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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Nach langer Zeit habe ich diese berühmte Tannhäuser-Aufnahme wieder einmal hören können, die ich in allerbester Erinnerung hatte. Diese hat sich jetzt etwas relativiert - wegen der Tempi des Dirigenten: Er läßt den Tannhäuser mit sehr viel Gefühl, extremen dynamischen Kontrasten und für heutige Begriffe sehr langsamen Grundtempi spielen.

Dabei halten zwar sämtliche Mitwirkenden vorbildlich die Spannung. Trotzdem liegt mir eine lebendigere, nüchternere Wiedergabe wie etwa Sawallischs Bayreuther Mitschnitt mehr. Die hier gespielte Pariser Fassung der Oper (mit dem Bacchanal-Ballett und dafür gekürztem Sängerkrieg) neigt sowieso zur Fin-du-siècle-Süßlichkeit, die man nicht auch noch steigern sollte.

Die Wiener Philharmoniker spielen allerdings geradezu überirdisch schön und glanzvoll, ohne die Sänger zuzudecken. Die Tontechnik verhilft hier zusätzlich zu einer guten Ballance zwischen dem brillanten Orchesterklang und den immer präsenten Sängern.

Herrlich und bis heute unübertroffen Christa Ludwig als Venus, mit runder, weicher und verführerischer Stimme. Beeindruckend, wie sie die unendlich langen Bögen durchhält, zu denen sie Soltis langsame Tempi zwingen.

Rene Kollo singt als Tannhäuser weniger souverän als in Karajans im gleichen Zeitraum entstandener Meistersinger-Aufnahme, muss hier mehr forcieren und klingt gerade im ersten Akt angestrengt und teilweise eng (im Finale steigert das eher noch den Ausdruck). Ein guter, engagierter, kein exemplarischer Hauptdarsteller.

Helga Dernesch ist eine todsicher singende Elisabeth, klingt mir allerdings für die Rolle etwas zu robust: Sie hat eine große, runde und kräftige Stimme mit einer gewissen - nicht unangenehmen - Schärfe, die sie aber mehr nach einer Walküre oder Isolde klingen lässt als nach der reinen, etwas naiven Jungfrau Elisabeth.

Viktor Braun singt einen kultivierten, eleganten, vielleicht etwas neutralen Wolfram, Hans Sotin einen großartigen Landgrafen. Die übrigen Solisten und der Chor sind ebenfalls ausgezeichnet.

Alles in allem also eine Aufnahme ohne Ausfall (das ist schon etwas), die sehr gut bis sensationell (Ludwig) besetzt ist. Wer eine romantisch-opulente Lesart der Oper liebt, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Wer es lieber etwas nüchterner und weniger artifiziell hat (und den Sängerkrieg vollständig hören möchte), ist mit Sawallisch (Bayreuth '62, mit Windgassen, Bumbry, Silja) besser bedient.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. Dezember 2008
...die den Kauf dieser CD rechtfertigen. Grund 1: Das in allen belangen sensationelle Dirigat von Solti. Wer bei "Ein Engel stieg..." nicht vor Rührung Tränen in den Augen hat, wer die Bedrohung, die gleichzeitig in den folgenden Takten steckt, hört, wer Kollos fulminanten Tannhäuser um Gnade flehen hört...eigentlich muss man sehr hartgesotten sein, um hier nicht selbst auf die Knie zu fallen. Grund 2: Kollo. Wer hätte das gedacht? Diese schwere, vielleicht schwerste Tenorpartie Wagners. Wie leicht er sie macht, wie er sie im Griff hat. Grund 3: Die technischen Möglichkeiten der DECCA sind auch hier voll ausgekostet worden. Weitere Gründe finden sich leider nicht, Dernesch ist unbefriedigend als Elisabeth, Ludwig kaum eine sinnliche Venus. Die weiteren Männerpartien sind solide besetzt, aber keine Highlights. Aber trotzdem: Der vielleicht beste "Tannhäuser" eben aus den 3 erstgenannten Gründen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. Januar 2015
Als Georg Solti 1970 das Ensemble für seinen Tannhäuser zusammenstellte, verpflichtete er für die Partie der Elisabeth Helga Dernesch, die die Brünnhilde 1969/70 in Herbert v. Karajans Aufnahme der Götterdämmerung gesungen hatte und knapp ein Jahr später, in dessen Tristan-Einspielung, die Isolde sang.
Dernesch gestaltet Elisabeth als große, erwachsene Liebende, die die Qualen einer Partnerwahl gegen Konvention und gesellschaftliche Erwartung durchleidet und an der Schwäche des Erwählten zugrunde geht. Ihre geradezu ekstatisch gesungene Wiederholung der Zeile "nicht länger weilt er ferne mehr" in der Hallenarie läßt den Zauber, den Heinrich auf sie ausübt, wahrhaftig werden. In der folgenden Szene gelingt ihr ebenso euphorisch - im kurzen Moment des Glücks, im Bewußtsein zu lieben und geliebt zu werden - das Duett mit Tannhäuser: "Gepriesen sei die Stunde, gepriesen sei die Macht".
Derneschs Stimme verfügt über genügend dramatisches Potential, um sich den Sängern mit "Zurück von ihm, nicht ihr seid seine Richter!" entgegenzuwerfen, die auf Heinrich mit dem Schwert eindringen, nachdem dieser bekannt hat, im Venusberg geweilt zu haben, was den Sängerwettstreit in einem Skandal enden läßt.

