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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn mein Herz im Busen spricht, sing ich hell und munter..., 19. Dezember 2010
Von 
Andre Arnold "Lateingott" (Rödental, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Wenige Werke des deutschen Komponisten Franz Schubert üben seit jeher eine ähnliche Faszination aus wie sein größter Liederzyklus, die "Winterreise" D 911. Von diesem im Jahre 1827 - also ein Jahr vor Schuberts Tod - entstandenen Zyklus nach Wilhelm Müllers gleichnamigem Gedichtzyklus soll der Komponist selbst gesagt haben, dass es sich um "schauerliche" Lieder handle, wie man sie noch nicht gehört hatte. Die Geschichte vom betrogenen Gesellen, der seine Wanderung durch die vereiste Landschaft antritt, zieht Menschen nach wie vor in ihren Bann.

Schubert erreicht innerhalb des Zyklus' eine schier unantastbare kompositionstechnische Meisterschaft. Beinahe zwei Drittel aller Lieder stehen in Moll. Aber selbst die Lieder, die in Dur stehen, kommen nicht umhin, traurige, verzweifelte Elemente zu beherbergen. Teilweise ist der Tonfall auch verklärend beziehungsweise verklärt.
Das Werk beginnt mit einem der schönsten Lieder Schuberts überhaupt, "Gute Nacht". Beizeiten führt er das Motiv des Flusses ein, ein beliebtes romantisches Motiv. Doch im Gegensatz zur "schönen Müllerin" ist der hier kein holder Gefährte, sondern das eisig erstarrte Ebenbild der Liebe. Trauer und Wut kennzeichnen das Verhältnis ihm gegenüber. Mit dem "Lindenbaum" findet sich eines der populärsten deutschen Volkslieder, das voller Liebe und Anmut steckt. Immer weiter aber steigert sich der Geselle in seine Agonie, bis ihn ein "Irrlicht" - in düsterstem h moll - vom Weg abbringt. Immer unwirklicher und immer hoffnungsloser gebart sich die Reise, auch ein "Frühlingstraum" bringt keine Besserung. Nicht nur die Gegend ist unwirtlich und erfroren, auch die Tiere und die wenigen Menschen, auf die der Geselle trifft, erweisen sich als unterkühlt und widrig. Obschon er sich "Mut" zuspricht, wird im beinahe halluzinogenen "Nebensonnen" deutlich, dass er zerschlagen am Boden liegt. Zum Schluss schließt er sich einem offenbar ebenso gedemütigten "Leiermann" an. Auch wenn hier nicht - wie in der der "schönen Müllerin" - der Tod am Ende steht, so ist es doch ein ausgestoßen Sein aus der Gesellschaft.

Der deutsche Bariton Dietrich Fischer Dieskau hat sich während seiner beispiellosen Karriere intensiv mit der "Winterreise" auseinander gesetzt. Mehrmals hat er den Zyklus aufgenommen, häufig mit verschiedenen Begleitern. Die vorliegende Einspielung mit dem Pianisten Jörg Demus entstand Mitte der 60er Jahre und erfreut sich einer ordentlichen Aufnahmequalität. Für viele Kenner ist dies Fischer Dieskaus beste Interpretation.
Der singt wie gewohnt hell, klar und deutlich. Seine Intonation ist herrlich und wie gemacht für die Lieder Franz Schuberts. Er singt seine Rolle nicht einfach nur, er flößt ihr Leben ein und durchdringt sie in allen ihren Einzelheiten und Facetten. Er schafft sich genügend Freiraum, um prächtig zu nuancieren und Kontraste sowie Akzente zu setzen. Dabei bleibt die Darbietung stets transparent und differenziert. Keine der zahlreichen Einspielungen dieses Zyklus' durch Fischer Dieskau gleicht dem anderen.
Was aber macht die vorliegende Einspielung besonders? Zum einen muss die phänomenale Leistung Demus' gelobt werden, der Fischer Dieskau ausgezeichnet begleitet und sich eines Gerald Moores oder eines Alfred Brendels ebenbürtig erweist. Niemals drängt er sich auf, hält sich stets dezent im Hintergrund, stützt aber dennoch den Gesang meisterlich und subtil. Hinzu kommt die ganz besondere Atmosphäre, die über dem Vortrag liegt: Im Gegensatz zu anderen Deutungen Fischer Dieskaus erweist sich seine 65er Interpretation als wesentlich nachdenklicher und inniger. Aufbrausende Passagen kommen zwar in keiner Weise zu kurz, erweisen sich jedoch als wesentlich gezähmter. Das gibt dem Ganzen den Anschein völliger Resignation, was der Intention Schuberts sehr nahe kommen dürfte.

Fazit: Eine weitere hervorragende Darbietung, die zurecht im Rahmen der sogenannten "Originals" wieder veröffentlicht wurde! Vielleicht nicht die allerbeste, aber diejenige, die Schubert wohl am ehesten vorgeschwebt sein dürfte. Zum Vergleich empfehle ich Fischer Dieskaus Einspielungen mit Gerald Moore beziehungsweise Alfred Brendel oder - um auch einmal andere Interpreten zu Wort kommen zu lassen - Peter Pears' Auslegung an der Seite von Benjamin Britten.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Heilungsarbeit, 28. Mai 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dietrich Fischer-Dieskau hat ein langes Sängerleben lang diesen Zyklus gesungen. Seine erste Aufnahme war beim SFB . Er als 23jähriger,zusammen mit dem Pianisten Klaus Billing. In den fünfziger Jahren kam dann nach einigen Aufnahmen mit Reutter und Klust die legendäre erste Aufnahme mit Gerald Moore. In dieser Version habe ich vor über vierzig Jahren diesen Zyklus kennengelernt.

