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Kundenrezensionen

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am 29. Januar 2004
...denn dieses wundervolle Album, beginnt mir einem Song, der an sich schon Kaufanreiz genug sein sollte, selbst wenn die anderen Stücke schlecht wären, was sie aber beileibe nicht sind.
THE MUSICAL BOX ist wohl das beste Stück auf dem Album, mit einem wundervollen, cleanem Gitarrenintro, und Melodien, dass es einem kalt dem Rücken runterläuft. Schon beim ersten Hören nahm mich dieses herrliche Prog-Kleinod gefangen und erregte eine wohlige Gänsehaut, und das obwohl der Begriff Ballade für diese kleine Minisinfonie keineswegs zutrifft. Anfangs noch zart, dann aber sehr hart und rockig. Härtemäßig wird sogar THE KNIFE vom Vorgängeralbum übertroffen. Neuzugang Steve Hacket zeigt hier an der Gitarre, sowohl an der akustischen, als auch an der elektrischen, was er draufhat und das ist wirklich beachtlich. Wahrscheinlich neben BAKER STREET MUSE von Jethro Tull und HÈART OF THE SUNRISE von Yes der beste und tiefgründigste Progsong überhaupt. GÖTTLICH.
FOR ABSENT FRIENDS ist dann auch der gesangliche Einstand für Collins, eine herrlich melancholische Ballade, seicht und keinem wehtuend. Leider wirkt dieser Song hier recht deplaziert, errinnert er doch an die seichteren Songs von Genesis aus dem Radio, als eben dieser Phil Collins Gabriel am Mikro ablößte.
THE RETURN OF THE GIANT HOGWEED dann schlägt in eine ähnliche kerbe, wie zuvor THE MUSICAL BOX, sehr aggressiv, allerdings ohne ein dermaßen göttliches Intro. Wahrscheinlich der verrückteste, zerfahrenste und kurioseste Song von Genesis und nicht nur musiklisch makaber (an dieser Stelle verweise ich auf andere Rezensionen). Einfach nur wild und crazy....
SEVEN STONES ist ebenfalls sehr tiefgründig und atmosphärisch dicht geflochten, eingeleitet durch eine wundervoll warm vor sich her röhrende Hammondorgel. Sehr melodisch, allerdings etwas lahmarschig, aber nach THE MUSICAL BOX und dem Auswuchs GIANT HOGWEED braucht das Album eine kleine Atempause. Hätte auf TRESSPASS eine etwas bessere Figur gemacht.
HAROLD THE BARREL ist noch so eine Kuriosität, eher ein Scherz, denn ein ernstes Musikstück. Dennoch sehr unterhaltsam und witzig.
HARLEQUIN ist ähnlich wie FOR ABSENT FRIENDS. Nett, schön, mehr aber auch nicht, bestenfalls Rührselig.
Dann aber:
THE FOUNTAIN OF SALMACIS: Zu diesem Song kann ich nicht viel sagen, ausser dass er vom Intro, welches von einer wundervollen Mellotron und Gitarrenmelodie getragen wird, ein klein wenig an King Crimson erinnert. Dieses wundervolle Kleinod ist dem eigentlich schon nicht mehr überragbaren Eröffnungssong ebenbürtig. Hier lassen sich leichte Remineszenzen von YES heraushören. Besonders rhythmisch ist dieser Song interessant arrangiert, denn ich finde, dass Collins und Rutherford in diesem geheimnisvollem Progwunderwerk ihre wohl beste Leistung der gesamten Bandgeschichte hinlegen. Das Keybord/Orgelsolo könnte von Daft Punk sein, zumindest weiß man jetzt wo die geklaut haben. Das Bass/Schlagzeug-Intermezzo direkt danach ist einfach unglaublich.
Der erste und der letzte Song alleine rechtfertigen also schon einen Kauf des Albums, die anderen Songs als Füller zu bezeichnen wäree allerdings Ketzerei, denn ein ProgRockalbum kennt keine Füller.
Das Booklet trägt dann noch mit seinen tollen Zeichnungen zum überragenden Gesamteindruck bei.
CHEERS!
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am 22. Juli 2003
Nursery Cryme ist immerhin schon die 3. Genesis-Platte, aber für viele ging es da erst richtig los wegen Collins und Hackett. Die Tonqualität ist besser als auf der Trespass und es fällt auch ganz deutlich auf, warum Mayhew gehen mußte; die Art wie der damals erst 20 jährige Phil bei "Musical Box" auf dem Drumkit losgeht, könnte so manchem Speedmetal-Drummer gelb vor Neid werden lassen! Besagter Titel ist ohnehin einer der Besten der alten Genesis, eine Achterbahnfahrt zwischen hauchzarter akustischer Gitarre und flüsterndem Gesang, und im nächsten Moment ein E-Gitarre-Keyboard-Duell Gewichtsklasse Deep Purple und am Ende ein Gesang, der eigentlich schon "Gebrüll" ist, wenn auch etwas zu leise abgemischt. Besonders bei frühen Live-Versionen (wie dem kultigen Auftritt im Belgischen Fernsehen 1972) steigerte sich Gabriel am Schluß oft so in das Lied hinein, daß ihm fast die Stimme versagte vor Wildheit!
Der "Rest" der Platte entwickelt seinen Reiz eigentlich erst nach mehrmaligem Hören, einerseits sehr kurze zarte Lieder wie "For Absent Friends" oder "Harlequin" und andererseits der wohl härteste Genesis-Titel überhaupt: The Return of the Giant Hogweed, eine Moritat über ein Unkraut was hierzulande auf den Namen "Riesen-Bärenklau" hört und unangenehme Erscheinungen wie Sonnenallergie und Verbrennungen verursacht! (also kein Riesenbrombeerstrauch, wie ein anderer Rezensent meinte)
Leider fehlt bei der Studioversion der "Schlachtruf" "GIANT HOGWEED LIVES!!" obwohl er auf dem Booklet erwähnt ist...
Der letzte Titel "Fountain of Salmacis" erinnert in seiner verträumt-kompliziert-verschachtelten Art eher einwenig an YES und ist eigentlich ein sehr schöner Abschluß eines genialen Frühwerkes, wenn auch die CD mit 37 Minuten ziemlich kurz ist und durchaus für das damals bereits existierende, aber erst 73 auf einer B-Seite erschienene "Twilight Alehouse" Platz gewesen wäre...
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am 8. Juli 2009
Nursery Cryme, eine Verballhornung von nursery rhyme (Kinderlieder, Wiegenlieder) zielt mit seinem Blockbuster "The musical box" auf Peter Gabriels eigene Erziehung, die recht verklemmt ablief, wie es sich damals so gehörte. Sein Aufschrei am Ende des Songs "Toch me, Touch me" braucht keinen Kommentar.

Ich saß damals, als das Album herauskam und in SWF3 gegen Nachmittag lief, in einem VW Käfer und wartete auf meine Mutter, die in einer Gärtnerei einkaufte. Ich war gefesselt. Ich spürte, dass diese Musik etwas Neues war, etwas Fremdes, und etwas Gewaltiges. Und so etwas konnte nur aus England kommen. Genesis, die würdigen Nachfolger der Beatles, haben damit eine Art von Musik geschaffen, die in die Annalen der Rockmusik eingehen wird. Abwechslungsreicher, wuchtiger, zum Teil orchestraler Rock, der immer Kontakt zu Folk, Militärmusik, Jazz, Kirchenmusik und Rock'n'Roll hält. Eine Mischung, die meine Wahrnehmung damals überforderte. - Noch heute ein großes Album.

Im Titel "Absent friends" hört man den Leadsänger Nachfolger Phil Collins gekonnt eine kleine Ballade singen. Dass Gabriel das zugelassen hat? Erstaunlich. Dort wurde m.E. schon die Weiche für später gestellt.

"Seven stones" ein kryptischer Text zu einer herrlichen Melodie. Dramatisch und ergreifend. Der Schauer läuft einem den Rücken runter.

"Harold the barrel", witzig, flott, zynisch. Am Ende sogar Lautmalerei, wenn er vom Gesimms runterspringt. Herrlicher Spaß mit Tiefgang.

"The fountain of salmacis". Mellotron und Hammondorgel. Man ahnt den Komponisten Tony Banks. Ein großartiges Stück Musik. Große Mystik.

Und das Cover von Hipgnosis ist auch Geschichte. Was will man mehr. Zeitgenössische Musik, die unsere Fantasie beflügeln kann - auch nach 40 Jahren.
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am 1. Juni 2001
Kopf ab! So wie den enthaupteten Jünglingen auf dem Cover der ,,Nursery Crime" erging es Genesis zum Glück erst 1975. Da beschloß der bisherige Sänger und Texter Peter Gabriel, die Gruppe nach der ,,The lamb lies down on broadway"-Tour endgültig zu verlassen.
Was das für die Band bedeutete, merkt man spätestens heutzutage: Im Radio läuft von den einstigen Meistern poetischer Klänge nur noch unerträglich belangloses Gedudel. Lieder wie ,,Invisible Touch" oder gar das unsägliche ,,Congo" befinden sich kompositorisch wirklich hart an der Dieter-Bohlen-Schallgrenze.
Von welch unerreichbarer, ja fast weltfremder Schönheit sind hingegen die Klänge auf dieser Platte von 1971. Schon der verhalten geheimnisvolle Einstieg zu ,,The Musical Box" entführen auf einen anderen (Musik-)Planeten. Die dann einsetzenden Bassimpulse erzeugen eine Spannung, die jeden gänsehauterzeugenden Psychoschocker veredeln könnten. Die danach einsetzenden Gitarren schicken die Mannen von AC/DC endgültig ins Altenheim. Über allem schwebt die ebenso poetische wie beschwörende Stimme von Peter Gabriel und läßt den Hörer fassungslos und mit offenem Mund vor dem CD-Spieler zurück.
Geht es so weiter? Keineswegs, es kommt ganz anders: Die zweite Nummer ,,For absent friends" könnte ich durchaus auch sonntags neben meiner Omi in der Kirche trällern, so naiv und bescheiden kommen Gitarre und Gesang daher. Und bei ,,Harlequin" tanzen die Blumenkinder barfüßig mit Fußkettchen über die blühende Wiese. Diese Erholung ist auch bitter nötig, denn zuvor hatte Peter ,,Harold the Barrel" vom Fensterbrett springen lassen, und die Musik war mit stakkatohaften Klavierklängen atemlos hinterher gehetzt.
Also Leute, nehmt Vernunft an und kauft diese CD. Ihr werdet mit einem ganzen Kosmos von Klängen und Ideen belohnt. Die japanischen Ausgaben (bei amzon.de ist ,,Nursery Crime" leider nicht aufgelistet) der frühen Werke gibts mit verkleinertem Original-Pappcover.
Schade, daß man Köpfe nicht wieder annähen kann. Aber vielleicht macht die Gentechnik das ja bald möglich...
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am 24. November 2004
Nursery Cryme, 1971 veröffentlicht, ist das erste Album mit Collins am Schlagzeug und Hackett an der Gitarre. Gründungsmitglied Anthony Phillips, dessen Songschreiber-Qualitäten bestens durch die vorangegangene Trespass-LP unter Beweis gestellt worden sind, ist leider nicht mehr dabei. Die neue Besetzung legt sich jedoch mächtig ins Zeug und führt uns in der Musical Box in Ihre eigene Sound-Welt ein. Großartige Wechsel zwischen ganz ruhigen Gesangs- und harten Riff Passagen ist das Markenzeichen dieses langen Stückes. Hier führen Genesis ihren eigenen Prog-Rock im fulminanten Stil durchgängig durch das ganze Album. Diese LP war besonders in Italien sehr erfolgreich und die Band stand damals kurz vor Ihrem endgültigem Durchbruch. Das Nachfolgealbum Foxtrot festigte Ihren Status...
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am 14. September 2009
Dieses Album kenne ich schon, seit es auf den Markt gekommen ist. Hundertfach angehört als LP. Diese remastered Version setzt noch ein Sahnehäubchen obendrauf. Mit der entsprechenden Stereoanlage erhält man hier eine deutlich höhere Transparenz, Ortbarkeit und hat das Gefühl, das jemand den Staub auf dieser alten Aufnahme weggeblasen hätte.
