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31 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schönstes Waits Album bisher!
"Alice" ist ein wundervoll und aussergewöhnlich instrumentiertes, mit vielen schräg-schönen, tiefgehenden Balladen versehenes, in sich schlüssiges Album. Den Hörer erwarten Hochklasse-Songs, die nur Tom Waits (in Kooperation mit Kathleen Brennan) zu schreiben/singen/röcheln imstande ist. Waits bleibt einzigartig. Seine "Alice In...
Am 19. April 2002 veröffentlicht

versus
4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen und so weiter
Klar, eine schöne Platte. Um vieles besser als die meisten guten Neuerscheinungen. Aber halt nur: noch mehr davon. Mehr von dem, was man schon hat. Vor allem mehr von den schönen Balladen, traurig-melancholisch. Tom Waits könnte davon noch 100 schreiben, weitere 5-10 Platten. Eben mehr davon. Aber ich erwarte mehr von Tom Waits. Alice ist eine Platte, die...
Veröffentlicht am 10. November 2002 von Matthias Ulmer


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31 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schönstes Waits Album bisher!, 19. April 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Alice (Audio CD)
"Alice" ist ein wundervoll und aussergewöhnlich instrumentiertes, mit vielen schräg-schönen, tiefgehenden Balladen versehenes, in sich schlüssiges Album. Den Hörer erwarten Hochklasse-Songs, die nur Tom Waits (in Kooperation mit Kathleen Brennan) zu schreiben/singen/röcheln imstande ist. Waits bleibt einzigartig. Seine "Alice In Wonderland"-Interpretation "Alice" ist mit Bestimmtheit eines seiner schönsten Alben bisher und bewegt sich ohne jeden Zweifel jenseits musikalischer Belanglosigkeiten und Songwriter-Platitüden. Ein unbedingter Tipp!
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alice, 30. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Alice (Audio CD)
Verrückt und intensiv war er schon immer, aber das hier ist die Krönung. Zumindest in Sachen Balladen. Insgesamt nicht unbedingt besser als Mule Variations, aber brutaler. Man spürt die Anwesenheit des Gevatter Todes, wenn er vom Poor Edward singt oder sich in positivem Selbstmitleid bei No one knows I'm gone verliert.
Dann wieder exzessive Songs wie Table Tab Joe oder Kommeniezuspaedt. Unglaublich !! Das letztere ist auch beim einhundertsten Anhören nicht zu definieren, trotzdem ein weiterer Höhepunkt im gesamten Tom Waits Schaffen. Selbst unsere gute alte Reeperbahn wird ehrenvoll besungen. Zum mehr als guten Schluss ein schräges Geigen-Instrumental der minimalistischen Spitzenklasse.
Insgesamt ein ruhiges Album mit nur wenigen gewöhnungbedürftigen Songs. Zeitlich unbegrenzt haltbar und schon jetzt ein Klassiker.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Postapokalyptische Abbilder einer versunkenen Zeit, 6. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Alice (Audio CD)
Als Inspirationsquelle für sein Album "Alice" diente Tom Waits die sagenumwobene Beziehung von Lewis Carroll alias Charles Dodgson zu seiner Muse, der echten Alice, der 11-jährigen Alice Liddell, die von Dodgson der Legende nach einen Heiratsantrag bekam, den sie ablehnte und ihn damit in den Wahnsinn stürzte. Somit blutet auch die Musik auf Alice vor Schmerz, denn auf diesem Album geht es um repressive Obsessionen und psychotische Zwangsneurosen, die in exzessiven Charakteren eine Behausung finden. Ein Stoff, der wie gemacht ist für die Kunstfigur Waits, die seit jeher von der kruden Vorstellung einer surrealen Welt besessen ist, in der pfeifende Dampfkessel und anachronistische Straßenorgeln den Ton angeben und ein satanischer Karnevalist mit einer Tüte Konfetti in der Hand in einer obskuren Manege mit ausgebrannter Lebenskraft aufrichtig in seinen eigenen Kosmos hineinträumt und schließlich beginnt, äußerst talentiert mit grotesken Wortspielen zu jonglieren. Auf "Watch Her Disappear" entwirft Waits das pikante Bild eines entrückten Dodgson, der durch ein Fenster mit voyeuristischem Blick beobachtet, wie Alice in naiver Unschuld spukartige Eskapaden schlägt. Die Musik katapultiert uns somit in ein rätselhaftes Universum voller viktorianischer Traumgebilde, die allerdings stets von einem bedrohlichen Unterton durchdrungen sind, durch den auch immer ein sentimentaler Gedanke an die Vergänglichkeit mitschwingt und der auf das blickt, was einmal war und nicht mehr wiederkommt, mit der wehmütigen Erkenntnis, dass sich manche Dinge nicht mehr umkehren lassen.

