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5.0 von 5 Sternen Beflügelnd und tiefgehend ' Schmetterling und Taucherglocke eben.
Wie, bitteschön, soll ein Film über einen Mann, der von Kopf bis Fuß gelähmt ist, sich nicht bewegen, nicht essen, nicht sprechen kann, ein Film der noch dazu auf einer wahren Begebenheit beruht, Mut machen und eine Liebeserklärung an das Leben sein? Einzig sein linkes Auge gehorcht dem Gehirn, wo das Leben gefangen gehalten wird, und dessen...
Veröffentlicht am 17. September 2008 von KK

versus
3.0 von 5 Sternen Melancholisch erdrückend
Puh! Also der Film ist krass! Ich empfand ihn schon sehr erdrückend.
Wer einen Film wie "ziemlich beste Freunde" erwartet, da sich die Geschichten in ihrem Schicksalen ähneln, ist hier falsch.
Dieser Film geht direkt unter die Haut und keine lustigen Szenen.
Eine satte, schwere Geschichte.
Ich habe den Film nur einmal angesehen und...
Vor 3 Monaten von Katharina winkler veröffentlicht


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44 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beflügelnd und tiefgehend ' Schmetterling und Taucherglocke eben., 17. September 2008
Wie, bitteschön, soll ein Film über einen Mann, der von Kopf bis Fuß gelähmt ist, sich nicht bewegen, nicht essen, nicht sprechen kann, ein Film der noch dazu auf einer wahren Begebenheit beruht, Mut machen und eine Liebeserklärung an das Leben sein? Einzig sein linkes Auge gehorcht dem Gehirn, wo das Leben gefangen gehalten wird, und dessen Macht über den Körper verloren ging. Ein ewiger Horrorfilm, oder nicht? Es erschien seltsam, dass Filmkritiker darin so viel Positives finden konnten. Schmetterling und Taucherglocke. Ich war verwirrt und gespannt.

Der New Yorker Maler und Regisseur Julian Schnabel verfilmte den gleichnamigen autobiografischen Roman des ehemaligen "Elle"-Chefredakteurs Jean-Dominique Bauby ohne Klischees. Und eigentlich sollte es ein Werk über die weibliche Rache werden, doch es kam anders. Gefangen in einer Taucherglocke bekommt Bauby vom Verlag eine Übersetzerin zur Seite gestellt, der er seine Memoiren diktiert. Ein Zwinkerkommunikationssystem zur Verständigung ist bald gefunden - denn das, was sich in der Taucherglocke bewegen lässt, ist sein linkes Auge.

"Ich will sterben" ist der erste Satz, den Bauby mittels dieses einzigartigen Systems hervorbringt. Doch Jean-Do überlegt es sich schließlich anders und entdeckt, dass zwei weitere Aspekte seines Menschseins nicht gelähmt sind - seine Fantasie und sein Gedächtnis. Erst ab diesem Zeitpunkt sieht man Jean-Dominique Bauby auch als Person - der Blickwinkel wechselt. Waren zu Beginn des Films verschwommene, wirre Bilder aus der Perspektive des lebenden Auges vorherrschend, wird man nun wie durch einen Sog in eine Welt von Bildern gezogen, die durch ihre Gewalt und zugleich ihre Zärtlichkeit überwältigend sind. Jean-Do reist mit uns durch Erinnerungen und erfindet seine eigenen Welten. Er schlürft sinn-lich mit seiner bezaubernden Übersetzerin Austern in einem Nobelrestaurant während in der Realität künstliche Nahrung durch die angehängten Schläuche langsam seinen Magen füllt.
Der Film thematisiert das Finden und Erfinden von Möglichkeiten. Bauby, der seinen Kindern nie wieder durchs Haar streichen wird können, der erfüllt von Trauer über diese Tatsache ist. Der sich aber auch denkt, dass ein kaputter Vater besser als gar keiner ist. Ein Vater, der immerhin mit seinen Kindern das "Galgenspiel" (das mit den Buchstaben!) spielen kann.

Was hier entstanden ist, fühlt sich letztlich an wie das Gegenteil von Rache. Ein großartiges Vermächtnis über die Versöhnung mit dem Schicksal. Mehr noch als das - es ist tatsächlich eine wunderschöne Liebeserklärung an das Leben. Ein Leben, das intensiver nicht sein könnte. Voller Träume, Erinnerungen, Sehnsüchte und Selbstironie und dabei so gar nicht kitschig.
Ein Film, der sich schwer in Worte fassen lässt, den man spüren muss. Der die Frage "Und, wie hast du den Film gefunden?" am Ende unnötig macht. Der erstmal sprachlos macht. Bei dem der nüchterne Ausdruck "Ressourcenorientierung" absolut nichts verloren haben, obwohl mir kein besseres Beispiel dafür einfällt, das eindrücklicher zeigt, was dieser Begriff eigentlich bedeuten kann.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gefangen im eigenen Körper, 23. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Schmetterling und Taucherglocke (DVD)
Eine Frau blickt konzentriert in die Kamera. In der Hand hält sie eine Tafel, auf der die Buchstaben des Alphabets nach der Häufigkeit des Vorkommens im französischen Sprachgebrauch abgebildet sind. Sie buchstabiert das Alphabet herunter und stoppt genau bei dem Buchstaben, bei dem die Kamera einen Wimpernschlag suggerierend ganz kurz abblendet. Sie wiederholt den Vorgang bis sich ein Wort ergibt. Diese Form der Kommunikation ist Jean Dominique Baubys einziges Fenster zur Außenwelt, durch das der Zuschauer aus der Sicht der subjektiven Kamera mit Bauby zusammen ebenfalls hindurchsieht. Der gefeierte Chefredakteur des Modemagazins Elle ist mit nur 42 Jahren durch einen Schlaganfall fast vollständig gelähmt. Er leidet am Locked-In-Syndrom und kann nur noch sein linkes Augenlid bewegen. Der ehrgeizige Zyniker, dem beruflich bis dahin alles gelungen war, lernt in den endlosen Wiederholungen der Abläufe im Krankenhaus was Verzweiflung ist. Baubys Stimme aus dem Off gibt seinen inneren Monolog wieder und begleitet frei von Selbstmitleid die langsame Wandlung seiner Lebenseinstellung. Metaphorische Bilder wie das Versinken eines Mannes im Wasser in einer Taucherglocke oder das Abrutschen eines riesigen Eisgletschers imaginieren die Hilflosigkeit Baubys, der gefangen in seinem reglosen Körper und abgeschnitten von der Außenwelt der Unabwendbarkeit des Schicksals ins Auge blickt. Es bleiben ihm nur noch die Fantasie und eigene Erinnerungen an die Zeiten jenseits der Lähmung, um dieser Taucherglocke zu entkommen. In dieser hilflosen Lage wird ihm in einer Sammlung aus Gedanken sein bisheriges Leben als Anreihung von Misserfolgen bewusst: Die Frau, die er nicht lieben konnte. Chancen, die er nicht wahrnahm. Glücksmomente, die er sich entgehen ließ. Manchmal bedarf es eines Unglücks, um sich seiner wahren Natur bewusst zu werden. Was ihm jetzt noch bleibt, ist mit dem verbliebenen Auge reden zu lernen, um mit mühseligem und gezieltem Blinzeln seine Memoiren für die Nachwelt zu diktieren.

Die wahre Geschichte Baubys hört sich an wie der Stoff zu einem düsteren Melodram. Der Film ist jedoch alles andere als plakatives und sentimentales Betroffenheitskino. Raffiniert und scharfsinnig zieht Regisseur Julian Schnabel den Zuschauer in sarkastischen und ironischen Monologen aus dem Off in Baubys spontane und geistreiche Gedankenwelt, die im ersten Teil des Films fast ausschließlich aus der subjektiven Ich-Perspektive geschildert wird. Janusz Kaminskis visionäre Kameraführung ermöglicht dabei eine vollständige Identifikation mit Bauby. Die zwei gutaussehenden und engagierten Therapeutinnen schlagen als ironisches Bindeglied die Brücke zu den Frauengeschichten seiner Vergangenheit. In der zweiten Hälfte des Films wechselt die Erzählposition dann zunehmend in die äußere Objektivierung des Protagonisten. Der Handlungsstrang in der Klinik wird immer wieder von einem traumhaft komponierten Kaleidoskop aus Baubys Fantasie durchbrochen. Es sind Sequenzen, die symbolisch den freien Geist assoziieren und dessen Trennung von dem an Schläuchen gebundenen gelähmten Körper, in dem Bauby hilflos gefangen ist. Anekdoten aus der Vergangenheit bebildern die liebevolle Vater-Sohn-Beziehung und das Verlassen seiner Familie für eine Geliebte, die ihn in seiner jetzigen Situation nicht einmal besuchen will. Im kontrastreichen Wechsel stellt Schnabel in dieser Hymne auf die Menschlichkeit die Vergangenheit des oberflächlichen Medienzars seiner qualvollen und eingeschränkten Gegenwart gegenüber. Bauby wird exzellent von Mathieu Amalric verkörpert. In Nebenrollen sind Max von Sydow und Emmanuelle Seigner zu sehen. Auszeichnungen für die beste Regie verdiente sich der Film 2008 bei den Golden Globes und bei den Filmfestspielen in Cannes.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rührende Ode an das Leben, 11. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Schmetterling und Taucherglocke (DVD)
Nach einem Hirnschlag bis auf das linke Auge vollständig gelähmt in einem Krankenhausbett aufzuwachen, ohne Erinnerung daran, was vorgefallen ist, oder einer Vorstellung, wo man sich befindet: Ein Alptraumszenario, das für Jean-Dominique Bauby - dem ehemaligen Chefredakteur des französischen Magazins Elle - zur bitteren Wahrheit wurde. Gefangen in einer Taucherglocke, betroffen vom seltenen Locked-In-Syndrom.

Fürs erste wirft der Film den Zuschauer mitten hinein in diese Szene, in den Moment, als Bauby erwacht. Man verfolgt seine ersten Eindrücke aus der Ich-Perspektive, so als läge man selbst dort. Man hört seine Gedanken aus dem Off, die seine ganze Panik widerspiegeln. Erst nach und nach erfahren wir in Rückblenden oder anhand von Gesprächen mit alten Weggefährten mehr über die Person Bauby, der einst ein Lebemann war, erfolgreich, vermögend, Vater zweier Kinder, aber auch geschieden von seiner Frau.

Anhand einer Betreuerin, die ihm einzelne Buchstaben vorliest, welche er mit einem Blinzeln bestätigt, lernt er auf eine neue Art zu kommunizieren, sich der Welt mitzuteilen. Sein erster Satz lautet: "Ich will sterben", woraufhin die Betreuerin in Tränen ausbricht. Emotional zerreißende Szenen wie diese gibt es viele. Bauby nimmt Abstand von seinem anfänglichem Verlangen nach dem Tod, mehr noch: Nur mithilfe seines linken Augenlides diktiert er ein ganzes Buch, seine Autobiografie, welche unmittelbar vor seinem Tod erschien und die Vorlage für diesen Film ist.

Hier muss übrigens folgendes angemerkt werden:
Zugunsten einer besseren Dramaturgie, einer größeren emotionaleren Wucht, wurde im Film eine kleine, aber nicht unwichtige Veränderung im Gegensatz zur Autobiografie vorgenommen. Baubys Exfrau hatte maßgeblichen Einfluss auf die Verfilmung, und so darf es dann auch nicht wundern, daß sie in "Schmetterling und Taucherglocke" sehr gut wegkommt, denn sie ist es, die einst von Bauby betrogen wurde, nach dem Hirnschlag aber viel Zeit an seinem Krankenbett verbringt und ihm beisteht, ganz im Gegensatz zu Baubys Geliebter, mit der er eine Affäre hatte, die im Film nicht einmal Bauby besucht und sehr kalt und herzlos wirkt. Stellenweise möchte man in Tränen ausbrechen, angesichts der Charakterstärke seiner Exfrau, die einst gedemütigt wurde.

Im wahren Leben aber, so steht es im Buch geschrieben, war es Baubys damalige Geliebte, die ständig an seinem Bett weilte und ihm beistand, wohingegen der Kontakt zu seiner Exfrau nahezu vollständig abgebrochen war. Ich habe von dieser verfälschten Darstellung erst im Nachhinein erfahren, und es stieß mir bitter auf, mit welcher Dreistigkeit hier Tatsachen verdreht wurden. Habe mich dennoch dafür entschieden, den Film eigenständig und unabhängig von der Romanvorlage zu betrachten und zu bewerten.

Regisseur Julian Schnabel hat den Film mutig und erfrischend experimentell inszeniert. Nahezu den kompletten Film über verweilt die Kamera in der Ich-Perspektive, als säße der Zuschauer hinter dem noch intakten Auge Baubys und starre aus diesem hinaus in die Welt. Das Bild verschwimmt, wird unscharf wenn Bauby das Auge tränt, oder färbt sich immer wieder für den Bruchteil einer Sekunde schwarz, wenn er blinzelt. Eine beklemmende, düstere Perspektive, vom Kameramann virtuos umgesetzt.

Vor allem die ungewohnte Kameraarbeit hebt "Schmetterling und Taucherglocke" aus der Masse ähnlich tragischer, rührender Geschichten heraus. Man ist als Zuschauer ebenso gefangen wie Bauby, eingeengt und kann sein Leiden zumindest teilweise nachvollziehen. Von "Sehvergnügen" kann zwar nicht unbedingt die Rede sein, der Film ist aber alles andere als niederschlagend. Baubys Stimme kommentiert den ganzen Film über das Geschehen, und lockert die Stimmung mit seinem trockenen Humor auf. Auch der Umstand, daß er noch genug Kraft und Lebenswillen aufbrachte, um seine Biografie zu diktieren, lässt erahnen, daß es ein Film voller Hoffnung ist, und auch in einem schlimmstmöglichen, alptraumartigen Szenario noch lebensbejahend ausfällt.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein gelungenes und ergreifendes Werk, 23. September 2008
Regisseur Julian Schnabel ist mit diesem ergreifenden Film ein Meisterwerk gelungen. Schmetterling und Taucherglocke ist ein überwältigendes Kino, das auf den Bestseller-Memoiren des am Locked-in-Syndrom erkrankten, ehemaligen französischen Elle-Chefredakteurs Jean-Dominique Bauby basiert, der in monatelanger Arbeit seine 1997 erschienene gleichnamige Autobiografie nur mithilfe eines Alphabets realisierte, das ihm vorgelesen wurde und auf das er mit dem Blinzeln seines funktionierenden Auges reagierte. SCHMETTERLING UND TAUCHERGLOCKE ist eine emotionale, einzigartige Liebeserklärung an das Leben, auch wenn es von Schicksalsschlägen heimgesucht wurde. Mit grandiosen Bildern und den glanzvollen Leistungen von hervorragenden Schauspielern wie Amthieu Amalric, Emmanuelle Seigner und dem grossen Max von Sydow ist der Film zurecht mehrfach preisgekrönt und zeigt die Menschlichkeit aus einer völlig neuartigen Perspektive.

Zum Inhalt:
Der ehemalige französische Elle-Chefredakteur Jean-Dominique Bauby ist 42 Jahre alt, als er urplötzlich aus seinem gewohnten Leben mit all seinem Glamour und Style gerissen wird. Mit dem Blinzeln seines Auges diktiert Bauby seine Memoiren und lässt darin nicht nur sein Leben Revue passieren, sondern auch ganze Gedankenwelten entstehen, die ihn erkennen lassen: Glück bedeutet zu realisieren, dass man liebt und geliebt wird.
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46 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Film vom Glück lebendig zu sein!, 7. August 2008
Ein Film, der sich vor allem um die Liebe dreht, um das Leben, um das Glück, vom Glück lebendig zu sein. Er beschäftigt sich mit scheinbar ganz einfachen, elementaren Dingen: mit dem Sehen, dem Hören, dem Erzählen, dem Wahrnehmen der Welt um sich herum, mit Menschen, mit Männern und Frauen, mit Räumen, mit Landschaften, mit Erinnerungen, mit Geschichten, mit Ängsten und mit Freuden.

Und immer wieder geht es um die Liebe; um die Liebe zwischen Männern und Frauen, um die Liebe in der Ehe und die Liebe ohne Ehe, um die Frauen im Leben der Hauptfigur und um die ganz besondere Liebe zwischen Eltern und Kindern.

All diese Erfahrungen beschreibt der Film mit großer Offenheit, mit fast kindlich unschuldigem Staunen, so wie jemand wahrnehmen würde, der alles zum ersten Mal erlebt, der die Welt entdeckt, sich selbst, seine Umgebung, seine Grenzen, seine unendlichen Möglichkeiten. Aber er erzählt all dies auch aus einer ganz besonderen, radikalen Perspektive: aus der Sicht eines kranken Menschen.

Und es gelingt dem Film, aus einer Leidensgeschichte, aus einem Unglück, aus einer persönlichen Katastrophe eine ungeheuer berührende, versöhnliche, hoffnungsvolle Hymne an das Leben und an die Liebe zu machen.

Das erreicht er, indem er die Zuschauer mit auf eine berührende Reise nimmt, indem er die Welt zunächst nur über die Augen und die Ohren des Verunglückten darstellt und diese Eindrücke erst nach und nach mit Erinnerungen, Fantasien und Rückblenden ergänzt. Durch diese Darstellungsweise finden die Zuschauer zusammen mit der Hauptfigur zu einer zunächst als schmerzhaft begrenzt empfundenen, aber bald umso intensiveren, offeneren, sensibleren Wahrnehmung ihrer selbst und ihrer Umgebung.

Dieser Film stellt radikale und grundsätzliche Fragen, eröffnet mit verstörender Emotionalität und Sinnlichkeit die Chance, nicht nur mit dem Betroffenen unmittelbar mitzufühlen, sondern darüber hinaus das eigene, vermeintlich so sichere, so erklärbare, so vorhersehbare und doch oft so oberflächliche und flüchtige Bild von sich selbst, den anderen und der Welt insgesamt zu überdenken und womöglich zu ändern.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen unerwartet humorvoll, 27. Dezember 2008
Von 
Daniel Sierotta "filmfreak" (berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
schmetterling und taucherglocke ist wahrscheinlich einer der besondersten und besten filme des vergangenen jahres, soviel sei am anfang gesagt. es ist beeindruckend, mit welchem ideenreichtum und mit welcher kreativität der regisseur an werk ging.

die ersten ca 30 minuten erlebt man die geschenisse aus der "egoperspektive" des hauptcharakters. als zuschauer bekommt man dann die eindrucke des gelähmten protagonisten dann quasi aus erster hand. man fühlt sich also direkt in die hauptfigur rein. das ist sowohl eine gute idee als auch eine gelungene umsetzung des regisseurs.also von der inszenierung her volle punktzahl und daumen hoch für den mut des regissuers diese unkonventionelle machart anzuwenden.
ebnefalls zu loben sind die darsteller, die ihre figuren sehr glaubwürdig spielen.

was mich persönlich sehr überrascht hat ist, dass während des gesamten films, der ja eigentlich ein trauriges und ernsthaftes thema bearbeitet, keine trauerstimmung verbreitet wird und nie zu sehr auf die tränendrüse gedrückt wird. ich hätte im vorfeld erwartet, dass sich der protagonist selbst bemitleidet usw. stattdessen ist der film humorvoll und optimistisch mit teilweise ernsthaften untertönen, die aber nie zu aufdringlich wirken. ich war positiv überrascht und kann den film im großen und ganzen empfehlen.

dennoch ziehe ich einen punkt ab, da ich zum einen finde, dass der film kleinere längen aufweist(aber das passiert doch fast bei jedem ruhigen film) und zum anderen das ende sehr abrupt fand. zweiteres kann aber auch daran liegen, dass auf der dvd verpackung eine laufzeit von 153 minuten angegeben ist, der film aber faktisch 103 minuten geht. die angegeben laufzeit ist inklusive bonusmaterial.

fazit: auf jeden fall einer der besten filme des jahres und trotz einiger längen sehr zu empfehlen....
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen außergewöhnlicher Film über einen außergwöhnlichen Zustand des menschlichen Seins, 14. September 2008
Von 
Joroka (Darmstadt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Der 42-jährige Elle-Chefredakteur Jean-Dominique Bauby erleidet mit 42 Jahren einen massiven Schlaganfall, durch den sein Hirnstamm umfassend geschädigt wird. Als er nach drei Wochen aus dem Koma erwacht, ist er bis auf sein eines Auge ganzheitlich gelähmt. Kommunikation ist nur noch durch Blinzeln dieses Auges möglich. Bauby Geist ist jedoch noch vollständig intakt. Doch sein Körper ist wie in einer Taucherglocke gefangen. Dieses seltene Phänomen wird als Locked-in-Syndrom bezeichnet.
Über diese Erfahrung schreibt er ein Buch. Wie ist das möglich? Indem er mittels Blinzeln äußert, wenn der richtige Buchstabe im Alphabet erreicht ist, das ihm in ständig wiederholter Litanei vorgesagt wird (jedoch nach Häufigkeit der Buchstaben im französischen Alphabet sortiert). Dieses Buch erschien nur wenige Tage vor seinem Tod in Frankreich.

Julian Schnabel liefert mit dieser Regiearbeit eine Meisterleistung ab. Größtenteils aus Perspektive Baubys und mit seinen Gedanken sprachlich untermalt, zeigt der dem Zuschauer ein erdrückendes und gleichzeitig mutmachendes Bild von diesem Mann, dessen Geist vollständig in seinem nutzlos gewordenen Körper gefangen ist. Eine wunderbare Besetzung bis in die Nebenrollen runden den positiven Gesamteindruck ab.
Ein Film der nachdenklich, auch über das eigene Leben macht. Ein Plädoyer die Chancen, die das Leben bietet, nicht ungenutzt verstreichen zu lassen und die Glückmomente in sich aufzusaugen und zu genießen. Es kommt der Tag, an dem es zu spät ist.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tief berührend, 27. April 2009
Schmetterling und Taucherglocke erzählt die Geschichte von Jean-Dominique Bauby, der nach 3 Wochen nach einem Schlaganfall aus dem Koma erwacht und feststellt, dass er sich weder bewegen, noch den Ärzten, die sich nach seinem Befinden erkundigen, antworten kann.
Er ist gefangen in einer Taucherglocke, der er nur durch ein Augenzwinkern und seiner Fantasie entkommen kann...
Inhaltlich wird in dem Film die Tatsache gezeigt, wie vergänglich das Leben ist. Er zeigt wie eine erfolgsverwöhnte Person, von jetzt auf gleich, dem Tod entgegenblicken muss. Es ist sehr beeindruckend, wie Jean-Dominique Bauby lediglich durch blinzeln seine Memoiren niederschreiben läßt. Auch die Szene mit dem schrill piependen Fernseher hat mich wirklich mitgenommen, wie hilflos man von einem Tag auf den anderen sein kann und dass das Ganze auf Autobiografie beruht, berührt umso mehr. Der Regisseur hat gute Arbeit geleistet. Ein toller, trauriger Film, der zum Nachdenken anregt
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen schockierend schön, 20. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Schmetterling und Taucherglocke (DVD)
ein großartiger film, der einen länger nicht mehr losläßt und einen die flüchtigkeit des lebens gewahr werden läßt. die geschichte hat mich ziemlich tief getroffen und mir die frage vor augen geführt: was, wenn das deinem geliebten menschen passiert... wie damit umgehen? der sarkasmus und humor des films aus dem blickwinkel des hauptdarstellers ist großartig. tolle schauspielerische leistung und regie! unbedingt ansehen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unglaublich erschütternd und hoffnungsvoll zugleich..., 11. September 2013
Von 
Retro Kinski - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Schmetterling und Taucherglocke (DVD)
FILM (OHNE SPOILER!) Bewertung/Besprechung (Review):

