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4.0 von 5 Sternen Ein Junge, der alles richtig machen wollte
Ohne seine Amtszeit weder in positiver, noch in negativer Weise zu werten, kann man doch sagen, dass kein US-Präsident einen deutlicheren Stempel auf Amerika und der Welt hinterließ, als George W. Bush; seit Chaplins "Der große Diktator" war wohl eine politische Biographieverfilmung nicht mehr so angebracht und notwenig und mit Oliver Stone, dem...
Veröffentlicht am 15. März 2009 von Polygraph

versus
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3.0 von 5 Sternen Zu-Schnell-Schuss
Der erste Kino-Bush-Spielfilm: in Deutschland kam er direkt als DVD heraus. Günstig erwarb ich ihn letzte Woche, weil Oliver-Stone-Filme ja zwar eigen, doch häufig auch sehr gut gemacht sind. Vermutet habe ich - dies zu dem Wort "eigen" - ein "Nixon"-Remake, also massive Verschwörungen, familiär-psychoanalytische Erklärungen samt Vaterfigur...
Vor 19 Monaten von Serenus Zeitblom veröffentlicht


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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Junge, der alles richtig machen wollte, 15. März 2009
Rezension bezieht sich auf: W. - Ein missverstandenes Leben (DVD)
Ohne seine Amtszeit weder in positiver, noch in negativer Weise zu werten, kann man doch sagen, dass kein US-Präsident einen deutlicheren Stempel auf Amerika und der Welt hinterließ, als George W. Bush; seit Chaplins "Der große Diktator" war wohl eine politische Biographieverfilmung nicht mehr so angebracht und notwenig und mit Oliver Stone, dem Chronisten aller Schlaglöcher der jüngeren amerikanischen Geschichte (von Vietnam über die Ermordung Kennedys über Watergate bis hin zum 11. September), hat dieses Leben den richtigen Regisseur gefunden.

Der Film läuft auf zwei Zeitebenen, die sich quasi in der Mitte treffen: Zum einen erfahren wir die schon von diversen Quellen enthüllte nicht sehr ruhmreiche persönliche Vorgeschichte des jungen George Bush; in einer Paralellebene illustriert der Film die politische Nahtstelle von Bushs Amtszeit von 2002 bis kurz nach der Invasion im Irak. Es ist dem Regisseur hoch anzurechnen, dass er bei der Darstellung von Bushs Jugendjahren nicht mit erhobenem Zeigefinger auftritt, sondern in erster Linie nur zeigt: Der junge Bush ist ein wackerer Draufgänger, der sich vom Leben treiben lässt, die Feste feiert, wie sie fallen, und sich keinen Genuss entgehen lässt, und der keinesfalls unsympathisch wirkt ' es drängt sich der Gedanke auf, dass in anderen Filmen eine solche Figur einen hervorragender Anti-Helden abgegeben hätte. Erst mit seinem Eintritt in die Politik wendet sich das Blatt: Sein Vater, der untadelige Präsident, wird für Bush die entscheidende politische und persönliche Messlatte seines Lebens; und als Bush senior 1991 nach dem Ersten Golfkrieg Saddam wieder laufen lässt, und die Militäroperation frühzeitig für beendet erklärt (was ihn schlussendlich die Wiederwahl kostet) setzen sich gewisse Ideen im Kopf seines Sohnes fest: Was man beginnt, muss man auch zu Ende führen.

Hauptdarsteller Josh Brolin hat die Figur genau studiert, und seine Wiedergabe ist präzise, ohne jemals in die Karikatur abzudriften: Der ausladende texanische Gang, der vielen Fernsehzuschauern von diversen Staatsbesuchen noch bekannt sein dürfte, die etwas unbeholfene Gestik und allem voran der exakt kopierte Sprachduktus. Diese Darbietung (unterstützt von einer Riege klug ausgewählter Nebendarsteller) macht die Figur greifbar: Hier steht kein Kretin auf der Bühne; auch keine traurige, heillos überforderte Figur, sondern ein Mensch, der sich in den Kopf gesetzt hat, die Fehler seines Vaters zu korrigieren, und diesmal alles richtig zu machen - koste es, was es wolle.

