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5.0 von 5 Sternen René Kollos Stolzing ist berauschend.
In seinem diskografischen Vergleich "'Ein heiteres Satyrspiel' oder 'Stahlbad in C-Dur'" (1) charakterisiert Kurt Malisch Soltis Dirigat als "ein überwältigendes musikalisches Feuerwerk, strotzend vor Expressivität und Extrovertiertheit, wobei sich die Grenzen zwischen Ausdruckssuche und Ausdruckssucht mitunter zu verwischen scheinen."

Das macht...
Vor 4 Monaten von Hans Heukenkamp veröffentlicht

versus
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unkomische Komödie
Diese Aufnahme der Meistersänger von 1975, die für sich allein durchaus nicht schlecht ist, muss sich zwangsläufig mit zwei anderen Einspielungen vergleichen lassen, mit denen sie vieles gemeinsam hat - einmal Karajans berühmte Dresdner Aufnahme von 1970, zum anderen Soltis eigene Neuaufnahme von 1995 - und die ich beide aus unterschiedlichen...
Veröffentlicht am 11. Oktober 2008 von vully


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3.0 von 5 Sternen Unkomische Komödie, 11. Oktober 2008
Von 
vully "vully" (Neuhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Diese Aufnahme der Meistersänger von 1975, die für sich allein durchaus nicht schlecht ist, muss sich zwangsläufig mit zwei anderen Einspielungen vergleichen lassen, mit denen sie vieles gemeinsam hat - einmal Karajans berühmte Dresdner Aufnahme von 1970, zum anderen Soltis eigene Neuaufnahme von 1995 - und die ich beide aus unterschiedlichen Gründen vorziehen würde:

Mit Karajan gemeinsam hat die ältere Solti-Aufnahme die sehr langsamen Tempi. Sie ist zwar - gerade in den Ensembles des ersten und zweiten Aktes - glücklicherweise transparenter, hat dafür aber nicht die klangliche Opulenz der Karajan-Einspielung und ist noch langsamer, wodurch sich gerade der dritte Akt wie Gummi zieht. Der Humor dieser komischen Oper geht da stark verloren - oder wirkt gewollt wie bei Bernd Weikls Beckmesser. Glücklicherweise hat Solti da in den kommenden Jahren stark dazugelernt: 1995 gehörte er zwar immer noch nicht zu den schnellsten Wagner-Interpreten, gönnte aber der Komödie ihren Raum und wählte insgesamt flüssigere Tempi.

Auch die Sänger bieten kein schlagendes Argument für die hier vorliegende Aufnahme:

Norman Bailey verlässt sich als Sachs allein auf den sonoren Klang seiner Stimme und radebrecht sich durch den Text. Auch wenn Theo Adams Stimme (bei Karajan) Geschmackssache ist, er war ein erheblich ausdrucksvollerer Interpret. José van Dam (Solti II) schließlich hatte beides - schöne Stimme und Phantasie.

René Kollo hat in den 5 Jahren seit der Karajan-Aufnahme musikalisch zugelegt, singt die Melodiebögen besser. Dafür hat seine Stimme an Farbe und Mühelosigkeit verloren. Ein solider, kein überragender Stolzing. Hier gewinnt Ben Heppners lyrischer Tenor (Solti II) den Vergleich eindeutig.

Hannelore Bode ist eine mädchenhafte, überzeugende Eva, Helen Donath (Karajan) erreicht sie nicht ganz. Kurt Molls wunderbarer Pogner steht Karl Ridderbusch (Karajan) und Rene Pape (Solti II) nicht nach. Adolf Dallapozza singt den David sehr schön, aber weniger witzig und ausdrucksvoll als Peter Schreier (Karajan) und Herbert Lippert (Solti II).

Die einzige Rolle, wo die ältere Solti-Aufnahme die Nase vorn hat, ist tatsächlich der Beckmesser von Bernd Weikl - das liegt aber eher daran, dass Alan Opie (Solti II) langweilt und Sir Geraint Evans (Karajan) sich ohne Stimme und mit Extremakzent durch die Rolle kräht. Weikl übertreibt leider die Lächerlichkeit der Figur.

Wenn ich also die Wahl zwischen den drei genannten Aufnahmen hätte, würde ich ganz klar die neuere Solti-Aufnahme wählen, dann Karajan und erst dann diese hier.
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5.0 von 5 Sternen René Kollos Stolzing ist berauschend., 10. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
In seinem diskografischen Vergleich "'Ein heiteres Satyrspiel' oder 'Stahlbad in C-Dur'" (1) charakterisiert Kurt Malisch Soltis Dirigat als "ein überwältigendes musikalisches Feuerwerk, strotzend vor Expressivität und Extrovertiertheit, wobei sich die Grenzen zwischen Ausdruckssuche und Ausdruckssucht mitunter zu verwischen scheinen."

