weddingedit Hier klicken muttertagvatertag Cloud Drive Photos Kamera16 Learn More madamet designshop Hier klicken Fire Shop Kindle Sparpaket Autorip GC FS16

Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen12
4,3 von 5 Sternen
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 1. Februar 2009
Regisseur Andreas Coerper wollte der Frage nachgehen, ob sich achtzehn Jahre nach der Wiedervereinigung in Ostdeutschland neues Leben entwickelt habe. Dazu suchte er jemanden, der im dreißig Kilometer-Radius ums Berliner Stadtzentrum wandert und mit den Leuten spricht, die ihm begegnen. Er fand Martin Sonneborn, ehemals Titanic-Chefredakteur und für Krawallsatire bekannt (hat u.a. mit Bestechungsfaxen die Fußball-WM nach Deutschland gebracht).

Sonneborns Weg führt über eine alte Eisenbahnbrücke, wo ihm ein Nudist den Weg versperrt, in eine Siedlung aus Fertighäusern, wo er das einzige Prozent Ostdeutscher sucht, die dort leben sollen, und an einen Platz, an dem Hundekotbehälter eine NS-Gedenkstätte umsäumen. Er übernachtet in einer Wohnwagensiedlung, die nach der Wende aus dem heutigen Berlin-Mitte aufs Land verfrachtet wurde, erfährt von Jugendlichen in Berlin-Marzahn, dass die DDR "Krieg" gewesen sei, trifft einen Misanthropen, der eine Baumschule betreibt, einen entrückten Gottesanbeter im Wald und schließlich Chinesen, die sich in Potsdam aufgrund von Sprachschwierigkeiten suggerieren lassen, dass sie, haha, bereit seien, ganz Deutschland platt zu machen.

Was bei "Heimatkunde" zunächst auffällt, ist die feine Erzählstimme aus dem Off mit dem ironisch ausgefeilten Text, die das Geschehen kommentiert. Verschleppte, verzerrte Gitarrentöne und eine abwechslungsreiche Kameraführung schaffen eine äußerst angenehme Stimmung. Überhaupt bietet "Heimatkunde" herrlich trostlose Bilder von verrottenden ehemaligen Schweine-LPGs, bizarrem Brachland, traurigen Landschaften und eigenwilligen Siedlungsformen. Sonneborn beschränkt sich auf knappes Nachfragen und pointiertes Stichwortgeben, verzichtet weitgehend darauf, die Menschen bloßzustellen.

Nach dem Film stellte sich Sonneborn den Fragen des Publikums im Dresdner Filmtheater Schauburg. -- Was leider zu einer eher peinlichen Selbstdarstellung geriet, in der Sonneborn ungefragt sämtliche Uralt-Titanic-Witze über den Osten ausgrub und für seine Spaßpartei warb. Er präsentierte sich als fleischgewordene Attitüde, an der alles abprallt. Sympathisch geht anders. Dafür reichte er den Blumenstrauß, den er von den Veranstaltern bekam, einer stadtbekannten redseligen Rentnerin in der ersten Reihe weiter. So ging der Film noch weiter, irgendwie.
0Kommentar|24 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. April 2009
Martin Sonneborn, bekannt als angehender Bundeskanzler, Buchautor und Satire-Spezialist, war wandern. Im Auftrag von Dokumentarfilmer Andreas Coerper umwanderte er in "Heimatkunde" Berlin , stets auf der Suche nach Meinungen, Erinnerungen und Anekdötchen "von drüben". Sie stellen fest: die Mauer, sie existiert in den Köpfen noch. Und so trifft Sonneborn lauter Menschen, die größtenteils die Klischees bedienen, die sogar ich (als jemand, der nach dem Mauerfall geboren ist) gut kenne. Sie erzählen, dass drüben eben nicht alles schlecht war, Wessis meistens hochnäsig und arrogant auftreten und all sowas. Hihi.

