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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fesselnder Film
Ich finde Krabat extrem fesselnd. Ich war im Kino und musste ihn auf DVD haben, einfach nur toll gemacht, auch wenn ich ihn 2-3 mal sehen musste/wollte um alles zu verstehen. Daniel Brühl natürlich Spitze :p
Vor 16 Monaten von Maser Matze veröffentlicht

versus
140 von 157 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Für den Fan des Buches enttäuschend
Das Gute zuerst: Kulissen und Maske sind grandios. Das 17. Jahrhundert wird hier toll zum Leben erweckt.

Leider kommt die Tatsache, dass es sich um eine Zauberschule handelt, praktisch überhaupt nicht zum Ausdruck. Nur eine einzige popelige Szene, in der dann auch gleich noch gekämpft wird ...
Was also Krabat eigentlich qualifiziert, gegen den...
Veröffentlicht am 23. Februar 2009 von Amazon Customer


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140 von 157 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Für den Fan des Buches enttäuschend, 23. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Krabat (DVD)
Das Gute zuerst: Kulissen und Maske sind grandios. Das 17. Jahrhundert wird hier toll zum Leben erweckt.

Leider kommt die Tatsache, dass es sich um eine Zauberschule handelt, praktisch überhaupt nicht zum Ausdruck. Nur eine einzige popelige Szene, in der dann auch gleich noch gekämpft wird ...
Was also Krabat eigentlich qualifiziert, gegen den Meister anzutreten - und so z.B. die Unterstützung und Loyalität von Juro zu gewinnen, - wird nicht deutlich. Er wirkt eher als aufsässiger Halbstarker.

Auch werden die Verlockungen der "schwarzen Kunst" - Macht und Einfluß bei Hofe, die Nachfolge als Müller - und des Lebens in der Mühle - reichlich Essen und ein Dach über dem Kopf, - die der Meister im Buch vor Krabat ausbreitet, überhaupt nicht berührt.
Es wird schlicht und ergreifend zu wenig gezaubert ...

Und dass die Mehrzahl der Gesellen - im Buch - daher an den Zuständen nicht wirklich etwas ändern will, Krabat und Juro also im Geheimen arbeiten müssen, ignoriert das Drehbuch leider. Im Gegenteil, am Ende herscht Friede, Freundschaft, Eierkuchen und selbst die Spitzel sind in Ihrem Herzen gut ;-)

Besonders ärgerlich ist hier auch, dass der Film-Krabat nicht selber den Mut aufbringt, die Kantorka - warum sie so heisst, macht der Film ebenfalls nicht klar, da in den Oster-Szenen lieber eine Pop-Schnulze gespielt wird, statt die Mädchen des Dorfes singen zu lassen, - um Hilfe zu bitten, sondern das hinter seinem Rücken von Lyschko gemacht wird.

Und warum der "Herr Gevatter" wie der Imperator aus Star Wars aussehen muss ...

Fazit:
Als Stand-alone-Film annehmbar, als Buch-Adaption leider schwach.
Angesichts der Komplexität der Geschichte hätte man auch lieber gleich drei Teile drehen sollen ;-)
Aber vielleicht haben wir ja das Glück, dass der Stoff zu unseren Lebzeiten noch einmal zu einer Mini-Serie für das Fernsehen verarbeitet wird. Grosse Special effects sind ja nun wirklich nicht nötig, und man gewänne die Zeit, die Charaktere und Zustände in Ruhe zu entwickeln.
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101 von 121 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein morbides Universum, 1. April 2009
Von 
Ophelia (Helsingör) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Krabat (DVD)
1971 veröffentlichte der deutsche Kinder- und Jugendbuchautor Otfried Preußler seinen Roman "Krabat". Das folkloristische Märchen erzählt eine sorbische Sage vor dem Hintergrund des Nordischen Krieges. (Im Film 30-jähriger Krieg)

Kurz zur Handlung:
Der 14-jährige Krabat verliert seine Mutter an die Pest und zieht fortan mit zwei Freunden bettelnd durch das winterliche vom 30-jährigen Krieg verwüstete Land. Eines Nachts im Traum vernimmt er eine Stimme, die ihn lockt, er solle in die Mühle zum Koselbruch kommen. Es würde ihm da nicht schlecht ergehen. Dem Ruf folgend, gelangt er zu der mysteriösen einsam gelegenen Mühle, deren Meister ihn bereits erwartet und als Lehrling verpflichten will. Krabat schlägt ein, muss aber bald feststellen, dass die anderen Lehrlinge ein rauer Haufen sind und ihn nicht gerade herzlich willkommen heißen. Vorerst findet er nur in Tonda dem Altgesellen einen Freund. Er beobachtet seltsame Dinge, die des Nachts vor sich gehen und muss erkennen, dass die Burschen nicht nur das Müllerhandwerk erlernen, sondern auch ein anderes Handwerk: Das der Schwarzen Magie.
Durch seinen Fleiß erkämpft sich Krabat das Wohlwollen des Müllers und wird endgültig in den Kreis der Mühle aufgenommen - auch als neuer Schüler der dunklen Zauberei. Sie verleiht ungeahnte Kräfte. Zunächst genießt er die neugewonnene Macht und die aufkeimenden Gefühle zur jungen Kantorka. Doch dann offenbart Tonda ihm das eigentliche Geheimnis der Mühle. Jedes Jahr opfert der Müller einen der Lehrlinge, um sein eigenes Leben zu verlängern. Bei Winterneumond bringt Gevatter Tod Gebeine, die unter ohrenbetäubendem Lärm von riesigen Mühlrädern zermahlen werden....

