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4.0 von 5 Sternen Tannhäuser zwischen Bizet und Brahms: eröffnet neue Perspektiven
Mit dem "Tannhäuser" ist das schon eine spezielle Sache: ich persönlich habe eine lange Zeit gebraucht, bis ich mich mit ihm anfreunden konnte, und bis heute fällt mir keine weitere Oper ein, zu deren einzelnen Akten ich (in ihrer Stilistik wie Atmosphäre) ein so unterschiedliches Verhältnis besitze. Daß es nicht ganz fern liegt, im...
Veröffentlicht am 21. September 2009 von byrd-bis-björk

versus
4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schmerzenskind
Der Tannhäuser ist auf Platte ein echtes "Schmerzenskind", es gibt letztlich keine Aufnahme, die nicht an dem einen oder anderen (Besetzungs-) Detail krankt. So ist es letztlich auch hier.
Doch fangen wir von vorne an: Sinopoli dirigiert an vielen Stellen einen schlüssigen Tannhäuser, auch wenn er mitunter sehr detailverliebt vorgeht, was ein ums...
Vor 23 Monaten von opernfan veröffentlicht


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13 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tannhäuser zwischen Bizet und Brahms: eröffnet neue Perspektiven, 21. September 2009
Mit dem "Tannhäuser" ist das schon eine spezielle Sache: ich persönlich habe eine lange Zeit gebraucht, bis ich mich mit ihm anfreunden konnte, und bis heute fällt mir keine weitere Oper ein, zu deren einzelnen Akten ich (in ihrer Stilistik wie Atmosphäre) ein so unterschiedliches Verhältnis besitze. Daß es nicht ganz fern liegt, im Tannhäuser (gerade in der interessanten Pariser Fassung) ein Moment des Unausgegorenen, Unentschlossenen wahrzunehmen, bestätigt ja auch ein Blick auf Wagners eigenes Verhältnis zu seinem Werk und seine "Modernisierungsversuche",- ein Aspekt, der jedoch nur dann als ein Mangel erscheinen muß, wenn Interpretationsversuche genau daran scheitern, daß sie ihn zu negieren versuchen. Das Besondere, Erhellende an der Sinopoli-Aufnahme hingegen ist es, daß sich die Oper hier sehr plastisch in ihrer Zerissenheit präsentiert (ob gezieltermaßen oder ungewollt, vermag ich nicht zu beurteilen) und mir gerade dadurch neue Zugänge ermöglicht hat. Wer also nach einer Interpretation sucht, die als in sich geschlossenes Gesamtereignis den Wagnerschen Bühnen-Geist atmet (wie es zum Beispiel die Bayreuthschen Mitschnitte vom Böhm-Ring oder dem Knappertsbusch-Parsifal tun), der wird Sinopolis Tannhäuser nur verägert beiseite legen: diese Aufnahme ist in ihrer Eigenart ohnehin nur im Studio denkbar - und auch dort vielleicht vor allem als Experiment zu verstehen: aber als ein Interessantes!

