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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Auf den ersten Blick: Das Forellenquintett ist Schuberts heiterstes, melodischstes und vielleicht sogar sein strahlendstes Stück Kammermusik. Eines seiner populärsten Lieder (Die Forelle) gab dem Werk den Namen, der Komponist verarbeitet es im vierten Satz zu einer Reihe von Variationen. Das Werk ist ein wenig unüblich besetzt: Klavier, Violine, Bratsche, Violoncello und Kontrabaß. Wenn, wie in der vorliegenden Aufnahme, ein bedeutender Pianist beteiligt ist, so ist die Gefahr gegeben, daß er in ungebührlicher Form gegenüber den anderen Instrumenten dominiert. Darunter leidet beispielsweise die ansonsten schöne Produktion von Alfred Brendel mit dem Cleveland Quartett (Philips).
Nicht so bei Emil Gilels. Er ordnet sich in vorbildlicher Weise in das musikalische Geschehen ein, und das bewährte Amadeus-Quartett zeigt sich von seiner allerbesten Seite. Die Aufführung ist nicht nur schwungvoll, sondern auch im Detail außerordentlich differenziert. Der Variationensatz ist sehr gespannt musiziert, und das Finale "Allegro giusto" strotzt förmlich vor guter Laune. Es ist eine ausgesprochen schöne Aufnahme des vielgeschundenen Stücks, die man jedem Interessenten nur bestens empfehlen kann.
Das angeschlossene Steichquartett "Der Tod und das Mädchen" erfährt durch die Amadeus-Leute eine würdige Aufführung, die m.E. allerdings nicht in den Bereich des Besonderen vordringt. Als "Füller" aber auf jeden Fall eine mehr als willkommene Beigabe.
Die Klangqualität ist unterschiedlich, das Forellenquintett wurde 1976 eingespielt und klingt deutlich wärmer und durchsichtiger, während das Quartett aus dem Jahr 1959 doch nicht ganz sein Alter verleugnen kann. Insgesamt aber ist die CD hochkarätig, was durch die schöne Textbeilage noch unterstrichen wird.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Schuberts Forellenquintett in A Dur D 667 zählt sicherlich zum Besten, was die Kammermusik jemals erschaffen hat, und auch zum Besten, was Schubert zu bieten hat. Schon allein die ungewöhnliche Besetzung (Klavier, Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass) macht dieses Werk interessant. Hinzu kommt die Tatsache, dass es sich hierbei um Schuberts fröhlichstes, euphorischstes und strahlendstes Stück handelt.

Das einleitende Allegro vivace hat es mir von Anfang an angetan: Die perlenden Klänge, die perfekte Harmonie zwischen den Instrumenten und die liebliche Schönheit ziehen in ihren Bann. Ein weniger fröhliches, dafür zartes Andante beschreibt den zweiten Satz. In aller Freude tauchen beinahe unverhofft schmerzvolle, quälende Akkorde auf, die an einen Ausspruch Schuberts erinnern: "Kennen Sie eine fröhliche Musik? Ich kenne keine."

Das wundervoll filigrane Scherzo gefällt wohl ebenso. Schließlich folgt das Herzstück der Komposition, der Variationssatz über eines der bekanntesten Schubert Lieder: "Die Forelle", welche dem Stück auch seinen Namen gab. Als perfekt empfinde ich vor allem zwei Variationen: In der einen trägt der Kontrabass die Variation vor, von den anderen Instrumenten nur begleitet; die andere ist düster und abgehackt und wirkt beinahe befremdlich.

Im Finale wird subtileren Freuden Ausdruck verliehen, die quasi zwischen den Zeilen zu suchen sind. Dieser Satz erinnert beinahe schon an die verschnörkelten, kantigen späten Streichquartette Schuberts.

Als Zugabe findet sich das Quartett "Der Tod und das Mädchen" in d moll D 810 auf der CD, ein Quartett, das vor allem durch seinen Variationssatz über ein weiteres bekanntes Lied des Komponisten berühmt geworden ist. Von daher empfinde ich die Zusammenstellung als thematisch passend, auch wenn an der Aufnahme der Zahn der Zeit genagt hat, was sich vor allem im verhältnismäßig starken Rauschen äußert.

Dieses Streichquartett zählt zu den düstersten und traurigsten der Literatur und offenbart seine Reize nicht nur im überaus bekannten zweiten Satz: Auch das Finale in seiner Schroffheit weiß, zu überzeugen.

Interpretatorisch bewegt sich diese Kompilation auf allerhöchstem Niveau: Das Amadeus Quartett ist für seine hervorragenden Einspielungen bekannt, ebenso der große Russe Gilels. Rainer Zepperitz, den ich bis dato nicht kannte, macht seinen Job mehr als gut. Positiv anzumerken bleibt weiterhin, dass die fünf bzw. vier Instrumente ausgezeichnet miteinander harmonieren, keines sticht hervor, keines läuft einem anderen den Rang ab.

Fazit: Eine absolut empfehlenswerte CD, schon allein wegen des genialen Quintetts. Eine der weniger zahlreichen CDs, die bei mir nie verstauben.
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. Juli 2005
Ich habe diese Musik einmal in der Philharmonie in Berlin gehört und konnte nur eines denken: Wenn ich stürbe, und meine Seele führe in einen Himmel auf, wenn es so wäre,... dann möchte ich es zu dieser Musik tun.
Die Frau hinter mir muss dasselbe gedacht haben, denn sie schneutzte sich heftig, mitten in einer leisen Sequenz.
Schuberts "Tod und das Mädchen", aber auch das vorangehende Quintett, sind herrlich. Ich kann beide nur von Herzen empfehlen und empfinde die Aufnahme als zurückhaltend und dem Stück Raum einräumend.
Gerade jetzt, wo ich wieder einmal Abschied nehmen muss und neu aufbrechen, hat mich das Stück in mancher Stunde begleitet. Sehr hörens- und liebenswert.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. November 2008
...vor allem allerdings das Quartett weiß meines Erachtens zu überzeugen. Das Forellen-Quintett ist einfach zu heiter und für Schubert untypisch. Ganz im Gegensatz zu Der Tod und das Mädchen, das Quartett, das hier auf ganz grandiose Art dargeboten wird und auch von anderen Star-Ensembles, wie dem Alban-Berg Quartett nicht zu überbieten ist. Hier entfaltet sich die ganze Tragik und Schönheit der Komposition - ganz wichtig dabei ist das Tempo, die Interpreten eilen nicht, aber langweilen eben auch nicht durch zu geringes Tempo.
Die Aufnahme ist als, das hat bereits ein Vorredner erwähnt, die Klangqualität aber meines Erachtens durchaus noch aktuell! Diese gelungene Interpretation des britischen Ensembles sollte man sich nicht entgehen lassen und schon gar nicht nur als Zusatz zum Forellen-Quintett sehen - umgekehrtes ist der Fall!
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am 28. Juli 2013
Wie immer trifft das Amadeus zusammen mit dem grossen russischen Pianisten genau den richtigen Ton.

Eine bessere Einspielung gibt es bis heute nicht!
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. März 2013
Diese Musik, die jeder im Grunde kennt, erhält aber durch diese Aufnahme den Status der Unvergeßbarkeit. Es ist auch eine technisch ordentliche Einspielung.
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