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33 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Stück Musikgeschichte!
Die vorliegende Aufnahme der Zauberflöte stellt für mich als jungen Klassik-Liebhaber ein Stück Musik-Geschichte dar, das Seinesgleichen sucht und kaum findet. Allen voran müssen hier Karl Böhm und Fritz Wunderlich genannt werden. Böhm geleitet uns durch eine Zauberflöte, die nie in eine übertriebene Heiterkeit abgleitet und den...
Veröffentlicht am 23. Oktober 2002 von Markus S.

versus
33 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Männer 3, Frauen 0
Ich kenne nur wenige Aufnahmen der Zauberflöte, denen man ihr Alter so sehr anhört wie dieser. Das liegt nicht an der Aufnahmetechnik, die ist für die 60er sogar ganz ausgezeichnet.

Schuld ist die Interpretation, in erster Linie der Dirigent: Karl Böhm läßt seinen Mozart sehr präzise und auch recht transparent spielen, aber...
Veröffentlicht am 27. März 2003 von vully


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33 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Stück Musikgeschichte!, 23. Oktober 2002
Die vorliegende Aufnahme der Zauberflöte stellt für mich als jungen Klassik-Liebhaber ein Stück Musik-Geschichte dar, das Seinesgleichen sucht und kaum findet. Allen voran müssen hier Karl Böhm und Fritz Wunderlich genannt werden. Böhm geleitet uns durch eine Zauberflöte, die nie in eine übertriebene Heiterkeit abgleitet und den dramatischen und tragischen Hintergrund dieser Oper eindrucksvoll hervorhebt. Auch wenn Böhm dafür sehr oft kritisiert wurde - die Sprecherszene, mit einem im übrigen die Weisheit nahezu verkörpernden Hans Hotter, wurde nie mit solchem Pathos vorgetragen, wie unter Böhm. Wunderlich als Tamino bewegt sich stets erzählerisch, nie gequält wie manche andere Tenöre, in die Sangeshöhen und vermittelt dennoch die dazugehörende Leidenschaft. Auch Franz Crass als Sarastro lässt keine Wünsche offen. Selbst wenn ein Fischer-Dieskau hier für einen Papageno zu wenig volksnah wirkt und Peters und Lear als Königin der Nacht und Pamina sicher keine Glanzdarbietungen abliefern, hat sich diese Aufnahme die 5 Sterne schon deshalb verdient, da sie für mich jene Zauberflöte darstellt, die Mozarts Zerrissenheit zwischen Freud und Leid am deutlichsten hervorhebt. Nahezu sämtliche "moderne" Interpretationen dieser Oper neigen nämlich stets zur Übertreibung des Heiteren und ziehen selbst die Schlüssel-Szenen, wie eben die Sprecherszene, ins Lächerliche. Die Aufnahme profitiert sicher auch von der glücklichen Konstellation, dass sich hier mit Böhm, Wunderlich, Fischer-Dieskau und Crass Interpreten zusammengefundenhaben, die Mitte der sechziger Jahre einen Höhepunkt ihres Schaffens erreicht haben und ist die vorliegende Originals-Produktion schon aus diesem Grund als Dokument der jüngeren Musikgeschichte unentbehrlich!
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderlichs Tamino ...und mehr, 22. Januar 2007
Dies ist die legendäre spätere DG Böhm-Zauberflöte. Sie gilt vielen Mozarthörern als der goldenen Querschnitt dieser Oper-insgesamt nicht ganz zu Unrecht.
Böhm führt sein Dirigat der Berliner Philharmoniker mit einem breiten, getragenen Klang, was zum Gesamtkonzept seiner Interpretation passt, jedoch für heutige Hörgewohnheiten mit leichteren, lebhafteren Einspielungen ala Gardiner, Christie, Östman...stellenweise statisch wirken mag.
Die herausragende Leistung dieser Aufnahme ist unzweifelhaft der Tamino von Fritz Wunderlich.