Bereits 1992 hatte Waits zusammen mit Robert Wilson "Alice" als Musical am Hamburger Thalia-Theater aufgeführt. Theatralische Elemente wurden spätestens mit "Franks Wild Years" integraler Bestandteil seiner Musik, woran auch seine Frau Kathleen Brennan, die einst für Francis Ford Coppola als Drehbuchautorin tätig war, einen nicht unerheblichen Anteil hat. Mit der Stimme in verschiedene Figuren und geisterhafte Charaktere zu schlüpfen, schafft eine heilsame Distanz zur eigenen Persönlichkeit und verleiht der poetischen Struktur der einzelnen Songs eine originelle Note, was man auf einem bizarren Stück wie dem burlesken "Kommienezuspadt" überdeutlich raushört, wo schmissige Klarinetten und schnaubende Saxophone in wackeligen Bläsersätzen selig einem hämisch lachenden Waits nachposaunen. Nicht fehlen darf da natürlich dieses charakteristische Pfeifen einer Dampflok auf "Everything You Can Think", das sich wie ein roter Faden durch das Schaffen von Waits zieht und von dem er scheinbar nie genug bekommen kann. Hier schimmert seine Bewunderung für Folksong-Sammler Alan Lomax durch, der mit ähnlich manischer Hingabe das Klingeln alter Registerkassen archivierte. "We're All Mad Here" zitiert dann Carrolls raffinierte Grinsekatze, deren schrilles Miauen von grellen Violinen imitiert wird, während das verspielte Schlagwerk die federleicht schwebenden Schritte nachahmt.