Jede gewöhnliche Rezension gerät bei einem Film wie SCHMETTERLING UND TAUCHERGLOCKE an ihre Grenzen und formale Bewertungskriterien treten zu Recht peinlich in den Hintergrund. Er wirft so viel Emotionalität auf, dass Worte nur wie dicke und unbeholfene Holzbalken auf den zarten Wolken der nachhaltig erzeugten Gefühle wirken. Und es ist eine grandiose Leistung der Macher des Films, dass man mit fast experimentell anmutenden Filmelementen sogar ein breites Publikum erreichen kann. Deswegen werden auch eingefleischte Cineasten zu Recht kleine Freudentänze aufführen, denn selten sah man das Publikum so positiv vereinigt wie nach dem Genuss von SCHMETTERLING UND TAUCHERGLOCKE.

Zugegeben, er fordert gerade am Anfang ein wenig Durchhaltevermögen um sich an die Geschichte des 43 jährigen Jean-Dominique Bauby (Mathieu Almaric) zu gewönnen. Sieht man doch anfangs nur minutenlang nur verschwommene Bilder nach seinem völlig aus dem Nichts kommenden Schlaganfall mit der anschließenden Diagnose "Locked-in-Syndrom", was eine völlige Lähmung aller körperlicher Funktionen in Bezug auf Bewegung bedeutet, bei gleichzeitigem vollen Bewusstsein und Hörfähigkeit. Das große Problem der Kommunikation kann oft maximal nur durch vertikale Augenbewegungen überbrückt werden. So auch bei Jean-Dominique.

Die traumatische Erfahrung, die damit zunächst einhergeht wenn man nach dem ersten Aufwachen denkt zu reden und die Umwelt einem nicht hört, wenn man also in seinem eigenen Körper gefangen und eingeschlossen (="locked-in") ist, ist unvorstellbar und diese filmisch in nur einigermaßen angemessener Form darzustellen umso mehr. SCHMETTERLING UND TAUCHERGLOCKE gelingt dieser Spagat und mit Hilfe einer unglaublich virtuosen Kameraarbeit und Bildgestaltung aus Sicht von Jean-Dominique, befreit sich die Kamera im Laufe des Films immer mehr aus dieser Perspektive, so wie sich sein Geist auch mehr mit der Situation zwangsweise arrangiert hat und nimmt auch Positionen außerhalb ein. Kameramann Janusz Kaminski leistete hier Meisterarbeit.

Dies erzeugt sehr intensive und surreal wirkenden Bilder, die später sogar zu ansprechenden Visionen und Träumen unserer Hauptperson werden. Diese Bilderflut ist kaum zu beschreiben und Jean-Dominique beschreibt es selbst mit den unnachahmlichen Worten "Nur mit der Phantasie und Erinnerungen kann ich mich aus der Taucherglocke befreien". Seine Leistung in der Mimik des Gelähmten ist mehr als preisverdächtiges und pures und intensives Schauspiel. So gut auch die Nebenfiguren besetzt sind, er ist die Sonne und Fixstern in dieser Geschichte und er überstrahlt alles. Dazu gehört auch seine Stimme aus dem off und die poetisch anmutende Sprache, die auf der 1997 erschienenen Autobiografie von Bauby basiert, der nur 10 Tage nach Veröffentlichung des Buches starb.

Ob in dieser Romanvorlage auch dargelegt wurde, dass der (männliche) Patient schon in seinen ersten Gedanken nach Bewusstwerden seiner todernsten Lage sich an Dekolletés von Frauen an seinem Bett anfängt zu laben, ist mir nicht bekannt. Allerdings fügen sich die heiteren Momente sehr gut und nicht deplaziert in SCHMETTERLING UND TAUCHERGLOCKE ein. Ich kann mich an kaum einen Film erinnern, der einerseits so erschütternd in seinem Inhalt war, und andererseits aber gleichzeitig so viel Hoffnung macht, dass es auch in den schlimmsten Lebenssituationen irgendwie weitergehen kann wenn man nur kann und will...

4,5/5 Sternen
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Schmetterling und Taucherglocke
Schmetterling und Taucherglocke von Julian Schnabel (DVD - 2008)
EUR 7,99
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