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Kundenrezensionen

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am 19. Dezember 2002
Wenn man das 1944 entstandene Trio in e-moll für Klavier, Violine und Cello von Schostakowitsch im Konzertsaal hört und die innig-zarten Kantilenen des mystischen Beginns oder dann die aufwühlenden Akkorde des letzten Satzes erlebt, ist man beinahe sicher, dass gerade dieses Trio wohl kaum in der gleichen Intensität auf CD erhältlich sein wird, ist es doch meist üblich, dass die Tonmeister die extremen Passagen ausgleichen, z.B. die wogenden Klangfluten des Allegrettos zurücknehmen, usw... Und dann hört man diese 1998 in Tokio mitgeschnittene Live-Aufnahme, in der Martha Argerich, Gidon Kremer und Mischa Maisky zum ersten Mal gemeinsam aufs Podium traten, wie dem interessanten Text im gut redigierten Booklet zu entnehmen ist. Man hört gebannt und staunt, wie geradezu hautnah der Klang des Flügels wirkt, wie Gidon Kremer mit seinem von tiefer Empfindung geprägten Spiel oder Mischa Maisky und sein warmer, berückender Celloton sich hier im Dienst an einem Werk an die Grenzen der musikalischen Aussage wagen, von den orkanartigen Ausbrüchen bis zum kaum noch hörbaren Verstummen, dem Bild eines leidenden, sich innerlich empörenden Geistes eine aufwühlende Interpretation geben, war Schostakowitsch doch zu jener Zeit fast zur Unperson erklärt und sogar evakuiert worden. Noch selten hat man sein Trio - wohl eines seiner bekanntesten Kammermusikwerke - einerseits so aufgerauht, impulsiv aufgebrochen und gleichzeitig in der an die Schmerzgrenzen reichenden kühnen Harmonik derart intensiv gehört. Ein faszinierendes Zusammenspiel, wo auch in der dichtesten Klangstruktur jedes einzelne Instrument klar erkennbar bleibt!
Man mag wohl anfänglich erstaunt sein, dass auf der CD nun ein scheinbar so abgerundetes, melodienreiches Werk wie Tschaikowskys a-moll Trio folgt. Aber die Kombination ist äusserst sinnvoll und wohltuend! Glücklicherweise hat man den Applaus und die "Bravos" am Ende der Werke drin gelassen (es wirkt geradezu befreiend nach der erschütternden Trauer des ausklingenden Adagios im Schostakowitsch-Trio und bringt eine kurze Pause vor dem rund 60 Jahre früher entstandenen Werk!), dann erklingt, melancholisch und wehklagend der Beginn des "Pezzo elegiaco", den man in seiner einfachen Melodik fast als erlösend empfindet nach dem aufwühlenden Trio von Schostakowitsch. Und doch finden sich auch hier, in diesem in Erinnerung an den Tod seines Mentors und Freundes Nikolaj Rubinbstein geschriebenen Werk die gleiche Intensität, wieder sind es die klangvollen Akkorde und das perlende Spiel der Martha Argerich und wieder scheinen sich die drei begnadeten Musiker die der von russischer Schwermut geprägte Melodienfülle zu selten gehörter Intensität zu steigern. Da ist kein süsslicher, von Ballettromantik träumender Tschaikowsky zu hören, obwohl gerade dieses eher selten gespielte Trio uns den ganzen Tshaikowsky offenbart, ist es doch - wie M. Argerich (im Booklet) erklärt - beinahe ein eigentliches Klavierkonzert. Aber in keinem seiner andern Werke begegnet uns Tschaikowsky so persönlich, so intim in allen Schattierungen seiner Gefühle, als würden seine Briefe, seine Tagebuchaufzeichnungnen zu Klängen sich verdichten, und dies alles in der grossen Tradition der Klaviertrios, wie wir sie von Beethoven, Brahms oder Dvorak kennen.
Und erstaunlicherweise gibt es sogar Parallelen: Da klingt im ersten Satz ganz unvermittelt eine an die Klezmer-Musik erinnernde Melodie auf, die im letzten Satz wiederholt wird, eine Melodie wie sie sich ganz ähnlich in ihren Sekundschritten (zwischen kleiner Sext und grosser Septime) auch bei Schostakowitsch findet. Das Tschaikowsky-Trio schliesst ähnlich wie jenes von Schostakowitsch mit starken arpeggierten Akkorden, nur eben - sechzig Jahre früher! - versöhnlicher, harmonischer, aber ebenso zurückgleitend ins Pianissimo tragischer Einsamkeit: Musik verwandter Seelen! Und dann wieder Applaus, es folgt als Zugabe, um uns zu erlösen aus der russischen Schwermut, der raffinierte Tango pathétique von Peter Kiesewetter (geb. 1945). Also nochmals ein rhythmisch akzentuiertes kurzes Stück, aber was wäre ein Tango, wenn er nicht auch melancholisch wäre...
Eine unerhört intensive Aufnahme, die hier eigentlich zum Konzerterlebnis wird, das man sich immer wieder gerne anhören und dazu im Booklet den Bericht der Begegnung dieser drei grossen Musiker nachlesen wird. Es muss gesagt sein, dass solche Live-Aufnahmen einfach viel direkter, spontaner und auch räumlicher klingen als viele der oft 'sterilen' Studioaufnahmen. Und mit 79 Minuten Spieldauer eine "herrlich" lange CD, wirklich ein ganzes Konzert! Eine Aufnahme, die zeigt, was möglich ist, nicht nur was die Länge betrifft, sondern vor allem auch die Programmation unterschiedlicher Werke verwandter Seelen. Und ausserdem ein Dokument einer seltenen Sternstunde der Kammermusik!
