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59 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kinderterror der etwas anderen Art
Nachdem die UNCUT DVD von Eden Lake von Amazon aus dem Programm genommen wurde...ein zweiter Versuch für meine Eden Lake Review...klarerweise betrifft diese Review nur die UNCUT Version

Heftig, heftiger, Eden Lake. Mit diesen Worten kann man mein Gefühl nach der Weltpremiere von Eden Lake", als Eröffnungsfilm des Fantasy Film Fest 2008, wohl am...
Veröffentlicht am 9. Dezember 2009 von Christoph Uitz

versus
11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Das ist eine Frechheit*
Geschnitten ist so, als würden in einem Buch die Seiten fehlen, wenn es spannend wird und oder sogar wenn es ums Verständnis der Geschichte geht. Ich finde wenn man sich diesen Film geschnitten anschaut kommt beides zusammen, was ich oben aufgelistet habe.

Der Film ist der absolute Hammer und bekäme auch 5/5 in der ungeschnittenen Version...
Veröffentlicht am 1. August 2012 von Fab


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59 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kinderterror der etwas anderen Art, 9. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Eden Lake (DVD)
Nachdem die UNCUT DVD von Eden Lake von Amazon aus dem Programm genommen wurde...ein zweiter Versuch für meine Eden Lake Review...klarerweise betrifft diese Review nur die UNCUT Version

Heftig, heftiger, Eden Lake. Mit diesen Worten kann man mein Gefühl nach der Weltpremiere von Eden Lake", als Eröffnungsfilm des Fantasy Film Fest 2008, wohl am besten Beschreiben. Der Terrorthriller in bester High Tension" aber auch Last house on the left" Manier verstört bis zum extrem kompromisslosen Ende und entlässt den geneigten Betrachter mit einem ziemlich blassen Gesicht in die Nacht.

Vor dem Start des Films sorgte eine kurze Einleitung (und Warnung) von Regisseur James Watkins (in Kürze: Descent 2"), der mit Eden Lake" sein Regiedebut gegeben hat für die richtige Festivalstimmung, wobei mir der Satz You do not watch this film, you survive it", den Watkins als Abschluss seiner Rede (zitiert aus einer englischen Kritik nach der einzigen Käufervorführung von Eden Lake" in Cannes) zum Besten gegeben hat in den folgenden 91 Minuten Spielzeit nicht mehr aus dem Kopf ging.

Die Handlung von Eden Lake" ist ohne viel zu verraten schnell auf den Punkt gebracht. Kindergärtnerin Jenny (Kelly Reilly in einer beeindruckenden One Woman Show) und ihr Freund Steve fahren am Wochenende zum Eden Lake" um die Schönheit der Natur zu genießen. Ein geplanter Heiratsantrag und verliebte Küsse dürfen dabei natürlich nicht fehlen. Nach den ersten entspannenden Minuten werden die beiden von einer penetranten Jugend-/Kindergang terrorisiert. Was mit einem kaputten Reifen und Beschimpfungen beginnt entgleist nach dem Tod eines Hundes völlig. Die Zuschauer können nur mehr atemlos und schockiert dabei zusehen wie die Situation in einem Strudel der Gewalt endet und 12- bis 16jährige Kinder, angestachelt von einem knapp 17jährigen Anführer, immer gewalttätiger gegen das junge Paar vorgehen. Bis es kein Zurück mehr gibt.

Was folgt ist brutaler Psychoterror, der vor allem durch den konsequenten Schluss bis ins Mark verstört. Überdies stellt man sich als Zuschauer zwangsläufig die Frage, wie man sich gegen noch minderjährige Gewalttäter, die sich weder vertreiben noch einschüchtern lassen, als Erwachsener verteidigen kann. Es sind immerhin noch Kinder und als Volljähriger soll man doch der Klügere sein, oder?! Diese Frage erinnert entfernt an Who can kill a child?" von Narziso Ibànez, der diese Frage schon Mitte der 70er in Spanien aufgeworfen hat.

Jugendkriminalität ist in England, im Besonderen in London, zu einem alltäglichen Problem geworden. Tagtäglich geistern neue Berichte über brennende Autos, Gewalttaten an Schulen und Messerstechereien durch die Medien. In seiner kleinen Rede vor Filmbeginn hat Watkins die interessante Information in den Raum gestellt, dass das Drehbuch bereits mehr als drei Jahre auf dem Buckel hat, der Film vor knapp einem Jahr gedreht wurde und wie man leicht erkennen kann, die Realität die Fiktion (den Film) schon längst eingeholt hat. Hieran sieht man wieder einmal, dass aktuelle Ereignisse oder Trends häufig in den oft als Schund verschrienen Horrorfilmen vorweggenommen werden.

