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4.0 von 5 Sternen Mexikos Meisterdirigent spielt populäre lateinamerikanische Stücke, 30. Januar 2013
Von 
dizzy "dizzy" (Rhein-Main-Gebiet,Hessen) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Latin American Classics Vol. 1 (Audio CD)
Vor dem Kauf dieser CD war ich höchst skeptisch was Musik und Qualität betrifft,da bin ich ganz ehrlich.Nun habe ich sie schon viele Jahre im CD-Regal stehen und höre sie mir immer wieder gerne an.So kann es gehen,wenn man weder Dirigent noch Orchester,geschweige denn alle Komponisten kennt.Doch der Reihe nach.

Als ich die CD vor vielen Jahren erworben habe,hatte ich von lateinamerikanischer klassischer Musik absolut keine Ahnung.Als ebenso bekennender Jazzfan kannte ich dagegen den Bereich des Jazz erheblich besser,und versprach mir ganz einfach,eine ebenso hervorragende Musik in diesem für unsere Ohren doch höchst gewöhnungsbedürftigen Bereich mir zu erschließen.Letzteres ist mit Sicherheit noch immer nur in Grenzen möglich,aber nach meinen Erfahrungen in spanischen Orchestern und auch Musikern,kann ich mich doch schon viel besser damit auseinander setzen.

Das Festival Orchester von Mexiko wurde 1986 gegründet,und ist vor allem in den Sommermonaten aktiv,da deren Mitglieder sich aus den besten Orchestern Mexikos eben nicht ganzjährlich zur Verfügung stehen.Das Orchester befasst sich ausschließlich mit den Werken von Komponisten aus Süd-und Nordamerika.

Dirigent Enrique Bátiz gehört zu den führenden Dirigenten Südamerikas und ist der beste Dirigent Mexikos.Er hat eine internationale Karriere gemacht und war u.a. seit 1984 Erster Gastdirirgent beim Royal Philharmonic Orchestra in London,mit welchem er auch Aufnahmen gemacht hat.Er gilt als Spezialist für die Musik seiner Heimat.

"Huapango" stammt vom Komponisten José Pablo Moncayo (1912-1958).Er ging mit seinem Kollegen Blas Galindo auf die Reise nach Alvarado um Volkslieder zu sammeln,hatte aber der sehr vielgestaltigen Rhythmik große Schwierigkeiten,die Stücke wirklich niederzuschreiben.Ein Kollege riet ihm,die Werke so niederzuschreiben,wie er sie letztendlich gehört habe.Anschließend solle er die Musik nach seinen eigenen Vorstellungen entwickeln.

Es entstand dann eine Musik,die durch geschickten Einsatz von Trompete und Posaune,sowie einigen sehr populären Melodien,die einen "nationalen Charakter" entwickelte,etwa ähnlich wie bei Dvoraks Slawischen Tänzen oder Bernsteins Stücken,um mal einen Vergleich zu haben.

Silvestre Revueltas (1899-1940) war eine bemerkenswerte musikalische Begabung,der am Chicago College of Music seine Ausbildung mit höchster Auszeichnung abschloss.1924 organisierte er mit Carlos Chavez (1899-1978) das erste Konzert für zeitgenössische Musik in Mexiko."Sensemaya" wurde 1938 uraufgeführt,und wurde vom gleichnamigen Stück des kubanischen Dichters Nicolás Guillén inspiriert.Es geht um ein Negerritual,das mit dem Tod der Schlange endet.

Manuel Ponce (1882-1948) wurde mit einem einfachen Lied namens "Estrilla" weltberühmt.Es wurde in vielen Sprachen gesungen,und ist bis heute das bekannteste Lied Mexikos überhaupt.

Felipe Villanueva (1862-1893) wurde trotz seines frühen Todes ein bedeutender Musiker Mexikos.Er gehörte zu der mexikanischen Gruppe der Sechs,die einige der bekanntesten Musiker jener Zeit vereinte.Sein "Vals Poético" ist das einzige Stück,was hneute noch gespielt wird,seine restlichen Werke sind mehr oder weniger vollständig in Vergessenheit geraten.

Heitor Villa-Lobos (1887-1959) ist der wichtigse Komponist Brasiliens.Seine Musik vereinte Johann Sebastian bach mit der Musik seiner Heimat.Zwischen 1930 und 1945 komponierte er neun Bachianas,in welchen das Cello eine wichtige Rolle spielt.

Alberto Ginastera (1916-1983) schrieb mit dem Ballett "Estancia" ein Stück Musikgeschichte Argentiniens."Malambo" ist ein absoluter Höhepunkt und sehr farben-und rhythmusreich.Es stellt an jedes Orchester höchste Ansprüche,und soll die Beweglichkeit und Männlichkeit der Gauchos aufzeigen.

Juventino Rosas (1868-1894) hatte eine beneidenswerte melodische Begabung,ein vollkommenes Verständnis von Harmonie und Rhythmus,sowie die Fähigkeit,jedes Stück mit einem brillanten Schluss zu krönen.Er galt trotz der musikalisch am wenigsten ausgebildete Komponist der hier vorgestellten Komponisten eindeutig als der "Mexikanische Walzerkönig".Passenderweise wurde das Werk hier oft für eines von Johann Strauß gehalten,da man es auch in Wien hören konnte."Sobre las olas" (Auf den Wellen) dürfte auch heute noch vielen Menschen bekannt sein.

Rodolfe Halffner (1900-1987) war Autodidakt als Komponist,doch profitierte er von den Ratschlägen seiner Kollegen Manuel de Falla und Arnold Schönberg.Seine Musik besticht durch einen sorgfältigen Umgang mit Dynamik und Akzenten und durch unfehlbare Technik.Seine Musik verhehlt nicht seine spanische Herkunft.Er war in Madrid eine wichtige Persönlichkeit,hoch ausgezeichnet,ebenso in Mexiko."Obertura Festiva" ist ein Werk,was in relativ kleiner Besetzung äußerst effektvoll komponiert ist.

Carols Chavez (1899-1978) "Sarabanda para cuerdas" (Sarabande für Streicher) gehört zu dem Ballett "La hija de Colquide" und ist dem Musikwissenschaftler Carl B. Engel gewidmet,dem Direktor der Zeitschrift "Musical Quarterly".

Blas Galindo (1910-1993) steht für die musikalische Begabung des einfachen mexikanischen Volkes,der in einem entlegenen Dorf in Jalisco geboren wurde.Er kam durch die Revolution erst als 20jähriger zur Musik,doch sein Talent und seine Hingabe,dazu die Hilfe con Charlos Chavez,ließen ihn später sogar zum Direktor des Nationalen Konservatoriums werden.Sein "Sones de Mariachi" schrieb er auf Anregung Chavez' für das New Yorker Museum of Modern Art.Die brillante Umsetzung von mexikanischer volkstümlicher Musik kam dort so gut an,dass er von der Firma Columbia eingeladen wurde,es aufzunehmen.Jeder Mexikaner wird es sofort erkennen,da die einfließenden Stücke sehr populär sind und waren.

Ich gebe zu,dass das viel Text zum Lesen ist-eigentlich zu viel.Doch da diese Musik und deren Komponisten hier eher unbekannt sind,halte ich es für wichtig,auch näher auf die Komponisten einzugehen.Wer musikalisch aufgeschlossen ist,sich teilweise wirklich modernen Harmonien und Rhythmen nicht scheut,wird begeistert sein.Wer aber bei Mozart,Brahms und Wagner stehengeblieben ist,wird hier seinen "Walkürenritt" erleben.

Mein Fazit ist durchweg positiv.Eine schöne Zusammenstellung,auch um den Zugang zu dieser wunderbaren,aber eben auch vertrackten Musik zu finden,halte ich diese CD für sehr geeignet.Die Aufnahmetechnik hätte das Ganze noch plastischer einfangen können,aber man kann damit leben,noch dazu in diesem Preissegment.Vier Sterne mit noch etwas Luft nach Oben!!

Es würde mich freuen,wenn jemand durch diese CD und ihre Rezession den Zugang und die Begeisterung zu dieser herrlichen Musik finden würde,und dies' dann auch durch einen Kommentar hier kundtun täte.Vielen Dank!!
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Latin American Classics
Latin American Classics von Enrique Batiz
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