Dazwischen macht er sich auf, historische Altbauten aus DDR-Zeiten zu besichtigen. Beispielsweise findet er eine ehemalige NVA-Kaserne, die nun als Asylantenwohnheim fungiert. Alles natürlich jederzeit unterlegt mit den ironischen Tönen des Off-Sprechers. "Üble Ossi-Hetze" titelte eine Berliner Zeitung zum Kinostart des Films, doch ganz so dramatisch ist es natürlich nicht. Als Satiriker weiß Sonneborn eben, was er den Leuten als Stichwortgeber zusprechen muss, um aus den Menschen das herauszukitzeln, was er hören will. Doch herablassend oder fies wird er dabei nie. Es sind die Menschen mit ihren Geschichten, die sich in gewisser Weise selbst bloßstellen; verstärkt wird dies durch clevere Kameraführung, Schnitte und Kommentare vom bereits erwähnten Off-Sprecher. Aber alles noch im Rahmen, finde ich.

Es wirkt im trostlosen Brandenburg alles so authentisch, dass ich mal vermuten möchte, dass sogar die zwei jugendlichen Mädchen, die Sonneborn nachts rauchend auf der Straße trifft und erzählen lässt, dass die "DDR war sowas wie Krieg" war, "echt" waren. So kommt der Film zum Fazit, dass wir wieder eine Mauer brauchen - und wenn es Chinesen sind, die an der Stelle der ehemaligen Mauer zwischen Ost und West eine Kopie der Chinesischen Mauer errichten. "Natürlich nur aus touristischen Gründen", so das Schlusswort. Da lacht das Satire-Herz und freut sich über eine launige Dokumentation, die zwar kein Meisterwerk ist, aber vor allem dank seiner süffisanten Alltagskomik durchaus gefällt.

Zumindest mir, als Wessi.
0Kommentar|14 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. April 2009
Auch wenn man als Aussenstehener (Österreicher) glaubt, dass die Trennung nach 20 Jahren überwunden ist, wird man vom Film "Heimatkunde" eines Besseren belehrt.

Ich habe mir den Film mit meiner Frau (Frankfurt/Main) angeschaut und er hat uns gut gefallen. Er ist zwar sehr amüsant, aber an keiner Stelle bösartig.

Und bei manchen Geschichten von der Bonus-DVD haben wir uns gefragt, warum die es nicht in den Hauptfilm geschafft haben...
0Kommentar|8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
HALL OF FAMETOP 500 REZENSENTam 28. Dezember 2010
Martin Sonneborn kennt man von der TITANIC oder als PARTEI-Gründer. Hier betätigt er sich mal als Ethnologe im Feld. Wo? Rund um Berlin - also vorwiegend in Brandenburg. 1x umwandert er die Bundeshauptstadt und trifft allerlei Menschen am Wegrand oder in ihren Wohnungen.
Sonneborn fühlt den Menschen auf den Zahn und findet so eine Menge über die Befindlichkeiten in einem Land heraus, das seit 20 Jahren wiedervereinigt ist.
Wen trifft er? Einen Nudisten, der sich auf einer maroden Eisenbahnbrücke sonnt, eine Menge "Wessis" in einer brandenburgischen Fertigbausiedlung (99% Bewohner aus dem Westen!), einen Modelleisenbahner, einen bayerischen Bürgermeister, der in einem brandenburgischen Dorf ein Mahnmal und zwei Hundetoiletten einweiht (Bürgermeister: "Meines Erachtens ein großer Wurf!"), ein Ehepaar in einem Garten mit Minipool (eine sehr lustige Szene, in der Sonneborn dem frechen Gastgeber ordentlich Paroli bietet: "Ich finde, dass Sie eine große Nase haben!" - diesen Spruch muss man sich einfach merken :), Chinesen, die versuchen ein riesiges Spielgerät (ein Schiff) vor ihrem Chinarestaurant aufzubauen (auch sehr lustig! Vor allem wenn es um das deutsche Rentensystem und seine Mängel geht - "3 Kinder? Schon Kopfweh! 4 Kinder? Macke!"), eine Frau, die einst direkt an der Mauer wohnte, Jugendliche an einer Tankstelle, zwei Mädels, die nachts durch ihren Ort streifen und nicht mehr so genau wissen, was die DDR eigentlich war ("und dann gab's da noch das andere Land. Die BDR!" "Du meinst BRD?" "Ja!") u.v.m.
Natürlich nimmt Sonneborn mache Leute auch auf die Schippe. Der gute Mann ist Satiriker! Aber ich finde, dass es sich ziemlich in Grenzen hält. Ich hätte eigentlich Schlimmeres erwartet.
Schön fand ich übrigens auch die vielen Luftaufnahmen.
In den letzten 3 Wochen haben wir uns die DVD (aus der Bücherei) mehrmals angesehen und man findet immer wieder witzige Momente!