Wie zuvor bereits klargestellt gab es natürlich schon ähnliche Filme, wobei die Konstellation der Charaktere, die vor sich hin schwelende und schließlich eruptierende Gewalt, die konsequente Figureneinführung und die genial aufgebaute Spannung Eden Lake" vom Gros vergleichbarer Streifen abheben.

Neben Inside" und The Hills have Eyes" hat mich schon lange kein Film mehr so sprachlos aus dem Kino entlassen. In diesem Fall waren es jedoch weniger die blutigen Gewaltausbrüche (die zwar durchaus vorhanden sind, aber nicht einmal annähernd in der Menge, in der sie in ähnlichen Produktionen geboten werden) die mich schockiert haben. Es war die Grundidee einer Gruppe Jugendlicher/Kinder die auf Geheiß eines Anführers Menschen zu Tode quält - ohne Verantwortungsgefühl oder einen Erziehungsberechtigten, der ihnen Recht und Unrecht erklärt. Diese so genannten Erziehungsberechtigten haben am Ende des Films auch noch einen glorreichen Auftritt, der die maroden Verhältnisse unserer Gesellschaft auf den Punkt bringt.

Die Spannungsschraube wird unerträglich stark angedreht und der Zuschauer wird mit einem der kompromisslosesten Enden der jüngeren Horrorgeschichte aus dem Kino entlassen. Der brutale, nihilistische und absolut hoffnungslose Schluss spült auch noch das letzte gute Gefühl (dass man oft bei ähnlich gelagerten Revengefilmen entwickelt) davon. Zurück bleibt nur der Gedanke etwas wirklich Schockierendes gesehen zu haben und das Gesehene erst verarbeiten zu müssen.

Es ist vor allem dieses realistische und harte Antihappyend, das den Zuschauer besonders schockiert. Der Schluss bietet kurz gesagt ein Ende, dass man sich für ein Survivergirl nicht erwartet. Auch die vorangegangenen Kurzschlusshandlungen von Jenny passen so gar nicht ins vordefinierte Grundgerüst hübscher Horrorkämpferinnen.

Fazit
Eden Lake" ist mehr Psychothriller als reinrassiges Horrorkino und verzichtet weitgehend auf das Zelebrieren von Gewalt, auch wenn einige Szenen durchaus übelkeitserregend ausgefallen sind. Vor allem die Tatsache, dass die Gewalt in diesem Film zu einem Großteil von Kindern ausgeht sorgt für ein gesteigertes Unwohlsein. Der Film kann durch seinen gemächlichen Start, eine tolle Figurenentwicklung, ein Höchstmaß an Spannung und einen genialen Schlusstwist mehr als nur überzeugen. Somit ein würdiger Eröffnungsfilm des FFF 2008 und ein sensationelles Erlebnis auf der ungekürzten DVD.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es sollte nur ein Wochenendausflug werden, 2. Oktober 2013
Von 
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(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Eden Lake (DVD)
Jenny und Steve, ein junges Liebespaar, fahren über's Wochenende zur Erholung an den Eden Lake. Schon bald gibt es am Seeufer mit einigen ortsansässigen Kids erste Reibereien, die zunächst auf dem Level pubertärer Kraftmeierei bleiben, aber rasch eskalieren, als an Steves Auto ein Reifen zerstochen wird. Der Terror der Jugendlichen ufert zunehmend aus, und ehe sie sich versehen, sind Jenny und Steve Opfer einer Hetzjagd, in der es ums nackte Überleben geht.

Das Setup einer mörderischen Verfolgungsjagd in Verbindung mit lokalen Konflikten (etwas vereinfacht: Zivilisation trifft auf Provinz) und/oder Generationsproblemen ist natürlich schon vielfach verfilmt worden, im modernen Horrorbereich ist das schon ein Klassiker. "Eden Lake" fügt diesem Grundmotiv keine neuen Facetten oder Aspekte hinzu, die Story ist insofern auch teilweise vorhersehbar und nicht übermäßig originell. Das aber ist nicht so entscheidend, weil "Eden Lake" dennoch über Inszenierung und Tempo die Spannungskurve über die gesamte Laufzeit halten kann und der Streifen mit weniger als 90 Minuten Länge auch dicht und kompakt gehalten wurde. Das "Reinziehen" des Zuschauers in die beängstigende und verstörende Atmosphäre gelingt durch das Zeigen der Ereignisse aus Jennys Perspektive, so dass man selbst ein Teil des Horrortrips wird.

