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Kundenrezensionen

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am 19. Januar 2013
"Physical Graffitti" ist die einzige Studioveröffentlichung, die als Doppel – LP erschienen ist. Ein Album, dass früher eher für gespaltene Meinungen sorgte...

Sieht man sich aber die Vielfalt der Songs an, ist dieses Album umso interessanter. Es kann daran gelegen haben, dass noch genug altes Material nach "Houses Of The Holy"(1973) vorhanden war. Zwei Jahre mussten wir damals auf dieses Album warten. Aus heutiger Sicht ist es eines der besten und markantesten Alben von Led Zeppelin.

Während die erste LP noch sehr nah am typischen Led Zeppelin-Bluesrock entlang hangelt, ist die zweite Platte eher ruhig, teilweise poppig, funky (The Want On Song) und auch mal wieder etwas folkig. "Bron Yr Aur“, der " Boogie With Stu" oder "Black Country Woman" (göttlich gut...) sind solche typischen "Vertreter".

Highlights sind zunächst "Houses Of The Holy" (der gleichnamige Titel des Vorgängeralbums !). Ein Beweis für meine Theorie, dass noch einige ältere Songs verarbeitet werden mussten, die wohl vorher nicht für die Alben bestimmt waren. Oder etwa "Kashmir". Für damalige Verhältnisse ein überaus wuchtiger und dramatischer Song, der nicht umsonst als Titelsoundtrack für den sehr viel später (über 2 Jahrzehnte) erschienenen Kinokassenschlager "Godzilla" herhalten musste.

Oder "The Rover". Ein Stück, das perfekt in die Zeit (1975) passte. Gitarrenriff und Songaufbau könnte auch von ZZ Top oder Bachmann Turner Overdrive stammen. Ein zeitgemäßer Song für damals.

"In My Time Of Dying" ist mittlerweile auch ein Klassiker, der von Led Zeppelin immer gerne zum Bestandteil des Liverepertoires erkoren wurde. "Trampled Under Foot" kommt sehr funky und rockig rüber. Ebenfalls nicht ganz zu Unrecht ein Klassiker erster Güte...

Oder das herrliche frische "Night Flight". Geht gut ab... Ein typischer Rock 'n' Roller feinster Güte mit Heavyrock - Einschlag. Passt übrigens auch irgendwie perfekt in die musikalische Zeit von 1975. "Down By The Seaside" hätten "Page/Plant" durchaus auch für die Stones komponieren können... "Ten Years Gone" ist ein eleganter Pop-Blues, der seines gleichen sucht. Schönes Stück...

Das ganze Album ist ein Musterbeispiel für die deutliche Weiterentwicklung der Musik von Led Zeppelin.

Auch wenn darauf Songs vertreten sind, die durchaus auch auf "III" hätten gepasst...

Übrigens: Die gute alte LP ist klar im Vorteil !

Im Vergleich zur zwar etwas feineren und klareren, aber leider glatteren und sterileren "Remaster-Version", zum Beispiel von "Kashmir" klingt die LP wesentlich druckvoller, organischer und runder. Ein Klangspaß erster Güte; vorausgesetzt man besitzt einen guten Plattenspieler mit adäquaten Abtastsystem und einen halbwegs brauchbaren Hifi-Amp mit gutem Phonoeingang.

Neben Led Zeppelin "III" und "Presence" eines der markantesten Alben.

Ich komme nicht um 5 Sterne umhin, weil ich mir gerade die Doppel-LP komplett zu Gemüte geführt habe. Wer’s Album noch nicht hat, oder gar nicht kennt (!), sollte sich "Physical Graffitti" unbedingt zulegen. Und ein Augemmerk auf die LP legen.