Diese kuriosen Geräuschkulissen mit ihren schrägen Gestalten vom Schlage eines "Table Top Joe" können allerdings nicht verschleiern, dass viele Songs auf Alice stets eine harmonische Essenz extrahieren. Wobei Waits solchen lyrischen Elegien mit dem gewohnten Horror seiner schaurig-schönen Reibeisenstimme immer eine äußerst authentische Traurigkeit einhaucht. Schummrige Stücke wie "Barcarolle", das ähnlich venezianischen Gondeln in wiegenden Melodien selig über das Wasser gleitet, oder das reumütige "Lost In The Harbour" verbreiten eine in diffuses Laternenlicht getränkte Hafenbar-Melancholie, während das anrüchige "Reeperbahn" sanft die Beleuchtung runterdreht und den morbiden Charme des Vaudeville-Theaters und des Varieté der 20er Jahre atmen lässt. Was wiederum dermaßen authentisch klingt, dass man denken könnte, Waits sei 100 Jahre zu spät auf die Welt gekommen und seine Lieder eine skurrile Laune der Natur, die sich auf einer schmalen Bühne abspielt und von der Phrasierung her ein postapokalyptisch gefärbtes Abbild der Visionen eines Kurt Weill ist. Und genau da liegt auch der magische Zauber seiner unkategorisierbaren Musik verborgen: In der archetypischen Verbindung von Schemen des Blues, Jazz und Folk mit der europäischen Poesie. So klingt das Album auf "Fawn" mit einer bittersüßen Violinmelodie aus, die in ihrer Nostalgie ein wenig an Korngold erinnert, weil sie ähnlich virtuos den Zeitgeist einer bewegten Ära in den Raum schattiert und die Sehnsucht nach einer Welt einfängt, die unwiederbringlich verloren ist.
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Davon träumte der Waits-Fan schon lange, 7. Mai 2002
Rezension bezieht sich auf: Alice (Audio CD)
Und wenn ich daran denke, dass diese Glanzstücke 10 Jahre auf dem Dachboden in der amerikanischen Pampa schlummerten, bin ich froh, dass ich es nicht eher wusste. Ich könnte Kathleen, Tom's Frau, küssen, dass sie ihn endlich dazu getrieben hat, die Platte zu produzieren. Für mich kann man Alice (wie übrigens auch Blood Money) musikalisch völlig problemlos in die Trilogie über Frank (Swordfishtrombones, Rain Dogs, Frank's Wild Years) einordnen. Dabei ist Alice dem Album Swordfishtrombones so nahe, dass man es problemlos mischen könnte, ohne anzuecken. Wer diese 3 besagten Scheiben mag, wird keine Chance haben, an Alice (und auch Blood Money) vorbeizukommen. Es ist unmöglich, irgend eine der Veröffentlichungen von Tom als die beste zu küren, sind sie doch viel zu unterschiedlich und jede für sich etwas besonderes. Aber, wer, wie ich, nach Jahren dann Schritt für Schritt Swordfishtrombones zu seinem Lieblingswerk erkürt hat und wer schon lange auf eine Fortführung der musikalischen Höhepunkte der Frank's Trilogy gewartet hat, wird von Alice begeistert sein. Ich weiß nur noch nicht, ob Alice sogar noch besser ist. Vermutlich werde ich es nie wissen. Auf alle Fälle: Ein Edelstein!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Waits No 16: Alice und der arme Edward kommen nie zu spät, 3. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Alice (Audio CD)
"Alice" ist Toms zweite Kolaboration mit Theaterregisseur Robert Wilson - und wie bereits beim "Black rider" findet die Premiere des Stückes am Hamburger Thalia statt, im Dezember 1992. Tom hat damit innerhalb von zwei Jahren zwei Theaterstücke musikalisch begleitet, einen Soundtrack geschrieben und mit "Bone machine" sein vielleicht bestes Studio-Album überhaupt publiziert. Dieses kleine Zeitfenster um das Jahr 1990 herum stellt damit seine intensivste Schaffensperiode dar. "Alice" steht an ihrem Ende - und das hört man der Musik an. Die ganze Platte wirkt wie das erschöpfte Ausatmen nach einem langen, intensiven Arbeitstag. Aber selbst so ein Ausatmen gerät bei Tom zu einem hörenswerten Ereignis.

Die Lieder von "Alice" sind erst 2002 bei Toms dritten Label Epitaph veröffentlicht worden. Zehn Jahre lang gab es sie nur auf dubiosen Schwarz-Pressungen, merkwürdigen B-Seiten und ähnlichem zu ergattern - zu Fantasiepreisen jenseits jeglicher Vernunft. Nun sind sie endlich friedlich miteinander vereint. Und friedlich ist ein Wort, das die Stimmung des Albums ganz gut beschreibt. Der Kontrast zum beinahe gleichzeitig eingespielten "Bone machine" könnte nicht größer sein.