Es fließt nicht wenig Blut und es gibt nicht wenig Gewalt in "Eden Lake", doch das ist der Handlung angemessen und kein effektheischender Selbstzweck. Damit stellt sich für mich - in Unkenntnis einer Uncut-Version - die Frage auch nicht, ob die vorliegende geschnittene Fassung verstümmelt sei. Für die Spannung, für die Logik und für das Gesamtbild fehlt ihr nichts.

Für wen allerdings unerwartete Wendungen und ein überraschendes Ende unbedingt zu einem spannenden Film gehören, der wird bei "Eden Lake" nur sehr eingeschränkt fündig. Schon eher kann man den Film zum Anlass nehmen, sich mit dem Thema der wachsenden Brutalität von Jugendlichen intensiver zu befassen, deren gruppendynamische Mechanismen hier recht deutlich werden.

Unterm Strich: der Film lohnt sich durchaus.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Horror der etwas anderen Art!, 19. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Eden Lake [Blu-ray] (Blu-ray)
Eden Lake...

Ein Ehepaar, das einfach nur einen schönen, romantischen Urlaub zusammen verbringen, die Natur genießen und zwischendurch mal in den Badesee springen und ein, zwei Bahnen schwimmen möchte. Das gelingt auch soweit ganz gut, wenn da nicht auf einmal diese Teenager wären, Laute Musik am hören, eine Menge unangenehme Kraftausdrücke und ein Hund, der nicht aufhören will zu bellen! Hinzu kommen die gierigen Blicke der männlichen Genossen, rüber zur Ehefrau. So dauert es nicht lang, dass der Ehemann in einem kurzen Gespräch die Teenager bittet, die Musik leiser zu drehen oder sich woanders hinzulegen! Das Resultat ist jedoch nicht das Erwünschte!

Dieser so realitätsnahe, sowie drastische Anfange ist es, der einem nicht mehr aus dem Kopf gehen will. James Watkins schafft es hier, Emotionen beim Zuschauer auszulösen, wie es nur sehr selten gelingt! Andauernd fragt man sich, wie man selbst in so einer Situation gehandelt hätte, beziehungsweise kennt man das Gefühl auch selber, wenn man nachts in der eigenen Innenstadt wandert. Eine "Horde" Jugendliche. Alleine würden sie den Mund nicht so voll nehmen, aber in der Gruppe trauen sie es sich, fremde Menschen (in diesem Fall ein unschuldiges Ehepaar) zu beleidigen und zu terrorisieren!

Nach der sehr starken und nervenaufreibenden gefühlten ersten Hälfte, wendet sich der Film eher in die Richtung eines "klassischen" Horrorfilmes. Das Wort "klassisch" sollte man hier jedoch in Anführungszeichen setzen, da es sich nun einmal um Teenager handelt, die als Täter agieren! Der Survival-Horror der Ehefrau erinnerte doch sehr stark an den Film "The Descent".
Michael Fassbender und Kelly Reilly bringen das Ehepaar einwandfrei rüber und wirken sehr authentisch und realitätsnah. Auch die Jugendlichen machen schauspielerisch eine überraschend gute Leistung. Für einen Horrorfilm kann man hier nicht meckern!

Ich persönlich halte den Film für sehenswert, wenn man sich denn mit solch einer speziellen Thematik auseinandersetzen will. Meiner Freundin und mir fiel es ehrlich gesagt schon schwer, die besagte erste Hälfte des Filmes zu gucken, ohne uns über das Verhalten der Jugendlichen aufzuregen. Darüber hinaus musste ich mich dabei ständig fragen, was ich denn in so einer Situation gemacht hätte. Hätte ich mir den Urlaub versauen lassen? Oder ebenfalls einen Streit angezettelt? Dieser Zwiespalt zwischen zwei offensichtlich nicht zufriedenstellenden Lösungswegen hat mich fast in den Wahnsinn getrieben. Da haben mich die Schocker in der zweiten Hälfte regelrecht kalt gelassen!
Ein Film, der einen packt, zum Nachdenken anregt, man aber nicht noch einmal gucken will!