Natürlich gerne auch als CD, denn die ist gerade unschlagbar günstig !
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am 13. Mai 2005
Led Zeppelin waren ja bekannt für ihre Vielseitigkeit und dafür, sich von allen möglichen Musikrichtungen inspirieren zu lassen. Nach den beiden ersten, sehr Hard-Rock- und Blues-orientierten Alben, wagten sie mit "III", "IV" und "Houses Of The Holy" neue Schritte und hatten stets neue Überraschungen parat.
Auf "Physical Graffiti" findet die enorme stilistische Bandbreite der Band ihren Höhepunkt. Es ist zwar bei Doppelalben logischerweise sehr schwer, konstant auf hohem Niveau zu bleiben, die ganze Zeit den Hörer sowohl mit Abwechslungsreichtum, als auch mit gutem Song-Wrting bei der Stange zu halten und keine Langeweile aufkommen zu lassen, aber Led Zeppelin schaffen dies doch ziemlich gut.
Der Opener "Custard Pie" (heißt übrigens so viel wie "Kuchen mit Vanillesoße"... lustig) mit seinem markanten Riff und der Mundharmonika ist irgendwie so ein typischer Zeppelin-Rocker, auch wenn er anders klingt als die Opener der vorigen Alben, die auch stets eher die straighten Hard-Rock-Songs waren.
Das anschließende "The Rover" ist gleich einer meiner Faves auf dem Album; die Melodieführung besonders im Refrain ist klasse und der coole Bass tut sein Übriges.
Im 11-minütigen Blues-Epos "In My Time Of Dying" kommt dann durch Pages Slide-Gitarre tiefstes Südstaaten-Feeling auf, bei dem John Bonham die Bass-Drum richtig krachen lässt.
Track 4, "Houses Of The Holy", war natürlich eigentlich für das Vorgängeralbum gedacht und von der fröhlichen Melodie her merkt man dies auch. Nicht unbedingt der stärkste Song von "Physical Graffiti", aber ganz nett.
Den Abschluss der ersten CD - oder LP - bilden dann das sehr funkige (besonders durch Jones' Keyboardsolo) "Trampled Underfoot" und das orientalisch klingende "Kashmir", das wohl jeder kennt; oder zumindest das Riff, das ja schon x-mal geklaut wurde. Durch die orientalische Harmonieführung und den Gesang von Plant kommt irgendwie eine sehnsüchtig klingende Stimmung auf und Robert Plant erklärte auch mal, dass er sich irgendwie in den Kopf gesetzt hätte, unbedingt mal nach Kaschmir zu fahren.
Obwohl die erste CD schon ziemlich gut ist, finde ich persönlich die zweite fast noch besser, obwohl man sich darauf schon ein bisschen einlassen muss. Gerade so ein völlig zugedrogt klingender Psychedelic-Song wie "In The Light" gleich am Anfang ist sicherlich durch die spacigen Synthie-Sounds nicht so leicht verdaulich, ist aber schon ziemlich gut gemacht, vor allem wenn sich, durch die Musik hervorragend ausgedrückt, die schwermütigen Stimmung gegen Ende in eine fröhlichere, optimistischere wandelt und Plant dazu "everybody needs a light" singt.
Etwas leichter verdaulich ist hingegen natürlich Pages kurzes Akustikstück "Bron-Yr-Aur" und das anschließende "Down By The Seaside" ist geradezu lässig und herrlich relaxt.
Mit "Ten Years Gone" folgt danach eine melancholische Ballade, bei der Page angeblich 14 Gitarrenspuren (!) übereinander gelegt haben soll. Für mich einer der schönsten Songs von Led Zeppelin überhaupt.
Während dann das Hammond-Orgel-geprägte "Night Flight" recht überzeugend ist, wirkt "The Wanton Song" etwas belanglos und stellt für mich das schwächste Stück des Albums dar.
Dann wären da noch "Boogie With Stu", das mal wieder etwas ganz anderes ist, "Black Country Woman", das einen guten Groove hat und vor allem durch den geilen Aufbau dank der Drums von John Bonham lebt und "Sick Again"; ein fetter, rockender Abschluss, denn vor allem das Abwärts-Riffing der Gitarre und des Basses im Refrain ist einfach nur zum Niederknien.
Fazit: Man sollte sich Zeit nehmen, um "Physical Graffiti", das für mich neben dem vierten Werk das beste der Zeps ist, richtig zu entdecken - denn es gibt wahrhaft viel zu entdecken.
Übrigens nicht nur, was die Musik betrifft, sondern auch das äußerst interessant gestaltete Cover.
77 Kommentare| 69 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. Februar 2015
Der Briefträger brachte gestern das langerwartete Paket. Als "Die Hard" Zeppelin Fan war für mich nach Jimi Page's Ankündigung den gesamten Backkatalog neu zu mastern klar dass ich jedes einzelne Album (neu) haben musste. Während ich mich für "Led Zeppelin" bis "House.." für die "normale" CD Deluxe Edition entschlossen hatte musste es für PG die "Super Deluxe" Variante sein! Meine erste Vinly Anschaffung seit 25 Jahren.
Über die musikalische Qualität dieses Meisterwerks des 20 Jhds muss man nichts sagen. Die grösste Rockband der Geschichte auf ihrem kreativen Höhepunkt. Punkt! Als Bonusmaterial wie schon bei den bisherigen 5 Alben Rohfassungen der Stücke. Bei LZ3 war der "Bathroom" für mich eine Offenbarung, eine gesangslose Version von Out on the Tiles, sozusagen ein Mikroskopeinblick wie die Band arbeitete. Auch hier: exzellente Einblicke.
Wie ist die "Re Issue"? Grossartig. Die Vinylscheiben haben eine Dicke wie man sie in den 80'ern des letzten Jahrhunderts vom sündhaft teuren "Japanpressungen" kannte. Die Dynamik der Aufnahmen ist so unglaublich, Meine VU Meter erleben hier einen Tanz den man von CDs einfach nicht mehr kennt. Ich werde (trotz fast neuer Nadel) die Anzahl der Abspieler auf Vinyl hart beschränken! (Man kann ja mal Vorsätze haben). Glücklicherweise gibt es neben den Vinyls daher auch noch das gleiche Material als CD, sowie als Dreingabe einen Code für einen einmalige 96 bit HD Download des gesamten Material. Das steht aber leider wohl erst ab kommender Woche zur Verfügung.
Ws noch? Ein hochwertig gedrucktes Buch mit Dokumenten rund um die Entstehung und Veröffentlichung von PG. Dazu ein auf 30Tsd Exemplare limitierter Druck des Covers, das ganze in einem äusserst wertigen Schuber.
Eine würdige Neuauflage eines absoluten Meisterwerks!
review image
22 Kommentare| 21 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
"Physical Graffiti", das anno 1975 als 6. Studioveröffentlichung von Led Zeppelin auf den Markt kam, ist ein Doppelalbum, das eigentlich ausschließlich mit älterem Material bestückt wurde. Genauer gesagt stammen die insgesamt 15 Tracks des Originalalbums (6 auf CD 1, 9 auf CD 2) aus dem Zeitraum 1970-1974. Erstaunlich dabei ist, wie homogen das Album dennoch klingt. Zwar würde ich hier nicht unbedingt von einem hochausgeklügelten Konzeptwerk sprechen, aber vom Fluss & Ablauf her funktionieren alle Titel hierauf wunderbar. Auch der Sound überzeugt auf ganzer Linie -- mit Klarheit, Dynamik und Power.
Im Allgemeinen gilt diese Veröffentlichung als letzte wirklich essenzielle Studio-Arbeit von Page, Plant, Jones & Bonham, wenngleich eingefleischte Fans das höchstwahrscheinlich nicht ganz so sehen werden...

