wintersale15_70off Hier klicken Reduzierte Hörbücher zum Valentinstag Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More Bauknecht TK EcoStar 8 A+++ Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip WSV

Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen5
4,6 von 5 Sternen
5 Sterne
4
4 Sterne
0
3 Sterne
1
2 Sterne
0
1 Stern
0

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Es ist nicht das Schlechteste, wenn sich ein Analytiker par excellence wie Pierre Boulez daran macht, das teilweise sehr wirre Klanggeflecht von Gustav Mahlers fünfter Sinfonie zu Gehör zu bringen, es zu zergliedern und sehr ansprechend zu machen.
Mahlers Fünfte halte ich für seine problematischste Sinfonie. Erstens verliert er sich meines Erachtens zu oft in undurchsichtiges Orchestergetöse; zweitens fällt es mir bis jetzt schwer, die Intention dieser Sinfonie zu erkennen.

Aber keine Angst: Im Vergleich zur Einspielung der zweiten und dritten Sinfonie räumt Boulez auch dem Gefühl den ihm gebührenden Raum ein. Gleich im ersten Satz fühlt sich der Hörer tief bewegt. Die Wiener spielen perfekt, gut hörbar und durch und durch transparent.
Den schwierigen weil lärmenden zweiten Satz entwurstelt der Franzose straff und schafft somit eine erstaunliche Durchsichtigkeit, die ganz neue Seiten an demselben erkenne lässt.

Das exotische, beinahe impressionistische Scherzo kommt dem Impressionismus Spezialisten Boulez freilich entgegen. Seine klare Strukturierung und feine, nuancenreiche Schattierung macht diesen Satz wahrlich zum Herzstück des Werkes, für das der Komponist es ja auch vorgesehen hatte.

Das Adagietto ist für meine Begriffe etwas zu leise gespielt, dennoch geizen die Wiener nicht mit tiefer Empfindung und glänzender Virtuosität.
Das Finale, auch das in meinen Augen ein schwieriger Satz, machen sie mit ihrem Leiter zum musikalischen Leckerbissen der ganz besonderen Art: Anders als viele andere arbeitet Boulez sämtliche Themen sauber heraus und beraubt damit diesen Satz nicht seiner Schönheit.

Fazit: Eine ausgezeichnete Einspielung in astreiner Tonqualität, die zwar einen ganz anderen Interpreationsansatz verfolgt als beispielsweise - ohne die drei in einen Topf werfen zu wollen - Bernstein, Karajan oder Barbirolli - nämlich einen streng analytisch transparenten, ohne dabei die emotionale Aussage zu verfehlen -, die aber gerade deswegen zu einer wichtigen, unverzichtbaren Alternative wird.
0Kommentar5 von 9 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. September 2009
Die Wiener Philharmoniker klingen hier relativ luftig ohne wienerische Nuancierungen: Zumindest der 1. und 4.Satz zeugen von relativ ausführlicher Arbeit des Dirigenten mit dem Orchester. Das Adagietto gelingt unsentimental, obwohl nicht schnell gespielt wird (10:59). Pierre Boulez scheint diesen Satz in die Nähe von Debussy zu rücken, d.h. ohne langsames Dahinschmachten, ohne Überinterpretation, aber auch etwas unidiomatisch. Vor allem das Scherzo und Finale wirken zu kontrastarm, wozu das flache Orchesterklangbild beiträgt. Einen überlegenen Vergleich an Tiefenstaffelung bietet Decca in einer ein Jahr später entstandenen Aufnahme Mahler / Sinfonie 5. Auch Mehtas Teldec-Aufnahme (1989) erweist sich dramaturgisch und klangtechnisch als deutlich spannender und macht das damals "Provokative" dieser Musik erfahrbar. Gerade im "Herzen" der Symphonie, dem Scherzo, entsteht kein Spannungsbogen. Boulez kann und will keine gebrochene Empfindsamkeit aufkommen lassen, wie sie bei Bernstein entstand, auch nicht die "psychodelische" Aufregung, die einst Solti Sinfonien 4 und 5 erzeugte. Ein österreichisches Ländlerthema kann man exemplarisch bei Hans Swarowsky Sinfonie Nr.5 hören, aber nicht hier. Bei aller scheinbaren "Objektivität" hätte ich mir vor allem im Scherzo und Finale deutlich mehr Spannung und klangliche Tiefenstaffelung, aber keine Aneinanderreihung von klein-klein gewünscht, damit nicht der Eindruck eines unentschlossenen, "zahnlosen Tigers" und keine neutralisierende Langeweile innerhalb der Sätze 3 und 5 entsteht. Während man bei Erich Leinsdorf, der mit Prägnanz und Modernität besticht, oder bei Zubin Mehta (Teldec Sinfonie 5) den Atem anhält, vermisst man hier nicht etwaige romantische Übertreibungen, sondern die Realisierung der definitiv vorgegebenen Kontraste und der Dynamik, beispielsweise der ffff, der Tempobezeichnungen wie "plötzlich schneller. Leidenschaftlich. Wilder." Am Ende konnte weder ein konsequent moderner Anspruch, noch eine ausnehmende Klangtechnik eingelöst werden. Eine Empfehlung als klangliche und interpretatorische Referenz wäre in Anbetracht der riesigen Discographie von mehr als 90 Aufnahmen zu gewagt.
A. Csampai schrieb 1999 u.a.: "Pierre Boulez [...] [lieferte] eine beispiellose Manifestation des symphonischen Wohllautes und einer nostalgisch anmutenden Hochglanz-Ästhetik, die Mahler fast in die Nähe französischer Klangmagier rückt. So angenehm träumerisch entrückt und ganz ohne Stachel des Mahlerschen Weltschmerzes hatte selbst Karajan die wilden Ausbrüche in den beiden Sätzen [gemeint sind der 1. u. 2.] nicht entschärfen wollen: Boulez aber versuchte, den tragischen Helden, das Hitzige und Utopische, das Beethovensche Pathos auszuschalten. Der Komponist erscheint hier als genialer Fin-De-Siècle-Klangmystiker, als Mittler zwischen Wagners Phantasievorstellungen und Ravels Zauberklängen. Eine verführerisch schöne, aber Mahlers Erlösungstheorie ignorierende Sicht [...]"