1963 starb seine erste Frau Irmgard Poppen. Dies löste bei Fischer-Dieskau eine heftige Krise aus. Jörg Demus brachte ihn wieder auf die Bühne.
Diese Aufnahme könnte quasi eine Dokument der Heilung sein.

Überdies hat Fischer-Dieskau mit Demus nicht so viel aufgenommen, aber was er aufgenommen hat, ist von besonderem Rang, wie zB die hervorragende Dichterliebe, 1958.

Für mich -sicher weger der Erstprägung- bleibt Dietrich Fischer Dieskau immer das Maß, an dem ich eine Interpretation der Winterreise messe.
Ich finde alle seine Interpretationen interessant, bemerkenswert, beeindruckend. Die ganz frühen in der Naivität, die mittleren, zu denen diese mit Demus gehört, er im Vollbesitz der stimmlichen Kräfte, aber gereift, und die späten, nicht mehr im Vollbesitz der Stimmkraft, aber für den Zyklus angemessen "gebrochen".

Schön, dass es dieses Dokument wieder und noch gibt. Die zweite Aufnahme mit Moore,im Rahmen der Gesamtaufnahme Schubert'scher Lieder spricht mich weniger an,als diese.

Die Aufnahme von 1965 ist perfekt in der Stimmführung- wie genau Fischer-Dieskau den Mikrokosmos eines Liedes gestaltet, teilweise von überwältigender Schönheit des dolce-Gesangs ( doch an den Fensterscheiben,Lied 11, niemals besser zu singen) und zugleich von deutlicher Härte ( gleiches Lied, und als die Hähne krähten)

Heute wird der Sänger 83 Jahre alt und kann auf ein reiches Künstlerleben zurückblicken ! Herzlichen Glückwunsch !
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine der besten Einspielungen des Klassikers!, 14. Oktober 2013
Jede Zeit hat ihre musikalischen Ideale, jedes Genre ihre Helden.
Dietrich Fischer-Dieskau kann sich auf seine musikalische Fahne schreiben, eine der einfühlsamsten und temperiertesten Stimmen zum Zyklus "Winterreise" von Franz Schubert zu sein. Die klangliche Vielfalt, die vielen Timbres, die er immer wieder hin- und herwirft, sind nach wie vor ein großes, vergängliches Gedicht, was mich mit seiner Spontanität und Perfektion des Augenblickes immer wieder überrascht.

In jedem Fall ein Werk, dass sich auch nach Jahrzehnten des Hörens immer wieder neu definiert:
Als Referenz im Ohr, als meisterliche Sangeskunst unserer Zeit und als eine konkrete Interpretation von vielen möglichen Varianten des Schubert'schen Werkes.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mir flog der Hut vom Kopfe, doch ich wendete mich nicht, 30. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der "Leuchtende" singt die Winterreise, wie er es in seinem Leben xmal getan hat- immer mit der Frische und Ausdruckskraft wie beim ersten Mal. Es gibt wohl keinen Sänger, der in seinem Gesang so wie FiDi Intellekt und tiefe Emotion verbindet. Die Winterreise ist nicht irgendein Liederzyklus, sondern neben der Geschichte einer gescheiterten Liebe wird gesellschaftskritisch die Isolation des Einzelnen, das Zurückgeworfensein des Individuums auf sich selbst geschildert. Und das auf eine Art und Weise, die uns heute noch genauso berührt wie sie Schubert berührt hat.
Eine hervorragende Aufnahme eines großen Werkes mit dem herausragenden Sänger schlechthin. Alternativ ist auch die Aufnahme mit Brendel am Piano zu empfehlen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es gibt nichts Größeres, 13. Juli 2014
Für mich ist die "Winterreise" das Größte, was in der Kunstlied-Literatur je geschrieben wurde. Und die Interpretation durch Fischer-Dieskau ist beispiellos großartig.
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10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klassiker, leicht angestaubt, 22. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Ein Klassiker des Gesangsrepertoirs. Eine melancholisch-düstere Abschiedsmetapher, der Abschied von der Geliebten und der Heimat sinnbildlich für den Abschied vom eigenen Leben, durchdrungen von Vorahnungen und schließlich endend mit dem Tod. Franz Schubert hat zu diesem Gedichtzyklus am Ende seines Schaffens und auch seines Lebens, auch sinnbildlich für sein eigenes Dasein stehend, die unvergleichliche Musik geschrieben. Die Aufnahme gehört zur Wiederauflage älterer LPs der Deutschen Grammophon auf CD, und das hört man ihr auch an, ein gewisses Hintergrundrauschen ist vernehmbar, aber das gehört vielleicht dazu. Fischer Dieskau singt ausdrucksstark, wenn auch an den gefühlvolleren Stellen möglicherweise etwas weniger Pathos guttäte. Wohltuend und auch essentiell für den postitven Gesamteindruck der Aufnahme ist das ausgezeichnete Spiel von J. Demus, der damit einen erheblichen Beitrag zur Interpretation liefert. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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0 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr guter Service!, 6. November 2012
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Bin sehr zufrieden, Die Bestellung kam pünktlich an und die CD ist makellos. Werde gerne wieder bei diesem Anbieter bestellen. Und zwar sehr bald!!!
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Schubert: Winterreise (The Originals Version)
Schubert: Winterreise (The Originals Version) von Dietrich Fischer-Dieskau & Jörg Demus
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