Christa Ludwig, die ebenfalls für Karajan in der Götterdämmerung und im Tristan sang, ist schlechthin die Venus der Pariser Tannhäuser-Fassung.
Ob der Venusberg Hölle entgrenzter Sexualität oder Paradies ihrer glücklichsten Entfaltung ist, bekümmert mich wenig, wenn ich Ludwig die Venus singen höre. Anfänglich auftrumpfend im Bewußtsein ihrer Anziehungskraft geht die göttliche Venus den Weg aller menschlich Liebenden, die verlassen werden: Sie lockt und droht, hofft und verzagt, triumphiert scheinbar und verzweifelt hörbar, schrumpft von der Furie in Rächerinnenpose zum ängstlichen Vögelchen, dem in der Falle klemmend das Herz unter dem Gefieder rast. Ludwig singt das alles leidenschaftlich verzehrend mit Anklängen an Kundry.
Mich berührt besonders ihr "Wie träf mich solch Verschulden, daß mir die Lust geraubt, dem Trauten zu verzeihn?", wenn die Göttin ob der Abkehr des Geliebten an sich selbst verzweifelt.

Mir ist nicht bekannt, wie es dazu kam, daß Georg Solti für die Titelpartie 1970 René Kollo engagierte. Dieser hatte ein Jahr zuvor in Bayreuth mit dem Steuermann im Holländer und dem Vogelgesang in den Meistersingern debütiert, aber zu diesem Zeitpunkt noch in keiner Studioaufnahme mitgewirkt.
Kollo prägt diese Aufnahme. Ein Mann, dem Frauen und Männer, sogar die Liebesgöttin selbst zu Füßen liegen, und der auf seinem Weg eine Spur der Vernichtung zieht. Kongenial singen Ludwig und Kollo die Szenen im Venusberg. Beide haben bei Solti den Raum und die Zeit, die sie zur Entfaltung brauchen. Der Dirigent muß gewußt haben, welch außergewöhnliches Paar da zusammen sang, das den in der Pariser Fassung besonders langen und schmerzhaften Abschied, den der junge Mann von der älteren Frau nimmt, so mitreißend gestaltet.
Wunderbar schlank und klar ist Kollos Stimme im ersten Akt. Selbst da, wo er drückt, oder einen Ton anschleift, steigert das den Ausdruck. Tannhäuser ist bei aller Anziehungskraft und bei allem Talent, das die anderen Sänger in den Schatten stellt, ein schwacher, wechselhafter und hoffärtiger Charakter. In René Kollos Gesang ist das alles zu hören. Tannhäusers Larmoyanz im Venusberg, seine Bußfertigkeit am Ende des zweiten Akts, die Hybris der Romerzählung - Kollo singt alle Facetten der Figur mitreißend.

