Kundenrezensionen

173
4,5 von 5 Sternen
Charlotte Brontes Jane Eyre (2006) (2 Disc Set)
Format: DVDÄndern
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. September 2007
Also gleich vorweg, ich bin gänzlich ein großer Fan des Buches Jane Eyre und habe vor dieser Verfilmung noch nie eine der zahlreichen Verfilmungen gesehen. Als ich gesehen habe das BBC nun diese neue Adaption meines Lieblingsbuches heraus gebracht hat war ich ganz aus dem Häuschen und musste die DVD haben!
Gesagt getan... Ich also die DVD in den Rekorder eingelegt und "WUMMSS" ich war augenblicklich in diese wundervolle Verfilmung verliebt!
Was vor allem an den beiden Hauptdarstellern liegt! Ruth Wilson IST Jane! Es scheint mir so als wenn sie für diese Rolle geboren wurde. Ganz frisch aus der Schauspielschule gibt sie solch eine grandiose Vorstellung?! Die Frau hat Talent und ich hoffe ganz fest das man in Zukunft noch viel von ihr hören wird!
Ihr Gegenpart Toby Stephens ist nicht minder besser in seiner Rolle als Mr. Rochester! Ich habe mich vom ersten Augenblick in diesen gutaussehenden charismatischen und brillianten Schauspieler verliebt! Zuvor kannte ich ihn nicht mal aber danach hab ich mir sofort jeden Film mit ihm gekauft und das hat meine Meinung absolut bestätigt! Gut das der Cast sich nicht sonderlich daran gestört hat das Mr. Stephens eigentlich zu gut für Mr. Rochester aussieht denn er hat der Rolle neue Dimensionen gegeben vor allem was seine Zerissenheit und seine Gefühle gegenüber Jane angeht! Jetzt liebe ich das Buch jedenfalls noch mehr (wenn das überhaupt möglich ist!) und stelle mir jedesmal beim Lesen diese beiden Darsteller in "Aktion" vor.

Noch kurz was zur Ausstattung des Films:
BBC hat gut daran getan diesem ganzen Spektakel einen düsteren Gothic- Flair einzuhauchen! Ich finde das gibt dem ganzen Film noch einen Schuss Grusel wo einem sich bei der ein oder anderen Szene sogar die Härchen aufstellen.
Dann die Auswahl des Rochester'schen Anwesens, also Heddon Hall in Derbyshire als "Thornfield Hall" auszuwählen war gerade zu Perfekt und passt sich wunderbar in die dunkle Stimmung des Films.
Die Musik zum Film hätte besser auch nicht sein können! Jedes Stück wurde perfekt auf die einzelnen Szenen und Gefühle zugeschnitten. Ich hege ja die Hoffnung das BBC sich dazu entschließt einen Soundtrack zu veröffentlichen. Den würde ich dann sicherlich vom Fleck weg Kaufen :-)

Für mich steht auf jedenfall fest das diese Verfilmung auf ewig meine Liebste sein wird!! Ich kann übrigens nur jedem Empfehlen sich das Ganze in Originalsprache anzusehen da Toby Stephens' Stimme wundervoll ist! Da hat es noch nicht einmal etwas ausgemacht das ich normalerweise nur bedingt der Sprache mächtig bin (die Schauspielerischen Leistungen gleichen den Mangel an Wortverständnis auf jedenfall komplett aus!).

Mein Tipp daher? **** KAUFEN KAUFEN KAUFEN ****
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. September 2008
Jane Eyre....nachdem ich das Buch gelesen hatte, schaute ich mir den Film an.
Und ich bin schlichtweg begeistert.
Das ist die beste Jane Eyre Verfilmung die ich bis jetzt gesehen habe!Sehr nah am Buch verfilmt und mir so viel Liebe zum Detail umgesetzt. Ruth Wilson ist eine bezaubernde Jane Eyre, sehr naturell, ehrlich und herrlich grade heraus. Mit Toby Stephens hat diese Verfilmung den besten Mr. Rochester zu bieten, den es nach meiner Meinung je gab. Beide harmonieren sehr glaubhaft nebeneinander, miteinander und Jane Eyre& Mr. Rochester waren noch nie so sexy wie die 2006/07 Verfilmung! Sehr gut eingefangen wurden die Landschaften, dunkel, ursprünglich und geheimnissvoll. Auch die Nebencharaktere wie Blanche Ingram( auch wenn sie hier blonde Haare hat, anstatt wir im Buch beschrieben schwarze..ich nehme an, damit sollte der Unterschied zwischen Blanche und Jane noch deutlicher gezeigt werden!!) oder Adele oder St. John sind perfekt besetzt! Ich hätte mir keine bessere und nervigere Adele wünschen können, als wie in dieser Verfilmung.
Das Spiel zwischen Jane und Rochester ist sehr intensiv und besonders gut gelungen finde ich die kleine "Neckerei" zwischen beiden, als Jane beschließt ihre Tante Reed zu besuchen und daraufhin Mr. Rochester im Salon aufsucht! Gelungen finde ich auch die " Wahrsagerin" Szene, eine sehr gute Lösung..im Original hätte sie wahrscheinlich nicht so gut funktioniert.
Fazit...Mr. Rochester war noch nie grummeliger, charmanter und gut ausehender als in dieser Verfilmung( man hat ihm sogar seine Hand gelassen:-)und Jane Eyre ist einfach umwerfend. Ein wunderschöner Film! Unbedingt ansehen!
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47 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Februar 2008
Das ist wieder mal so eine Geschichte, die auch nach Jahrhunderten noch das menschliche Herz zu berühren vermag und deshalb unvergesslich bleibt. Die junge Jane Eyre erduldet in dem bigotten Lowood Internat viel Ungerechtigkeit und Leid. Als sie die Stelle einer Gouvernante auf Thornfield Manor antritt erfährt sie zum ersten Mal Wärme und Freundlichkeit, und in ihrem Arbeitgeber, dem düsteren und geheimnisvollen Mr. Rochester, trifft sie ganz unverhofft auf einen emotionalen und intellektuellen Seelenverwandten. Natürlich ist Jane von diesem Mann total hingerissen, aber leider hütet er ein tragisches Geheimnis.

Meine unmaßgebliche Meinung:
Nach meinen Recherchen hat man diesen Roman seit 1910 schlappe 20 Mal verfilmt, und angesichts dieser Fülle an Vorgängern hat es diese neueste BBC-TV-Miniserie aus dem Jahre 2006 wahrhaftig nicht leicht. Viele beäugen das neue Produkt misstrauisch und fragen sich, ob die 21. Verfilmung überhaupt noch Sinn macht und ob sie sich wenigstens an die literarische Vorlage hält. Kann dieser Film etwa bestehen gegen so namhafte Konkurrenz wie Zefirellis Adaption von 96 oder den TV-Film mit dem brillanten Ciaran Hinds von 97 oder gar die unvergessliche Miniserie mit Timothy Dalton aus 1983.
Aber muss man diesen Vergleich unbedingt anstellen?
Ich behaupte: Nein! Denn zu diesem wundervollen Roman kann es gar nicht genug filmische Varianten geben. Ganz im Gegenteil, je mehr filmische Kräfte freigesetzt werden und je variantenreicher sie sind, desto mehr wächst auch das literarische Gewicht der Geschichte selbst.
Ich persönlich genieße jede auch noch so freie Adaptionen von großen Romanen, vorausgesetzt sie sind kreativ und unterhaltsam und diffamieren das geliebte Buch nicht gerade auf geschmacklose Weise. Und was nun dieses neue, wunderbare Kunstwerk der BBC betrifft, so ist es keineswegs so frei und losgelöst vom Roman wie es anhand vieler Kritiken den Anschein hat. Tatsächlich sind es wirklich nur kleinere Details und Abweichungen sowie ein paar zusätzliche Szenen, die allerdings einen Hauch von Erotik haben, und vielleicht deshalb die puristischen und puritanischen Gemüter so sehr erhitzen.
Insgesamt ist der Film stimmig, sehr originell, detailreich und bildgewaltig inszeniert aber vor allem unüberbietbar romantisch. Für mich ist es die romantischste und leidenschaftlichste Jane Eyre Verfilmung, die ich bisher gesehen habe, und das macht sie zu meiner Lieblings-Jane-Eyre.

Und worin liegt nun das Geheimnis dieser hinreißenden Romantik?
An erster Stelle ist es natürlich Charlotte Brontes wundervoller Roman, der hier von zwei überaus attraktiven und perfekt besetzten Hauptdarstellern getragen wird. Toby Stephens als Mister Rochester sieht umwerfend aus mit seinem leidenden Dahinschmelz-Gesichtsausdruck. Er hätte zwar durchaus auch noch etwas grimmiger und düsterer sein können - auf mich wirkt er fast zu milde - aber natürlich hat dieser verzagte Rochester einen ganz eigenen, liebenswürdigen Charme, dem ich mich einfach nicht entziehen konnte, und die junge Ruth Wilson, frisch von der Schauspielschule weg als Jane Eyre gecastet, hat so ein schönes und ungewöhnliches Gesicht (mit ihrer niedlichen Oberlippe), ein Gesicht, das eine unglaubliche Ausstrahlung besitzt. Ob sie nun lächelt oder grübelt, ob sie traurig oder fröhlich dreinschaut, ich konnte mich an ihrem Mienenspiel nicht satt sehen. Es ist erfreulich, dass man eine junge und wirklich fähige Darstellerin für die Rolle der 18jährigen Jane Eyre gefunden hat, eine Darstellerin, die ganz in dieser schwierigen Rolle der Jane aufgeht. Denn hier gibt es wenig Bewegung, wenige Dialoge nur viel Mienenspiel und Körperhaltung zu zeigen und das schafft Ruth Wilson. Ihre Jane überzeugt mit sehr viel Würde, Selbstbewusstsein und Ernsthaftigkeit. Einfach klasse!

Es stimmt, dass dieser Film tatsächlich ein romantisches und sinnliches Übergewicht hat, und die anderen Motive aus Brontes Novelle dabei in den Hintergrund treten. Zum Beispiel das Thema Klassenunterschiede, Kluft zwischen den Geschlechtern oder Janes Konfrontation mit der Religion. Fans des Buches mögen das bedauern, ich kann mich diesem Bedauern aber beim besten Willen nicht anschließen, zu sehr war ich von der überbordenden Romantik und den hingebungsvollen Schauspielern hingerissen. Ich neige in solchen Fällen gerne dazu "Drehbuchsünden" einfach zu übersehen und zu verzeihen. ;-)

Zusammengefasst:
Eine detailfreudige, liebevoll inszenierte, sehr frische und moderne Adaption des Romanes, die bis in die Nebenrollen perfekt besetzt ist und das Romantischste darstellt, was man aus Jane Eyre machen kann. Ich möchte diese Jane Eyre auch mit voller Inbrunst empfehlen.

DVD:
Die Übersetzung ist in der Tat jämmerlich hingeschlampt - wie es leider allzu oft bei diesen BBC Produktionen der Fall ist. Es ist also wirklich fast ein Muss, sich diesen Film (auch) in Englisch anzusehen. Aber selbstverständlich ist der Film auch im Deutschen noch rundum zufriedenstellend und inhaltlich absolut verständlich. Zudem fand ich, dass man für Ruth Wilson eine sehr sympathische, diamantklare deutsche Synchronstimme gefunden hat.
Bild: 16:9 Fullframe, 1:1,78, Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1)/Englisch (Dolby Digital 2.0), Laufzeit 230 Minuten, Untertitel Deutsch.
Extras: Film- und Biographien, Bildergalerie, Trailer, Audiokommentar (ca. 100 Minuten), Über Charlotte Bronte, Interviews (ca. 15 Minuten) Deleted Scenes (ca. 37 Minuten).
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. April 2008
Es ist wirklich schön für uns JE-Fans eine anständige Verfilmung sehen zu können, die länger als 90 Minuten dauert und somit die "Fülle", den Charme und die Aussage des Buches rüberbringt...

Ausstattung und Drehbuch...

...finde ich sehr gelungen.
Ich habe mich auch an den ein oder anderen modernen Dialog gewöhnt, der so nicht im Buch vorkommt - die Produzenten waren wahrscheinlich über die kreativen Möglichkeiten, die eine 2006er Verfilmung bietet, mehr als begeistert und haben die Chance ausnutzen wollen.

Hier eine Anmerkung zu den Daily Soap-Vorwürfen einiger Leute, die wahrscheinlich auf die Schlafzimmer-Szene anspielen:

Rochester zieht hier nun mal alle Register - seine körperliche Wirkung auf Jane ist das Einzige, was sie zu diesem Zeitpunkt noch zum Bleiben bewegen könnte - und genau das versucht er in diesem Moment auszunutzen!
Prüderie kann ich mir zwischen Jane und Rochester so gar nicht vorstellen - wenn man sich liebt, dann begehrt man sich auch!

Ruth Wilson...

...als Jane Eyre hätte manchmal etwas frecher/forscher sein können, aber die bodenständige, zurückhaltende Art, in der sie spielt, ist mal etwas Anderes als die typischen "perfekten" weiblichen Charaktere, die man sich sonst in ähnlichen Verfilmungen antun muss.

An Toby Stephens...

...scheiden sich (meine) Geister.
Seine Portraitierung Rochesters setzt Maßstäbe; ich bin echt beeindruckt von seiner schauspielerischen Leistung...
ABER...aus irgendeinen Grund ist er mir als Rochester ein wenig unsympatisch...(was mein Problem ist und wofür er ja nicht wirklich etwas kann)

4 Sterne...

...weil die deutsche Synchro (UND die deutschen Untertitel...), wie es bei TV-Produktionen meistens der Fall ist, einfach nur schauderhaft ist...die Stimmen der Hauptdarsteller sind hölzern und passen überhaupt nicht - und dabei habe ich mir nur eine Szene angeschaut, um mit dem englischen Originalton vergleichen zu können!
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33 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. Januar 2008
Wie üblich habe ich mir den Film im Original angesehen, und ich fand ihn zauberhaft. Nach einer halben Stunde jedoch wurde ich neugierig, wie wohl die von der deutschen Synchronisationsfirma ausgesuchten Stimmen klingen mögen. Also habe ich in dem Dialog, als gerade die Attraktivität Mr Rochesters erörtert wurde, in die deutsche Tonlage gewechselt. Und wie entsetzt ich war! Mr Rochester klingt ungefähr fünfzehn Jahre älter als er aussieht. Schlimmer noch, er klingt so handzahm, als ob er eben nicht der herrische Dienstherr aus dem Werke Bronte's ist, sondern vielmehr ein Mann, der alle Leidenschaft verloren hat, wenn er sie denn jemals gefühlt haben sollte. Jane's Stimme, im Original ruhig, recht tief und beherrscht, überschlägt sich beinahe. Und dass alles so klang - egal ob drinnen oder draußen - als ob die Sprecher eng in einem Raum zusammengefercht mehr schlecht als recht einen Film synchronisieren sollten, hat nicht gerade zur Besserung beigetragen. Dass ein Film, der so gravierend von seinen Dialogen lebt, dermaßen schlecht vertont wird, ist enttäuschend. Zu der Übersetzung kann ich nicht viel sagen, denn ertragen hätte ich die deutsche Fassung wohl nicht lange. Jedoch hatte ich den Eindruck, als wäre der Übersetzer doch recht lieblos an sein Werk gegangen. Was ich gehört habe, wurde so wortwörtlich übersetzt, dass die fehlende Anpassung an die deutsche Sprache fast schon sinnentstellend auf mich wirkte.

Ich habe also weiter das Original gesehen und war von Anfang bis Ende fasziniert. Toby Stephens beherrscht es einzigartig, die Zerrissenheit Mr Rochesters unaufdringlich darzustellen. Ruth Wilson spielt Jane auf eine so unsentimentale, gleichzeitig zurückhaltende und selbstbewusste Art und Weise, die sie, trotz fehlender klassischer Schönheit, extrem anziehend macht. Meiner Meinung nach ist es Susanna White überzeugend gelungen, die Vorlage zeitgemäß zu interpretieren und sie filmisch widerzugeben. Dass es natürlich immer ein größeres Erlebnis ist, das Buch zu lesen, ist eine selten bestrittene Wahrheit. Dass in einer Verfilmung immer Änderungen und Kürzungen getätigt werden müssen, ist auch unbestreitbar. Zwei Änderungen möchte ich hier näher betrachten. Erstens war ich immer der Meinung, dass die Szene, in der Mr Rochester sich als Zigeunerin verkleidet, stark dazu beiträgt, den Charakter Rochesters und Janes und ihre Beziehung zueinander zu verdeutlichen. Sie wurde zwar nicht ganz gestrichen, jedoch war nicht er die Zigeunerin. Dabei hat gerade die Tatsache, dass er sich nicht so ernst zu nehmen scheint, viel zu seiner Sympathie beigetragen. Die zweite Szene ist die, in der Mr Rochester und Jane in der Nacht, in der sie ihn verlassen will, auf dem Bett liegen und sie ihm beinahe nachgibt. Anstatt die Aussage des Buches zu untergraben, unterstreicht es vielmehr die Notwendigkeit einer Flucht. Denn würde sie bleiben, könnte sie nicht widerstehen. Wenn auch nicht originalgetreu, so fügt es sich doch selbstverständlich in die Handlung.

Was die Sexualität betrifft, so erinnere ich mich noch genau, wie sehr ich errötet bin, als ich, die vorher nur Jane Austen kannte, plötzlich Jane Eyre gelesen habe. Natürlich wird alles in einem schicklichen Rahmen angedeutet, aber dass die beiden Hauptdarsteller sich sehr zueinander hingezogen fühlen, dürfte keinem aufmerksamen Leser entgangen sein. Als ich mich jedoch nach dem Film entschloss, noch einmal das Happy End auf deutsch zu sehen, verstehe ich auch, warum man diese Szenen als anstößig, fast schon vulgär empfinden konnte. Die Emotionen, die im Original natürlich, und, soweit dies in einem solchen Fall möglich ist, unschuldig wirkten, wurden durch das Stöhnen der Sprecher auf das Niveau eines mittelschlechten Erotikfilms heruntergedrückt.

Fazit: Wenn man Filme sowieso lieber im Original sieht und Verständnis für gelegentliche Änderungen des Buches aufbringt, so ist diese Verfilmung den Kauf wert. Wenn man jedoch lieber Zeile für Zeile widergegeben sehen möchte, sollte man vielleicht von vornherein das Buch lesen und gänzlich Abstand von Literaturverfilmungen nehmen. Einen inneren Konflikt sind sie einfach nicht wert. Vier Sterne nur deshalb, weil die wenig überzeugende Synchronisation meinen Freund wohl niemals dazu bringen wird, sich einen Kostümfilm im Original anzusehen.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Januar 2008
Ich kann mich den anderen Kritiken nur anschließen: Eine phantastisch detaillierte und wunderbare Adaption des Bronte-Klassikers. Die Hauptrollen sind perfekt besetzt, man leidet und liebt von Anfang bis Ende mit!

Wer allerdings eine absolut textgetreue Umsetzung des Buches erwartet, dem sei lieber die Verfilmung mit Timothy Dalton und Zelah Clarke von 1983 empfohlen, allerdings muß man da die wirklich schlechte Videoartige Bildqualität in Kauf nehmen, die den damaligen Britischen Fernsehserien so zu Eigen war.

Einen kleinen Abzug gebe ich für 2 Punkte, die mich gestört haben:

1.) Die wirklich unglaublich schlechte Deutsche Synchronisation. Ich habe den Film in Englisch gesehen und kann nur jedem raten: Wenn Ihr es könnt, bleibt bei der Originalfassung! Die Übersetzung ist hölzern und inhaltlich teilweise falsch und die Synchronstimme von Rochester ist fürchterlich!

2.) Einige deutliche Abweichungen zum Buch, die zum Teil sehr unlogisch sind:

So erzählt z.B. Mr. Rochester, dass er Adèle als Säugling mit nach England gebracht habe (warum spricht sie dann so schlecht Englisch?).

Mr. Rochester verkleidet sich nicht als Wahrsagerin, sondern lauscht versteckt hinter einem Paravent einer angeheuerten Wahrsagerin (Gerade die Tatsache, dass von den anwesenden 'feinen' Damen keine Ihn in seiner Verkleidung erkennt, gibt die Oberflächlichkeit und Dümmlichkeit dieser Gesellschaft wieder).

St.John Rivers findet Jane Eyre rein zufällig mitten im gottverlassenen Moor hoch oben auf einem Felsplateau, (Warum wandert er dort herum und wie bekommt er Jane Eyre meilenweit nach Hause geschleppt?)
Im Buch streift Jane hungernd durch die Dörfer und klopft letztendlich am Ende Ihrer Kräfte bei den Rivers an...

Die Schauspielerin der Adèle ist mir eindeutig zu alt, im Buch wird eine Gouvernante für ein Mädchen "unter 10 Jahren" gesucht.

Doch all diese Abweichungen machen die Verfilmung nicht weniger interessant, lebt sie doch wirklich von den einzigartigen Darstellern,
realistischen Requisiten und Kostümen.

Also hier meine Empfehlungen:

Für Herz, Schmerz und Augen lieber die Verfilmung mit Toby Stephens
Für absolute Dialogtreue und inhaltlich perfekte Adaption: Timothy Dalton!

Mr. Rochester nimmt man beiden würdig ab!
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. August 2008
Ich weiß gar nicht so genau, die wievielte "Jane Eyre" Verfilmung dies ist, aber ich glaube, es sind eine Menge, die dieser vorangehen. Auch über die Qualität der Filme weiß ich nichts, außer von denen, die ich schon gesehen habe (Samantha Morton/Ciaran Hinds, Charlotte Gainsbourg/William Hurt). Ich habe mir nun auch diese angeschaut und bin erstaunt, daß es immer noch möglich ist, eine Verfilmung über Jane Eyre zu schaffen, die sich gänzlich von den vorangegangenen unterscheidet. Und das meine ich ganz im positiven Sinne.

Als erstes habe ich mich natürlich gefreut, dass die BBC den Roman als Mehrteiler verfilmt hat. Ich habe zuvor den Roman gelesen und bin deswegen immer begeistert, wenn so ein facettenreicher Roman nicht in Spielfilmlänge gedreht wird. Somit gehen keine wichtigen Aussagen und Aspekte verloren, die der Roman dem Leser mitteilen möchte. Der Mehrteiler hatte es aber trotzdem nicht ganz leicht bei mir, weil ich ihn mit der leidenschaftlichen Verfilmung mit Samantha Morton/Ciaran Hinds verglich und diese einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat. Deswegen fiel mein Augenmerk auch ersteinmal auf die beiden Hauptdarsteller, die mir bis zu diesem Zeitpunkt noch vollkommen unbekannt waren. Vom ersten Augenblick an war ich von dem Spiel der Ruth Wilson faziniert. Ihr ungewöhnliches Gesicht leuchtete richtig und ich sah ihr die verschiedensten Gefühle an, mit denen sie sich in ihrem jungen Leben auseinandersetzten musste. Sie verstand es auf der einen Seite zurückhaltend zu spielen, aber auf der anderen Seite öffnete sie sich in den ihr gebotenen Grenzen, die einer Gouvernante zu der damaligen Zeit erlaubt waren. Toby Stephens fand ich anfangs etwas zu zahm und betulich für einen Mr. Rochester. Doch hier wurde anscheinend das Augenmerk auf die Verbitterung des Herren von Thornfield Hall gelegt und eins ums andere Mal war dies in den Unterhaltungen der beiden deutlich zu spüren. Toby Stephens hat mein Herz gerührt, weil er Mr. Rochester tieftraurig gespielt hat und hierfür nehme ich es gerne hin, dass seine Impulsivität etwas auf der Strecke blieb.

Der Roman wurde sehr ausführlich verfilmt und mit Neuerungen versehen, die sehr gelungen sind und dieser Mehrteiler auch dringend gebraucht hat. Man hört halt nicht gerne, dass diese Verfilmung überflüssig ist, weil sie sich von den anderen Filmen kaum unterscheidet. Das muss sich diese BBC Produktion sicherlich nicht anhören, weil sie es mit neuen modernen Elementen geschafft hat, sich als eigenständiges Werk zu sehen. Gut gemacht! Die Szene übrigens, als Mr. Rochester mit Jane im Bett liegt und sie zu überreden versucht, bei ihm zu bleiben, finde ich nicht unpassend. Ganz im Gegenteil. Hier wird dem Zuschauer bewusst, wie stark Jane ihren Prinzipien treu ist und sich deswegen Mr. Rochester verweigert, indem sie nicht bei ihm bleibt. Und das ist sicherlich nicht leicht, wenn man einem geliebten Menschen so nahe ist, wie in diesem Fall (Anmerkung: in dieser Szene küssen sich die beiden nur, es passiert nichts Unschickliches).

Fazit: Eine Neuverfilmung mit wunderbaren unverbrauchten Darstellern, die so überzeugend spielen, als wären sie aus dem Roman entsprungen. Und mit Neuerungen versehen, die dem Film eine eigene Note geben und mich zu dem Schluß kommen lassen, dass diese "Jane Eyre" Verfilmung sicherlich nicht umsonst war. Kurzum: Sehr zu empfehlen!
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. Januar 2012
Ich liebe das Buch Jane Eyre und habe aus diesem Grund schon einige Versionen gesehen.Aber irgendwie hatte ich immer das Gefühl da fehlt das gewisse Etwas.Durch Zufall sah ich die Version mit Toby Stephens und Ruth Wilson und es war wie eine Offenbahrung.Einfach "der" Rochester und "die" Jane Eyre.
In anderen Versionen fragte ich mich immer "Was findet Rochester an Jane?,An welcher Stelle ist er liebenswert?,Wo ist die Leidenschaft zwischen den beiden?Warum auf einmal die große Liebe?"
Diese Fragen stellten sich mir in dieser Serie von der ersten Minute an nicht.Man taucht ein in die Geschichte,fühlt mit,leidet mit,weint mit und ist nach dem großartigen Ende fix und fertig.
Die eine oder andere kleine Abweichung vom Buch ist nur zum Vorteil.Es macht das ganze lebendiger,echter und greifbarer.Die Chemie zwischen den beiden Haupdarstellern ist perfekt,man verliebt sich wirklich mit.
Auch das erotische Prickeln was in Brontes Roman wirklich deutlich ist,wird hier absolut überzeugend vermittelt.Jane ist nicht Prüde und bei einer so leidenschaftlichen Figur wie Rochester stellt sich die Frage erst gar nicht.
Für mich ist diese Verfilmung nicht zu toppen.So wie Colin Firth der einzig wahre Mr. Darcy ist,wird Toby Stephens für mich der einzig wahre Edward Rochester sein.Und nicht zu vergessen Ruth Wilson eine absolut natürliche,freche und sympatische Jane Eyre.
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am 10. Juli 2008
Ich habe Jane Eyre zuerst im Fernsehen (BBC Prime) gesehen und war fasziniert. Es ist wirklich die schönste aller bisherigen Verfilmungen (sehr romantisch), und die Schauspieler spielen unglaublich gut.

Danach habe ich mir die DVD gekauft, wegen der zusätzlichen Szenen, etc. und der deutschen Fassung. Leider finde ich die deutschen Synchronstimmen furchtbar - nicht anzuhören!
Auf Englisch habe ich es mir schon ca. 7 mal angesehen. ;)

Jetzt habe ich mir auch noch das Buch gekauft und bereits ausgelesen, da ich es nicht aus der Hand legen konnte. Es ist ein bisschen anders, ausführlicher als der Film natürlich, trotzdem finde ich die Verfilmung sehr gelungen.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. März 2008
Eine wunderbare, romantische Verfilmung, bei der alles stimmt. Ausstattung und Atmosphäre wie immer bei der BBC exzellent, aber die beiden Hauptdarsteller sind einfach nur grandios zu nennen. Toby Stephens sieht nicht nur lecker aus, sondern gibt auch den finsteren Rochester phantastisch, wobei es ihm besser als allen bisherigen Darstellern gelingt, die verletzlichen Seiten der Figur darzustellen. Ruth Wilson IST Jane Eyre, sie spielt gefühlvoll und sympathisch. For unsere Romantikerinnen: Endlich! Jede Menge wunderschöne, prickelnde Liebesszenen. Der Film ist einfach perfekt, ich werde ihn mir garantiert noch öfter anschauen. Allerdings stimme ich den anderen Meinungen zu: Die Synchro ist furchtbar, Rochesters Stimme klingt zu alt, gefühllos und brutal; Janes Stimme zu kieksig (sie hat im Original eine sehr angenehme, tiefe Stimme). Also auf jeden Fall in Englisch anschauen, wenn man halbwegs etwas versteht. Die Untertitel sind teilweise schlampig und sogar oft falsch übersetzt, z.B. "Drawing Room" (= Salon) mit "Zeichenzimmer". Dabei sieht man im Film deutlich, dass im Salon niemand Bilder zeichnet. Bei so einer hochwertigen Produktion hätte man sich mit Synchro und Untertiteln schon etwas mehr Mühe geben können! Ansonsten: 100%ige Kaufempfehlung!!!
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