Trotz der grundlegend fairen und differenzierten Darstellungsweise erliegt der Regisseur leider doch allzu häufig der Versuchung, das Potential für unfreiwillige Komik, das Figur und Werdegang George W. Bushs bietet, für billige Effekte und kurzweilige Lacher zu nutzen: Dass beispielsweise eine zwanzigsekündige Sequenz, in der sich der Präsident an der geschichtsträchtigen Salzbrezel verschluckt, in den Film aufgenommen werden musste, der 11. September 2001 aber vollständig außen vorgelassen wird, und quasi nur als Rahmenhandlung dient, ist ein dramaturgischer Lapsus, der dem politischen Anliegen des Films nicht gut tut. Auch an anderer Stelle wäre manchmal ein Schritt künstlerischer Distanz nötig gewesen: Anstatt sich den Präsidenten durch Wort und Tat selbst entlarven zu lassen (so wie er es ja vor der Weltöffentlichkeit ununterbrochen tat), bevormundet Oliver Stone sein Publikum allzu häufig, in dem er entweder Bush bei unmöglichen Handlungen zeigt (ihn entweder mit offenem Mund kauen lässt, oder ihn an anderer Stelle sogar flüchtig auf der Toilette zeigt) oder durch vollkommen unpassende Musikeinspielungen Szenen markiert, die sich rückblickend betrachtet als fatal herausstellten (nachdem die Invasion in den Irak beschlossen wurde, erklingt "Glory, glory Halleluja") - bis auch der sturste Republikaner kapiert, was er da für eine Katastrophe ins Weiße Haus gewählt hat.

Trotzdem, ob er will oder nicht, am Ende des Films ist der Zuschauer der Figur des 43. Präsidenten auf fast unheimliche Art und Weise näher gekommen: Die Politik dieser acht Jahre mag auch weiterhin nicht nachvollziehbar sein, aber nun begreift man zumindest, woher der Impuls dazu kam. Und dass Stone es schafft, tatsächlich eine Art klinisches Verständnis für George W. Bush herzustellen, den Mann, der dem größten Teil der Welt auf ewig ein Rätsel bleiben wird, ist tatsächlich eine Leistung, die Anerkennung verdient.

Es hätte dem Film dennoch gut getan, hätte Stone das Projekt vielleicht noch ein Jahr ruhen lassen, bevor er sich auf den Regiestuhl setzte: So hätten manche Unebenheiten im Drehbuch ausgebügelt, manche allzu platten Einfälle verworfen werden, und das Drehbuch vielleicht mit der historischen Realität in Einklang gebracht werden können - man denke nur an die Schuhwurf-Szene im Irak: Ein schönerer und aussagekräftiger Schlussakkord für so einen Film, wie auch für Bushs politisches Wirken ist doch kaum denkbar.
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4.0 von 5 Sternen Verhängnisvoll, 27. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: W. - Ein missverstandenes Leben (DVD)
Dies ist kein Dokumentarfilm.Also sollte man ihn auch nicht an diesen Maßstäben messen.

Und dennoch ist es ein Film, der die Persönlicheit von W. und das Amerika seiner Zeit beschreiben will und beschreibt.

Wie verhängnisvoll, wenn einer im Autrag " Gottes" handelt. Das war immer so. Und unter Bush ist es auch wieder so, mit sicher globaleren Auwirkungen als den "Gottesaufträgen" vergangener Jahrhunderte. Im Namen Gottes werden unglaublich viele Menschen umgebracht, mit unakzeptablen Methoden gequält, ein unglaubliches Geld, das dringend an anderem Ort benötigt wurde verschleudert. Und der "Entscheider" meint: deus lo vult. Was für eine Gotteslästerung.

Protest,auch Massenprotest, ist dagegen unwirksam, weil ja die Legitimation von oben kommt.

Verhängnisvoll, dass ein solcher Mensch-natürlich mit entsprechendem Geldeinsatz-in ein solches Amt kommen kann und soviel Schaden über die Welt zu bringen vermag.

Verhängnisvoll aber auch, dass eine Administration so unprofessionell, so wider besseres Wissen diesen manichäischen Unsinn unterstützt,anstatt sich dem, Gemeinwohlorientiert, zu verweigern.

