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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
In sich perfekt!
Wenn Sie irgendwo den Namen STEVEN WILSON aufschnappen, dann können Sie sich zweier Dinge absolut sicher sein: Sie werden erstens hochklassige Rockmusik hören und diese (zweitens) in brillanter Audioqualität.
STEVEN WILSON, Brite, Mastermind der Bands PORCUPINE TREE, NO-MAN, BLACKFIELD, BASS COMMUNION und I. E. M., begabter Gitarrist, Keyboarder, Sänger,...
Vor 6 Monaten von Chefmaus 68 veröffentlicht
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› Weitere Rezensionen anzeigen: 5 Sterne, 4 Sterne |
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6 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Warum ein Meisterwerk?
Warum ist diese CD ein Meisterwerk? Warum? Weil das Album fast unerträglich schwierig ist? Ja vielleicht!
Für micht ist das Album absolut nicht "rund", lässt sich sehr schwer hören und die wenig guten Song mit einer ordentlichen Songstruktur kann man suchen (Only Child ist vielleicht so ein Song).
Ja, sicher ist es eine Rückblende für Mr Wilson, ein Blick...
Vor 7 Monaten von S. Brückel veröffentlicht
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› Weitere Rezensionen anzeigen: 3 Sterne, 2 Sterne, 1 Sterne |
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
In sich perfekt!, 13. Mai 2009
Wenn Sie irgendwo den Namen STEVEN WILSON aufschnappen, dann können Sie sich zweier Dinge absolut sicher sein: Sie werden erstens hochklassige Rockmusik hören und diese (zweitens) in brillanter Audioqualität.
STEVEN WILSON, Brite, Mastermind der Bands PORCUPINE TREE, NO-MAN, BLACKFIELD, BASS COMMUNION und I. E. M., begabter Gitarrist, Keyboarder, Sänger, Soundtüftler und Produzent (u. a. bei OPETH, MARILLION oder FISH), grast auch bei seinem ersten Solo-Album in diversen musikalischen Revieren und liefert mit INSURGENTES eine repräsentative Werkschau seiner vielen, oben genannten musikalischen Projekte ab. Und somit entzieht sich auch die Musikrichtung eigentlich jeder Schublade. Ich würde INSURGENTES als Art-Rock bezeichnen in bester Tradition von z. B. PINK FLOYD, die den meisten ihrer Alben meist ein Konzept zu Grunde legten, dem sich die musikalische und instrumentale Umsetzung immer unterordnete.
Insofern würde ich auch INSURGENTES als Konzept-Album bezeichnen, weil die Stimmung in sich geschlossen ist - bei aller Verschiedenheit der Stile - und weil kein Lied irgendwie unpassend wirkt. Dabei verwirklicht WILSON einmal mehr seine musikalische Vision, ohne sich an massentaugliche Hörgewohnheiten anzubiedern, und damit erfreut er das Herz jedes Prog-Rockers und jedes Suchers nach musikalischen Träumen.
Perfekt fügt sich eingängiger Poprock (HARMONY KORINE) ins Konzept ein zusammen mit anrührenden Balladen (VENENO PARA LAS HADAS und INSURGENTES), treibendem Prog (SALVAGING), Jazz-Metal (NO TWILIGHT WITHIN ...) und anderen Titeln, die ich stilistisch so gar nicht zuordnen kann. Die Grundstimmung ist (dem Cover entsprechend) düster, melancholisch, traurig, mal in gefühlvoller Zartheit, mal bedrohlich, mal fast morbide, dann geht wieder ein hoffnungsvolles Licht auf, untermalt von einem Orchester, und dann wieder schnappt hinterhältig eine böse E-Gitarre nach der Seele ... das Ganze ist gewaltig, emotional und am überzeugendsten in seinem breitflächigen Entwickeln von Stimmungen - weniger in progressivem Gefrickel oder atemberaubender Filigranität.