Vergleichsaufnahmen (Auswahl): NYP, Bruno Walter (1947, Sony); NYP, Bernstein (1963, Sony); Boston SO, Leinsdorf (1963, RCA); Gewandhaus O., Neumann (1966, edel); CSO, Solti (1970, Decca); WS, Swarowsky (1971, edel); Tschech. Philh., Neumann (1977, Supraphon); LPO, Tennstedt (1978, EMI); POL, Sinopoli (1985, DG); RSO Frankfurt, Inbal (1986, Denon); NYP, Mehta (1989, Teldec); KRSO, Bertini (1990, EMI); Gürzenich Orch., Conlon (1994, EMI); CGO, Chailly (1997, Decca); SWR-SO, Gielen (2003); Gürzenich Orch., Stenz (2009, Oehms).
0Kommentar6 von 11 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. März 2000
Boulez dirigiert die Fünfte Sinfonie, einen meiner persönlichen Mahler-Favoriten, mit Bestimmtheit, wo es nötig ist, und geht trotzdem auf gefühlvoll-nachdenklichere, eher melancholische als beeindruckende Momente des Werks ein, sofern dies angebracht scheint. Trotzdem neigt diese Aufnahme nicht dazu, an unpassenden Stellen zu energisch zu werden wie einige ältere Aufnahmen; Boulez "interpretiert" meiner Meinung nach auch nicht "über", sondern gestaltet das Werk mit den Wiener Philharmonikern insgesamt ausgewogen. Auch eine Hörprobe ist seine Aufnahme der Sechsten Sinfonie mit denselben Künstlern wert, die meiner Meinung nach wegen des allgemein grimmigeren, tragischeren Grundtons subjektiv noch bestimmter klingt.
0Kommentar9 von 18 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. November 2012
Dies ist Mahler 5 für Kenner. Wo Bernstein schleppt und Haitink seufzt, peitscht Boulez. So bleibt man im ersten Satz wach und ist ab dem dritten elektrisiert. Nie hörte der Kenner ein fulminanteres Scherzo, ein expressiveres Adagietto und ein keckeres Rondo-Finale.

Schwachpunkt der gesamten Komposition bleibt der redundante zweite Satz, den der Meister sich hätte schenken können, auch um das gesamte Opus auf eine akzeptable Spielzeit zu bringen.
0Kommentar2 von 5 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. Februar 2012
Niemand interpretiert Mahler besser als Pierre Boulez. Empfehlenswert!! Dringend zum Kauf zu empfehlen!! Ich kenne keine Einspielung, die besser ist.
11 Kommentar0 von 4 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden