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67 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fünf Sterne reichen nicht...
Geht es um die ultimative Aufnahme dieses größten Meisterwerkes der Operngeschichte, so gibt es nur vier, die man aus vollstem Herzen empfehlen kann: die Furtwängler-Aufnahme mit Flagstad und Suthaus (fantastisch, leider in Mono), die Aufnahme von Sir Georg Solti (mit einer jungen Birgit Nilsson, die ihr Primat unter den Isolden dieser Welt klar macht),...
Veröffentlicht am 9. September 2002 von dimane

versus
4 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen wann bekommen wir eine aktuelle moderne Einspielung?
Leider kann ich den vorigen Rezensenten nicht in Gänze zustimmen.
Dies ist wohl die besondere Akustik des Festspielhauses, welche faszinierend auf CD gebannt ist. Auch wenn bedacht wird, dass die Aufnahme über 40 Jahre alt ist, ist die technische Qualität gelungen.
Der Leistung des Orchesters unter der Leitung von Karl Böhm ist nichts...
Veröffentlicht am 25. Oktober 2010 von Gustav Simon


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67 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fünf Sterne reichen nicht..., 9. September 2002
Geht es um die ultimative Aufnahme dieses größten Meisterwerkes der Operngeschichte, so gibt es nur vier, die man aus vollstem Herzen empfehlen kann: die Furtwängler-Aufnahme mit Flagstad und Suthaus (fantastisch, leider in Mono), die Aufnahme von Sir Georg Solti (mit einer jungen Birgit Nilsson, die ihr Primat unter den Isolden dieser Welt klar macht), Carlos Kleiber mit der Staatskapelle Dresden (diese Aufnahme ist wohl die Strahlendste, typisch Staatskapelle)...und diese Bayreuther Live-Aufnahme, die in Sachen Intensität und Dramatik ihresgleichen sucht.
Vielleicht liegt es an der Live-Athmosphäre oder dem "Genius Loci", daß diese Aufnahme so fesselnd, atemberaubend und so herzzerreißend intensiv gelungen ist. Das Orchester unter Karl Böhm wogt dramatisch, Birgit Nilsson (ihre zweite Isolde auf Platte) leidet, tobt und träumt auf einem unerreichten Niveau, und Wolfgang Windgassen läßt sich von ihrer Leidenschaft anstecken, um BIG BIRGIT mindestens ebenbürtig zu sein.
Das absolute Highlight dieser Aufnahme ist der unerreichte König Marke von Martti Talvela. Herzzerreißend wie niemand vor ihm oder nach ihm beklagt er sein Unvermögen, den Treuebruch Tristans nachzuvollziehen. Nach dem Liebesrausch im ersten Teil des zweiten Akts sorgt er dafür, daß die Nüchternheit der Realität nicht zu einer kalten Dusche für den Hörer wird. Der Hörer ist vielmehr erschüttert von der Trauer König Markes.
Noch ein Kommentar zur Aufnahme-Qualität: einfach phantastisch. Transparent, warm und niemals die Sänger erschlagend.
Wenn's nur ein Tristan sein soll, dann dieser!
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31 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Textverständlich und sehr flott, 28. September 2004
Von 
vully "vully" (Neuhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Diese Aufnahme zeichnet im Vergleich zu anderen Spitzenaufnahmen des Tristan vor allem zweierlei aus:

Zum einen extreme Wortdeutlichkeit. Die Akustik des Bayreuther Festspielhauses mit dem Deckel über dem Orchester gibt den Sängern dieses auch technisch hervorragenden Live-Mitschnitts von 1966 die Möglichkeit zu singen, ohne schreien zu müssen.

Zum anderen hat der Dirigent Böhm sehr schnelle Tempi gewählt, was ebenfalls die Betonung von der Musik in Richtung des Textes verschiebt. Das kommt insbesondere dem 1. Akt zugute, in dem (bis auf die Liebestrank-Szene am Schluss) weniger die großen Gefühle ausgelebt als vergangene Ereignisse erzählt und Beleidigungen ausgetauscht werden. Selten habe ich diesen Akt so grimmig, dramatisch und energisch erlebt.

Weniger gut bekommen die extremen Tempi allerdings den großen Liebesszenen des 2., den kontemplativen Momenten des 3. Aktes: Wenn einige Kritiker dieser Aufnahme vorwerfen, die Isolde bleibe "ungeminnt", liegt das m. E. nicht zuletzt daran, dass der Dirigent den Sängern teilweise nicht die Luft und Zeit gibt, die Gefühle wirklich auszusingen. Auf der anderen Seite hält er dadurch das Drama sehr stringent zusammen.

Birgit Nilsson ist eine sehr engagierte, dramatische Isolde mit strahlender Höhe, zeigt sich hier aber - mehr als in vielen Studio-Aufnahmen und trotz der schnellen Tempi - auch überraschend sensibel. Die Live-Aufnahme bekommt ihrer Riesenstimme viel besser als die alte Studio-Technik, die sie oft zwang, nur mit halber Stimme zu singen oder sogar einen Meter zurückzutreten, um das Mikrophon nicht zu überfordern. Winzige Ermüdungserscheinungen im 3. Akt lassen sich - nach vier Stunden - in einer Live-Aufnahme überhaupt nicht vermeiden und stören den fabelhaften Gesamteindruck nicht.

Wolfgang Windgassens Tristan kann ich nicht so ungeteilt genießen: Auf der einen Seite singt er - wie immer - sehr textverständlich und unglaublich ausdrucksvoll. Bewundernswert auch die Präzision, mit der er und Nilsson den ersten Auftritt im 2. Akt singen, der sonst häufig in Geschrei oder Sprechgesang ausufert.

Auf der anderen Seite war er nie ein klassischer Heldentenor, seine Stimme klang nicht groß, baritonal, ausladend, sondern hell, schlank und eher leicht, nicht nach Horn, sondern Oboe. Um trotzdem Partien wie Siegfried und Tristan zu singen, musste er besonders in der Höhe die Töne mit viel Druck erzeugen, klang dadurch häufig gepresst, was er oft - besonders als Tannhäuser, seine beste Rolle - als Ausdrucksmittel nutzen konnte. Als Tristan fehlen ihm in dieser Aufnahme (in einem Bayreuth-Mitschnitt von 1957 war das noch anders) die Kraftreserven, um die lyrischen, schwärmerischen Passagen entspannt zu singen, die triumphalen Aufschwünge souverän. Unübertroffen als Tristan bleibt bis heute Lauritz Melchior, danach kommen für mich der herb-melancholische Ludwig Suthaus (unter Furtwängler) und Jon Vickers, und erst dann Windgassen.

Die übrigen Rollen sind in kaum einer Aufnahme so gut besetzt wie in dieser:

Christa Ludwig ist eine Brangäne mit außergewöhnlich schöner Stimme, eine jugendliche Freundin, nicht eine Amme der Isolde. Der mitreißende 1. Akt geht zur Hälfte auf ihr Konto. Besser geht's nicht.

Eberhard Waechters Kurwenal klingt - v. a. im Vergleich zum jungen Fischer-Dieskau (Furtwängler) oder Berry (Karajan) recht rauh, aber engagiert und eindringlich. Außerdem ist die Rolle ja auch ein recht einfacher Charakter, und deshalb gefällt Waechter mir durchaus.

Martti Talvela ist ein großartiger König Marke mit einer riesigen, sehr charakteristischen Stimme und schafft es in bewundernswerter Weise, trotz der extremen Tempi in seinem Monolog im 2. Akt die Enttäuschung und Resignation des Königs anrührend darzustellen. Neben Kurt Moll und Karl Ridderbusch einer der "großen" Markes auf Platte.

Peter Schreier schließlich macht aus dem "Seemann" fast eine Hauptrolle und singt sein Lied zu Beginn des 1. Akts so klar, so weltfern melancholisch, dass man sofort voll in die Stimmung der Oper geworfen wird. Genauso optimal wie die restlichen Sänger.

Insgesamt also ist dies nach wie vor eine der besten Aufnahmen des Tristan, insbesonders eine großartig besetzte. Wegen der doch sehr flotten Tempi und des etwas quetschenden Tristan ziehe ich dennoch insgesamt Furtwänglers technisch und von der Besetzung (bis auf Suthaus und Fischer-Dieskau) lange nicht so perfekte, aber ruhiger atmende Aufnahme vor.
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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DER Tristan, 13. Juni 2005
In dieser Aufnahme passt einfach alles: von der ersten Note an eine überwältigende Interpretation. Mit Recht ist dieser Tristan die Referenzaufnahme, an der sich alle anderen zu messen haben.
Was Windgassen hier auf die Bühne bringt ist bei Gott der empfindsamste, verzweifeltste und berührendste Tristan. Nilssons Isolde ist überirdisch - am Ende verglüht sie förmlich im Liebestod. Brangäne - ludwig atemberaubend usw. Wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann vielleicht der Kurwenal von Wächter - der (wienerisch ausgedrückt) etwas "koffert" (sprich die Höhen attackiert, dass es schmerzt).
Was allerdings wiederum Böhm aus den Bayreuthern (die ja kein richtiges Orchester sind) heraushohlt, das ist einfach - Magie...
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33 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rauschaft: Ertrinken, versinken!, 15. November 1999
Von Ein Kunde
Man kann gar nicht hoch genug greifen, um diese Aufnahme zu loben. Es stimmt einfach alles! Natürlich ist Birgit Nilson als Isolde überwätligend, Wolfgang Windgassen als todesssehnsüchtiger Tristan tief einprägsam, das Bayreuther Orchester auf höchstem Wagnerniveau. Aber die größte Überraschung ist für mich Karl Böhm. Für viele gilt er als einer der Mozart-Interpreten des Jahrhunderts. Wer seine Mozart-Aufnahmen kennt, erwartet beim Tristan vielleicht auch gepflegte Langeweile auf hohem Niveau. Was für eine Überraschung aber, wenn man die CD einlegt und Böhm das Vorspiel zügig angeht, es aber mit großer Linie einmünden läßt in den Beginn der Handlung. Wahrhaft umwerfend wird es aber im 2. Akt. Das "Oh sink hernieder Nacht der Liebe" so zu musizieren, es so singen zu lassen: Darüber kann ich nur schweigen, weil meine Fähigkeiten nicht ausreichen, dies adäquat in Worte zu fassen. Kurz noch zur Klangqualität: Der Deutsche Grammophon ist ein kleines Meisterstück gelungen: Fabelhaft, wie das hier klingt. Also, der Worte sind genug gewechselt, laßt Taten folgen!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein klassischer, aber nicht jedermanns Zugang, 24. November 2012
Von 
Grüner Baum - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Die Aufnahme ist laut Beiheft ein Live-Mitschnitt aus Bayreuth aus dem Jahr 1966 (anderslautende Gerüchte kann ich nicht kommentieren). Die Klangqualität ist im Prinzip gut, die Aussteuerung allerdings sehr hoch und auf gewaltigen Ausdruck ausgerichtet. Das ist beeindruckend, war mir aber ab und zu mal zu 'fett'. Die Harmonie zwischen Orchester und Stimmen gelingt nicht immer und oft deckt das Orchester die Stimmen sehr zu. Böhms Dirigat bietet eine Mischung aus Wärme und Dramatik und ist ungewöhnlich flott.

Birgit Nilsson gilt vielen als die vielleicht beste Isolde der Nachkriegszeit (wenn man Flagstadt mal nicht mehr zu dieser Zeit rechnet). Das ist sicherlich so der Fall, wenn man den Zugang der dramatischen, wuchtvoll beeindruckdenen Isolde mit den hohen, strahlenden Tönen voll sauberer Kraft bevorzugt. Dies ist nicht mein Lieblingszugang und trotz unbestrittener Qualitäten der Nillson kann es mich subjektiv nicht ganz überzeugen. Es ist mir an vielen Stellen zu wuchtig, zu hoch, zu laut, zu dramatisch. Die Textverständlichkeit ist dadurch oft stark eingedrängt (gegenteilige Beobachtungen in anderen Rezensionen respektiere ich, kann sie aber nicht nachvollziehen). Sie bildet den Klang in der Kehle mit viel Kraft, setzt aber oft nicht die Formung in der Mundhöhe dazu, die den reinen Klang zum klanggeformten Wort machen (um dagegen nicht unterzugehen macht es Christa Ludwig als Brangäne hier oft auch so). Man muss freilich feststellen, dass sie an vielen Stellen auch bewunderswert ruhig und lyrisch werden kann, ihre Stimme kontrolliert und das vorhandene Fundament intelligent einsetzt. Der Liebestod aber z.B. gerät sehr dramatisch. Das ist ohne Zweifel beeindruckend und bewunderswert, aber muss nicht jedem gefallen.