Wunderlich gibt hier den Jahrhundert-Tamino(seine Leistung allein rechtfertigt bereits die Referenzstellung der Aufnahme). Selbst die vereinzelten Kritiker die seine Interpretation zu wenig jugendlich-zurückhaltend finden oder ein dickes Ritardando am Ende der fantastisch gesungenen Bildnisarie beklagen, müssen zugeben, dass der zwei Jahre nach dieser Aufnahme tödlich verunglückte Ausnahmesänger eine so einzigartig schöne Darstellung gibt, voller Strahlkraft, endlosem Atem ohne die geringste spürbare Anstrengung, überragender Technik, und herrlichem, klarem, fliessendem Ton, dass man von einer unwiederholbaren Sternstunde des Gesangs sprechen darf. Als singuläre Gesangsdarbietung überragend.
Lear und Peters als Pamina und sternflammende Königin sind sicher nicht die bestmöglichen Besetzungen, aber immerhin annehmbar(zum Vergleich die Janowitz und die Popp in der fast zeitgleich entstandenen Klemperereinspielung mit viel schöneren Stimmen und besseren, glaubwürdigeren Charakteren).
Das Rollenportait des Papageno Fischer-Dieskaus ist hier spielfreudiger als bei Fricsay zuvor. Dennoch bleibt sein Vogelfänger eine Geschmacksfrage. Er wirkt bei aller hörbaren Spielfreude zu aristokratisch für einen authentischen Vogelfänger.
Neben Wunderlichs Ausnahme-Tamino bietet diese Aufnahme allerdings noch einige unwiederholbare und einnehmende Glanztaten, die zum empfehlenswerten Gesamturteil beitragen.
Die mystische Sprecherszene mit dem grandiosen Hans Hotter, dem jenerzeit bereits gealterten, erfahrenen Wotan, gelingt hier weihevoll und sehr eindringlich und ist besser kaum darstellbar.
Franz Crass singt einen besonders stimmschönen Sarastro mit sonorem Ton und herrlich geführter Linie- sicher eines der besten Rollenportraits der gesamten Zauberflötendiskografie und überragend sind die beiden Geharnischten James King und Martti Talvela, die hier das breite Tempo des Böhm`schen Dirigats voll tönend und mit grosser Wirkung auszufüllen vermögen.
Als klassisch-traditionelle Gesamtaufnahme eine Spitzenklasse-mit Wunderlich, Hotter als Referenzwerte und neben der Klempereraufnahme aus dem selben Jahr und der völlig anders gestalteten, historisch-informierten Östmaneinspielung bei Decca immernoch unbedingt zu empfehlen.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen klasse, 22. Januar 2007
Von 
T. BERGMANN (Niedersachsen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Es gibt einige Gründe, diese Aufnahme zu besitzen.
1.) Fritz Wunderlich. Sein Tamino ist wirklich überzeugend. Ich habe gelesen, dass Karl Böhm das Tempo der Bildnisarie extra langsamer genommen haben soll als "normal". Wohl mit der Begründung, dass Fritz Wunderlich als damals berühmter Tamino keine Routineleistung abliefern sollte. Dies langsamere Tempo fällt mir nicht auf. Im Gegenteil: Ich finde es in dieser Aufnahme sogar passend. Fritz Wunderlich fügt sich hervorragend in das langsame Tempo ein. Gesangstechnische Schwierigkeiten sind nicht festzustellen.
2.) Hans Hotter. Seinen Sprecher finde ich weltklasse. Er gestaltet ihn so, wie er sein sollte: nicht aufgesetzt, sondern weise. Und auch entschlossen.
3.)Franz Crass. Er hat einen schönen Bass. Für die Partie des Sarastro passt sie sehr gut. Auch finde ich, dass Franz Crass in der Partie des Sarastro Strenge und Güte gut vereint.
4.) Dietrich Fischer - Dieskau. Ich finde, dass er den Papageno lebendig gestaltet. Wie seine Kollegen zeichnet ihn eine deutliche Aussprache und eine gute Stimmführung aus.
5.) James King und Martti Talvela. Hier schreibe ich nur: die beiden besten Geharnischten, die ich kenne.
