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42 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Klassiker, 20. Dezember 2002
Die englische Suite Nr. 2 mit ihrem Konstrukt der vier klassischen Haupttänze Allemande, Sarabande, Gavotte, Gigue und den beiden Galanterien weisen die geniale Verflechtung des mittelalterlichen Kontrapunktes in das Dur/ Moll Systems auf, die Bach meisterhaft mit italienischen und französischen Stilelementen zu einer eigenen Klangsprache verdichtet. Dadurch erreichen die englischen Suiten einen bis weit in die Wiener Klassik reichenden musikalischen Höhepunkt und sind daher bis heute besonders schwierig zu spielen.
Alle drei Stücke werden von Martha Argerich von einer faszinierenden Leichtigkeit und Frische wiedergegeben. Sie versteht es jeden noch so kleinen musikalischen Gedanken fliessend in das Ganze einzubinden. Die Genialität dieser Aufnahme besteht neben dem partiturgerechten souveränen Spiel in der Offenlegung der vielfältigen Klangspektren und den kompositorischen Möglichkeiten Bach's.
Der Zugang zur Partita Nr. 2 , die wie bei den englischen Suiten auch, vier Haupttänze und zwei Galanterien beinhaltet, und wie die französische Ouvertüre, dem italienischen Konzert sowie den Goldbergvariationen zu den Klavierübungen Nr. 1- 4 gehören, ist für den Musikliebhaber etwas schwerer zu verstehen, da hier die Gefahr besteht, sich einem spröde gespielten Werk gegenüberzustehen.
Martha Argerich beweist aber gerade durch ihr lebendiges Spiel, wie modern eine „Klavierübung" sein kann, und bestätigt dadurch von neuem, das Musik niemals altern kann, sondern abhängig von der Bereitschaft des Solisten und des Hörers immer wieder neu zu erfahren ist.
Mit der Toccata, mit der die CD beginnt und kraftvoll von Martha Argerich zur Ausführung gebracht wird, der Partita Nr.2 sowie der Englischen Suite Nr.2 ist es der DGG gelungen, einen wichtigen Ausschnitt aus Bach's Klavierwerken zu veröffentlichen, die mit der brillanten Einspielung von Martha Argerich dem erfahrenen sowie dem unerfahren Hörer die Gelegenheit bieten, Bach neu kennen zu lernen, um in eine(noch) neue Welt eintauchen zu können.
Die gesamte Aufnahme selbst gehört meiner Meinung nach zu den ganz großen Meisterwerken der Schallplatten ( CD ) Geschichte, und besticht noch zusätzlich durch ein hervorragendes Klangbild.
(Das ich über diese Gesamteinspielung einen Zugang zu Bach finden konnte, der mir vorher durch andere spröde Einspielungen verwehrt blieb, versteht sich daher von selbst).
Das Booklet selbst ist als Anregung für eine vertiefende Auseinandersetzung mit den Klavierwerken Bach's zu verstehen und zeigt auf der letzten Seite noch die jeweiligen beiden Schallplattencover aus den Entstehungsjahren der Einspielungen, als die Schallplatte noch den Ton angab und das Wort Digital noch ein Fremdwort war.
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26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Argerich als Bach-Expertin, 24. November 2002
Daß Martha Argerich seit vielen Jahren ihr Publikum mit Werken von Chopin, Liszt, Rachmaninoff oder Prokofiev vegeistert, steht außer Frage. Jedoch würde man nicht direkt auf die Idee kommen, sie mit dem Namen "J.S.Bach" in Verbindung zu bringen. Auf dieser CD präsentiert sie dem Hörer jedoch eine Kostprobe ihrer eigenen Art, sich mit diesem Komponisten auseinander zu setzen. Argerich interpretiert hier die Toccata in c-moll BWV 911, die 2. der sechs englischen Suiten und die 2. der sechs Partiten. Zu letzterer hat sie übrigens eine gnz besondere Beziehung: Die Partita stand auf dem etwa 45-minütigen Solorezital, das sie nach jast 2 Jahrzehnten wieder in der Carnegie-Hall gab.