1. Mit dem "Venusberg" hatte ich bislang die meisten Schwierigkeiten: Sowohl inhaltlich als auch von der reizvollen vokalen Besetzung her setzte ich stets Erwartungen an diese Szene, die sie in direkter Nähe zur Begnung Kundry-Parsifal sehen wollten - und jedes Mal neu in der Enttäuschung endeten, daß mich der Akt seltsam unberührt ließ. Ich schob dies stets auf die Schwächen der Sänger und hoffte, meine Unzufriedenheit durch den Kauf der Solti-Aufnahme endlich zu überwinden: denn das Dreigestirn Solti-Kollo-Ludwig schien mir unschlagbar in seiner dreifach größtmöglichen Differenzierungsfähigkeit des Ausdrucks, kompromißlosen Textbezogenheit und Beherrschung der stimmlich-klanglichen Mittel. Doch vielleicht gerade dieses "Maximale" der Möglichkeiten ließ mich erst recht enttäuscht auf halbem Weg zum Parsifal zurück... Erst die Sinopoli-Aufnahme setzte in mir den Impuls frei, die Venusberg-Szene einmal ganz anders zu hören: Schon in den ersten Einsätzen der beiden Protagonisten Domingo und Baltsa stiegen bei mir Assoziationen auf, die mich -fern von Parsifal- eher zur romantischen französischen Oper führten: zu Carmen und Don José oder auch Samson und Dalila - ebenfalls Konstellationen, in denen sich ein tief empfindender Held in den Verführungskünsten einer (mehr oder weniger als dämonisch charakterisierten) Frau verfängt. Zu diesem "französischen Eindruck" trugen natürlich meine bisherigen Hörbegegnungen mit den beiden Sängern bei, ihr beiderseits unverwechselbares, sinnliches Timbre sowie -nicht zuletzt- ihre (ebenfalls beiderseits zu konstatierende) geringe sprachliche Ideomatik, die durch mangelhafte Textverständlichkeit dazu verführt, das Geschehen vor allem in seiner (attraktiven!) Klanglichkeit aufzunehmen. So entsteht der Venusberg hier vor allem als ein schillernder, verführerischer Klangrausch fern von gedankenschwerer Selbstreflektion - und entfaltet damit Qualitäten, die sich mir bis dato verschlossen hatten. Daß der Gesang des Waldvogels schließlich ein Wiederhören mit der (wie immer) bezaubernden Barbara Bonney bietet, ist eine mehr als erfreuliche Zugabe innerhalb des ersten Aktes.

2. Das Geschehen in der "Teuren Halle" ist als der Schwachpunkt des Sinopoli-Experiments zu werten: seine Verwurzelung in der deutschen romantischen Oper, seine Anklänge an Weber und das deutsche Kunst- und Volkslied erfordern mehr Stilempfinden, als Domingo (aus oben genannten Gründen) aufzubieten vermag; und auch Matti Salminen, der mit seiner manchmal fast grimassiert wirkenden Sprachbehandlung als Bösewicht (z.B. als Osmin bei Harnoncourt) nachhaltigen Eindruck hinterläßt, konnte mich in väterlich-weihevollen Rollen trotz seiner unbestrittenen stimmlichen Potenz noch nie wirklich überzeugen. In Bezug auf den zweiten Akt ist Barenboims Berliner Tannhäuser-Aufnahme -mit Seiffert, Hampson und dem großartigen René Pape- eindeutig der Vorzug einzuräumen...

3. Dem Pilger-Drama schließlich habe ich meine spät erwachte Affinität zum Tannhäuser zu danken: ich kann mich gut an den Impuls erinnern, diesen Akt als eigenständiges Werk zu betrachten und aus dem szenischen Gesamtkontext herauszulösen - und bis heute könnte ich ihn mir gut im konzertanten Umfeld, quasi als Oratorium, vorstellen: zum Beispiel in Kombination mit dem "Deutschen Requiem" von Brahms, das sich ja ebenfalls substanziell mit dem Erlösungsgedanken beschäftigt. Diesen Ansatz empfinde ich bei Sinopoli als geradezu ideal verwirklicht: in verinnerlichter, kammermusikalischer Intensität entbehren die Monologe von Wolfram und Elisabeth fast jeder opernhafter Wirkungen, verlieren so letztlich ihre Haftung in der Bühnenrolle und schwingen sich auf zur allgemeinmenschlichen Aussage (erst auf den zweiten Blick fiel mir auf, daß das für das beglückende Gelingen dieser oratorisch-liedhaften Lesart maßgeblich verantwortliche Duo Andreas Schmidt - Cheryl Studer tatsächlich auch die m.E. gelungenste Aufnahme des Brahms-Requiems (unter Abbado) ziert...) Die Romerzählung zuguterletzt vermag sich in der Realisation von Domingo erwartungsgemäß kaum in dieses Konzept zu integrieren, stellt jedoch als Einzel-Ereignis eine musikalische Aussage dar, der in punkto stimmlicher Präsenz und Intensität des Ausdrucks mehr als Respekt gebührt.

Keine allgemeingültige Referenz-Aufnahme also - aber ein Projekt, daß neue Sichtweisen zu erschließen vermag.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schmerzenskind, 15. Januar 2013
Von 
opernfan - Alle meine Rezensionen ansehen
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Der Tannhäuser ist auf Platte ein echtes "Schmerzenskind", es gibt letztlich keine Aufnahme, die nicht an dem einen oder anderen (Besetzungs-) Detail krankt. So ist es letztlich auch hier.
Doch fangen wir von vorne an: Sinopoli dirigiert an vielen Stellen einen schlüssigen Tannhäuser, auch wenn er mitunter sehr detailverliebt vorgeht, was ein ums andere Mal zu Lasten des dramatischen Fluss geht (z.B. dirigiert Solti das deutlich leidenschaftlicher, was nun wiederum zu Lasten der Genauigkeit geht - letztlich ist das dann immer auch Geschmacksache). Nicht ganz unproblematisch ist auch der orchestrale "blow up", was jetzt auch der Tontechnik geschuldet sein mag. Aber Chor und Orchester sind auf diese Weise natürlich sehr präsent abgebildet und von hoher Qualität.
Was nun die Sänger angeht, so gestaltet A. Baltsa eine sehr leidenschaftliche Venus, kommt stimmlich an ihre Grenzen (aber das ist bei fast allen Venus-Sängerinnen so), ist in der Summe aber gut. C. Studer ist eine hoheitsvolle Elisabeth, stimmlich ausgewogen. Was ihr vielleicht ein wenig fehlt, ist die Verinnerlichung (im Gebet), oder auch der "Jubelton" (wie z.B. die Grümmer). Aber sie ist eine überzeugende Elisabeth. A. Schmidt ist gut, auch wenn der Wolfram sicher eine Grenzpartie für ihn ist (und dass es mitunter irritieren mag, dass er fast wie eine Kopie von Fischer-Dieskau klingt, den er jetzt von der Intensität auch nicht erreicht).
Kommen wir also zum Hauptprotagonisten. Zunächst singt Domingo einen sehr belkantesken Tannhäuser. Er hat Stimme und Dramatik für diese Rolle. Sollte man also meinen, dass alles gut wird. Aber ich komme - wie so oft bei ihm im deutschen Fach - wiederum zu dem Schluss, dass seine Probleme mit der deutschen Sprache und Idiomatik dazu führen, dass er seine Stärken nicht ausspielen kann. Der Gesangsfluss wird ständig unterbrochen, weil er Phrasen merkwürdig zerhackt, weil falsch betont. Auch verfärbt er vielfach Vokale, so dass seine Stimme gequetscht klingt. Dass man ihn vielfach nicht versteht, kommt erschwerend hinzu.
Und so macht es nicht wirklich Freude, ihm zuzuhören, gerade auch in den langen Passagen wird es für mich dann anstrengend (z.B. Romerzählung).
Welchen Tannhäuser also wählen? Von den Studioaufnahmen ist diese im Mittelfeld, Barenboim hätte da seine Meriten (aber mit J. Eaglen keine sehr überzeugende Elisabeth), Solti ist fulminant dirigiert (und hat in Kollo einen überraschend guten Tannhäuser, die übrigen Sänger sind aber eher ordentlich, als außerordentlich). Von dem her vielleicht doch eine Mitschnitt aus Bayreuth, die aber allesamt auch kleinere Mängel aufweisen und klanglich etwas zurückstehen müssen...
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13 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht völlig gelungen, 6. April 2002
Obwohl ich wahrscheinlich einer der glühendsten Domingo-Fans bin, stört mich in dieser Aufnahme das wirklich in keiner Weise idiomatische Deutsch des Tenors. Die Aussprachemängel werden noch verstärkt durch die unangenehme Lage der Hauptpartie - sie ist für Domingos Stimme nicht wirklich passend, und so klingt er angestrengter, als es sein müßte - ließe man ihn das Ganze in Italienisch singen, klänge es wahrscheinlich auch ein bißchen eleganter. So wie er singt, glaube ich es nämlich Elisabeth einfach nicht, daß sie sich derartig nach ihm verzehrt - schon im Duett klingt er ein klein wenig rüpelig...Aber Sinopolis Dirigat macht natürlich alles wieder wett. Was für ein Jammer, daß er nicht mehr ist!
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15 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kunstprodukt, 14. April 2002
Da gibt es leider sehr wenige Aufnahmen von Wagners fast populärster Oper und wieder wurde eine Chance verschenkt. Da agiert ein Sängerensemble der großen Namen, das diese Rollen wohl selten bis garnicht auf einer Bühne gesungen hat. Ein manieristischer Dirigent dehnt und zieht die Musik, als ob er schon beim Parsifal wäre. Und die sog. Digitaltechnik erzeugt einen synthetischen und unnatürlichen Sound.
Mir kommt es vor, als ob die Sänger niemals zusammen im Studio waren. Jeder liefert seine Rolle wie nebenbei möglichst perfekt ab und dann wurde alles zusammenmontiert - ein reines Marketingprodukt von Domingo und co. Muss Domingo denn wirklich alles singen? Kaufen denn die Klassikkunden nur noch CDs, wenn die drei Tenöre singen?
Daher stellt dieses Kunstprodukt keine Konkurrenz zu Soltis aufregender Aufnahme von 1970 dar, bei der Sänger, Orchester, Dirigent und Aufnahmetechnik außerordentliches leisteten. Eine überraschend schöne Ergänzung ist die neue Barenboim-Aufnahme mit Peter Seifert als Tannhäuser. Somit gibt es jetzt wenigstens je eine Referenzaufnahme für die Dresdner und Pariser Fassung.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Domingo ist ein Problem, 8. Oktober 2007
Das Dirigat von Sinopoli gefällt mir sehr gut bei dieser Aufnahme. Was ein bißchen schade ist, ist, daß die Aufnahme an zwei Stellen leicht durch Übersteuerung verzerrt wird. Aber trotzdem hätte es eine wirklich tolle Aufnahme sein können.