7,5/10 Punkte, also 4/5 Sterne
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Entsetzlich, zutiefst verstörend, meisterhaft. Aber vorsicht: geschnittene Fassung!, 29. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Eden Lake (DVD)
Kurz zur Fassung dieses Films: Diese hier erhältliche deutsche Veröffentlichung ist um gut zwei Minuten geschnitten.
Ich werde nicht sie sondern die Filmische Qualität der Uncut- Fassung bewerten.
Sie bekommen diese problemlos über Österreich. Tun Sie sich also diese Bevormundung durch die deutschen Jugendschützer nicht an sondern greifen sie gleich zu der Unrated Fassung.
"ES SIND DOCH NUR KINDER"...so wird einer der letzten Sätze im Film lauten, und hinter dem Zuschauer liegen dann 90 Minuten, die in ihrer gnadenlosen Präsenz sprachlos machen.
Als erklärter Horrorfilm- Liebhaber muß ich eines sagen: Dieser Film ist eine Naturgewalt.
Noch mehr getroffen hat mich nur das Meisterwerk "Martyrs", welches eine andere Ausgangssituation hat aber noch schockierender ist.
"Eden Lake" ist ein Film über die grausame Sinnlosigkeit von brutalster Gewalt, ein schockierender, hoffnungsloser Blick in die schwärzeste menschliche Seele, nervenzerfetzend und tagelang im Gedächtnis nachwirkend.
Die Banalität des Bösen, das Sterben, die Folterqual so unglaublich niederschmetternd und ernsthaft dargestellt, wie es wirklich selten zu sehen ist.
Lieber Interessent, das ist kein Spaß: "Eden Lake" ist vielleicht DER Terrorfilm überhaupt, der zubeißt, pure Angst macht ohne einen Rettungsanker anzubieten und der einen nachhaltig in seinem Weltbild verstören kann.
Das ist nicht übertrieben, und selbst ich mußte dreimal schlucken und hatte lange an dem so dämonisch gut inszenierten Werk zu knabbern.
Was macht diesen Film gegenüber anderen Werken jetzt so furchterregend.
Der eigentlich doch noch sehr zurückhaltende Blutgehalt kann es nicht sein. Vielmehr ist es der psychische Terror, die kompromisslose Thematik an sich die einen an der Kehle packt.
"Eden Lake" bietet keine irgendwie geartete Rückzugsmöglichkeit, lässt keine Gnade walten, keine Distanz können wir zu ihm aufbauen. Dieses Martyrium könnte theoretisch jederzeit auch uns passieren!
Das alltägliche Paar, das einen harmlosen Campingurlaub geniessen will sind wir selbst in unserer Alltäglichkeit und Bürgerlichkeit. Das Pech, daß wir im realem Leben einem psychopathischen Killer mit Menschenhaut-Maske begegnen ist für uns doch sehr gering, daß wir selbst Opfer der ausgeklügelten Foltermethoden eines Jig-Saw Killers werden ebenfalls und wenn es für uns als Zuschauer in einem Film wirklich hart und unangenehm werden sollte, siehe zum Beispiel in dem ungefähr zeitgleich erschienenen auch wahnsinnig guten "I spit on your Grave" wissen wir hier zu unserer Beruhigung eins:
Mögen die Vergewaltigungsszenen auch noch so hart sein, die erlösende Katharsis folgt durch den Rachefeldzug des Opfers. Das Konto ist quasi ausgeglichen, eine irgendwie geartete Gerechtigkeit und Vergeltung findet statt.
Doch in "Eden Lake" wird es keine Gerechtigkeit geben. Der Film läßt uns in absoluter Verstörung, Wut und schreiender Hilflosigkeit zurück.
Genau das ist es was ihn so unerträglich macht.
Der alltäglich banale Schrecken findet eben sehr oft keine Vergeltung und macht einfach nur sprachlos.
In Berlin wird ein Obdachloser totgetreten, in der U- Bahn ein Passant zu Tode geprügelt. Einfach zur falschen Zeit am falschen Ort. Schlagen sie die tägliche Zeitung auf und sie finden den Schrecken aus dem sich ein Film wie "Eden Lake" so nachhaltig speist.
Ein Schrecken der, im tiefsten Inneren wissen wir es, für uns alle jederzeit real werden kann.
Schon heute abend wenn sie in die U-Bahn steigen, oder mit ihrer Partnerin nach einem Theaterbesuch im Parkhaus auf ebensolch eine Gruppe Gewalttäter treffen.
Wie oft haben sie auch vielleicht nur beobachtet wie andere in missliche Lagen gerieten, wie ein Fahrgast einfach nur durch eine Gruppe von Rowdys angepöbelt und belästigt wurde.
Ob Opfer oder auch nur Zeuge im Hintergrund; sie können jederzeit in solche Situationen geraten, in denen ihnen vielleicht nur Sekunden-Bruchteile bleiben zu reagieren.
Sicherlich eines der schlimmsten Szenarios die man sich vorstellen kann.
Grenzüberschreitungen, Beleidigungen, Demütigungen, Hilflosigkeit, Kontrollverlust, körperliche Gewalt.
