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am 16. Mai 2002
... There's nothing kind about man.
Diese Zeile aus dem ersten Stück der Platte, kann als Leitmotiv gelten. Tom Waits mag wohl keine pRosa Brillen, aber selbst für ihn ist die Lyrik von Blood Money arg finster.
"Misery is the river of the world" - so heisst das erste Stück - wird von einem der schwersten stampfenden Rythmen getragen, die Waits je verwendet hat. Da wird kein Beat ausgelassen. Zu diesem Rythmus verbreitet er mit seiner tiefsten Stimme seine Ansichten über die Welt ... ein eindrucksvoller Einstieg.
Nachdem stampfenden Marsch durchs erste Stück, wird im zweiten "Everything goes to hell anyway" der Rythmus komplett zwischen Congas und Basslinie (gespielt vom Bariton Sax) aufgelöst und das ganze von einem nicht rythmischen Gesang (nicht versetzt oder synkopisch, sonder tatsächlich nicht rythmischen) begleitet. Dazu den Takt zu klopfen erfordert schon eine gewisse Konzentration ... doch es wäre nicht Tom Waits, wenns nicht trotzdem grooven würde.
Das erste Stück deutet es mit seinem Rythmus schon an: Die ganze Platte geht - wie auch "Alice" - wieder stärker in Richtung von Waits gerühmten 80er Alben. Doch Waits hat sich seitdem natürlich weiter entwickelt.
Die characteristische Blues-Harp aus "Bone Machine" und "Mule Variations" hat auch hier wieder wichtige Soli. Der Sound der Platte wird überwiegend von diversen Instrumenten aus der Verwandschaft der Xylophone getragen, sowie von Bläsern. Die Bläser übernehmen insbesondere auch des öfteren die Basslinien.
Manche Bläsereinsetze muten fast ein wenig melancholisch südamerikanisch an - das ist eine neue Seite an Waits' Musik. Insgesamt ist die Musik aber Waits-typisch von Blues und Country Linien zusammen gehalten, mit den Waitschen/Weillschen schrägen Harmonien und Rythmen.
Waits Fans muss der Kauf eines Waits-Albums nicht empfohlen werden ... bleibt vielleicht an zu merken, dass ich "Blood Money" besser finde als "Alice", was wohl daran liegt, dass es rythmisch etwas mehr zu bieten hat - auf "Alice" überwiegen Balladen.
Waits Neulingen sei nicht von dem Album abgeraten - es ist ein sehr gutes Waits-Album - doch ist es sicher nicht das zugänglichste. Diesen Platz nimmt nun "Mule Variations" ein. Wer es mal mit Waits versuchen möchte, ohne aber irgendwo in den 70ern an zu fangen, für den ist "Mule Variations" nur zu empfehlen. Für Waits Fans sowie Fans progressiver Musik die keine Dissonanz mehr schrecken kann, ist "Blood Money" ein Fest, wie es nur Tom Waits ausrichten kann.
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am 7. Mai 2002
Das auf Büchners "Woyzeck" basierende Album "Blood Money" besticht durch sehr dunkel und ungewöhnlich instrumentierte/arrangierte Songs, die einmal mehr von Waits' einmaliger Stimme getragen werden. Tom Waits und Ehefrau Kathleen Brennan ist es gelungen, düstere, teilweise morbide Songs zu schreiben, die - musikalisch einfach hervorragend umgesetzt - auch außerhalb des Theaters beständig ineinander greifen und funktionieren. Nach mehrmaligen Hörgängen ziehen die einzelnen Stücke den Hörer fast schon unheimlich in den Bann. Tom Waits verwandelt hier ein jedes Wohnzimmer in ganz große Musiktheater. Und zwar ohne, dass der Konsument zusätzlich nach Bühne und Darstellern schreit. Unglaublich!