Das gibt einem der Film zum Nachdenken auf.Auch wenn ich ihn nicht so beeindruckend finde, wie etwa Nixon, zeigt Stone erneut, wie moralisch fragwürdig, nein verworfen, die führende Macht der westlichen Welt aufgestellt war ( und ist?).

Erneut ist Stone nicht der Nestbeschmutzer, sondern der, welcher den ganzen verlogenen Reden für die Öffentlichkeit und Welt den Spiegel vorhält: es ist so verhängnisvoll....
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14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Acht Jahre George W. Bush..., 21. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: W. - Ein missverstandenes Leben (DVD)
...das sollte eigentlich für 123 Filmminuten reichen, aber Oliver Stone nimmt nicht nur die acht Präsidentschaftsjahre des George W. Bush vor die Linse, sondern führt uns noch ein gutes Stück in die Vergangenheit des unbeliebtesten Präsidenten der USA zurück. Das ist spannend, informativ und rückt den unbeliebten Bush in mancher Einstellung sogar in eine bemitleidenswert sympathische Rolle. Das Stones Film über Bush manchmal hölzern und plump wirkt, liegt dabei nicht an Stones Arbeit, sondern schlicht und einfach an Bushs kantig-einfachem Charkater. So entstand eine Biografie des mächtigsten Mannes der Welt, die gelungen, aber bei weitem nicht so tiefgehend und bewegend ist, wie zum Beispiel Stones Film Commandante, aus dem Jahr 2003, über das Leben Fidel Castros.

George W. Bush steht im Schatten seines übergroßen Vaters und einer traditionsbelasteten, steinreichen Familie. In der Konkurrenz zu seinem Bruder Jep, wird er vom Vater benachteiligt und begehrt immer wieder auf. Aber George findet keinen geraden Weg. Er windet sich durch die Highschool, findet früh Gefallen am Alkohol, hält keinen Job lange durch und ist plötzlich Besitzer eines Profi-Baseballteams. Ohne Vaters Hilfe wäre er vermutlich an allem gescheitert. In der Konfrontation mit dem Vater geht es soweit, dass sich beide mit erhobenen Fäusten gegenüber stehen. Dann lernt George W. Laura kennen und findet einen Weg in die Politik. Auch da ist er keine Leuchte, macht aber seine Mängel mit Instinkt und dem konsequenten Ausräumen aller Widersprüche wett. Letztendlich führt das über den Gouverneursposten von Texas auf den US-Präsidentenstuhl. Was George W. in seinen acht Präsidentschaftsjahren dann an Porzellan zerschlägt und wieder kittet, wie er Seilschaften zwischen Beratern und Freunden erst belebt und dann zerreisst, das ist mit Staunen zu beobachten. Letztendlich kann er jedoch aus dem Schatten des Vaters nicht heraus treten.

Oliver Stone setzt mit seinem Film in Bushs Präsidentschaft und den Beweggründen zum Irak-Krieg an. Sollten seine Bilder gut recherchiert sein, dann ist die Wahrheit um den Krieg so erschreckend wie unglaublich. In Rückblenden und Traumsequenzen bringt Stone uns das Bush-Denken nahe. Dazu gibt es Politzitate, die man kaum für möglich hält. Wenn Bush anlässlich der Niederlage seines Vaters bei den Wahlen sagt: "Es tut so weh zu verlieren. Das wird mir niemals passieren." Oder Donald Rumsfeld über die Bilder, die aus dem Irakkrieg gesendet werden, sinniert: "Tote geben dem Krieg so ein deprimierendes Image" dann ist das schon ziemlich harter Tobak. Genau wie Bushs Meinung zum Iran: "Da ist irgendwas, ich spüre das. Wir müssen die im Auge behalten." Stone zeigt uns noch einmal schonungslos alle Irrtümer und die komplette Schlamperei der US-Regierung. Er lässt Dick Cheney und Donald Rumsfeld sehr schlecht, Collin Powell dagegen ziemlich gut aussehen. Er gibt George W. der Lächerlichkeit preis, wenn er über das Gefangenenlager in "Guantanamera" spricht und schenkt ihm Verständnis, als er beim Joggen zusammenbricht und den Weg in die "Trockenheit" über die anonymen Alkoholiker und die Kirche antritt. Bushs ganze Zerrissenheit packt Stone in erklärende Bilder.

