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Kundenrezensionen

3,8 von 5 Sternen149
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am 9. Dezember 2009
Nachdem die UNCUT DVD von Eden Lake von Amazon aus dem Programm genommen wurde...ein zweiter Versuch für meine Eden Lake Review...klarerweise betrifft diese Review nur die UNCUT Version

Heftig, heftiger, Eden Lake. Mit diesen Worten kann man mein Gefühl nach der Weltpremiere von Eden Lake", als Eröffnungsfilm des Fantasy Film Fest 2008, wohl am besten Beschreiben. Der Terrorthriller in bester High Tension" aber auch Last house on the left" Manier verstört bis zum extrem kompromisslosen Ende und entlässt den geneigten Betrachter mit einem ziemlich blassen Gesicht in die Nacht.

Vor dem Start des Films sorgte eine kurze Einleitung (und Warnung) von Regisseur James Watkins (in Kürze: Descent 2"), der mit Eden Lake" sein Regiedebut gegeben hat für die richtige Festivalstimmung, wobei mir der Satz You do not watch this film, you survive it", den Watkins als Abschluss seiner Rede (zitiert aus einer englischen Kritik nach der einzigen Käufervorführung von Eden Lake" in Cannes) zum Besten gegeben hat in den folgenden 91 Minuten Spielzeit nicht mehr aus dem Kopf ging.

Die Handlung von Eden Lake" ist ohne viel zu verraten schnell auf den Punkt gebracht. Kindergärtnerin Jenny (Kelly Reilly in einer beeindruckenden One Woman Show) und ihr Freund Steve fahren am Wochenende zum Eden Lake" um die Schönheit der Natur zu genießen. Ein geplanter Heiratsantrag und verliebte Küsse dürfen dabei natürlich nicht fehlen. Nach den ersten entspannenden Minuten werden die beiden von einer penetranten Jugend-/Kindergang terrorisiert. Was mit einem kaputten Reifen und Beschimpfungen beginnt entgleist nach dem Tod eines Hundes völlig. Die Zuschauer können nur mehr atemlos und schockiert dabei zusehen wie die Situation in einem Strudel der Gewalt endet und 12- bis 16jährige Kinder, angestachelt von einem knapp 17jährigen Anführer, immer gewalttätiger gegen das junge Paar vorgehen. Bis es kein Zurück mehr gibt.

Was folgt ist brutaler Psychoterror, der vor allem durch den konsequenten Schluss bis ins Mark verstört. Überdies stellt man sich als Zuschauer zwangsläufig die Frage, wie man sich gegen noch minderjährige Gewalttäter, die sich weder vertreiben noch einschüchtern lassen, als Erwachsener verteidigen kann. Es sind immerhin noch Kinder und als Volljähriger soll man doch der Klügere sein, oder?! Diese Frage erinnert entfernt an Who can kill a child?" von Narziso Ibànez, der diese Frage schon Mitte der 70er in Spanien aufgeworfen hat.

Jugendkriminalität ist in England, im Besonderen in London, zu einem alltäglichen Problem geworden. Tagtäglich geistern neue Berichte über brennende Autos, Gewalttaten an Schulen und Messerstechereien durch die Medien. In seiner kleinen Rede vor Filmbeginn hat Watkins die interessante Information in den Raum gestellt, dass das Drehbuch bereits mehr als drei Jahre auf dem Buckel hat, der Film vor knapp einem Jahr gedreht wurde und wie man leicht erkennen kann, die Realität die Fiktion (den Film) schon längst eingeholt hat. Hieran sieht man wieder einmal, dass aktuelle Ereignisse oder Trends häufig in den oft als Schund verschrienen Horrorfilmen vorweggenommen werden.

Wie zuvor bereits klargestellt gab es natürlich schon ähnliche Filme, wobei die Konstellation der Charaktere, die vor sich hin schwelende und schließlich eruptierende Gewalt, die konsequente Figureneinführung und die genial aufgebaute Spannung Eden Lake" vom Gros vergleichbarer Streifen abheben.