Hans Sotins Landgraf ist sanft und volltönend, seiner Nichte Elisabeth väterlich zugetan. Er weiß um ihren Zustand und versucht, das Schicksal behutsam zu lenken, um Elisabeth glücklich zu sehen. Seine auf Tannhäuser bezogene Mahnung: "Nenn ihm den Zauber, den er ausgeübt, und Gott verleih ihm Tugend, daß würdig er ihn löse!" klingt ganz nach Hans Sachs und nur einmal greift er wotanesk ein, als sein "Zurück das Schwert! Ihr Sänger haltet Frieden!" die Konkurrenten am bewaffneten Angriff auf Tannhäuser hindert. Für das Sujet des väterlichen Beschützers einer jungen Frau, das Wagner auch in Hans Sachs, Gurnemanz und in König Heinrich gestaltet, ist Sotins Stimme wunderbar geeignet.

Wolfram leidet mit Elisabeth. Selbstlos ist er präsent, wenn sie seiner bedarf, ebenso tritt er zurück, als Tannhäuser vor ihr erscheint. Victor Braun singt die Partie zurückhaltend und reserviert, was neben dem expressiven Kollo der richtige Ansatz ist. Die Eigenschaften, die Tannhäusers Glück bei Elisabeth machen, fehlen Wolfram, seine Stärken bemerkt sie nicht. Braun ist eine gute Wahl für Partie des unglücklichen Wolfram.

Georg Solti dirigiert die Wiener Philharmoniker und wählte die Pariser Fassung. "Die erotische, die katholischere, die schwelgerische" wie Kollo urteilt (1). Mir gefallen der gegenüber der Dresdner Fassung verkürzte Sängerwettstreit und der verlängerte Venusberg. Soltis Dirigat ist passend dazu ausdrucksvoll und verzichtet nicht auf gelegentlichen Pomp. Phantastisch sind die Bläser im Vorspiel zum dritten Akt!

Diese Einspielung des Tannhäusers ziehe ich allen anderen, die ich habe, vor. Sie vereint großartige Sänger mit einem ebensolchen Dirigenten und Orchester.
Zu kritisieren bleibt nur, daß einige der stereophonen Effekte zu ambitioniert eingesetzt sind. Der ziehende Pilgerchor ruckt gelegentlich. Das aber bemerkt man nur mit Kopfhörern.

(1) René Kollo, "Die Morde des kleinen Tannhäuser", lau Verlag, Reinbeck 2011, S.41
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16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. November 2003
Von allen Tannhäuser Aufnahmen ist für mich diese sowohl aus musikalischer als auch sängerischer Hinsicht die beste und ausgewogenste. Hervorragende Tonqualität durch die digitale Aufbereitung mit einem Super-Stereo Sound unterstreicht das wundervolle Orchesterspiel der Wiener Staatsoper unter G. Solti noch. Auch die Sänger sind durchwegs gut bis sehr gut besetzt; als sehr gut sind besonders H. Sotin als Landgraf, V. Braun als Wolfram, C. Ludwig als Venus und H. Dernesch als Elisabeth zu nennen. Die anderen Sänger fallen jedoch trotzdem nicht ab und bieten eine gute und solide Kunst und machen das Gesamtwerk, zusammen mit den grandiosen Chören zu einem Genuss. Für jeden Wagnerianer ein Muss im CD-Regal als erste Wahl der Tannhäuser Versionen.
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27 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. Juli 2002
An dieser Einspielung gibt es nichts, aber auch gar nichts zu kritisieren. Sie strahlt, völlig rauschfrei (ich weiß schon, warum ich DECCA-Aufnahmen immer vorziehen werde...), und auch das Sänger-Ensemble ist schlicht exemplarisch, allem voran eine betörend sinnliche Christa Ludwig als Venus, die, Helga Derneschs phantastischer Darbietung zum Trotz, die kleine Elisabeth völlig harmlos erscheinen läßt. René Kollo, zu seinen besten Zeiten, ist hinreißend zwischen Aufruhr und abgrundtiefer Verzweiflung. Ich glaube, es war überhaupt das erste Mal, daß ich beim Opernhören mit den Tränen kämpfen mußte, und das war bei der Romerzählung dieser Aufnahme.
Und dann der Chor. Diese Aufnahme ist wieder, Solti-typisch, mit Sound-Effekten vom feinsten ausgestattet, die die Oper zum Event machen. Und wenn der Pilger-Chor aus der Tiefe des Raumes durch die Szene zieht (von rechts nach links!), dann hält der Hörer den Atem an.
Solti und DECCA sind einfach unschlagbar, was Qualität und Hör-Erlebnis angeht. Ein echtes Muß!
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 10. April 2011
Der Grundcharakter dieser Aufnahme der Pariser Fassung unter Solti ist ein dunkler, romantischer und ich sage mal 'ältlicher', was die Ausstrahlung der Figuren angeht. Ich persönlich mag die ursprünglichere, ein bisschen 'einfachere', kürzere Dresdner Fassung lieber. In der hier vorliegenden sind spätere Hinzufügungen im chromatischen Tristan-Stil vorhanden, und ich gehöre zu denen, die finden, dass sie mit dem Rest keine absolut harmonische Verbindung eingehen und ein sicher fazinierenden und beeindruckende, aber nicht ganz gelungene Veränderung darstellen.