All das kann jederzeit vor unseren Augen passieren, und geschieht auch.
Nicht eine Horde übernatürlicher Zombies wird uns bedrohen sondern zum Beispiel eine verrohte, gnadenlose menschenverachtende Jugendgang die vielleicht gerade heute abend mit ihnen zusammen in der U- Bahhn fährt.
Und sie werden genauso hilflos und überfordert reagieren, wie unser Pärchen im Film, werden aufrund ihrer bürgerlichen Sozialisation versuchen Sachen gütlich zu regeln, an die Vernunft appellieren und ausgeliefert sein, ganz einfach weil sie gar nicht einschätzen können in welchen Denkstrukturen, Welten ihr Gegenüber tickt.
Alle Kommentare, in diesem Forum: Ich hätte ja ganz anders gehandelt, vernünftiger, zeugen von einer Unfähigkeit sich in diese Lage zu versetzen und einer Arroganz, die letztendlich diesen Zuschauern die einzige Möglichkeit bietet diesen grausamen Film für sich selbst innerlich in seiner Wirkung abzuschwächen um ihn überhaupt ertragen zu können.
Wie kann so eine Spirale entstehen heutzutage. Schauen sie auf ihre eigenen Erfahrungen.
Hier ist es das Paar, das einfach etwas für sich sein will. Eine Jugendgang lagert sich neben sie, pöbelt, schreit in ihrer heute häufig zu beobachtenden Debilität in der Gegend herum, laute Musik ist auch dabei, Mädels vor denen man(n) sich profilieren will, Gruppenzwänge, ein Kampfhund trabt unangeleint um die Gruppe herum, Grenzüberschreitungen, Verachtung gesellschaftlicher Spielregeln schon hier in jeder Sekunde.
Auf die höfliche Nachfrage des Mannes, doch wenigstens die Musik etwas leiser zu stellen, folgt bereits hier eine Kanonade bedrohlicher, übelster Beschimpfungen . Kommt uns das nicht bekannt vor?
Natürlich wird sich dieses Szenario nicht zwangsläufig in blutigster Gewalt entladen, weiter eskalieren. Aber es ist möglich.
Schlagen sie die Zeitung auf.
Der Film wird sich in seiner Schonungslosigkeit bis zum Äußersten steigern, und wenn der Mann schwerverletzt an den Baum gefesselt ist und jeder der Minderjährigen mit einem Taschenmesser sich ein Stück Fleisch aus seinem Körper herausschneiden darf, wird dies natürlich um die Perfidie noch zu steigern alles noch witzelnd von einem Mädchen der Gruppe gefilmt.
DIE HÖLLE.
Entsetzlich, schockierend gut ist der Film in seiner Schauspielerleistung, in der Authentizität, in der Hoffnungslosigkeit, gemacht. Sterbend wird der Mann seiner Freundin noch den Verlobungsring geben, den er in der Tasche hatte, eine Szene die sprachlos macht, nicht aufgesetzt sondern vollkommen verstörend.
Der Ring, ein Relikt aus einer unbeschwerten Liebe, die vielleicht vor ein paar Stunden noch Bestand hatte, innerhalb kürzester Zeit beiläufig durch zerstörrerische, qualvolle, brachiale Gewalt aber in den Morast getreten wurde.
Nie wieder wird es jemals so sein wie es war.
Wenn man die Qualität eines Films danach beurteilt welche emotionalen Reaktionen er beim Zuschauer hervorruft, wieviel Angst, Wut, Trauer, Fassungslosigkeit;auch nachhaltige lange Diskussionen (auch und gerade über heutige Jugendgewalt), dann ist "Eden Lake" in seiner Wucht nicht zu übertreffen.
Eine Grenzerfahrung.
Wobei ich nicht glaube, daß der Film die direkte Intention hat Jugendgewalt oder soziale Mißstände zu thematisieren.
Er ist einfach ein Blick in das absolute, alltägliche Böse, und wie es uns wie ein Blitz treffen kann und wo könnte dies schockierender wirken als in einem harmlos erscheinenden Kindergesicht.
Fazit: Eine entsetzliche Grenzerfahrung, ein Film der das eigene Weltbild zutiefst erschüttern kann, härtestes Terrorkino, hoffnungslos ,vielleicht noch am ehesten mit Hanekes "Funny Games" vergleichbar.
Beten wir darum, daß diese 90 Minuten oder etwas Vergleichbares niemals für uns selbst Realität wird, sondern eine Fiktion, ein filmgewordender Alptraum aus dem es aber ein Erwachen gibt, bleibt.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr verstörender Film - in diesem Genre aber sicherlich mit das Beste, 1. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Eden Lake (DVD)
In meinen Augen ist das ein absolut herausragender Film. Habe den Film vor ein paar Wochen zufällig bei Sky gesehen - beim Rumzappen. Bei diesem Film bin ich hängen geblieben, war total gebannt, total gefesselt. Am nächsten Tag noch mal komplett geguckt.

