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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zum Hinschmelzen, 2. Dezember 2002
Die Matthäuspassion ist wie die H-Moll Messe eines der größten Werke sakraler Musik und zeigt das ausserordentliche Genie Johann Sebastian Bachs auf.
Diese Einspielung lässt im Vergleich zu älteren Interpretationen Harnoncourts barockes Flair aufleuchten. Die gesamte Passion zeigt keinerlei romantische Schwermütigkeit sondern präsentiert sich in einem Fluss und in der von Bach hineinkomponierten Symmetrie. Sicherlich könnte die schwere Thematik dazu verleiten, weniger barocke Leichtigkeit zugunsten von stärkerem Ausdruck hineinzubringen, ich empfinde den Kompromiss jedoch als gelungen. Das Leiden Jesu wird beeindruckend dargeboten und glaubhaft vermittelt.
Neben der Interpretation sollte aber bei einer DVD Audio die Technik nicht unbeachtet bleiben. Mangels DVD Audio Player konnte ich allerdings bisher nur die AC3 Tonspur des DVD Videoteils begutachten. Schon beim ersten Einlegen der DVD verspürt man _sofort_ das dringende Bedürfnis nach einem Entsagen jeglicher CD Käufe in Zukunft. Die 5 Kanäle werden so beeindruckend genutzt, dass man sich ans Dirigierpult versetzt fühlt. Die AC3 Tonspur ist das beste, was ich bisher an Qualität von diesem Codec auf einer DVD gehört habe. Der Klang ist sehr klar und transparent, das Verhältnis zwischen Chor und Orchester gut getroffen, lediglich die Solisten könnten etwas vordergründiger sein.
Die Mehrkanaltechnik zeigt auf dieser DVD eindrucksvoll, was sie zu leisten im Stande ist. Wer einen DVD Audio Player besitzt, kann zum Vergleich auch eine Stereospur anhören, falls die notwendige Anlage fehlt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der letzte Funke fehlt!, 17. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Matthäus-Passion (Ga) (Audio CD)
Von einer erneuten Harnoncourt-Matthäus-Passion muss man etwas Großes erwarten können, aber, um es vorwegzunehmen: Es reicht nicht für den Olymp!

Harnoncourt wählt neben zweifacher Chor-, Orchester- und Continuobesetzung auch eine Doppelung der Gesangssolisten, was der Qualität nicht zuträglich ist.

Christine Schäfer und Bernarda Fink fehlt es an stimmlicher und sängerischer Klasse, um als ganz große Besetzungen gelten zu können. Ohne lange überlegen zu müssen, fallen mir zahlreiche überlegene Sängerinnen ein (aus neuerer Zeit bsw. Christiane Oelze, Anne Sofie von Otter...).

In der Arie „Gebt mir meinen Jesum wieder“ misslingt Oliver Widmer mit seinem begrenzten Stimmvolumen der Spagat zwischen Trauer und Wut im Ausdruck.
Auch Matthias Goerne, eigentlich eine Bank als Jesus, bleibt mit angezogener „Ausdrucksbremse“ hinter seiner hervorragenden Vorstellung in der Rilling-Aufnahme zurück (vgl. z. B. „Eli, Eli, lama asabthani?, Nr. 61a).

Vortrefflich dagegen erneut Christoph Prégardien als in allen Lagen stimmlich sattelfester Evangelist mit sowohl lyrischen als auch dramatischen Talenten für diese Rolle reichlich gesegnet und Michael Schade, vorzüglicher Evangelist bei Rilling, hier ebenso überzeugend in den ihm übertragenden Tenorpartien.

Wie bei manchen Sängern will leider auch beim Chor der letzte Funke nicht überspringen: Schon der Eingangschor enttäuscht: Wo ist hier der Dialog? „Sehet...-Wen?!!!!“ Das muss viel trennschärfer dialogisch herausgearbeitet werden. Harnoncourt lässt die Einzelchöre hier, anders als eigentlich im Begleittext der CD postuliert, zu sehr ineinanderfließen.

Im weiteren Verlauf gelingt den Chören jedoch harmonisch und dynamisch Großes; die Wiener Sängerknaben fügen sich sehr schön in ein prächtiges Klangbild ein.

Der Concentus Musicus erweist sich als ein routiniertes Ensemble der historisierenden Spielweise auf Originalinstrumenten - zu routiniert, um den Atem anzuhalten und das Herz schneller schlagen zu lassen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Aufwändig, 2. April 2001
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Matthäus-Passion (Ga) (Audio CD)
Harnoncourts dritte Aufnahme der Matthäus-Passion mit einer Anzahl von Solisten, wie man sich dies einer live Aufführung niemals leisten könnte: Solisten des ersten und zweiten Chores. Harnoncourt versammelt bei dieser Aufnahme die crème der Bach-SängerInnen. Pregardien als Evangelist,Görne als Jesus. Damit hat Harnoncourt mit die besten verfügbaren Vertreter dieser Partien. Die übrige Schar der SängerInnen wird unterschiedlich bewertet, wie etwa Frau Schäfer.Bei Oliver Widmer ist man überwiegend der Auffassung, dass seine Gestaltung der Baß-Partie nicht hinreichend sei.

Der Schönberg-Chor gestaltet als Profi-Chor seinen Part im Sinne des Dirigenten. Als katholisch wurde diese Auffassung von Harnoncourt bezeichnet. Ein anderer Rezensent bei capriccio meint:"Die Revolution frisst ihre Kinder. Harnoncourt erlaubt seinen Solisten opernhaftes Agieren, baut Fernchor-Effekte ein, lässt die Choräle illustrativ singen, gar ein effektvolles Accelerando ist zu hören. Das ist weit weg vom puristischen Ansatz seiner Aufnahme von 1970."