Die Besetzung des Films lässt keine Wünsche offen. Josh Brolin ist extrem wandlungsfähig. Im richtigen Licht und Blickwinkel wirkt er wie der echte Bush. Scott Glenn als Donald Rumsfeld und Richard Dreyfuß als Dick Cheney lassen uns authentisch die Haare zu Berge stehen. Stone hat mit W. sicher kein zeitloses Filmhighlight geschaffen, aber sein Film trägt in jedem Fall dazu bei, zu verstehen, was in acht Jahren Präsidentschaft alles schief gehen kann. Für Politik-Interessierte ein Muss, für Oliver Stone Fans sowieso.
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5.0 von 5 Sternen UK-Import = Englische Sprache?, 16. Januar 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: W [UK Import] (DVD)
Ich habe "Being W." deutsch synchronisiert im Fernsehen gesehen und möchte diese Version kaufen. Es wäre wirklich fair, wenn eindeutig und auffallend auf eine allenfalls fremdsprachige Version hingewiesen werden würde.
Mir scheint (mehr auch nicht), daß die Blueraydiscversion deutsch ist. Ich besitze aber keinen solchen Spieler.
Der Film selbst ist großartig, erträglich tendenziös und der saubere Herr ist selbstkarikierend.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zu-Schnell-Schuss, 22. April 2013
Von 
Serenus Zeitblom (Köln, Europa) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: W. - Ein missverstandenes Leben (DVD)
Der erste Kino-Bush-Spielfilm: in Deutschland kam er direkt als DVD heraus. Günstig erwarb ich ihn letzte Woche, weil Oliver-Stone-Filme ja zwar eigen, doch häufig auch sehr gut gemacht sind. Vermutet habe ich - dies zu dem Wort "eigen" - ein "Nixon"-Remake, also massive Verschwörungen, familiär-psychoanalytische Erklärungen samt Vaterfigur für den Ehrgeiz der Hauptperson, Vietnam- oder Drogeneinspielungen, etc. Zum Teil gab es das auch.

Handlung: Als Rückblenden aus Bushs Amtszeit wird das Leben von George Walker Bush gezeichnet. Er ist das schwarze Schaf der Familie. Establishment-Vater George planiert dem "junior" schamlos den Weg, verlangt jedoch auch den Anschein von Arbeit und Ernsthaftigkeit. Bruder Jeb (später Florida-Gouverneur) ist der Gute, "W." der natürliche Party-Clown ohne Durchhaltekraft. Der Clown kommt vom Alkohol ab, gibt sich als wiedergeborener Christ, zieht alle fiesen Register gegen den Rat seiner sehr "lieb" gezeichneten Laura, kriegt die Kurve aus der Vater-Sicht, doch bleibt bis zuletzt der Sohn. - Der Film erfindet nicht so massiv - im Nixon-Film wird ja sogar eine vage Verstrickung in den Kennedy-Mord suggeriert! -, er bleibt an den bekannten Ereignissen. Gleichwohl sind manche angeblichen Sätze von George W so überdeutlich im "Verraten" seiner "Motive". Die ohnehin dubiose "Salzbrezel"-Szene hätte ganz entfallen können.

Nebenbei: Für zeitungslesende Europäer fast des ganzen politischen Spektrums ist George W Bush vielleicht zunächst ein Rätsel: wie wurde der gewählt, wie entscheidet der eigentlich, ist das nun Dummheit oder perfide Bosheit? "W"s Stärken werden im Film aber auch sichtbar. Er sieht gut aus, hat Charme bei Frauen, ist ein "Kumpel", der bereits die Namen seiner Verbindungsfreunde mühelos samt Spitznamen aufzählen konnte. George W Bush ist der Verkäufer mit dem "Touch". - Josh Brolin ist äußerlich kein "W", doch die Gestik, die Sprechweise und auch die hervorbrechende Mimik des Originals hat er sehr gut einstudiert

Ausstattung der DVD: Englischer (und deutscher) Ton, nur deutsche Untertitel. Kein echter Beileger, aber Extramaterial (Trailer, Bildchen, Biografielein und Interviews).

