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5.0 von 5 Sternen Der originale Barbier
Gioacchino Rossini war eine einmalige Erscheinung. Der "Schwan von Pesaro", wie man ihn auch nannte, war zunächst nicht weniger als ein musikalisches Wunderkind, das bereits mit zwölf Jahren virtuose Orchesterstücke komponierte und mit unglaublicher Leichtigkeit und Schnelligkeit unvergängliche Melodien schrieb. In seinen produktivesten Zeiten schuf er...
Veröffentlicht am 24. Februar 2007 von Martin Resch

versus
17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ordentlich, aber nicht überragend
Diese Aufnahme löste bei ihrem Erscheinen eine Sensation aus, wurde als einzig authentische Deutung gefeiert, vor allem weil der Claudio Abbado die Partitur von allen traditionellen Ergänzungen befreite und seinen Sängern alle eigenen Verzierungen, Kadenzen und Variationen verbot. Heute hat sich das eher als Irrweg erwiesen, weil Rossini die Partien von...
Veröffentlicht am 20. Februar 2003 von vully


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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der originale Barbier, 24. Februar 2007
Von 
Gioacchino Rossini war eine einmalige Erscheinung. Der "Schwan von Pesaro", wie man ihn auch nannte, war zunächst nicht weniger als ein musikalisches Wunderkind, das bereits mit zwölf Jahren virtuose Orchesterstücke komponierte und mit unglaublicher Leichtigkeit und Schnelligkeit unvergängliche Melodien schrieb. In seinen produktivesten Zeiten schuf er nicht weniger als vier Opern im Jahr (und bediente sich dabei auch gerne mal bei sich selbst), einmal brachte er es gar auf sechs, er war einer der berühmtesten und populärsten Komponisten seiner Zeit, seine Reisen durch ganz Europa glichen Triumphzügen, die Begeisterung, die ihm entgegenschlug, übertraf noch die Hysterie um die meisten der heutigen Stars bei weitem. Rossini war nicht mehr und nicht weniger als der erste globale Popstar, der durch seine Geschäftstüchtigkeit auch zu großem Wohlstand kam.

Das rief natürlich die Neider auf den Plan, der hochverehrungswürdige Beethoven nannte ihn einen "Sudler", Schumann schrieb ganze Traktate über den verhaßten "Kanarienvogel" und seine "seelenlose" Musik, trotzdem kam an dem omnipräsenten Maestro, ob man ihn nun mochte oder nicht, niemand vorbei.

Seltsamerweise hatten gerade seine heute bekanntesten und beliebstesten Opern "Il barbiere di Siviglia" und "La Cenerentola" zunächst einen schweren Stand. Im Falle des "Barbiere" war der Grund eine gleichnamige Oper des damals sehr berühmten Komponisten Giovanni Paisiello, weswegen Rossini sein Werk, das er innerhalb von zwei Wochen komponiert haben soll, am 26. Dezember 1816 vorsichtshalber unter dem Titel "Almaviva oder Die sinnlose Vorsicht" in Rom zu Uraufführung brachte. Am ersten Abend gab es ein Pfeifkonzert und die Oper galt als durchgefallen, doch bereits am nächsten Abend erntete die Oper einen umjubelten Erfolg und trat innerhalb kürzester Zeit einen Triumphzug um die Welt an.