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am 31. Januar 2009
Nach längerer Zeit der Nicht-Beschäftigung mit Tom Waits' Musik - außer über Umwege des Entdeckens von Patrick Watsons großartigem 'Close to paradise' - stieß ich über ein Musikvideo von "God's away on business" wieder auf das Rauhkehlchen - ich kannte die Nummer nicht, und fand heraus, dass das Stück 'Blood money' beheimatet ist. Ich war hin und weg von der ganzen Platte nach dem ersten Hören. Vor allem die Stücke 'All the world is green', welches ich danach ebenfalls im Film 'Der Schmetterling und die Taucherglocke' entdeckte, sowie 'Coney island baby' als auch die stampfenderen Nummern wie 'Starving in the belly of a whale', und 'God's away on business', 'Misery's the river of the world' taten es mir an. Insgesamt finde ich die Platte sehr 'stimmig'; es gibt auch keine merklichen Ausfälle. Für meinen Tom-Waits-Schaffens-Überblick, der doch sehr umfangreich ist, ist 'Blood money' vielleicht nicht die beste Platte, allemal aber einen Einstiegsversuch wert, da nicht zu sperrig, aber man merkt sofort wo die Reise hingeht, wenn man sich vom Reiseführer Waits/Woyzeck verführen lässt ... the ship is sinking!
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am 10. Mai 2002
Waits zieht mit dieser Platte 'Mule Variations` von 1999 gleich. Besser als Alice, was wohl an dem Entstehungsdatum liegen dürfte, blutige, krachende Musik, die vor Inspiration erstrahlt.
Mit 'A good man is hard to find` legt Waits einen der besten Songs seiner letzten fünf Platten vor, 'Misery is the river of the world`, 'Everything goes to hell` und 'Another man's vine` sind die anderen Höhepunkte der Platte.
Blood Money sollte jeder Anhänger der 'Swordfishtrombones`-Linie im Regal stehen haben.
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am 2. Oktober 2005
Nicht unbedingt sein bestes oder zusammenhängendstes Werk. Es gibt sicherlich eingängigere und zugleich schrägere Werke von ihm, die sich eher in einem Rutsch durchhören lassen. Aber Tom Waits ist nun einmal Tom Waits, und so bleibt sicherlich das eine oder andere Stück sofort im Ohr hängen. 'Misery's the river of the world' vielleicht, mit seinem grollenden "EVERYBODY ROW!", oder auch das leicht verschrobene Liebeslied 'Coney Island Baby', wo nach langer langer Zeit wieder mal Anklänge an "Closing Time", des Meisters Meisterwerk in Sachen Balladen sachte heraufbeschworen werden, auch wenn es hier etwas blasser und matter leuchtet. Es rumpelt, pumpelt, und poltert auch wieder gehörig ('God's away on business'), und die etwas verstörenden Bilder in den Texten tauchen wie üblich auch nicht zu knapp auf. Etwas glatter wirkt das ganze bisweilen, beinahe schon etwas zu >gut< produziert für jemanden wie Tom Waits. Ein mit seiner Muse und Ehefrau Kathleen Brennan zusammen geschriebenes Musical zu Büchners >>Woyczek<< war ebenso Inspiration wie dieses mystische something from the dark heart of America, das immer wieder durch Toms windschiefe Bosselscheune zu geistern scheint, wo er seine Sounds zusammenpluckt. Tja, was soll man noch sagen? Vielleicht sind seine Bilder etwas schlichter geworden, etwas eindeutiger, haben etwas weniger vom Flair aus einem alten vergilbten Photograph aus einem seltsamen Zirkustraum; vielleicht auch klingt der Musicaleinfluss etwas spieluhrartiger. Schnörkel ja, doch von Kitsch wagt und möchte man da bei Waits nicht nur gar nicht sprechen... - es wäre zudem auch noch völlig unzutreffend: Das ist eher liebenswert und angestaubt putzig, so wie ein Äffchen auf einer dieser alten Drehorgeln, die es schon längst nicht mehr gibt, außer vielleicht noch in mystischen Folkloremuseen, wie man sie aus Neil Gaiman Romanen zu kennen glaubt. Nun ja, auf die Suche nach Samstagabend braucht sich ein alternder Mann wohl kaum noch zu machen, doch zurückerinnern, ja das kann er gut. Und so klingt die Trompete im 'Coney Island Baby' zwar etwas schief, aber doch auch herrlich golden, ja sogar so golden wie das Golden Age vermutlich nie war. Und wenn er dann, später, die Geschichten von Eifersucht wieder auspackt ('Another man's vine'), sich gar doch noch mal auf eine 'Knife chase' begibt, und einen traurigen Song dem 'part you throw away' widmet,- dann muss man ihn einfach lieben. Und wer ihm vorwirft, nichts GANZ UND GAR NEUES gemacht zu habenen, der hat Tom Waits ohnehin nie verstanden, und wird sich wohl auch nicht daran erfreuen können, dass man nie so genau wird wissen können, ob hinter der ernsten und lebenserfahrenen Miene des letzten Stücks nicht vielleicht doch so eine Art selbstironisches Augenzwinkern steckt. Denn so abgeklärt und schummrig das Album auch geklungen haben mag, und so rauhbeinig wie ein schaurig country & blues rockendes 'Starving in the belly of a whale' auch daherkommt... - Wenn diese Louis-Armstrong-Wohligkeit dann den Schlusspunkt setzt, so könnte man das beim vergnügten Hören auch schon glatt wieder als Hommage an den Ausnahmekünstler Tom Waits zurückgeben: 'A Good Man Is Hard To Find'.
