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Kundenrezensionen

4,7 von 5 Sternen43
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am 15. Oktober 2005
NIN Mai 2005, Sigur Rós September 2005, Boards Of Canada Oktober 2005, also ein Jahr, wo drei meiner absoluten Lieblingsbands eine CD rausbringen. Natuerlich ist man immer skeptisch, aber sobald die ersten Toene von "Takk..." erklingen, hoert man eine Stimme im Kopf, die einem sagt: "Willkommen in Island, bitte bleiben Sie die naechsten 65 Minuten entspannt sitzen, die Aussentemperatur betraegt 26Grad und die Sonne scheint." Wie sich spaeter rausstellen wird, sind wir dieses Mal auf einem ganz anderen Fleckchen als vor 3 Jahren gelandet.
Natuerlich gibt es wieder die fuer Sigur Rós typischen Glockenspiele, Streicher- und Pianoparts(ja, Blaeser sind auch wieder mit von der Partie), aber es hat sich auch vieles geaendert. Das beste Beispiel dafuer ist wohl 'Sæglópur', der nach zwei Minuten in ein Konglomerat aus Gitarrengewitter, Blastbeats und Krach ausbricht(fuer ihre Verhaeltnisse, versteht sich), dass es einen glatt aus den Socken haut, aber wie immer nicht ohne davor ein Laecheln auf das Gesicht des geneigten Hoerers zu zaubern. Mit 'Mílanó'(in meinen Augen neben 'Hoppípolla' der vielleicht typischste Sigur-Song) wird dann ein Song hinterhergeworfen, der sehr (-esque ist, der naechste biegt dann aber gleich wieder um eine komplett andere Ecke und ist wohl das fragilste und rhythmisch abwechslungreichste Stueck des gesamten Albums: 'Gong', das auch ein weiteres, grosses Plus des Albums offenbart: die Drums, die so viel zur neugewonnen Dynamik des Albums beitragen. In 'Glósóli', der ersten "Single" bilden diese den Spannungsbogen und im Aufbauen und entladen von Spannungen sind Sigur Rós ja bekanntermassen die Meister. So auch zu hoeren bei 'Svo Hljótt', einem der schoensten Songs des Albums.
Viel mehr will ich auch gar nicht schreiben, ich setz' mich gleich wieder hin und hoere mir das Album an. Jeder hat sowieso eine andere Empfaengnis fuer ihre Songs, also sollte auch jeder das Album fuer sich selber hoeren und interpretieren. Nur noch das: Vielerorts konnte man lesen, dass "Takk..." benutzerfreundlicher sei als der Vorgaenger, das stimmt zwar, aendert aber nichts daran, dass man dem Album immer noch seine volle Aufmerksamkeit schenken muss, um die Vielschichtigkeit zu erfassen. "Takk..." ist halt eine eierlegende Wollmilchsau.
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am 5. Januar 2006
Ich schreibe eine zweite Rezension zu dieser CD, da meine erste mehr oder weniger eine Vorschau war. Nun ist "takk..." fast schon 4 Monate alt, somit sind die Eindrücke nun festgewachsener, klarer. An der 5-Sterne-Bewertung hat sich nichts verändert, denn bei "takk..." handelt es sich sicherlich um eines der besten Alben des vergangenen Jahres. Die Isländer, die uns in den letzten Jahren mit ihrer Klangmagie verzauberten brachten mit "takk..." ihr erstes Album bei einem Majorlabel heraus, EMI. Viele befürchteten den Niedergang der Band, das kommerziell werden von Sigur Rós. Ich wusste vom Anfang an, dass das nicht so schnell geschehen würde und das "takk..." jedenfalls noch eine Perle werden würde, wie es "Ágaetis Byrjun" und () auch waren.