Ein für mich objektives Problem aber, dass Wolfgang Windgassen als Tristan nicht dazu passt. Er hat einen wunderschönen Tenor, der aber von der Natur viel schlanker und weniger kraftvoll ist als Nilssons Organ. Das ist eine falsche Zusammenstellung. Wenn man Nilsson als Isolde in ihrer Pracht haben will, dann muss man ihr ein ebenbürtiges Gegenüber an die Seite stellen. Jenseits dieser mangelnden Passung macht Windgassen das mit seinen Mitteln nicht schlecht. Er wählt nicht den lyrischen Zugang wie andere Darsteller mit schlanker Stimme (z.B. Rene Kollo), sondern den des etwas intellektuellen, innig-reflektierenden Liebhabers, arbeitet viel mit Punktuation und diffiziler Herausarbeitung der inneren Dramatik des Textes. Er bietet viel sängerische Intelligenz, aber weniger Empfindamkeit. Seine Fiebrigkeit im dritten Akt ist präzise dargestellt, aber emotional nicht ganz überzeugend. An wenigen Stellen versucht er mal mit einer Kraft zu singen, die er nicht hat und klingt dann etwas verschattet.

Christa Ludwig ist Nilsson ein absolut ebenbürtiges Gegenüber. Sie singt die hohen, dramatischen Phasen absolut sicher und überzeugend, die ruhigeren mit Gefühl und Intelligenz. Wegen der ebenfalls sehr dramatischen Anlage kann es mich persönlich aber nicht so berühren.

Eberhard Waecher ist im ganzen nicht der ideale Kurwenal. Im ersten und zweiten Akt ist er überzeugend der energetische Ritter, aber in Darstellung und Stimmführung nicht immer ganz präzise. Im dritten Akt fehlt es ihm ein wenig an Präsenz, während gleichzeitig manche Phrasen etwas überzeichnet wirken.

Martii Talvela als König Marke singt besonders tief. Er ist ganz König und Würdenträger, tritt fast wie ein Richter auf, erinnert dabei an den König in Lohengrin. Seine persönliche Involviertheit kommt kaum zum Tragen und er wirkt wie eine Figur, die von außen an die Szenerie herantritt.

Fazit: Vier Sterne gibt es aus meiner subjektiven Sicht, die die sehr dramatische Ausrichtung nicht so mag und aus den starken, hohen Tönen weniger Pluspunkte ableitet. Wem das auch so geht, für den sollte die Aufnahme nicht erste Wahl sein. Wer es genau anders herum empfindet, sollte wegen Nilssons Leistung sicher zugreifen.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebestod in Vollendung, 20. Februar 2007
"In dem wogenden Schwall, in dem tönenden Schall, in des Weltatems wehendem All, ertrinken, versinken, unbewusst, höchste Lust!" Mit diesen letzten Worten sinkt Isolde mit der Gewissheit von der Unsterblichkeit ihrer Liebe über Tristan zusammen, um auf Ewig im Tode mit ihm vereinigt zu sein. Jene fernen Sphären, die Wagners Musik in diesem Augenblick zu streifen vermag, können mit Worten nicht beschrieben werden.
Karl Böhm ist mit dieser Einspielung eine dem Meister würdige Interpretation gelungen, die wie gesagt dazu im Stande ist, jene hohen Sphären dem Hörer zu öffnen. Mit Ehrfurcht vor der Partitur ist Böhm an das Werk herangegangen und hat sie bis ins kleinste Detail ausgeleuchtet, um das Maximum aus der Musik herauszuholen. Das Bayreuther Festspielorchester ist nur selten so fasettenreich zu erleben, doch vor allem das Sängerensemble macht diese Aufnahem zur Referenzaufnahme des Tristan. Allen voran Birgit Nilsson, die den Hörer mit ihrer metallisch kernigen, doch niemals körperlosen Stimmführung begeistert. Vor allem aber ihre Höhe ist technisch so brilliant wie bei kaum einer anderen Sängerpersönlichkeit. Mit Leichtigkeit, die sie vor allem ihrem brillianten Stimmsitz zu verdanken hat, schmettern einem die aus Schönheit durch Mark und Bein gehenden hohen Töne um die Ohren. Doch dieser Isolde steht mit Wolfgang Windgassen ein mindestens genau so guter Tristan gegenüber. Seine Stimme ist zwar nicht ebenso strahlend wie die der Nilsson und seine hohen Töne wirken manchmal etwas gepresst, doch ist er für sie ein würdiger Partner. Christa Ludwigs Brangäne ist schlicht weg genial, ebenfalls Eberhard Waechter als Kurwenal, Martti Talvelas König Marke und Peter Schreier als junger Seemann. Wenn also eine Aufnahme von "Tristan und Isolde", dann diese!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Referenzaufnahme schlechthin, 31. Dezember 2010
Mit dieser Box erwirbt man eine herausragende Interpretation von "Tristan und Isolde" - für mich die Referenzaufnahme schlechthin.
Der Live-Mitschnitt von 1966 ist besonders gelungen und überragt viele Studio-Aufnahmen. Neben der großartigen sängerischen Leistungen von Wolfgang Windgassen und Birgit Nilsson steht die unnachahmliche Christa Ludwig - für mich die beste Brangäne aller Zeiten.

