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am 22. Dezember 2006
Die zweite Folge der Orchesterwerke von Bach gespielt vom französischen Ensemble Café Zimmermann zeichnet sich durch ein uneitles, elegantes, nichtsdestotrotz hochvirtuoses Musizieren aus.

Man beginnt mit dem dritten Brandenburgischen, ziemlich flott, trotzdem stets von ausgesuchter Klanglichkeit. Das berühmte Doppelkonzert enthält sich im zweiten Satz selbstverständlich allen Schmalzes, den es so oft ertragen musste. Das Tempo ist dafür auch nicht mehr ganz "Largo" wie befohlen, hat aber durch den großen Atem, mit dem es phrasiert wird, immer die nötige Ruhe. Auch in der 1. Orchestersuite, die ich zu meinen Lieblingswerken zähle, geht es oft atemberaubend virtuos zu (Gavotte, Forlane), aber die Festlichkeit der Ouverture wird auch nicht verschenkt. Schließlich mit dem Doppelkonzert BWV 1060 die Urfassung eines Werks, das man eher als Konzert für zwei Cembali kennt, mit einem bezaubernden Zwiegespräch von Oboe und Violine. Die atemberaubenden Tempi wirken nie gehetzt und mit Mühen bewältigt (wie bei gewissen italienischen Ensembles), sondern - durch intelligentes Denken in großen Bögen - federleicht und mühelos.

Die kleine Besetzung, die runde, räumliche Aufnahmetechnik, aber auch die makellose Homogenität des Ensembles lassen spüren, dass die Aufnahmen bei Alpha mit Überlegung und Geschmack geplant sind, anstatt primär Star- und Repertoireerwartungen zu erfüllen. Nicht zuletzt überzeugt das Konzept: Ich finde es viel interessanter, ein Brandenburgisches Konzert in der Umgebung einer Orchestersuite und anderer Konzerte zu hören als immer wieder die gleiche Reihe der sechs - zugegeben - Kronjuwelen. Bleibt zu hoffen, dass die bisher drei Folgen der Bach-Konzerte baldmöglichst mit weiteren ergänzt werden.
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am 11. April 2015
Sind auf dieser CD vier Werke vertreten? Ich höre eine Folge von 14 Tracks, die man wohl mit der Random-Funktion abspielen könnte.
Die Instrumentisten sind Spitze, keine Frage, aber in diesem Café möchte ich nicht länger als 10 Minuten sitzen. Dort kann man keine Zeitung in Ruhe lesen, keine Crème-Rolle genüßlich verköstigen, es ist Koffein-Pur mit Hochdruck-Betankung,
Drei Sterne für die Hochglanz-Leistung jedes einzelnen Ensemble-Mitglieds. Der Gesamt-Eindruck ist der einer "Best-of" Sammlung aus der Reihe "Baroque Hectic". Ideal zum Hören im Auto: man läuft nicht das Risiko, einzuschlafen und die Aufmerksamkeit wird nicht allzusehr von den inneren Zusammenhängen der Stücke abgelenkt.
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am 25. Dezember 2007
Diese Aufnahme habe ich im Jahr 2004 im Spanienurlaub als Beigabe einer Tageszeitung (el país) für ein paar Euro erworben. Ein echter Glücksgriff. Gegen meine gewohnte Aufnahme vom English Chamber Orchestra (Brandenburgische Konzerte + irgendeine Orchestersuite) erschien diese mir zunächst etwas sehr schnell und glatt, wollte die alten CD's aber nach kurzer Eingewöhnungszeit dann am liebsten wegschmeißen, da unpräzise (Rythmus + Intonation) und irgendwie "unmusikalischer". Dabei ist die Aufnahme vom English Chamber Orchestra noch lange nicht das Schlechteste. Ich hatte mal eine von einer slowakischen Philharmonie o.ä., die war wirklich grausam. Also kurz, diese befindet sich auf meiner persönlichen Skala ganz oben und ist zu einer meiner Lieblings-Bachaufnahmen überhaupt avanciert. Da gebe ich meinem Vorredner recht, das wäre ein geeigneter Grundstock für eine Referenzsammlung. Man merkt, dass dieses klein besetzte Ensemble perfekt eingespielt ist. Die Spielfreude ist spürbar. Mitreißend rythmisch und transparent, Perfektion, ohne steril zu sein. Hervorragende Klangqualität.
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