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am 14. November 2008
Ich habe mir die CD gekauft, nachdem ich die aktuelle Woyzeck-Inszenierung von Joan Anton Rechi im Theater Oberhausen gesehen hatte. Die Umsetzung des Büchner-Stücks und der Waits/Brennan-Songs durch die Oberhausener Darsteller und das musikalische Arrangement unter Leitung von Otto Beatus ist schon kongenial, bleibt aber notgedrungen hinter der Interpretation durch Tom Waits zurück. Blood Money stampft und grollt streckenweise unbeschreiblich düster, rauh und melancholisch. Hat jedoch auch zärtliche, melodische Parts. Die Musik erinnert z.T. an Kurt Weil. Für mich eine der besten Waits-Platten! Wer die Möglichkeit hat, sollte die Oberhausener Woyzeck-Aufführung sehen - und dann Blood Money hören. In der Kombination ein ungeheuer intensives Erlebnis.
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am 8. März 2011
"If there's one thing you can say about mankind, there's nothing kind about man." Tja. Da hatte man 1999 mit "Mule Variations" einen sanftmütiger werdenden Tom kennen gelernt, der in ländlicher Abgeschiedenheit seinen Frieden zu finden scheint. Und drei Jahre später veröffentlicht derselbe Kerl 2002 mit "Blood Money" eine Platte voll des triefensten Zynismus. Wir sind zu Beginn des neuen Jahrtausends im unterdessen vierten Jahrzehnt unserer gemeinsamen Reise zur schwarzen, bösen Seite von Tom gelangt. Immer wieder hatte er mal kurze Blicke auf sie gewährt. Hier lässt er nun gar kein Licht mehr zu uns herein, dreht uns zweimal im Kreis, schleicht hinaus und verschließt böse lachend (am Ausgang von "Calliope" macht er das tatsächlich) von außen die Tür. Wir sind allein gelassen. Gott ist geschäftlich verreist. Alles geht zur Hölle, das Schiff sinkt und wir hungern im Bauch eines Walfisches.

Das liegt natürlich auch am Stoff. "Blood Money" ist Toms drittes und letztes Theater-Album für eine Robert Wilson - Inszenierung. Diesmal ist es Büchners "Woyzeck", der im November 2000 in Kopenhagen seine Premiere erlebte. Bekanntlich kein Wohlfühl-Stück. Die Bodenlosigkeit und trostlose Ausgeliefertheit von Büchners Figuren übersetzt Tom eins zu eins in die Texte seiner Songs. Es gibt hier keine Hoffnung, auch in den balladenhaften Liebesliedern nicht, die von schwermütiger Wehmut und dunklen Vorahnungen durchweht werden. Auf "Blood Money" finden sich womöglich einige seiner brilliantesten Lyriks. Aber sie sind allesamt dunkel und mitunter noch dazu böse.