Abgesehen davon, findet man auf "Physical Graffiti" wahrlich eine ganze Menge an Klassetracks. Eigentlich war ich fast überrascht, als ich feststellen musste, wie viele tolle Songs bis anno dazumal (also 1975) unveröffentlicht geblieben waren. Der bekannteste Titel dürfte wohl "Kashmir" sein, das atmosphärisch, soundästhetisch und gesanglich auch für mich zu den allerschönsten bzw. beeindruckendsten LZ-Stücken zählt. Auch der Titeltrack des großartigen Vorgängeralbums ("Houses Of The Holy") ist hierauf vorzufinden (der darauf ironischer Weise ausgespart blieb), der mit seinem Magenheber-Riff voll punkten kann. Eigentlich ist es Wahnsinn, dass der nicht schon auf der vorangegangenen Platte drauf war!
Weitere Highlights sind aus meiner Sicht vor allem noch der Opener "Custard Pie" (ein Grunge-Rocker höchster Güte mit typischem, groovendem Bonham-Rhythmus, der mich persönlich ein bisschen an Soundgarden erinnert), der unwiderstehliche Gitarren-Rocker "The Rover" (der für mich ein bisschen nach Urversion eines King-Of-Leon-Songs klingt und wundervolle Gitarrenklänge zu bieten hat) sowie das beschwingt-funkige "Trampled Under Foot". Eben aufgezählte Titel sind übrigens allesamt auf Tonträger 1 zu finden, der mir insgesamt offengestanden etwas besser gefällt, als der 2. Silberling (der aber freilich trotzdem gut bzw. hörenswert ist).