Veit Zust, Seefeldstrasse 7, CH-6006 Luzern,
E-Mail: veit.zust@bluewin.ch
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am 25. Oktober 2001
Argerich, Kremer, Maisky - 3 Namen, die alleine schon Programm genug sind. Hier trafen sie sich zum ersten Mal um gemeinsam Kammermusik zu machen. Der Hörer hat natürlich seine Erwartunge an die drei Großen - und wird nicht enttäuscht. Die 3 musizieren, als hätten sie in dieser Besetzung ihr ganzes Leben lang gespielt. Das Tschaikowsky-Trio ist oftmals gespielt worden, man denke nur an die fabelhafte Aufnahme des "1-Million-Dollar-Trios" mit Heifetz, Rubinstein und Piatigorsky. aber so lebhaft, aufwühlend, aber auch intim und zurückhaltend ist es wohl noch nie gespielt worden. Und auch die Leidenschaft, Ängste und die Trauer im Schostakowitsch-Trio könnte besser nicht gespielt werden.
Höhepunkt ist aber vielleicht sogar die Zugabe: Tango-Pathétique von Kiesewetter. hier zeigen die drei, daß es nicht immer nur die "großen" Werke sein müssen, um die Gunst des Publikums gewinnen zu können. Diese war ihnen aber eh' schon vorher sicher.
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am 22. Februar 2014
Das Tschaikowsky Trio ist mir in einer billigen Gesamtedition von Tschaikowsky erstmals begegnet und hat mich auf Anhieb gepackt. Diese Aufnahme ist technisch brillant und die drei Spielenden lassen nichts zu wünschen übrig. Eine in allem empfehlenswerte Aufnahme für Hörende, die Kammermusik lieben.
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am 24. November 2002
Rezension zu Agerich/Kremer/Maisky
Shostakovich-Tchaikovsky-Trios
Deutsche Grammophon 459 326-2
Obwohl ich keine anderen Aufnahmen dieser Stücke kenne, begeistert mich diese CD unglaublich: als ich diese Musik zum ersten mal mit 12 Jahren mit meinen Vater im Wohnzimmer gehört habe, fiel mir sofort auf, mit welcher Hingabe die Musiker Martha Argerich, Gidon Kremer und Misha Maisky das Trio no2 in E Moll op67 von Dimitri Shostakovich, das A Moll Trio (op50) von Peter Ilyich Tchaikovski und als Krönung den Tango pathétique von Peter Kiesewetter spielen. Man merkt wie gefühlvoll und ausgelassen sie diese genialen Kompositionen interpretieren und wie geduldig sie die so fast sichtbare Musik ausreizen. Damit meinen ich, dass man beim Zuhören zu einer Äußerlichen Ruhe kommt, sich innerlich jedoch extrem angeregt fühlt. Man träumt sich weg von der Wirklichkeit, hinein in fremde, neue Welten. Besonders das Trio von Shostakovich lässt mich in den Anblick vorbeiziehender, geheimnisvoll idyllischer Landschaften hinabsinken. Ich bekomme dann sehr genaue Vorstellungen und finde mich in immer lebendiger werdenden malerischen Gegenden wieder. Wenn man schließlich aus einem Gefühlsrausch von Hochs und Tiefs auftaucht, bemerkt, dass die CD zu Ende ist, will man sich festklammern an einem nur geträumten Dasein. Man traut sich nicht, diesen Traum zu unterbrechen, man fragt sich warum es vorbeigehen muss. Erst der Alltag zwingt einen wieder aus der Unwirklichkeit aufzublicken.
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am 2. Februar 2016
Man sehe mir nach, dass ich in die Begeisterung meiner Vorrezensenten nicht ganz einstimmen kann. Einerseits bin ich über die Brillianz, die Intonation, der weiche, satte Klang, die Gefühlstiefe und die Phrasierung von Maisky und Kremer begeistert. Andererseits ist es genau diese Phrasierung, die zwar jede Phrase zu einem emotionalen Erlebnis macht, mit den damit verbundenen leichten Rubati aber - für mich - den Fluss der Musik, den Rhythmus und inneren Zusammenhalt stört. Hinzu kommt, dass m.E. der Klavierpart der sehr geschätzen Argerich hier die Ausdruckstiefe der Streicher nicht ganz erreicht. Insofern eine Aufnahme auf (sehr) hohem künsterlischen Niveau, bei mich Teile begeistern, aber das Ganze sich für mich nicht ganz stimmig/rund anhört.
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am 29. Mai 2010
Ich hörte vor kurzem zufällig in Bayern 4 Klassik aus dem Tschaikovsky - Klavier - Trio op. 50 etwa die letzten 5 Minuten , und war total überwältigt, natürlich von Tschaikovky, aber zugleich, und vor allem von der musikalischen und technisch perfekten Interpretation von Martha Argerich, Gidon Kremer und Mischa Maisky.Um so mehr freute mich, über Amazon noch eine CD der Deutschen Grammophon aus dem Jahre 1999 zu erwischen.Jedem Musikfreund sei dieses musikalische Ereignis empfohlen und viel Glück bei der Suche nach dieser CD.
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am 3. Dezember 2015
Schön und tief und voller Humor in der Interpretation. Man muß diese Musik vielleicht von anderen Interpreten gehört haben
um in der Tiefe zu erfassen wie besonders die vorliegende CD ist. Kaufen, hören!
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am 11. Juni 2004
Gute Aufnahmen mit der Musik von Schostakowitsch sind rar geworden.
Wer eine sucht, findet sie in dieser Aufnahme.
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