Es gibt auf "Alice" im Grunde gar keine Gitarren mehr. Toms seit "Franks wild years" in Formung begriffliche Jahrmarkt-Musik für die Bühne erreicht hier ihren Höhepunkt. Statt mit schmutzigen Gitarrensounds zu spielen, kehrt er für weite Strecken der ganz überwiegend ruhigen, balladenhaften Songs sogar ans Piano zurück. Und selbst die wenigen schnelleren, aggressiveren Nummern bauen ganz auf seine Varieté-Instrumentalisierung aus diversem Schlagwerk, Blasebalg-Betriebenem und schluchzenden Streichern. Nie war Tom weiter vom Rock seiner 80er Jahre-Phase entfernt als hier.

Ich mag "Alice" trotzdem. Es finden sich hier Balladen von einer Traurigkeit, die selbst Tom nur selten erreicht hat. "No one knows I'm gone", "Lost in the harbour", "I'm still here". Bei "Fish & Bird" muss ich bis heute jedesmal heulen. "Alice" sollte man nicht in die Hände von verzweifelten Menschen geben, sie könnten sich nach dem Hören etwas antun. Definitiv keine Platte für Liebeskummer in seiner akuten, gesundheitsgefährdenden Phase. Da hilft auch "Poor Edward" nicht, mit seiner gemeinen Geschichte von besagtem Edward, der auf seinem Kopf ein zweites Gesicht hatte, das ihn in seiner Boshaftigkeit in den Tod trieb. Und auch nicht "Kommienezuspadt" in dem Tom zum ersten und einzigen Mal in seiner Laufbahn teilweise deutsch singt. Wobei dann sein "Sei pünktlich!" jedesmal klingt wie "Sei bucklig!" Doch diese kurzen Momente des aufflackernden Humors werden stets wieder in die allgegenwärtige Traurigkeit zurück geholt. Und mit dem Violineninstrumental "Fawn" zum Ausklang geht es auf todtraurigste Art und Weise nach Hause, zurück vor den Spiegel.

Ob Tom, das alte Maultier, nochmal wiederkommt?

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Dies ist der sechzehnte Teil meines Annäherungsversuches an den Waitsschen Kanon. Zum Vorgänger gelangen Sie hier: "Bone Machine". Weiter geht es mit "Mule Variations".
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen It's dreamy weather..., 5. November 2004
Rezension bezieht sich auf: Alice (Audio CD)
Tom Waits ist mit "Alice" ein musikalisches Meisterwerk gelungen.
Verträumte Melodien und poetische Lyrics in einer unschlagbaren Kombination.
"Alice", ursprünglich der Soundtrack zu einem Theaterprojekt basierend auf Lewis Carrolls Roman "Alice in Wonderland", ist jedoch mehr als nur eine Sammlung hervorragender Balladen.
Durchsetzt mit abstrakten Songs wie beispielsweise dem versucht-deutschen "Kommeniezuspadt" erscheint das Album wie eine perfekte Mischung, sogar Vermischung, von dem gewohnt experimentierfreudigen Waits und seinem traurig-gefühlvollen Gegenpol.
Maschinengeräusche und alte Mikrophone, Geigenspiel und kratziger Sprechgesang - auf "Alice" ist wieder einmal alles zu finden. Die Stimmung schwankt Waits-typisch von traurig-schön zu dynamisch-rauh während Waits - auch nicht untypisch - fast durchweg von dunklen Themen singt. Textlich besonders gefühlvoll und daher herausragend aus diesen fünfzehn Meisterwerken sind das eröffnende "Alice", "Flowers Grave" und das abschließende "Fawn" - wobei im Grunde kein Stück dem anderen nachsteht: alle sind wunderschön anzuhören und musikalisch interessant!
Ein Album, das man nur schwer wieder aus dem Ohr - und dem CD-Player - bekommt!!!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Superb, und eine echte Empfehlung auch für die Fans des frühen Tom Waits - oder Nicht-Fans!, 17. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Alice (Audio CD)
Ich persönlich halte Alice für das beste unter den jüngeren Alben Waits' (inklusive der Mule Variations). Dieser Meinung muss man sich freilich nicht anschließen; es geht nur darum, dass jeder für sich die wunderbaren Seiten dieses Meisterwerks entdeckt! Alice ist ein zauberhaftes, bezauberndes Gesamtkunstwerk von berückender Schönheit, Leichtheit, Entrücktheit und Melancholie wie nur ganz wenige andere LPs sonst.