Neben Inside" und The Hills have Eyes" hat mich schon lange kein Film mehr so sprachlos aus dem Kino entlassen. In diesem Fall waren es jedoch weniger die blutigen Gewaltausbrüche (die zwar durchaus vorhanden sind, aber nicht einmal annähernd in der Menge, in der sie in ähnlichen Produktionen geboten werden) die mich schockiert haben. Es war die Grundidee einer Gruppe Jugendlicher/Kinder die auf Geheiß eines Anführers Menschen zu Tode quält - ohne Verantwortungsgefühl oder einen Erziehungsberechtigten, der ihnen Recht und Unrecht erklärt. Diese so genannten Erziehungsberechtigten haben am Ende des Films auch noch einen glorreichen Auftritt, der die maroden Verhältnisse unserer Gesellschaft auf den Punkt bringt.

Die Spannungsschraube wird unerträglich stark angedreht und der Zuschauer wird mit einem der kompromisslosesten Enden der jüngeren Horrorgeschichte aus dem Kino entlassen. Der brutale, nihilistische und absolut hoffnungslose Schluss spült auch noch das letzte gute Gefühl (dass man oft bei ähnlich gelagerten Revengefilmen entwickelt) davon. Zurück bleibt nur der Gedanke etwas wirklich Schockierendes gesehen zu haben und das Gesehene erst verarbeiten zu müssen.

Es ist vor allem dieses realistische und harte Antihappyend, das den Zuschauer besonders schockiert. Der Schluss bietet kurz gesagt ein Ende, dass man sich für ein Survivergirl nicht erwartet. Auch die vorangegangenen Kurzschlusshandlungen von Jenny passen so gar nicht ins vordefinierte Grundgerüst hübscher Horrorkämpferinnen.

Fazit
Eden Lake" ist mehr Psychothriller als reinrassiges Horrorkino und verzichtet weitgehend auf das Zelebrieren von Gewalt, auch wenn einige Szenen durchaus übelkeitserregend ausgefallen sind. Vor allem die Tatsache, dass die Gewalt in diesem Film zu einem Großteil von Kindern ausgeht sorgt für ein gesteigertes Unwohlsein. Der Film kann durch seinen gemächlichen Start, eine tolle Figurenentwicklung, ein Höchstmaß an Spannung und einen genialen Schlusstwist mehr als nur überzeugen. Somit ein würdiger Eröffnungsfilm des FFF 2008 und ein sensationelles Erlebnis auf der ungekürzten DVD.
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am 29. Juni 2016
"Eden Lake". Das Titelbild suggeriert einen Rachethriller im Geiste von "I Spit On Your Grave" oder Ähnlichem – aber leider geht der Film in eine völlig andere Richtung.

Zum Inhalt selbst wurde ja schon genug gesagt: ein Paar, welches in einer ländlichen, englischen Idylle ein bisschen ausspannen möchte, wird von einem Haufen durchgedrehter Jugendlicher terrorisiert; die Spirale der Gewalt dreht sich immer weiter, bis zuerst ein Hund und dann schließlich auch Menschen sterben…

Direkt einmal zum Ende: das ist wirklich gut, damit hätte ich auch nicht mehr unbedingt gerechnet. Es ist kompromisslos und böse und auch wirklich das EINZIGE, was in den knapp 90 Minuten überhaupt überzeugen kann. Der Rest besteht nämlich nur aus WTF-Momenten. Ständig, wenn man das Gefühl hat, die beiden Protagonisten könnten sich nicht NOCH dümmer und schwachsinniger verhalten, wird dem Ganzen die Krone aufgesetzt.

