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71 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Film wie ein gutes Buch.
Das mag sich jetzt seltsam anhören, aber genau daran musste ich bei -Sieben Leben- denken. Wie oft kommt es vor, dass die Verfilmung eines Lieblingsbuches misslingt. Nur selten ist ein Regisseur in der Lage verschiedene Handlungsfäden, die scheinbar ziellos gestreut vor einem liegen, zu einem dichten, festen und packenden Geschichtenknäuel zu verbinden...
Veröffentlicht am 14. Mai 2009 von Thomas Knackstedt

versus
3.0 von 5 Sternen Muster-Märchen
Ein Mann verursacht einen Auto-Unfall, dem sieben Menschen zum Opfer fallen. Er entschließt sich, diese Kontoüberziehung im Buch des Lebens wieder glatt zu stellen.

Heldenmut und Selbstlosigkeit, gezeigt an so liebenswerten und gut aussehenden Charakteren, lässt wohl niemanden kalt. Lassen wir mal außen vor, ob die Handlung wirklich...
Vor 24 Monaten von jury veröffentlicht


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71 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Film wie ein gutes Buch., 14. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Sieben Leben (DVD)
Das mag sich jetzt seltsam anhören, aber genau daran musste ich bei -Sieben Leben- denken. Wie oft kommt es vor, dass die Verfilmung eines Lieblingsbuches misslingt. Nur selten ist ein Regisseur in der Lage verschiedene Handlungsfäden, die scheinbar ziellos gestreut vor einem liegen, zu einem dichten, festen und packenden Geschichtenknäuel zu verbinden. Gabrielle Muccino hat genau das geschafft. Dabei sind die ersten zwanzig Minuten des Films nicht leicht anzuschauen. Zu zerrissen und verworren scheinen die Sequenzen aus Ben Thomas(Will Smith) Leben, als das man darin einen Sinn erkennen könnte. Aber ich kann jedem Zuschauer nur raten: Schalten sie auf keinen Fall ab! Sie würden einen ergreifenden, tief bewegenden Film verpassen.

Ben Thomas driftet scheinbar ziellos durch sein Leben. Er sucht Menschen auf, die sich in Notsituationen befinden. Davon gibt es in L.A. reichlich. Ben hat nur noch sporadischen Kontakt zu seinem Bruder, was mit dem Rest seiner Familie passiert ist, können wir nur ahnen. Wir folgen Ben zu Menschen, die Schutz benötigen oder denen nur noch ein wichtiges Organ, wie z.B. eine Niere, die Augen, Rückenmark oder ein Herz das Leben retten können. Dabei ist Bens Ziel für uns nur diffus erkennbar. Als er Emily(Rosario Dawson) kennenlernt, die dringend ein neues Herz benötigt, scheint sich so etwas wie Liebe zwischen den beiden ungleichen Partnern zu entwickeln. Aber Emily hat keine Ahnung, welche Dämonen in Bens Vergangenheit lauern...

-Sieben Leben- zeigt eindrucksvoll, wie stark Will Smith als Schauspieler agieren kann. Sein Ben Thomas ist so klar strukturiert und lebensecht, dass man ihn fast als real ansieht. Auch Rosario Dawson überzeugt. Gabrielle Muccino hat mit der Geschichte einen perfekten Kreis geformt, beginnt langsam, zärtlich, behutsam und steigert sich zu einem furiosen Finale. Unterlegt wird das Ganze mit einem breiten Soundmix von Blues, Soul und gelungenen Coverversionen. Die radikalen Schnitte machen es am Anfang nicht leicht, der Story zu folgen, aber sie erweisen sich im Lauf des Films als unabdinglich, um diesen grandiosen Spannungsbogen zu erzeugen.

So bleibt für mich nur ein begeisterndes Fazit. Was für eine Geschichte! Wer auf gefühlsbetontes, intelligentes Kino steht, der ist hier richtig. Wer mehr Action und Spaß braucht, sollte die DVD aus dem Player lassen. Aber dann werden sie auf jeden Fall etwas verpassen.
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30 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Trauriger Film über Schuld und Wiedergutmachung, 17. Mai 2009
Von 
Schwalbenkönig - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Sieben Leben (DVD)
Zum Glück habe ich mich nun doch endlich entschieden, diesen Film zu sehen.
Aus meinem Bekanntenkreis habe ich ständig sehr unterschiedliche Meinungen gehört und in den Medien war die Kritik ja auch ziemlich durchwachsen.
Dabei kann ich das überhaupt nicht nachvollziehen.
Dieses Drama hat alles, was ein gutes Drama haben muss.Erstklassige Darsteller (besonders auffallend:Woody Harrelson), viel Emotion, traumhafte Musik, noch schönere Bilder und eine sehr originelle, spannende Story. Zugegeben,die Geschichte ist für eine Weile schon etwas undurchsichtig. In der ersten halben Stunde war ich so verwirrt, dass ich mich gefragt habe, ob man irgendwelche Vorkenntnisse haben muss.Dem ist natürlich nicht so!
Im Laufe des Films wird dann (fast) alles ausreichend aufgeklärt.
Und zwar mit einer Überraschung, die sich vielleicht schon angedeutet hatte, allerdings nicht in dieser Art.
Das Ende ist dann wirklich sehr berührend und wirkt noch eine ganze Weile nach.
Für meine Freundin und mich ist "Seven Pounds" ganz klar ein unvergessliches DVD-Highlight aus dem Jahr 2009 und somit eine uneingeschränkte Empfehlung!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Menschenkämpfer, Samariter, Märtyrer aus eigenem Willen - Ein sehenswerter Film der Güte zuliebe, 12. April 2011
Von 
Josephine Sterner "Bücher-Liebhaberin" (Hérimoncourt, Frankreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Sieben Leben (DVD)
Ben Thomas ist Finanzvermittler und will sieben Menschen den Glauben an das Leben wieder zurückgeben. Die sieben Leben haben die Hoffnung verloren aufgrund von Krankheiten, alltäglichen schwerwiegenden Problemen oder Unterdrückung. Eines Tages lernt Ben eine herzkranke Frau kennen, die jedoch nur noch wenige Wochen zu leben hat, weil ihr niemand ein Herz spenden kann. Ben nimmt sich das Leben, um dieser jungen Frau zu helfen...

Der Film ist atemberaubend, er schildert die Güte eines Menschen, dem seine Mitmenschen tausendmal wichtiger sind als er selbst. Diese Aufopferung ist herausragend und phänomenal, denn die Handlung des Films ist in die heutige Zeit versetzt und wo findet man heutzutage schon noch so einen Menschen, der für andere zu leben bereit ist? Nirgends. Nur in diesem Film. Darum ist die Handlung auf der einen Seite vielleicht etwas fiktiv, aber dennoch nicht abwegig, sondern mit einiger Mühe umsetzbar in die Realität. Was für andere eine siebenfache Belastung wäre ist für Ben ein siebenfaches Glück, weil er weiß, dass er damit Gutes tut. Will Smith spielt fantastisch und seine junge Kollegin ebenfalls. Der Streifen ist absolut sehenswert und nicht nur das: man sollte ihn wirklich ein mal im Leben gesehen haben und die Botschaft erhalten, die er zu transportieren versucht: Gütig mit seinen Mitmenschen umzugehen, nicht zu nehmen, sondern zu geben, sich für andere aufopfern und das freiwillig, sich als Samariter erweisen, ohne dafür ein Lob zu erwarten, sondern einfach aus Barmherzigkeit und Menschenliebe handeln. Aber das nicht für jeden! Man soll nur für die guten Menschen kämpfen, das ist auch eine Message, die vom Film ausgeht, allein sie haben es verdient, dass sie etwas für ihre Taten zurückbekommen. Ist es nicht oft so im Leben, dass die guten Menschen viel zu früh und schnell gehen und dahinscheiden, die Schlechten und Bösen dafür aber beinahe ewig leben?

Wirklich ein sehr nachdenklich stimmender Film, der beweist, dass heutiges Kino doch nicht nur Trash- und billiges Blendwerk vermittelt, sondern auch noch bodenständig und dennoch bewegend zugleich sein kann.

~Bücher-Liebhaberin~
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5.0 von 5 Sternen toller Film, 24. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sieben Leben (DVD)
... mein Sohn findet den Film einfach toll und so habe ich ihn bestellt und ihm geschenkt. Will Smith als Schauspieler in dieser Rolle einfach genial.
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3.0 von 5 Sternen Muster-Märchen, 6. September 2012
Von 
jury - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Sieben Leben [Blu-ray] (Blu-ray)
Ein Mann verursacht einen Auto-Unfall, dem sieben Menschen zum Opfer fallen. Er entschließt sich, diese Kontoüberziehung im Buch des Lebens wieder glatt zu stellen.

Heldenmut und Selbstlosigkeit, gezeigt an so liebenswerten und gut aussehenden Charakteren, lässt wohl niemanden kalt. Lassen wir mal außen vor, ob die Handlung wirklich zumindest im Extremfall eine Restchance hätte, für realistisch gehalten zu werden:

Was bleibt über die Message des Films zu sagen, wenn man erst einmal die Tränen aus den Augen gewischt hat?

Spielt dieses eiskalt kalkulierte Würfelquallen-Rührstück wirklich auf einem höheren Niveau als rührselige ÖR-Produktionen?

Mir war - im Moment des ersten Anschauens zumindest - die Niveaufrage ebenso egal wie die zweifelhaften ethischen Implikationen. Nicht einmal die völlig übertriebene Vergötterung der Möglichkeiten moderner Transplantations-Chirurgie hat mich gekratzt.

Ich habe genauso ein Tränchen gequetscht wie vermutlich die meisten Zuschauer.

Wenns damit getan ist: Unbedingt anschauen!

film-jury 3* A1032 © 7.9.2012 Genre: Drama
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19 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unterhaltsam und emotional ergreifend trotz chronologischer Komplexheit, 21. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Sieben Leben (DVD)
"Sieben Leben", nach "Das Streben nach Glück" die zweite Zusammenarbeit von Regisseur Gabriele Muccino und Hollywood-Star Will Smith, gibt dem Zuschauer zunächst mal einige Rätsel auf.
Smith` Filmfigur Ben Thomas "läuft" scheinbar relativ ziellos in der Welt umher und scheint es sich zum Ziel gemacht zu haben, anderen gezielt ausgewählten und in verschiedener Hinsicht bedürftigen Menschen, die er zunächst kennen lernt, um eine Beziehung zu ihnen aufzubauen und auch ihren Charakter zu testen, zu helfen und ihnen den Weg in ein glücklicheres und unbeschwerteres Leben zu ermöglichen.
Warum er das tut, wird dem Zuseher dabei erst nach und nach klar. Erst nach einiger Zeit versteht man, wer Ben Thomas ist, was seine Geschichte und daraus resultierend die Intention seines Handelns ist.
Und genau das ist auch einer meiner zentralen Kritikpunkte: die filmische Struktur, die Chronologie des Films. Sicher kann man da auch anderer Meinung sein, aber die Frage ist doch, was man damit bezwecken will, dass man den Zuschauer so lange derart im Unklaren lässt und ihm vor allem die ersten 20 Minuten so schwer macht. Die Geschichte an sich ist eigentlich schon so ergreifend und mitreißend, dass es sicher nicht nötig gewesen wäre, durch die komplexe Chronologie der Handlung und die zunächst nebulös bleibende Hauptfigur auch noch so etwas wie einen detektivischen Spürsinn beim Zuschauer zu erzeugen, der das, was da passiert, zu verstehen versucht. Und ob diese Verundeutlichung der Handlung wirklich als kunstvoll zu bezeichnen ist (und nicht einfach nur unnötig anstrengend für den Zuseher ist), scheint doch sehr fraglich. Denn ohne einen charismatischen Will Smith in der Hauptrolle wäre insbesondere der Anfang des Films wohl noch um einiges zäher zu konsumieren gewesen.

Fern ab des Konjunktivs allerdings - schließlich ist Will Smith nun mal der Hauptdarsteller, dem es tatsächlich auch am Anfang durchaus gelingt, das Interesse des Zuschauers zu wecken - und damit fern ab dieses einen Kritikpunktes kann man den Film jedoch fast uneingeschränkt empfehlen.
Warum?
Nun, er ist - wie schon erwähnt - ergreifend und mitreißend, er ist emotional und dramatisch, traurig, doch nicht durchweg melancholisch, einfühlsam, aber doch nicht kitschig oder übermäßig pathetisch. Und wenn er wohl auch nicht das ganz große Meisterwerk ist, das manch einer in ihm zu sehen scheint, so ist es aber, ohne euphemistisch oder zu kritisch sein zu wollen, ein mehr als nur gelungener, ein interessanter Film, der den Zuschauer unterhält und emotional ergreift - und damit genau das leistet, was man von einem guten Film erwarten darf.
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16 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nimm hin mein trauernd Herz, 6. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Sieben Leben (DVD)
Manche Filme lassen mich einfach sprachlos zurück. Sprachlos, weil ich nach dem Kinogang nicht in der Lage bin, Gesehenes und Gefühltes in Worte zu fassen. Nicht, weil es so besonders beeindruckend oder dramatisch oder schrecklich war, nein, einfach, weil mir zu manchen Filmen einfach nichts einfällt, weil sie nicht in der Lage waren, irgendeinen Eindruck zu hinterlassen. Solche Filme zu bewerten, ist wirklich schwierig, da sie weder gut noch schlecht sind, sie plätschern einfach zwei Stunden an einem vorbei und sind vergessen, wenn man wieder zu Hause ist.

Bei "Sieben Leben" ist dies besonders bedauerlich, weil der Film sowohl über ein gutes Drehbuch mit einer interessanten Idee als auch über einen überaus talentierten Cast verfügt. Allen voran Hollywoods Top-Verdiener (80 Mio. US-Dollar pro Jahr) Will Smith, für den "Sieben Leben" eine hervorragende Chance gewesen wäre, sich im Charakterfach zu profilieren, was ihm ja leider sowohl bei "Das Streben nach Glück" als auch bei "I am Legend", wo er fast alleine spielt, nur bedingt gelungen ist. Auch Rosario Dawson ("Sin City", "Clerks 2") zeigt, was in ihr steckt und spielt herzerwärmend und fragil die todgeweihte Emily. In Nebenrollen tauchen Woody Harrelson ("Transsiberian", "No Country for old Men") und der wundervolle und permanent unterschätzte Barry Pepper ("25th Hour", "Flags of our Fathers") auf. Der Soundtrack ist exzellent gewählt und untermalt die jeweiligen Szenen gekonnt. Und auch der Regisseur Gabriele Muccino, mit dem Smith bereits bei "Das Streben nach Glück" zusammengearbeitet hat, ist kein Neuling und zudem noch Europäer, was auf anti-amerikanischen Drama-Kitsch hoffen lies. Woran also liegt es nun, dass "Sieben Leben" es in 123 Minuten nicht schafft, emotionale Nähe zu seinen Protagonisten aufzubauen und eine fesselnde und zu Herzen gehende Geschichte zu erzählen? Warum springt der Funke einfach nicht über? Im Folgenden ein Erklärungsversuch. Aber davor noch das, worum es in "Sieben Leben" überhaupt geht:

Ben Thomas (Smith) ist verzweifelt, unglücklich und todessehnsüchtig. Ein schreckliches Ereignis in seiner Vergangenheit hat ihn so traumatisiert, dass er keinen Sinn mehr im Leben sieht. So eröffnet er uns schon in der ersten Szene des Films, dass er plant, sich umzubringen. Vor dieser Tat jedoch will er noch sieben Menschen zu einem besseren Leben verhelfen. Warum genau sieben und wie genau er das machen will, erfährt man leider erst ganz zum Schluss, mit ein wenig Kombinationsgabe hat man aber bereits wesentlich früher raus, worum es hier geht. Der Originaltitel "Seven Pounds" gibt einen ganz kleinen Hinweis auf das, was Ben Thomas zur Wiedergutmachung tun will. Er gibt sich als Finanzbeamter aus und eignet sich somit den Zugriff auf die Daten seiner potenziellen Günstlinge an, um herauszufinden, wer seine Hilfe am meisten verdient hat. Als er auf die schwer herzkranke Emily trifft, gerät sein Vorhaben jedoch ins Wanken, da Emily längst totgeglaubte Gefühle in ihm weckt. Wird es einen Ausweg geben, der beide glücklich machen könnte?

Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden, wobei die Auflösung letztendlich unspektakulär ist, weil sie doch latent vorhersehbar daherkommt. Es ist von Anfang an klar, dass Smith Buße tun und Wiedergutmachung leisten will. Es ist ebenfalls klar, dass ihm etwas Schreckliches widerfahren ist, das sein ganzes Leben aus den Angeln gehoben hat. Wir erfahren nur bei einer seiner sieben Auserwählten, wie genau er ihr die angedachte Hilfe zukommen lässt. Bei allen anderen wird vorerst nicht klar, wie er ihnen eigentlich helfen will, da er weder über große Reich- noch andere nennenswerte Besitztümer zu verfügen scheint.

Doch nun zum Erklärungsversuch, warum dieser Film einfach nicht zu packen weiß:

Vielleicht liegt es an mehreren Faktoren. Zum einen könnte es die nicht stringente Erzählstruktur sein. "Sieben Leben" arbeitet mit Vorschauen, Rückblenden, Gegenwärtigem, spult in regelmäßigen Abständen vor und zurück, ohne dass dies für den Zuschauer immer gleich erkennbar wäre. Man braucht immer einen Moment, bis man die Geschehnisse zeitlich richtig eingeordnet hat und verpasst so mitunter das Nachfolgende. Des Weiteren sind viele Szenen belanglos bis überflüssig, so dass sie den Fluss der Story hemmen und so ihren Teil zu unbeabsichtigter Langeweile beitragen. Wirkliche Tiefe erlangt keine der Figuren, weil man zu lange nicht weiß, was das Ganze überhaupt soll und wo es hinführen soll. Die vermeintliche Geheimhaltung des Motivs führt leider dazu, dass es einen irgendwann auch nicht mehr interessiert. Man ist fast - ähnlich wie Smith - auf der Hut vor tiefen Gefühlen für Geschichte oder Personen, weil man immer damit rechnet, gleich den alles entscheidenden Schicksalsschlag verpasst zu bekommen. Es gibt keinen Spannungsbogen, es gibt keine wirklich ergreifenden Momente (außer am Ende) und der Ausgang ist - wenn auch nur vermutet, doch recht klar und somit vorhersehbar.

Smith ist mittlerweile durchaus in der Lage, differenzierter zu spielen, man nimmt ihm den vom Schicksal gebeutelten, tief erschütterten und lebensmüden Ben Thomas jederzeit ab. Fast jedoch scheint es, als würde sich seine Vorsicht vor emotionalen Bindungen und Gefühlen auf den Zuschauer übertragen, was so einer Geschichte natürlich nicht zuträglich sein kann. Sein oft emotionsloses Reagieren auf verschiedene Personen oder Gegebenheiten macht auch den Zuschauer hilflos, eine Bindung zu den Darstellern einzugehen.

Ich bin immer noch ratlos, wie ich diesen Film nun eigentlich gefunden habe. Wie gesagt, es ist kein schlechter Film, er ist aber auch nicht wirklich gut. Mit mildem Interesse verfolgt man die Geschehnisse auf der Leinwand, freut sich über ein paar wirklich gelungene, zum Teil auch witzige Szenen und bedauert im selben Moment, wie wenig einen das Ganze letztendlich doch berührt. Selbst bei mir, die momentan sehr nah am Wasser gebaut hat, wollten sich am Ende keine Tränen einstellen. Eine leichte, aber irgendwie distanzierte Traurigkeit überfällt einen, auf der anderen Seite auch ein wenig Bewunderung für die Gradlinigkeit dieses Ben Thomas, trotz aller emotionalen Verkrüppelung. Ergriffenheit, Betroffenheit und nachempfundenes Leid bleiben aus, und das ist wirklich schade. Im Kino wurde an diversen Stellen geschnieft und geschnupft, somit denke ich, dass sich zumindest einem Teilpublikum die Bandbreite an Gefühlen, die Regisseur Muccino erzeugen wollte, erschlossen hat. Somit wird auch dieser Film sein Publikum finden. Wirklich empfehlen kann ich ihn trotzdem nicht, weil bei mir einfach die Ratlosigkeit überwogen hat, warum das alles so weit von einem entfernt geblieben ist. Ich habe mich weder übermäßig gelangweilt noch war ich gebannt von der Erzählkunst von "Sieben Leben". Es bleibt für mich ein Film, den man sich durchaus anschauen kann, aber man kann auch zwei Stunden lang irgendetwas anderes machen, was der Seele gut tut. Insofern hier drei von fünf Fragezeichen für einen Film, der viele Antworten verweigert.
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32 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ambitioniert konzipiert, aber inhaltlich unausgegoren und zu vordergründig, 6. August 2009
Von 
A. M. - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Sieben Leben (DVD)
Ohne Zweifel haben der Regisseur Gabriele Muccino und sein Drehbuchautor Grant Nieporte große Ambitionen in dieses Projekt gesteckt. Doch vieles, was andere in diesem Film entdeckten und gar loben, veranlasst mich eher zur Kritik. Auffällig war für mich allerdings, dass eine Vielzahl der übrigen Rezensenten hinsichtlich der in dem Film vorhandenen Widersprüche die Spur zu verlieren schien anstatt Fakten und die damit verbundenen Defizite benennen zu können. Dies ist denn auch einer der Gründe, warum der nachfolgende Text länger und ausführlicher ausfällt, als bei Rezensionen dieser Art ansonsten üblich, wofür ich um Nachsicht bitte. - Aus gegebenem Anlass mache ich zudem darauf aufmerksam, dass die nachfolgende Rezension <<Spoilerpassagen>> enthält, die auf Grund der inhaltlich komplexen Textstruktur nicht einzeln kenntlich gemacht werden können.

Thematisch widmet sich der Film einem so großen wie heiklen Thema: dem des Wohltäters, der anderen selbstlos hilft. Da besteht von vornherein die Gefahr, dass die Geschichte in den Kitsch abrutscht. Hier im Fall eines Mannes, der sechs Menschen jeweils eines seiner Organe spendet und einer Familie sein Haus überlässt. Bei einem einigermaßen vorhandenen Realitätssinn knirscht es da bereits in der Storyline. In Anspielung auf Shakespeare nimmt der Originaltitel "Seven Pounds" Bezug auf "Der Kaufmann von Venedig" und einen darin vollzogenen Handel des jüdischen Kaufmanns Shylock. Dabei geht es um einen Schuldschein, der diesen dazu berechtigt, im Falle nicht rechtzeitig zurückgezahlten Geldes ein Pfund Fleisch aus dem Körper seines Geschäftspartners schneiden zu können. Der in dem Handel unterliegende Antonio läuft zunächst tatsächlich Gefahr, sein Leben zu verlieren. Durch juristische Winkelzüge gelingt es, den Kaufmann Antonio vor dem Tod zu bewahren.

Dieser Film hier zeigt keine realistische Geschichte über Organspenden, dargestellt an individuellen Schicksalen. Denn in der Realität funktionieren Transplantationsverfahren keineswegs so simpel wie hier suggeriert und gezeigt wird. Wer in seinem Leben schon einmal mittel- oder unmittelbar mit Organspenden und den damit verbundenen Schwierigkeiten zu tun hatte (wie etwa dem Warten auf ein Spenderorgan, mit medizinischen und organisatorischen Problemen, aber auch mit jener schmerzhaften Erfahrung, dass ein nahe stehender Erkrankter trotz langer Wartezeit dann doch kein Spenderorgan erhält), dem wird dieser Film möglicherweise als ein ziemlich unausgegorenes und auch kitschiges Machwerk erscheinen. Dabei ist auch nicht auszuschließen, dass der Film in seiner vordergründigen Simplifizierung der zugrunde liegenden Problematik auf Betroffene und deren Angehörige regelrecht verletzend wirken mag. Für meine Begriffe scheiterten Regisseur und Drehbuchautor denn auch an einem übermächtigen Thema, da von falschen Prämissen ausgegangen wurde.

Der Film und die darin erzählte Geschichte ist fast ausschließlich auf Will Smith als Tim Thomas zugeschnitten. Dennoch erfährt man erstaunlich wenig über diese Figur. Ihre Vorgeschichte, ihre Beweggründe, ihre inneren Gedanken und Gefühlsvorgänge wie auch wesentliche inhaltliche Aspekte werden dem Zuschauer vorenthalten, was den Zugang zu diesem Film in nicht unbeträchtlicher Weise erschwert. Dies führt dazu, dass in der Geschichte bis zum Schluss blinde Flecken bestehen bleiben, die auch nicht durch das logische Miteinanderverknüpfen verschiedener Aspekte geklärt werden können. So wird etwa nie die für eine Geschichte von Schuld und Sühne nicht ganz unerhebliche Frage thematisiert, ob die Hauptfigur für ihr fehlerhaftes Handeln juristisch zur Verantwortung gezogen wurde oder nicht. Unklar bleibt auch, was Thomas veranlasst zu meinen, dass der von ihm verschuldete Tod von sieben Menschen durch das Spenden von körperlichen Organen und das Verschenken seines materiellen Eigentums gesühnt werden kann bzw. muss. Ob dies bei Thomas auf ein übergeordnetes moralisches Bewusstsein oder auf einen übersteigerten Schuldkomplex zurückzuführen ist, bleibt ebenfalls offen.

Auch die Kriterien, nach denen Thomas die Personen für seine Organspenden aussucht, und die Tricks, die er dabei anwendet, bleiben zunächst obskur, da sich für geraume Zeit der übergeordnete Sinnzusammenhang nicht erschließt. Indem sich beispielsweise der blinde Callcenter-Mitarbeiter von Thomas als vermeintlichem Kunden beschimpfen lässt und darauf höflich und mit Selbstdisziplin reagiert, erweist er sich für eine Organspende als "moralisch geeignet"! Die Einführung moralischer Kriterien aber ist so fragwürdig wie problematisch; einer Organspende als lebensrettender Maßnahme sollen ebensolche Kategorien gerade nicht zugrunde liegen, um "Aussonderungen wegen vermeintlicher Uneignung" welcher Art auch immer (außer aus medizinischer Gründen) grundsätzlich zu vermeiden. Aus ebenso guten Gründen erhalten Spender und Empfänger in der Regel auch keine Kenntnis voneinander, geschweige dass sich der Spender die Empfänger selbst aussuchen kann. Man muss insoweit konstatieren, dass dieser Film weder Organspendern noch -empfängern hinsichtlich der bestehenden realen Problemlagen auch nur annähernd gerecht wird. Auch kann ich nicht einfach darüber hinweg sehen, dass hier hinsichtlich medizinischer Ethik und Patientenrechten wie selbstverständlich, gewissermaßen durch die Hintertür, ganz merkwürdige Wertekategorien in eine Organspendenthematik eingeführt werden. Und zwar in einer Art und Weise, wie es mir gerade bei einem so hoch komplexen, auch moralischen Problemfeld wie dem genannten alles andere als angemessen erscheint.

Als Zuschauer entgeht man auch dem Ärgernis des so offensichtlich mangelndem Realismus allenfalls dadurch, indem man versucht, den Film nicht als eine wirklichkeitsnahe Geschichte sondern bestenfalls als eine abstrakte Parabel über einen schuldig gewordenen Mann anzusehen, der versucht, für einen von ihm begangenen Fehler Buße zu tun. Thomas agiert dabei zwar als zentrale Figur, aber weitgehend ohne Bezug zu den ihn umgebenden Personen. Das sind sein bester Freund (Barry Pepper), der blinde Callcenter-Angestellte (Woody Harrelson), die Jugendamt-Mitarbeiterin, der Eishockeytrainer und nicht zuletzt der Bruder von Tim Thomas (Michael Ealy) - sie alle fungieren nur als Randfiguren, die ein- oder zweimal Thomas' Weg kreuzen, um dann aber wieder an der Peripherie der Geschichte verweilen oder auch gar nicht mehr auftauchen. Hierbei handelt es sich allesamt um interessante Figuren, über die man gerne mehr erfahren hätte und die auch zu einem besseren Verständnis der Hauptfigur hätten beitragen können. Die Erzählstruktur hätte dafür allerdings sehr viel differenzierter als geschehen ausgearbeitet werden müssen, um den geschilderten Schicksalen hinsichtlich ihrer Bedeutung und Tiefe gerecht zu werden, wie das beispielsweise Robert Altman mit seinem Talent für komplexe Erzählstrukturen in seinen Filmen vermochte.

Allein Rosario Dawson in ihrer Rolle als Emily Posa wurde inhaltlich und darstellerisch mehr Raum zugestanden, was dann auch zu einer zart angedeuteten, berührend erzählten Liebesgeschichte führt. Dabei kann man zunächst sogar den Eindruck gewinnen, dass Thomas zu neuer Orientierung im Leben findet, was man fast mit Erleichterung zur Kenntnis nimmt. Dies aber erweist sich als Trugschluss, sobald man erfahren muss, dass Emily Posa ebenfalls lebensbedrohlich erkrankt ist. Dies ist zugleich Thomas' endgültiges Todesurteil, ohne das eindeutig erkennbar wird, ob diese Entscheidung nun seinem ursprünglichen Vorhaben oder seiner Liebe zu Posa geschuldet ist. An diesem Punkt, aber nicht erst hier, wird die Geschichte unpräzise, und man könnte darüber spekulieren, was wenn eingetreten wäre. Hätte Thomas von seinem Vorhaben Abstand genommen, wenn Emily Posa gesund gewesen wäre und ihrer gemeinsamen Liebe eine Chance gegeben? Statt inhaltlicher Logik, die für meine Begriffe bei einem Film mit einem so heiklen Thema unabdingbar gewesen wäre, driftet wie bei vielen anderen Hollywoodfilmen auch hier die Handlung in Gefühlsduselei ab, ohne dass Thomas' Motivation und Handeln in einer klaren Form erzählerisch dargelegt wird.

Was den Film zudem irritierend und teilweise auch verstörend macht, ist der Umstand, dass Thomas' Organspenden zwar wohltätige, dabei aber auch (selbst-) zerstörerische Akte sind. Nachdem auf Grund unglücklicher Umstände sieben Menschen durch ihn zu Tode kamen, opfert er gewissermaßen sein eigenes Leben dem sieben anderer Menschen und "zerfleischt" sich dabei regelrecht selbst. Was im "Kaufmann von Venedig" noch glücklich abgewendet werden konnte, findet hier seine Ausführung und wird zu dem vermeintlichen Versuch einer Erlösung von Schuld. Oder vielleicht aber auch nur zu einer zahlengenauen Abrechnung durch sieben gerettete Leben. - Nur in diesem Kontext wird einigermaßen verständlich, dass für Thomas am Ende ebenfalls der Tod steht und zwar in Form eines, von ihm von vornherein geplanten, kühl inszenierten Selbstmord, was im übertragenden Sinn nicht nur als ein psychisches, sondern auch als ein körperliches Zugrundegehen an dieser Schuld aufgefasst werden kann.

Zu keinem Zeitpunkt gelingt es Thomas, die ihm zugestoßenen Ereignisse zu verarbeiten, dem Wendepunkt seines Lebens positive Aspekte abzugewinnen und dadurch neue Lebenskraft zu schöpfen. In seiner geradezu verbissenen Entschlossenheit anderen zu helfen, verbleibt er ohnmächtig, sich selbst zu helfen, sein Schicksal zu überwinden. Mit seinem Plan arbeitet Thomas gezielt ebenso an der Auslöschung des eigenen Lebens, sein abschließender Tod wirkte daher auf mich ausgesprochen befremdend und auch erschütternd. Doch besaß Thomas' Plan von vornherein gleichermaßen konstruktive wie destruktive Züge. Denn sein Vorhaben beinhaltete immer auch, drastisch ausgedrückt, das Ausweiden des eigenen Körpers. Und hier bekomme ich mit dem Film ein weiteres humanethisches Problem, indem dieses Faktum mich nicht nur an sich schon erschauern lässt, sondern sich für mich dadurch der mitmenschliche Impetus wie auch der wohltätige Nutzen in Frage stellt. Von einer dabei ebenfalls vorhandenen Intention, auf diese dann fast schon absurd zu nennende Weise womöglich eine seriöse Diskussion über Organspenden in Gang setzen zu wollen, an dieser Stelle einmal ganz zu schweigen.

Denn nach dem erfahrenen Unglück hätte es für Thomas durchaus konstruktive Wege gegeben, gegenüber der Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen und auf diese Weise moralisch Abbitte zu leisten. Dazu aber hätte er die erlittene Schuld verarbeiten und sich in einem gewissen Maße auch von ihr befreien müssen. Dass Thomas dies nicht gelang, führte zu dem Konflikt, der für diesen Film wie auch für seine Hauptfigur bestimmend ist: Der einerseits positiv zu bewertende Wille, anderen zu helfen, dem gleichzeitig aber ihr eigenes schmerzvolles Scheitern gegenüber steht. Am Ende ist man als Zuschauer mit der Frage konfrontiert, ob man durch die sieben geretteten Leben Thomas' Tod tatsächlich als gerechtfertigt ansehen will und dieser somit positiv umgedeutet werden kann. Insofern hängt die individuelle Bewertung des Films davon ab, ob man mit Thomas' Organspenden das von ihm verursachte Unglück, seine Schuld und sein eigenes seelisches Leid wie auch sein schmerzhaftes, selbst verursachtes Ende als gesühnt anzusehen bereit ist.

Der Film hätte ein kraftvoller Appell an die Hoffnung und das Leben überhaupt sein können. Durch Thomas' Selbsttötung und seinen scheinbar ausweglosen Weg dorthin aber wurde er für mich dem entgegen zu einer Elegie, voller Trauer und Vergeblichkeit, wodurch - was den wenigsten Rezensenten hier aufzufallen schien - auch die ursprüngliche humanitäre Grundaussage, wenn nicht konterkariert, so doch in Frage gestellt wurde. Das nachfolgende, vergleichsweise "gute Ende" wirkte auf mich halbherzig motiviert und leider auch regelrecht abgeschmackt. Die von Thomas geretteten "Sieben Leben" werteten seinen Tod weder auf noch relativierten sie ihn, auch wenn das Filmende genau dies suggerieren sollte.

Anhand der dargelegten Aspekte und Bedenken bleibt somit die Frage, worauf die Filmemacher mit ihrer Geschichte denn hinaus wollten? Ich persönlich empfinde den Rahmen der Geschichte bereits unglücklich gewählt und dabei nicht nur wenig überzeugend, sondern auch ausgesprochen problematisch. Das Thema Organspenden fungiert hierbei eigentlich nur als Vehikel für die mit Thomas' Schicksal in Verbindung gebrachte Liebesgeschichte. Weder auf Thomas' schuldhaftes Verhalten noch auf das Thema Organspenden haben sich die Filmemacher ernsthaft eingelassen, obwohl beides eine tiefergehende Auseinandersetzung erfordert hätte. Wesentliche inhaltliche Punkte, die notwendig gewesen wären, damit die Geschichte auch einer kritischen Hinterfragung standgehalten hätte, wurden von vornherein ausgespart. Stattdessen setzte man auf eine nicht näher begründete Bedeutungsschwere, die vieles unausgesprochen und somit auch unbeantwortet lassen konnte.

Anstatt das Thema Organtransplantationen in seiner Ambivalenz zu erfassen und in Verbindung mit einem persönlichen Schicksal glaubwürdig zu veranschaulichen und möglicherweise kritisch zuzuspitzen, wurde die Geschichte bereits durch die Unklarheiten der Vorgeschichte verwässert und den weiteren Verlauf der Liebesgeschichte dem Kitsch preisgegeben. Meine grundsätzliche Verärgerung über diesen Film, in kurze Worte gefasst, erweist sich somit in dem Umstand begründet, dass ein Interesse der Filmemacher bei diesem Projekt an dem so diffizilen Thema Organspenden oberflächlich zwar permanent behauptet, dieses inhaltlich aber nicht einmal ansatzweise in einer seriösen Form eingelöst wird! Dieser Film ist dem entgegen eine ziemlich aufgebauschte und aufgesetzte Mogelpackung. Denn vieles wird angedeutet und behauptet und zudem auf eine pseudo-philosophische und -moralische Ebene gehoben, dem dann im weiteren Verlauf aber nicht mit der notwendigen und gebotenen Kausalität Rechnung getragen wird.

In der dargebotenen Form verschenkte der Film inhaltlich und erzählerisch viele Möglichkeiten und war mir mit einer Spieldauer von fast zwei Stunden, weil in seiner Gesamtheit zu substanzlos, auch zu langatmig. Chronologischer aufgebaut und mit mehr Fakten und Realismus anstatt mit penetrant vordergründiger Gefühlsduselei versehen, hätte dieser meines Erachtens eher überzeugen können. Dieser Film ist ein breit ausgewalztes Melodram auf der Grundlage eines mehr als fragwürdig aufbereiteten Themas, aber mit Sicherheit kein Meisterwerk.
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19 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Muccino und Smith gelingt ein oscarreifes Meisterwerk, das Seinesgleichen sucht!, 11. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Sieben Leben [Blu-ray] (Blu-ray)
Normalerweise stehe ich jedem Film kritisch gegenüber, zumal dieser hier im Vorfeld fast kein Bisschen der Story Preis gab. Glücklicherweise, muss man sagen. Doch Will Smith und Gabriele Muccino schafften es, ihre erste Zusammenarbeit 'Das Streben nach Glück' um Längen zu schlagen.

Hinzu kommen noch die überragend zerbrechliche Musik eines Angelo Milli und selbstverständlich das Grundstein legende und bis zum Schluss mehr als faszinierende Drehbuch von Grant Nieporte. Will Smith wirkt in diesem Drama so unglaublich jung, mysteriös und in den Bann ziehend, dass allein dies bereits jeden einzelnen Cent des Kino-Eintrittes wert war.

Man muss sich definitiv auf den Film einlassen, die Geschichte selbst zusammensetzen. Der Plot scheint einem zunächst seltsam, wird jedoch spätestens am Ende des Films so verdammt schlüssig, dass bei jedem auch nur halbwegs emotionalen Menschen der Mund offen steht und die Tränen fließen werden. Man fängt nach der Vorstellung wie von selbst an, über alles bis ins Kleinste nachzudenken und würde ihn danach am liebsten gleich noch einmal sehen, um mit dem Wissen um den Ausgang noch einmal jeden Handlungsstrang erleben zu können.

Die Academy Awards wurden einzig für diesen Film geschaffen. Sowohl Smith als auch Dawson, Muccino, Milli, Nieporte und dem Film selbst würde ich einen Oscar mehr als nur gönnen! Die beste Leistung des sonstigen Action-Heroen und ein übergroßes Stück Filmgeschichte.
Ein schier unmöglich zu übertreffendes Meisterwerk!
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5.0 von 5 Sternen In sieben Tagen erschuf Gott die Welt, und in sieben Sekunden hab ich meine zertrümmert., 1. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Sieben Leben (DVD)
7 Leben
Björn Daniel Weissberg

'In sieben Tagen erschuf Gott die Welt, und in sieben Sekunden hab ich meine zertrümmert.'

Ich gehöre wohl nicht zu den Menschen, denen ein Film soweit begeistern kann, dass sie ihn mehrmals hintereinander sehen, ich liebe anspruchsvolle Filme, Geschichten mit einer tiefgründigen Botschaft in einer Welt, die sie so nötig hat, wie nie zuvor. Wir haben das Jahr 2009 und ich bin tief betrübt. Ich bin aber auch überrascht, erstaunt, vielleicht trage ich auch ein Funken Freude in mir. Es ist die Freude ein Erlebnis gehabt zu haben. Ja, ich gestehe diesen Film nicht nur einmal gesehen zu haben. Ich wollte ihn fassen lernen, um jetzt hier sitzen zu können und zu berichten, währenddessen mir die Bilder, die Stimmung und die Musik nicht aus den Gedanken gehen.
Wer hätte gedacht, dass der damalige Prinz von Bel-Air, der Komiker, der durch Actionfilmen bekannte Will Smith in eine Rolle wächst, die man so gar nicht gewöhnt ist und doch ist es ihm gelungen, vor allem durch sein schauspielerisches Talent, seiner Gestik, seiner Mimik, eine Rolle zu zeigen, die sich nicht nur durch Authentizität und Sympathie in die Herzen der Zuschauer spielt. Es ist eine Rolle mit Botschaft.
Ben Thomas ist scheinbar ein Vertreter der staatlichen Finanzbehörde, scheinbar liegt seine Aufgabe darin, gewisse 'Lebensumstände' von Menschen drastisch zu verändern. Ben Thomas geht nicht stupide nach Zahlen und Fakten in maroden Akten, er beobachtet, er analysiert und interpretiert. Sein Ziel: Sieben gute Menschen zu finden und ihnen zu helfen. Der rote Faden: Jedes Schicksal dieser sieben Menschen führt den Zuschauer zu der schockierenden Wahrheit über den Herrn im Anzug und Koffer, der, als er ein kleiner Junge war, Ingenieur werden wollte, um später den Menschen in einem Raumschiff auf den Mond zu verhelfen. Ein Autounfall, bei dem sieben Menschen ums Leben kamen veränderte sein Leben, bei dem er nicht nur seine Frau verlor, sondern auch sich selbst. Erst nachdem er seinem Bruder eine Lungenhälfte spendet, da bei diesem Lungenkrebs diagnostiziert wurde findet er eine neue Aufgabe und einen neuen Weg, seine 'Schuld' zu begleichen.
Es ist der Weg eines Suizidgefährdeten, der auf seiner Reise zur Erlösung die Hände ausstreckt und als Messias den Menschen Hoffnung gibt, die ihre verloren haben. Vielleicht ist es dieses brisante Thema, die Identifikation mit ihm, dieser Bruch eines Tabus, der dazu geführt hat, dass 'Sieben Leben' für keinen einzigen Oscar nominiert wurde und doch wäre es einer der wenigen Filme, die vor allem im Bereich Beste Hauptrolle die derzeitigen Kandidaten bei weitem toppen könnte. Und doch möchte ich zugeben zu verstehen warum dieser Film teilweise keine Würdigung erfährt.
Vor allem in Amerika ist das Thema des Suizid ein Heikles und hier Deutschland gilt das ungeschriebene Gesetz, die Identifikation mit einem 'Selbstmörder' durch die Presse zu verhindern. Diese Personen, in ihrem eigenem gescheiterten Leben dürfen keine Vorbilder sein ' sollten sie nicht und doch geht mir der Gedanke nicht aus dem Kopf, dass Ben Thomas Suizid nicht umsonst gewesen ist, dass er nötig war. Auch wenn viele Kritiker davon ausgehen, dass seine sieben guten Taten zu Surreal seien, überhaupt nicht auf das reale Leben übertragbar möchte ich sagen, dass dies gar nicht von Belangen ist. Es ist die Botschaft, die dahinter steckt. Eine wertvolle Moral, verpackt in einen zweistündigen überaus liebevoll konzipierten Film vom Regisseur Gabriele Muccino, bekannt für 'Das Streben nach Glück', so zu sagen ein Wiedersehen mit Will Smith und einer tiefgründigen Auseinandersetzung eines alltäglichen Themas, das all zu oft totgeschwiegen wird.
Die Moral: Auf die inneren Werte zu blicken und selbst in der tiefsten Dunkelheit ein Lichtblick zu finden, Ben Thomas fand seinen Weg in dieser Dunkelheit, und schenkte durch seinen Tod sieben Menschen das Leben. Etwas Absurd scheint es schon, dass durch ein Suizid, die Menschen um einen herum glücklich sind, doch in dieser Geschichte, die überaus gelungen konzipiert ist, ist es die umgekehrte Logik, die nicht surreal, sondern ein Vorbild und ein Beispiel der heutigen Gesellschaft sein sollte. Damit meine ich nicht, sich umzubringen und davor ein paar Menschen glücklich zu machen, ich spreche davon: Füreinander da zu sein, in die Herzen zu blicken, vielleicht ein wenig Abstand von sich selbst, von seinem eigenem Egoismus zu nehmen.
Und so möchte ich vor allem noch einmal Angelo Milli loben, der es verstanden hat, diese wundervoll berührende Geschichte in Noten zu kleiden. Als ich auf die sich bewegenden Bilder sah, war es vor allem die Musik, die einen greifbaren roten Faden bildete und in jeder Situation passend einleitete und begleitete. Und selbst in der finalen Szene war die Identifikation, das Schockierende des Suizids nur möglich gewesen, weil die Musik mein Herz erreichte und mich aus meiner männlichen Rationalität riss, um genau wie ein sentimentales Mädchen zu heulen. Ja, ich weinte, nicht, weil Ben Thomas gegangen war, sondern, weil er ein herzensguter Mensch war, bis zur letzten Sekunde.

Und daher kann ich mich in jeder Hinsicht nur für den Film aussprechen. Glaubwürdige Schauspieler, eine vielleicht aus dem leben gegriffene Geschichte, mit ihrer Art von Spannung und Wendung und eine wundervoll konzipierten Musik. Ich freue mich darauf, wenn eventuell das Duo Will Smith und Gabriele Muccino ein weiteres interessantes und tiefgründiges Thema abhandeln.
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Sieben Leben
Sieben Leben von Gabriele Muccino (DVD - 2009)
EUR 4,99
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