Das Problem hier ist Plácido Domingo, den ich für eine Fehlbesetzung halte. Erstens singt er sehr angestrengt; oft ergibt sich daraus, daß er Töne angestrengt abreißen lassen muß und den Ton oft nicht einfach mit Leichte absetzen kann. Außerdem habe ich beim Zuhören häufig das Gefühl, daß der Klang seiner Stimme irgendwie eingeengt wirkt, als ob nur ein Teil seiner Stimme zum Mikrofon getragen würde. Desweiteren finde ich seine äußerst schlechte Aussprache des Deutschen auf Dauer ziemlich störend.
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3 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vollständige Pariser Fassung, 2. April 2005
Sinopoli, der seit seinem Bayreuth-Debüt (1984) Maßstäbe gesetzt hat, wählt die vollständige Pariser Fassung - Somit ist dies eine Alternative zur Solti-Einspielung.
Cheryl Studer (ebenfalls schon 1984) gehört zu den besten Elisabeth-Darstellerinnen nach Gundula Janowitz und Elisabeth Grümmer. Andreas Schmidt als Wolfram übertrifft Victor Braun (unter Solti) bei Weitem. Domingo ist als Sänger-Krieger vermutlich fehlbesetzt. W.Windgassen, R.Vinay, R. Kollo und wenige andere mögen hier die Rolle glaubwürdiger verkörpern (anerkennenswert finde ich hingegen Domingos Vielseitigkeit). Daher würde ich der Bayreuther DVD unter Sinopoli den Vorzug geben, die allerdings die Dresdener Fassung zeigt. Richard Versalle war im Premiernjahr (1984?) für R.Kollo eingesprungen und macht seine Sache auch hier recht gut. C. Studer als Elisabeth überzeugt ebenso, Hans Sotin als Landgraf und W. Brendel als Wolfram sogar noch mehr. Das Bild sollte man (i.m.o.) eher abschalten (Inszenierung Wolgang Wagners).
Als Vorzeigebeispiel der dresdner fassung bleibt so in meinen Augen (bzw. Ohren) die Solti-Einspielung.
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