INSURGENTES ist in sich perfekt und eine Kaufempfehlung für jeden, der sich gerne auf musikalische "Soundtracks" einlässt und sich dabei nicht um irgendwelche Schubladen schert.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Sperrig, Schwermütig, ... gut!, 17. März 2009
Einen grandioseren Einstieg für Steven Wilsons Solo-Platte, als die melancholisch-rockige Single-Auskopplung "harmony korine", könnte man sich wohl kaum wünschen. Diese Nummer würde sich jederzeit auch auf Porcupine Tree-Alben wie "Deadwing" heimisch fühlen -- ein gemeiner, kleiner Scherz, den sich Hr.Wilson da mit den Erwartungen seiner Fans erlaubt, so könnte man meinen. Denn derart eingängig und hitverdächtig wird es hernach nicht mehr.
"Insurgentes" ist eines dieser schwierigen Alben, deren Potential und versteckte Qualitäten sich erst allmählich offenbaren, die einem mit jedem Durchhören mehr und mehr ans Herz wachsen. Das Tempo der meisten Nummern ist gemäßigt, die Stimmung beinahe durchgehend beklemmend, nur gelegentlich unterbrochen von zaghaft hoffnungsvollen Tönen. Musikalisch zieht Wilson alle Register, kein Stück klingt wie das andere, und nicht selten entwickeln sich die Songs in überraschende Richtungen: "no twilight within in the courts of the sun" schlägt, nach einem improvisiert-jazzig anmutenden Anfang (für meine Ohren dem akustischen Äquivalent von, sorry, Verdauungsstörungen), etwas - im besten Sinne - konventionellere Töne an und stimmt mich damit prompt wieder versöhnlich. Im fast schon romantisch klingenden "Significant Other" begeistert Gast-Vokalistin Clodagh Simonds im Duett mit Wilson. In "Abandoner" wird eine zärtliche Melodie unvermittelt von brutalem White Noise-Geschramme verstümmelt, ein dramaturgisches Element, das Wilson gekonnt - in ähnlicher Form - auch an anderer Stelle einsetzt. Andere Tracks, wie die düstere Gitarrennummer "only child" oder das stille, herzzereißend schöne Klavierstück "insurgentes" kommen ohne übermäßig viel Schnick-Schnack aus und reihen sich doch wunderbar ins Gesamtbild.
Würde die Stimmung nur ein, zwei Male etwas aufgelockert werden von schnelleren, rockigeren Nummern im Stil des Openers, eine Höchstwertung meinerseits wäre dem Album sicher. So vielseitig und großartig, so wunderschön "Insurgentes" zuweilen klingen mag, so sehr bleibt es ein schwieriges Vergnügen.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Harmony..., 9. Februar 2009
... Korine, heißt der erste von 10 Titeln des ersten, 55-minütigen Soloalbums von Steven Wilson. Der Song besticht durch exzellenten Gitarreneinsatz, super Drums, interessanten Harmoniegesang und einen kraftvollen Refrain. 10 Sterne dafür, wenn es so viele zu verteilen gäbe.
Insurgentes bleibt aber nicht so harmonisch oder eingängig. So gelungen das Album auch ist, so schwierig wird es streckenweise. Insurgentes ist eine Wilson-Werkschau, die man mehrmals hören sollte. Neben eingängigem Rock a la Porcupine Tree und ruhigen, pianounterlegten und teils sphärischen Nummern (Veneno Para Las Hadas) im Stil von No-Man finden sich schleppende Progabschnitte, die erst in Vangelishafte Streicher mit Spieluhrmelodien münden und dann krachig experimentell enden (Salvaging). Ungewöhnlich, aber fraglos gut gemacht.
Ganz anders klingt es wieder in Twilight Coda, einem sehr ruhigen, aber spannenden Instrumental, das auf Akustikgitarre vor sphärischem und mit Effekten hinterlegten Background setzt. Zum Ende hin mischt sich ein Piano darunter, das dann im nachfolgenden Track, Get All You Deserve, den leisen Auftakt bestreitet. Später mischen sich kurze E-Gitarren Riffs darunter, bevor es dann apokalyptisch endet und in den Schlusstrack Insurgentes mündet- einen erneut pianounterlegten Track mit schwermütiger Akustikgitarre und erstklassigen Vocalharmonien.