Viele Wagnerianer bezeichnen diese Aufnahme als zeitlos, für mich jedoch spiegelt diese Aufnahme ihre Zeit wider - eine Zeit, in der die Oper nicht im kommerziellen Mittelpunkt stand, sondern in der ein großer Wert auf sängerische und darstellerische Leistung gelegt wurde.
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unvergessliches Musikereignis, 18. März 2007
Von 
Über Wagners "Tristan und Isolde", schon über den ersten Akkord des Vorspiels, sind tonnenweise Bücher und Interpretationen geschrieben worden. Diese Oper gilt vielen als endgültige Vollendung des Musiktheaters, Wagner fand für sein großes Liebesdrama eine bislang noch nie gehörte Musik, verließ die Gebiete und Gebote der Harmonik, komponierte Klänge, die sich an keinerlei Konventionen hielt, die nur noch pure Emotion ausdrücken wollte und die inneren Vorgänge der Personen hörbar machte. Dieses Musikdrama öffnete der nachfolgenden Generation von Komponisten die Tür zur Neuen Musik, bereitete den Weg für Komponisten wie Richard Strauss, die "Zwölftonmusiker" und beeinflußt noch heute viele Komponisten nachhaltig.

Logisch, daß sich lange kein Opernhaus an diese absolut revolutionäre Partitur heranwagte. "Tristan und Isolde" wurde am 6. August 1859 vollendet und mußte lange auf seine Uraufführung warten. Straßburg, Karlsruhe, Paris, Dresden, Weimar, überall wurde die Oper als unaufführbar erachtet, die Wiener Hofoper brach die Produktion nach über 70 Proben ab. Schon schien es, als würde das Werk niemals auf die Bühne kommen, wäre da nicht der Bayernkönig Ludwig II. gewesen. Der "Märchenkönig" war der wohl glühendste Wagnerianer aller Zeiten, er holte den Komponisten nach München und befahl, "Tristan und Isolde" an der Hofoper aufzuführen. So erklang das Werk zum ersten Mal am 10. Juni 1865 unter der Leitung des legendären Hans von Bülow, ein denkwürdiges Datum. Der Legende nach erschütterte die Oper das Publikum so nachhaltig, daß es, ähnlich Goethes "Werther", eine Selbstmordepidemie hervorrief und der erste Tristan, ein Tenor mit dem klangvollen Namen Ludwig Schnorr von Carolsfeld, sich so überanstrengt hatte, daß er wenige Wochen nach der ersten Vorstellung an einer simplen Erkältung starb. Um revolutionäre Werke ranken sich oft Legenden, allerdings bietet "Tristan und Isolde" noch immer eine große Herausforderung für einen jeden Dirigenten, Regisseur und Sänger, der sich an dieses gewaltige Liebesdrama heranwagt, obwohl es heute natürlich weltweit auf jeder wagnertauglichen Bühne vertreten ist.