Auf Scheibe 2 finde ich das beschwingte "Boogie With Stu" (der gem. mit Tastenlegende Ian Stewart, der vor allem als 6. Rolling Stone Bekanntheit erlangte, aufgenommen wurde) am interessantesten, aber auch (das darauffolgende) "Black Country Woman" ist wirklich stark und beweist, dass die virtuosen Mannen von Led Zeppelin auch recht klassischen Country-Rock sehr souverän beherrschten.

Generell stellt "Physical Graffiti" in seiner Gesamtheit die beeindruckende Vielseitigkeit der Band (ein weiteres Mal) unter Beweis, ohne aber dabei allzu kunterbunt durchmischt oder chaotisch zu klingen - im Gegenteil. Ich finde, dass der (äußerst hochwertige) "Recyclingcharakter" den Scheiben einen unvergleichbaren Charme verleiht. Kennt man die Vorgängeralben (deren Songs hierin eben teils weiterverwertet wurden) "LZ 3", "LZ 4" und "Houses Of The Holy", dann wird man fast unweigerlich- wenigstens im Hinterkopf - zu überlegen beginnen, wie sich die Physical-Graffiti-Songs teils auf den eben besagten Platten (im Zuge derer Aufnahmesessions sie ja teilweise auch entstanden sind) gemacht hätten, was durchaus spannend sein kann. Wie schon gesagt ist es teilweise - zumindest aus heutiger Sicht - nicht nachvollziehbar, wie Tracks wie z.B. eben "Houses Of The Holy" einst ausgespart bleiben konnten...

Jedenfalls halte auch ich "Physical Graffiti" für ein ganz großes Album, das auch nicht so eingefleischte LZ-Hörer besitzen sollten. Gemeinsam mit "LZ 1", "LZ 2", "LZ 3" und "Houses Of The Holy" ist es meines Erachtens die essenziellste Studioveröffentlichung der britischen Kultband. (Anm.: Das oft so sehr gelobte "LZ 4" ist natürlich auch gut, meiner Meinung nach zugleich aber auch etwas überbewertet - aber nichts für ungut, liebe Fans!)
Ich habe ehrlich gesagt erst verhältnismäßig spät ernsthaft hier hinein gehört und muss sagen, dass ich sehr froh darüber bin, das gemacht zu haben. Auf den frühe(re)n LZ-Alben gibt es immer etwas zu entdecken! Ich persönlich besitze die ersten 6. Studioausgaben sowie das Live-Doppelalbum "Celebration Day", das ich an dieser Stelle ebenfalls herzlich weiterempfehlen möchte! (Die vielgelobte Live-Ausgabe "How The West Was Won" wird sich in absehbarer Zeit wohl auch noch hinzugesellen.)