Es ist leider für mich ein Zeichen von kreativer Schwäche, wenn man seine Darsteller dumm und einfältig durch die Gegend stolpern lassen muss, nur um Schockmomente zu erzeugen oder die "Handlung" voranzubringen. Das nimmt auch The Walking Dead nach nunmehr 6 Staffeln einen Großteil der Spannung und der Freude und auch James Watkins tut sich und den Akteuren hier keinen großen Gefallen damit, hanebüchene Drehungen und Wendungen mit Zufällen und geistiger Umnachtung von Kelly Reilly (Jenny) und Michael Fassbender (Steve) zu erklären.

Die Einzigen, die zudem auch schauspielerisch ihre Leistung abrufen können und dürfen, sind Kelly Reilly und Jack O'Connell, der den brutalen und gequälten Anführer der Jugendbande spielt. Der Rest ist Beifang, Mitläufer, Nebendarsteller, die dem Film weder schaden noch ihn irgendwie voranbringen.

Manche Szenen sind brutal, ja, aber ich habe mich zu keiner Sekunde wirklich gepackt, geschockt, gefangen genommen gefühlt, einfach weil die Szenen, in denen man laut lachen oder sich die Hände vor Fremdscham vors Gesicht halten muss ob des dilettantischen Verhaltens der Schauspieler, so überwiegen, dass keine rechte Bindung zum Film an sich aufkommen mag.

Wer über solche Dinge hinwegsehen kann oder da weniger hart urteilt, der mag mit "Eden Lake" einen guten Film über die verdorbene und verrohte Jugend der 2000er vorfinden, der – das muss man ihm zugute halten – leider nicht übertreibt, sondern die Abgründe der heutigen Zeit hervorragend einfängt. Für diejenigen, die aber ab einem gewissen Punkt nicht mehr über Schwächen und Logiklücken im Drehbuch hinwegsehen können und möchten, ist "Eden Lake" sicherlich eher Zeitverschwendung…
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TOP 500 REZENSENTam 2. Oktober 2013
Jenny und Steve, ein junges Liebespaar, fahren über's Wochenende zur Erholung an den Eden Lake. Schon bald gibt es am Seeufer mit einigen ortsansässigen Kids erste Reibereien, die zunächst auf dem Level pubertärer Kraftmeierei bleiben, aber rasch eskalieren, als an Steves Auto ein Reifen zerstochen wird. Der Terror der Jugendlichen ufert zunehmend aus, und ehe sie sich versehen, sind Jenny und Steve Opfer einer Hetzjagd, in der es ums nackte Überleben geht.

Das Setup einer mörderischen Verfolgungsjagd in Verbindung mit lokalen Konflikten (etwas vereinfacht: Zivilisation trifft auf Provinz) und/oder Generationsproblemen ist natürlich schon vielfach verfilmt worden, im modernen Horrorbereich ist das schon ein Klassiker. "Eden Lake" fügt diesem Grundmotiv keine neuen Facetten oder Aspekte hinzu, die Story ist insofern auch teilweise vorhersehbar und nicht übermäßig originell. Das aber ist nicht so entscheidend, weil "Eden Lake" dennoch über Inszenierung und Tempo die Spannungskurve über die gesamte Laufzeit halten kann und der Streifen mit weniger als 90 Minuten Länge auch dicht und kompakt gehalten wurde. Das "Reinziehen" des Zuschauers in die beängstigende und verstörende Atmosphäre gelingt durch das Zeigen der Ereignisse aus Jennys Perspektive, so dass man selbst ein Teil des Horrortrips wird.

Es fließt nicht wenig Blut und es gibt nicht wenig Gewalt in "Eden Lake", doch das ist der Handlung angemessen und kein effektheischender Selbstzweck. Damit stellt sich für mich - in Unkenntnis einer Uncut-Version - die Frage auch nicht, ob die vorliegende geschnittene Fassung verstümmelt sei. Für die Spannung, für die Logik und für das Gesamtbild fehlt ihr nichts.