Musikalisch bringt er seine für die Bühne über ein Jahrzehnt hinweg entwickelte typische Varieté-Orchestrierung auf "Blood Money" zu einer gelungenen Abrundung, die allerdings auch deutlich macht, dass hier stilistisch etwas zu Ende erzählt ist. Von ihrer Formensprache her ist diese Platte ein spätes Kind seiner frühen 1990er Phase, ein gelungenes, volltönendes Echo des "Black Rider", ohne aber dessen künstlerische Unbedingtheit noch einmal zu erreichen. Ein Abschluss.
"Starving in the belly of a whale" ist dabei besonders interessant. Denn hier deutet sich an, das Tom immer noch der Rock in den Fingern zu stecken scheint.

Geht da noch was?

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Dies ist der achtzehnte Teil meines Annäherungsversuches an den Waitsschen Kanon. Zum Vorgänger gelangen Sie hier: "Mule Variations". Weiter geht es mit "Real Gone".
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am 9. Juli 2015
tüüüüf röhrt es aus den Lautsprechern heraus. Stapft durch die Dunkelheit und kalppert sich rhytmisch durch dei Scheinwerferkegel der Laternen. Gräbt die Leichen im Vorgärten des amerikansichen bewusstseins aus und schnuppert die Verwesung der Mitmenschlichkeit.
So könnte man meinen, wenn man Tom Waits sonst kaum kennt oder gehört hat.
Ich hatte aber (trotz Unkentniss seiner Werke und Botschaften) vor allem das Gefühl, dass sich hier jemand mit dem für ihn typischen Klangmustern hinsetzt, nächtelang die Welt in sich aufsaugt, an allen Ecken sich stößt, um dann mit Witz für Klangfarben und Instrumentalisierung eine Schicht eigener Daseinsverarbeitung jenseits bloßer Befindlichkeitsäußerungen herauszuschälen und mit einer rauhen Poesie in Gold zu gravieren. oder eben in Kohle, wenn man die Düsternis nicht ausblenden kann.

Ein Erlebnis beimDarauf-Einlassen, ein Anstoß beim Durchlesen, eine Freude beim Mitsingen, eine Platte zum Erinnern. Und ja, Abgründe kann man anrührend-düster besingen.
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am 29. Januar 2003
Meine erste Begegnung mit Waits war mit "mule variations". Ich fand sie als ich bei einer guten Bekannten durch die CD's stöberte. Wie viele sagen, ist Waits auf den ersten Ton eigentlich sehr gewöhnungsbedrüftig aber sehr intressant. Beim zweiten horchen war ich schon derart begeistert, dass ich mir sofort die CD gekauft.
Ich würde Waits Musik als unschön Schön bezeichnen. Rauhe Stimme zu genial in Szene gesetzer Geräausch/Klangkulisse - scheinbar kaputter Instrumente, was gesamt betrachtet eine harmonische Melodie ergibt. Die Texte und Musikthemen vermögen einen in ein Tief hinabzustürzen oder wieder vor lauter Freude aufschereien zulassen. Wenige schaffen es wie Tom Waits so im inneren zu ergreifen. Wenn ich Waits anhöre, dann hab ich einen kreativen Schub.
Mit Alice und Blood Money sind ihm wieder zwei geniale Werke gelungen. Ich war im Laden und wollte Alice kaufen, bis mir der Verkäufer die andere auch noch gebracht hatte. Letztendlich bin ich mit zwei CD's rausgegangen.
Tom Waits sollte sich meiner Meinung nach aber nur jemand kaufen, der schon mal reingehört hat und weis was auf ihn zukommt. ;) wird aber sicher ein audio erlebnis der besonderen art
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am 26. Mai 2013
Robert Wilson hat zu Beginn des Jahrtausends ein neues Konzept für die Aufführung von Büchners "Woyzeck" geschaffen.
Kathleen Brennan und v.a. Tom Waits Musik sind dabei zentral. "Blood Money" ist bis auf wenige abweichende Stücke der Soundtrack dazu. Die Musik ist sowohl im Zusammenhang mit Büchners Stück, als auch für sich grossartig.
Absolute Kaufempfehlung!

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