Natürlich gibt es auch jede Menge Aufnahmen, die alle ihre Vor - und Nachteile haben, doch hier hier Besprochene übt auf mich nach wie vor einen ganz besonderen Reiz aus: Zum einen ist dies die erste Operneinspielung, die ich überhaupt besessen habe (die Original - LPs habe ich immer noch), zum anderen ist dies der gelungene Versuch Claudio Abbados, der Originalpartitur wieder zu ihrem Recht zu verhelfen. Schon zu Rossinis Lebzeiten hatten sich die Dirigenten und Sänger auf den "Barbier" gestürzt und fröhlich eigene Ideen (ob nun gut oder nicht, sei dahingestellt) in die Oper eingebracht, sodaß der Komponist beizeiten sein eigenes Werk nicht mehr erkannte (Zitat: "Wundervoll, von wem ist das?"). Abbado verbat den Sängern, sowie sich selbst, eigene Verzierungen und hielt sich strikt an das von Rossini komponierte Original, verkleinerte das Orchester auf das vorgeschriebene Maß, machte aus der zum Sopran umgewandelten Rosina wieder einen Mezzo und schuf so eine Mustereinspielung, die bis heute ihren Reiz nicht verloren hat, sondern, im Gegenteil, noch immer ein Beispiel für eine rundum gelungene Operneinspielung ist.

Bis auf eine Ausnahme ist das Gesangsensemble ausgezeichnet:

Diese Ausnahme heißt Luigi Alva, über lange Zeit der gefragteste Rossini - Tenor und ohne Zweifel ein meisterhafter Belcanto - Sänger, der zum Zeitpunkt der Aufnahme jedoch leider seine besten Zeiten schon länger hinter sich hatte. Sein Graf Almaviva wirkt nicht gerade wie ein junger, überschäumender Liebhaber, seine Stimme neigt zum "Tremolieren" (d. h. sie zittert manchmal regelrecht) und klingt zeitweise recht abgesungen, auch die zahlreichen Koloraturen (die auch ohne eigene Verzierungen schon kompliziert genug sind) bewältigt er nur mit Mühe. Alva ist leider der große Schwachpunkt dieser Einspielung, obwohl er darstellerisch zu überzeugen weiß, was nicht die Tugend jedes Sängers ist.

Enzo Dara dagegen macht als Bartolo eine brillante Figur. Auch diese Rolle wurde von Rossini mit sängerischen Schikanen gespickt, die Dara jedoch ausgezeichnet zu meistern versteht, man höre nur die komplizierte Arie "A un dottor della mia sorte". Auch darstellerisch macht Italiens berühmtester Baßbuffo einen weiten Bogen um jedes Klischee und bringt so nicht nur einen sehr komischen, sondern auch recht gefährlichen alten Doktor zu Gehör.

Teresa Berganza hatte die schwere Aufgabe, der Rosina ihre ursprügliche Gesangslinie wieder zu geben. Rossini hatte diese Partie für einen Mezzo geschrieben, was natürlich die Gesangsstars der Sopran - Szene auf den Plan rief, die die begehrte Partie entsprechend transponieren ließen. Berganza macht einen sehr guten Eindruck, singt und spielt ein selbsticheres, junges Mädchen, das gar nicht daran denkt, ihrem alten Vormund in die Ehe zu folgen. Gesanglich interläßt sie einen großartigen Eindruck, nur manchmal fehlt ihr das Neckische, das diese Partie benötigt,um vollends zu überzeugen.

Einmal mehr fulminant schlägt sich Hermann Prey in seiner Paraderolle Figaro. Heutzutage ist es modern, diesem Sänger seine damals ungeheure Popularität zum Vorwurf zu machen, ebenso seine Volksnähe, seine darstellerische Leistung wird des öfteren als "grobschlächtig" bezeichnet. Das mag durchaus seine Berechtigung haben, im Gegensatz zu seinem großen Konkurrenten Fischer - Dieskau, wirkt Prey immer ein wenig hemdsärmelig, was dem bauernschlauen Figaro allerdings viel besser zu Gesicht steht, als durchdachtes Taktieren. Prey war ein Sänger, der immer aus dem Bauch heraus agierte und seinen Theater - Instinkt sprechen ließ, was ihm vor allem als Figaro, sowie in seiner anderen Paraderolle Papageno zu Recht Weltruhm verschaffte. Gesanglich gibt es bei ihm nichts auszusetzen, Prey hatte in den 70ern (die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1972) unbestritten seine Glanzzeiten. Für mich ist er noch immer der beste Rossini - Figaro.