Zwischendrin gibt es auch mal Prog-Gitarren-Jazz mit Headbanging-Elementen und akustischer Ruhe mittendrin (No Twilight Within The Courts Of The Sun), Akustikgitarre auf minimalistischem Elektrohintergrund (Abandoner) und richtigen Lärm (Abandoner und Significant Other) zu hören. Das alles wird mit jedem Hören schlüssiger, kompakter und besser. Toll gemacht.
Kurzum: Insurgentes ist vielschichtig. Das Album lässt alles hören, was Wilson bis dato kann und zeigt auf, was vielleicht noch kommen könnte.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Fakten, 9. April 2009
Warum 4 Sterne? Ganz einfach, weil das Album wirklich gut ist, aber nicht unverzichtbare Spitze. Hier die Fakten:
1. Das Album hat sehr eingängige Songs (an der Zahl 3) und das genaue Gegenteil (die restlichen 7). Für eine gemütliche Autofahrt sind diese 3 Lieder geeignet, der Rest ist einfach zu schwer.
2. Erst nach mehrmaligem Hören werden die Lieder reizvoller. Manche Stellen kämpfen tapfer gegen jede Harmonielehre - dies gilt es immer zu bedenken.
3. Mir ist das Album zu synth-lastig. Die Gitarre ist in vielen Songs untergeordnet - wer also auf klaren Gitarrensound a la Porcupine Tree steht, ist hier definitiv falsch aufgehoben.
4. Nur auf einer guten Anlage ergibt sich die volle Klangvielfalt. IPod und Co. können das einfach nicht rüberbringen, ebenso ein Standart-Autoradio.
5. Die Lieder sind zwar unterschiedlichen, aber im gleichen Stil gehalten. Konkret heißt das Folgendes: Monotonie, definierte Drums, Synth-Klänge, Spieluhrmelodien, (wenige) heavy Riffs, abrupter Laut-Leise-Wechsel... All das wiederholt sich im Laufe der Platte immer wieder abwechselnd.
Für wen ist das Album geeignet?
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Wer nicht länger als 4 Minuten konzentriert einem Song lauschen kann, vergisst das Album bitte sofort wieder. Wer gerne anspruchsvolle und etwas schräge Töne sucht (ich denke ein wenig an Oceansize - auch wenn der Stil nicht passt), der ist hier wohl besser aufgehoben. Zudem sollte man eine gewisse Frustgrenze zu Beginn haben. Ich kenne niemanden, dem dieses Album nach dem ersten Hören auf Anhieb gefallen hat.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
eindrucksvolles Meisterwek, 27. Februar 2009
Mit INSURGENTES hat Steven Wilson ein eindrucksvolles Werk abgeliefert.Owohl ich schon seit November 2008 im Besitz der Sonder-Edition bin ,ist es jedes mal immer wieder ein Erlebnis dieses Werk zu hören!
Die Musik ist druckvoll und Steven Wilson zeigt dabei die gesamte Bandbreite seiner musikalischen Kreativität . Da gibt es leise ,psychedelische Klänge wie auf Voyage 34 aber auch die harten, bombastischen Gitarren- Riffs,Einflüsse aus Bass Communion sowie Klänge z.b. in -Salvaging-,die mich ein wenig an Marilyn Mansons morbiden Sound-Schnipseln in seinen Videos erinnerten.
Wahnsinn sind die Gitarren-Solos von Steven Wilson und Mike Outram in -no twilight within the courts of the sun- .Für mich der beste Song auf INSURGENTES.
Überhaupt bilden alle Songs der CD eine Einheit .Die Musik drückt genau das derzeitige Lebensgefühl mit den vielen Zukunftsängsten der Menschen und den ungelösten Problemen der Welt aus.
Für mich ist INSURGENTES auf jeden Fall die CD des Jahres !
Ich habe die Aufnahmen bisher in DTS angehört .Einfach brillant diese Qualität .Der Sound ist wunderbar ausbalanciert ,Tiefen,Bass und Höhen absolut plastisch und greifbar.Auf Steven Wilson kann man sich auch sound technisch immer verlassen !
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Einen Schritt vorwärts in die Vergangenheit..., 22. Februar 2009
Harmony Korine, ein richtiger Ohrwurm, bildet den Auftakt zur ersten Solo-Reise von Tausendsassa Steven Wilson. Was folgt klingt sperriger als Porcupine Tree und Blackfield, der Grundtenor ist eher düster, schon fast schwerfällig, man ist sofort fasziniert, ohne wirklich hingerissen zu sein. Mit Veneno Para Las Hadas, Significant Others und Insurgentes schrammt Wilson knapp am Kitsch vorbei, eine Kunst, die er schon immer meisterhaft beherrschte. Ruhige, sehr atmosphärische Songs, die einem von mal zu mal mehr ins Ohr gehen. Die richtig gute Gitarren-Nummer Only Child bildet eine regelrechte Ausnahme auf dem Album, da sie ohne jedes Gefrickel überzeugt.
Die klangästhetischen Höhepunkte der Platte bilden meiner Meinung nach Salvaging, das mich durch seine stilistische Gebrochenheit an Anesthetize erinnert, sowie das energetische No Twilight Within The Courts Of The Sun und die wenig später folgende quasi-Fortsetzung Twilight Coda - Jordan Rudess' Piano-Variante. Auch das fast schon lethargisch anmutende Abandoner gehört in diese Reihe. Bei diesen Stücken zeigt Wilson wohl am beeindruckensten, was er kann. Get All You Deserve bleibt leider auch nach mehrmaligem Hören nicht wirklich hängen; kein wirklicher Ausfall, aber der einzige Ausrutscher ins Mittelmaß. Den Abschluss bildet das schon genannte Titelstück Insurgentes, ebenfalls wunderschön begleitet von Dream-Theater-Pianist Rudess.
Man hat den Eindruck, Wilson warf einen interessierten Blick zurück in die Vergangenheit bis hin zu seinen Anfangstagen und arbeitete seine verschiedenen Stationen mit zwanzig Jahren mehr Erfahrung noch einmal auf. Herausgekommen ist nichts anderes, als das vertonte Lebenswerk Wilsons, eine selbstkreierte Werkschau. Es ist kein Album, das man vom ersten Moment an liebt, aber ich verneige mich davor!
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
State of the Art !!!, 15. März 2009
Irgendwie ist es schon merkwürdig...dafür das das Jahr 2009 nun fast schon drei Monate alt ist, gab es für die eingeschworene Rock/Metal-Gemeinde noch verhältnismäßig wenig Musik-Highlights zu bestaunen. So fallen mir selbst bei näherer Betrachtung nur knapp eine Hand voll Alben ein, denen ich tatsächlich den Stempel "sehr gut" aufdrücken würde. Kaum erwähnenswertes, dafür aber umso mehr musikalische Durchschnittskost. Doch diese ereignislose "Saure-Gurken-Zeit" ist nun entgültig vorbei, denn das Jahr 2009 hat endlich seinen ersten wahrhaften Klassiker hervorgebracht.
Für diese erste herausragende Großtat zeigt sich übrigens kein geringerer verantwortlich als Steven Wilson...einer der feingeistigsten und innovativsten Rock-Impulsgeber der vergangenen 20 Jahre, und natürlich hauptamtlich Bandleader von PORCUPINE TREE und BLACKFIELD. Wie jeder weiß ist Steven Wilson ein vielbeschäftigter Mann, dessen musikalisches Schaffen nie im "hier und jetzt" endet, sondern der - von Veröffentlichung zu Veröffentlichung - stets zielgerichtet neue Horizonte erreichen möchte. Mit zeitlosen Artrock-Meilensteinen wie "Lighbulb sun" , "In absentia" oder "Fear of a blank planet" war Steven Wilson einem Großteil der Konkurrenz schon damals etliche Lichtjahre voraus. Und keine andere Band konnte in den vergangenen Jahren größere Akzente im Genre der progressiven Rockmusik - den oftmals überstrapazierten Begriff "Progrock" verwende ich hier absichtlich nicht! - setzen wie PORCUPINE TREE. Egal was die Combo um Maestro WILSON auf allen Langeisen auch anpackte...das Ergebnis war bis dato immer richtungsweisend und im höchsten Maße "state of the art".
Verwunderlich ist es daher nicht, das Steven Wilson seinen eigenen Sound auf "Insurgentes" mal wieder komplett neu auslotet und sein musikalisches Schaffen dadurch quasi neu erfindet. Natürlich atmen alle Songs dieses formidablen 10 Trackers jederzeit das Flair seiner Hauptband PORCUPINE TREE. Speziell in punkto Melodieführung und songwriterischer Dramaturgie sind die typischen Trademarks wirklich allgegenwärtig. Und dennoch klingt "Insurgents" mal wieder komplett anders. Neue Songs wie "Abandoner" , "Only child" , "Twilight coda" , "Significant other" (mit Gast-Vocals von Clodagh Simmonds) oder der grandiose Opener "Harmony korine" klingen bei den ersten Hördurchläufen ungemein sperrig, unnahbar, ruhig, melancholisch und beinahe schon depressiv, dass selbst die aufgeschlossensten Fans von PORCUPINE TREE zunächst einmal tief durchatmen müssen. Sound-Tüftler Wilson hat es seiner Fan-Schar tatsächlich nicht leicht gemacht. Dies war aber sicherlich auch nicht Sinn und Zweck dieses Solo-Albums, auf denen Künstler ja im allgemeinen nicht immer den Weg des geringsten Widerstands gehen. Hat man sich dann jedoch an den recht Moll-lastigen Grundtenor von "Insurgentes" gewöhnt, entwickeln die Songs einen unglaublich intensiven Eigen-Charme, dem man sich eigentlich unmöglich entziehen kann. Eine stilistische Eingruppierung dieses feinfühligen 55-Minüters fällt einem dabei ebenso schwer. Mr. Wilson und seine musikalischen Mitstreiter - so ist mit Jordan Rudess u.a. der etatmäßige Keyboarder von DREAM THEATER mit von der Partie - zelebrieren eine wahrhaft magische Mischung aus Bands wie RADIOHEAD , KENT , COLDPLAY , AEON SPOKE , PINK FLOYD , DEVIN TOWNSEND , seichten KATATONIA...ach so, und natürlich PORCUPINE TREE. Die Scheibe pulsiert irgendwo in einer Nische aus Postock, Noise, träumerischen Shoegazer- und Industrial-Sounds mit anspruchsvollen Prog-Versatzstücken.
"Insurgentes" lebt vor allem durch seine Unberechenbarkeit und seine atmosphärische Dichte, die beinahe schon Soundtrack-Format hat. Sehr viel Piano, Mellotron, Glockenspiel, Synthesizer, Klarinette, schmärmende Keyboard-Teppiche...und dann im krassen Gegensatz dazu die aufbrausende "wall of sound", die den Hörer urplötzlich aus seiner akkustischen Ohnmacht erwachen lässt. Hört euch einfach mal das dröhnende, mit seichten Streicher-Arrangements aufwartende "Salvaging" an, und ihr wisst was ich meine. Intensiver geht es eigentlich kaum. Weitere Anspieltipps sind sicherlich die sphärische Gänsehaut-Nummer "Veneno para las hadas" , der ungemein zackige Riff-Brater "No twilight within the courts of the sun" (heavy!) und der traumwandlerische Titelsong, der den Hörer nach knapp 55 Minuten leider viel zu früh in den trüben Alltag entlässt. Das ist anspruchsvoller Rock-Sound auf höchstem Niveau. Musik für kluge Köpfe und ehrliche Herzen. Sicherlich wird es auch Leute geben, die "Insurgentes" eher als Enttäuschung werten werden. Speziell manchem PORCUPINE TREE-Fan dürfte teilweise die positive Leichtigkeit eines "Halo" fehlen...ein anderer sucht dafür möglicherweise nach abartig vertrackten Prog-Abfahrten wie "The sound of muzak". Ich kann allen Zweiflern jedoch nur den Rat geben, sich intensiv in dieses feinfühlige Klang-Kunstwerk reinzuhören. Gebt euch die Dosis - und werdet süchtig.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Faszinierende Stilmelange, 11. März 2009
Ein Steven Wilson Soloalbum? Ich habe von dem Mann nach zig Porcupine Tree-Veröffentlichungen, Alben unter den Bannern von Blackfield, Bass Communion und No-Man, sowie diversen Beiträgen zu CDs anderer Interpreten zugegebenermaßen nicht mehr viel Neues erwartet. Wie falsch ich doch lag...
Zwar gestaltet sich Insurgentes als eine Art "Best Of" der bisherigen Stilrichtungen von Wilson, doch es reicht weit über das Maß eines einfachen Kopierens hinaus. Die psychedelischen Passagen aus "Voyage 34" und "The Sky Moves Sideways" werden mit den metallischen Elementen der letzten PT-Veröffentlichungen, Art Rock-Eskapaden der "In Absentia"-Ära und latenten elektronischen Einflüssen im No-Man-Stil verwoben.
Zum (hervorragenden) Opener und dem zweiten Titel "Abandoner" wurde auf diesen Seiten schon genug geschrieben, deswegen steige ich beim dritten Track ein.
"Salvaging" erinnert mich vom schleppenden Sound her stark an Cult Of Luna und entwickelt tatsächlich einen ähnlichen Drive, der insbesondere durch das grandiose Bassspiel geprägt wird. Bei dem Titel schwebt mir eine stürmische Hochebene im Zeitraffer durch den Kopf. Gegen Ende des Tracks geht über der Landschaft die Sonne und dem Hörer mit den Streichern das Herz auf.
Das wunderbare "No Twilight Within The Courts Of The Sun" baut nach langer Zeit endlich mal wieder auf den Sprechgesang der sehr frühen Porcupine Tree-Alben. Die leicht jazzigen Pianomelodien wechseln sich mit einer verzerrten E-Gitarre ab und geben dem Track ein ganz eigenes Flair.
In "Twilight Coda" liefert Wilson dann etwas für Porcupine Tree und Blackfield absolut untypisches ab. Das Stück beginnt sanft und hat mit einem Piano zunächst den charakteristischen "Wilson-Sound", steigert sich dann jedoch immer mehr zu einem vielschichtigen Soundteppich. Die gegen Mitte des Stücks einsetzenden noisigen Elemente fügen sich hervorragend in den Track ein, ohne jedoch, wie allzu oft auf den letzten The Mars Volta-Veröffentlichungen geschehen, zu kippen. Ein virtuos gepieltes, improvisiert anmutendes Meisterwerk, das bei mir Erinnerungen an den Film "Falling Down" aufwirft, in dem sich der Protagonist - vom Frust auf seine Umwelt getrieben - in eine Gewaltspirale steigert. Das Stück geht nahtlos in "Get All You Deserve" über und steigert sich zu einer wahren Kakophonie. Bedrückend und faszinierend zugleich.
Der abschließende Titeltrack glättet schließlich die Wogen und schließt den Zirkel zum harmonischen Einstieg perfekt.
Man kann dem Album sicherlich stilistische Inhomogenität vorwerfen, doch das greift nicht tief genug. Obwohl die Übergänge zwischen den Titeln auf rein musikalischer Ebene abrupt erscheinen mögen, sind die emotionalen Übergänge stets schlüssig. Dadurch entwickelt das Album einen Sog, dem zumindest ich mich nicht entziehen kann. Ich habe in letzter Zeit kein Album gehört, welches mich derart visuell stimuliert hat. Fast zu jedem Track habe ich eine Assoziation in Form von einer Szene oder einer Landschaft. Das macht "Insurgentes" für mich emotional enorm wertvoll.