Für wen allerdings unerwartete Wendungen und ein überraschendes Ende unbedingt zu einem spannenden Film gehören, der wird bei "Eden Lake" nur sehr eingeschränkt fündig. Schon eher kann man den Film zum Anlass nehmen, sich mit dem Thema der wachsenden Brutalität von Jugendlichen intensiver zu befassen, deren gruppendynamische Mechanismen hier recht deutlich werden.

Unterm Strich: der Film lohnt sich durchaus.
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am 27. April 2016
Habe mir diesen Film bestellt, weil das Motiv etwas anders war als bei den anderen von mir gesehenen Horrorstreifen. Leider frage ich mich, wer in diesem Film der Dümmste ist! Außer die ständige Knutscherei wirken auch die Dialoge der sich liebenden einfach nur langweilig auf mich!
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am 29. März 2013
Kurz zur Fassung dieses Films: Diese hier erhältliche deutsche Veröffentlichung ist um gut zwei Minuten geschnitten.
Ich werde nicht sie sondern die Filmische Qualität der Uncut- Fassung bewerten.
Sie bekommen diese problemlos über Österreich. Tun Sie sich also diese Bevormundung durch die deutschen Jugendschützer nicht an sondern greifen sie gleich zu der Unrated Fassung.
"ES SIND DOCH NUR KINDER"...so wird einer der letzten Sätze im Film lauten, und hinter dem Zuschauer liegen dann 90 Minuten, die in ihrer gnadenlosen Präsenz sprachlos machen.
Als erklärter Horrorfilm- Liebhaber muß ich eines sagen: Dieser Film ist eine Naturgewalt.
Noch mehr getroffen hat mich nur das Meisterwerk "Martyrs", welches eine andere Ausgangssituation hat aber noch schockierender ist.
"Eden Lake" ist ein Film über die grausame Sinnlosigkeit von brutalster Gewalt, ein schockierender, hoffnungsloser Blick in die schwärzeste menschliche Seele, nervenzerfetzend und tagelang im Gedächtnis nachwirkend.
Die Banalität des Bösen, das Sterben, die Folterqual so unglaublich niederschmetternd und ernsthaft dargestellt, wie es wirklich selten zu sehen ist.
Lieber Interessent, das ist kein Spaß: "Eden Lake" ist vielleicht DER Terrorfilm überhaupt, der zubeißt, pure Angst macht ohne einen Rettungsanker anzubieten und der einen nachhaltig in seinem Weltbild verstören kann.
Das ist nicht übertrieben, und selbst ich mußte dreimal schlucken und hatte lange an dem so dämonisch gut inszenierten Werk zu knabbern.
Was macht diesen Film gegenüber anderen Werken jetzt so furchterregend.
Der eigentlich doch noch sehr zurückhaltende Blutgehalt kann es nicht sein. Vielmehr ist es der psychische Terror, die kompromisslose Thematik an sich die einen an der Kehle packt.
"Eden Lake" bietet keine irgendwie geartete Rückzugsmöglichkeit, lässt keine Gnade walten, keine Distanz können wir zu ihm aufbauen. Dieses Martyrium könnte theoretisch jederzeit auch uns passieren!
Das alltägliche Paar, das einen harmlosen Campingurlaub geniessen will sind wir selbst in unserer Alltäglichkeit und Bürgerlichkeit. Das Pech, daß wir im realem Leben einem psychopathischen Killer mit Menschenhaut-Maske begegnen ist für uns doch sehr gering, daß wir selbst Opfer der ausgeklügelten Foltermethoden eines Jig-Saw Killers werden ebenfalls und wenn es für uns als Zuschauer in einem Film wirklich hart und unangenehm werden sollte, siehe zum Beispiel in dem ungefähr zeitgleich erschienenen auch wahnsinnig guten "I spit on your Grave" wissen wir hier zu unserer Beruhigung eins:
Mögen die Vergewaltigungsszenen auch noch so hart sein, die erlösende Katharsis folgt durch den Rachefeldzug des Opfers. Das Konto ist quasi ausgeglichen, eine irgendwie geartete Gerechtigkeit und Vergeltung findet statt.
Doch in "Eden Lake" wird es keine Gerechtigkeit geben. Der Film läßt uns in absoluter Verstörung, Wut und schreiender Hilflosigkeit zurück.
Genau das ist es was ihn so unerträglich macht.
Der alltäglich banale Schrecken findet eben sehr oft keine Vergeltung und macht einfach nur sprachlos.
In Berlin wird ein Obdachloser totgetreten, in der U- Bahn ein Passant zu Tode geprügelt. Einfach zur falschen Zeit am falschen Ort. Schlagen sie die tägliche Zeitung auf und sie finden den Schrecken aus dem sich ein Film wie "Eden Lake" so nachhaltig speist.
Ein Schrecken der, im tiefsten Inneren wissen wir es, für uns alle jederzeit real werden kann.
Schon heute abend wenn sie in die U-Bahn steigen, oder mit ihrer Partnerin nach einem Theaterbesuch im Parkhaus auf ebensolch eine Gruppe Gewalttäter treffen.