An Spannung und Dramatik ist dieser Film kaum zu überbieten. Aber er ist eben auch extrem verstörend. Speziell das Ende kann einen schon mitnehmen und bei einem Menschen, der nicht weit weg von einem Gerechtigkeitsfanatiker ist, können hier die wildesten Gefühle ausgelöst werden.

Gerade der hohe Grad des Realismus ist es, was diesen Film für mich so schockierend macht. Man sollte meinen, dass eine solche Geschichte total unrealistisch ist und dass es nirgendwo so grausame Menschen - so grausame Jugendliche/Kinder (!) gibt. Aber dieser Film stellt das Szenario einfach so unfassbar authentisch dar, dass man irgendwann glaubt, man sei mittendrin im Geschehen.

Ohne zu übertreiben möchte ich behaupten, dass das einer der schockierendsten Filme ist, den ich jemals gesehen habe. Zarten Gemütern kann man nur vehement abraten!

+++ Hier noch mal ganz übersichtlich meine Einschätzung: +++

Spannung 5/5
Action 3/5
Humor --- irrelevant
Drama 5/5
Psycho 5/5
Thrill 5/5
Horror --- irrelevant
Realismus 5/5
Erotik --- irrelevant
Schauspieler 4/5
Dialoge 4/5
Synchronisation 5/5
Story (Idee) 5/5
Story (Umsetzung) 5/5
Atmosphäre 5/5
Bildqualität 5/5
Ton --- irrelevant (keine Erinnerung mehr)
Musik --- irrelevant (kann mich nicht mehr dran erinnern)

Gesamt 61/65 / 94 %

Note: Sehr gut (5 Sterne)

+++ Legende +++

100 - 90 % (Sehr gut, 5 Sterne)
89 - 75 % (Gut, 4 Sterne)
74 - 60 % (Befriedigend, 3 Sterne)
59 - 45 % (Ausreichend, 2 Sterne)
44 - 30 % (Mangelhaft, 1 Stern)
29 - 0 % (Ungenügend, kein Stern)
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schonungslos brutal und beängstigend, 1. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Eden Lake (DVD)
Meine Rezension bezieht sich auf die ungeschnittene Version von Eden Lake.

Story :

Ein junges Pärchen macht Urlaub und wird nach einiger Zeit durch eine Gruppe Jugendliche zuerst gestört, dann beleidigt und "gestalkt" und anschließend regelrecht terrorisiert.

Eindruck :

"Eden Lake" ist mir schon sehr lange bekannt aber es hat doch eine ziemlich lange Zeit gedauert, bis ich ihn nun das erste Mal gesichtet hab. "Eden Lake" ist definitiv kein Horrorfilm, er besitzt höchstens einige Horrorfilm-Elemente. Grundsätzlich kann man ihn getrost als Psychothriller/Drama einordnen.

Alles in allem hat er mir ganz gut gefallen, was vor allem an den überzeugenden Darstellern, den gut inszenierten Kulissen und einigen sehr überraschenen Wendungen innerhalb der Geschichte lag. Die Story selbst ist solide aufgebaut und wird auch durchaus spannend erzählt aber sie ist jetzt auch keine absolute Neuerfindung.

Was "Eden Lake" auszeichnet ist die Schärfe, mit der die Geschichte voranschreitet. Was am Anfang noch harmlos beginnt und dann langsam leichte Kratzer bekommt, wird mit zunehmender Filmdauer fast schon unerträglich schnell und hart erzählt. Es vergeht fast keine Sekunde, in der man verschnaufen kann, denn entweder lässt einem der Film keine Zeit dazu oder man ist gerade noch dabei, das zuletzt gesehene zu verarbeiten/verdauen.

Zwar werden einige Gewaltszenen nicht bis ins Detail gezeigt aber "Eden Lake" appeliert schon fast an unsere Fantasie und die wird im Film mehrfach unsäglich auf die Probe gestellt. Man wird fast zwangsmäßig dazu getrieben, sich selbst vorzustellen was gerade passiert oder was passieren könnte und das ist nicht jedermanns Sache.

"Eden Lake" ist kompromisslos hart, ja fast schon brutal und lässt viel Raum für allerlei (eigene) Gefühle, wie Wut, Trauer, Unverständnis, Verzweiflung, Ekel und und und... Das besondere bei "Eden Lake" ist definitiv, dass man diesen Film im wahrsten Sinne des Wortes überlebt und nicht von ihm unterhalten wird oder man gar Spaß an/mit ihm mit. Alle anderen die dennoch Spaß hatten oder sich gut unterhalten gefühlt haben, ernten von mir absolut nur ein Kopfschütteln...