Ein Dokumentarfilm, und sei er so polemisch wie bei Michael Moore, scheint mir für die nächsten Jahre noch das angemessene Format zu sein. Oliver Stone hat da zu schnell geschossen. Zweieinhalb bis drei Stars & Stripes.
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8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen W. ein missverstandener Film, 24. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: W. - Ein missverstandenes Leben (DVD)
Über den Film habe ich im Vorfeld sehr viel, häufig eher schlechtes, gehört. Trotzdem habe ich ihn mir angesehen und kann vieles nicht bestätigen. Ich selbst bin eher begeistert und finde, dass Oliver Stone einen insgesamt guten Film produziert hat. Er geht mitnichten mit dem Holzhammer vor, sondern fordert von seinen Zusehern immer wieder, dass sie das Gezeigte mit anderen Dingen, die Stone bewusst ausspart, verknüpft.

Meiner Meinung nach wird Bush noch als viel zu positiv dargestellt, denn letztlich ist dieser Mann eine Kastastrophe. So werden nicht die schlimmsten Bushreden im Film gezeigt, sondern Stone begnügt sich auf einige kleine Versprecher. Bush ist ein noch viel größerer Depp als im Film und man wird immer wieder vor die Frage gestellt: "Wie konnte der nur?" Wie konnte er nur Mitbesitzer der Texas Rangers werden, wie konnte er nur Counerveur von Texas werden und wie konnte er nur Präsident werden?

Ebenso fragt man sich, wie so ein Tölpel eine Frau wie Laura bekommen und letztlich, wie er bloß ein zweites Mal gewählt werden konnte. Diese Frage beantwortet Stone aber überhaupt nicht, denn über den Wahlkampf 2004 und das Ergebnis wird nichts erzählt.

Stone fragt auch nicht das amerikanische Volk, wie sie so einen Versager in das höchste Amt wählen konnten, sondern er hält ihnen vielmehr einen Spiegel vor: So seit ihr, denn wenn es wichtiger ist, welche Kandidatenfrau den besseren Kuchen backt oder wen man eher zum BBQ einladen würde, dann muss man sich auch nicht wundern, wenn letztlich ein Cowboy im Oval Office sitzt.
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5.0 von 5 Sternen Bush, 16. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: W. - Ein missverstandenes Leben (DVD)
Die Leute sollen sagen was Sie wollen, ich finde George W. Bush ist einfach ein klasse Typ, ein sympathischer Cowboy der auf dem Boden geblieben ist und ein paar falsch Entscheidungen getroffen hat.
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2.0 von 5 Sternen You don't ask questions when God is on your side, 1. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: W. - Ein missverstandenes Leben (DVD)
This film is a waste of resources as everything that is real has already happened and is in record. Everything that is speculation is, has already been speculated, and goes repeatedly. This film by Oliver stone is just beating a dead horse.

The film is just a series of encounters of work, women, and school. The later Bush mixed up as flash forward reminds me of a cross between 12 angry men and failsafe.

I assume this is a documentary style collage of several Oliver
Stone selected books.

If you do watch this film for some reason, be sure to also listen to the voiceover by Oliver Stone, as you know he always has some sort of nasty agenda. In this case, it is not obvious until you listen to the commentary.

American Soldier
It Doesn't Take a Hero : The Autobiography of General H. Norman Schwarzkopf
My American Journey
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gerechtigkeit – auch für George W. Bush, 14. Juni 2012
Von 
Benedictu - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: W. - Ein missverstandenes Leben (DVD)
Der bleibende Wert dieser filmischen Biographie von George W. Bush läßt sich vielleicht erst jetzt am Ende der (ersten) Amtszeit seines Nachfolgers richtig ermessen. Sie gehört zu jener Art nützlicher Geschichtsschreibung, die eine irrige historische Hypothese in Frage stellt und so einen realistischeren Blick auf die Gegenwart und die Zukunft freigibt.