In Bayreuth, dem heiligsten Tempel der Wagnerpflege, erklang "Tristan und Isolde" zum ersten Mal drei Jahre nach dem Tod des Komponisten, 1886, und steht seitdem regelmäßig auf dem Spielplan. Viele Male wurde es inszeniert und aufgenommen, so daß die Genese des Tristan auf der Bayreuther Bühne sehr gut dokumentiert ist. Eine ganz besondere Interpretation lieferte Karl Böhm 1966, wovon diese Einspielung ein beeindruckendes Zeugnis ablegt. Böhm dirigiert das wie immer ausgezeichnete Bayreuther Festspielorchester wie in einem Rausch, er zieht das Tempo massiv an, was dem Werk besonders während des ersten und dritten Aktes zugute kommt. Der Hörer wird unweigerlich in die Handlung hineingezogen, kann sich nicht mehr von der Oper losreißen, bis Isolde schließlich mit ihrem überirdischen Todesgesang über der Leiche des geliebten Tristan zusammensinkt. So intensiv und spannend habe ich die Oper noch von keinem Dirigenten interpretiert gehört.

Das Ensemble läßt hier keinerlei Wünsche offen, es ist das Beste, was Bayreuth in den 60ern zu bieten hatte, und das war die absolute Elite des Wagnergesangs.

Wolfgang Windgassen war über zwei Jahrzehnte der Bayreuther Heldentenor Nummer eins. Er hatte, wie viele geniale Sänger, eine nicht wirklich schöne Stimme, dafür besaß er ein riesiges Repertoire an Ausdrucksmöglichkeiten, die seine Interpretationen bis heute einmalig machen. Als Tristan überzeugt er hier einmal mehr als hochbegabter Sänger - Schauspieler, die gewaltigen Ausbrüche des todwunden Helden im dritten Akt sind in dieser Aufnahme an Intensität kaum zu übertreffen, auch im überirdischen zweiten Akt, an der Seite Birgit Nilssons, zeigt er seine großen Fähigkeiten als Darsteller, wobei er stimmlich mit der schwedischen Naturgewalt kaum mithalten kann. Windgassen wurde oft vorgeworfen, er singe "ökonomisch", also stimmschonend. Wahr ist, daß er für die gewaltigen Wagnerpartien kaum das geeignete Stimmaterial mitbrachte, er war eher ein lyrischer Tenor, der auch als Tamino zu glänzen verstand. Einige Male muß er sich auch hier in den Sprechgesang retten, um die riesigen Anforderungen zu meistern, was dem Gesamtbild seiner Darstellung aber keinen Abbruch tut. Ein hervorragender Tristan.

Seine Partnerin ist die Isolde der Rekorde. So oft wie Birgit Nilsson hat keine andere Sängerin in dieser Rolle auf der Bühne gestanden. Auch hier zeigt sie ein rundes und, dank ihrer gewaltigen Stimme, die sie jedoch meisterhaft zu modulieren verstand, mitreißendes und bewegendes Rollenportrait. Die Nilsson verließ sich meistens, wie auch hier, auf die Kraft ihres Organs und ließ die Darstellung eher nebenher laufen, was ihre Leistung hier jedoch kaum schmälert. Trotzdem bleibt Kirsten Falgstad in dieser Rolle meine Favoritin.

Der König Marke ist hier mit Martti Talvela ausgezeichnet besetzt. Seiner großen Baßstimme vermag er leise und intensive Töne zu entlocken, er singt und spielt den guten, desillusionierten König rundum überzeugend, auch ohne daß man den beeindruckenden Zweimetermann auf der Bühne sieht.

Tristans treuer Gefährte Kurwenal wird hier von Eberhard Wächter gesungen, auch er über lange Jahre Stammgast in Bayreuth und im Wagnerfach zuhause. Sein Kurwenal ist ein seinem Herrn bedingungslos ergebener Diener, Wächters etwas rauhe Stimme passt ausgezeichnet zu dem einfach gestrickten Kämpfer, der seinem Herrn in den Tod folgt. Einer der besten Darsteller dieser Partie.