Das macht den Reiz dieser Aufnahme aus. Solti wählt einen dramatischen, die Konflikte der Figuren nicht glättenden Ansatz für sein Dirigat.
Und er hat ein Sängerensemble zur Verfügung, mit dem das auch gelingt.

Julia Hamari singt eine Lene, die bei aller Sorge um Eva ihr eigenes Interesse, nämlich David, engagiert verfolgt und sich auch die eine oder andere Giftigkeit gegen ihren Amming nicht verkneift. Wie sehr sie David begehrt, hört man schon bei seinem ersten Erscheinen, als Lene ihn mit "Der liebe Schelm! Wüßt er's noch nicht?" empfängt und die Holzbläser ihre Sehnsucht nach ihm offenbaren, die sie verbal hinter ihrem leicht ironischen Gestus versteckt.

Adolf Dallapozza als Lenes Buffopartner singt einen heiteren, durchaus erwachsenen David, der gewillt ist, sich im Trubel des Johannistags zu behaupten. Vergnüglich, wie er Stolzing im ersten Akt Paroli bietet.

Norman Bailey ist ein strenger, rauher Sachs, der mit dem weisen Verzicht auf Eva und in seiner Beziehung zu Stolzing, den er einerseits unterstützt, andererseits in der Werkstattszene des dritten Akts einer strengen Prüfung unterwirft, vom Beteiligten zum Beobachter wird, also die Furt durchschreitet, die männliche Blüte und Alter trennt.
Die Bitterkeit diese Abschieds läßt Bailey überzeugend hören.

Hannelore Bode singt Eva, die in dieser Johannisnacht die Schwelle vom Mädchen zur jungen Frau überquert. Das macht sie zauberhaft! Einerseits hingerissen von Stolzing, bereit, mit ihm Hals über Kopf aus Nürnberg zu fliehen, andererseits schmerzlich mit Sachs fühlend, von dem sie sich notwendigerweise entfernt - Bode singt Lust an Stolzing und Schmerz um Sachs, Frühlings Erwachen und Verwirrung der Mittsommernacht überzeugend und mitreißend.

Bernd Weikls Beckmesser ist schneidend hell, empfindlich und reizbar. Ein Mann, der sein Glück sucht, als es bereits zu spät ist und der sich dabei auf unbekanntes Terrain vorwagt, wo er auf einen Gegner trifft, dem er nicht gewachsen ist. Was ihm im ersten Akt, im Kreis der Meister, wo er geachtet und geschätzt ist, gut gelingt - nämlich den Nebenbuhler auf Distanz zu halten - mißrät im zweiten und dritten, als er um Evchen wirbt, die zu jung für ihn ist, völlig. Weikls Beckmesser hört man die Tragik von mangelnder Selbsteinschätzung und -beschränkung an. Wo Sachs sich bescheidet, will Beckmesser ergreifen und muß in völliger Verkennung seiner Impotenz scheitern.

René Kollo - "Dem Leben treu, ins Göttliche verzeichnet." Ein rauschhafter, gefährlicher, metallischer Stolzing. Kollo singt einen Junker, der archaisch in die genügsame Welt der Meister einbricht, sie herausfordert und mit unwiderstehlichem sex appeal auf Eva wirkt. Eva begegnet er unter der Linde im zweiten Akt zärtlich und zugewandt, allen anderen - mit Ausnahme Sachsens - mit kaum verborgenem Hochmut.
Kollo und Bailey gestalten die Werkstattszene im dritten Akt als dramatischen Höhepunkt, der ganz in Soltis Konzept aufgeht.
Hier findet keine freundliche Unterweisung in die Regeln des Meistergesangs statt, sondern Stolzing bringt in seinem Traumlied voller sexueller Metaphern seinen Anspruch auf Eva unmißverständlich vor und Sachs macht dem Junker nachdrücklich klar, daß er sich gewissen Regeln unterwerfen muß, um Eva zu gewinnen und daß pure körperliche Anziehung für ein dauerhaftes, gesellschaftlich akzeptiertes Verhältnis nicht genügen kann.
Soltis Schärfe erhellt den Konflikt. Man hört in den Streichern geradezu, wie Stolzing am Ende der Szene, als Sachs einen dritten Bar von ihm fordert, das Blut vor Ärger zu Kopf schießt und er wie eine Amsel mit: "Wo fänd ich die? Genug der Wort!" aufschnellt.

Diese Einspielung höre ich wegen ihrer Dramatik und wegen Kollos Stolzing besonders gerne.
Zu kritisieren ist nur, daß das Booklet zweigeteilt und schwer zu lesen ist.