Marthas Bach ist etwas besonderes. Dabei hat sie es nicht nötig, die Werke des Komponisten derart zu entstellen, wie es einst Glenn Gould tat. Auch brilliert sie nicht durch eine derart feine Anschlagskunst eines András Schiff (Suite, Partita) oder einen derart romantischen Zugang wie Angela Hewitt (Toccta). Jedoch ist alles wie us einem Guss: Martha greift zu, sie hat auch keine Probleme damit, diese Werke zu nutzen um zu zeigen, daß auch Bach ein hochvirtuoser Komponist war und teilweise für den Pianisten unglaublich schwer ist. Trotz alledem schafft sie es beispielsweise in der Fuge der Toccata, die Stimmführung hervorzuheben. Auch in der Suite greift sie beherzt in die tasten, ohne daß es jedoch zu einer übertriebenen Härte in ihrem Spiel kommt. Daß sie sich bei der Partita sehr wohl fühlt, wie sie immer wieder in Interviews betonte, ist ihr ebenfalls anzumerken. Sie fügt die einzelnen Sätze zu einem großen Kunstwerk, zu einem homogenen Gesamtbild zusammen.
Diese Aufnahme ist nichts für Leute, die die exzentrischen Deutungen eines Gould lieben. Wer jedoch ansonsten offen für jede neue Interpretation ist, wird diese CD lieben. Schade, daß martha nicht mehr Werke des vielleicht größten Komponisten aller Zeiten aufgenommen hat!
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bitte um mehr davon, 2. März 2007
Bereits 1980 hat Martha Argerich diese Aufnahme gemacht. Warum hat ihr niemand gesagt, dass sie eine grossartige Bach-Spielerin ist ? Mit so viel Drive,Leidenschaft ist ein Bach ein ganz besonderer Genuss, Rondeaux aus der zweiten Partita,aber auch das Capriccio.Alles bleibt transparent, aber es wird mit höchster Differenziertheit, einer gewisser Virtuosität, viel Anschlagskultur gespielt. Die Stücken verlieren alles potentiell Akademische( was allerdings bei der zweiten englischen Suite nicht wirklich eine Gefahr ist)Leider ist nicht erwartbar, dass Argerich noch weitere Einspielungen von Bach machen wird ( sie spielt ja praktisch nicht mehr alleine). Diese Aufnahme ist umso mehr Dokument eines überragenden Bach-Spiels, das man in keiner Sammlung von Bach-Cds missen möchte.
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Klassiker, 16. Dezember 2002
Von Ein Kunde
Das Besondere an der Musik Johann Sebastian Bach's für Laien wie mich ist, dass sich bei vielen Stücken schon beim ersten Mal Hören eine Vertrautheit einstellt. Martha Argerich's Interpretation trägt das ihre dazu bei. Ihr Spiel wirkt so als würde sie nur für sich musizieren. Als Zuhörer fühlt man sich als stiller Gast im Musikzimmer, dem das unverhoffte Glück zuteil wird, Ohrenzeuge einer Aufführung zu werden, die sich selbst genügt: Keine Spur von Aufdringlichkeit oder Effekt-Heischerei. Aber auch nicht von Emotionslosigkeit oder der Kälte der reinen Technik. Stattdessen empfindet man Leichtigkeit, Verspieltheit und Fröhlichkeit, sodass die Grundmotive rasch zu Ohrwürmern werden. Beim 3. Mal Anhören der CD ertappt man sich dann schon dabei, wie man unwillkürlich mitsummt...
Am Ende steht eines fest: Diese CD macht Lust auf mehr von Johann Sebastian Bach und vor allem auf mehr von Martha Argerich.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen klasse, 25. August 2008
Von 
T. BERGMANN (Niedersachsen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Martha Argerich spielt die a - Moll - Suite ziemlich flott und virtuos. Die Strukturen sind gut erkennbar. Ich gebe zu, dass ich diese CD relativ selten höre, aber ich höre sie gerne und möchte sie nicht missen. Ob sie in einen Schrank gehört, muss jeder selber entscheiden. Ich finde, sie gehört in jeden Schrank.
Strukturen: gut erkennbar
Ausdruck: den Werken angemessen und gut
Tempi: flott, aber dennoch passend
Klang: gut
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Glühendes Recital, 5. Dezember 2010
Von 
Andre Arnold "Lateingott" (Rödental, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Die argentinische Pianistin Martha Argerich spielt in den letzten Jahren fast ausschließlich Kammermusik. Das war nicht immer so, denn zu Beginn ihrer internationalen Karriere als Schützling Friedrich Guldas gab sie einige denkwürdige Solorecitale, die beim geneigten Hörer die Frage aufwerfen, warum die Argerich ihre Solotätigkeit beinahe komplett eingestellt hat. Das vorliegende Recital enthält eine Auswahl von Klavierwerken Johann Sebastian Bachs und stammt aus den späten 70er Jahren, erfreut sich aber noch immer bester Tonqualität.

