierten enthält das Begleitheft zur CD eine kurze Darstellung der Orgel (inklusive einer Auflistung der verfügbaren Register).

McCreesh hat für die vorliegende Aufnahme zusammen mit Mitgliedern der Gabrieli Players eine Neufassung der Matthäuspassion verfasst. Sie fusst auf der Reinschrift Bachs, die vermutlich für die Auführung von 1736 vorgesehen war. Im Vergleich zu den sonst verwendeten Fassungen entfallen dadurch einige Stücke, was den kleinern Umfang der Aufnahme (neben den geringfügig rascheren Tempi) im Verhältnis zu anderen Aufnahmen erklärt. So fallen z.B. im ersten Teil die Nummern 5-8 aus der Salbung in Bethanien weg. Man mag diesen Verlust bedauern. Die Begründung und Beschreibung der vorgenommenen Änderungen im Begleitheft ist ausreichend, um einen Eindruck von der Art der getroffenen Entscheidungen zu erhalten.

Trotz der wunderbaren Transparenz, die durch die kleine Besetzung möglich ist, ist es unwahrscheinlich, dass McCeesh Vorlage allzuviele Nachahmer finden wird. Zu schön sind grosse Chöre, zu schwierig dürfte es sein, Ensembles wie das hier zu hörende zusammenzustellen. Die Aufnahme wird aber eine Perle bleiben unter allen Aufnahmen der grossen Werke Bachs - ihrer Besonderheiten und ihrer hervorragenden Besetzung wegen.
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57 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Die von Paul McCreesh und seinem Ensemble vorgelegte, solistisch besetzte, Matthäuspassion ist weit mehr als ein interessantes Experiment: Egal, ob man jetzt einen satten Chorklang bevorzugt oder den schlanken Sound von Solistenensembles, musikalisch ist diese Einspielung ein Knaller, der die jüngsten Versionen von Harnoncourt, Herreweghe und auch die schon etwas ältere Gardiner-Aufnahme zum Fenster hinausfegt!
Ich kenne keine Aufnahme, abgesehen von der Karl Richters und vielleicht der John Eliot Gardiners, wo die Leistungen aller Solisten in den Arien und Rezitativen so gleichmäßig großartig sind. Als Chor lassen die acht Sänger ebenfalls keine Wünsche übrig: Sie lassen selbst die Ensembles der vorgenannten Aufnahmen alt aussehen. Obwohl viele Tempi wegen der solistischen Besetzung durchaus zügig sind, artet die Auffassung McCreeshs nie in einen Geschwindmarsch à la Gardiner aus: Die Musik atmet. Die Choräle sind Bestandteile des Spannungsbogens und werden weder beiläufig abgehandelt bzw. als „Chorrezitative" missverstanden (Gardiner!), noch gleichförmig gesungen wie Gemeindegesänge (Harnoncourt!).Wer glaubt, dass ein Chorklang zwingend mindestens sechzehn Sänger voraussetzt, höre sich bitte „Sind Blitze, sind Donner" an und schweige für immer stille!
Ein Extralob verdient der Tenor Mark Padmore: Bereits in Herreweghes neuester Johannespassion souveräner „Herr des Geschehens", stand er schon auf der Konzert-Tournee nicht nur die Evangelistenpartie sondern ebenfalls seine anspruchsvollen Tenorsoli („Ich will bei meinem Jesu wachen") ohne Ermüdungserscheinungen durch.
Ich hoffe, dass es da draußen den einen oder anderen Kammerchor gibt, der diese phänomenale Einspielung als Kampfansage begreift und bald einen ebenbürtigen „Gegenentwurf" vorlegt. Bis dahin (und das kann LANGE dauern) kommt mir keine andere Einspielung in den CD-Player!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. Dezember 2012
Wie habe ich mich gewehrt, als ich von den solistisch besetzten Chören hörte...Ich dachte immer, Bach hätte gerne einen großen Chor gehabt; aber mittlerweile glaube ich, daß ein guter "kleiner" Chor eine gleiche oder sogar bessere Wirkung erzielt, als ein Chor mit vielen Stimmen, die sich nicht voneiander abheben. Seit ich diese Version der Passion besitze, möchte ich nur noch solistisch besetzte Chöre hören. Das ist die erste Einspielung der Passion, bei der ich so gern auch die Geschichte (Rezitative) höre. Die Geschichte steht hier im Vordergrund und es passt alles so gut zusammen. Auch für uns "Heiden" hat dies eine unheimlich magische und vor allem tröstende Wirkung. Wunderbar auch, wie die meist nicht deutschen Sänger, die deutsche Sprache wiedergeben. Ich bin einfach begeistert und freue mich, daß mir dieses Ensemble so viele schönen Stunden ermöglicht.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. November 2011
Ich muss gleich am Anfang vorausschicken, dass ich wahrscheinlich mit der musikalischen Fachkompetenz der anderen Rezensenten nicht mithalten kann. Als langjähriger und immer noch aktiver Chorsänger (inkl. Matthäus Passion) möchte ich aber hier trotzdem meine Meinung zur Matthäus Passion von McCressh abgeben:

Ich habe mir die Aufnahme von einem Freund ausgeliehen und war von Anfang an gefangen davon. Nach zwei Wochen habe ich mir meine eigene Aufnahme bestellt. Zuerst war mir gar nicht sofort klar, dass auch die Chorpartien nur von den Solisten gesunden werden. Wer schon mal mit Solisten in einem Chor gesungen hat weiß, dass es nur wenige Solo-Sänger gibt, die sich in einen Chorklang einfügen können. Soll heißen: Sich selbst zurücknehmen, wenn es dem Gesamtklang dient. Die Chorstellen in dieser Aufnahme sind meiner Ansicht nach meisterhaft von den Solisten gestaltet. Jede Stimme kommt dort, wo sie wesentlich ist aus dem Gesamtklank heraus und fügt sich sogleich wieder in das Ensemble ein. Damit hat die Aufnahme nichts von der Schwere und Behäbigkeit mancher "traditioneller" Aufnahmen. Ich muss gestehen, dass mir diese Aufnahme nochmal ganz neu klar gemacht hat, wie lebendig und intensiv Bach sein kann. Man kann sich sicherlich streiten über manche Tempi, die natürlich auch aufgrund der kleinen Besetzung etwas flotter sein müssen. Aber wie die Dynamik und damit auch Dramtik des Werks hier herausgearbeitet wurde ist mehr als beeindruckend. Auch die Solopartien finden meine große Bewunderung. Etwas, was ich persönlich sehr angenehm fand: Die Solisten (gerade die Frauenstimmen) verzichten auf großes Vibrato und gestalten den Klang trotzdem sehr intensiv. Das hilft insbesondere den Text - um den es ja bei den alten Meistern hauptsächlich ging - in den Vordergrund zu stellen und herauszuarbeiten.

Wir werden wohl nie wissen, wie Bach sich die Aufführung seiner Matthäus Passion wirklich vorgestellt hat, aber diese Interpretation schafft es jedes Mal aufs neue mich tief zu bewegen. Ein Meisterwerk!
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. April 2009
Die Matthäus-Passion nur mit Solisten aufgenommen? Das konnte ich mir nicht vorstellen, bis ich die Einspielung von Paul Mc Creesh gehört habe.

Das Ergebnis ist mehr als nur hörenswert, es ist absolut mitreißend, denn es fällt durch eine berührende Unmittelbarkeit und hohe Emotionalität auf.

Da ist schnell vergessen, dass da kein "richtiger" Chor singt...Alles ist stimmig und ausgewogen, aber auch wieder voller herausragender Momente. Das betrifft die Tempi, die Dynamik, die Artikulation, die Textverständlichkeit, usw....man kann ins Schwärmen geraten.

Herausragend ist der Evangelist/Solist/Chorsänger Mark Padmore, der einen Anthony Rolfe-Johnson weit in den Schatten stellt. Das und die Leistungen der anderen Solisten muss man sich einfach anhören!

Diese solistische Aufführungspraxis ist vielleicht kein Muss, und der Dirigent Paul Mc Creesh erhebt auch keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Der minimale Ansatz hat aber doch seine Berechtigung, denn er führt hier zu einem maximalen Treffer.

Unbedingt empfehlenswert!!!
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. Mai 2003
Unter den Einspielungen der Matthäus-Passion auf Orginal-Instrumenten tummeln sich viele klangvolle Namen. Nun ist der Markt um einen Meilenstein reicher! McCreesh legt eine solistisch besetzte Version vor - ohne große Chöre. Wo sind die himmlischen Chöre eines Herreweghe geblieben, an die man sich doch so sehr gewöhnt hat?
Umgenken ist angesagt, wenn's auch schwer fällt! Wer sich aber auf dieses Experiment einläßt gerät ins Staunen und erlebt eine Passion, die intimer und dichter nicht sein könnte. Fast wie eine Kammer-Oper geht diese Musik direkt ins Herz. Durch die Spitzenleitung aller Sänger (insbesondere des Evangelisten) entsteht ein Kirchen-Drama, das seinesgleichen sucht. Alle Beteiligten sind optimal aufeinander abgestimmt. - McCreesh topt mit dieser Einspielung seine vorausgehenden Händel-Oratorien um Längen.
Ob sich die solistische Besetzung auf Dauer bei großen Passions-Musiken durchsetzen wird, wage ich zu bezweifeln. Schade einerseits - aber andereseits hat man immerhin eine einzigartige Aufnahme. Lassen Sie sich auf dieses Klangwunder ein - es lohnt sich !
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Februar 2014
Ich gebe zu: ich war etwas skeptisch, wie der Verzicht auf den großen Chor denn nun klingen würde. An das schnelle Tempo und die Schlankheit des Eingangschors muss man sich einige Augenblicke gewöhnen, dann aber ist man mittendrin in der Handlung. Während übliche Aufführungen vom Kontrast zwischen Chor, Solisten und Evangelist leben (und damit auch eine gewisse Sperrigkeit des Werkes einhergeht), bewirkt die in dieser Aufführung vorgenommene Reduzierung zum einen eine von mir bislang so nicht vernommene Homogenität des Werkes, die der Wirkung guttut. Durch die Verkleinerung des Chors schwindet die sonst anzutreffende Anonymität und Distanz, da jetzt einzelne, identifizierbare Sänger mit uns kommunizieren anstelle einer großen diffusen Klangmasse. Hieraus ergibt sich eine (über die gesamte Aufführung gehaltene) unmittelbare Emotionalität und Unmittelbarkeit, der man sich nur schwer entziehen kann und die auch die Interpreten ansteckt und anspornt. Zum anderen steigt auch die Textverständlichkeit in den Chorstücken immens und es wird klar, dass es sich hier um ein großartiges Stück Musiktheater handelt. Am meisten profitieren von der Verkleinerung die Choräle, die jetzt transparent-spannungsreich erscheinen - ich fand sie sonst immer langweilig-fade.

Nun zum Klang: Sänger und Orchester sind relativ nah aufgenommen, so dass der insbesondere an der Orgel manifestierte lange Nachhall des Kirchenraums nicht störend zum Tragen kommt. Das Klangbild ist auf der angenehm-warmen Seite gehalten, was die ggü. modernen Instrumenten etwas herberen Klangfarben abmildert.

Fazit: eine in der Direktheit der Ansprache modern anmutende, emotional einnehmende und sehr schlüssige Aufführung, die auch zum Einstieg in das Werk taugt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. April 2014
Ich hätte es nicht erwartet: Seit der Zeit, als ich unter Karl Richter im Knabenchor mitgesungen habe, ist mir die Matthäuspassion vertraut und zugleich begeistert sie mich immer wieder neu, bislang bevorzugt in eher "traditionellen" Wiedergaben, im Konzertsaal, in der Kirche und aus der heimischen Hifi-Anlage. Dass eine solistisch besetzte Wiedergabe dem Werk so unglaublich gerecht werden kann wie die Aufnahme unter McCreed, hätte ich nicht gedacht - welch ein Erlebnis, diese 160 Minuten zu hören. Die acht Sängerinnen und Sänger sind von einer bewundernswerten Intensität, solistisch genauso wie in den Chören. Man hat das Gefühl: Da wird jedes Wort und jede musikalische Phrase so wiedergegeben, dass es einfach stimmt. "Perfektion" und Innigkeit kommen aufs schönste zusammen. Es ist ganz anders als leider manchmal bei Thomas Hengelbrock: Bei oratorischen Werken mit seinem Balthasar-Neumann-Ensemble bestreiten Chorsänger die Soli und fallen dann häufig gegenüber den chorischen Partien deutlich ab, hier ist es umgekehrt: Hochrenommierte Solistinnen und Solisten singen außer ihren solistischen Partien die Chöre in einer Tonschönheit und Lebendigkeit, wie man es selten zu hören bekommt. Und: Bei aller Durchsichtigkeit und teilweise durchaus zügigen (aber nie gehetzten) Tempi kommen die spirituelle Tiefe der Musik und das Ausloten des Textes nie zu kurz, vor allem auch in den Rezitativen mit dem ausdrucksstarken Mark Padmore als Evangelisten und dem herausragenden Peter Harvey (von dem man dankenswerterweise auch die beiden großen Bass-Arien im Zweiten Teil hören darf) als Jesus. Eine großartige, ergreifende Aufnahme.
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Dezember 2004
In Punkto Musikalität und Klang kann ich mich den anderen Rezensenten nur anschliessen: Hier liegt eine bedeutende Alternative zu den existierenden Referenzeinspielungen vor.
Die Schlichtheit der Gestaltung ist berührend, die schnellen Tempi wirken (fast) nie gehetzt.
Einziger Wermutstropfen: Von den acht Vokalsolisten spricht hörbar nur einer muttersprachlich Deutsch. Zwar bemühen sich alle um deutliche Aussprache, aber abgesehen von typisch angelsächsischen Vokalverfärbungen und einigen "sch" anstelle von "ch" stellt sich auch so gut wie nie das Gefühl einer wirklichen Textinterpretation ein. Alles wird gut ausgeführt, aber die Wortnuancen einer Janowitz , einer Christa Ludwig, eines Kurt Equiluz usw. fehlen mir persönlich hier sehr. So wird manches sprachliche Relief einfach planiert, abgesehen von einigen schlichten Fehlern ("so mackt mich doch sein Testament...",D.York).
Trotzdem wegen der solistischen Besetzung eine unverzichtbare Aufnahme.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Juli 2015
Mir jedenfalls ging's so. Ich habe die Matthäus-Passion einige Male im Chor mitgesungen, habe ein paar für meinen Geschmack fantastische Aufnahmen, die hinsichtlich der Interpretation sehr unterschiedlich sind und doch alle ihre Rechtfertigung und Highlights haben (u. a. Richter, Schreier, Koopman) und durfte etliche Aufführungen miterleben, aber nie hat mich das Werk im Ganzen so tief bewegt (Ich sage "im Ganzen" - die meisten Aufnahmen haben große Momente, ich denke nur an Richters "Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen" - also, wer dabei ruhig bleibt...). Wie so viele, war auch ich extrem skeptisch, ob eine rein solistische Besetzung, ganz unabhängig von allen Diskussionen um die historisch "richtige" Aufführungspraxis, die emotionale Wucht dieses Werks transportieren kann - ich habe tagelang probegehört. Als ich die Aufnahme dann zum ersten Mal zuhause hörte, war ich platt! "Sind Blitze, sind Donner..." GEWALTIG! Wenn ich nicht schon gesessen hätte... So viel Transparenz, so viel Präzision und vor allem so viel schon fast intime Emotion, das habe ich so nie erlebt. Die Sänger sind durchgehend Spitze - wo gibt es sonst so etwas? Wenn irgendjemand herausragt, dann sind es James Gilchrist als Evangelist, Peter Harvey, der FAST an Fischer-Dieskau heranreicht und Magdalena Kozená, deren "Erbarme dich" zum Niederknien ist! Diese Matthäus-Passion, man möge mir meinen Pathos verzeihen, ist ein Meilenstein!
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