Oliver Stone hatte nicht den Anspruch, die achtjährige Amtszeit von W. in allen Details zu beleuchten. Die Zeit von zwei Stunden hat ihm aber gereicht, um dem Menschen und seiner Geschichte einigermaßen gerecht zu werden. Schließlich war George W. Bush eine Haßfigur auf der ganzen Welt. Ich erinnere mich noch an eine Schlagzeile im Frühjahr 2003 in der Zeitung Le Monde „La guerre avec ou sans ONU“ (Es gibt Krieg mit oder ohne die UNO) und das damit verbundene globale Gefühl der Hilflosigkeit. Die Proteste der Welt waren berechtigt, aber nicht unbedingt die Fokussierung ihres Zorns auf die Person Bush. Auch Michael Moore hatte mit Stupid White Men: Eine Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush, den Eindruck verstärkt, daß amerikanische Außenpolitik erst durch diesen unerträglich geworden wäre. Die Kehrseite davon, den alten Präsidenten (G.W. Bush) als tumben Teufel zu sehen, besteht eben darin, auf den heutigen (B. Obama) das Wunschbild eines intelligenten Messias zu projizieren. Beides ist eine Verkennung der Realität. Man kann Oliver Stones dritten Präsidentenfilm in Details ja kritisieren, sein bleibender Verdienst ist es aber, mit psychologischem Gespür die Beurteilungsmaßstäbe zurechtgerückt zu haben.

S c h l i m m e r - a l s - O b a m a ?
Dem großen amerikanischen Intellektuellen und emeritiertem Linguistikprofessor Noam Chomsky läge es fern, Bush in Schutz zu nehmen. Im Gegenteil: Er hatte in einem Interview mit der BBC aus dem Jahr 2011 noch einmal seine Auffassung bekräftigt, daß nach den Prinzipien der Nürnberger Kriegsgerichtsbarkeit alle amerikanischen Präsidenten nach dem zweiten Weltkrieg unter Anklage gestellt werden müßten. Also Bush allemal wegen Führung eines Angriffskrieges, Guantánamo und den Foltertransporten. Am 14.5.2012 wurde auf democracynow.org ein Interview mit Chomsky ausgestrahlt, in dem er sagte: "If the Bush administration didn’t like somebody, they’d kidnap them and send them to torture chambers. If the Obama administration decides they don’t like somebody, they murder them." Damit bezog er sich auf die Praxis amerikanischer Drohnenangriffe auf Zielpersonen bei denen im Yemen erneut Zivilisten getötet wurden. Sogar die Frankfurter Allgemeine erzählte ihren Lesern, daß Obama seit 2009 mehr als 250 Drohnenangriffe auf Pakistan befohlen hatte, bei denen mindestens 1400 Menschen getötet worden wären: „Das ist alle vier Tage ein Angriff (bei George W. Bush war es noch alle 43 Tage einer).“ (FAS 10.6.12 Nr. 23 S. 27). Schon im Oktober 2009 hatte Chomsky davor gewarnt, besondere Erwartungen in die Außenpolitik Obamas zu setzen und verwies dabei auch auf die Außenministerin von G.W. Bush, Condoleezza Rice, die vorausgesagt hätte, daß Obama Bushs Politik der zweiten Amtszeit fortsetzen würde. Und wie war das doch gleich mit Guantánmo? Yochi J. Dreazen (ehemals Militär-Korrespondent beim Wall Street Journal, jetzt bei nationaljournal.com) hat in seinem Artikel „The Prisoners’ Dilemma“ (2011) die Lage in Guantánamo rekapituliert und an das gebrochene Wahlversprechen Obamas erinnert.

H a ß - u n d - L o b
In einem Interview mit Amy Goodman gab der amerikanische Schriftsteller und Pulitzer-Preisträger Norman Mailer an, daß er wie viele andere Bush haßt. Während viele Zeitgenossen jedoch der Versuchung nachgaben, alles an Bush schlecht zu machen, blieb Mailer schon damals objektiv. In dem Interview mit der aspekte-Redakteurin Miriam Böttger aus dem Jahr 2003 anläßlich seines damaligen Buches Heiliger Krieg: Amerikas Kreuzzug stellte er fest: „Bush hat die Gabe, instinktiv einzuschätzen, welcher Berater auf welchem Feld wirklich der Beste ist. Das macht ihn unschlagbar clever. Auf der anderen Seite nutzt er schamlos den amerikanischen Patriotismus aus.“