Zunächst möchte ich ein paar Worte zu den Stücken selbst verlieren: Zunächst wird die Toccata c moll BWV 911 dargeboten, ein Werk von unbändiger Kraft und Dynamik. Anders als die Toccate, die Bach speziell für die Orgel konzipierte, ist die Anlage dieser Komposition weitaus filigraner und pittoresker.
Die Partita Nr. 2 c moll BWV 826 eröffnet mit einer entrückenden Sinfonia von erstaunlicher Konzentriertheit. Die folgenden fünf Tänze, unter anderem eine beinahe kontemplative Sarabande und ein espritvolles Capriccio, arbeitet Bach zu hervorragenden Charakterstücken.
Tänze dominieren auch die zweite Englische Suite a moll BWV 807, deren einleitendes Prélude voller Wärme und Tiefsinn steckt. Auch hier ist es vor allem die elysische Sarabande, die dem Rezipienten einen Blick in den Himmel gewährt.

Bach auf dem modernen Konzertflügel, ja oder nein? Ebenso wie beispielsweise Andrei Gavrilov oder Alfred Brendel entscheidet sich Martha Argerich für letzteren. Das Cembalo, mit dem vornehmlich in kleinen, hellen Räumen musiziert wurde, vereint einfach nicht diese Klangfülle auf sich, die das moderne Klavier erzeugen kann. Außerdem handelt es sich bei den eingespielten Stücken um zeitlose Klassiker, die auch heute noch in Mode sind.
Argerichs Vortrag ist vom Feuer der Leidenschaft durchglüht, sie hatte schließlich einen ausgezeichneten Lehrmeister. Niemals ist ihr Spiel akademisch oder bieder, stets gibt sie sich der immensen Ausdruckstiefe der Stücke hin. Ihr Anschlag, ihre Akzente, ihre Abstufungen - alles ist perfekt. Sie baut durch ihr farbiges, warmes Spiel gekonnt Spannung auf, die sich in berauschenden Momenten entlädt. Hinzu kommen die Differenziertheit und die völlige Transparenz ihrer Darbietung. Ein absoluter Meilenstein der Bach Diskographie: Selten hat sich jemand so tief in die Partitur und ihre Umsetzung versenkt wie die Argerich in dieser unvergleichlichen, empathischen Aufnahme!
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach toll!, 23. Juni 2007
Von 
A. Schütz (Weimar, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Martha Argerich strahlt auf dieser CD mit ihrer Musik wie immer eine unglaubliche Frische und Leichtigkeit aus. Besonders die c-Moll Partita ist sehr abwechslungsreich und interessant gestaltet.
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Argerich`s Bach fliesst und swingt wie Jazz, 26. November 2010
Die hier vorliegenden Aufnahmen von bekannten Bachwerken für Tastensolo sind beeindruckendes Zeugnis eines pianistischen Genies-möglicherweise der genialsten lebenden Pianistin-der grossen Martha Argerich. Argerich war ein Wunderkind, eine Hochbegabte, die früh ihr ungeheurliches Talent ganz spielend entdeckte und einer begeisterten Öffentlichkeit offenbarte.
Zu begeistern gelingt ihr auch heute noch und in diesen Aufnahmen aus dem Jahr 1979.

In der einleitenden c-moll Toccata BWV 911 spielt sie mit dynamischer Brillanz, stellenweise mit ungehört energischem Drang und doch stets manuell souverän und so effektvoll wie musikalisch überzeugend. Argerichs Temperament ist ihrem Bach deutlich anzuhören. Es wird kein romantisierter Bach geboten, vielmehr intelligente und vor vitaler Spielfreude berstende Musik, dynamischer Anschlag und vollkommen natürlich gestalteter Ausdruck.

Die c-moll Partita BWV 826, diese geniale Komposition Bachs,ist frappierend gespielt und erinnert manchmal unter Argerichs präziese fliegenden Fingern an ein anderes als noch eigentümlicher geltendes Tastenwunder: Glenn Gould. In Anschlag, Agogik und Ausdruck sind sich die beiden durchaus zumindest stellenweise sehr nahe im Spiel dieser Bachstücke.
Argerichs Bach ist gleichwohl unverkennbar, besitzt eine Argerich-eigene Kantabilität, rhytmisch ausdrucksstarkes Pulsieren, fliesst frei und natürlich.
Auch ohne den direkten Bachvergleich finden sich Parallelen zu Gould. Sowohl Gould als auch Argerich gelten nicht zuletzt deshalb als exzentrisch, weil sie sich dem Kulturbetrieb verweigert haben und sich zu publikumsorientierten unpersönlichen Musikboxen einfach nicht eignen.
Beide Pianisten, die ihr erstaunliches Talent unbedingt in der ganz persönlichen Auffassung und künstlerischen Freiheit ausdrücken müssen, zeigen starke und verständliche Ablehung gegen das markantile Vorführen, bei dem das Kunstwerk und die Interpretation in den Hintergrund zu geraten droht.
Argerich, die vor kurzem ihren 70. Geburtstag feierte, tritt nicht mehr regelmässig solistisch auf, wohl aber im Rahmen des Lugano Festivals und ähnlich eher intimen Veranstaltungen mit musikalischen Partnern und Freunden-zur Freude am künstlerischen Tun.

Und Freude bereitet dem Hörer auch ihr Bachspiel. Die beschwingte Freude am Spiel, selbstverständlich, voller Schönheit und vitaler Ausdruckskraft und mit absolut souveräner technischer Meisterschaft gespielt, so gleichermassen eindrucksvoll wie mitreissend. Argerichs Bach swingt geradezu, wie Jazz, wie eine im Moment, im musikalischen Augenblick entstehende grossartige Improvisation.
Es ist viel verve und expressive Freiheit im Bachspiel der argentinischen Wahlfranzösin, die noch immer viel von der Aura des Wunderkindes hat und doch bleibt bei allem Temperament und selbstverständlicher künstlerischer Individualität der Charakter der Stücke, auch in der gandiosen Englischen Suite No. 2 unmissverständlich ganz und gar erkenntlich als der atmende Genius Bachs.
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