Fazit: Dass ein Sammelsurium aus (vielseits) vorab aufgenommener Songs derartig einschlagen und begeistern kann, ist wirklich verblüffend und lässt sich nur damit erklären, dass Led Zeppelin sich den Luxus leisten konnten, fantastische Tracks auf den ursprünglich dafür vorhergesehenen Alben einfach wegzulassen, weil diese ohnehin schon mit hochkarätigem Material bestückt waren. Dass "Physical Graffiti" jedoch eine Mischung verschiedener Sessions aus dem Zeitraum 1970-1974 ist, hört man den Scheiben - wie ich finde - nicht wirklich an. Die Titel wurden toll gemischt und aneinandergereiht, wobei ich ja vor allem die 1. Platte liebe (die sich alleine wohl schon 6 Sterne verdient hätte).
Obwohl mich vermutlich viele eingesessene Anhänger dafür hassen werden, muss auch ich sagen, dass ich die drei nachfolgenden LZ-Alben ("Presence", "Through The Out Door" & "Coda") - trotz mehrfachem Hineinhörens - bis heute (noch) nicht in meine CD-Sammlung integriert habe, d.h., dass ich die Meinung derer durchwegs teile, die sagen, dass vorliegendes Doppelalbum die letzte richtig große Studioveröffentlichung der Band sei...

Ich denke, dass "Physical Graffiti" völlig zurecht unter den besten 100 Alben aller Zeiten (500er-Liste vom RS-Magazine) weilt, wobei man über genaue Rangfolgedetails freilich vortrefflich diskutieren könnte (es sind ja gleich 6 LZ-Alben in diesen Heiligen Gral neuerer Musikgeschichte gewählt worden).
Aus meiner Sicht handelt es sich hier um ein Musthave, das auch allgemein interessierte (Rock-)Musiksammler besitzen sollten. Ein Kauf lohnt sich in jedem Fall -- also, ganz in diesem Sinne: zugreifen & daran erfreuen!

Meine Bewertung: +++++

P.S. Die aktuellen Deluxe-Ausgaben mit den Bonus-Discs sind in meinen Augen bzw. Ohren recht nett, aber meines Erachtens nicht unbedingt notwendig. Ich hätte es sehr begrüßt, wenn man die neuen Remasters auch in schlichter Original-Album-Fassung (vielleicht dafür etwas preiswerter) angeboten hätte. Naja...

Interessantes Detail am Rande noch: Laut Wikipedia-Recherche meinerseits ist "Physical Graffiti" mit über 17 Mio. verkauften Exemplaren das am zweitmeisten abgesetzte LZ-Werk überhaupt (und dabei war das eine teure Doppel-LP!). An der Spitze liegt - weit vorne - übrigens "LZ 4" mit unglaublichen 37 Mio. (!) verkauften Platten.

---- Anspieltipps ----

- CD 1 -
> Custard Pie
> The Rover
> Houses Of The Holy
> Trampled Under Foot
> Kashmir