Die beiden Hauptdarsteller, sowie der Anführer der jugendlichen Clique spielen überzeugend und gerade die Hauptprotagonistin - die mehr oder weniger unbekannt ist - lässt große und bekannte Stars alt aussehen bzw. versteht es, sich auf einem sehr hohen Niveau zu duellieren. Hierfür meinen allerhöchsten Respekt!

Natürlich kommt auch "Eden Lake" nicht ohne Schwächen aus, allerdings sind diese angesichts der großen Pluspunkte verschmerzbar. Schwächen sind u.a. die ziemlich oberflächliche Erzählweise, die verallgemeinernde Darstellung der Jugendlichen im Film und einige Vorgehensweisen der Darsteller, die man teilweise überhaupt nicht verstehen, geschweige denn nachvollziehen kann.

Dass hier Kinder bzw. Jugendliche die Bösewichte sind, ist auf jeden Fall mal etwas anderes und kommt eher selten vor. Der kritische Ansatz, der Gesellschaft die Schuld für das Verhalten der Kinder und Jugendlichen zu geben ist zwar erkennbar aber eben nicht tiefgründig und daher auch nicht nachvollziehbar genug.

Fazit :

"Eden Lake" ist einer der härtesten und zugleich realistischsten Filme unserer Zeit, ein regelrechter Schocker. Ich rate jedem mit halbwegs schwachen Nerven ab diesen Film anzuschauen, denn das was man zu sehen bekommt, ist ein Horrortrip für die (eigenen) Gefühle. Noch nie wurde ich derart geschockt und zugleich überrascht wie hier aber dennoch hat er mich auch etwas abgeschreckt. Der Grad an Brutalität ist enorm hoch und so hab ich lange überlegt, ob ich ihm denn die volle Wertung gebe und wenn ich den Film so Revue passieren lasse, glaube ich, dass eine 4-Stern-Wertung absolut gerechtfertigt und demnach fair ist. "Eden Lake" hat sich ewig in mein Gedächtnis eingebrannt und das nicht durch die Gewaltexzesse ansich, sondern durch die Art und Weise wie hier alles inszeniert wurde. Das Ende überrascht und lässt einen verdutzt und nachdenklich zurück... Auf jeden Fall klare Empfehlung zum Ausleihen und Genre-Fans müssten sowieso getrost zugreifen können. Ich empfehle allen grundsätzlich die ungeschnittene Version von "Eden Lake". Rückmeldungen sind gerne gesehen!
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unerwartet gut, 19. März 2009
Von 
A. Last "Horrorjunkie" (Niederrhein) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Eden Lake (DVD)
Man erwartet von solchen Filmen eigentlich nicht viel, aber Eden Lake ist wahrlich eine große Überraschung und hinterlässt wohl deshalb bei mir einen sehr positiven Eindruck. Gemessen an meinen Erwartungen hat Eden Lake diese mehr als nur übertroffen.

Alles was man von einem Survival Horror erwartet findet man hier. Aber nicht nur der normale Standard wird abgerufen. Nein. Der Film bietet auch unheimlich viel Tiefe und behandelt sogar sozialkritisches, was den Film erheblich aufwertet.

Für Genre Fans also ein Muss, denn der Film bietet Spannung, Story und auch härtere Szenen, wobei diese nicht wie bei vielen anderen Produktionen über den guten Geschmack hinaus gehen. Der Film bietet sicherlich krasse Szenen, die allerdings den Zweck haben, die Brutalität der Jugendlichen und die ausweglose Lage stärker hervorzuheben. Es geht also nicht um reine perverse Splatter Szenen die den normalen Geschmack überschreiten würden.

Aber nicht nur für Genre Fans ist der Film sehenswert.

Einziger Kritikpunkt sind die leichten Verfolgungsjagdfehler. Zu oft kommen die Protagonisten an die gleichen Kulissen. Manchmal passen da ein paar Dinge nicht. Zudem gefiel mir das Ende nicht, auch wenn es zu diesem Film genial passte.

Fazit:
Sehr sehenswert und das Beste was ich in letzter Zeit an Survival Horror gesehen habe. Bei kaum einem anderen Film habe ich mehr mitgefiebert. Die Emotionen werden super an den Zuschauer weiter gegeben.
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11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Das ist eine Frechheit*, 1. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Eden Lake [Blu-ray] (Blu-ray)
Geschnitten ist so, als würden in einem Buch die Seiten fehlen, wenn es spannend wird und oder sogar wenn es ums Verständnis der Geschichte geht. Ich finde wenn man sich diesen Film geschnitten anschaut kommt beides zusammen, was ich oben aufgelistet habe.