Nursery Cryme gehört sicherlich sowieso zu den besten Alben, die Genesis jemals aufgenommen hat, sogar zu den besten überhaupt. Extrem phantasievolle Kompositionen, wie sie heute kaum noch (oder gar nicht mehr) erschaffen werden. Mal kraftvoll, mal leise taucht man hier in eine musikalische Welt und erkennt, dass hier noch mit Liebe zum Detail gearbeitet wurde und der mögliche Profit und die Verkaufszahlen nicht der Vater des Kreativität war.
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am 19. Februar 2014
Fernab jeglicher Kommerzialität veröffentlichten Genesis im Herbst 1971 ihr zweites Prog-Rock-Album unter dem Titel NURSERY CRYME, das sich allen Klischees klassischen Progressive Rocks bediente. Phil Collins und Steve Hackett hießen die neuen Mitglieder hinter dem Schlagzeug bzw. der Gitarre und jetzt schien es für die Gruppe erst richtig los zu gehen. Im Vergleich zur leicht unausgewogenen TRESPASS haben die Engländer an Abwechslungsreichtum und Variaton kontrastreicher, feiner Klangteppiche nachgelegt, die ständigen Tempiwechsel vom Vorgängeralbum wurden jedoch im Zaum gehalten. Hier klingt noch alles frisch und es gibt drei epische, gänsehauterregende und tiefgründige Progressive-Rock-Songs denen im Repotroire der Gruppe auch heute noch eine besonders hohe Stellung eingeräumt wird:
THE MUSCIAL BOX ist neben SUPPER'S READY und dem virtuosen FIRTH OF FIFTH der wohl beste und epischte Song den Genesis je aufgenommen haben. Mit cleanen Gitarren und Gabriel's Gesang beginnend, geht der Song nach dreieinhalb Minuten in eine Achterbahnfahrt der Gefühle über, unterlegt von dezenten Keyboardteppichen und angenehm vor sich hin röhrenden, treibenden Gitarrenparts. Am Ende klingt das Stück aggressiv und straight nach vorne gehend aus. FOR ABSENT FRIENDS erklingt als akustisches Gitarren-Intermezzo mit zartem Gesang von Peter Gabriel. Leider wirkt dieses Experiment nach der großartigen Eröffnungsnummer leicht deplaziert und belanglos vor sich hinplätschernd. Es schließt sich RETURN OF THE GIANT HOGWEED an, bei welchem sich Gitarre und Keyboardpassagen vereinen, ehe der Track in eine wunderschöne Klaviereinlage von Tony Banks und dann den zerfahrenen, wilden Endteil übergeht. SEVEN STONES folgt als stilistisch TIME TABLE (Foxtrot) ähnlicher Song, allerdings ohne ähnliche aggressive Gitarrenlines wie der vorangegangene Track zu erreichen. Ein durchschnittlich guter Prog-Rock-Song zum Entspannen oder Autofahren. Das humorvolle HAROLD THE BARREL beginnt als dreiminütige Verschnaufpause mit interessant arrangierten Melodien und tollem Text, ehe sich das zweite Akustik-Experiment des Albums - HARLEQUIN - anschließt. Leider fällt auch dieser Song zu den überragenden Ersten ab.
THE FOUNTAIN OF SALMACIS ist ein weiterer Progressive Rock Song voller Tiefgang. Schöne Klavierpassagen variieren mit einem stringenten Gitarrensolo von Neuling Steve Hackett, der zeigt, was er an der Gitarre alles drauf hat. Ein einfach strukturiertes Riff durchzieht das Stück und endet mit einem sanft-schwebenden Outro. Wer TRESPASS mag wird NURSERY CRYME lieben. KAUFEN!
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Im November 1971 erschien das 3. Album von Genesis namens "Nursery Cryme". Es ist zudem das 1. Album mit Steve Hackett (Guitars) und Phil Collins (Drums & Vocals). Ausserdem waren natürlich am Start Peter Gabriel (Lead Vocals & Flute), Tony Banks (Keyboards) und Mike Rutherford (Bass & Guitars). Produziert wurde die Platte von John Anthony.

"Nursery Cryme" (ein Wortspiel der Namen `Nursery Rhyme` und `Crime`) ist die eigendliche Geburtsstunde der Band, wurde doch hier die Progessive Rock-Phase der Band gegründet, für die sie noch von vielen Fans heutzutage verehrt werden. Durch den input von Steve Hackett und Phil Collins (handwerklich und kompositorisch) markiert das Album eine deutliche Weiterentwicklung zu dem Vorgänger "Trespass" (1970).
Dies kann man am besten an den Songs `Musical box` (über 10 Minuten lang und einer DER Klassiker der Band) und `The return of the giant hogweed` festmachen. Traumhaft schöne Soundcollagen, bombastische Keyboards und rockige Gitarren und dazu der einzigartige Gesang und Sprechgesang von Peter Gabriel. Die Platte ist aber auch sehr abwechslungsreich wie man z.b. an den ruhigen Songs `For absent friends` und `Seven stones` (hätte auch gut auf/zu "Trespass" gepasst) erkennen kann. Hier hören wir viel Akustische Gitarren. Mein Spezialtipp ist `The fountain of salmacis`. Dieses Lied zeigt sehr schön auf, was man von Genesis in den nächsten Jahren zu erwarten hatte. Aber bereits hier hat die Gruppe eine Nische irgendwo zwischen Pink Floyd, ELP und Yes gefunden.

Nur mit Blick auf die noch besseren/stärkeren Nachfolger "Foxtrot" und "Selling England By The Pound" kann ich mich bei "Nursery Cryme" noch nicht zu der Höchstnote durchringen, ein gutes 4 Sterne Album ist aber ganz sicher. Licht aus, Kopfhörer auf und lasst die tolle Musik auf euch wirken.
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am 19. April 2012
Nursery Cryme · Genesis

[Diese Besprechung bezieht sich allein auf die »klangtechnische« Komponente der Neuauflage 2009]

Muss man Aufnahmen wie die alten Genesis-Klassiker auf ihren musikalischen Gehalt hin überhaupt noch rezensieren? Sicher nicht. Sie haben die musikalische Entwicklung, dem vertonten Erzählen von Geschichten und Gedichten seit Erscheinen in den frühen 70ern einen neuen Maßstab gesetzt. Deshalb: Like it - or not ....

Der besondere Umstand dieser ReMaster-Arbeiten sind aber dann doch die eine oder andere Erwähnung wert.
Denn wer wünscht sich nicht, gerade die alten Schätze in möglichst ungetrübter Brillianz über den Hörsinn wieder auferstehen zu lassen?

Und eines vorweg: Nick Davis ist für den Job gerade dieser Aufnahmen grundlegend allererste Wahl. Wer möchte, darf gern in den Genesis-Annalen nachlesen, in welchem »Zustand« sich diese ersten drei Alben (nach 'Genesis to revelation') befanden. Nur mit Elan, viel Idealismus und ausgiebiger Tüftelei lassen sich solche Ergebnisse wie hier vollbringen. Nie hat jemand je Gabriel's Stimme und Flötenparts, Mike's Bassmuster, Hackett's einfühlsame Slide's wie Akustik-Tapp's oder Tony's Effekte und Piano-Anschläge _so_ detailliert vernommen wie bei dieser Edition. Man versteht Textzeilen nun auf Anhieb fein aufgelöst, auch ohne jede Kenntnis der Stücke.

Nur: Warum, ja warum lieber Nick Davis, separiert man Instrument für Instrument, legt neue Spuren an, entrauscht, verfeinert, macht einen neuen Abgleich usw., und beachtet bei so viel Aufwand am Ende dennoch die Grundtoncharakteristik der einzelnen Werke nur noch am Rande !? »Selling England by the pound« ist soundcharakteristisch ein Klavieralbum, wirkt aber hier bei etwa 1000/2000 Hz angehoben, als wolle man mit Ach und Krach eine Gitarrenlastigkeit hervorpressen. Das führt dazu, dass man »Selling '« als völlig verfremdet empfinden muss. Collins' Hi-Hat und Becken scheppern hier sehr nervtötend, von dessen Absicht die Originale und vorherigen Auflagen nichts kundtun. Schlimmstes und für den Ausführenden schmerzhaftester tontechnischer Eklat: »Trespass« (ein Beispiel voller Spieltrieb des Tonmeisters und deshalb besser _ohne Worte_). Gefolgt von (ebenso schmerzhaft) »Lamb lies down on Broadway«. Hier drängt sich der Eindruck auf, dass der Titel sich erfüllen könnte, wo es doch die ausgeglichene tonale Weide nicht mehr gibt, sprich die Verkennung der Instrumentengruppen in ihrer neu definierten Lastigkeit an vielen Stellen keine wirkliche Grundharmonie mehr _zueinander_ finden wollen . Begleitet zudem von Effekten aus der digitalen Spieldose, die bestenfalls in die Puppenstube eines Spaß-Audio-Fricklers gehören; aber doch bitte nicht in die ernsthafte Veröffentlichungsliste renommierter Plattenfirmen [!]. Es sei denn, um die _Zumutbarkeit_ von Hörgewohnheiten direkt am Klientel zu erforschen.

Ausnahmen? Ja! : Die hier vorliegende »Nursery Crime«. Dieses grottenschlechte Ur-Master leuchtet mit kleinen Abstrichen wie ein unbeabsichtigter Stern aus dem Rudel der neuaufgelegten Verfehlungen noch sehr basistreu hervor. Eine echte Pionierarbeit! Auch »Foxtrott« ist in groben Zügen sehr gelungen. Wenn da nicht die Verfremdungen (um nicht das Wort 'Entstellungen' zu verwenden) von Gabriel's Stimme und zwei, drei andere EQ-Effekte auftauchten. Unverschont auch: 'Supper's ready'. (PS: Lieber Nick, jeder Zuhörer bekommt mit, dass Peter in vielen Stücken mehrere Figuren darstellt. Sicher ist die Verdummung heute weit fortgeschritten. Doch Zuhörer solcher Genres werden von dieser Welle aufgrund ihrer Aufmerksamkeit schlicht so schnell nicht erfasst, dass ihnen das Gen zur Unterscheidung abhanden käme ... ! )

Phil Collins, der Titel nach der Gabriel-Ära wie »Invisible touch« für seine größte Errungenschaft hält, wird man nach solchen Kriterien nicht befragen. Dass Peter Gabriel verständlicherweise mit nahezu 40jährigem Abstand diese Arbeiten heute ohnehin für »etwas bessere Ausflüge einer Schulband« wertet, wird ebenfalls kaum dazu beitragen können, ernsthafte Grundlagen in der Sache zu schaffen. Der einzig bleibende Wert ist also jener der Zuhörerschaft.