- CD 2 -
> Boogie With Stu
> Black Country Woman

Viel Freude damit :)
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am 23. August 2005
Die Versuchung, ein Doppelalbum zu machen, die - öfter mal, aber nicht nur - Bands befällt, die vor Kraft kaum laufen können, war zu dem Zeitpunkt, als diese Platte herauskam, noch keine alltägliche Angelegenheit. Später sollten ihr dann Guns N' Roses, Goldie und allzuviele andere mehr nachgeben, mit teilweise mehr als durchwachsenen Resultaten. Von daher ist "Physical Graffiti" eher nicht als leuchtendes Vorbild zu nehmen.
Dennoch: Trotz der mangelnden stilistischen Geschlossenheit auf CD 2 (bzw. Seite 3 und 4) können die meisten Tracks des Albums ein hohes Niveau an künstlerischer Qualität halten. Es macht sich aber eben auch bemerkbar, dass "Graffiti" neben der Arena für neue Zeppelin-Stücke auch Abladeplatz für Übriggebliebenes der letzten vier Jahre ist: "Bron-Yr-Aur", "Boogie With Stu", "Down By The Seaside" und "Black Country Woman" gehören ebenso eindeutig auf "Led Zeppelin III" wie "Houses Of The Holy" auf gleichnamige Platte gehört. Wirklich original neu und "Klasse von 1975" sind "Custard Pie" (knusperknabberknackigfrisch), "The Rover" (eigentlich auch ein 1970er Headley Grange-Stück, vom Sound aber komplett modernisiert), "In My Time Of Dying", "Trampled Underfoot", "Kashmir", "In The Light", "Ten Years Gone" und "The Wanton Song" (wie "Songfacts" so treffend zusammenfaßt: "This is about sex." Mit Rückwärtsecho, könnte man noch hinzufügen). Im Prinzip hätte man das ganze Paket - auch das ein Gedanke, wie er einem öfters mal bei Doppelalben in den Sinn kommt - auf eine kompakte Scheibe eindampfen können, aber es hat halt anders sollen sein.
Genug Kritik am Mosaik: "Physical Graffiti" macht Laune, ist ehrfurchtgebietend und wartet mit einigen der stärksten Zeppelin-Songs ever auf. Die erste CD (bzw. Seiten 1 und 2) funktioniert trotz ihrer zeitlichen Inkohärenz reibungslos, mit "In My Time Of Dying", "Trampled Under Foot" und natürlich "Kashmir" als bahnbrechenden Meisterstücken in Sachen epischer Doom-Blues, Sex-Funk und Riffmonstrosität - die Essenz Zeppelin'schen Schaffens also.
CD 2 wirkt dagegen stark durcheinandergewürfelt, und nur die 75er Tracks "In The Light" - eine wunderbare Kombination aus ätherischen Synthesizern und klassischem Zep-Rock - sowie das herzzerreißend schöne "Ten Years Gone" können den Standard halten, den die erste Hälfte gesetzt hat. Die übrigen Songs stammen eben aus anderen Epochen in der Bandhistorie und hätten am besten auf den zugehörigen Alben funktioniert, aber wenn man jedes Lied für sich nimmt, sind schon ein paar schöne Sachen dabei.
Fazit: Zeppelins Reste-Rampe leidet mitunter an ihrem zusammengewürfelten Charakter, aber die Songs sind schon ziemlich GUT. Mehr/größer/größenwahnsinniger ging einfach nicht, und "Presence" sollte danach auch wieder kleinere Experimentier- und Nachverwertungsbrötchen backen.
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am 4. März 2005
„Ein Talent leiht, ein Genie stiehlt." soll Picasso mal gesagt haben. Nun haben Led Zeppelin mit Picasso recht wenig am Hut aber wenn dessen Aussage stimmt, dann sind Led Zeppelin sicherlich die Genies des Rock. Kaum eine Band klaute im Laufe ihres Bestehens so gekonnt im Blues- und Folkfundus wie sie und kaum eine Band klang dabei so kraftvoll, so eigenständig, originell und musikalisch wie sie. Die Liste der Vorbilder und (in den Liner Notes meist „vergessenen") Quellen ist lang: Willie Dixon, Otis Rush, Sonny Terry, Chester Burnett (Howlin' Wolf), Albert King, Blind Willie Johnson, Memphis Minnie, Leadbelly. Und beim „Boogie with Stu" (gemeint ist Stones-Keyboarder Ian Stewart) covern sie hier auch noch Richie Valens.
Die Highlights auf diesem Album sind für mich allerdings das majestätische „Kashmir", der hardrockende Boogie „The Rover" und mein absoluter Favorit, die 11-Minuten-Bluesnummer „In my time of dying".
Led Zeppelin liefern hier den Beweis dafür, daß eine gute Band mehr ist, als die Summe ihrer Mitglieder. Jeder für sich ein hervorragender Musiker, bildeten sie zusammen den Prototyp der groovenden Heavy-Rock-Band mit Stil. Led Zeppelin wurden mittlerweile selbst oft kopiert und gecovert - aber nie erreicht. Jedem ihrer Epigonen immer noch haushoch überlegen.
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am 12. Januar 2009
Was hatten Led Zeppelin nicht vor Veröffentlichung dieses Doppelschlags schon alles hinter sich:
Den Hardrock erfunden, angereichert um Folkbeiträge, sagenhafte Songperlen à la "Stairway to Heaven", "Immigrant Song" und "Whole lotta love" aus dem Ärmel geschüttelt, den Zenit künstlerischen und kommerziellen Erfolgs erreicht - was sollte noch kommen?