Wie oft haben sie auch vielleicht nur beobachtet wie andere in missliche Lagen gerieten, wie ein Fahrgast einfach nur durch eine Gruppe von Rowdys angepöbelt und belästigt wurde.
Ob Opfer oder auch nur Zeuge im Hintergrund; sie können jederzeit in solche Situationen geraten, in denen ihnen vielleicht nur Sekunden-Bruchteile bleiben zu reagieren.
Sicherlich eines der schlimmsten Szenarios die man sich vorstellen kann.
Grenzüberschreitungen, Beleidigungen, Demütigungen, Hilflosigkeit, Kontrollverlust, körperliche Gewalt.
All das kann jederzeit vor unseren Augen passieren, und geschieht auch.
Nicht eine Horde übernatürlicher Zombies wird uns bedrohen sondern zum Beispiel eine verrohte, gnadenlose menschenverachtende Jugendgang die vielleicht gerade heute abend mit ihnen zusammen in der U- Bahhn fährt.
Und sie werden genauso hilflos und überfordert reagieren, wie unser Pärchen im Film, werden aufrund ihrer bürgerlichen Sozialisation versuchen Sachen gütlich zu regeln, an die Vernunft appellieren und ausgeliefert sein, ganz einfach weil sie gar nicht einschätzen können in welchen Denkstrukturen, Welten ihr Gegenüber tickt.
Alle Kommentare, in diesem Forum: Ich hätte ja ganz anders gehandelt, vernünftiger, zeugen von einer Unfähigkeit sich in diese Lage zu versetzen und einer Arroganz, die letztendlich diesen Zuschauern die einzige Möglichkeit bietet diesen grausamen Film für sich selbst innerlich in seiner Wirkung abzuschwächen um ihn überhaupt ertragen zu können.
Wie kann so eine Spirale entstehen heutzutage. Schauen sie auf ihre eigenen Erfahrungen.
Hier ist es das Paar, das einfach etwas für sich sein will. Eine Jugendgang lagert sich neben sie, pöbelt, schreit in ihrer heute häufig zu beobachtenden Debilität in der Gegend herum, laute Musik ist auch dabei, Mädels vor denen man(n) sich profilieren will, Gruppenzwänge, ein Kampfhund trabt unangeleint um die Gruppe herum, Grenzüberschreitungen, Verachtung gesellschaftlicher Spielregeln schon hier in jeder Sekunde.
Auf die höfliche Nachfrage des Mannes, doch wenigstens die Musik etwas leiser zu stellen, folgt bereits hier eine Kanonade bedrohlicher, übelster Beschimpfungen . Kommt uns das nicht bekannt vor?
Natürlich wird sich dieses Szenario nicht zwangsläufig in blutigster Gewalt entladen, weiter eskalieren. Aber es ist möglich.
Schlagen sie die Zeitung auf.
Der Film wird sich in seiner Schonungslosigkeit bis zum Äußersten steigern, und wenn der Mann schwerverletzt an den Baum gefesselt ist und jeder der Minderjährigen mit einem Taschenmesser sich ein Stück Fleisch aus seinem Körper herausschneiden darf, wird dies natürlich um die Perfidie noch zu steigern alles noch witzelnd von einem Mädchen der Gruppe gefilmt.
DIE HÖLLE.
Entsetzlich, schockierend gut ist der Film in seiner Schauspielerleistung, in der Authentizität, in der Hoffnungslosigkeit, gemacht. Sterbend wird der Mann seiner Freundin noch den Verlobungsring geben, den er in der Tasche hatte, eine Szene die sprachlos macht, nicht aufgesetzt sondern vollkommen verstörend.
Der Ring, ein Relikt aus einer unbeschwerten Liebe, die vielleicht vor ein paar Stunden noch Bestand hatte, innerhalb kürzester Zeit beiläufig durch zerstörrerische, qualvolle, brachiale Gewalt aber in den Morast getreten wurde.
Nie wieder wird es jemals so sein wie es war.
Wenn man die Qualität eines Films danach beurteilt welche emotionalen Reaktionen er beim Zuschauer hervorruft, wieviel Angst, Wut, Trauer, Fassungslosigkeit;auch nachhaltige lange Diskussionen (auch und gerade über heutige Jugendgewalt), dann ist "Eden Lake" in seiner Wucht nicht zu übertreffen.
Eine Grenzerfahrung.
Wobei ich nicht glaube, daß der Film die direkte Intention hat Jugendgewalt oder soziale Mißstände zu thematisieren.
Er ist einfach ein Blick in das absolute, alltägliche Böse, und wie es uns wie ein Blitz treffen kann und wo könnte dies schockierender wirken als in einem harmlos erscheinenden Kindergesicht.
Fazit: Eine entsetzliche Grenzerfahrung, ein Film der das eigene Weltbild zutiefst erschüttern kann, härtestes Terrorkino, hoffnungslos ,vielleicht noch am ehesten mit Hanekes "Funny Games" vergleichbar.
Beten wir darum, daß diese 90 Minuten oder etwas Vergleichbares niemals für uns selbst Realität wird, sondern eine Fiktion, ein filmgewordender Alptraum aus dem es aber ein Erwachen gibt, bleibt.
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am 5. Juli 2015
der film ließ mich mit offenem mund und dem gefühl eines schlages in die magengrube zu bett gehen.