Vor zwölf Jahren war ich selbst recht kritisch mit dieser Aufnahme. Erneutes Wiederhören läßt mich von dem Urteil ein wenig abrücken. Die emotionale Gestaltung, ich würde da gar kein weiteres Etikett hinzutun, gefällt mir heute besser. Görne ist für mich ein absolut überzeugender Jesus ( nun schätze ich meistens die Stimme dieses Sängers).

Als einzige Aufnahme dieses Werkes wollte ich diese Aufnahme nicht haben, gerade weil die Qualität der SolistInnen doch ziemlich unterschiedlich ist.

Aber der emotionale Zugang von Harnoncourt sagt mir heute mehr zu.

Eine empfundene Passion.
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21 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen himmlisch mit leichten einschraenkungen, 26. März 2003
Rezension bezieht sich auf: Matthäus-Passion (Ga) (Audio CD)
heutzutage fragt mensch sich doch ob es wirklich noetig ist, eine neue aufnahme der matthaeuspassion auf den markt zu bringen, gibt es doch schon sehr viele gute und weniger gute versionen. die antwort ist JA, ABER ... das aber bezieht sich darauf, ob denn die saengerische und interpretatorische qualitaet eine neuaufnahme rechtfertigt.
hinsichtlich der interpretation laesst sich dies bei harnoncourt sicherlich voll und ganz bejahen, denn er gestaltet die matthaeuspassion innig, dramatisch, beseelt, sozusagen als gesamtdramatisches kunstwerk religioesen geistes. hier und da mag manchem dieses als zu pointiert erscheinen, aber es ist mitreissend und lullt den hoerer nicht ein, sondern laesst ihn am geschehen teilhaben . und vor allem das understatement des chores 'nun ist mein jesus nun gefangen' ist atemberaubend. die choere tun ihr uebriges, manches mag mensch polierter gehoert haben, selten aber kam es einem so unabdingbar authentisch vor.
zu den solisten ist auch (fast) ausschliesslich gutes zu sagen, wobei ich vor allem (im gegensatz zu vielen anderen rezensenten) christine schaefer hervorheben muss: ihr 'aus liebe will mein heiland sterben' in seiner stillen klage, die stimme von allem vibrato entzogen, glasklar ohne falsches pathos - und darin um so vieles anruehrender als zum beispiel elisabeth schwarzkopfs uebermaessig klanglich eingefaerbte darstellung unter klemperer - zaehlt zu den meisterwerken der gesangskunst, wen das nicht ruehrt der muss klinisch tot sein! ebenso bernada fink, die ohne spaetbarockes uebermaessiges stimmvolumen gerade mit ihrer innigkeit auftrumpft. auch christoph pregardien als evangelist zieht alle register seiner sangeskunst, vor allen dingen seine diktion ist hervorragend, was auch matthias goerne sehr zu gute kommt. dorothea roeschmann praesentiert ihr 'blute nur' als melodrama, was sicherlich diskutierbar ist - und oliver widmer faellt in seinen arien gegenueber dietrich henschel deutlich ab. widmer allein stellt eine wirklichen schwachpunkt dieser aufnahme dar, mag doch seine stimme in keinster weise ueberzeugen.
fuer einen neueinsteiger ist diese matthaeuspassion ein guter startpunkt, aber auch fuer den sammler bietet sie viele neue ansatzpunkte. neben gardiners disziplinierter aber nicht unterkuehlter darstellung kann harnoncourt auf selbigem niveau durch mehr emotionalitaet bestehen, und die dicklichen klangwogen eines klemperer oder richter schlagen beide um laengen (allerdings schlaegt nichts und niemand den jungen fischer-dieskau in 'mache dich, mein herze, rein' in richters aufnahme von 1958)!!!
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21 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen herrlich katholisch, 11. September 2002
Rezension bezieht sich auf: Matthäus-Passion (Ga) (Audio CD)
Das vielleicht schönste an dieser Aufnahme ist ihr katholischer Swing. Simpel gesagt: es gibt die protestantisch-spröde, pietistische Lesart - eigentlich so, wie Harnoncourt früher oft musizierte oder wie es Gustav Leonhardt "am besten" kann...
Und dann gibt es die barocke, üppige, leidenschaftliche Auffassung (i.e.: Passion!). Was Harnoncourt hier schafft, ist ein Vivaldi-hafter Bach: überschwenglich und jubelnd, trotzdem innig und wirklich immer wunderschön. Und auch dramatisch, theatralisch.
Zu den Solisten: alle schimpfen auf Frau Schäfer. Sicher singt sie leicht manieriert, aber das macht ihren Vortrag auch sehr reizvoll. Ihre Stimmfärbung finde ich toll, ist aber Geschmacksache - jedoch keinesfalls überfordert oder schwach. Alles in allem, die wahrscheinlich beste Interpretation der Matthäuspassion. Nicht unsympathisch rasender Leerlauf, wie Gardiner. Nicht unaufregend, wie Rilling. Nicht unnötig, wie Jochum oder Karajan. Karl Richter sei außen vor: er war/ist ein eigenes, maßstabsetzendes Kapitel Bach-Geschichte; vergleichbar den heutigen fabelhaften Suzuki-Aufnahmen.
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Bach, JS : St Matthew Passion [2001]
Bach, JS : St Matthew Passion [2001] von Bernarda Fink, Elisabeth von Magnus, Christoph Prégardien, Michael Schade, Oliver Widmer, Nikolaus Harnoncourt & Concentus musicus Wien Dorothea Röschmann
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