Auch Isoldes Zofe Brangäne wurde hier mit einer großen Sängerin besetzt. Christa Ludwig bringt die nötige Erfahrung mit Wagnerpartien mit, um ein bewegendes und stimmlich ausgezeichnetes Rollenportrait zu zeichnen. Das Zusammenspiel der beiden Frauen im ersten Akt ist beispielhaft, ihr Gesang vom Turm im zweiten Akt mischt sich traumhaft mit dem Zwiegesang die Liebenden.

Auch in den kleinen Rollen sind hier große Namen vertreten, seien es nun der Tenor Erwin Wohlfahrt als Hirt, Gerd Nienstedt als Steuermann oder Peter Schreier als junger Seemann, der diese kleine Partie fast zu einer Hauptrolle umgestaltet.

Ein wenig aus dem Rahmen fällt Claude Heater als Melot. Er hat einen starken Akzent und fällt auch stimmlich etwas aus dem Rahmen. Sein Auftritt als Verräter macht allerdings den Bruch zu dem langen Liebesduett so deutlicher.

Klangtechnisch gibt es kaum eine bessere Liveaufnahme, wobei die Bayreuther Einspielungen oft von ausgezeichneter Qualität sind, was wohl an der einmaligen Akustik des Festspielhauses liegt. Natürlich poltert das eine oder andere Mal der Bühnenboden, allerdings hält sich das sonst oft störende Gehuste des Publikums in wohltuenden Grenzen. Die Zuschauer waren wohl genauso fasziniert, wie es der Hörer sein wird.

Jedem Wagnerfreund, der diese Einspielung noch nicht besitzt, sei sie mit unbedingter Empfehlung ans Herz gelegt.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fürwahr ein erhebendes Werk, 21. Juli 2004
Eine anspruchsvolle Oper hervorragend umgesetzt. Besonders die herausragenden Sängerleistungen von W. Windgassen, "La Nilsson" in den Titelrollenb, aber auch M. Talvela als Marke und C. Ludwig als Brangäne setzen Massstäbe. Mit dem temporeichen Dirigat von K. Böhm, der es versteht die Instrumente und die Stimmen perfekt auszubalancieren ist dies die Referenzaufnahme für diese Oper. Die Bayreuthsche Akustik und die mittels Original-Image-Bit-Processing Technik erreichte Tonqualität runden dieses Werk noch ab. Wenn Tristan, dann dieser!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tja..., 18. Januar 2008
Von 
Manuel Rivera (Heilbronn, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
... ich wünschte ich wüsste irgendwas gegen die hier zu lesenden überschwänglichen Lobeshymnen zu sagen ;-) - aber es gibt nichts. Böhms Dirigat, ohne alle Manierismen und Suche nach 'Originalität', bringt das weißglühende Drama dieser dreiaktigen "HAndlung" zum Vorschein. Schon das Vorspiel ist nicht etwa erdrückend, sondern gewalttätig-mitreißend und DESHALB beklemmend (man ringt nach Atem). Die schnellen Tempi tun vor allem auch dem zweiten Akt sehr gut. Nilsson in einer ihrer schönsten Aufnahmen; gerade die Live-Qualität tut ihr sehr gut, die Stimme kann sich original entfalten. Sie singt hier lyrisch wie selten. Windgassen kann neben ihrer schieren Stimmkraft natürlich nicht bestehen, ist aber dafür in seiner Textbehandlung und seinem musikalischen Verständnis jeder Phrase so perfekt, dass ich seinen Tristan ohne Zögern zu den allerbesten auf Platte rechnen möchte. Ludwig: großartig, ihre Brangäne ist wirklich eine leidende Partnerin der Isolde, der 1. Akt im Zwiegespräch der beiden atemberaubend; musikalisch perfekt, ohne indes wie manche Sängerin im Zinnen-Gesang des 2. Aktes ins unverbindlich Liedhafte abzugleiten (auch dank Böhm). Wächter als Kurwenal sehr erdverbunden und authentisch, auch ein leidender Partner, einer der "normalen" Menschen am Rande dieses Zweier-Amoklaufs. Ebenso wie Talvelas Marke... Nein, es gibt KEIN Manko, keine schwache Stelle in dieser Aufnahme.
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Wagner: Tristan und Isolde (3 CDs)
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