arg realistisch (genau deswegen so grausam), ohne das typ. glattgebügelte hollywoodgeschlonze inkl. einem bitteren ende - hammer!
wenn man in seinem leben schon jemals eine beziehung zu einem menschen sein eigen nennen durfte, dann leidet man wahrhaftig mit den beiden "erwachsenen" extremst mit.
blut ist in maßen zu sehen, braucht es auch nicht, denn was sich bei der ansicht des filmes im kopf eines NORMALDENKENDEN/MITFÜHLENDEN menschen abspielt, gleicht den fehlenden blutzoll zigmal wieder aus - das ist wahrer horror!
dabei hab ich "nur" die geschnittene fsk18 mir angesehen und nein: bin kein neuling auf dem gebiet des horrormovies - im gegenteil.

ohne ende blutgedöns, gore, splatter etc. (siehe sämtl. SAW-Nachfolger und zöglinge), machen niemals die härte eines filmes aus, sondern die vorstellung bzw. phantasie, die sich zwischen den ohren abspielt (sofern material vorhanden).

aber auch das werden eventl. und hoffentl. diejenigen filmegugger noch lernen, die diesem film qualität und härte absprechen *schmunzel.
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am 23. April 2009
Das junge Liebespaar Steve (Michael Fassbender) und Jenny (Kelly Reilly) fahren zum See "Eden Lake", um dort im Flair der Natur und der Magie des Sees ein wenig zu zelten. In diesem Ambiente plant Steve seiner Liebsten einen Heiratsantrag zu machen. Das junge Glück wird allerdings jäh gestört, als eine Gruppe Jugendlicher auftaucht und das Paar beginnt zu terrorisieren. Wenig später wird bei einem Handgemenge zwischen Steve und ein paar Jungs der Gruppe der Hund des Anführers der Jugendlichen getötet. Nun beginnt der Konflikt zwischen dem Paar und den Jugendlichen komplett zu eskalieren...