Soltis Dirigat ist extrem kraftvoll, in der Aussrahlung voluminös und dunkel (dabei eher langsam). Der Eigencharakter der ja recht langen Overtüre und Zwischenspiele wird betont. Sie (und auch die Begletung) erscheinen mir manchmal ein bisschen abgehoben vom Gesang. Ihre individuellen Qualitäten werden damit betont und herausgearbeitet, aber die Harmonie mit dem Gesang bleibt ein bisschen auf der Strecke.

Die dunkle Ausstrahlung trifft auch auf die Chöre zu. Das klingt beindruckend, wuchtig und wohlklingend, ist für mich aber nicht ganz passend für die inhaltliche Aussage der Chorstellen.

Kollos Tannhäuser ist einer der Pluspunkte der Aufnahme - allerdings gerade, weil er nicht so ganz zum Rest passt. Sein Tannhäuser ist ein junger, frischer, fast ein bisschen naiver Mann. Er singt lyrisch schön, angenehm schlank, differenziert und variantenreich und arbeitet speziell die sinnliche Komponente schön heraus. Man nimmt ihm ab, dass er zwischen den beiden Frau hin und her gerissen ist und spürt die Spannung in ihm. Etwas weniger überzeugend, ist die auch eher ethisch orientiert Selbstzerknirschung im dritten Akt, wo die Jugendlichkeit nicht genug Tiefgang enthält. Im ganzen aber ein überzeugender Tannhäuser.

Die anderen drei Hauptpersonen (Venus, Elisabeth und Wolfram) haben alle drei das Problem, dass sie ein wenig wie ältere Herrschaften klingen. Sie klingen dadurch eher wie jemand, der als künstlerisch versierter Bildungsbürger im Ausleben einer Rolle über den Grundkonflikt des Tannhäusers reflektiert, als wie eine wirkliche Verkörperung der Figuren.

Helga Dernesch als Elisabeth hat eine eher dunkle Stimme. Diese kombiniert mit ihrer Interpretation lässt sie mehr wie eine mütterlich Liebende erscheinen; eine, die den jungen Tannhäuser verzweifelt liebt, wobei ein Teil ihrer Verzweiflung darin begründet liegt, dass ihre hohe Zeit der sehnsüchtigen Liebe lebenszeitlich bereits vorbei ist. Sie wirkt sehr berührend verzweifelt und verloren, allerdings nicht ganz aus den Gründen, die der Figur eigentlich innewohnen.

Auch Christa Ludwig als Venus wirkt schon etwas 'älter'. Dabei aber durchaus sinnesfroh und wie ein tief begehrende, sinnliche Frau. Sie ist auch wirklich eine einzelne Frau, keine abstrakte Göttin. Eine Frau, die im Gegensatz zu Elisabeth, im Älterwerden nicht den Verlust der romantischen Liebe beklagt, sondern die nicht schwindende, sondern sich fort entwickelnde Sexualität immer mehr zu schätzen lernt. Im Verhältnis zum jungen Tannhäuser wirkt ihre Anziehung auf ihn aber nie so, als ob sie von Dauer sein könnte. Stimmlich singt Ludwig schön uns sauber, geht aber gegen die anderen manchmal ein bisschen unter.