Einiges.

War "Houses of the Holy" noch von einer bezwingenden Fröhlichkeit gewesen, so tun sich mit diesem Doppelalbum weitere Welten auf:
Offenkundig - nomen est omen - hätte der Song "Houses Of The Holy" noch auf das gleichbetitelte Album gehört: optimistisch, sorgenfrei, locker. Ist sich wohl produktionstechnisch nicht mehr ausgegangen.

Aber der Rest, der hat es in sich:
Mit "Custard Pie" und "The Rover" wird das Werk gleich mit zwei Standards eingeleitet: einprägsames Riffing des Maestro Page, bluesig, knackig, gut.
Es folgt der wohl beste, da unverwechselbarste Song nicht nur des Albums, nein, einer ganzen Dekade: "In My Time Of Dying", ein Blueshammer par excellence. Page mit der Slide, reduzierte Arrangements, Plant in seinem Element der intensiven Geisterbeschwörung. Ein wahrhaft atmosphärisches Ungeheuer - es klammt einem die Luft zum Atmen, so nimmt der Song gefangen. Einzigartig.
Mit "Trampled Under Foot" wird eine kleine Pause eingelegt, der Hörer darf sich erholen, bevor mit "Kashmir" der orientalische Bombast von Jahrtausenden losbricht: LZ, die Einer zweier Welten, die es spielend vermögen, das Beste aus beiden Welten zu kondensieren und in einen Song zu destillieren.
Mit "In The Light" beginnt die zweite Scheibe eher spröde: Computermusik und Led Zep - aber es funktioniert!
"Bron-Yr-Aur" ist netter Zeitvertreib; Page knackt den Countrystyle ein weiteres Mal.
Bevor "Ten Years Gone" anhebt, ein weiterer ewiger Klassiker des Genres, konstruiert nach dem Muster von "Stairway to Heaven" (und nicht wirklich viel schlechter!), darf der Hörer sich "Down By The Seaside" gönnen, ein Sönglein im Stile der Sixties, das von der Message her durchaus auch schon auf das Vorgängeralbum gepasst hätte: fröhlich, beschwingt, lebe im Augenblick.
"Night Flight" kommt erhaben daher, "The Wanton Song" ist ein Machomonster, das nur Sex im Sinne hat. Testosterongetriebenes Durchlavieren.
"Boogie With Stu", schön tanzbar, und "Black Country Woman", wieder einmal Page pur, machen Freude und bereiten vor auf "Sick Again", einem würdigen Closer. Heavy, geringschätzend, nachgerade brutal wird dem unbefangenen Hörer hier die Schlechtigkeit der Welt in den Nacken gedrückt. Ein weiterer Beweis für die Sangeskunst von Robert Plant (jawohl, der singt hier wirklich!).

Für den Rezensenten mit Sicherheit eines der besten, sicherlich jedoch das abwechslungsreichste Werk der Band.
In jeder Stimmung anzuhören, was für andere Werke der Gruppe eher nicht gilt (Extreme: "Houses of the Holy" auf der einen Seite, "Presence" auf der anderen); kurzum: es bereichert mit jedem Hören.

