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Ascension
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Februar 2009
Ob man John Coltranes «Ascension», das (bis auf den zweiten Aufnahmetake) niemals wiederholt und nie öffentlich aufgeführt wurde, als ein Musikstück ansehen soll, ist eine durchaus offene Frage. Dem Rezensenten erscheint es eher als ein für die Nachwelt gut dokumentiertes spirituelles Ereignis. Das digitale Remastering hat sich hier wirklich gelohnt, manche klanglichen Schärfen sind abgemildert, auch an den dynamischen Höhepunkten bleibt das dichte Stimmgewebe durchhörbar und man hört jetzt tatsächlich gelegentlich die Schreie, von denen der Saxophonist Marion Brown gesprochen hatte (Joachim Ernst Berendt hatte «Ascension» mal als 40-minütigen Orgasmus bezeichnet, na ja ...). Es ist eine reine Freude, das Stück mehrfach anzuhören - wonach ein jedes Meisterwerk der Musik verlangt -, denn unglaublich viel gibt es darin zu entdecken!
Schon der Beginn, der majestätische Aufstieg des (einzigen) Themas, das offenbar aus dem Hauptmotiv von «A Love Supreme» abgeleitet ist, aber im Unterschied dazu nicht nach horizontaler Entwicklung sondern gleichsam in die Höhe drängt, ist bemerkenswert, denn die Instrumente setzen wie im Kanon nacheinander ein und fast gleichzeitig sind abwärts fallende Skalen zu hören, als ob (wie bei der biblischen Jakobsleiter) aufsteigende und absteigende Bewegung einander durchdringen würden. Je öfter man dem Stück lauscht, desto klarer werden die Struktur der Großform, die fein abgestimmte Dramaturgie von kollektiven Improvisationen und solistischen Episoden, sowie die vielen überraschenden harmonischen Modulationen, die das auseinander driftende Kollektiv wieder auf ein tonales Zentrum ausrichten (bei 20:45 in Ed. II hört man ansatzweise einen richtigen Choral!).
Überhaupt gibt es viel mehr tonale und klassische Elemente in diesem Werk als man meinen sollte. So gewinnt das tierhaft fauchende Solo von Pharoah Sanders seine Wirkung erst vor dem Hintergrund der Rhythmusgruppe, die Sanders' hochexpressiven Klänge auf durchaus klassisch zahme Art begleitet. McCoy Tyner, der sich ohnehin seit «A Love Supreme» innerhalb des Quartetts mehr und mehr zurückgezogen hatte, wagt sich am Piano auch nicht ansatzweise so weit vor wie etwa sein Zeitgenosse Cecil Taylor sondern spielt im Hintergrund einfache Bluesakkorde, als ruhenden Pol gewissermaßen. Tyners Solo ist interessant, erinnert aber eher an Debussys impressionistische Klavierstücke als an Freejazz. Am meisten atonal wirkt noch das inspirierte Duett der beiden Bassisten. Elvin Jones, der immerhin sieben Bläser gegen sich hat, bringt eine beachtliche Energie auf sich durchzusetzen und webt unverdrossen, wie schon jeher im klassischen Quartett, seine polyrhythmischen Muster.
Nicht dass es keine wirklich «chaotischen» Elemente in den ungeheuer dichten kollektiven Improvisationen gäbe! Die ständig wechselnde Mischung der individuellen Klangfarben ist atemberaubend: die schnatternde Trompete von Freddie Hubbard, die traurigen Vierteltöne von Archie Shepp, John Tchicais asthmatisches Hüsteln usw. Auf manche Hörer mag das gewiss verstörend wirken, der Rezensent jedoch hört darin eine unwiderstehliche Fröhlichkeit und wird an die «Guggemusig» der alemannischen Fasnet erinnert. Eine übermütig heitere Himmelfahrt ist das! Und bleibt immer noch rätselhaft, auch nach über 40 Jahren...
Am Ende, wenn das erhabene Hauptthema ganz in der Art einer klassischen Reprise zurückkehrt und bedeutungsvoll in den Bässen verklingt, ist dem Rezensenten klar: Dieses Werk wurde nicht für menschliche Ohren geschaffen, es ist auf seine eigene Art - ein Lobpreis Gottes.