6.)Berliner Philharmoniker und Karl Böhm. Die Berliner Philharmoniker spielen unter dem oft grantigen Grazer Dr. Karl Böhm einen sehr schönen Mozart. Die Solisten und der Chor werden von ihnen hervorragend begleitet.
Dies sind die Gründe, die für diese Aufnahme sprechen.
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie stark ist nicht dein Zauberton, 28. Juli 2006
Von 
K.H. Friedgen "friedgen" (Burgbrohl, Rheinland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Bei ihrem ersten Erscheinen im Jahr 1964 hat diese erste Stereo-Aufnahme der DGG von Mozarts "Zauberflöte" recht unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Sie reichten von grenzenlosem Enthusiasmus bis zu einer gewissen Ratlosigkeit. Letztere bezog sich in erster Linie auf die Besetzung des Papageno mit Dietrich Fischer-Dieskau, in dem viele Kritiker mehr einen preußischen Gelehrten oder abgeklärten Intellektuellen als einen Wiener Naturburschen ausmachen wollten. Zweiter Streitpunkt war die Amerikanerin Roberta Peters als Königin der Nacht. Deren Stimme wurde weitgehend als zu leicht und zu wenig flexibel für diese Rolle bezeichnet. Es mag sein, daß Hermann Prey mit seinem unproblematischen Naturell dem Papageno besser entsprochen hat, rein gesanglich ist ihm nach meinem Empfinden Fischer-Dieskau doch um eine Ecke voraus. Ich habe auch nicht den Eindruck, daß er zu intellektuell an die Rolle herangeht; im Gegenteil, er gibt ihr ein ganz eigenes, neues Profil. Roberta Peters schließlich, bekannt bei uns u.a. als Gilda in dem Perlea-Rigoletto (RCA) mit Jussi Björling oder als Rosina aus Leinsdorfs berühmten Rossini-Barbier (ebenfalls RCA), gefällt mir ausgezeichnet. Sie meistert die Koloraturen in den schwierigen Arien mit Bravour. Pluspunkt schlechthin ist natürlich Fritz Wunderlich als Tamino; wie er die etwas undankbare Rolle gestaltet und singt, das hat Format und bleibt einmalig. Nie ist die Partie hinreißender und rollendeckender dargestellt worden. Seine Tamina, Evelyn Lear, singt gut und anrührend, allerdings vermißt man hier ein wenig Gundula Janowitz, die sicher die idealere Partnerin gewesen wäre. Hervorzuheben ist Hans Hotter als Sprecher; er bringt allen Ernst und alle Würde für diese Rolle mit. Der Sarastro, Franz Crass, verdient ein ganz besonderes Lob für seine sonore, aber nie langweilige Darstellung. Selten ist diese etwas statische Partie so tonschön gesungen und auch überzeugend gestaltet worden. Am Monostatos des Friedrich Lenz gibt es nichts auszusetzen. Besondere Freude macht schlußendlich Lisa Otto als Papagena. Schade, daß man dieser liebenswerten Sängerin so selten eine Chance auf Schallplatten geboten hat. Der RIAS-Kammerchor bleibt seinem Ruf nichts schuldig, und Karl Böhm führt die Berliner Philharmoniker souverän und mit hohem Sachverstand durch die herrliche Partitur. Nicht zu Unrecht galt er als "Mozart-Papst" seiner Zeit.
Die klangliche Realisation läßt keine Wünsche offen. Der Klang des Orchesters wurde wunderbar eingefangen, alle Instrumentengruppen kommen klar und unverfälscht heraus, und das Glockenspiel ist reinste Verzauberung. Neben Fricsay und Klemperer wird Karl Böhms Aufnahme ihren gebührenden Ehrenplatz behaupten.
Die schöne Ausgabe enthält auch das vollständige Libretto sowie eine interessante Textbeilage.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Legendäre Aufnahme, 16. April 2009
Von 
Die Aufführung der Werke Mozarts war ein Lebensschwerpunkt von Karl Böhm und diese Aufnahme ist davon eine seiner herausragendsten Leistungen.