Dieses Album schreit, pulsiert, schweigt. Hört man in einem Augenblick nur das Glockenspiel vor sich hinklimpern, bricht im nächsten Moment ein treibendes Schlazeugspiel ein, zerstört die Atmosphäre, erbaut sie neu. Gute Beispiele dafür sind "Glósóli" und "Saeglópur". Was dieses Album ausserdem bestimmt, ist die durchaus frohe Atmosphäre. War () eigentlich nur depressiv, wenn man es so nennen will, droht "takk..." vor Glück fast zu platzen. Für Sigur Rós-Verhältnisse, versteht sich. "Sé Lest" besteht aus lauter Glockenspiel, am Ende wird ein Volksorchester mit einbezogen, das ist Festmusik. "Hoppípolla" ist eine Art Gedenken an die Kindheit, die man in Pfützen sprigend verbrachte. "en ég fae blódnasir, en ég stend alltaf upp/und ich bekam Nasenbluten, ich stand aber immer wieder auf". Kindergedanken, sorglos sein. Nach so einer Zeile kann man in "Ágaetis Byrjun" lange suchen. Man bemerkt eindeutig, dass Sigur Rós, "vitaler" geworden sind. Die Songs sind schneller und rythmischer, es gibt mehr Piano, mehr Samples und Streicher. Trotzdem versinken Sigur Rós nicht in einem Meer aus Sound und Kitsch wie Coldplay. "Gong", eines der Highlights dieses Albums ist ein toller Beweis dafür. Rythmisch stark, trotzdem schlicht. Doch obwohl die Songs insgesamt kompakter sind, sind sie verträumt. Obwohl dieses Album froh ist, kann es traurig werden. "takk..." lebt von Gegensätzen. Bringt viel Sound, wo vorher nichts war. Und wenn man gerade denkt, man hätte dieses Album komplett erschlossen, verstanden und angenommen, hebt es nochmal ab. Und fliegt. Dem Himmel entgegen.
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am 7. Oktober 2005
Dieses Album ist wirklich ein Glanzstück! Jedoch ist nicht alles Gold was glänzt. Dieses Album hat auch seine schwachen Stellen, denn es kommt an einigen Stellen zu mainstreammäßig daher. Milanó zum Beispiel ist zwar über 10 Minuten lang, aber es passiert nicht allzuviel in dem Lied. Überhaupt fehlen dem Album ein wenig die Überraschungen, die man von ágætis byrjun und () kennt.
Jedoch hat das Album auch seine guten Seiten. Der Stil geht mehr in Richtung ágætis byrjun, was mir persönlich besser gefällt als () und damit sind auch wieder opulente Arrangements drauf, wie man sie von viðrar vel til loftárása kennt. Takk kommt nicht so düster daher wie () wirkt dadurch aber an manchen Stellen zu poppig und an anderen zu kitschig, weil in einigen Liedern ein Glockenspiel den Ton angiebt. Diese Lieder könnten auch von Björk sein, was ja nicht unbedingt ein Nachteil ist, dennoch finde ich, dass Sigur Rós sich selbst treu bleiben sollten. Alles in allem hat das Album dennoch fünf Sterne verdient, weil Sigur Rós es geschafft haben die hohen Ansprüche ihrer Hörer zu erfüllen, was immer schwieriger wurde, weil die Band immer bekannter wurde und immer mehr über ihre Musik geredet wurde. Da gerät man natürlich unter Druck. Trotzdem haben sie es geschafft ein Album zu machen, dass man von vorne bis hinten genießen kann.
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am 20. September 2005
Ausnahmemusik.Man hat oft das Gefühl das Dach über einem anheben zu müssen ,damit einen nichts mehr trennt zwischen Hier und den Sternen.Bilder aus der Kindheit,Trauer und Freude.Sigur Ros geben der Musik eine solche Kraft ,dass man glaubt sie wäre nur für einen selbst geschrieben.Dinge für die einem normalerweise Worte fehlen sind beschrieben.und wie.Kaufen .Dach sprengen.
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am 21. September 2005
Drei Jahre sind seit dem letzten Album vergangen und die die Vorfreude auf das neue Album wurde durch die Tour im Sommer noch gesteigert.
Auf der Bühne präsentierte sich Sigur Rós schon etwas gitarrenlastiger als man es von den Studioalben her gewöhnt war - aber der Effekt war unglaublich.
Genau diese Atmosphäre haben die Isländer auf ihrer neuen CD perfekt eingefangen. Sanfte, nach einem Kinderxylophon klingende Töne wandeln sich in Minuten zu E-Gitarren dominierten Klanggewittern, um den Zuhörer dann wieder sanft in das nächste Lied überzuleiten.
Ich kenne keine Band, die es schafft, mich in sechs bis acht Minuten auf eine solche Achterbahn der Gefühle mitzunehmen und mich dazu bringt, jeden Ton gleichermaßen zu geniessen.
Am Ende bleibe ich in der Achterbahn sitzen, drücke auf Start und eine neue Fahrt, auf der ich wieder etwas Neues entdecke, beginnt.
Dieses Album kann ich wirklich jedem ans Herz legen, der sich für Musik begeistern kann... 5 Sterne und mehr!
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am 16. September 2005
Es beginnt langsam, dieses Album. "Takk", der Titeltrack dieses Albums, stellt eine Art aufwärmende Ouvertüre für "Takk", das Album dar.
Zu hören sind einige Streicher, die aber keine Melodie spielen, sondern nur einen Klangteppich ausbreiten für einen unglaublich intensiven Bass, der das ganze Album über präsent sein wird - wenn auch nicht immer an vorderster Stelle.
"Takk" hat es nicht leicht, neben den Überalben "()" und "Agaetis Byrjun" zu bestehen, zu intensiv, zu melancholisch, zu perfekt kommen sie daher.
Deshalb ist es eine umso positivere Überraschung, dass "Takk" ein ganz kleines bisschen zugänglicher und leichter erscheint als seine Vorgänger, ohne dabei an Emotionalität vermissen zu lassen.
Der Sound wurde sozusagen behutsam entstaubt und erscheint darum sehr frisch.
Auch in diesem Album gibt es Melodiefragmente, die zum Sterben schön sind und scheinbar selbstverständlich zwischen dem getragenen Gesang und den Gitarrenwänden sowie diversen Klangexperimenten und dem Orchester auftauchen.
Die Klaviermelodie auf "Hoppipolla" ist ein solches Beispiel und erinnert sehr schön an "()" und "Agaetis Byrjun", ohne ein Plagiat zu sein.
Einziger Wehrmutstropfen: Die wie ein sehr schönes Buch gestaltete Hülle ist einzig und allein dies: eine Hülle.
Leider fehlt ein Booklet oder Ähnliches, aber angesichts der Musik kann ich das verschmerzen.
"Takk" ist ein schönes, ein trauriges, ein wunderbares Album.
Eines meiner ganz großen Highlights in diesem Jahr und stimmig für den Herbst.
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Es geht eine magische Anziehung von dieser CD aus. Bisher hatte ich nie von Sigur Ros gehört. Dann bekam ich ihre CD "Takk" empfohlen. Beim ersten Hören war ich, sagen wir "irritiert". Nach wenigen Malen war ich aber dem Sound von Takk verfallen. Wieso? Das ist mir selber nur schwer erklärlich.
Ja, die Band kommt aus Island. Da denkt man doch gleich an Björk. Und ähnlich außergewöhnlich ist die Musik von Sigur Ros, wenn auch ziemlich anders. Die Lieder sind geprägt vom Falsettgesang des Frontmanns Jorni, der z.T. in isländisch, z.T. in "vonländisch", einer lautbildenden selbsterfundenen Sprache singt. Alles in recht hohen Sphären schwebend, melodisch und (wie gesagt, erst nach einer gewissen Phase des Reinhörens) eingängig und einfach faszinierend. So ist die CD schon seit Wochen mein absoluter Dauerbrenner, von dem ich kaum noch loskomme.
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am 23. August 2011
Es war nicht unbedingt zu erwarten, dass die Geheimfavoriten geschmackssicherer Rock-Fans aus Island ihr herausragendes zweites Album "Agaetis byrjun" jemals übertreffen würden.
Zu faszinierend waren die melancholischen Melodien und die düster-verträumten Klanggebilde, die in so mitreißender Manier in ausschweifende rockige Klangattacken mündeten.
Doch nun ist "Takk" auf dem Markt und man stellt fest, dass dieses Album durchaus an die Qualität von "Agaetis byrjun" heranreicht. Dabei ist das oben beschriebene Rezept der Band ähnlich geblieben. Faszinierende Melodien, die uns in unserem Kopfe in weite Landschaften und wundervolle Tagträume entführen, werden äußerst kraftvoll in Szene gesetzt, enorm laut und kraftvoll, und trotzdem sanft, mit mitreißenden Dynamikwechseln und kontrastreichen Sounds, von sanften Geigen und Klavierklängen hin zu einem brachialen Schlagzeug-Sound, einem wahren Monster-Bass. Über allem schwebt der extraterrestrisch anmutende Falsett-Gesang von Jonsi Birgisson, der mal wieder so wunderschöne Melodielinien erzeugt, dass man nur vor Bewunderung den Hut ziehen kann.
Im Vergleich zu "Agaetis byrjun" wirkt "Takk" etwas leichter und fröhlicher. Immer noch melancholisch und auch immer noch düster, entführt das neue Album jedoch eher in Szenerien, die sich bei Sonnenaufgang abspielen. Dieses Plus an Leichtigkeit und Minus an Dunkelheit wird vor allem dadurch erreicht, dass das Klavier und die Streicher die dominanten Rollen von Orgel und Cellobogen-Gitarre übernehmen.
Die einzelnen Songs der Isländer sind dabei hervorragend wie immer. Mit "Glosoli" liefert die Band sofort ein absolutes Highlight: Eine eingängige Bass-Linie bietet die Grundlage für einen Song, der von der Rhythmus-Abteilung nach und nach mit einem Zuwachs an Dramatik versehen wird, bis er sich in einer wunderschönen, brachialen Klangcollage verliert, die mehr als Gänsehaut erregend ist.
Mit "Hoppipolla" und "Meo Blodnasir" folgen zwei melodiöse Songs mit viel Streichereinsatz, bevor mit "Se Lest" eine zugegebenermaßen recht schwer zugängliche Klangcollage geliefert wird. Umso genialer und vom ersten Moment an überzeugender wirkt dafür "Saeglopur": Jonsis herausragende gesangliche Melodieführung sowie ein super-kraftvolles Arrangement über ein gefälliges und hochdramatisch anmutendes Piano-Riff sorgen für einen herausragenden Sigur-Ros-Titel.
Ähnliches gilt für das zunächst ruhig beginnende, aber mit einem umso packenderen Refrain versehene "Milano".
Mit "Gong" folgt ein weiterer herausragender Titel, der von einem sehr schönen Gitarrenpicking, einer exzellenten Schlagzeuger-Leistung und einem wieder mal glänzend aufgelegten Sänger zu dem wahrscheinlich besten Titel des Albums gemacht wird. Die etwas unauffälligeren letzten drei Tracks "Andvari", "Svo Hljott" und "Heysatan" runden das Album in ruhiger Manier ab.
Mit "Takk" ist Sigur Ros das wahrscheinlich beste Rock-Album des Jahres 2005 gelungen. Auch bei uns führt die isländische Band noch eher das Dasein eines Inisdertipps für musikalisch und künstlerisch sehr interessierte Hörer, jedoch hat die Qualität der Songs dieser Gruppe, wie der Erfolg von Sigur Ros in den USA beweist, viel mehr Potenital.
Mit "Takk" haben sich Sigur Ros eindeutig im Kreis der überragenden Rockbands dieser Welt etabliert, da sie die auf ihrem erfolgreichsten Album präsentierten Stärken klar bestätigen konnten.
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VINE-PRODUKTTESTERam 13. September 2005
Große Gefühle. Ja, es macht mich als Höhrer überglücklich zu sehen, dass es noch Musik mit Gefühl gibt, Musik die einen im tiefsten Mark berührt, mitreißt und bewegt. Sigur Rós heißt diese Band die diese Musik macht.
Wir leben in keiner guten Zeit. Die Gesellschaft verdummt zusehens, wir leben in Angst vor Terror, Armut und Arbeitslosigkeit. Auch musikalisch sind wir von Oberflächlichkeiten überschüttet worden. In den Charts streiten sich Schnappi und der verrückte Frosch um die forderen Plätze, die Kinder hören lieber Prollo Hip Hop aus Amerika ohne Inhalt, in Afrika sterben Kinder... ach und selbst Coldplay klingen mittlerweile nur noch mittelprächtig. Auf was kann man sich noch verlassen?
Doch dann legt man diese CD ein... "Takk..." ("Danke!")und man entschwindet für etwas mehr als eine Stunde in einer Welt voller fantastischer Klänge und Musiken, voller Gefühl und Emotion. Lichtjahre von dem entfernt, was es da draußen noch gibt, weit weg von all der Hektik, dem Stress und der Angst. Und man findet sich wieder irgendwo in Island... an den felsigen Küsten, den grünen Hügeln, am Meer, Keine Menschen, kein Nichts... nur diese Musik. Mit dieser Landschaft kann man die Musik von Sigur Rós am besten beschreiben. Mann kann aber auch an irgend etwas anderes schönes oder trauriges denken. Das ist das schöne an dieser Musik. Sie macht einen in gleichen Maasen traurig und melancholisch wie auch optimistisch und hoffnungsvoll. Aufbruchsstimmung halt.
"Takk..." ist nach dem etwas experimentelleren "()" wieder näher an "Agaetis Byrjun" von 2000 dran. Stellenweise klingt das ganze diesmal etwas glatter als sonst und ist einsteigerfreundlicher. Mehr als zuvor steht das Piano im Vordergrund, sowie dezente Streicher. Die bekannten Störreffekte sind etwas seltener geworden. Die Songstruktur ist etwas ebener geworden, aber das ist keinesfalls falsch sondern passt hervorragend. Stellenweise rockt es auch ein wenig wie z.B. bei dem überraschend groovigen "Gong". Aber logischerweise bleibt es auch ansonsten sehr ruhig.
Diese Musik ist ehrlich und berührt mich. Ich habe dieses Album erst gestern bekommen und halte es schon jetzt für ein Meisterwerk. 6 Sterne oder vielleicht 7 wären ideal, aber amazon lässt einen ja leider nur 5 vergeben.
Was soll ich noch anderes pathetisches schreiben? Ich sag einfach: Kaufen! Sigur Rós sind eine Pflicht für jeden Musikfan. Keine Band klingt wie sie... und das ist gut so. Sie geben Trost und Hoffnung, berühren und sind die vielleicht einzig wirkliche Alternative für all die jenigen die etwas ehrliches und künstlerisches in der heutigen Musik suchen. Und die Rezension klingt deshalb so melancholisch, weil es diese Musik ist. Sorry. Aber Sigur Rós gehören zu den wenigen Auswegen und Alternativen zu dieser immer feindseeligeren und hektischeren Welt da draußen. Allein deshalb gebührt ihnen mein Respekt. Also Danke bzw. Takk! DAS Album des Jahres 2005.
0Kommentar22 von 26 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Sigur Rós anno 2005: von einschmeichelnd bis knochenberstend, wunderbar smoothe Dynamik-Steigerung die Godspeed You! Black Emperor oder Explosions in the Sky nicht hätten besser machen können, Wall of Sound Galore! So klingt zumindest Glosoli, der Opener von Takk.
Und so ähnlich geht es dann im Verlauf des Albums weiter: Glockenspiele, Streicher und Pianos bauen wunderschöne Luftschlösser in den wolkenlosen Himmel, aber ein heran-nahendes Gewitter aus knarzigen Moog-Synths, endlos übersteuerten Gitarren, höllische Polterdrums und Becken, Becken, Becken stürzen diese dann in ein Meer aus kakophonischen Noise-Attacken und Feedback voll mit Inseln aus schwelgerischem Pathos und melancholischen Gesängen, traumhaft unschuldigen Melodiebögen und kleinen Sample-Schnipseln die sich wie Hobelspäne aus den Gesängen schälen, zu Boden fallen und dort blütenreich neue Spielwiesen für ausgefallene Ideen wuchern lassen.
Da trampeln komplette Polka-Marschkapellen wie betrunken durch das Soundgemälde, verbreiten handgetrommelte Drum'n'Bass Rythmen Unbehagen und urplötzlich schimmern kleine Pop-Perlen durch das Dickicht aus befremdlich düsteren Klangflächen, hypnotischen Doomgitarren und wabernden Bass-Drones.
Überhaupt: Man denkt ja, nach Ágætis Byrjun und ( ) kennt man das Konzept Sigur Rós gut genug und ist eigentlich nicht mehr soooo überrascht, aber es ist einfach umwerfend wie weit Sigur Rós eigentlich mit ihrer Idee von Musik von gängigen, Pop-tauglichen Konzepten entfernt sind. Und wenn dann doch etwas poppiges aufblitzt, dann gleich zuckersüß und absolut über-harmonisch dass man direkt "Karikatur" denken mag.
Und dass ist vielleicht das einzige Problem an TAKK: manchmal ist der Zucker vielleicht etwas dick aufgetragen, der Pathos ein wenig übertrieben und die Glückseligkeit auch ein wenig kitschig.
Allerdings trägt dies wiederum dazu bei, dass wenn es dann mal dramatisch wird, wenn sich die Wolken verfinstern und plötzlich das Inferno losbricht, dann stürzt im wahrsten Sinne des Wortes der Himmel ein ...
FAZIT: Großes Kino für die Ohren. Überdramatisiert und schwelgerisch, eine perfekt Symbiose aus ( ), Ágætis Byrjun und dem experimentellen Klicker-Klacker-Soundtrack für Merce Cunninghams Split Side Performance von 2004.
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