"Eden Lake" ist keine leichte Kost. Das oben beschriebene Szenario ist so oder so ähnlich schon oftmals die Vorlage für einen Horror-Thriller gewesen. Allerdings beschreitet Regisseur James Watkins diesesmal durchaus neue Wege und lässt Kinder zu einer sadistischen Meute mutieren, die getrieben von ihrem Anführer Brett (Jack OConnell) auch vor Mord und Folter nicht zurückschrecken. Durch die Lokalitäten bestens vertraut und nahezu enthemmt von jeglicher Skrupel, hat das junge Paar kaum eine Chance gegen die Gruppe. Die Hetzjagd durch den dichten Wald um den Eden Lake, entpuppt sich als blutiger Kampf ums Überleben. Vor allem die wirklich gut aufspielende Kelly Reilly entwickelt sich als tolle Besetzung. Michael Fassbender gehören ganz klar die Anfangsminuten. Jack O Connell als rücksichtsloser und eiskalter Anführer der Gruppe, verdient sich von der ersten Minute an die Antipathien des Zuschauers. Selten hatte ich das Bedürfnis dem mal so richtig den A... zu versohlen ;o)

Vom Spannungsgrad her und den schonungslosen Bildern (in der Uncut-Version 2 Minuten länger) entwickelt sich Eden Lake zu einem richtig guten Survival-Schocker. Leider versucht der Regisseur am Ende des Films ein wenig Sozialkritik zu üben, was meiner Meinung nach nicht wirklich zündet. Auch leichte Unstimmigkeiten in der Handlung, sorgen dafür das der Film ein wenig seines Potentials beraubt wird. Genrefans werden trotzdem voll auf ihre Kosten kommen - 4 Sterne.
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am 21. Februar 2016
Jenny und Steve verbringen ein paar friedliche Tage an einem See in der englischen Provinz. Doch schon bald treibt eine Gruppe Jugendlicher ihre provozierenden und gemeinen Späße mit ihnen. Eine erste Auseinandersetzung zwischen Steve und den Halbstarken ist unvermeidlich. Als die Einheimischen das Auto der Urlauber stehlen und bei einer erneuten Auseinandersetzung der Hund eines der Jugendlichen aus Versehen getötet wird, eskaliert die Situation. Ein blutiger Albtraum beginnt.

*

“Freitag, der 13.” trifft auf “Die Klasse von 1984” – irgendwie so empfand ich “Eden Lake”.
Die Landschaft, in der sich das Drama abspielt, erinnerte von der Stimmung her an die Filmserie um Jason Voorhees. Und die Provokationen der Jugendlichen glichen denen aus Mark L. Lesters Revenge-Thriller aus dem Jahr 1982. “Eden Lake” lullt den Zuseher erst einmal mit schönen Landschaftsaufnahmen, einem verliebten Ehepaar und ruhiger Musik ein, bevor es so richtig zur Sache geht. Man möchte an manchen Stellen in den Bildschirm schlüpfen, um Jenny und Steve zu helfen und den Jugendlichen ordentlich eine mitzugeben.
Immer wieder versucht Steve, die Beleidigungen der Kinder zu ignorieren und Frieden zu stiften. Aber die Provokationen hören nicht auf und als nach einem eher unfreiwilligen Kampf aus Versehen der Hund eines der Jugendlichen getötet wird, eskaliert die Situation.