G u t e - F i g u r
Wenn extreme Antipathien gegenüber einem politischen Akteur im Spiel sind, besteht die Herausforderung darin, sachlich zu bleiben und nicht gleich wegen hervorstechender negativer Charakterzüge in blinder Generalisierung kein einziges gutes Haar mehr an der Person zu lassen. Manche Kritiker gingen soweit zu fragen, wie es denn möglich sein konnte, daß ein Tolpatsch wie Bush so eine tolle Frau wie Laura (im Film: Elizabeth Banks) abgekriegt hat. Die Antwort ist einfach: Er war kein Tolpatsch. Wer könnte das besser beurteilen als die amerikanischen Frauen oder Norman Mailer, der Macho-Kenner und strenge Beobachter seiner männlichen Artgenossen. Also noch einmal Mailer über Bush: „Wir kennen alle die Bilder, wenn er aus seinem Hubschrauber springt und phantastisch aussieht. Auch wenn er nicht über viele Fertigkeiten verfügt, könnte er immer als männliches Modell agieren. Seine Körpersprache ist exzellent, er ist sehr fotogen. Selbst wenn er nur ein Hündchen streichelt, sieht er dabei noch phantastisch aus. Wenn Bush in einem Hubschrauber ist, macht er immer den Eindruck als wäre er selbst der Pilot. So gleicht er einem Pilot mehr als der Pilot selber.“

F a z i t
Dieser Film entdämonisiert Bush, sehr gut dargestellt von Josh Brolin, indem er sich zwar manchmal ein bißchen zu sehr an dessen Schwächen ergötzt, ihn dabei aber immer noch vorteilhafter darstellt, als es dem allgemeinen Wunsch-Klischee eines praktischen Feindbilds entspräche. Oliver Stone legt Wert darauf, daß der Zuschauer erfährt, daß Bush bei den weiblichen amerikanischen Wählern überdurchschnittlich gut angekommen war: Die Meinung der Frauen war am Ende wahlentscheidend. Frauen waren seine große Schwäche, aber eben auch seine Stärke ;-)
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Walker - Texan President, 19. Januar 2009
Von 
Mario Pf. (Oberösterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: W. - Ein missverstandenes Leben (DVD)
Kaum ein Mensch hat die Welt in den letzten Jahren so bewegt wie er und kein anderer gilt derart als persona non grata wie George W. Bush. Irak-Krieg, Guantanamo, Folterskandale, in der amerikanischen Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts ist mit Ausnahme von Richard Nixon kaum ein Präsident mit einem unrühmlicheren Erbe aus dem Amt geschieden. Und auch das Leben Nixons hat Oliver Stone bereits verfilmt, kein Zufall also, dass der Regisseur 13 Jahre danach beschlossen hat sich dem "neuen Nixon" zu widmen.

Daraus hervorgegangen ist eine betont massentaugliche Filmbiografie, die zwischen den Ansprüchen Bush einerseits menschlich darzustellen und gleichzeitig zu verdammen hin und hergerissen ist. Zugleich ist der Film wenig mehr als eine chronologische Aneinanderreihung von Rückblenden, die sich auf zwei Handlungsebenen bewegen. Während man auf der einen Handlungsebene den Weg Bushs von der erfolgreichen Invasion Afghanistans zum Irak-Krieg verfolgen kann, zeichnet sich auf der anderen Handlungsebene das Leben des "W" ab, vom Sohn eines in die Politik eingestiegenen Ölmanagers, dem Daddy immer wieder aushelfen musste, zum Alkoholiker auf der Suche nach sich selbst und seiner Bestimmung, der in keinem Beruf Erfüllung finden konnte und sich als Erstgeborener in der Anerkennung des Vaters durch seinen erfolgreichen jüngeren Bruder Jeb bedroht fühlte. George juniors einzige Ambition entwickelt sich jedoch genau aus dieser Rivalität mit dem kleinen Bruder, als er an dessen Stelle die Chance erhält, sich endlich beweisen zu können und es sogar schafft vom Alkohol los zu kommen.

Doch der Sieg des Vaters bei den Präsidentschaftswahlen bringt W nicht den ersehnten Job in Washington und als der Senior seine Wiederwahl nicht schafft, schreibt der Sohn dieses Versagen dem Versagen des Präsidenten im Golfkrieg zu. Er hätte weiter marschieren müssen und Saddam erledigen, dann hätte Clinton, so George W.s Logik, niemals Präsident werden können. Der erste Irak-Krieg wird zum Katalysator für Bushs Entwicklung, er ist umso mehr gewillt, sich zu beweisen und den Vater zu übertrumpfen.

Genau genommen ist "W" ein Vater-Sohn-Konflikt, der oft sehr gekünstelt daher kommt und eben Oliver Stones Sichtweise entspricht. Bushs Träume dienen dabei als zusätzliches Stilmittel um den inneren Konflikt Ws zu konkretisieren und ersparen womöglich aussagekräftigere Dialoge und Szenen, die jedoch von manchen Zusehern als "zuviel Gequatsche" wahrgenommen worden wären. Der Film hätte ruhig auch länger sein können, doch das hätte sicherlich seinen Anspruch geschadet, ein möglichst breites Publikum zu erreichen und so ergibt es sich dass Bushs Leben und Entscheidungen nur grob umrissen dargestellt werden, mehr "starke Szenen" hätten dem Film allerdings gut getan.

Die Kinotauglichkeit sorgt jedoch auch für ein paar Probleme, erkennt man manche Charaktere ja kaum wieder, würden ihre Namen nicht explizit genannt. Zwar sehen die Darsteller so durchaus sympathisch und attraktiv aus, aber es bleibt eben nur bei oberflächlichen Ähnlichkeiten, als Samuel L. Jackson Barack Obama spielen, Verwechslungen der Darsteller mit ihren Rollen lassen sich jedenfalls bis auf einige günstige Kameraeinstellungen ausschließen. Dazu gesellt sich die teils sehr subjektive Darstellung Collin Powels als den gescheiterten Retter der Welt, der als einziger Ex-General am Kabinettstisch den Kriegstreibern Donald Rumsfeld, Dick Cheney und Paul Wolfowitz Paroli bietet, während Condoleezza Rice das Dasein einer Statistin mit wenigen Sätzen führt. Einzig und allein durch Powell, der sich als Unterstützer Barack Obamas wohl Absolution verdient hat, werden berechtigte Kritik und Zweifel an der Richtigkeit von Bushs Irak-Politik geäußert. Hätte er doch nur auf die Gemäßigten gehört oder Liberale, wie seine Frau Laura, ist die Moral von der Geschicht und so wird Bushs Erfolg bei den Gouverneurswahlen so gedeutet, dass es die Ratschläge seiner Frau, auf Themen wie Jugend zu setzen und damit liberale, ja eigentlich demokratische, Standpunkte waren, die ihm zum Sieg verholfen haben.

Bushs Wille zur Macht und Manipulierbarkeit durch das Gespann Cheney-Rumsfeld lassen sich nicht verschweigen und zumindest in dieser Hinsicht ist W sehr glaubwürdig, werden doch Bushs Überzeugung und die Liebe zu prägnanten einfachen Slogans hervorragend dargestellt, genauso wie das Talent des Mannes, der überzeugt davon war, die Demokratie mit Waffengewalt im Nahen Osten einführen zu müssen. Wie Karl Rove es formuliert, Bush ist der Kandidat, mit dem man lieber ein Bier trinken gehen würde und als schlichter durchschnittlicher Cowboy-Typ aus Texas konnte er auch überzeugen, indem für die Durchschnittsbürger zu wirken begann, als wäre er einer von ihnen und nicht ein politischer Aristokrat, der nicht einmal echter Texaner ist. W zeigt ihn von seiner menschlichen Seite, als Versagertypen mit Alkoholproblem, für den Religion zwar eine wichtige Rolle in seinem Lebenswandel zu spielen scheint, was allerdings nur ansatzweise überzeugend dargestellt wird.

Allgemein ist "W - Ein missverstandenes Leben" zwar erträglich, jedoch stellenweise zu einfach gestrickt und nur begrenzt überzeugend. Bushy, der seine Kabinettsmitglieder gerne mit der Verniedlichungsform ihres Nachnamens anspricht stolpert als personifizierter Bauern- oder sollte man besser sagen Cowboy-Tölpel von einem Lebensabschnitt in den anderen, ohne dass die wichtigen Stationen seines Lebens je in konkreten Wende-Szenen gezeigt werden. Das warum und wieso muss der Zuseher nur zu oft erraten und sich selbst zusammenreimen, denn W ist kein sehr mitteilsamer Mensch, auch nicht gegenüber dem Publikum.

Fazit:
Unterhaltsam, aber keine Offenbarung.
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