Was also tun? Man wagt ja nicht zu hoffen, dass Virgin sich bei Amazon umschaut und ausgerechnet Auslobungen wie diese ernsthaft zur Kenntnis nimmt.
Der Appell von jemanden, dem diese Aufnahmen ein Anliegen und Inbegriff musikalischer Grundlagen sind, lautet dennoch: Die neu erworbene Substanz beibehalten, Effekte bitte wieder zurückfahren - sprich _entfremden_ und charaktergetreu neu mischen. Auch von Vorteil: Ein qualifizierter Beirat, der diesen Aufnahmen mit Herzblut nahesteht.

Bis zum Erscheinen der neuen ReMaster begnügen wir uns gern mit dem Vorhandenen - bevorzugt die ReMaster Edition vom gleichen Tonmann aus dem Jahre 1994.

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01 The musical box · 02 For absent friends · 03 The return of the giant hogweed · 04 Seven stones · 05 Harold the barrel · 06 Halrequin · 07 The fountain of salmacis

Mike Rutherford [bass, cello, 12str acguit, bvoc]; Phil Collins [dr, perc, bvoc]; Steve Hackett [eguit, 12str acguit]; Peter Gabriel [voc, fl, perc, accordion, bass dr, tambourine]; Tony Banks [org, mellotron, piano, guit, bvoc] ... John Anthony/David Hentschel [prod/engineer];

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Andere Alben, auf welche diese Rezension ebenfalls Bezug nimmt:

' Trespass (1970/DRM 2009)
' Foxtrott (1972/DRM 2009)
' Selling England by the pound (1973/DRM 2009)
' Lamb lies down on Broadway (1974/DRM 2009)

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Klangqualität: 4-5 Sterne
Eigenständigkeit: 5 Sterne
Interpretation: 5 Sterne
ReMaster: 1-5 Sterne
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© apostrophé 2012

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Bewertungslegende:

* * * * * = Hervorragend bis Außerordentlich
* * * * _ = Gut bis sehr gut
* * *_ _ = Mittelmäßig bis Zufriedenstellend / Neutral
* *_ _ _ = Minderwertig bis Dürftig
* _ _ _ _ = Leider Unzureichend

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44 Kommentare|7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. Juni 2014
"Nursery Cryme" von 1971 ist das 3. Album von Genesis und das erste in der klassischen Besetzung mit Gabriel, Hackett, Rutherford, Banks und Collins. Und ich kenne kaum vergleichbare Musik die mich so packt und gleichzeitig zum mitwippen und staunen bringt.
Unfassbar was diese Herren komponiert haben.
Der Opener "The Musical Box" ist ein Klassiker und das Paradebeispiel der Genesis-Musik aus den 70ern. Das sich langsam steigernde Stück, welches in der Mitte zu einem harten Rocker mutiert und anschließend wieder abebbt um danach wieder an Fahrt aufzunehmen. Grandios. "The Return Of The Giant Hogweed" beginnt mit Steve Hackett's Tapping-Einlage (7 Jahre vor "Van Halen"!) und rockt dann weiter durch ein 8 minütiges, vertracktes, subtil komponiertes Stück Musik. In "The Fountain Of Salmacis" kann vorallem Tony Banks an den Tasten überzeugen. Aber auch die restlichen Songs wie das kurze, von Collins gesungene, Stück "For Absent Friends" oder das von Gabriel und Collins im Harmonie-Gesang vorgetragene "Harlequin" fügen sich gekonnt in das Album ein, sodass es trotz der langen Stücke unglaublich abwechslungsreich ist. Ebenso das lässig, swingende "Harold The Barrel" und das mystische "Seven Stones". Hier fällt kein Song ins Mittelmaß
"Nursery Cryme" ist eine ausgeklügelte, hochmusikalische Platte in die man sich reinhören muss. Zum Nebenbei hören ist sie eigentlich nicht geeignet. Großartige Musik
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