Auch Paolo Montarsolo fügt sich ins rundum zufriedenstellende Bild dieser Aufnahme. Als Basilio balanciert er virtuos auf dem schmalen Grat zwischen Komik und Gefährlichkeit, auf dem man in dieser Partie so leicht in das eine oder andere Extrem abrutschen kann. Hervorragend singt er die berühmte "Verleumdungsarie".

Das positive Bild rundet Stefania Malagú in der Rolle der ältlichen Haushälterin Berta (bzw. Marcellina) ab. Sie darf endlich einmal die ihr zugedachte Arie singen und bereichtert damit diese Aufnahme weiter.

Einen kleinen, aber wichtigen Part hat der Ambrosian Opera Chorus, der seine Aufgabe einmal mehr überzeugend löst.

Insgesamt kann man auch nach über dreißig Jahren diese Aufnahme weiterhin jedem Opernliebhaber, und ganz besonders demjenigen, der sich gerade für die Oper zu interessieren begiint, ans Herz legen, ein klassischer Evergreen.
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19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bestmögliche Aufnahme der besten Oper!!!, 29. März 2002
Von 
Wunderbar, göttlich, genial! Genau das sind die Worte, mit denen ich die Aufnahme der DG beschreiben würde: Claudio Abbado macht der "Tradition" der Verstümmelung der Partitur und der Willkür der Sänger einen Strich durch die Rechnung: Er dirigiert das Werk so, wie Rossini es aufgezeichnet hat, also ohne störende Kadenzen, v.a. in den Schlussteilen, auch auf die Variationen legt er keinen Wert: Man hört originalen und originellen Rossini!!! Teresa Berganza ist wohl die beste Rosina, die es je gegeben hat und geben wird, da bei ihr die Koloraturen schon so klingen, wie wenn sie einfach drüber hinwegsingen würde, man merkt keine Anzeichen physischer Belastung. Über den Buffo Enzo Dara in der Rolle des Bartolo kann man nur sagen: Er scheint für diese Rolle geboren zu sein! Paolo Montarsolo singt einen herrlichen Basilio, dessen Rolle hier fast wie die eines Psychopaten wirkt (was Basilio wahrscheinlich auch ist), was sich v.a. in der genialen Verleumdungsarie zeigt, in der Abbado übrigens nicht laufend das Tempo wechselt, wie andere Dirigenten dies tun. Luigi Alva klingt als Graf lustig, und Prey ist ein ganz anderer Figaro, als wir ihn z.B. vn dem krächzenden Leo Nucci her kennen. Zusammenfassend ist diese Aufnahme also die beste z. Zt. verfügbare. Es fehlen das Rezitativ und die Arie des Grafen am Ende des 2. Aktes, die allerdings in kaum einer Aufnahme des Barbiers aus der damaligen Zeit enthalten sind.
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17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ordentlich, aber nicht überragend, 20. Februar 2003
Von 
vully "vully" (Neuhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Diese Aufnahme löste bei ihrem Erscheinen eine Sensation aus, wurde als einzig authentische Deutung gefeiert, vor allem weil der Claudio Abbado die Partitur von allen traditionellen Ergänzungen befreite und seinen Sängern alle eigenen Verzierungen, Kadenzen und Variationen verbot. Heute hat sich das eher als Irrweg erwiesen, weil Rossini die Partien von vornherein auch auf eigene Kadenzen hin komponiert hatte - ohne diese machen viele Wiederholungen einfach keinen Sinn, wirkt vieles etwas starr und akademisch.

Dazu trägt ein bisschen auch der Dirigent bei, der das Orchester sehr flott und rhythmisch präzise spielen lässt, was den überdreht komischen Momenten (Finale 1. Akt) sehr zugute kommt. Den verspielteren Szenen, z. B. den Duetten Rosina-Figaro und Graf-Figaro im ersten Akt dagegen hätte ein etwas lockerer Zügel gut getan.

