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26 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ein Krieg, ganz gleich, mit welch ehrenden Zielen geführt, bringt niemals Heilige hervor",, 31. Januar 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Tage des Zorns (DVD)
Dänemark im 2. Weltkrieg: Flamme (Thure Lindhardt) und Citron (Mads Mikkelsen) sind Mitglieder des dänischen Widerstandes. Mit kaltblütiger Präzision richten sie mit den Deutschen kollaborierende Landsleute hin. Während allerdings Attentate auf den Gestapoführer Hoffmann (Christian Berkel) und die Deutschen Truppen strikt untersagt sind. Alsbald keimen in ihnen erste Zweifel an ihren mörderischen Missionen auf. Während Citrons Kampf ihn zunehmend von seiner Familie entfremdet, lässt sich Flamme auf eine Affäre mit der undurchsichtigen Ketty (Stine Stengade) ein. Diese scheint ein doppeltes Spiel zu spielen. Langsam beginnen die Grenzen zwischen Gut und Böse zu verschwimmen...

"Tage des Zorns" ist keine Heldengeschichte. Zwar basieren die Ereignisse grob auf historischen Geschehnissen, allerdings gilt das Augenmerk des Films eher auf die Entwicklung der beiden Hauptfiguren Flamme und Citron. Die historischen Vorkommnisse dienen dazu ein Psychogramm der beiden zu erstellen, wie sie gleichermaßen unter der Gewalt leiden, sie aber trotzdem ausüben. Diese psychischen Auswirkungen werden in vielen Szenen überzeugend dargestellt, in erster Linie aber durch den sichtbaren Vertrauensverlust der handelnden Personen. Hier liegt auch ganz klar die Stärke in diesen Film. Der Zuschauer weiß bis zum Schluss nicht, wie sich die immer mehr zuspitzende Lage für alle Seiten entwickeln wird. Mit jeder Szene verschwimmen die Grenzen zwischen Schwarz und Weiß immer mehr.

Diese Zerrissenheit der Figuren wird von den Darstellern eindrucksvoll getragen. Thure Lindhardt entwickelt seine Figur Flamme glaubhaft vom jungendlichen Eiferer hin zum Zweifler, der an seiner moralischen Diffusion zerbricht. Auch Christian Berkel als Gestapochef und "verführerischer Mephisto" ist sehr gut besetzt. An Mads Mikkelsen kann man die Entwicklung und die Auswirkungen der Figuren allerdings am Besten beobachten. Verstört bewegt er sich durch den Film und macht für den Zuschauer die Gewalt und die Auswirkungen auf die Psyche am ehesten greifbar.

Fazit:
"Tage des Zorns" ist eine sehenswerte dänische Produktion und ein gelungener Psycho-Thriller abseits des Mainstreams. Die Handlung ist sehr spannend und die Darsteller überzeugen. Für Gelungen halte ich es auch, dass Regisseur Ole Christian Madsen komplett auf Pathos, á la Stauffenberg verzichtet und eine eher erdrückende Geschichte erzählt, die seine Figuren weder glorifiziert noch verurteilt. Diese Bewertung überlässt Madsen lieber dem Zuschauer - 5 Sterne für diesen filmischen Geheimtipp.
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bewegender Geschichts -Thriller, 20. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Tage des Zorns (DVD)
Dänemark und Nazi -Deutschland ... bislang weitgehend ein Tabuthema ,zumal sich viele Dänen nicht gerade mit heldenhaftem Widerstands - Ruhm bekleckert haben . Kein Wunder , dass "Tage des Zorns" bei unseren Nachbarn ein Kassenfüller war und Diskussionen auslöste . Politisch Linksoriente finden den Film rechtslastig ; Rechte linkslastig.
Mit Dokumentaraufnahmen ergänzt ist der Streifen eine spannender Thriller , bei dem die Grenzen von Gut und Böse rasch verschwimmen. Man weiß kaum noch wer für welche Seite "arbeitet", auch die beiden "Helden" -Hauptfiguren verheddern sich mehr und mehr in Selbstzweifeln . Ein toller Film mit einem überragenden Schauspieler Team, allen voran Mads Mikkelsen.
Aus dänischer Sicht kommt der Streifen zudem mit einer selten gesehen Selbstkritik "rüber".
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Widerstand., 22. April 2009
Von 
Lothar Hitzges (Schweich, Mosel, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Tage des Zorns (DVD)
Im besetzten Dänemark des Zweiten Weltkrieges töten die zwei Widerstandskämpfer Flamme und Cirton hemmungslos Landsleute, die mit den Deutschen Besatzern kollaborieren. Die Aktionen werden kaum geplant, sondern eher spontan durchgeführt. Zunächst treffen Hintermänner des Widerstandes die Entscheidungen. Doch mit der Zeit verselbständigen sich die Dinge.