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25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. Oktober 2001
Es wird erzählt, daß, während "Ascension" aufgenommen wurde, Leute im Studio vor Begeisterung gebrüllt und gekreischt haben. Das kann man wirklich nachvollziehen, denn Coltrane und seine Mitstreiter entfesseln ein Feuer, das seinesgleichen sucht. Easy listening ist diese Musik sicher nicht, aber dafür umso inspirierter! Vor allem Edition 2 ist von einer atemberaubenden Kraft. Sicher eine der wichtigsten Jazzplatten überhaupt!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. November 2010
Zugegeben: Ich bin nicht wirklich ein Fan von John Coltrane. Oft sind mir seine Soli zu lang, zu wild, zu quietschend. Umso überraschender, was auf Ascension zu hören ist: Spannungsbögen, die an die indische Auffassung mit dem Stück als Ganzen angelehnt sind und so kein Denken in 12-Takt-Schemata bieten, sondern ein einziges großes Auf und Ab . mit einem Line-Up, das so homogen funktioniert wie ein gut eingespieltes Fussballteam. Ein Rausch, der 30 Minuten in seinen Bann zieht. Dass sich auf der CD zwei mal der gleiche Titel befindet, macht dabei überhaupt nichts. Derart unterschiedlich ist die Interpretation, dass sich das Gefühl des Drogengebrauchs bei beiden gleichsam auftut. Ein Meisterwerk!
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14 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. November 2007
Wer Ascension von John Coltrane hört, braucht gute Nerven um nicht zu sagen sehr gute Nerven. Es ist ein verdammt hartes Album und zeigt eigentlich den Weg auf den John Coltrane im Jazz gesehen, leider nur er alleine. Denn wer genau hinhört, stellt fest dass hinter den Improvisationen sehr viel Musik steht. Es ist ja gar nicht so jeglicher Rhythmus verlassen wird, sondern auch hier folgt alles dem Motto, nach 8 Takten kommt was Neues. Es ist vielleicht im ersten Moment schwieriger zu hören und die endlosen Saxophon Improvisationen gehen ein ganz schön an die Nervensubstanz, doch was will man erwarten wenn Godfather selber zum Horne greift? Neben Gottson (Sanders) und the Holy Ghost (Ally) an den Saxophonen mit. Also Freejazz hoch 3, die 3 Potenz vom Freejazz ergibt nun mal nur Improvisationen in die man sich einhören muss. Jedes Mal aufs Neue einhören muss. Herr Coltrane kannte mit dieser Scheibe nun wirklich überhaupt keine Gnade, 2 Stücke jedes knapp an die 40 Minuten. Da bleibt kein Augen trocken, und keine Gehirnzelle uninspiriert. Denn Ornette Cole und Cecil Taylor wirken ja auch noch irgendwie mit. Es ist nicht starker Tobak, es ist Knüppel harter Tobak, es ist wirklich der Knüppel der einem über dem Kopfe gezogen wird um den Scheitel zu richten. Nicht eine Sekunde der Entspannung oder der Verweilung bei einem Thema, ständig was neues. Ständig eine quiekendes Saxophon, Trompeten noch dabei und das ganze versetzt mit einem immer anders spielenden Drum. Es sind vielleicht die Trompeten bzw. Saxophone von Jericho, aber auf alle Fälle ist es der ultimative Grundstein vom Modernjazz. Hier wurde das Fundament gelegt für viele weiteren Künstler die sich dann gerade in den 80er so richtig ausgetobt haben. Das schlimme nur, verstanden hat Coltrane keiner. Und mittlerweile bin ich auch der festen Überzeugung das wollte er auch gar nicht. Denn es war die kreativste Phase von Trane. Die Alkoholsucht war überwunden, der Leberkrebs noch nicht im finalen Stadium bzw. noch nicht aufgetreten und Coltrane sprühte vor Kraft, Energie, den Wunsch was komplett Neues zu bewerkstelligen. Und genau das ist ihm gelungen! Was komplett neues, etwas was nur noch am Rande mit jazz zu tun hat. Viel weiter gedacht und auch weiter gewagt als es Miles Davis je getan hat, und doch strikt dem klassischen Jazzinstrumenten verpflichtend. Wie Trane auf diese Idee kam, bleib wohl für immer Schleierhaft, doch es ist einfach wie genial. Die fast 79 Minuten fliegen irgendwann dahin, man hört ständig etwas neues, ein beginnendes Thema wobei das Alte gerade im gehen ist. Dieses Album sollte man tunlichst alleine hören und auch nicht beim Autofahren, denn es fordert die ganze Aufmerksamkeit und Konzentration. Aber wenn man sich einmal drauf eingelassen hat, ist es ein wunderbares, schönes Jazzalbum von John Coltrane. Es klingt wie das Cover ist, sehr schlicht und mit sehr viel Tiefgang und Farbe. Man kann dieses Stück Musikgeschichte nur Lieben oder Hassen, ich liebe es...
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