Der Film ist der absolute Hammer und bekäme auch 5/5 in der ungeschnittenen Version!

Besorgt euch den Film, wenn ihr auf das Genre steht ABER nicht diese geschnittene Fassung !!

Finger weg!
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5.0 von 5 Sternen Spannend, ich war unterhalten, 12. Juli 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Eden Lake (DVD)
Die Meinungen gehen hier stark auseinander. Ich fand den Film sehr spannend und interessant. Ich hab mitgefiebert und war gefesselt von der Geschichte und dem Verlauf.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gesellschaftskritik mal anders!, 11. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Eden Lake [Blu-ray] (Blu-ray)
Gleich vorneweg will ich klarstellen, dass die folgende Rezension sich ausschließlich auf die unzensierte, SPIO/JK-geprüfte und indizierte Fassung des Films handelt, welche es so nicht auf Amazon zu kaufen gibt. Nach gewisser Internet-Recherche sollte man aber darauf stoßen.

„Eden Lake“ ist ein britischer Psycho-Thriller aus dem Jahre 2008, der von ein Pärchen handelt, was ein paar erholsame Tage an einem idyllischen See verbringen will.

Das ansässige Dorf kommt ihnen bereits etwas seltsam vor, verhalten sich die Leute doch reichlich kleinbürgerlich und wenig gebildet. Nicht davon abgeschreckt starten sie ihren ersten Tag an besagtem See, werden jedoch schon früh von einer Jugendbande gestört, welche mit lauter Musik und schlechten Manieren keine 100 Meter entfernt an derselben Seepromenade ihr rüpelhaftes Dasein pflegt. Das geht dem Pärchen natürlich gehörig auf die Nerven und so beschließt der Mann der Jugendbande mal auf subtile Art und Weise die Meinung zu geigen. Diese jedoch nimmt ihn im ersten Moment kaum ernst und ignoriert ihn. Im späteren Verlauf des Films lässt die Gruppe nicht von dem Paar ab, kommt in den Besitz der Autoschlüssel und nimmt ihren Wagen. Eine Sache führt zu Anderen, wie in einem Kammerspiel stacheln sich beide Parteien immer weiter auf, bis in einer entschiedenen Schlüsselszene der Mann des Paares aus Versehen den Hund des Gruppenführer mit einem Messer tötet. Ab diesem Augenblick sieht der Anführer rot und aus dem Kammerspiel wird eine Hetzjagd, welche sich immer weiter steigert und immer fieser und brutaler wird.

James Watkins hat hier als Regisseur und Drehbuchautor meiner Meinung nach mehr als nur einen bloßen Horrorfilm oder einen Thriller gedreht. Natürlich, die Handlung ist stimmungsvoll erzählt, sehr dicht inszeniert und verfügt über das nötige Tempo, um die Authentizität der Situation am Leben zu halten und die Schauspieler, insbesondere die Jugendlichen, leisten fantastische Arbeit. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, der Film würde seine Reize verspielen oder an Spannung verlieren und abflachen. Allerdings ist „Eden Lake“ eben nicht nur ein sehr guter Film, er ist auch ein Stückchen weit Gesellschaftskritik, insbesondere an der Entwicklung der Jugendkultur, welche scheinbar außer Komasaufen, Happy Slapping oder gewaltverherrlichendem Gangsta-Rap (um die Klischees alle mal abzuhaken) nichts mehr im Sinn hat. In diesem Zusammenhang ist besonders das Ende erwähnenswert, nicht weil es vom Gewalt- und Härtegrad her den Rest des Films in den Schatten stellt, denn das tut es nicht, sondern vielmehr, weil es inhaltlich einen kritischen Blick auf die Ursache für diese Entwicklung aufzeigt, ohne hierbei zuviel zu verraten.

Kurzgesagt: „Eden Lake“ ist ein unbequemer, durchaus zynischer Film, der nicht nur als spannender Thriller funktioniert, sondern auch als Stellungnahme einer Gesellschaft, die durch Wohlfühlpolitik („Das ist nur eine Phase“, „So sind Jugendliche nunmal“, „Bestrafungen sind doch faschistoid“), anti-autoritäre oder gleich mangelhafte Erziehung etc. zunehmend die Verwahrlosung der Jugend und den Verfall der guten Sitten in Kauf nimmt. Ein Film, der definitiv im Gedächtnis bleibt.
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Eden Lake
Eden Lake von Michael Fassbender (DVD - 2009)
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