Alice führt die Welt in allen erdenklichen Perspektiven vor, jedoch durch einen Zerrspiegel hindurch, der den bitteren Ernst des "Auf Leben und Tod", "Des einen Gewinn ist des anderen Verlust" radikal ausscheidet. Es richtet seinen Blick nie auf die Gesellschaft, sondern immer auf den Einzelnen (oder maximal ein Liebespaar) in seiner unantastbaren Einzigartigkeit. Diese Einzigartigkeit mag noch so skurril und befremdlich erscheinen - daher rühren die märchenhaften Züge des Ganzen -, sie bleibt unbezwingbar, ja unberührbar. Alice macht Mut, weil keiner ihrer Protagonisten scheitert. Jeder ist für sich ein wenig verloren, "lonesome" - aber doch nie ohne Verbindung zum Ganzen, das auch auf ihn so angewiesen ist wie die LP auf jeden einzelnen ihrer Songs.

Auf Alice ist - im Gegensatz zu vielen anderen Waits-Platten - keine Einspielung entbehrlich, aber es ist auch keine schlecht oder nur medioker geraten. Jede steht an der richtigen Stelle. Dabei dominieren ruhige, oft kontemplative Stücke, vom Streichorchester getragen. Waits summt, haucht, stöhnt, spuckt, bellt und schreit, er singt so manieriert (oder nicht?) wie stets - grölt indes nie, für dieses Mal. Auch das tut wohl. Manche, oft die weniger entrückten Stücke treten zwischenzeitlich selbstbewusst in den Vordergrund - etwa der burleske Charleston "Kommienezupaedt", die zwingende und provokative,träg-klebrige Klangwalze "Anything you can think" und der fatalistische, balladeske Shanty "Reeperbahn". Die wahren Höhepunkte dagegen manifestieren sich in der Lautlosigkeit: Zuvorderst verkörpert in der Klage der Einsamkeit schlechthin, "Lost in the harbor" - Waits für die Ewigkeit.