Victor Braun als Wolfram hat eine für die Rolle recht tiefe und kräftige Stimme. Sie macht auch ihn ein wenig zu einem 'älteren' Herren, der im Herbst seiner Tage noch mal hingebungsvoll seine Elisabeth liebt, die doch so ähnlich zu empfinden scheint wie er. Seiner persönlichen Liebe und auch seinem allgemeinen Preis der tugendhaften Liebe fehlt aber ein bisschen die Inbrunst. Seine Auseinandersetzung damit und seine Beschreibungen sind etwas distanziert und intellektuell, gefiltert durch die hörbare Lebenserfahrung.

Fazit: Wer es gerne schwer, beeindruckend, dunkel und romantisch hat, der wird hier bestens bedient. Der menschliche Grundkonflikt der Oper wird hier aber durch das wahrgenommene Alter von drei Hauptfiguren und dem Gegensatz zu Tannhäuser (der wie ein junger Lover wirkt, der dem älteren Ehepaar Wolfram/Elisabeth das Glück raubt, das man ihnen von Herzen wünscht) nicht überzeugend herausgearbeitet. Rein musikalisch also in seiner speziellen Art gelungen, gesamtkünstlerisch nicht ganz.
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8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Oktober 2006
Entgegen einigen Aussage gilt:

Die Gesangskultur ist ausgezeichnet bis hervorragend - aber es handelt sich um eine klassische Solti Studio Aufnahme, in Häppchen an mehreren Tagen aufgenommen. Somit schwankt die Stimmung und es ist keine Leidenschaft in der Stimme, wirkt etwas zu steif.

Im übrigen: die Aufnahme ist von 1971 - erst die Veröffentlichung war 1985. Dies erklärt manche "junge" Stimme. Insbesondere Kollo war 10-15 Jahre später deutlich besser - aber von der Stimmführung war er auch hier bereits sehr heldenstark und klar in der Aussprache.

Solti läßt wie immer das Blech krachen - paßt ja auch bestens.

Meine Empfehlung - kaufen, denn stimmlich und musikalisch herausragend, aus meiner Sicht nur zu topen von Seiffert.
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14 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. November 2001
Nach wie vor ist Soltis "Tannhäuser" unübertroffen. Mit den berauschend schön spielenden Wienern geraten die Ouvertüre sowie die sich anschließende Venusberg-Bacchanale zu einem ekstatischen Klanggemälde.
Ein Muss für alle Wagner-Fans.
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10 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. Oktober 2002
Als ik de brandende intensiteit van de aan Frau Venus gelieerde muziek vergelijk met het niet overtuigende suikerzoete gekwezel van Elisabeth en Wolfram, dan vraag ik mij wel eens af waar Wagners werkelijke sympathie lag. Misschien zat hij zelf ook liever bij Frau Venus.
Kollo vertolkt een sublieme rol als de jonge onbesuisde minnaar van Venus. Christa Ludwig is de ultieme Venus en de landgraaf is vorstelijk. Ook mevrouw Grümmer zet een wonderschone en Elisabeth neer. Het orkest is fabuleus en de opnamekwaliteit superb. Helaas maakt het huilerige stemgeluid van Victor Braun als Wolfram de derde akte ongenietbaar. Die man is een klager. De derde akte sla ik altijd over of ik doe een beroep op de oude EMI opname met Dieskau en Hopf.
Ondanks dat: kopen. De akten 1 en 2 zijn het meer dan waard.
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8 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 31. März 2006
Ein hervorragendes Dirigat, eine Topbesetzung für Tannhäuser, eine glänzende Aufnahmetechnik, sensationelle Ideen wie die Orchestrierung der 3. Szene des ersten Aktes (Knabenstimme und Cornamuse als Schalmeiidiom) - und eine Elisabeth, deren "meckerndes", undifferenziert geführtes Vibrato ebenso nervt wie jenes von Wolfram. Besonders Victor Braun als Wolfram ist eine Fehlbesetzung, welche der Einspielung den Referenzstatus kostet... Am liebsten würde man einen Mix machen und die beiden Rollen mit jenen der Einspielungen von Haitink oder Sinopoli ersetzen. Aber so...schade!
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