(1) Kurt Malisch in Wagnerspectrum 1/2007, S. 189, Königshausen u. Neumann, Würzburg
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meistersinger vom Feinsten, 17. Juli 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wagner hätte seine Freude dran, so homogen präsentiert sich diese Aufnahme.- Etwas breiter und getragener das Orchester unter Sir. G. Solti als z.B. bei Karajan aber da die Sänger mühelos mithalten können und sich der Klang der Wiener Philharmoniker per se 'schlanker' präsentiert empfinde ich dies als gelungene Alternative. Schade nur, daß B. Weikl als Beckmesser mit seinem Stimmvermögen die Chance vergab, das 'Gezeter und Gekeife' zu vermeiden und ein echter Konkurrent zu Stolzing zu werden. Diese Interpretationsart des 'kritischesten aller Kritikaster' hat sich bedauerlicherweise über die Jahre zu sehr eingenistet, Vielleicht, da meist von Sängern gegen Ende ihrer Karriere gesungen. Sonst präsentiert sich das Sängerensemble von wunderbarer Ausgeglichenheit bis hin zu den Meistern. Kollo hat noch mehr 'Metall' zu bieten als bei Karajan und Bailey ist als Sachs sonor und kein Bißchen salbungsvoll. Überraschend frisch und rollendeckend Dallapozza als David. Wohlklang verbreiten Bode und Hamari als Eva und Magdalene. Ein echter Genuss !
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21 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meistersinger - Sternsinger, 21. März 2007
Von 
M. Preuß "MP" (New York) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Sir Georg Solti gelang zusammen mit den Wiener Philharmonikern, dem Wiener Staatsopernchor und einem erstklassigen Sängerensemble im Oktober 1975 eine hinreißende Meistersingeraufnahme, die in ihrem dramatischen Livecharakter eine Referenzaufnahme zu nennen ist. Mit rhapsodischem Schwung und spritzigem Elan, aber auch mit elegischer Tiefe und edler Größe setzt Solti mit dem gesamten Ensemble Wagners Partitur dramaturgisch kongenial um. Dramaturgie - Klangdramaturgie: die Handlung rollt sowohl theatralisch als auch musikalisch ohne auch nur eine Sekunde in ihrem dramatischen Fluss zu stocken wie aus einem Guss ab. Die tiefen Streicher grundieren solide und weich, fest und erdig, die hohen spielen famos auf, zum Tanz wie zum Meistergesang. Die Holzbläser meckern und verklären, das Belch glänzt und strahlt. Den Kontrapunkt - nie zu sehr im Vordergrund des Klanges - orgeln bisweilen die Pauken. Die Meistersinger - ein mit A.Kraus, G.Nienstedt, K.Rydl u.a. hochkarätig besetztes Ensemble im Ensemble - haben einen fulminanten Einstieg im Ersten Akt mit einem grandiosen ersten Aktfinale. Der Zweite Akt ist eine filigrane und schwüle Nachtmusik mit wunderbar ausmusizierten Harmonien und Klanggeweben und einer gestochen scharfen, exzellent dargebotenen chaotisch-geordneten Schlussfuge (Prügelszene). Der Dritte Akt ist eine Krönung in zwei Teilen: die kammermusikalische Erfindung des Preisliedes im Haus des Hans Sachs mit dem die Menschen verklärenden Quintett vor der Verwandlung zum Schlussbild der Festwiese, auf der Beckmesser (B.Weikl) tragisch scheitert und Stolzing (R.Kollo) sich die Braut ersingt und obendrein der deutschen Kunst von Hans Sachs (N.Bailey) ein Loblied gesungen wird - ein sattes, ein in jeder Hinsicht sättigendes Finale dieser Aufnahme. Einzelne Sänger und ihre Darsteller: eine solide Magdalene (J.Hamari), ein humorvoller, vor allem aber auch ein warmer David (A.Dallapozza), ein gediegen orgelnder Pogner (K.Moll), ein lyrischer und zugleich heldisch auftrumpfender Stolzing (R. Kollo), eine hinreißend glaubwürdige und weibliche Eva (H.Bode), ein Beckmesser, der durch Weikls Aussingen der Partie nicht versungen und vertan hat, sondern seine menschliche Würde zurückerhält (ein wahrer Verdienst in der Geschichte der Beckmesserpartie), aber trotzdem als Figur im Stück tragisch scheitert, sowie ein Sachs (N.Bailey), der ohne elitären Stolz, sondern mit weiser Wärme und Würde Evas entsagt und Menschen zusammenführt (Eva, Stolzing, eine Gemeinschaft von Musik- und Kunstliebhabern) - das alles klingt in Baileys Stimme, vor allem auch im Flieder- und im Wahnmonolg. Fünf Sterne für alle diese Sternsinger.
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Wagner: Die Meistersinger Von Nurnberg (Solti)
Wagner: Die Meistersinger Von Nurnberg (Solti) von Bernd Weikl and Hannelore Bode and Norman Bailey and René Kollo and Sir Georg Solti and Wiener Philharmoniker
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