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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tjaaa....
...man ist fast geneigt zu behaupten, daß es so was schönes wie dieses Ausnahme-Album nicht mehr gibt, aber wenn man fair ist, dann findet man doch noch die eine oder andere Perle im Einheitsbrei der heutigen s.g. Art-Rock Bands. Aber zur Kritik:
Negative Kritik kann man hier nun wirklich nicht anbringen. Perfekte kompositorische Fähigkeiten paaren...
Veröffentlicht am 10. Juli 2005 von Fugazi

versus
2 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sie wurden noch besser
Marillions Debutalbum "Script for a Jester's Tear" ist mit Sicherheit ihr ausufernstes, Prog-lastigstes Album. Aus diesen Gründen mögen Prog-Fanatiker jubeln, mir kommen allerdings die Songstrukturen zu kurz und ein wenig mehr Kompaktheit und dazu noch griffigere Melodien hätten den Songs gut getan. Ein schlechtes Album ist Script.. aber auf keinen Fall,...
Veröffentlicht am 10. September 2007 von Matthew77


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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tjaaa...., 10. Juli 2005
Von 
Rezension bezieht sich auf: Script for a Jester's Tear (Audio CD)
...man ist fast geneigt zu behaupten, daß es so was schönes wie dieses Ausnahme-Album nicht mehr gibt, aber wenn man fair ist, dann findet man doch noch die eine oder andere Perle im Einheitsbrei der heutigen s.g. Art-Rock Bands. Aber zur Kritik:
Negative Kritik kann man hier nun wirklich nicht anbringen. Perfekte kompositorische Fähigkeiten paaren sich auf dem vorliegenden Album mit sinnlich metaphorisch performter Lyrik. Fish gelingt es mit viel Pathos und Leidenschaft Gefühle wie Sehnsucht, Weltschmerz aber auch Wut und Frust, Angst und Trauer rüberzubringen. "Script..." ist mit Abstand das Beste Album von Marillion - meiner Meinung nach. Denn nie wieder ist der Band gelungen ihre Songs dermaßen leidenschaftlich zu gestalten, wie hier.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wow--Was für ein Debut!!!, 5. November 2006
Von 
Child in time - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Script for a Jester's Tear (Audio CD)
1983 sah` es ziemlich mau mit dem Prog Rock aus. Genesis machten, zwar sehr erfolgreich, eher Pop Musik, Pink Floyd gab es als Gruppe eigendlich nicht mehr (eher ein Roger Waters Projekt), Yes feierten gerade ein Comeback, aber mit viel poppigeren Songstrukturen als noch 10 Jahre vorher. Man kann also sagen, die Welt hat nur auf Marillion gewartet. Durch eine Maxi-Single aus dem Jahr 1982 und Demotapes, die im Umlauf waren, kannten viele diese tolle Gruppe schon. Somit konnten sie mit ihrer ersten (damals noch) LP direkt voll punkten.

Von den 6 Orginaltiteln waren direkt 4 über 8 Minuten lang. Der Sänger Fish (Derek W. Dick) sang so gefühlvoll, wie man es seit Peter Gabriel nicht mehr gehört hatte. Die anderen 4 Musiker (u.a. Mick Pointer, der jetzt bei ARENA an den Drums ist) standen ihm an ihren jeweiligen Instrumenten in nichts nach. Für ein Erstlingswerk war die Platte auch prima durch Nick Tauber und Simon Hanhart produziert. In England kam "Script For A Jester`s Tear" auch direkt in die Top Ten. Auch in Deutschland wurde sofort eine große Popularität erreicht.

Als Anspieltipp kann man nur die ganze Platte angeben, da jeder der Songs überragend ist. Ich nenne jetzt mal stellvertretend den Titelsong und `Forgotten sons`, welche an Gefühl und Eindriglichkeit kaum noch zu überbieten sind, daher wurde in den folgenden Jahren auch immer wieder der Vergleich zu Genesis mit Peter Gabriel gezogen. Darüber war die Gruppe nicht ganz glücklich, besonders Fish reagierte schon mal gereizt über die häufigen Vergleiche. Meiner Meinung nach brauchten Marillion diesen Vergleich nicht zu scheuen, ganz im Gegenteil.
5 fette Sterne für einen der Klassiker des Prog Rock.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen MARILLION - SCRIPT FOR A JESTER'S TEAR - Ein Stück Musikgeschichte, 28. November 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Script for a Jester's Tear (Audio CD)
"So here I am once more, in the playground of the broken hearts."

Der Beginn einer legendären Band im Bereich des Neo-Prog. Schon von den ersten Takten ist klar, dass diese Band etwas Besonderes ist. Von dem geflüsterten ersten Satz bis hin zum letzten Ton von FORGOTTEN SONS, beweisen MARILLION, dass sie tatsächlich die legitimen Nachfolger großer Bands aus dem Bereich der progressiven Musik sind, wie etwa GENESIS zu Zeiten von PETER GABRIEL. Aber Parallelen und musikalische Anknüpfungspunkte bedeuten nicht automatisch, dass es sich hier um dieselbe Art des Musikmachens geht. Vielmehr kann man MARILLION anmerken, dass die Art von GENESIS aber auch den anderen britischen Prog-Urgesteinen wie YES einen Eindruck darauf hatte, wie die Band selber Musik macht.

Getragen wird die Musik von den sphärisch-elegischen Keyboards von MARK KELLY, den lyrisch-verträumten Gitarren eines STEVE ROTHERY, dem akzentuierten, präzisen und stets melodischen Bass-Spiel von PETE TREWAVAS über den sehr zurückhaltenden Drums von MICK POINTER (heute ARENA). Darüber thront die Stimme von DEREK DICK alias FISH, der zu den ausdrucksstärksten und emotionalsten Sängern des Genres gehört. Auch von seiner sehr extrovertierten und farbenfrohen Art ähnelt er dem GENESIS-Ursänger PETER GABRIEL.

Und auch die Lyrics erinnern in ihrer phantasievollen Art an die frühen GENESIS. Die Texte erschließen sich häufig nicht offensichtlich, und bieten damit für jeden Hörer individuelle Möglichkeiten der Interpretation. Die Themen bedienen die gesamte Palette der menschlichen Emotionen - von Selbstzweifeln, Entfremdung, Herzschmerz aber auch den Folgen des Drogenmissbrauchs, die Probleme eines Soldaten (auf der einen Seite als Person als auf der anderen Seite auch des Befehlsempfängers) und eine augenzwinkernde Betrachtung des Standeswesens.

Die Musik ist nicht progressiv im Sinne von allzu komplexen Rhythmen und vertrackten Metren, auch die einzelnen Instrumentalisten legen in ihren Soli keinen Wert auf technische Kabinettstückchen, sondern sind immer songdienlich. Bei MARILLION steht stets der Song im Vordergrund, dem alles untergeordnet wird. Darüber geht aber nie die Spielfreude verloren, es ist in diesem Rahmen aber auch Platz für schöne, manchmal auch gedankenverlorene Soli und minutenlange rein instrumentale Passagen.

Produzent NICK TAUBER und Mixer SIMON HANHART verschafften MARILLION schon 1983 einen wunderbaren warmen und erdigen Sound, der hervorragend zu den instrumentalen Eigenschaften der Musiker passt und dem Ganzen dadurch zu einem wohlig-warmen Gefühl der Intimität beim Zuhören führt.

Den Namen borgten" sich MARILLION von Fantasy-Autor JRR TOLKIEN (Herr der Ringe) und dessen Buch THE SILMARILLION, das die Vorgeschichte zu THE LORD OF THE RINGS bildet. Auch hier könnte man was die Ideenvielfalt, lyrische Ausdruckskraft, Detail-Verliebtheit, epischer Breite, Humor und Freude Parallelen feststellen.

Auch im Artwork für das Album (von Mark Wilkinson) wird schon eine Konstante für die folgenden Alben gelegt: der traurige Narr (JESTER), den FISH live oft auch selbst darstellte mit Make-up und Verkleidung. Aber die Farben seines Kostüms verblassen bereits, so dass eher eine düstere Figur zurückbleibt, was auch eher zu der düsteren Stimmung vieler Songs passt.

Wer sich auf MARILLION einlassen will, sollte viel Zeit mitbringen, denn viel zu häufig wird die Band auf einen Song (KAYLEIGH von MISPLACED CHILDHOOD) reduziert, der zu DEN Pop-Songs der 80er-Jahre gehörte, aber nicht wirklich repräsentativ für das musikalische Schaffen der fünf Schotten ist. Vielmehr braucht man als Hörer Geduld, um die Musik der Band in all ihren Schichten zu erfassen. Aber Freunde von Bands wie PINK FLOYD und den bereits mehrfach erwähnten Ur-GENESIS oder aber eines PETER GABRIELS könnten hier noch mehr Futter für ihre Sinne finden - und SCRIPT FOR A JESTER'S TEAR ist der beste Einstiegspunkt.

Das Album wurde 1997 neu aufgelegt, zusammen mit einigen B-Seiten, raren Demo-Aufnahmen sowie der ersten Single der Band MARKET SQUARE HEROES (veröffentlicht 1982, Platz 60 in den britischen Charts), die überraschenderweise auf keinem regulären Album der Band zu finden war, aber dennoch in keiner Sammlung fehlen sollte, denn der Song ist einfach exzellent. Bei den weiteren Songs auf der zweiten CD wird zudem deutlicher als noch auf der ersten Seite, warum MARILLION lange als GENESIS-Klone verschrien waren. Insbesondere Stücke wie THREE BOATS DOWN FROM THE CANDY mit leichten Anklängen an die GENESIS-Alben FOXTROT oder aber auch an WIND AND WURTHERING oder aber das 19-minütige GRENDEL, das in etwa die MARILLION-Variante des GENESIS-Klassikers SUPPER'S READY ist. Aber spätestens mit dem Nachfolger-Album FUGAZI konnten MARILLION diese Kritiken ein Stück weit zerstreuen. Und spätestens ab MISPLACED CHILDHOOD waren die Vergleich obsolet, zumal sich GENESIS in der selben Phase eher von der Progressiven Musik verabschiedeten und sich selbst an Pop-Musik versuchten, was kommerziell erfolgreicher aber aus musikalischer Sicht recht anspruchslos bis desaströs war. Ein Schicksal, das MARILLION zum Glück erspart blieb.
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht von dieser Welt, 28. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: Script for a Jester's Tear (Audio CD)
Ginge es darum die beste CD aller zeiten zu küren, Script wäre wohl ein ganz heisser Anwärter auf diesen Titel. So einfühlsam ist keine andere, so geniale Melodien gibt es nicht sehr viele in der Musikwelt. Script for a Jester's Tear ist als Gesamtkunstwerk nicht zu übertreffen, und meiner Meinung nach sogar besser als die ebenfalls geniale Fugazi. Diese Cd ist auch nach dem tausendsten Hören noch immer frisch und einzigartig, und man freut sich bereits auf das tausendunderste Mal. Schade dass es Marillion in dieser Form nicht mehr gibt. Müsste eigentlich jeder Musikliebhaber dieser Welt bereits im Plattenschrank stehen haben. Wer sie noch nicht hat sollte das schleunigst nachholen.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Wiedergeburt des Prog-Rock 1982 vergleichbar, 15. Januar 2009
Von 
Uwe Smala "Uwe Smala" (Dortmund) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Script for a Jester's Tear (Audio CD)
mit den alten Genesis der Gabriel-Aera jedoch mit höchst eigener Note.
Die Arche Noah aus den 70-er Jahren überhaupt. Nachdem diese totgesagt
waren, gaben Marillion die richtige Antwort.
Gerettet wurden die Songlängen, Pathos, Sololängen und wirre Texte +
markanter Singstimme (Fish).
Die Kompositionen enthalten Prog-Elemente zwischen alter Genesis, Camel
und Caravan.
Alle Songs sind überragend und jeder einzeln ein Kleinod.
Die Scheibe war die Initialzündung für etliche Bands, wieder vernünftige
Mucke zu machen und das wirkt Gott sei Dank noch immer.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The Game is Over, als Anfang einer großartigen Band, 16. Mai 2011
Von 
Alexander Hoefer "Animus" (Pähkinäkolo) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Script for a Jester's Tear (Audio CD)
Das erste Lied, das ich von Marillion hörte war, wie könnte es auch anders sein, Kayleigh. Das zweite natürlich - Lavender. Beide Songs habe ich damals vom Radio aufgenommen. Mehr kam dann allerdings nicht mehr, und da das Radio aufgrund der Länge der Titel auch keine anderen Marillion-Titel spielte, blieb mir natürlich auch dieses Juwel - Script for a jesters tear - noch lange Zeit verborgen, zumal es auch in den Plattenläden nur - Misplaced Childhood - zu kaufen gab.

Erst mit dem Beginn des CD-Zeitalters, und der Möglichkeit jetzt auch in die anderen Alben hineinzuhören, kam ich eines Tages in den Genuss dieses musikalischen Leckerbissens. Mittlerweile war ich ja auch schon ein etwas fortgeschrittener Musikhörer, also eher jemand, der sich mit Musik beschäftigt, anstatt sie nur als Fahrstuhlhintergrundmusik zu hören.

So war ich vom ersten Moment an fasziniert von dieser sensationellen Platte, die auch heute immer noch meine absolute Lieblings-CD mit Fish ist. Zu den Songs brauche ich hier wohl nichts mehr zu sagen. Die sechs Titel sind zeitlos und von bitterer Schönheit. Sie sind spannend und atmosphärisch arrangiert, und erzählen eine bezaubernde Geschichte. Weiche und melancholische Synthi-Teppiche, wechseln sich ab mit wunderschönen, manchmal auch schneidenden Gitarrensoli. Dazu die über vier bzw. auch fünf Oktaven schwingende Stimme von Fish. Die ganze CD ist eine Achterbahn der Gefühle, aber auch der Gefühlsschwankungen. Marillion at it's best. Fünf Punkte dafür.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk, 7. Oktober 2003
Von 
Rezension bezieht sich auf: Script for a Jester's Tear (Audio CD)
Bei diesem Debüt gelingt Marillion etwas, das nicht vielen Bands mit ihrem Erstlingswerk gelingt: Den Hörer in eine Parallelwelt zu versetzen um ihn tagelang nicht mehr loszulassen. Was die Jungs um den charismatischen Sänger Fish auf die geneigte Hörerschaft loslassen, ist von unglaublicher Melancholie und einer unfassbaren Kraft, die einen einfach nicht mehr loslässt. Vor allem der Titelsong ist ein absolutes Meisterwerk und an Epik und Dramatik kaum zu überbieten. Marillion wurden unüberhörbar von den alten Genesis beinflusst und setzen deren Weg fort und führen ihn in ungeahnte Höhen. Und als Draufgabe gibts noch eines der schönsten und stimmungsvollsten Coverartworks der Musikgeschichte zu bewundern (Hier zedrücke ich in Erinnerung an die guten alten Vinylcover eine Träne). Ein absolutes Jahrhundertalbum das in keiner Plattensammlung fehlen sollte.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eines der besten Debütalben aller Zeiten..., 25. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Script for a Jester's Tear (Audio CD)
Script for a Jester's Tear

(1983 - Fish, Kelly, Pointer, Trewavas, Rothery)

Marillion waren zusammen mit "IQ" und teilweise auch "Pendragon" die Wegbereiter des Neo-Progs in den frühen 80er Jahren. Inspirationsquelle dieser Musik waren vor allem die frühen Genesis.

Als einzige Vertreter des Genres erreichten Marillion mit ihrer Musik dabei einen großen Bekanntheitsgrad und verkauften vor allem ihre letzten Alben mit Fish erfolgreich. Die in etwa zu gleicher Zeit beginnenden "IQ" hingegen, die für mich die um einiges bessere Musik spielen, sind außer in Progrockkreisen niemanden bekannt. In gewisser Weise genießen Marillion somit einen besonderen Status in der Neo-Prog Szene, da sie es sogar schafften, Singlehits in die Charts zu bringen. Das Debutalbum der Band bietet sehr lange, lyrische und stimmungsvolle Lieder. Der Gesang von Fish ist dabei sehr variantenreich, von gefühlvollen bis wütenden Stimmungen reicht hier seine Interpretation. Die Musik von Marillion wird dabei von Keyboards und Gitarre bestimmt - allerdings gibt es nicht ganz so lange Instrumentalpassagen wie bei anderen Gruppen des Genres, da hier die Musik mehr mit und von den Texten auch lebt.

Das Titelstück "Script for a Jester's Tear" beginnt mit den bedeutungsvollen Worten: "So here I am once more, in the playground of the broken hearts..." und bildet den beeindruckenden Anfang eines Albums, das - obwohl ein Debut - sehr ausgereift klingt. Als Vergleich sei hier das im selben Jahr erschienene "Tales from the lush attic" von "IQ" erwähnt, bei dem die Musik zwar mehr symphonischen Progrock bietet, dafür aber hier und da noch von der Produktion her unreif klingt (drei Tage dauerte diese nur, während Marillion mehrere Monate Zeit hatten im Studio).

Die anderen Lieder auf dem Album spielen fast alle auf dem gleichen hohen Niveau wie das Titelstück, wobei aber die Komplexität der Vorgänger aus den 70er Jahren nicht erreicht wird.

Herausragen tut für mich noch "The Web", das eine sehr dichte Stimmung erzeugt und wenn Fish zu Beginn die Enge eines kleinen Zimmers besingt, kann man die Beklemmung regelrecht spüren. "Garden Party" ist ein Liveklassiker der Band, es wird eine versnobte englische Gartenparty besungen und die gewiß bekannteste Zeile des Liedes ist "I'm rocking, I'm fucking..."

"Chelsea Monday" wartet im Mittelteil mit einem längeren Gitarrensolo von Steve Rothery auf, der zur einen Hälfte den Sound in den frühen Jahren von Marillion charakterisiert. Marillion leben in dieser Zeit sehr auch von Fishs Präsenz, so wie dereinst Peter Gabriel Genesis ein Profil verleihte, was die zweite Hälfte des Sounds von Marillion ausmacht.

Ich halte "Script for a Jester's Tear" für ein wirklich gutes Album. Als Meilenstein des Progrocks sehe ich es aber nicht. Marillion waren Vorreiter der Neo-Prog Bewegung und in diesem Kontext gesehen ist das vorliegende Album gewiß ein Eckpfeiler für anderen Bands gewesen.

Das Album sollte in keiner Sammlung fehlen, bietet es doch einige brilliante Songs.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Immer noch gut., 8. August 2001
Rezension bezieht sich auf: Script for a Jester's Tear (Audio CD)
Fast 20 Jahre alt, aber noch immer ist das Debüt-Album von Marillion zeitlos gut. So frisch und unverkrampft waren sie danach nie wieder. Ein 'fantastischer Mix aus Metal und Progressive Rock ohne die schlechten Eigenschaften der beiden Stile zu übernehmen. Vor allem die Remaster-Version ist lohnenswert, weil der Sound hörbar verbessert wurde und auf CD 2 einige besondere Perlen vorhanden sind (Grendel-Demo, Three Boats...ein Traum!)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Stück Musikgeschichte, 28. November 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Script For A Jesters Tear (Audio CD)
"So here I am once more, in the playground of the broken hearts."

Der Beginn einer legendären Band im Bereich des Neo-Prog. Schon von den ersten Takten ist klar, dass diese Band etwas Besonderes ist. Von dem geflüsterten ersten Satz bis hin zum letzten Ton von FORGOTTEN SONS, beweisen MARILLION, dass sie tatsächlich die legitimen Nachfolger großer Bands aus dem Bereich der progressiven Musik sind, wie etwa GENESIS zu Zeiten von PETER GABRIEL. Aber Parallelen und musikalische Anknüpfungspunkte bedeuten nicht automatisch, dass es sich hier um dieselbe Art des Musikmachens geht. Vielmehr kann man MARILLION anmerken, dass die Art von GENESIS aber auch den anderen britischen Prog-Urgesteinen wie YES einen Eindruck darauf hatte, wie die Band selber Musik macht.

Getragen wird die Musik von den sphärisch-elegischen Keyboards von MARK KELLY, den lyrisch-verträumten Gitarren eines STEVE ROTHERY, dem akzentuierten, präzisen und stets melodischen Bass-Spiel von PETE TREWAVAS über den sehr zurückhaltenden Drums von MICK POINTER (heute ARENA). Darüber thront die Stimme von DEREK DICK alias FISH, der zu den ausdrucksstärksten und emotionalsten Sängern des Genres gehört. Auch von seiner sehr extrovertierten und farbenfrohen Art ähnelt er dem GENESIS-Ursänger PETER GABRIEL.

Und auch die Lyrics erinnern in ihrer phantasievollen Art an die frühen GENESIS. Die Texte erschließen sich häufig nicht offensichtlich, und bieten damit für jeden Hörer individuelle Möglichkeiten der Interpretation. Die Themen bedienen die gesamte Palette der menschlichen Emotionen - von Selbstzweifeln, Entfremdung, Herzschmerz aber auch den Folgen des Drogenmissbrauchs, die Probleme eines Soldaten (auf der einen Seite als Person als auf der anderen Seite auch des Befehlsempfängers) und eine augenzwinkernde Betrachtung des Standeswesens.

Die Musik ist nicht progressiv im Sinne von allzu komplexen Rhythmen und vertrackten Metren, auch die einzelnen Instrumentalisten legen in ihren Soli keinen Wert auf technische Kabinettstückchen, sondern sind immer songdienlich. Bei MARILLION steht stets der Song im Vordergrund, dem alles untergeordnet wird. Darüber geht aber nie die Spielfreude verloren, es ist in diesem Rahmen aber auch Platz für schöne, manchmal auch gedankenverlorene Soli und minutenlange rein instrumentale Passagen.

Produzent NICK TAUBER und Mixer SIMON HANHART verschafften MARILLION schon 1983 einen wunderbaren warmen und erdigen Sound, der hervorragend zu den instrumentalen Eigenschaften der Musiker passt und dem Ganzen dadurch zu einem wohlig-warmen Gefühl der Intimität beim Zuhören führt.

Den Namen borgten" sich MARILLION von Fantasy-Autor JRR TOLKIEN (Herr der Ringe) und dessen Buch THE SILMARILLION, das die Vorgeschichte zu THE LORD OF THE RINGS bildet. Auch hier könnte man was die Ideenvielfalt, lyrische Ausdruckskraft, Detail-Verliebtheit, epischer Breite, Humor und Freude Parallelen feststellen.

Auch im Artwork für das Album (von Mark Wilkinson) wird schon eine Konstante für die folgenden Alben gelegt: der traurige Narr (JESTER), den FISH live oft auch selbst darstellte mit Make-up und Verkleidung. Aber die Farben seines Kostüms verblassen bereits, so dass eher eine düstere Figur zurückbleibt, was auch eher zu der düsteren Stimmung vieler Songs passt.

Wer sich auf MARILLION einlassen will, sollte viel Zeit mitbringen, denn viel zu häufig wird die Band auf einen Song (KAYLEIGH von MISPLACED CHILDHOOD) reduziert, der zu DEN Pop-Songs der 80er-Jahre gehörte, aber nicht wirklich repräsentativ für das musikalische Schaffen der fünf Schotten ist. Vielmehr braucht man als Hörer Geduld, um die Musik der Band in all ihren Schichten zu erfassen. Aber Freunde von Bands wie PINK FLOYD und den bereits mehrfach erwähnten Ur-GENESIS oder aber eines PETER GABRIELS könnten hier noch mehr Futter für ihre Sinne finden - und SCRIPT FOR A JESTER'S TEAR ist der beste Einstiegspunkt.

Das Album wurde 1997 neu aufgelegt, zusammen mit einigen B-Seiten, raren Demo-Aufnahmen sowie der ersten Single der Band MARKET SQUARE HEROES (veröffentlicht 1982, Platz 60 in den britischen Charts), die überraschenderweise auf keinem regulären Album der Band zu finden war, aber dennoch in keiner Sammlung fehlen sollte, denn der Song ist einfach exzellent. Bei den weiteren Songs auf der zweiten CD wird zudem deutlicher als noch auf der ersten Seite, warum MARILLION lange als GENESIS-Klone verschrien waren. Insbesondere Stücke wie THREE BOATS DOWN FROM THE CANDY mit leichten Anklängen an die GENESIS-Alben FOXTROT oder aber auch an WIND AND WURTHERING oder aber das 19-minütige GRENDEL, das in etwa die MARILLION-Variante des GENESIS-Klassikers SUPPER'S READY ist. Aber spätestens mit dem Nachfolger-Album FUGAZI konnten MARILLION diese Kritiken ein Stück weit zerstreuen. Und spätestens ab MISPLACED CHILDHOOD waren die Vergleich obsolet, zumal sich GENESIS in der selben Phase eher von der Progressiven Musik verabschiedeten und sich selbst an Pop-Musik versuchten, was kommerziell erfolgreicher aber aus musikalischer Sicht desaströs war.
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