Außerdem ist unverständlich, warum Abbado - wenn er sich denn so demonstrativ der Authentizität verschrieben hat - die Arie des Grafen im letzten Akt "Cessa di piu resistere", die heute wieder absolut üblich und ein echter Gewinn ist, nicht wieder eingefügt hat.

Ich kann nur annehmen, dass Luigi Alva, der Sänger des Grafen, wusste, dass er dieser enormen technischen Herausforderung nicht (mehr) gewachsen gewesen wäre. Überhaupt ist er der größte Schwachpunkt der Aufnahme: Seine nie wirklich schöne Stimme klingt alt, neigt zum Tremolieren und Jammern. Da hätte Abbado lieber einen weniger berühmten, dafür jüngeren Sänger (Benelli, Araiza) wählen sollen.

Der Rest der Besetzung dagegen ist gut bis herausragend:

Teresa Berganza hat immer noch ein jugendliches Timbre, ist eine zarte, liebenswerte Rosina, auch wenn sie nicht mehr ganz so unbeschwert und überschwenglich singt wie einige Jahre vorher unter Varviso. Bei ihr fällt das starre Kadenzenverbot am meisten auf, scheint sie etwas zu hemmen.

Hermann Prey singt einen temperamentvollen, überrumpenlnden, sympathischen Figaro, dem allenfalls im Vergleich zu den ganz großen Rollenvertretern (Stracciari, de Luca, Tibbett, Herlea, Warren, mit Einschränkungen Gobbi) etwas stimmliche Beweglichkeit und Koloraturtechnik fehlte. Rollendeckend auch der Basilio von Paolo Montarsolo - ein großer Darsteller, der aus seiner nicht sehr großen, etwas rauhen Stimme das beste macht.

Die Sensation dieser Aufnahme schließlich ist der Dr. Bartolo des Enzo Dara: Mit bombensicherer Stimme, metallischem Timbre, sicheren Koloraturen und enormem Humor ist er m. E. der beste Darsteller der Rolle überhaupt.

Alles in allem eine ausgezeichnete Aufnahme, die aber für den absoluten Spitzenplatz etwas zu steril wirkt und mit Luigi Alvas Grafen einen echten Wehrmtstropfen enthält. Ich ziehe deshalb insgesamt die neuere Aufnahme unter Lopez-Cobos, die ältere unter Varviso (auch mit Berganza und Ugo Benellis elegantem Grafen) und die Londoner Aufnahme unter Galliera mit der Callas und Gobbi (und einem sehr viel fitteren Alva) vor.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich könnte sie immerzu hören, 31. Juli 2009
Der Barbier ist meine Lieblingsoper und dies ist meine Lieblingsaufnahme des Barbiers. Es gibt andere Einspielungen, die einen besseren Graf haben als Luigi Alva in dieser hier, auch die Verleumdungsarie habe ich einzeln schon besser gehört als sie Montarsolo hier singt, aber insgesamt gesehen gibt es für mich keine bessere Gesamtaufnahme dieser Rossini-Oper, die genannten Schwachpunkte trüben für mich das Gesamtbild kaum. Das liegt einerseits sicher vor allem an Hermann Prey und Enzo Dara, die ich beide in ihren jeweiligen Rollen überaus schätze. Das liegt andererseits auch an Claudio Abbado, der hier für mich die richtigen Tempi findet und das Ganze sehr lebendig gestaltet. Vor allem liegt das aber am Ensemble insgesamt, das wunderbar zusammen harmoniert, allein das Finale des ersten Aktes ist den Kauf dieser Aufnahme wert.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Günstiger Preis bei wirklich tollem Produkt, 20. August 2010
Nicht nur die Musik, die Stimmen sind ein Traum, sondern auch das sich in der CD enthaltene Heftchen mit den Liedtexten - neben italienisch auch noch in weiteren Sprachen übersetzt. So kann man z.B. seine italienischen Sprachkenntnisse locker bei den in italienisch gesungenen Arien mitverfolgen und wer will/kann sogar mitsingen.
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