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Low


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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Depression und elektronische Meditationen
Als David dieses Album einspielte, fühlte er sich so wie es der Titel vermuten lässt: "Low". Er war nämlich gerade auf Kokain-Entzug.
Das Ergebnis, das er in diesem Zustand hervorbrachte, war auch für die Plattenfirma so irritierend, dass sie die Veröffentlichung bis Anfang 1977 verzögerte. Solch ein verunsicherndes Werk mochte sie denn...
Veröffentlicht am 25. Juli 2002 von Ralf Bodemann

versus
1 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Experimental With Some Bright Spots
Brian Eno and David Bowie together? It sounded like a dream come true. However, this album is more like "a little of Bowie with Eno or a little of Eno with Bowie". It sounds very experimental. The first seven songs seem more like great ideas put into short versions of songs. However, "Sound And Vision" is a classic, as is, "Be My Wife". The...
Veröffentlicht am 21. Juli 2005 von Martin A Hogan


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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Depression und elektronische Meditationen, 25. Juli 2002
Rezension bezieht sich auf: Low (Audio CD)
Als David dieses Album einspielte, fühlte er sich so wie es der Titel vermuten lässt: "Low". Er war nämlich gerade auf Kokain-Entzug.
Das Ergebnis, das er in diesem Zustand hervorbrachte, war auch für die Plattenfirma so irritierend, dass sie die Veröffentlichung bis Anfang 1977 verzögerte. Solch ein verunsicherndes Werk mochte sie denn doch nicht ins Weihnachtsgeschäft werfen.
Schon der Instrumental-Opener "Speed of Life" macht die Grundstimmung deutlich: Depression, elektronische Kälte, Destruktion. Jeder zaghafte harmonische Ansatz wird sofort von zerfetzenden Synthesizer-Klängen zunichte gemacht. Der Einfluß von Brian Eno macht sich besonders bei der Verwendung elektronischer Klänge auf dem ganzen Album bemerkbar.
Auch die anderen 6 Lieder der alten Vinyl-"Vorderseite" wirken merkwürdig unfertig: die Themen werden nur skizzenhaft angerissen und hinterlassen einen nicht zu Ende geführten Eindruck. Titel wie "Breaking Glass" oder "Always Crashing In The Same Car" lassen keine Zweifel daran, dass wir auch hier Einblicke in eine zerstörte, hoffnungslose Welt finden. Nur der Abschluß "A New Career In A New Town" versprüht einen zaghaften Hoffnungsschimmer.
Wer nun die "Platte" "umdreht", wird auf der "Rückseite" mit einem wieder ganz anderen Bowie konfrontiert. Hier finden wir 4 ruhige, im Gegensatz zu den anderen Songs relativ lange Stücke. Von ihrer Machart erinnern sie an Pioniere der Synthesizer-Musik wie Klaus Schulze: meditativ, kontemplativ, nicht zum Nebenher-Hören geeignet. Bowie zaubert hier ganz eigenständige Soundlandschaften - immer noch elektronisch kühl, aber nicht mehr so depressiv wie auf der ersten Seite. "Warszawa" soll zwar an das Warschauer Ghetto erinnern, aber "Art Decade" und "Subterraneans" sind nicht mehr ganz so dunkel.
Das Irritierendste ist aber: Alle vier Stücke sind Instrumentals (von den Quäkereien am Ende von "Warszawa" mal abgesehen)! Solch ein wundervoller Sänger wie David nimmt sich hier freiwillig zurück und zeigt, welche musikalischen Fähigkeiten sonst noch in ihm stecken.
"Low" war für David sicher ein Stück Selbsttherapie. Für seine Fans ist es ein gewöhnungsbedürftiges, aber dafür um so gehaltvolleres Meisterwerk. Ein sicherer Schritt in die Welt der elektronischen Musik!
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41 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Man stelle sich vor...., 18. September 2004
Rezension bezieht sich auf: Low (Audio CD)
..es ist 1976/77. Deutschland ist zwischen RAF-Terror und Discomusik (ABBA, Boney M.) hin- und hergerissen. Diese Zeit sucht sich ein Engländer, der die letzten beiden Jahren Soul (Young Americans) und Kokain ("Der Mann der vom Himmel viel", Hitlergruß ans wartende Publikum in London bei seiner Heimkehr) erforscht, um mit seinen neuen Bekannten Iggy Pop und Brian Eno in eine geteilte Stadt (Berlin) zu ziehen.
Und die Kombination aus Drogen(entzug), der Mauer und eben Eno ist auf dieser grenzgenialen Platte unüberhörbar. Aber Vorsicht! Das hier ist uneasy listening! Für Bowie Fans muss es ja fast ein Schock gewesen sein. Der Beginn einer Achterbahnfahrt, die bis heute noch nicht zu Ende ist. Nur 1 Jahr zuvor war der Ohrwurm Young Americans in der Hitparade, aber auf Low war kein Hit weit und breit zu sehen. Überhaupt haben nur 5 von 11 Liedern einen ordentlichen Text.
Die 1. Seite der LP (und so sollte man die Cd programmieren, mit Pause) beginnt mit "Speed of Life", einer rythmischen Instrumentalnummer, die auch auf "Stationtostation" gepasst hätte. Man wiegt sich schon in Sicherheit, aber dann geht's Schlag auf Schlag: "Breaking Glass" deutet eine sehr arge Geschichte an, "What in the world" ist ein Iggy/Bowie Duett, das kaum optimistischer ist. "Sound & Vision" klingt im Vergleich dazu fröhlich, aber "Always crashing the same car" muss ein sehr schlimmer Entzugsalbtraum gewesen sein. Das letzte Stück mit verständlichem Text ist das seltsame "Be my wife", beginnt mit dem Satz "sometimes I get so lonely" und endet mit "Sometimes you get so lonely". Überhaupt ist Einsamkeit die dominierende Stimmung.
Auch auf der "instrumentalen" Seite 2, die eigentlich nicht ganz instrumental ist. Das grandiose "Warszawa" (Joy Division nannten sich nach diesem Lied zunächst Warsaw) und "Subterraneans" sind in einer schönen, aber unverständlichen Fantasiesprache geschrieben, eine Idee von Eno. Überhaupt ist der Einfluß von Eno auf Seite 2 am stärksten zu hören (eben die instrumentalen Nummern). Aber auch sonst hat sich Bowie einiges abgeschaut, was ihn teilweise bis heute begleitet und das ist gut so!
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Seele eines Ost-Berliner Wohnsilos, 8. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Low (Audio CD)
Im Rahmen eines Interviews (etwa 1983) sagte DB einmal sinngemäß: „Wenn ich komponiere und Texte schreibe, tue ich es wie in einem Rausch. Mein Fehler ist, dass ich nachher immer versuche meine Texte zu analysieren. Aber das werde ich wohl nie lernen".
Diese Aussage mag wohl auf die meisten DB-Texte zutreffen, im Falle von „Low" trifft diese Aussage aber tatsächlich für Text UND Musik zu. Wenn man einen Song wie „Always crashing in the same car" hört, mag aber vielleicht bereits der Versuch einer logischen Analyse sinnlos sein. Das selbe gilt für „Sound and Vision" und selbstverständlich für die Instrumentalstücke des Albums. Wie schon ein anderer Rezensent vermerkte, ist die Grundstimmung des Albums „Depression, elektronische Kälte, Destruktion. Jeder zaghafte harmonische Ansatz wird sofort von zerfetzenden Synthesizer-Klängen zunichte gemacht. Der Einfluß von Brian Eno macht sich besonders bei der Verwendung elektronischer Klänge auf dem ganzen Album bemerkbar." Dennoch ist das Album keineswegs gefühllos. Wahlweise klingt es für mich so wie die „Seele einer Maschine" oder die „Mauern oder Maschinen" die wir zwischen uns Großstadtmenschen errichten. Wenn man Berichten über die Entstehungsgeschichte Glauben schenken darf, produzierte DB dieses Album in sehr kurzer Zeit sowie absolut drogenfrei (nach den drogenschwangeren Alben „Young Americans" und „Station to Station") und versuchte sich mit „Low" quasi selbst zu therapieren. Musikalisch gelang dies zumindest höchst eindrucksvoll.
Die elektronischen Stimmungsbilder des Albums überdauerten die Jahre jedenfalls problemlos und selbst im Jahre 2005 klingen die Berliner Klangfetzen überraschend aktuell. „Low" ist für mich zeitlose Avantgarde und wird aufgrund seiner abstrakten Texte und eindringlichen Stimmungsbilder wohl immer aktuell klingen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiges Album- elegisch und berührend, 9. Februar 2013
Von 
Sileah (Berlin-Umland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Low (Audio CD)
Ich weiß nicht, wie oft ich mir das Album schon anhörte- und das über viele Jahre.
"Low" ist zeitlos und schön, jedoch kein Album für jeden Anlass. Man muss sich auf die überwiegend melancholische Stimmung (textlich, gesanglich und tw auch musikalisch) des Albums einlassen können.
Doch in der richtigen Verfassung taucht man ganz tief in in eine melancholische, sehnsuchtsvolle und sehr emotionale Stimmung ein.
Was auf manche Rezensenten (nur) düster und kühl wirkt, empfinde ich zwar dunkel, aber sehr emotinal. Klar wirkt Bowie depressiv und der damals schwer Kokainabhängige Bowie bezeichnete die Zeit 74-76 als "the darkest days in my life". Dennoch nannte er erstaunlich oft "Low" als eines seiner besten Alben.

Da ist der auch heute noch bekannte Hit "Sound And Vision": melodisch und eingängig singt Bowie, mal tief und leise, mal laut und hell über "Drifting into my solitude Over my head" wo er frustriert auf neue Ideen wartet.

"Always Crashing In The Same Car", ich erspare mir die Interpretation- die bei der cut-up-Technik eh etwas müsig ist-, wirkt ruhig und verloren. Mich berührt der Gesang, die Stimmung und die Textfragmente wie kaum ein anderer Bowie-Song.

In "Be My Wife" singt der damals noch mit Angela verheiratete Bowie über seine Einsamkeit und Sehnsucht nach einer Frau, die bei ihm bleibt und sein Leben teilt.
Auch in "What In The World" geht es um Sehnsucht, die in dem Fall eher wenig romantisch wirkt. Er ist eben in der Stimmung für die Liebe mit dem "just a little girl with green eys".

Ab dem 7. Stück nutzt Bowie seinen Gesang eher wie ein Instrument. Eingewoben in die synthetischen Klänge, bedient er sich einer Fantasiesprache, was aber sehr harmonisch wirkt. Inspiriert durch deutsche Bands wie Kraftwerk, Can, Neu! und andere, schafft er eine sehr spezielle und reizvolle Atmosphäre.
Im Vergleich zum Vorgängeralbum Station to Station, das durch düstere, nihilistische, wenn auch schöne Stücke, besticht, wirkt "Low" auf mich fast ;-) selbstreflektierend und gefühlvoll. Und wie sagte Bowie mal, Kunst wird erst dadurch zu Kunst, was es in dem Betrachter auslöst. Hoffe er gesteht das auch seinen Zuhörer zu. Für mich ist "Low" ein sehr persönliches Album, lasst mir den Glauben! ;-)

Zeitlos und klasse!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein lang unterschätztes Meisterwerk., 15. August 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Low (Audio CD)
Emotionen in Elektronik auszudrücken ist eigentlich fast unmöglich. Bowie ist das gelungen, was viele zu seiner Zeit vergebens versuchten, siehe oder viel mehr höre Kraftwerk, denn elektronisch genial, doch emotional tot. Selbst Philip Glass war es die Mühe wert, einige Stücke aus "Low" & "Heroes" zu orchestrieren. Real Bowie-Fans sollten sich auch diesen Schmankerl nicht entgehen lassen. Grüße von John Dee.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geniestreich, 20. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Low (MP3-Download)
Low ist und bleibt eine der besten Alben von David Bowie. Für das Jahr 1976 sind die einzelnen Songs sehr modern und wirken heute noch zeitloser denn je. Der Aufbruch hin zur elektronischen Musik wird hier greifbar. "Where are we now" singt Bowie 2013. In gewisser Weise stehen Bowie selbst sowie eine Vielzahl von Musikern und Bands noch musikalisch auf den Schultern dieses Albums.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine optimistische Depression, 13. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Low (Audio CD)
"Low" - das Gegenteil von "High" gehört zu meinen absoluten Lieblingsalben. Es gibt kein anderen Album, was eine solche Stimmung verbreitet. Es ist besser als sein rauherer Nachfolger "Heroes". Dieses Album wurde übrigens nicht in Deutschland sondern weitgehend in Frankreich aufgenommen. Subtil vermittelt es eine Art von Depression die immer wieder durch viel Wärme in ein optimistisches Fazit mündet... Es ist eine unglaubliche Sensitivität in den häufig sehr direkten Arrangements. In "Low" fliesst alles in eine Art von Trauer - die Geborgenheit nicht nur verspricht - sondern spendet. Die erste Seite -die noch Texte enthält - spricht die Fatalität des Lebens aus - die zweite Seite bildet einen Kokon - indem der Schmerz eingebettet wird.... Ein seltsames Album - und wer sich darauf einlassen kann- dem hat es an einer wichtigen Stelle enorm viel zu geben... Über den Gesamtzusammenhang von Bowies Instrumentalwerk habe ich in meinem Buch David Bowie - Station to Station: Borderline-Motive eines Popstars einiges geschrieben.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen genial, 3. Januar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Low (Audio CD)
Die Platte "Low" ist eine meiner all time favourites von David Bowie, die beste aus der Berlin-Zeit. Original 1977 herausgekommen, wurde sie nun, wie es sicher mittlerweile scheinbar gehört, digitally remastered. Trübe Stimmung ("sometimes it gets so lonely...") herrscht hier vor allem bei den letzten Songs und viel Melancholie, meisterhaft in Klänge umgesetzt: "a gift of sound and vision" - eines der besten Lieder. Wer genau hinhört, wird auf dieser Platte auch Bowies alten Kumpel Iggy Pop im Hintergrund vernehmen. Brian Eno ist auch dabei. "Always crashing in the same car" scheint mir die Essenz der Platte zu sein - aber darüber lässt sich sicher streiten. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk mit kleinem Durchhänger, 2. Juli 2009
Von 
V-Lee (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Low (Audio CD)
Vorab: ich bin großer Bowie Fan, und mag vor allem die Berlin Alben sehr, aber:

Bis zu track Nr. 7 ist das eine der klanglich innovativsten und kompositorisch interessantesten Pop Platten die je erschienen sind. Bowie fing die Achtziger eben schon 1977 (tw. eigentlich schon 76 auf stationtostation) an, und deswegen verdient diese Scheibe absolut das Prädikat ,Meisterwerk': ,Warszawa' und ,Art Decade' genauso wie ,Subterranean Walls' aber, leben mehr von den Klängen, und von richtigen Kompositionen kann man dabei eigentlich nicht sprechen, denn die Stücke wirken so, als ob Sie nur aus sounds und arrangement bestehen. Offensichtlich probierte Brian Eno hier vorab schon mal seine ,Ambient' Visionen aus.

Der Rest aber wie gesagt ist schlichtweg großartig. Allen voran ,Soundandvision' das zu den wahrscheinlich 10 besten Popsongs überhaupt zu zählen ist; die spröden und aufwühlenden songs ,Breaking Glass' und ,What In The World', bei denen Komposition und Klang eine Symbiose eingehen und noch dazu rocken die Dinger.

Das Bemerkenswerteste ist aber, dass dieses Album einen viel elektronischeren Eindruck hinterlässt, als es tatsächlich war, denn hier gibt's noch genug Gitarren, echte drums, bass und sax. Es ist wenn man so will, kantiger wave-pop mit einem hohen Anteil von konventionellem Pop Instrumentarium.

Die Serie von Alben die Bowie beginnend mit ,1984' von Diamond Dogs bis Scary Monsters in diesen nur 6 Jahren hinlegte, ist nicht nur eine der innovativsten der Pop-Geschichte, sondern zeichnet sich auch durch eine bemerkenswert eigenständige und sich steigerende Weiterentwicklung aus.

Low war der Anfang der Kern-Trilogie, die soviel bewegte und soviele inspirierte, und schon aus diesem Grund muß man hier 5 Sterne geben - trotz des erwähnten Durchhängers gegen Ende.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Trauriges Klangbild der geteilten Stadt Berlin 1976, 19. Februar 2005
Von 
silbertanne4 "silbertanne" (Offenbach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Low (Audio CD)
David Bowie machte 3 experimentelle - von Kraftwerk beeinflusste Alben:
- "Station to Station" ist davon am zugänglichsten
- "Heroes" am erfolgreichsten, technisch exzellent.
- Und "Low"? Es gibt kaum Musik eines weltbekannten Künstlers, die dermaßen depremierend klingt wie "Low". Die Plattenfirma RCA war beim Anhören dermaßen entsetzt, daß sie das Produkt erst mal aus dem Weihnachtsverkauf 1976 nahm.
Die erste LP-Seite klingt absichtlich fragmentarisch
- "Sound and Vision" war auch eine erfolgreiche Single. Trotz des indolenten Textes, der einen seelenlosen elektrifizierten blauen Raum beschreibt, in welchem der Protagonist gefangen ist.
- "A New Career in a new town" und "Always crashing vermitteln das Gefühl von Klaustrophobie, Paranoia und dem Stimmungstiefpunkt jahrelangen Konsums weißen Pulvers. Präparierte Gitarren als Pendant zum Punk, juveniler Zukunftsängste, Visionen einer entseelten Welt durch übermächtige Technik, Jugendarbeitslosigkeit.
- "Braking Glass": monoton repetitiver Text. Passiv beobachtende Gefühlskälte, die bereits jede Hoffnung aufgegeben hat und ein psychopathisches Mädchen, beide können niemals zusammentreffen und bleiben einsam, erinnert an Sartres Existenzialismus.
Die zweite LP-Seite ist rein instrumental(Eno)
- Warzawawa ist traurig wie majestätisch. Zu jener Zeit eröffnete Bowie seine Konzerte mit diesem cinematografischen Elektroniktrack. Man glaubt sich in einer grauen Kriegsruinenlandschaft von Warschau zu befinden, bleierne Niedergeschlagenheit wird von Bowie zur Kunst erklärt.
- "Art Decade" , mehrere blubbernde Synthesizer-Ebenen wie Berlins unübersehbarer U-Bahntunnel / Bunker - Unterwelt.
- "Weeping Wall" und "Subterreans" sind eine Spur freundlicher, was nicht viel heißen soll. Kalte technische Klänge versus Xylophon bzw. einem einsamen Saxophon.
Mit "Low" treffen sich David Bowies desolater persönlicher Zustand (Sucht, bevorstehende Ehescheidung, Hinwendung zu menschenfeindlichen faschistoiden Theorien, etc.) mit dem Stimmungstief der Siebziger-Jugendszene. Man kann diese Platte unmöglich lieben, evtl. ein wenig verstehen, wenn man damals Jugendlicher war. Welch fast dämonische Ausweglosigkeit verbunden mit einem scheinbar unentrinnbaren Mechanismus, in dieser lustvoll-selbstmitleidig verweilen zu wollen ... Furchtbar.
Bekanntlich hat David Bowie seinen Tiefpunkt überwunden. 1977 bekam er es nach dem Tode seines Schulfreundes Marc Bolan mit der Angst zu tun. David machte erste Schritte nach oben und entdeckte seine Liebe zum Leben neu. "Heroes" klang schon eine ganze Spur freundlicher als "Low".
Wer sich an Mitsiebziger-Jugenddepression ergötzen will: Kraftwerks "Mensch Maschine" (Schaufensterpuppen), die Debüts von "Television", "Devo" und "Ultravox", "No more Heroes" von den Stranglers, Patti Smith "Horses" und Bowies "Heroes" evtl. mitbestellen.
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