Vorweg : dies ist eine der seltenen CD-Ausgaben, bei der das digitale Remastering eine enorme Verbesserung darstellt. Das Klangbild hat eine atemberaubende Räumlichkeit, Transparenz und Dynamik erhalten. Wie wenn man die Aufnahme live erleben würde.

Die Zauberflöte hat eine einzigartige Mischung aus sich selbst ironisierendem Pathos und Schlichtheit - und genau das hört man hier (bis in die Sprachpassagen hinein).

Unübertroffen bei dieser Aufnahme sind (neben den berückend schön spielenden Berliner Philharmonikern in bester Klangbalance mit den Solisten) die Männerstimmen. Der Sarastro von Franz Crass ist legendär. Wunderlich auf seinem Höhepunkt zu erleben, ist ein reiner Genuss - ebenso der junge Fischer-Diskau als Papageno. Während die Männer exzellent singen, ist bei den Frauenstimmen (v.a. Roberta Peters als Königin) ein leichtes Gefälle hin zu "gut" zu hören. Das kann aber durchaus beabsichtigt und im Sinne des Komponisten sein - spart die Zauberflöte doch nicht mit augenzwinkernden Seitenheiben in Bezug auf die Frauenwelt.

Insgesamt eine einzigartige und herausragende Aufnahme (ohne andere Einspielungen abzuwerten). Wenn man sie erwerben will, wäre überlegenswert, ob man nicht zu der 3-CD-Ausgabe greift, die gegen einen geringen Aufpreis auch eine Böhm-Aufnahme von dem selten zu hörenden "Schauspieldirektor" von Mozart beinhaltet.

Nachtrag : die 3-CD-Ausgabe inkl. "Schauspieldirektor" wird mittlerweile oft zum selben Preis wie die 2-CD- Zauberflöte angeboten.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen rundherum eine einmalige Aufnahme, 6. August 2000
Von Ein Kunde
Diese Aufnahme sucht ihres gleichen. Es ist eine unvergleichbare Referenzaufnahme die schwerlich noch besser zu gestalten und zu besetzen ist. Zuerst der Tamino schlechthin: Fritz Wunderlich. Der ein beeindruckendes Einfühlungsvermögen in diese Rolle zeigt und seine stimmliche potenz ist unbestritten. Dann habe ich nie einen besseren Sarastro als Franz Crass gehört. Er stellt seinen älteren Kollegen Gottlob Frick von der (auch guten) Klemperer Aufnahme eindeutig in den Schatten, denn dieser Kämpft inder nicht sehr schönen Tiefe immer mit Intonationsproblemen. Die Reihe der guten besetzungen bezieht sich natürlich auch auf den herzhaft erfrischenden Papageno von Fischer Dieskau. Selbst wer von ihm nicht immer überzeugt ist kann hier kaum mäckeln. auch die frauenstimmen besonders die Königin sind eine wucht. Stimmkräftiger hat man auch das Geharnischtenduett noch nie gehört das king und talvella uns bieten. Es ist also sehr schwer diese Aufnahme in ihrer Qualität zu errreichen geschweige denn zu übertreffen. einfach umwerfend
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Referenzaufnahme, 8. März 2000
Von Ein Kunde
Diese Aufnahme, schon aus den 60er Jahren, bleibt immer noch konkurrenzlos. Der viel zu früh gestorbene Tenor, Fritz Wunderlich, glänzt sans pareil als Tamino. Es gab nie einen anderen Papageno, der mit Bariton Dietrich Fischer-Dieskau konkurrieren konnte. Diese "Zauberflöte"-Aufnahme ist tatsächlich unter den allerbesten Opern-Leistungen von Fischer-Dieskau während seiner langen Karriere. Aber es fängt nur dort an. Die anderen Darsteller bis in den kleinsten Rollen bringen alle Spitzenleistungen, und Karl Böhms Baton ist Zauberhaft. Diese "Zauberflöte" muß in jeder Opernsammlung sein!
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33 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Männer 3, Frauen 0, 27. März 2003
Von 
vully "vully" (Neuhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Ich kenne nur wenige Aufnahmen der Zauberflöte, denen man ihr Alter so sehr anhört wie dieser. Das liegt nicht an der Aufnahmetechnik, die ist für die 60er sogar ganz ausgezeichnet.

Schuld ist die Interpretation, in erster Linie der Dirigent: Karl Böhm läßt seinen Mozart sehr präzise und auch recht transparent spielen, aber auch extrem eckig und statisch: Nach diesem Dirigenten könnte man ein Metronom stellen. Die Tempi sind zudem sehr langsam gewählt, was zwar auf der einen Seite den feierlichen Momenten nicht schadet, den lebendigen aber jeden Charme raubt - selten klangen die drei Damen in ihrem wunderbaren Terzett zu Beginn der Oper so alt und unkomisch.

Dem versuchen die Sänger mit unterschiedlichem Erfolg entgegenzuwirken: Am besten gelingt dies ausgerechnet Dietrich Fischer-Dieskau, der einen überraschend lebendigen und humorvollen Papageno singt, sogar mit etwas wienerischem Akzent. Allerdings hat er mit seiner hellen Bariton-Stimme von vornherein ein kleines Handicap, da sind Bässe wie Walter Berry von Natur aus im Vorteil.

Fritz Wunderlich hat die schönste Stimme aller Taminos auf Platte. Er wäre auch der unangefochten beste Darsteller dieser Rolle, wenn er nicht vom Dirigenten ausgebremst würde: Dessen langsame Tempi machen es Wunderlich fast unmöglich, eine vernünftige Linie zu singen, insbesondere in der Arie "Wie stark ist nicht Dein Zauberton". Dass es trotzdem eine große, eine unvergessliche Einspielung ist, zeigt, was für ein wunderbarer Sänger Wunderlich war: Sein Tamino glüht vor Leidenschaft.

Franz Crass' Sarastro ist ebenfalls großartig: Mit wunderbar sonorem Timbre, selbstverständlicher Phrasierung und glänzender Tiefe und Höhe singt er einen sehr würdevollen und doch menschlichen Priesterkönig.

Eindrucksvoll, wenn auch stimmlich nicht mehr unanfechtbar der Sprecher von Hans Hotter, der seine große Erfahrung als Wotan hier gut brauchen kann.

Sehr beeindruckend auch die beiden Geharnischten James King und Martti Talvela, wenn mir deren sehr romantische, breite Stimmführung auch für Mozart zu dick erscheint.

Dieser an Wagner orientierte Klang - dafür stehen eben auch Hotter, King und Talvela - setzt sich leider bei der Pamina fort: Evelyn Lear singt technisch ordentlich, klingt aber mehr nach Senta oder Elsa als nach Pamina: Etwas zu dick im Klang, etwas statisch in der Artikulation.

Völlig unbefriedigend schließlich die Königin der Nacht von Roberta Peters: Der Klang kann eigentlich nur als "zickig" und schrill bezeichnet werden. Dazu singt sie in den Koloraturen teilweise sogar unsauber. Eine unerfreuliche Leistung.

Schwach sind auch die drei Damen: Schrill, platt und uncharmant - kein Vergleich etwa mit Schwarzkopf, Ludwig, Höffgen bei Klemperer, Jurinac bei Karajan oder Ziesak, Vermilion bei Östman.

Insgesamt also eine uneinheitliche Aufnahme mit großartigen Einzelleistungen, die man deswegen als Zweiteinspielung durchaus genießen kann.

Als einzige Zauberflöte aber sollte man lieber zu der alten (!) Karajan-Aufnahme, Klemperer, Solti oder Östman, eventuell auch Marriner greifen.
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15 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine überschätzte Interpretation, 24. August 2001
Von Ein Kunde
Diese Aufnahme der "Zauberflöte" hat auf der Haben-Seite den Dirigenten Karl Böhm mit den Berliner Philharmonikern, den einmaligen Fritz Wunderlich und imposanten Franz Crass. Auch Dietrich Fischer-Dieskau kann als Papageno überzeugen. Die Königin der Nacht und Pamina fallen im Vergleich zu anderen Interpretinnen sehr stark ab. Roberta Peters ist eine überforderte und forcierende Nachtkönigin und Evelyn Lear bleibt blass als Pamina. Beide Sängerinnen sind kein Vergleich zu Lucia Popp und Gundula Janowitz unter Otto Klemperer. Eine sehr unausgewogene Aufnahme, die durchaus mit anderen sehr guten Einspielungen (Klemperer,Karajan,Furtwängler)im Wettbewerb steht.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut, aber nicht die wahre Freude, 29. Dezember 2009
Von 
Grüner Baum - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Lange Jahre war dies meine einzige Aufnahme der Zauberflöte, zu der ich hauptsächlich als Freund der Stimme Wunderlichs gegriffen hatte. Ich fand sie anfangs auch sehr strahlend und beeindruckend. Nachdem ich aber gemerkt hatte, dass ich unbewusst selten dazu gegriffen habe, habe ich mir als Alternative noch die mit Klemperer/Gedda zugelegt und kann meine leichte Irritation bzgl. der Böhm/Wunderlich Fassung nun begreifen.

Wunderlich ist auf seine Weise natürlich ein erstklassiger, strahlender Tamino. Er ist ein echter Held, aber auch gefühlvoller Jüngling, mit reinem Wohlklang, der einfach schön ist. Gleichzeitig aber einen Tick zu glatt, zu strahlend, zwar auf eine künstlerische Art gefühlvoll, aber nicht so richtig menschlich. Das gleiche gilt natürlich für Fischer-Dieskau. Der ist ja im Opernrepertoire sehr umstritten und ich gehöre zu denen, die ihn - bei allem Respekt für seine technische Perfektion - für zu seelenlos halten. Sein Papageno ist blitzsauber, aber ist nicht der charmante Herumbtreiber mit Schalk im Nacken, als den ich ihn gerne sehen würden (höchstens ein intellektueller Sänger, der einen Herumtreiber mit Schalk im Nacken spielt). Den absoluten Hit in der Aufnahme finde ich Franz Crass. Seine "Heiligen Hallen" und "Isis und Osiris" sind technisch 1a und voller Gefühl, Schwermut und Bedeutung. Wie in anderen Rezensionen schon angedeutet ist Roberta Peters als Königin der Nacht wenig überzeugend, zu schrill, nicht flammend auftrumpfend, sondern nervig auftrumpfend. Die anderen Interpreten empfinde ich als ok, aber wenig auffallend.

Des Dirigats Wirkung ist ein bisschen wie die von Wunderlichs Gesang: Klar, rein, strahlend, feierlich. Dadurch schön und beeindruckend, aber auf Dauer auch einen Tick langweilig.

Im ganzen also eine sicher sehr gelungene, hochwertige Aufnahme, die denen, die einen feierlichen Zugang zur Zauberflöte haben, sicher außer bei Roberta Peters kaum Wünsche offen lässt. Für solche, die eher den volkstümlichen Charakter des "Singspiels" betonen (das die Zauberflöte ja ist) und weniger den der Oper, ist sie sehr gut, aber suboptimal.
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Mozart: Die Zauberflöte
Mozart: Die Zauberflöte von Berliner Philharmoniker and Karl Böhm
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