Die Umsetzung der Vorlage:
Der Romanautor selbst, soll mit der Verfilmung zufrieden sein. Also ich persönlich bin nicht nicht wirklich zufrieden. Ich finde den Film zwar nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gelungen. Ich bin erst mal froh, dass meine Erwartungen einer stark actionlastigen Verfilmung nicht eingetroffen sind, der Film meist ein ruhiges Erzähltempo vorlegt und eine Erzählstruktur besitzt, die der literarischen Vorlage angemessen ist. Die allgegenwärtige gruselige Bedrohlichkeit wird zum Glück nicht "monstermäßig" überbetont sondern bleibt auch im Film einigermaßen subtil. Ein Kinderfilm ist "Krabat" allerdings nicht geworden. Regisseur Marco Kreuzpaintner hat schon ein ausgesprochen düsteres Drama geschaffen.
Die drei Lehrjahre Krabats wurde auf zwei gestrafft. Und manche Stränge wurde herausgekürzt, was ich nicht schlimm finde. Der Komplexität eines Buches kann man in zwei Stunden Filmzeit sowieso nicht gerecht werden und Kürzungen sind da wie immer unvermeidlich. Ich erwarte auch gar nicht, dass das Buch 1.1 umgesetzt wird. Im Gegenteil. Der Film soll schließlich unabhängig sein. Deshalb möchte ich mich auch gar nicht weiter damit aufhalten, die weiteren kleinen Änderungen aufzuzählen, was unsinnig wäre.

Diese Punkte haben mich aber sehr gestört:

1.An entscheidenden Stellen hätten der Inszenierung ein paar Schaufeln voll Mut gut getan. Mut sich FILMISCH auszudrücken und nicht nur ein Buch nachzuerzählen.

2. Die einzelnen Charaktere der Burschengemeinschaft kommen viel zu kurz, es wird wenig auf die Beziehungen untereinander eingegangen. Ebenso bleibt die Schule der schwarzen Magie und was alles dahinter steckt, etwas auf der Strecke. Der Alltag ging leider flöten. Stattdessen gibt es zehn hintereinander geschnittene Höhepunkte.

3. Der Film lässt dem Zuschauer gar keine Interpretationsmöglichkeiten! Die Geschichte "Krabat" von Preußler steckt voller starker Motive und behandelt Themen, die weit über die Kinderliteratur hinausreichen: Themen wie Macht, Gehorsam, Freiheit, Loyalität und der Kampf des Individuums. Aber auch Mord, Liebe, Freundschaft, und märchenhaftes Inhalte, wie schwarze Magie und der Pakt mit dem Tod. Dies alles geht Hand in Hand und übt einen unheimlichen Sog aus. Diese Themen werden im Buch ohne extra Wegweiser vermittelt.
Der Regisseur konnte es sich hier leider nicht verkneifen den Zuschauer immer wieder führend (gängelnd) an die Hand zu nehmen und mit den Botschaften zu winken, damit auch ja jeder alles verstanden hat. :-(
Ich finde es ärgerlich, wenn man doch eine kraftvolle Bildsprache verwenden kann, recht fähige Schauspieler an der Hand hat und eine solche geniale Vorlage, dann kann man auch dem Zuschauer eigentlich vertrauen, dass der sich auch gerne ein wenig Arbeit macht und die Bilder selbst decodiert. So schlau sind nämlich auch ganz junge Leute! Und das ist doch auch das halbe Vergnügen beim Filmegucken.
Trotzdem finde ich den Einsatz einer unterstützenden Erzählerstimme aus dem Off wohltuend und teilweise gelungen. Nur... ich möchte in einem Film nicht erzählt bekommen, das Krabat gerade Angst hat, verwundert oder bezaubert ist, sich verliebt oder verzweifelt ist. Ich will es sehen! Und am Ende eines Filmes will ich auch keine plattitüdenhaften Weisheiten hören, welche die Botschaft des Filmes zusammenfassen. Menno!

4. Vor allem vermisse ich "die Seele" von Preusslers Krabat.
Ich weiß, ich bin eine mäkelige "das-Buch-ist-besser-Tante". Es gibt aber etliche Buchverfilmungen, die es schaffen unabhängig zu sein und trotzdem den GEIST der literarischen Vorlage in den Film rüberzuretten. Da finde ich die tschechische Zeichentrickversion aus den 70ern viel gelungener! Dieser Krabat ist ein Juwel und hat wahrlich Seele!

Der Look:
Die Mühle inmitten des kühlen Panoramas wirkt morbide und dreckig. Kein Hauch des märchenhaften Charmes eines Hogwarts - hier herrscht Dunkelheit. So soll es auch sein. Ungewaschene Leiber, von Arbeit und Entbehrung gezeichnete Gesichter, die alle Kindlichkeit verloren haben. Das vorzeitige Altern ist auch ein Prozess, den der Pakt mit dem Meister und die schwarze Magie mit sich bringt. Ein Lehrjahr sind drei.
Die dunkle Optik in dem Film ist schlicht brillant! Und lies mich manchmal unwillkürlich an Tim Burton denken. Leider fehlt dessen augenzwinkernde Schräge. Im rhythmischen Wechsel erleben wir düstere graue Winter, wo solidarisch meine Zähne mitklapperten und kurze, halbwegs sorgenfreie Sommer, die Lichtblicke setzen.
Wirklich wunderschöne Landschaftsaufnahmen aus Transsilvanien und dem Schwarzwald.

Action und Tricks:
Die Verwandlung der Lehrlinge in Raben, ist ausgesprochen plastisch. Und auch die anderen magischen Elemente werden gut rübergebracht ohne übertrieben zu sein.
In der Szene, in der im Dorf die plündernden Soldaten vertrieben werden, besteht aus einer Abfolge von schnellen Schnitten, eigentlich wurde die Bildfolge ZERschnitten, und lässt dem Auge keine Chance dem Stock-Kampf der Zauberlehrlinge zu folgen. Grelles Herbstlicht beleuchtet die Szenerie: Verstörend. Ich schwanke etwas: Ist dies ein krampfhaftes Anbiedern an den jugendlichen Zuschauer, der ohne Action nicht mehr klar kommt? Oder ist die Szene passend..... Im Buch gibt es sie nicht und es ist schon interessant, warum eine Kampfszene hier hin soll. Von der verschwommen zerschnittenen Optik fand ich sie aber eigentlich ganz gelungen. Und vielleicht sind solche Abweichungen auch sinnvoll, da sie den Film unabhängiger machen.

Die Auswahl der Musik:
Die Musik hat mich jetzt nicht gerade umgehauen. (Um nicht zu sagen genervt.) Teilweise klang sie ganz nett aber sie ließ echt nie Mittelalterfeeling aufkommen. Jubelnde Filmusikgeigen begleiten das Glücksgefühl Krabats, als er die Bewährung bestanden hat. Geht`s noch?
Nicht mal zum Osterfest gibt es echten Gesang, dabei hätte sich das da besonders angeboten. Kantorka heißt schließlich "die Vorsängerin".
Aber wenn zum Abspann dann ein Song in bester Dorfdiscomanier eingespielt wird - ja dann ist Schluss mit lustig und fassungslos vor so viel Geschmacklosigkeit verließ ich zu flotten Discobeats den Kinosaal. *wörgs*

Die Schauspieler:
*Christian Redl verbreitet als grausamer Meister der Mühle wahrlich eisigen Schrecken.
*David Kross macht als Krabat sein Sache eigentlich auch ganz gut und sieht ja recht hübsch aus. Aber leider vermittelt sein Gesicht selten die nötigen Emotionen: Angst, Entschlossenheit, Verletzlichkeit, Wut oder das einfach mal ehrliches Staunen über all das Unglaubliche, dass ihm in der Mühle widerfährt! Deswegen muss Otto Sanders Erzählerstimme immer wieder erklären, was gerade in ihm vorgeht. Der fusselige Schnurrbart, der wohl das Altern deutlich machen sollte, finde ich übrigens einfach lächerlich. Dauernd zuckte meine Hand, da ich ihn am liebsten weggerupft hätte! Kross hat aber in anderen Rollen, gerade auch in "Der Vorleser" gezeigt, dass er auch viel intensiver spielen kann!
*Daniel Brühl überzeugt als Tonda auf ganzer Linie. Es heißt, dass seine Anwesenheit beim Dreh wichtig war, als der älteste und schauspielerfahrenste im Burschenteam.
*Robert Stadlober ist wie gewohnt klasse, hat aber als Lyschko viel zu wenig zu spielen, was der Figur leider nicht so gut tut. Schade, er sah auch klasse aus als Lyschko, von ihm hätte ich gern mehr gesehen, nicht aber, wie hier am Ende, seine Wandlung zu Mamas Liebling.
*Hervorheben muss ich unbedingt Hanno Koffler, der mit der Darstellung des vielschichtigen Juro echt brilliert.
*Kantorka gespielt von Paula Kalenberg, mit ihrem schwarzen Haar, den roten Wangen und den sanften Augen ist nicht nur so hübsch wie Schneewittchen, sondern auch ausdrucksstark und überzeugend.

Die Burschen sind zwar allesamt richtige Charakterköpfe, die aber leider wirklich nur Nebenrollen spielen dürfen. Im Buch sind es, neben der dunklen Magie, doch gerade die unterschiedlichen Jungen und ihre gemeinsame Zeit, die die Seiten mit Leben erfüllen. Was die unterschiedlichen Charaktere als Gemeinschaft in der Mühle wirklich verbindet, was sie trennt; wer ausbrechen will, und wer nicht; das alles muss man sich denken, zu sehen ist es nicht. Und am Schluss sind plötzlich alle gut.....

Fazit:
Das an sich schlichte Erzählprinzip Kreuzpaintners lädt ein, an anderen Stellen ruhig ein wenig mutiger und innovativer zu sein. Es hätte dem Film gut getan manche Dinge unausgesprochen zu lassen, nicht jede Ecke in der Mühle auszuleuchten. Oder eigene kleine Experimente zu wagen, die sich auf die Schauspieler stützen! Die konstant gruselige Atmosphäre bleibt trotzdem bis zum Schluss erhalten und ich fühlte mich zumindest gut unterhalten. Leider blieb Krabat für mich etwas "seelenlos".
Aufgrund der vielen Kritikpunkte fällt es mir schwer den Film zu bewerten. Ich würde so gerne großzügig sein, da ich mir den Film so schön vorstellen könnte! Also 3,5 sehr großzügige Sterne, da ich schon recht angetan bin, aber man hätte echt mehr aus dem Stoff herausholen sollen!

Die Einzel- DVD bietet außer dem Film nur einen Trailer und den Audiokommentar von Regisseur und Kameramann. Es gibt ein ganz nett gestaltete Menü, aber wie gsagt, kein besonderes Material. Bild und Ton sind gut.

Deutschland 2008
127 min
Regie: Marco Kreuzpaintner

' Krabat - David Kross
' Der Meister- Christian Redl
' Tonda - Daniel Brühl
' Lyschko - Robert Stadlober
' Juro - Hanno Koffler
' Kantorka - Paula Kalenberg
' Worschula - Anna Thalbach
' Erzähler - Otto Sander
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71 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ich habe es befürchtet..., 5. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Krabat (DVD)
...dass mich der Film im Grunde nur enttäuschen kann. Krabat ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher, das ich inzwischen gut 20mal gelesen habe.
Dass ausgerechnet Marco Kreuzpaintner, den ich durch "Trade" noch in eindrucksvoller Erinnerung habe, eine derart platte und dilettantische Verfilmung vorlegt, empfinde ich nicht nur als ernüchternd, sondern regelrecht als Ärgernis. Mehr als ein rudimentäres Gerüst der originalen Handlung ist nicht übriggeblieben, von der Poesie und der philosophischen Tiefe ganz zu schweigen. Fast alles ist einer simplen, dabei nur mäßig gekonnten Action-Dramaturgie zum Opfer gefallen.
Zunächst ist nicht klar, warum die Handlung vom Sachsen des frühen 18. Jahrhunderts in eine Gebirgslandschaft (gedreht wurde in den Karpaten) des mittleren 17. Jahrhunderts verlegt wurde. Die bedeutenden drei Jahre, die für die zyklische Entwicklung Krabats von solcher Bedeutung sind, sind auf zwei zusammengestrichen worden; die im Original so wichtigen Jahreszeiten gibt es gar nicht, es scheint immer Winter oder verregneter Herbst zu sein. Die Hauptfigur bleibt blass und uninteressant, und es bleibt schleierhaft, warum aus dem ausdrucksarmen Jungen Krabat plötzlich ein flaumbärtiger Kämpfer wird. Lediglich Daniel Brühl gelingt es, eine gewisse Präsenz zu zeigen. Die Figur des Meisters wirkt in dem Bemühen, dämonisch zu wirken eher lächerlich und hat nichts von der Vielschichtigkeit und Zerrissenheit, die Otfried Preußler ursprünglich so meisterhaft geschildert hat. Und auch die im Buch so mystische Schönheit der Kantorka hat jeglichen Zauber verloren. Sie ist hier nicht mehr als ein nettes Mädel, der Krabat halt schonmal als Geist erschienen ist und der seitdem alles klar ist. Die Nebenfiguren entschwinden dem Gedächtnis sofort, so belanglos sind sie; lediglich die Figur des Juro erscheint mir einigermaßen erfasst zu sein.
Überhaupt entwickelt der Film von Anfang an überhaupt keine Erwartungshaltung, keine Neugierde. Dass Krabat in eine schwarze Schule geraten ist, erfährt der Zuschauer relativ rüde, als Tonda und Krabat in der Osternacht ihre Körper verlassen und Krabat dabei gleich der Kantorka unter die Arme greift. Im Original ist dies ein ganz stilles, sehnsuchtsvolles Beobachten, das sich ganz sanft und daher besonders intensiv zu einer großen Liebe entwickelt.
Völlig indiskutabel ist die Kampfszene, in der die Mühlknappen ein Dorf gegen plündernde Landsknechte verteidigen. Dies widerspricht absolut der ganzen Intention der schwarzen Schule, da die Mühlknappen eigentlich angehalten sind, mit der Bevölkerung nur in Form von Handel und untergründiger Manipulation in Kontakt zu treten. Hier wurde einmal mehr einem Bedürfnis nach Action eine gute Idee geopfert; wollte man das A-Team nachahmen? Dass dazu im Hintergrund asiatische Samurai-Musik ertönt, da die Zauberschüler eine Art Aikido praktizieren, ist nur eine von vielen Entgleisungen der formlosen Kitschmusik, die den ganzen Film verunstaltet.
Der Pakt mit dem Tod, der durch den Besuch des "Herrn Gevatters" und die Benutzung des "Toten Ganges" im Buch so behutsam und unheimlich entwickelt wird, wird durch das direkte Zeigen von Knochen, Totenschädeln und einem Nosferatu-Ork-Outfit des dämonischen Kutschers zu einer flachen Zirkusnummer. Nichts wird vorbereitet, keine dunklen Vorahnungen steigern die Atmosphäre. Der Typ kommt halt ab und zu ankutschiert und man mahlt seine Gerippe zu Pulver. Wie gruselig. Und dann isser wieder weg. Wie tief die Verstrickung mit den dunklen Mächten wirklich ist, und dass der Meister sogar Ambitionen hat, geheimen Einfluss auf die Regierung und Kriegsentscheidungen zu nehmen kommt natürlich überhaupt nicht vor.
Ganz übel ist, dass der Regisseur immer dann, wenn er nicht in der Lage ist, einen Sachverhalt filmisch zu vermitteln, eine Stimme aus dem Off erklären lässt, was (angeblich) gerade los ist. Dies geschieht mit permanenter Penetranz. Warum nicht gleich ein Hörspiel?
Die vielgelobten Filmtricks blasen mich ebenfalls nicht weg. Die paar schwebenden Stöckchen hat man schon in den DDR-Märchenverfilmungen hinbekommen. Und die Verwandlungen in die Raben sind angesichts der heutigen Standards auch nichts Besonderes, sondern eher mäßig umgesetzt.
Die oft erwähnte Düsternis des Films ist keineswegs eine atmosphärische gut herausgearbeitete Stimmung; das wäre ja akzeptabel. Es ist eher ein seelenloses Abfilmen der Kulisse bei immer trübem Wetter, sonst nichts. Der Film erinnerte mich oft an einen Fernsehfilm, der nur sehr begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung hat.
Mir ist wohl klar, dass Literatur nicht Wort für Wort verfilmt werden kann und Veränderungen und Kürzungen unumgänglich sind, bzw. eigenständig filmische Erzählformen gewählt werden müssen. Gerade hier geschieht aber weder dies, noch ist die Grundidee beibehalten worden. Ich habe den Eindruck, dass die Macher Preusslers Buch überhaupt nicht verstanden haben. es handelt sich eher um eine durch das Buch angeregte eigenständige Geschichte, die an sich ganz nett und für Jugendliche einigermaßen unterhaltsam ist. Wenn dem so wäre, würde ich vielleicht sogar zwei Sterne geben. Als Krabat-Verfilmung kann ich nur sagen: Indiskutabel. Wenn ich mir vorstelle, was Tim Burton oder Terry Gilliam aus dem Stoff gemacht hätten....
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Chance verpasst., 17. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Krabat [Blu-ray] (Blu-ray)
Mit "Krabat" verpasst der deutsche Film eine Chance, eine heimische Sage kongenial zur Erzählung Otfried Preußlers als Film aufzubereiten. Schmerzlich ist dabei, zu sehen, dass ein großartiger Film durchaus im Bereich des Möglichen war. Die Kulissen und Landschaften sind extrem gut gelungen. Die Schauspieler sind hervorragend gewählt. Einzig Paula Kalenberg ist als Kantorka eine Fehlbesetzung, nicht nur wegen ihrer Haarfarbe, sondern auch, weil sie ständig so unvorteilhaft in Szene gesetzt wird, dass man sich fragt, was Krabat eigentlich an ihr findet.

Aber warum fand der Regisseur, das großartige Buch bedürfe für die Filmumsetzung einiger Änderungen? Und warum konnte er sich nicht vom Eindruck anderer Filme wie Star Wars und Harry Potter befreien, die ähnliche Thematiken ansprechen, aber jünger sind als die Krabat-Sage und das Buch?

Der Film ist mir zu düster geraten. Zwar sind die Umstände, historisch und speziell auf der dunklen Zauberschule (eine Art Hogwarts, aber nur mit Slytherin), reichlich bedrückend. Der im Buch aber durchaus vorhandene Optimismus und die jugendliche Lebensfreude der Müllerburschen kommen im Film zu kurz. Dass eines von Krabats drei Lehrjahren wegfällt, ist zu verschmerzen, nicht jedoch die unzulängliche Umsetzung der Kantorka. Sie ist mit ihrer Weißen Magie (der Liebe) der Gegenpol zur Schwarzen Schule. Nicht nur deshalb muss sie blondes Haar haben. Auch ist sie im Buch stets souverän und ungefährdet, es ist lediglich Krabat, der Angst um sie hat. Dann: Warum müssen Krabat und seine Mitgesellen mit Stöcken herumfuchteln wie das Star Wars Kid? Warum sieht "der Herr Gevatter" aus wie ein Zwillingsbruder vom Imperator aus Star Wars? Warum wird die wunderbare Traumszene von der vergeblichen Flucht verfälscht, indem der Meister Krabat fernlenkt, mit einer Art "Karte des Rumtreibers" aus Harry Potter? Warum fehlt die Szene mit Pumphutt (eine tolle Gelegenheit für Special Effects)? Auch der Schabernack mit Ochsenblaschke aus Kamenz hätte dem Film etwas von seiner Düsterkeit genommen. Aus der lustigen Geschichte mit den Soldaten wurde eine anklagende Überfallszene mit Rettungseinsatz, die es im Buch nicht gibt. Dass Worschula nicht nur in Erzählungen auftaucht, ist dagegen ein guter Kunstgriff, um Tonda besser zu verstehen. Die Charaktere von Lyschko, Andrusch, Hanzo, Kito und Juro wurden dagegen verfälscht.

Fazit: Tolle Kulisse und Effekte und gute Schauspieler schaffen es nicht, die unnötigen Änderungen am Buch und die schlechte Umsetzung der Kantorka aufzuwiegen. Es bleibt der Wunsch, der Film möge noch mal, aber diesmal richtig, gedreht werden, solange Kulissen und Schauspieler noch zur Verfügung stehen.

Die Bild- und Tonqualität der Bluray ist einwandfrei.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nicht mein "Krabat", 30. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Krabat (DVD)
Im November 2008 habe ich mit "Krabat" die Umsetzung meines Lieblingsbuch als Real-Film angesehen. Zunächst einmal: der Film ist durchaus spannend, z.T. atemberaubend spannend, besonders die Szene, in der der Meister die Worschula entlarvt oder der Tod Tondas. Christian Redl als Meister spielt gut, aber den Meister nicht "werkgetreu". Etwas blasser, aber insgesamt noch gut, die Leistung von David Kross als "Krabat", der aber nicht so überzeugen konnte wie in seinem Erstlingswerk "Knallhart" (oder jetzt in: "Der Vorleser").

Zugegebermaßen muss ich sagen: hätte ich Preußlers Vorlage nicht gekannt (und geliebt), so wäre ich möglicherweise einigermaßen zufrieden aus einem passablen, landschaftlich wunderbaren (wenn auch nicht zur Landschaft in der Ober-Lausitz passenden) Fantasy-Film gekommen, der mich unterhalten hätte.

Aber: der Film ist sicherlich stark gekürzt und geschnitten worden (Dies dürfte dadurch bestätigt sein, dass auf der Doppel-DVD 23 (!) geschnittene Szenen enthalten sind). Mein Freund, mit dem ich im Kino war, meinte auch, hier wären Szenen aneinandergereiht worden. So habe ich etwa die auf Krabat-blog.de eingestellte Filmszene mit den Bauern aus Schwarzkollm (sie spielt in Krabats drittem Jahr) nicht im Film erleben können - wie überhaupt vieles im Buch nicht vorkommt, sodass die Botschaft von Film und Buch diametral auseinanderklaffen.

Die Botschaft im Buch, dass Liebe stärker ist als Zauberkraft, wird durch das grandiose Finale - in welchem Preußler über die Sagenvorlage hinausgeht - verdeutlicht. Die Müllerburschen sollen sich in Raben verwandeln. Krabat und Juro vereinbaren, dass Krabat seinen Schnabel - wenn sie in Raben verwandelt sind - genau anders herum ins Gefieder stecken soll wie die übrigen in Raben verwandelten Mühlknappen. Wie jeder, der das Buch kennt, weiß, geht dies schief. Der Meister durchschaut den Plan von Krabat und Juro, verhindert, dass die Burschen durch Zauberei dem Mädchen helfen können und setzt der Kantorka ein schwarzes Tuch auf, mit dem sie die Burschen erkennen soll. Krabat weiß, dass er damit der Kantorka nicht helfen kann, bekommt Todesangst um sie - das geliebte Mädchen - und nicht um sein eigenes Leben. Er gibt sich die Schuld daran, dass die Kantorka sterben muss und er sie gebeten hat, ihn freizubitten. Die Kantorka spürt diese Angst von Krabat um ihr Leben - nicht sein eigenes - und daran erkennt sie ihn.

Im Film schreitet die Kantorka - teilweise mit geschlossenen Augen - die in Raben verwandelten Mühlknappen ab und erkennt Krabat auch; warum, bleibt mir letztlich schleierhaft, ein besonderes Kennzeichen habe ich nicht erkennen können, er krächzt und blickt sie an. Auf eine Erklärung, warum die Film-Kantorka den Film-Krabat erkannt hat, verzichtet der Film ganz. Die Botschaft aber, dass Liebe stärker ist als Zaubermacht, wird aus dem Geschehen selber nicht ergründbar.

Dies ist meines Erachtens eine der Hauptkritiken, die ich - als Buchkenner - an dem Film anzubringen habe. Auch dass sich die in Raben verwandelten Mühlknappen dann - nach der bestandenen Probe - auf den Meister stürzen und auf ihn einhacken, kommt im Buch so nicht vor.

Das zweite Problem ist die Zeiteinteilung. Im Buch werden - bewußt - drei Jahre auf der Mühle abgehandelt, die Zeit des Reifens darstellen und die Entwicklung Krabats vom unbeholfenen, naiven 14-jährigen Jungen zu einem rational handelnden und denkenden Erwachsenen plausibel machen.

Zwar gelingt diese Wandlung David Kross vom jungen, unreifen "Kind" zum gereiften, ja gezeichneten jungen Erwachsenen in beeindruckender Weise - man meint fast, es seien zwei Schauspieler, die "Krabat" spielten -, aber diese Wandlung geht mir dennoch zu schnell, da der Film die Lehrzeit Krabats auf zwei Jahre verkürzt. Viele Szenen, etwa der versuchte Freitod Mertens. der sich ja das Leben nehmen wollte, weil sein Cousin Michal am Ende des zweiten Jahres starb, kommen so zwar vor, bleiben aber - weil offenbar wesentliche Szenen zuvor geschnitten wurden - für den Zuschauer völlig unverständlich. Fazit: derjenige, der das Buch nicht kennt, kommt mit dem Ende nicht zurecht.

Der nächste Punkt, der mich stört, ist ein eindeutiger Wandel der Figur des Juro. Er ist im Buch Krabats "wahrer Freund" und im zweiten Jahr hat man zunächst auch das Gefühl, er sei es auch im Film. Er beobachtet im Film die österliche Begegnung zwischen Krabat und der Kantorka und verschweigt diese vor dem Meister. Er hilft auch Krabat, indem er sich - wie im Buch - durch einen herbeigezauberten Regen den Drudenfuß von der Stirn zaubert und so der Meister keinen Verdacht gegen Krabat hegt. Aber dann kommt es zu einer Entfremdung Juros mit Krabat - Juro wirft Krabat vor, nicht genug Willenskraft gegen den Meister geübt zu haben, am Ende steht Juro als Feigling da, der andere aufstachelt, an seiner Stelle in den Tod zu gehen. Und genau dies wirft der Meister Krabat in der entscheidenden Unterredung im Film, als er ihm das Angebot macht, sein Nachfolger auf der Mühle zu werden, auch vor - und Krabat scheint ihm zu glauben. Im Film bietet der Meister demjenigen, der verhindert, dass die Kantorka die Mühle erreicht, die Freiheit an. Er ahnt jedoch im Film nicht, dass Lyschko die entscheidende Unterredung des Meisters mit Krabat, in welchem der Meister Krabat sein Angebot, sein Nachfolger auf der Mühle zu werden und Lyschko an seiner Stelle zu opfern, belauscht. Es ist Lyschko, der den Ring von Haar (der hier auf ein reines Erkennungszeichen des Boten von Krabat an die Kantorka reduziert wird, obwohl im Film Krabat - im Gegensatz zum Buch - der Kantorka die Zeit und genaue Stunde benennt, wann sie auf der Mühle eintreffen soll) der Kantorka bringt und sie sicher zur Mühle geleitet und es ist Lyschko (bravourös gespielt von Robert Stadlober), der in der schwarzen Kammer den Widerstand der Burschen gegen den Meister organisiert, sodass sie diesen nach der bestandenen Probe der Kantorka angreifen. Er steht - im Gegensatz zum Buch-Lyschko - als Held da und Juro als jemand, dessen Plan, einen anderen statt seiner zu opfern, gescheitert ist. Obwohl Juro also hilfsbereit war, ist es kein reiner Freundschaftsdienst, sondern Egoismus, der seinen Motiven im Film untergeschoben wird - als wahrer Freund erweist sich dagegen Lyschko.

Eine entscheidende Änderung gegenüber der Buchvorlage ist die, dass im ersten Jahr ein Angriff von Soldaten auf Schwarzkollm gezeigt wird. Diesen wehren die Mühlknappen unter Anleitung des Meisters, der sich mit den Müllerburschen, die gut zaubern können, nach Schwarzkollm begibt, ab. Dabei begrüßt Worschula Tonda. Worschula, die im Film im ersten Jahr noch lebt, wird dabei vom Meister beobachtet. Dieser begibt sich aus seinem Versteck und erklärt Tonda triumphierend, er kenne nun den Namen des Mädchens. Wenig später findet man Worschula ertrunken im Bach - mit Wasserpflanzen im Haar. Wir wissen aus dem Buch - aus dem Film kann man es erahnen - dass der Meister Worschula mit Träumen gepeinigt hat, bis sie ins Wasser ging und Selbstmord beging.

Tonda ist von da ab ein gebrochener Mann - und diese Szenen spielt Daniel Brühl bravourös. Er will sogar den Meister hinterrücks in der Neumondnacht mit seinem Messer erstechen, doch der Meister dreht sich rechtzeitig um, starrt Tonda an und dieser gibt sein Vorhaben auf. Tonda legt dann in der Silvesternacht Krabat sein Messer ans Bett. Dass diese Messerklinge ein Geheimnis hat - dass sie schwarz wird, wenn einem Burschen ernste Gefahr droht - wird nirgends erklärt. So wird zwar das Messer in Krabats Hand bei seiner Begegnung mit der Kantorka schwarz, aber niemand weiß, warum. Offenbar wurde auch hier geschnitten.

Außerdem ist die Mühlengemeinschaft der Müllerburschen - mit Ausnahme Tondas und Mertens - von Misstrauen und Hass geprägt. Dies ist eine reine Erfindung des Drehbuchautors, im Buch wird dies so nicht deutlich, nur die Angst vor jeder Silvesternacht stellt immer eine schwere Belastungsprobe für die ansonsten intakte Mühlengemeinschaft dar.

Wenn Regisseur und Drehbuchautoren von einer "werkgetreuen" Verfilmung des Buches sprechen, dann mag dies von der Atmosphäre durchaus stimmen - aber es gilt nicht für die Kapitel. Unter Werktreue verstehe ich etwas anderes. Wenn ich gewußt hätte, dass Krabat - ähnlich wie bei Karel Zeman - nur nach Motiven von Preußlers Roman verfilmt worden ist, wäre ich möglicherweise nicht ins Kino gegangen.

Dies bedeutet nicht, dass der Film nicht auch originelle eigene Ideen hat. Als Tonda und Krabat aus sich hinausgehen, um in Schwarzkollm Mädchen zu treffen, ist dies genial gemacht. Die unheimlichen Szenen, als der Gevatter vor der Mühle vorfährt und das Warten auf den Tod eines Müllerburschen in der Silvesternacht - es gibt nur einen Todesfall, nämlich Tonda, da die Lehrzeit Krabats hier - wie oben angegeben - nur zwei anstelle von drei Jahren umfasst - sind sehr gut gemacht. Und auch David Kross, Christian Redl und Robert Stadlober (stellenweise, aber m.E. nur stellenweise Daniel Brühl, der für mich nach wie vor nicht der "Tonda" des Buches ist) überzeugen schauspielerisch auf ganzer Linie.

Dennoch: Ich habe das Gefühl, nur ein Drittel eines kompletten Filmes gesehen zu haben und dass zu viele Szenen dem Schnitt zum Opfer gefallen sind (und ich verweise nochmals darauf, dass offenbar 23 (!) Szenen dem Schnitt zum Opfer gefallen sind). Insofern fällt eine Filmbeurteilung schwer, solange man nicht die geschnittenen Szenen kennt oder den Film in einer extended Version gesehen hat.

Fazit: ein passabler, durchaus spannender und atmosphärisch dichter Film für diejenigen, die den Film als Werk an sich stehen lassen. Wer allerdings das Buch kennt und eine werkgetreue Umsetzung des Buches erwartet, der dürfte m.E. eher enttäuscht sein. Und so fällt auch mein Fazit aus: als eigenständiger Film durchaus passabel, wenn auch zu viel geschnitten wurde. Die schauspielerische Leistung m.E. wirklich sehr gut. Aber Preußlers Krabat habe ich hier nicht gesehen - und dies enttäuscht mich letztlich dann doch.
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38 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht mein Krabat, 5. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Krabat (DVD)
Ottfried Preußler hat gesagt, er sei dankbar, "seinen" Krabat im Film wiedererkannt zu haben. Ihm scheint aufgefallen zu sein, was mir entgangen ist.

Natürlich ist es klar, dass der Krabat-Stoff in seiner ursprünglichen Fassung von Preußler nicht zu verfilmen war - und dennoch vermisst man, wenn man sehr an dem Buch hängt, kleinere und größere Details: Das Auftreten des Pumphutt etwa oder der Besuch bein Kurfürsten - letzterer hätte m.M. nach auch in die Konzeption des Filmes gepasst, hätte er Krabat doch gezeigt, das mit Magie auch weltlich-politische Macht einhergeht.

Darüber mag man hinwegsehen, doch einige Dinge verleiden einem den Film dann doch: Da ist die Überstrapazierung der Liebesgeschichte, das Anbiedern an den Stil der Fantasyfilme a la Narnia und Herr der Ringe und auch die (Über)Betonen der Rahmenhandlung des 30jährigen Krieges mit der Onkelerzählerstimme (Otto Sander?) gehört in diese Aufzählung.

Das sie für das Ende des Films die eigentliche Version der Sagenvorlage, nicht aber die Variante von Preußler genommen haben, hat für mich weniger mit Authentizität als vielmehr mit der Möglichkeit zu tun, nochmals dicke Special Effects mit der Rabenverwandlung zum Einsatz zu bringen.

Nun ist nicht alles schlecht. Das Erzähltempo, die "Äktschn", dürfte dem Film auch einem jüngeren Publikum näherbringen. Die konzentrierte und komprimierte Handlung ist im großen und ganzen gelungen, die Schauspieler, vor allem Daniel Brühl als Tonda und Christian Redl als Meister wissen zu überzeugen, und das Set mit der Mühle ist der heimliche Hauptstar des Films. Wer das Buch nicht kennt, wird bestens unterhalten, wer es kennt, wird unter Umständen Schwierigkeiten haben, "seinen" Krabat wiederzuerkennen.

Am Ende bleibt denn auch eine handwerklich solide Buchverfilmung, bei der aber das Gefühl bleibt, man hätte mehr draus machen können.
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18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Enttäuschend, 11. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Krabat (DVD)
Ich komme aus der Oberlausitz und war schon geschockt, als ich die Landschaft im Film sah - keine sanfte Hügellandschaft, sondern ein karges, schroffes Mittel- bis Hochgebirgstal. Den Inhalt kann man überhaupt nicht verstehen, wenn man das Buch nicht gelesen hat, da vieles nur kurz angerissen wird. Die Stimme des Erzählers ist eine sehr gute Idee, kommt aber leider viel zu kurz. Und was bitte bedeutet "basierend auf Otfried Preußlers Bestseller", wie es auf der DVD-Hülle steht? Man sollte draufschreiben, dass der Roman zwar als Grundlage diente, dass aber eigentlich das meiste frei neu erfunden wurde. Die Ereignisse wurden teils verfälscht und teilweise sogar in ihrer zeitlichen Reihenfolge verdreht. Mein Fazit: Setzen, 6! Beim nächsten Mal bitte die Hausaufgaben besser machen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fesselnder Film, 3. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Krabat (DVD)
Ich finde Krabat extrem fesselnd. Ich war im Kino und musste ihn auf DVD haben, einfach nur toll gemacht, auch wenn ich ihn 2-3 mal sehen musste/wollte um alles zu verstehen. Daniel Brühl natürlich Spitze :p
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Düsteres Märchen, 11. August 2011
Von 
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(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Krabat [Blu-ray] (Blu-ray)
Für mich muss ein Film nicht 1:1 nach dem Buch verfilmt werden. Auch ein Regisseur ist Künstler und möchte sein Kunstwerk selbst gestalten und das Buch dient ihm hierzu nur als Vorlage. Es heißt ja auch: nach dem Buch von...

Der Film fängt die Spannung und Düsternis, das Geheimnisvolle und die Angst jedoch sehr gut ein. Die Grundhandlung ist für mich gleich dem Buch. Einzelheiten/Feinheiten fehlen sicherlich, doch für mich tut das keinen Abbruch. Keiner wirkt eindeutig böse schwarz.

Der Film ist eher wie ein Theaterstück aufgemacht, also nicht mit Harry Potter Filmen vergleichbar. Vom Gefühl her halt irgendwie typisch deutsches Bühnenstück, jedoch positiv mit einem Hauch Herr der Ringe (Farben- und Landschaftstechnisch).

Die Farben sind märchenhaft, je nach Situation wechselnd. Düsterkaltweißblauschwarz, warmbraungelb und dazwischen leuchtende Lichtflecke (das rote Kleid des Mädchens, eine gelbe Sommerfeldillusion).

Die Blu-ray hat ein gestochen durchgehend scharfes Bild. Was da manchmal stört ist natürlich, dass man die Tricks dann umso besser erkennen kann, die Green-Screen? (früher Blue-Screen) - also die Wand vor der gefilmt wird um hinterher die Landschaft einzublenden. Die Kanten dieser Wand bzw. die Einblendung (dass das eben keine echte Landschaft ist, in der die Schauspieler sich gerade bewegen) ist deutlich zu erkennen.
Weiteres technisches Manko. Die Darsteller flüstern und nuscheln sich oft einen in den (nicht vorhandenen) Bart und dann muss man extrem laut machen (und versteht trotzdem nicht alles) und gleich wieder extrem leiser, weil einem sonst von der Musik oder dem normal lauten Gespräch dann die Ohren abfallen würden.

Die Story an sich (ist glaube ich hier schon ausgiebigst beschrieben oder bekannt, daher nur kurz): verwunschene Mühle, jedes Jahr muss ein Lehrling geopfert werden, damit der Meister jung bleibt. Dafür unterrichtet der Meister seine Jungs in der Zauberkunst und bietet ihnen gutes Essen und Unterkunft (zu Kriegs- und Pestzeiten für Waisenkinder natürlich fast unwiderstehlich). Das Geheimnis, wie der Fluch gebrochen werden kann, bleibt lange geheim. Die Liebste muss in der Silvesternacht kommen und ihren Geliebten herausfinden. Alle Lehrlinge sind jedoch in Raben verwandelt! Gelingt es ihr nicht, sterben beide...
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Black Magic Miller! ^_~, 15. März 2009
Von 
Seraphina "Indigo-Girlie *-*" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Krabat (DVD)
*
Bevor der Film vor einigen Monaten in die Kinos kam, kannte ich nur den Titel, nicht aber den Inhalt des Buches. Leider hat keiner meiner Deutschlehrer jemals daran gedacht, den Roman ins Lese-Programm zu nehmen ... und ich selber war nie neugierig bzw. blöde ^^ genug, um mir freiwillig eine Schullektüre anzutun ( allein schon die Bezeichnung "Schul..." hielt mich - wegen meiner Vorurteile - davon ab ). Was sich im Endeffekt doch positiv auswirkte, denn so konnte ich den Film ohne Vorwissen anschauen. Dadurch blieb die Spannung erhalten.
Ich kannte natürlich den offiziellen Trailer, in welchem "Krabat" wie ein düsterer Gegenentwurf zu "Harry" rüberkam. Ich fand`s interessant, mal einen Film über Schwarzmagier in Ausbildung anzuschauen. Magie als Instrument der Verführung und Macht anstelle als harmloses Hilfsmittel im alltäglichen Leben ( wie z.B. in Harry Potter ) ... keine schlechte Idee für einen Fantasyfilm!
Leider schien mir der Film dann im Endeffekt mehr ein Historiendrama über eine Gruppe von Müllersgesellen zu sein als ein Fantasydrama über Jung-Zauberer. Sicher, er hatte genügend Phantastik intus, um auch als letzeres zu gelten ... aber mir persönlich ( und anderen Zuschauern offensichtlich auch ) war es einfach zu wenig! Das Höchste der Gefühle waren die Verwandlungen in Raben und ansonsten nur ein paar Kleinigkeiten!
Ich hatte mich auf etwas anderes eingestellt und war deshalb - was diesen Punkt betraf - enttäuscht vom Film.

Andererseits strahlte "Krabat" einen so schön dreckig-düsteren Flair aus, wie ich ihn zuletzt bei "Schlafes Bruder" gesehen habe ( ebenfalls eine dt. Romanverfilmung ). Und das wirkt doch ziemlich originell, wenn es um das Thema "Zauberer" geht. Wandeln die Typen doch ansonsten eher sauber und geschniegelt durch die Welt der Phantastik.
Ebenso das Schema "einmal drin - für immer zugehörig - nur tot draussen" fand ich sehr spannend. Kommt auch eher in Mafia-Filmen bzw. solchen über militanten Jugendgangs vor.
Die Erlösung durch die Liebe war mir zwar ein wenig kitschig, aber dennoch nicht völlig unpassend ( ansonsten gäb`s ja überhaupt keine Hoffnung ). Übrigens ist die "Erlösungsszene" auch in vielen Märchen beheimatet. ^_~

Die eine grosse Action-Szene mit den marodierenden Soldaten wurde mit verwackelter Kamera und stellenweise in Slow-Motion gefilmt. Das fand ich ziemlich unnötig und unpassend. Der Film brauchte das ganz gewiss nicht.

Die Schauspieler fand ich ausnahmslos alle gut bis hervorragend ( besonders Daniel Brühl als Altgesell Tonda oder Christian Redl als der Meister ). Das Zusammenspiel der Charaktere ist sowieso die absolute Stärke des Films ( neben den Kulissen ).

Wie fällt der Film nun im Vergleich zum Roman aus?
( Den Vergleich erwähne ich übrigens bloss und lasse ihn nicht in die Bewertung mit einfliessen )
Ich habe mir das Buch gleich nach dem Anschauen des Films besorgt und konnte erfreut feststellen, daß dem phantastischen Teil in der Vorlage viel mehr Platz eingeräumt wird, als in der Verfilmung.
Daneben gab es diverse kleinere Abweichungen und Kürzungen ( letzteres wohl deshalb, um eine gewisse Eintönigkeit zu vermeiden, die in Büchern eh meist besser rüberkommt als in Filmen ).
Schade nur, daß auch die etwas humorvolleren Episoden weggekürzt wurden, in denen sich die Schüler z.B. in diverse Zuchttiere verwandeln und damit die Händler narren und um deren Geld betrügen ... oder der irre Schabernack der Jungs mit den rekrutierenden Soldaten.
Das Fehlen solcher Szenarien sorgt dafür, daß der Film von Anfang bis Ende düster bleibt.

Alles in Allem halte ich es dennoch für eine befriedigende VERfilmung ( d.h. in Bezug auf die Vorlage ). Als alleinstehenden Film finde ich "Krabat" auch ganz in Ordnung.
Gute 3 Sterne.

FAZIT:
Ich kann das Buch den Krabat-Lesern empfehlen, die nicht alles unbedingt 1 zu 1 verfilmt haben wollen.
Fantasyfilm-Fans, die es auch mal düster mögen und nix gegen historisches Ambiente haben, können sich den Film ebenfalls ruhig anschauen.

PS:
Hier die Buchvorlagen zum Film ->
Gebunden mit Filmcover
Broschiert mit Filmcover
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Krabat
Krabat von Otfried Preußler (DVD - 2009)
EUR 7,48
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