Der organisieren Widerstand trifft auf internationaler Ebene mit Verbündeten und Feinden konspirative Abkommen und schafft damit eine Welt in die die einfachen Tötungsmachinen nicht mehr passen. Sie werden zu Feinden des Systems und ihr Kampf zunehmend persönlicher. Immer mehr Unschuldige Menschen sterben. Flamme und Citron werden nun gejagt.

Der Mord an Landsleuten kann schwerlich durch ein höheres Ideal gerechtfertigt werden. Und so stehen die beiden Protagonisten mit ihren Taten recht bald im Abseits. Die gezeigte Geschichte wird spannend dargeboten und zeigt den schmalen Grad zwischen terroristischen Aktionen und politischen Verhandlungen eines Widerstandes. Eine gute Kameraführung sorgt für spannende Szenarien. Regie und Schauspieler leisten ausgezeichnete Arbeit.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr guter Film nur die FSK fragwürdig!, 21. Juli 2010
Von 
T. Sperber (Hochdorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Tage des Zorns (DVD)
Endlich nach "Der Pianist" und "Schindlers Liste" endlich mal wieder ein sehr guter, informativer und realistischer Film. Teilweise sehr brutal also die FSK 12 ist sehr unverständlich für mich, da sichtbare Hinrichtungen und das erschießen von Männern und Frauen aus nächster Nähe in den Kopf keine Szenen für 13-Jährige Kinder ist. Ein Film über Helden, die teilweise eigentlich Anti-Helden sind. Für mich war es wirklich ein echter Zufallskauf und bin 100 prozentig zufrieden mit dem Kauf.
An manchen Stellen für mich ein wenig langatmig aber das geht ja auch vorbei.

Story(basiert auf wahre Begebenheiten) : *****
Spannung : ****
Schauspielerische Leistung : ****
Ton/Qualität : *****
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichtsdrama mit Actionfilmcharakter, 19. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Tage des Zorns (DVD)
Dieser Film ist zu Recht mit einem Preis gekrönt worden, vermittelt er doch das Thema Widerstand in einer spannenden und zugleich differenzierenden Darstellungsweise. Dänischer Widerstand gegen die deutsche Besetzung in der NS-Zeit, dieses Thema erscheint zunächst sehr speziell, der Film verrät jedoch einiges über das menschliche Verhalten in geschichtlichen Extremsituationen, weshalb vieles übertragbar ist. Die Darsteller, insbesondere Mads Mikkelsen, tragen zu einem gelungenen Film bei.

Zu empfehlen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Deutlich besser als erwartet, 18. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Tage des Zorns (DVD)
Klasse DVD was Bild und Ton angeht.

Die Umsetzung des Themas und die Schauspieler sind hervorragend (siehe auch andere Rezensionen, möchte das nicht endlos widerholen).
Ein Film der wirklich packt und nachdenklich macht ohne den Finger zu heben.

Klare Empfehlung
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4.0 von 5 Sternen ein grandioser Film, aber ..., 20. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Tage des Zorns (DVD)
Über die Story braucht man keine Worte mehr zu finden, da hier schon genug Informationen veröffentlicht sind. Auch was die Qualität des Filmes angeht, kann man sich den anderen Rezensionen anschließen; allerdings darf man nicht alles, was in dem Streifen gezeigt wird, für bare Münze nehmen. Dass sich die Mitglieder einer Widerstandsgruppe regelmäßig in immer demselben Lokal treffen, um dort ihre Vorhaben zu planen oder gemeinsam zu feiern, ist ziemlich weit hergeholt. Da hätte man auch gleich ein Schild an die Scheibe hängen können, auf dem geschrieben steht, "Heute trifft sich die Gruppe XYZ am Tisch Nr. 123". Auch die Tatsache, dass der Gestapo-Chef im Film völlig frei rumläuft und sein Gesicht jedem bekannt ist, kann nicht so ohne Widerspruch hingenommen werden. Das Wort "Gestapo" steht für "Geheime Staatspolizei", also ein Geheimdienst, und deren Funktionseliten arbeiteten ebenso geheim, wie es der Name schon sagt. Des Weiteren gab es nach dem tödlichen Anschlag auf Reinhard Heydrich am 4. Juni 1942 in Prag einen Führererlass, der strengste Sicherheitsauflagen für die Köpfe der NS-Organisationen vorsah. Demzufolge sind alle im Film dargestellten Szenen mit dem Gestapo-Chef Karl-Heinz Hoffmann eher ein Produkt künstlerischer Freiheit als historische Tatsachen. Die Erschießung von Gefangenen auf einem Lastwagen auf offener Straße durch Gestapo-Beamte setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Nichts desto Trotz sollte man diesen Film gesehen haben, um zu verstehen, warum die Dänen bis heute Schwierigkeiten mit uns Deutschen haben.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ich habe nie Unschuldige umgelegt!", 4. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tage des Zorns (DVD)
Tage des Verrats könnte die dänisch-deutsche Koproduktion "Flammen und Citronen" (Regie: Ole Christian Madsen) von 2008 auch heißen.
Kopenhagen 1944: Die beiden dänischen Widerstandskämpfer Bent Faurschou-Hviid (genannt "Flammen", gespielt von Thure Lindhardt) und Jørgen Haagen Schmith (genannt "Citronen", gespielt von Mads Mikkelsen) begehen im Auftrag des Staatsanwalts Aksel Winther (Peter Mygind), der mit den Briten in Kontakt steht, Attentate an dänischen Kollaborateuren. Während er sie ausdrücklich davor warnt, sich an Gestapo-Chef Hoffmann (Christian Berkel) zu vergreifen, beauftragt er sie, drei andere Deutsche zu liquidieren, u.a. den deutschen Abwehrchef Gilbert (Hanns Zischler in einer kleinen, aber prägnanten Rolle). Keineswegs solle Flammen vorher mit ihm reden, schärft Winther ihm ein. Glaubt er, Gilbert könne Flammen manipulieren oder könnte er eine bittere Wahrheit aussprechen? Das Attentat hat einen anderen Ausgang als gedacht und plötzlich werden drei Mitverschwörer verraten und kurz darauf von den Deutschen erschossen. Augenscheinlich gibt es einen Verräter in der Widerstandgruppe - oder doch von außerhalb? Der in Schweden tagende "Freiheitsrat" warnt vor Attentaten auf Deutsche, schließlich wolle man vor der geplanten Invasion in Frankreich nicht noch unnötig Vergeltungsaktionen an Zivilsten riskieren. Flammen freundet sich mit der für die Gruppe arbeitenden Kurierin Ketty Selmer (Stine Stengade) an, die Flammens Vertrauen in Winther untergräbt. Als bei einem "todsicheren" Attentat zwei Unschuldige, darunter ein kleiner Junge, sterben, zweifeln Flammen und Citronen zunehmend an ihrer Mission. Das Geflecht von Freunden und Verrätern wird immer undurchschaubarer. Nur der Tod durch die Deutschen kann noch als eindeutiger Vertrauensbeweis gelten. "Es gibt weder Gerechtigkeit noch Ungerechtigkeit, nur Krieg."

Der Film funktioniert auf mehreren Ebenen, als Thriller, als Geschichtslektion, als Kammerspiel. Der Film war einer der erfolgreichsten Filme in Dänemark, thematisiert er doch die Geschichte zweier Volkshelden, die das taten, was viele Dänen gerne getan hätten. Während der Widerstand an sich nicht besonders groß war, so war die Sympathie für die Kämpfer so groß, dass es schon eines enorm hohen Kopfgeldes bedurfte, um einen Mitwisser in Verführung zu bringen, die beiden zu verraten. Einige Rezensenten kritisierten die vermeintlich fehlende Konspiration der Gruppe, aber das entsprach ja auch der Persönlichkeit der Kämpfer, die kaltblütig, aber auch teilweise etwas leichtsinnig waren, wussten sie doch die meisten Dänen hinter sich. Eine vergleichsweise unproblematische Ermordung eines Offiziers ist schon ein Zeichen dafür, dass es wohl den Falschen getroffen haben könnte. Zudem handelt es sich ja um einen Spielfilm und nicht um eine Dokumentation.
Auf der anderen Seite hatten viele Dänen eine eher diffuse Sympathie für die deutsche Kultur (Flammen war als junger Mann von seinem Vater zur Ausbildung nach Deutschland geschickt worden), was zu einer gewissen Irritation führte, entsprachen die deutschen Besetzer nun so nicht ihren Vorstellungen. Flammen sprach Deutsch (einige Szenen im Film sind auch im Original auf Deutsch) und kannte den Feind aus seiner Zeit in Deutschland also aus nächster Nähe. Citronen wiederum hadert mit seinen Pflichten als Familienvater. Es fällt ihm schwer, sich um seine Frau Bodil (Mille Lehfeldt) und seine kleine Tochter zu kümmern. Probleme wagt Bodil kaum noch zu thematisieren, weiß sie doch, wie selbstverständlich Citronen "Probleme" mit der Waffe löst. Kein Wunder, dass Citronen aufgrund seiner Eheprobleme Ketty wesentlich kritischer sieht.
Besonders beeindruckend sind für mich die Szenen, in denen sich Flammen und Citronen darüber austauschen, wie weit sie gehen können oder dürfen, um die deutschen Besatzer aus dem Land zu treiben, quasi eine erweiterte Diskussion über die Legitimität eines Tyrannenmordes. Jenseits jeglicher Heldenverehrung zeigt der Film die beiden in ihren Widersprüchen, freiheitsliebend, aber im blutigen Geschäft des Widerstandes zunehmend skrupelloser. In Deutschland erhielt der Film das Prädikat "besonders wertvoll".

Zur Ausstattung: Der Film liegt im dänischen Original (mit fest eingeblendeten deutschen Untertiteln) und in Deutsch vor. Als Extras gibt es den Trailer, einen Film über die Deutschlandpremiere (gut 4 min.) und Ausschnitte aus einem Interview mit Mikkelsen (gut 3 min.) Dort verrät er einige Hintergründe, z.B. über die Sabotageakte von Citronen (in einem Citroen-Werk, daher auch sein Deckname). Angesichts des für deutsche Zuschauer eher unbekannten Themas wären mehr Hintergrundinformationen (wie konnten dänische Kämpfer immer wieder unbehelligt ins neutrale Schweden reisen?) nicht schlecht gewesen, aber der Film kann natürlich auch für sich stehen.

Fazit: spannender, mitreißender Film über ein in Deutschland eher unbekanntes Kapitel des Zweiten Weltkriegs
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wieder ein genialer Streich aus Dänemark!, 31. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Tage des Zorns (DVD)
Dänemark bringt in letzter Zeit (getragen vom überragenden Mads Mikkelsen) extrem gut gemachte Filme heraus. Dieser reiht sich ohne Probleme in diese Schar ein. Der Film überzeugt auf allen Ebenen. Die Story ist sehr durchdacht und raffiniert aber vor allem undurchsichtig bis zum Schluss. Dadurch bleibt die Spannung bis zuletzt erhalten.
Die Rollen sind perfekt besetzt und die Schauspieler spielen hervorragend und sehr authentisch.
Die Szenerie und die Bilder spiegeln die damalige Zeit perfekt wider.

Der Film setzt sich aus einer sehr interessanten Perspektive mit dem 2. Weltkrieg auseinander. Schauplatz ist Dänemark und die Hauptakteure sind der dänische Widerstand und die deutsche Besatzung. Man könnte nun einen alten Schinken vermuten. Viel Pathos, glänzende Helden, die Recht und Unrecht mit salomonischer Weisheit trennen können und die bösen Deutschen, die töten, schänden und stehlen. Nichts von dem!
Der Film hat mich genau in der Widerlegung obiger Punkte überzeugt. Die "Helden", allen voran Citron (Mikkelsen) und Flamme (Lindhardt) sind beide viel komplziertere Charaktere. Beide sind sie Auftragskiller. Sie ermorden auf Befehl Nazigrößen in Dänemark. Die Befehle kommen von Winther, einem Staatsanwalt, der in Geschäfte mit Deutschen verwickelt ist. Im Verlauf lernen beide, dass Winther sie nur benutzt hat, um die Spuren dieser Geschäfte zu verwischen. Das erfahrt Citron aber erst, nachdem er die mysteröse Ketty kennenlernt, die ein doppeltes Spiel spielt. Beiden wird klar, dass ihr Hass und damit sie selbst benutzt wurden, um anderen zu dienen. Das bestätigt auch die Szene, in der Citron gegenüber Flamme bestreitet, unschuldige umgebracht zu haben. Aber erst als sie ein Auto in Stücke schießen und dabei einen unschuldigen Vater und seinen Sohn töten, wird ihnen klar, dass das was sie machen, keine gut oder böse Einteilung erlaubt. Sie befinden sich in einer Grauzone, in der der Krieg die Mittel zu rechtfertigen scheint. Das sieht man auch, als Citrons Familie an seinem Tun zerbricht. Er rechtfertigt es mit Krieg, aber das ist nicht der wahre Grund. Die angeblichen deutschen Bösewichte erscheinen als Opportunisten, die im großen Durcheinander des Krieges ihre eigenen Interessen verfolgen und nicht (nur) hohlköpfig die Nazidoktrin predigen und umsetzen. Vielmehr nutzen sie die ihnen dadurch bereitgestellt Macht.
Es sind gerade diese Details, die den Film sehr differenziert erscheinen lassen und ihn von Klisches befreinen. Er zeigt auch, dass Menschen meistens doch Opportunisten sind und je nach Lage und Regierung agieren (siehe Ketty zum Schluss). Die meisten denken nicht patritisch sondern wollen nur am Leben bleiben.

Toller Film!
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bewegend und ernst, 2. Mai 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tage des Zorns (DVD)
- Besetzung 1A
- Tolle Aufarbeitung der wahren Story
- Beste Unterhaltung!

- ACHTUNG: Stimmt nachdenklich!
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Tage des Zorns
Tage des Zorns von Mads Mikkelsen (DVD - 2009)
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