Gelobt, wenn man das über ein Album sagen kann; geradezu zum Niederknien, wenn dies für ein Doppelalbum gilt.
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am 8. Februar 2000
Ohne zu zögern bevorzuge ich "Physical Graffiti" gegenüber dem Led Zep Megaseller, dem vierten Album. Erst bei mehrmaligem Hören erschließt sich der ganze Reiz dieses Doppelalbums. Jimmy Page steuerte auf den Songs "Custard Pie" und "Houses Of The Holy" unvergessliche süchtigmachende Riffs bei. "In My Time Of Dying" ist bei rund zehn Minuten Spielzeit eine der packendsten Mini-Hardrock-Opern, mit einer theatralisch-doppelbödigen Darbietung eines Robert Plant in Höchstform. John Paul Jones ließ seine originellen Ideen in Ohrwürmer wie "Trampled Under Foot" einfließen. "Kashmir" ist einer der Led Zep-Klassiker, zu denen man nichts mehr hinzufügen muß. Weiterhin absolut herausragend "Down By The Seaside" und "Sick Again". Was will man von einer der innovativsten Rockbands mehr?
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am 16. August 2012
Das 6. Album dieser Blues-Rock-Legende, erschienen 1975, ist ein Doppelalbum und enthält wieder alle Klangfarben der Band - von riffigen Jams über Rock-Ausbrüche bis hin zu nachdenklichem Gedudel. Es ist ein schöner Spiegel dieser Zeit und lässt einen wunderbar darin versinken. Vor allem aber ist hier der Überhammer "Kashmir" drauf, eine recht lange Komposition mit einem Jahrhundertriff und sattem Groove; das sollte man einfach kennen und ab und zu wieder-hören, wenn man derartger Musik auch nur ansatzweise etwas abgewinnen kann.
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am 30. September 2013
"Physical Graffiti" erschien erstmals 1975 als erstes Doppel beziehungsweise sechstes Studioalbum der britischen Hard Rock Truppe "Led Zeppelin". Eingespielt wurde es in der Formation: Jimmy Page (Acoustic Guitars, Electric Guitars), Robert Plant (Harmonica, Vocals), John Paul Jones (Bass Guitar, Keyboard, Mellotron) und John Bonham (Drums).

"Physical Graffiti" war eine deutliche Veränderung in konsequenter Weise und das merkte man dem Album auch überwiegend positiv an.

Mit dem Begriff "Hard Rock" trifft man dabei ziemlich ins Schwarze. Das Album enthält mit "Custard Pie", "Trampled under Foot" und "Kashmir" drei frühe Klassiker der Briten. Letzterer ist ein im Dunkeln funkelnder Rohdiamant, der fester Bestandteil des Livesets ist (war), während die ersten beiden Songs den kontrollierten Richtungswechsel deutlich machen. Weiters wissen auf der ersten LP-Seite "Houses of the Holy" welches als kleines Gimmick ausgelegt wurde, und das überlange "In my Time of Dying" zu gefallen. "The Rover" klingt zu beliebig und überproduziert in einem selbstbewussten, kraftvollen Gewand.

Auf der zweiten LP-Seite finden sich weitere Höhepunkte mit dem fulminanten, langen "In the Light", dem furiosen "Down by the Seaside", "Ten Years Gone", "Night Flight", "The Wanton Song", "Boogie with Stu" und dem bluesigen Southern Rocker "Black Country Woman". "Sick Again" erachte ich als gutes Durchschnittsmaterial.

Das Album ist für das Jahr 1975 gut produziert. Sicherlich wäre ein Jahrzehnt später qualitativ hochwertigeres möglich gewesen, was mich aber nicht daran hindert, die Höchstwertung zu vergeben.

Fazit: Siehe Überschrift. 5 Sterne!
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