Bereichern Sie Ihr Dasein! Natürlich kann man ohne Märchen leben - aber wer will das schon?!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk von einem Themenalbum, 26. September 2004
Rezension bezieht sich auf: Alice (Audio CD)
Everything you can think of is true! grölt das Walroß (jedenfalls hab ich mir dazu das Walroß vorgestellt) auf dem zweiten Stück des Albums, und das ist eigentlich schon in nuce die Beschreibung dieses Albums: In allen Songs gilt es, das Märchen im Allgemeinen und die Geschichte von Alice im Besonderen als gesteigerte und gleichzeitig wirklichere Ausdrucksweise der Höhen und Abgründe des Lebens zu erkundigen.
Dabei trifft sich ausreichende Freiheit von der Buchvorlage (der aber ausreichend Tribut gezollt wird, etwa mit "Kommeniezuspadt" oder "We're all mad here") mit kunstvoll ernsthafter Naivität, etwa der Geschichte von "Poor Edward", den ein bösartiges Frauengesicht auf seinem Hinterkunft in den Selbstmord treibt, oder der Geschichte von "Fish&Bird", die einander so gern haben, aber von den Elementen getrennt werden.
Dieses Album hat mich erst mit Tom Waits bekanntgemacht (ich habe mir nun in weiterer Folge auch "Rain Dogs" gekauft), und bis jetzt ist die Wirkung dieses beeindruckenden Musikdokuments nicht schal geworden.
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tom Waits ist zurück!, 14. Mai 2002
Rezension bezieht sich auf: Alice (Audio CD)
Da war wohl der Wunsch der Vater des Gedankens als ich, sofort nach dem Urlaub, im nachhinein betrachtet jedoch drei lange Wochen zu früh, die Musikabteilung des größten Buchgeschäftes der Stadt betrat um nach den beiden neu erschienen CDs von Tom Waits zu fragen.
Der Verkäufer betrachtete mich, wie mir schien, ein wenig herablassend.
„Tom Waits? Tut mir leid, wir führen nur Jazz, klassische Musik und Weltmusik."
„Aha, und wo würden sie Tom Waits einordnen?"
„Popmusik."
Nun war es an mir ihn herablassend anzublicken, „Popmusik?", ich unterdrückte den spontanen Drang ihn zu schubsen nur mühsam.
„Popmusik, ja. Versuchen sie es doch bei Saturn oder W.O.M., hier führen wir Tom Waits jedenfalls nicht."
Angewidert ob soviel Ignoranz drehte ich mich um und verließ das Geschäft.
Es sollte nicht die einzige Enttäuschung dieses Tages bleiben. Bei Saturn versicherte mir ein durchaus kompetenter Angestellter ich müsse mich noch ein wenig gedulden, genauer, bis zum sechsten Mai, dann würden zwei?, er schaute etwas irritiert auf den Bildschirm seines Computers, ja tatsächlich, zwei neue Alben an einem Tag erscheinen, „Alice" und „Blood Money".
Nun drehen sie sich seit fünf Stunden abwechselnd in meinem CD-Spieler.
Tom Waits ist zurück. Nach zehn langen Jahren.
Wieso zehn Jahre wird sich nun manch einer fragen.
Ganz einfach: 1992 erschien (für mich) mit „Bone machine" sein letztes ernst zu nehmendes Werk. „The black Raider", den Versuch der Neuinterpretation des „Wildschütz" ignoriere ich und „Mule Variations" ist enttäuschend; eine, bis auf zwei Ausnahmen, überflüssige, lieblose Aufnahme ohne Herz.
„Alice" ist ein kleines Juwel, schimmernd im -manchmal ach so grauen- Alltag.
Beginnend mit dem ersten Song „Alice", einer Fortsetzung von „Diamonds On My Windshield", reihen sich unmittelbar mit „Everything You Can Think" und „Flower’s Grave", ein Stück mit solch einer Intensität wie ich sie seit „Martha", vom ersten und für mich bis dato unübertroffenem Album „Closing Time" nicht mehr erlebten habe, bis zum letzten Stück „Fawn" lauter kleine Kunstwerke aneinander.
Tom Waits ist zurück!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Alice Album machte mich zum großen Tom Waits Fan, 19. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Alice (Audio CD)
Wer ist eigentlich dieser Tom Waits? Kaufen Sie sich einfach diese außergewöhnliche CD und finden Sie es selber heraus! Aber Vorsicht! Sie werden sich in die nicht mit Worten zu deutende musikalische Genialität verlieben! Es gibt kaum eine handvoll Sänger/Performer/Songwriter, die so überzeugend tief traurige, melancholische und herzergreifende Balladen auf Platte zaubern können wie dieser ungewöhnliche Mann. Er verstellt seine Stimme, er experimentiert mit Instrumenten und Klängen, schreibt ergreifende Texte und zieht seine Zuhörer wahrlich magisch in seinen Bann.
Ich habe mir nach dieser Platte gleich weitere Waits Alben zugelegt (wie etwa: Mule Variations, Blood Money & Orphans) und wurde mit jeder weiteren Scheibe erneut positiv überrascht. Wie konnte es mir nur passieren diesen Ausnahmekünstler so lange nicht zu entdecken? Aber was ist so toll an seiner Musik? Gute Frage! Waits Musik ist mystisch, diabolisch, romantisch, melancholisch, unterhaltend, nachdenklich aber eines ist sie immer: einfach umwerfend brilliant und schön!
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Alice
Alice von Tom Waits
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