James Watkins legt in seinem Regiedebüt weniger Wert auf blutige Gewaltorgien, sondern lässt den Zuschauer mit an der Hilflosigkeit der Protagonisten, und später am wilden Rachefeldzug, teilhaben. “Eden Lake” ist ein harter Thriller, der einen Alptraum heraufbeschwört, wie er tatsächlich passieren könnte. Eine Verstrickung unglücklicher Zufälle führt von einem Schrecken zum anderen. Manchmal erinnerte mich der Plot auch an die fantastische Jack Ketchum-Verfilmung “Red”.
Watkins versucht, Hintergründe zu eruieren, warum Jugendliche sich so verhalten, gleitet aber in einen schonungslosen, brutalen Revenge-Thriller ab, der seine anfängliche Botschaft bald schon zerstört. Das macht aber nichts, denn der Zuschauer fühlt wie die Protagonisten und will nur noch eines: Rache! Man fiebert also mit und vergisst manchmal, dass es Kinder sind, an denen sich die Erwachsenen rächen wollen. Hin und wieder tun einem dann die Kinder plötzlich doch wieder leid und so ist man in einem Wechselbad aus Gefühlen gefangen, aus dem man nicht mehr entkommt. Denn ab einem gewissen Zeitpunkt ist Schluss mit lustig und Watkins dreht die Spannungsschraube abrupt höher. Geschickt schürt Watkins beim Zuschauer einen Hass auf Kinder (!!!), was im Grunde genommen kein Mensch möchte. Kinder sind liebens- und nicht hassenswert. Aber die Kinder in “Eden Lake” schaffen es, nicht nur Jenny und Steve, sondern auch uns Zuschauer zu provozieren, bis wir zurückschlagen möchten.

Das Schöne an dem Film ist, dass sich Watkins wirklich Zeit lässt, um die anfangs ruhige Inszenierung schleichend immer schneller vorwärts zu treiben. Man gerät unweigerlich in einen Sog, der einen nicht mehr loslässt und bis zum bitteren Ende in Atem hält.
Schauspielerisch glänzen Kelly Reilly und Michael Fassbender gleichermaßen, obwohl Reilly letztendlich dann doch irgendwie mehr leistet. Gerade durch die anfangs teils berührenden Momente, in denen beide ihre Liebe zueinander zeigen, wird der brachiale Gewaltsturm, der über die beiden sozusagen aus heiterem Himmel hereinbricht, schier unerträglich für den Zuschauer. “Eden Lake” bietet eine Menge: Drama, Liebe, Thriller, Horror, Splatter … und ist meiner Meinung nach schwer in ein Genre einzuordnen. Im Prinzip ist es ein Drama, das jedem von uns genauso passieren könnte. Und das ist das Erschreckende an diesem Film. So hart und unerbittlich die Bilder sind, die uns Watkins da präsentiert, so hart könnte die Realität für uns aussehen, wenn wir in eine solche Lage kommen würden.

“Eden Lake” ist, wie die Kinder im Film, provokativ und führt uns vor Augen, wie schrecklich die Wirklichkeit sein kann (und manchmal schon ist). Der Film kommt mir vor wie eine Warnung – eine Warnung vor uns selbst und der Entwicklung der Menschheit. Das ist wahrer Horror …

*

Fazit: Schockierend, verstörend, brutal und deprimierend. Ein Thriller-Drama, das es in sich hat und nachhaltig im Magen liegt.

© 2015 Wolfgang Brunner
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am 26. Januar 2016
..weil er so schlecht ist.. waren enttäuscht.. die handlung ist einfach nicht gut, die protagonisten agieren einfach nur unlogisch und teilweise "dumm".. kurzum: nicht empfehlenswert.
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am 5. Januar 2016
Als ich den Film das erste Mal gesehen habe, war ich richtig geschockt. Der Film ist zwar nicht gruselig in dem Sinne das man sich erschreckt, aber die Handlung und das Ende ließ einem den Atem stocken. Beim zweiten Mal war es nicht mehr so schlimm :-).
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