Es ist in anderen Rezensionen bereits angeklungen: "Insurgentes" hat eine melancholische, streckenweise tief sitzende depressiv anmutende Grundstimmung. Dadurch wird es für manche Gemüter generell ungenießbar und auch für mich nur in bestimmten Situationen hörbar. Woimmer ich jedoch Zugang zu dem Album gefunden habe, fand ich es großartig. Das liegt daran, dass es sehr konsequent, enorm variantenreich und vielschichtig umgesetzt wurde, aber nichtsdestotrotz immer wie aus einem Guss wirkt. Obwohl es an manchen Stellen sehr komplex ist, wird das Album stets von großartigen Melodien getragen und bleibt so nachvollziehbar. Nach einer solchen Karriere und derart vielen Veröffentlichungen ein derartiges Prachtstück abzuliefern, nötigt mir unweigerlich Respekt ab. Danke, Herr Wilson!
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Das Solo-Werk eines Musik-Verrückten, 10. März 2009
Alle Achtung, was dieser Mann uns an kreativem Output beschert. Neben seiner Hauptband "Porcupine Tree" und vier Nebenprojekten nun auch noch ein Album unter eigenem Namen...
Um es kurz zu machen: Auch dieses Album ist kaum verzichtbar und stellt so ziemlich das Beste dar, was im Moment an progressiver Rockmusik zu haben ist.
Das Album hat seine stärkste Momente immer dann, wenn man meint, SW`s andere Standbeine herauszuhören. Eine Kategorisierung in Schubladen wird zwar diesem Album nicht gerecht, aber ich tu`s trotzdem mal, um Interessierten einen ungefähren Eindruck zu vermitteln.
"Harmony Korine" als Opener und vielleicht bestes Stück klingt ein wenig wie eine komprimierte Version von "Arriving somewhere..." (also PT hymnisch rockig). "Veneno para las hadas" mit seinem eher ambientlastigen Charakter könnte von "No-Man" stammen. "Significant other" hätte auch ein tolles "Blackfield"-Stück abgegeben (allerdings hier mit weiblicher Gesangspartnerin und am Ende aufgebäumt zu einem Shoegazer-Wall-of-Sound a`la "My Bloody Valentine"). "Insurgentes" ist dann wieder PT (im Stile bekannter Piano-Balladen). Allein für diese vier Stücke lohnt sich die Anschaffung.
"Only child" mit seinen düsteren, mehrschichtigen Vocals ist ebenfalls noch recht gefällig (geht ein wenig Richtung Gothic-Rock). Der Rest der Stücke beinhaltet mehr oder weniger große Anteile an Experimental-/Psychadelic-/Industrial-/Noise-Rock. Hier verwendet Wilson u.a. auch elektronische Elemente (z.B. Trip-Hop a`la "Massive Attack"/"Portishead" in "Abandoner"), lässt Remineszenzen an Krautrock, "Radiohead/Thom Yorke" und "NIN" erkennen und setzt mehrfach auf Post-Rock-typische laut/leise-Kontraste, die schonmal in etwas anstrengenden Lärmeskapaden ausufern können. Allerdings gerät das Ganze trotz der Stilvielfalt und enormen technischen Versiertheit nie zu selbstverliebter Frickelei.
Vielleicht noch erwähnenswert, dass SW zwar viele neue Dinge ausprobiert, dafür aber auch einige Sachen weglässt, die zuletzt bei PT vereinzelt kritisiert wurden. So fehlen fast komplett die Nu-Metal-Anklänge und Drummer Gavin Harrison hält sich auffällig zurück (spielt aber trotzdem sehr virtuos). Bleibt abzuwarten, ob das als Fingerzeig in Richtung neues PT-Album 2009 zu werten ist.
8,5 / 10
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6 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Facettenreicher SW, 7. Februar 2009
SW Fans können blind kaufen (sofern sie die Ltd. Edition nicht ohnehin schon besitzen). Allen anderen empfehle ich diese Scheibe als Einstieg in die musikalische Welt des Steven Wilson. Es gibt viel zu entdecken. Nehmt Euch die Zeit. Für Sound-Puristen: Klangtechnisch das Beste, das ich kenne. Besonders in 5.1
Uneingeschränkte Kaufempfehlung, obwohl die (nicht zu überbietende) Klasse von In Absentia, Deadwing oder auch FOABP nicht ganz erreicht wird.
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