Fazit:
Wer Sendungen wie "Gernstl unterwegs" mag und sich für den Alltag in Ost und West (Berlin) interessiert, wird hier glücklich! Ein toller Film, den man sich auch öfter ansehen kann - man entdeckt immer wieder Neues. Und die Weisheiten vom Wegesrand (ich nenn das jetzt mal einfach so) haben teilweise Kultcharakter :)
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. Juni 2012
Es handelt sich hierbei nicht um den üblichen sehr hochwertigen Humor des Parteichefs. Im Film geht es wirklich lediglich um Sonneborns Berlinumrundung und um Gespräche mit Leuten, denen er dabei über den Weg läuft.

Alles in allem trotzdem ein sehr unterhaltsamer Streifen und - sollte er mir geklaut werden - ich würde ihn wieder kaufen! :)
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. April 2011
Das sollte man sich wirklich unbedingt anschauen. Hier wird jedes Klischee bedient und sämtliche Vorurteile aufs Korn genommen.
Selbst beim zweiten Anschauen kommen neue Details hinzu.
Bitte mehr davon.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Februar 2010
Die Filmmusik, der Plot - da stimmt einfach alles. Der Hauptdarsteller Martin Sonneborn schafft es, und dass ist eine der vielen Vorzüglichkeiten, in brenzlichen Situationen die Coolness zu bewahren, und das extrem Besondere: Er stellt die Befragten nicht bloß. Oder lässt sie blöd dastehen. Die Szenen wirken herrlich natürlich, entbehren der exquisiten Komik nicht, und vermitteln in einer Dichte Gemütsverfassungen und Stimmungen, dass es spannend ohne Unterlass ist.

Fazit: UNBEDINGT KAUFEN! Eignet sich sehr gut auch zum Verschenken.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. Dezember 2009
Martin Sonneborn in Höchstform... Er zeigt eindrucksvoll, dass die reale Mauer zwar weg ist, während die Mauer in den Köpfen der Ossis/Wessis/Deutschen gewachsen zu sein scheint in den letzten 20 Jahren.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. Juli 2010
...durch die unsympathie von Martin Sonneborn.

ich hatte mich gefreut auf eine stimmungsvoll triste, bissige doku.der
schauplatz dafür war perfekt: eine 250km lange wanderung durchs
berliner grenzland.
wen Martin Sonneborn dort alles angetroffen hat, welche stimmungen
einfangen wurden, ich war gespannt.

leider hatte ich nicht damit gerechnet dass mir der protagonist
dermaßen unsympathisch sein könnte.

ich kann sehr wohl satire und persönliche überheblichkeit
unterscheiden.
den ganzen film habe ich versucht darüber hinwegzusehn... als Martin
Sonneborn allerdings einen betenden mann störte der offensichtlich ruhe
suchte gelang mir das nichtmehr.
erst nach längerem bohren von Sonneborn öffnete sich ihm der mann
vertrauensvoll, erzählte ihm zu wem er betete, warum er die ruhe sucht
und wurde dafür von Sonneborn auf ganzer linie vorgeführt.

wenn Das jemand satire nennen möchte- bitte. meiner meinung nach sollte
sich satire, statt solcher kindischer sticheleien gegen leute die nur
ihr ding machen ohne anderen zu schaden, eher gegen gesellschaftliche
missstände richten, gegen faschismus, übertriebenen patriotismus,
narzissmus, spießigkeit usw.

es hätte eine schöne doku werden können, gerne auch mit berechtigten
seitenhieben, die es natürlich auch gab, endete für mich aber dennoch
in einem ärgernis. jemanden der nicht in der lage ist auf menschen
unvoreingenommen zuzugehen, sondern bei themen die ihm fremd sind
zynisch und engstirnig reagiert, den möchte ich nicht losziehen sehn um
leute zu interviewen....
0Kommentar|12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. August 2009
... wird hier vorgeführt - die Menschen entlarven sich selbst! Unglaublich böse und zugleich philanthrop.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden