Kundenrezensionen


159 Rezensionen
5 Sterne:
 (107)
4 Sterne:
 (34)
3 Sterne:
 (11)
2 Sterne:
 (4)
1 Sterne:
 (3)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


66 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Modern, charakterzentriert, großartig!
Wie die meisten von der BBC produzierten Period-Serien ist auch diese rundum gelungen.

Besonders erwähnenswert ist dabei die Anpassung des Dialoges an das Medium. Selten habe ich die Sprache Charlotte Brontes- oder eigentlich noch nie- so authentisch als auch werknah umgesetzt gesehen. Die Drehbuchautorin hat hier wirklich eine Meisterleistung...
Veröffentlicht am 4. Februar 2007 von Mary Russell

versus
269 von 274 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Traumhaft schöner Film - die deutsche Übersetzung ist jedoch ein Albtraum
Der 2006 gedrehte BBC-Vierteiler "Jane Eyre" gewann zahlreiche Preise und wurde von britischen Kritikern überschwenglich gelobt. Zu Recht. Denn besser kann Charlotte Brontees viktorianischer Klassiker kaum verfilmt werden.

Erzählt wird die Geschichte der jungen Gouvernante Jane Eyre, die auf dem Anwesen von Edward Rochester eine Stellung erhält...
Veröffentlicht am 11. Januar 2008 von Flora123


‹ Zurück | 1 216 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

269 von 274 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Traumhaft schöner Film - die deutsche Übersetzung ist jedoch ein Albtraum, 11. Januar 2008
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Der 2006 gedrehte BBC-Vierteiler "Jane Eyre" gewann zahlreiche Preise und wurde von britischen Kritikern überschwenglich gelobt. Zu Recht. Denn besser kann Charlotte Brontees viktorianischer Klassiker kaum verfilmt werden.

Erzählt wird die Geschichte der jungen Gouvernante Jane Eyre, die auf dem Anwesen von Edward Rochester eine Stellung erhält. Den Hausherrn lernt Jane zunächst als mürrischen Mann mit finsterem Blick kennen. Aber das schüchtert sie kein bischen ein. Sie hört ihm zu, aufrichtig, unbestechlich und zugleich voller Interesse und Offenheit. Kein Wunder, dass der ansonsten eher verschlossene Rochester ständig das Gespräch mit ihr sucht. Dabei deutet er immer wieder ein dunkles Geheimniss aus seiner Vergangenheit an...

Brontees Bestseller lebt ganz besonders von den Dialogen. Sogar Queen Victoria fand den Roman "höchst inspirierend". Denn so sprachen Mann und Frau in der englischen Literatur des 19. Jahrhunderts ansonsten nicht miteinander, so offen, so gleichberechtigt, so leidenschaftlich.
Die BBC hat hierfür zwei ideale Schauspieler gefunden.
Ruth Wilson verkörpert Jane Eyre in all ihrer Freundlichkeit und zugleich moralischen Stärke. Toby Stephens ist der bisher vielschichtigste Leinwand-Rochester, ein sarkastischer Macho, dennoch klug und verletzlich.

Soweit, sogut, wäre da nicht die deutsche Synchronisation!
Im englischen Original wird der Zuschauer von der geistreichen und poetisch fließenden Sprache regelrecht hinfort getragen. Die deutsche Version versetzt einem dagegen regelmäßig einen verbalen Schlag auf die Ohren. Aua!
Janes sanfte, warmherzige Stimme bekommt einen zickigen, hochnäsigen Touch. Dafür hört sich Rochester manchmal etwas wirr oder leicht irre an, was im Original einfach nicht da ist. Ein Großteil seiner Autorität geht so verloren.

Und dann die vielen falschen oder arg ungelenken Übersetzungen, wie z.B. Rochesters ständiger Wechsel zwischen "Sie" und "Du". Die englische Aufforderung "Come!" oder "Sit!" ist nun mal nicht mit "Komm!" bzw. "Sitz!" zu übersetzen, das ist einfach nur unhöflich und hört sich lächerlich an. Richtig doll weh tut es aber, wenn Rochester über diesen Burschen namens Rivers spricht ("... that fellow Rivers") und auf deutsch ein "Flußbursche" draus wird. Flußbursche! Aua aua aua...

Oder dieses ständige Gerede vom Zeichenraum. Zeichenraum? Gibt es da Bleistift und Papier? "Drawing Room" bedeutet aber einfach nur Gesellschaftsraum. Oder auch Salon. Da hat sich die feine Gesellschaft am Kamin gewärmt und Konversation betrieben. Vielleicht sollte man die Übersetzer vorsorglich informieren, dass "Living Room" auf deutsch "Wohnzimmer" heisst und nicht "Lebensraum".

Die Unfähigkeit der Übersetzer reicht bis zur völligen Verfälschung des Inhalts:

Jane sagt zu ihrem Spiegelbild:
"You were mistaken, Jane!" ("Du hast Dich geirrt, Jane!")
Danach malt sie ein schmeichelndes Portrait ihrer Rivalin Blanche Ingram sowie eine schroffe Kohlezeichnung von sich selber. Der direkte Vergleich beider Bilder soll ihr vor Augen führen, wie unstandesgemäß eine Verbindung mit Rochester wäre. Aufwachen Jane, könnte sie auch sagen, Du hast nur geträumt! Doch auf deutsch spricht sie in den Spiegel:
"Sie wurden misverstanden, Jane!"

Es ließen sich noch mindestens 50 weitere Übersetzungsfehler aufzählen. Das lasse ich aber bleiben, weil ich sonst bitterlich weinen muss.

Fazit: Film kaufen und auf Englisch gucken.
Ich ziehe mich jetzt in den Zeichenraum zurück.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


66 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Modern, charakterzentriert, großartig!, 4. Februar 2007
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Jane Eyre [2 DVDs] [UK Import] (DVD)
Wie die meisten von der BBC produzierten Period-Serien ist auch diese rundum gelungen.

Besonders erwähnenswert ist dabei die Anpassung des Dialoges an das Medium. Selten habe ich die Sprache Charlotte Brontes- oder eigentlich noch nie- so authentisch als auch werknah umgesetzt gesehen. Die Drehbuchautorin hat hier wirklich eine Meisterleistung vollbracht.

Dennoch hat auch diese Version ihre Kritiker bzw. Kritikerinnen. Besonders die Figur des Mr Rochesters scheint zu gespaltenen Reaktionen zu führen. So finden einige Toby Stephens zu jung oder zu hübsch für Mr Rochester. Auch scheint er deutlich emotionaler, freundlicher und weniger aufbrausend als einige seiner Vorgänger.

Ich finde diese Interpretation sowohl angemessen, werkgetreu als auch zeitgemäß. Der Zuschauer erfährt deutlich mehr aus dem Seelenleben von Mr Rochester und es lässt die Figur plastischer und authentischer wirken als viele seiner Vorgänger. Nicht zuletzt wird durch diese moderatere und modernere Interpretation deutlicher, warum sich Jane zu diesem mysteriösen und dunkelmütigem Mann hingezogen fühlt.
Im Einklang damit erhält auch die Beziehung von Jane und Mr Rochester ein anderes Gewicht. Nicht nur scheinen ihre gemeinsamen Szenen quantitativ mehr als in vielen anderen Umsetzungen, auch haben ihre Begegnungen eine andere Qualität. So sind ihre Unterhaltungen zunächst noch vom Master-Governess-Verhältnis dominiert; es findet jedoch graduell eine Verschiebung statt, die dem Zuschauer deutlich macht, das sich hier zwei Geister gefunden haben, die in der Tat viel gemeinsam haben. Und die einander verstehen.

Janes Proklamation als "Equal" trotz faktischer Stellungsunterschiede wird zum erstenmal richtig einsichtig, ohne dabei aufdringlich zu sein.

Auch wird die Entwicklung einer romantischen Beziehung bzw. leidenschaftlichen Zuneigung dem Zuschauer auf fesselnde, unplumpe Weise nahegebracht. Ja, man kann die Anziehung nachvollziehen und die auch erotische Stimmung des Romans wird eingefangen.

Ruth Wilson ist eine großartige Jane Eyre. Sie ist zurückhaltend, klug aber auch stark und ungebrochen. Diese Jane ist eine besondere Person, und das merkt auch der Zuschauer. Hinreißend im Kontrast dazu sind auch ihre Anwandlungen von teenagerhaftem Geschwärme, etwa wenn sie die Hand, die Mr. Rochester gehalten hat an ihren Mund drückt oder sie sich angesichts eines großzügen Geschenks ernst ermahnt: "Jane Eyre will not be overwhelmed". Ja, man vergisst ja allzu leicht, das Jane in der Tat noch sehr jung ist als sie nach Thornfield kommt und bereits eine ganze Menge Unangenehmes hinter sich hat. Da sind solche Momente der unzensierten Freude schon mal erlaubt und für eine 18-Jährige vielleicht auch angebracht.

Diese Jane Eyre Verfilmung ist großartig. Sie transportiert die Inhalte des Romans vollkommen, ohne einen eigenen Ansatz vermissen zu lassen. Modernisierung der Dialoge ohne Anachronismen, deutlich psychologischerer Blick auf die Charaktere als viele Vorgänger, als auch das fabelhafte Spiel aller Darsteller macht diese Version nur um so sehenswerter.

Erwähnenswert ist auch die Integration der gothic Elemente, die in vielen 90 Minuten Versionen zu kurz kommt. Nebel, Grusel, Stimmen in der Nacht sorgen in der Tat für gruselige Szenen, die ungeheuer spannend sind, obwohl ein Großteil der Zuschauer die Geschichte bereits sehr gut kennt.

Ich kann diese Version absolut empfehlen, denke aber dass Puristen sich an manchen Elementen stoßen werden. Ob zu recht oder nicht ist Geschmackssache. Für mich ist diese Verfilmung mit Abstand die gelungenste und überzeugendste.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


119 von 122 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandiose Verfilmung!, 12. Februar 2008
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
"Jane Eyre" ist mein (bisher ungeschlagener) Lieblingsroman, ich liebe ihn von vorn bis hinten und jede einzelne Seite und könnte ihn immer und immer wieder lesen.

An die Verfilmungen habe ich mich lange nicht getraut, aus Angst, enttäuscht zu werden. Zuerst wagte ich mich an die Verfilmung mit Samantha Morton und Ciarán Hinds heran und war überrascht, wie gut die Handlung auf der normalen Spielfilmlänge umgesetzt wurde und wie großartig die Rollen besetzt waren. Hinds war eine exzellente Besetzung für Rochester, nicht besonders "attaktiv" im volkstümlichen Sinne und doch mit großem Charisma. Morton gab eine etwas hölzerne Jane ab, passte aber ansonsten ebenfalls hervorrangend. Einzig Janes Jugendjahre wirkten etwas konstruiert.

Seit ich nun aber diese atemberaubende BBC-Verfilmung gesehen habe, kann ich ohne weiteres sagen, dass man den Stoff nicht besser hätte umsetzen können. Das Drehbuch hält sich weitgehend sehr genau an die Romanvorlage, weicht nur selten ein wenig ab und gibt dem Film eine spezielle Note, die ihn aber nur noch packender macht.
Ruth Wilson und Toby Stephens in den Hauptrollen sind schlichtweg Glücksgriffe, und das in jeder Hinsicht. Wilson verleiht ihrer Jane so viel Kraft, dass man keinen Augenblick an ihren Gefühlen zweifeln will. Selten habe ich eine so starke Leistung gesehen; die Golden Globe Nominierung kam nicht von ungefähr.
Stephens ist - da muss ich einigen meiner Vorredner(innen) zustimmen - ein klein wenig zu hübsch für den Rochester aus Charlotte Brontës Buch. Diesen kleinen "Makel" mag man ihm aber nur zu gern verzeihen, da es sein einziger ist. Er spielt grandios. Genau wie Wilson verleiht er seiner Figur eine eigene Note, während er dem Charakter aus dem Buch durchaus treu bleibt. Auf den ersten Blick wirkt er vielleicht ein wenig beherrschter als der Rochester im Buch, doch dann plötzlich überrascht er durch einen plötzlichen Wutausbruch oder einen bissigen Seitenhieb, den man schon die ganze Zeit unter der Oberfläche brodeln sah. Man nimmt ihm jede Emotion, jede seiner Gesten ab. Der Mann IST einfach Edward Rochester.
Der Film gibt Jane und Rochester ein wenig mehr Freiraum in erotischer Richtung, lässt sie sich noch ein Stück näher kommen als im Roman. Die Chemie zwischen den beiden Darstellern ist beinahe fühlbar. Es knistert ununterbrochen.

Die harten Jungedjahre Janes, die erst ihren Charakter prägen und nicht zuletzt deshalb eine so wichtige Rolle spielen, wurden hier einwandfrei umgesetzt. Sie wirken authentisch und gleichzeitig wie aus der Sicht eines Kindes betrachtet. Die kleine Georgie Henley ("Narnia") brilliert in ihrer Rolle und zeigt, dass sie bereits jetzt das Zeug zu einer großen Schauspielerin hat.

Die restlichen Darsteller sind ebenfalls allesamt gut gewählt. Auch, wenn die Schauspielerin von Blanche Ingram (genau wie in der Morton/Hinds-Version) blond und blauäugig ist (im Buch hat sie schwarzes Haar), ist sie ansonsten perfekt besetzt. Adele ist noch etwas oberflächlicher und nerviger als im Buch (wunderbar nervig, sei dabei angemerkt) und St. John wirkt ein wenig verstockter als im Original, doch seine Steifheit seine Unbeholfenheit Miss Oliver gegenüber sind einfach genial.

Hinzu kommen wunderbare Kameraaufnahmen und sehr schöne Musik, die eine Atmosphäre schaffen, die abwechselnd Gänsehaut und Baumkribbeln heraufbeschwört.

Mein einziger Kritikpunkt ist die deutsche Synchronisation. Hier wurde wirklich unter allem Niveau gearbeitet. Toby Stephens (dessen Stimme wohl eine der heißesten aller englischen Schauspieler ist), wurde eine furchtbar unpassende Altmännerstimme ohne jeden Charme verpasst. Ebenso wirken auch alle übrigen deutschen Stimmen höchst laienhaft.
Da hilft wirklich nur noch eins: Origninalton anstellen und bei Belieben die dt. Untertitel dazu, aber dann bitte über die stellenweise dürftige Übersetzung hinwegsehen.

Alles in allem ist diese Adaption genau das, was ich mir genwünscht habe: dem Roman gerecht, denn sie lebt von derselben Leidenschaft und den starken Charakteren wie das Buch, und trotzdem auf ihre eigene Art wunderbar. Ich kann diese Verfilmung wirklich nur allerwärmstens empfehlen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vorsicht Suchtgefahr !!!, 12. Januar 2008
Wieder hat es die BBC geschafft, mich restlos zu begeistern. Nach Pride and Prejudice 1995 und North and South nun Jane Eyre. Ich kannte bereits die alte Verfilmung mit Ciaran Hinds ( auch sehr zu empfehlen) aber diese Mini Serie toppt alles. Zu der Geschichte muß man wohl nicht viel sagen, die dürfte bekannt sein. Was mich am meisten fasziniert sind die beiden wundervollen Hauptdarsteller Ruth Wilson und Toby Stephens. Selten habe ich Schauspieler gesehen, zwischen denen es so knistert, die Chemie zwischen den beiden stimmt einfach. Ruth und Toby sind zwei ganz außergewöhnliche Talente. Besonders Toby Stephens hat es mir angetan. Seine Mimik und seine Stimme ( unbedingt Original Ton ) lassen mich dahinschmelzen. Der Deutsche Verleih KSM hat sich diesmal wirklich Mühe gegeben. Anders als bei North and South oder P.& P. wurde bei Jane Eyre nicht herumgeschnippelt, auch die deutschen Stimmen sind passend. Obwohl ich jeden der ein bißchen Englisch kann, den O Ton empfehle. Also Ladys nehmen Sie sich 4 Stunden Zeit, öffnen Sie eine Flasche Wein und genießen Sie diese wundervolle Mini Serie die wirklich zu Herzen geht und berührt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jane Eyre Macht Süchtig, 8. September 2007
Von 
Jackie O. - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Jane Eyre [2 DVDs] [UK Import] (DVD)
Ich muss sagen, ich war auf die neue Jane Eyre Verfilmung wirklich sehr gespannt, da das Buch zu meinen All Time Favourits gehört.
Was soll ich sagen, ich habe alle 4 Teile ohne Unterbrechung ansehen müssen, so schön war es!
Eine Romanze die ans Herz geht. Eine zeitlose Lovestory.
Ich weiß inzwischen nicht mehr wie oft ich jetzt schon diesen Film gesehen habe.

Auch wenn diese Version von Jane Eyre nicht eins zu eins vom Buch umgesetzt wurde, und für mich einige wichtige Szenen fehlen tut es dem Film absolut keinen Abbruch.
Denn, die Geschichte verzaubert immer wieder aufs neue, was in diesen Fall wie ich finde besonders auch an den zwei charismatischen Hauptdarstellern liegt.
Die Chemie zwischen den beiden stimmt und lässt einen die sexuelle Spannung zwischen Jane und Rochester spüren, genauso wie ihre Seelenverwandtschaft.
Die moderne Interpretation des Stoffes ist für ein modernes Publikum gemacht, und so hat mich auch nicht die die erotische Szene gestört.

Toby Stephens als Rochester der mit seiner Einsamkeit und seinem Frust zu kämpfen hat, aber genauso heroisch mit gewinnenden Lächeln daherkommt.
Dieser Rochester ist nicht wirklich so düster und hässlich wie Bronte ihn beschreibt, auch nicht nach dem Feuer. So kann ich umso besser Janes Wunsch verstehen, ihn unbedingt zu heiraten. Rochesters Persönlichkeit hällt einen gefangen und das ist es auch, was diesen Charakter so schön macht.
Ich konnte es nicht glauben, als er sie fragt: "Do you think me handsome?" und sie sofort "No" sagt. Ich wollte sofort aufspringen und protestieren.
Nun, erwähnen sollte ich vielleicht auch noch, das dieser Mr. Rochester noch nie so sexy war... mit einer umwerfenden Samtstimme!

Ruth Wilson als Jane ist einfach die perfekte Wahl (ich finde sie im Gegensatz zu anderen Meinungen wirklich schön).
Für mich hat bis jetzt keine Jane so gekonnt traurig, furchtsam, süss aber dennoch leidenschaftlich und immer aussagekräftig dargestellt.
Wie Charlotte Bronte die Heldin in ihrem Buch beschreibt.

Die Landschaftsaufnahmen von Derbyshire sind prachtvoll, und laden zu einem Besuch ein, genauso wie die prachtvolle Kulisse von Haddon Hall (Thornfield Hall).
Das ganze wird komplettiert mit der Untermahlung wunderschöner klassischer Musik.

Wenn es nach mir ginge, hätte es noch ein bis zwei Folgen mehr geben können, doch man kann nicht alles im Leben haben...
So genieße ich eben diese drei immer und immer wieder!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Overwhelmed..., 25. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Jane Eyre [2 DVDs] [UK Import] (DVD)
Eigentlich kein Freund von Liebesfilmen, konnte ich mich allein schon wegen der schauspielerischen Leistung der beiden Hauptdarsteller der Magie dieser BBC-Adaption von 'Jane Eyre' nicht entziehen.

Es ist ein Hochgenuss, der jungen Ruth Wilson bei ihrer Interpretation der mittellosen, einsamen und dennoch - oder gerade deshalb - so starken und selbstbestimmten Gouvernante zuzusehen.
In der Tat keine klassische Schönheit, schafft sie es mit ihrer strahlenden Präsenz an den Bildschirm zu fesseln. Jedes kleine Lächeln oder auch nur ihre ernste, schweigende Zurückhaltung lässt mit jeder Filmminute, die vergeht, verstehen, weshalb Mr. Rochester ihr so gnadenlos verfällt.

Toby Stephens als Edward Rochester ist mit seinem intensiven Spiel ihr perfekter, sehr viriler Gegenpart. Herrisch und finster auf der einen Seite, kann er im nächsten Moment übermütig und spöttisch und gleich darauf nachdenklich und verletzlich sein. Wenn er mit leiser Stimme von seinen Eskapaden erzählt, möchte man ihn auf der Stelle in den Arm nehmen für soviel unverdiente Enttäuschungen.

Aber selbst diese wunderbar gespielten Charaktere würden am Ende wohl das Buch nicht überzeugend wiedergeben, wenn die Chemie zwischen Jane und Mr. Rochester nicht schon fast mit den Händen greifbar wäre. Wunderschön prickelnd die Szene, als er Jane nach der nächtlichen Löschaktion in seinem Schlafzimmer nicht so wirklich gehen lassen will, sie in seinen Morgenmantel hüllt und nur ihre Silhouetten vor dem Feuer zu erkennen sind.

Die etwas freie Umsetzung des Buches, insbesondere was Janes Erinnerungen an die Nacht vor ihrer Flucht von Thornfield betrifft, hat mich überhaupt nicht gestört. Im Gegenteil; ich fand, dass gerade unter diesen Umständen - und Rochester war ja im wahrsten Sinne umwerfend in dieser Szene - die Stärke Janes, Thornfield zu verlassen, umso bewundernswerter ist.

Die Nebenrollen sind im Übrigen nicht weniger gut besetzt, auch wenn St. John ein wenig zu weich erscheint. Blanche Ingram und ihre Mutter sind so überzeugend herzlos und überheblich dargestellt, dass sie einem schon fast wieder Leid tun.

Fazit: Uneingeschränkt empfehlenswert - die vier Stunden vergehen wie im Flug!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wundervoll einfühlsame Inszenierung, 30. August 2008
Von 
kamelin - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Du meine Güte, ich bin immer noch vollkommen fertig! Um viertel nach Acht am Abend beschliesse ich mir Jane Eyre anzusehen - und um halb eins (!) ist der Film zuende. Vielleicht hätte ich mir vorher besser mal die Spieldauer ansehen sollen, aber dass das ein solcher Marathon wird, hätte ich mir nicht träumen lassen. Und: ich konnte mich einfach nicht mehr von der Geschichte losreissen, sondern musste - als totale Fernseh-Verweigerin - geschlagene vier Stunden ausharren.
Hätte mir vorher jemand gesagt, wie phantastisch die BBC Umsetzung der Romanvorlage ist, hätte ich es nicht geglaubt, nicht, nachdem ich den Roman vor kurzem gelesen habe, und wenig begeistert war. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich von der Geschichte sogar ziemlich enttäuscht war. Um so erstaunlicher finde ich die Tatsache, wie sehr mich die filmische Umsetzung umgehauen hat.

Zum ersten Mal finde ich den Film besser als den Roman - viel besser - das ist mir noch nie passiert.
Hier wurde das Beste aus dem Buch genommen, seine Essenz, und die nervigen Teile weggelassen, wie diesen ganzen "Schikane-armes Weisenmädchen-Kram". Hier hat sich jemand wirklich Mühe gegeben und die Geschichte mit grossem Respekt behandelt. Die Verfilmung ist ausgesprochen nah am Buch geblieben, ohne jedoch den Kitsch aufzunehmen. Er hat auf den ganzen Schnick Schnack verzichtet, wie bei einem Kleid, von dem man die Troddeln & Rüschen entfernt hat, die einfach nicht mehr in unsere Zeit passen. Auch fand ich das Casting ausgesprochen gelungen - sehr sensibel, sehr nah an der Vorlage. Ich habe mir so manchen Klassiker nicht bestellt, weil ich mit dem Casting nicht klar kam. DIe Personen entsprachen einfach nicht den Figuren, wie ich sie mir vorgestellt habe. Das ist hier ganz bestimmt nicht der Fall: Ruth Wilson ist die geborene Jane Eyre und Toby Stephens die Inkarnation von Mr Rochester. Das passte einfach bis in die Fingerspitzen.

Habe ich Anfangs noch zwischen den Sprachen hin und her gezappt, wusste ich spätestens nach 20 Minuten, dass die englische Fassung der Deutschen um Längen voraus ist.
Ich kann jedem Interessierten nur empfehlen, sich den Film anzusehen - eine beeindruckende Verfilmung des Klassikers.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


47 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The most romantic Jane Eyre, ever!, 27. Februar 2008
Das ist wieder mal so eine Geschichte, die auch nach Jahrhunderten noch das menschliche Herz zu berühren vermag und deshalb unvergesslich bleibt. Die junge Jane Eyre erduldet in dem bigotten Lowood Internat viel Ungerechtigkeit und Leid. Als sie die Stelle einer Gouvernante auf Thornfield Manor antritt erfährt sie zum ersten Mal Wärme und Freundlichkeit, und in ihrem Arbeitgeber, dem düsteren und geheimnisvollen Mr. Rochester, trifft sie ganz unverhofft auf einen emotionalen und intellektuellen Seelenverwandten. Natürlich ist Jane von diesem Mann total hingerissen, aber leider hütet er ein tragisches Geheimnis.

Meine unmaßgebliche Meinung:
Nach meinen Recherchen hat man diesen Roman seit 1910 schlappe 20 Mal verfilmt, und angesichts dieser Fülle an Vorgängern hat es diese neueste BBC-TV-Miniserie aus dem Jahre 2006 wahrhaftig nicht leicht. Viele beäugen das neue Produkt misstrauisch und fragen sich, ob die 21. Verfilmung überhaupt noch Sinn macht und ob sie sich wenigstens an die literarische Vorlage hält. Kann dieser Film etwa bestehen gegen so namhafte Konkurrenz wie Zefirellis Adaption von 96 oder den TV-Film mit dem brillanten Ciaran Hinds von 97 oder gar die unvergessliche Miniserie mit Timothy Dalton aus 1983.
Aber muss man diesen Vergleich unbedingt anstellen?
Ich behaupte: Nein! Denn zu diesem wundervollen Roman kann es gar nicht genug filmische Varianten geben. Ganz im Gegenteil, je mehr filmische Kräfte freigesetzt werden und je variantenreicher sie sind, desto mehr wächst auch das literarische Gewicht der Geschichte selbst.
Ich persönlich genieße jede auch noch so freie Adaptionen von großen Romanen, vorausgesetzt sie sind kreativ und unterhaltsam und diffamieren das geliebte Buch nicht gerade auf geschmacklose Weise. Und was nun dieses neue, wunderbare Kunstwerk der BBC betrifft, so ist es keineswegs so frei und losgelöst vom Roman wie es anhand vieler Kritiken den Anschein hat. Tatsächlich sind es wirklich nur kleinere Details und Abweichungen sowie ein paar zusätzliche Szenen, die allerdings einen Hauch von Erotik haben, und vielleicht deshalb die puristischen und puritanischen Gemüter so sehr erhitzen.
Insgesamt ist der Film stimmig, sehr originell, detailreich und bildgewaltig inszeniert aber vor allem unüberbietbar romantisch. Für mich ist es die romantischste und leidenschaftlichste Jane Eyre Verfilmung, die ich bisher gesehen habe, und das macht sie zu meiner Lieblings-Jane-Eyre.

Und worin liegt nun das Geheimnis dieser hinreißenden Romantik?
An erster Stelle ist es natürlich Charlotte Brontes wundervoller Roman, der hier von zwei überaus attraktiven und perfekt besetzten Hauptdarstellern getragen wird. Toby Stephens als Mister Rochester sieht umwerfend aus mit seinem leidenden Dahinschmelz-Gesichtsausdruck. Er hätte zwar durchaus auch noch etwas grimmiger und düsterer sein können - auf mich wirkt er fast zu milde - aber natürlich hat dieser verzagte Rochester einen ganz eigenen, liebenswürdigen Charme, dem ich mich einfach nicht entziehen konnte, und die junge Ruth Wilson, frisch von der Schauspielschule weg als Jane Eyre gecastet, hat so ein schönes und ungewöhnliches Gesicht (mit ihrer niedlichen Oberlippe), ein Gesicht, das eine unglaubliche Ausstrahlung besitzt. Ob sie nun lächelt oder grübelt, ob sie traurig oder fröhlich dreinschaut, ich konnte mich an ihrem Mienenspiel nicht satt sehen. Es ist erfreulich, dass man eine junge und wirklich fähige Darstellerin für die Rolle der 18jährigen Jane Eyre gefunden hat, eine Darstellerin, die ganz in dieser schwierigen Rolle der Jane aufgeht. Denn hier gibt es wenig Bewegung, wenige Dialoge nur viel Mienenspiel und Körperhaltung zu zeigen und das schafft Ruth Wilson. Ihre Jane überzeugt mit sehr viel Würde, Selbstbewusstsein und Ernsthaftigkeit. Einfach klasse!

Es stimmt, dass dieser Film tatsächlich ein romantisches und sinnliches Übergewicht hat, und die anderen Motive aus Brontes Novelle dabei in den Hintergrund treten. Zum Beispiel das Thema Klassenunterschiede, Kluft zwischen den Geschlechtern oder Janes Konfrontation mit der Religion. Fans des Buches mögen das bedauern, ich kann mich diesem Bedauern aber beim besten Willen nicht anschließen, zu sehr war ich von der überbordenden Romantik und den hingebungsvollen Schauspielern hingerissen. Ich neige in solchen Fällen gerne dazu "Drehbuchsünden" einfach zu übersehen und zu verzeihen. ;-)

Zusammengefasst:
Eine detailfreudige, liebevoll inszenierte, sehr frische und moderne Adaption des Romanes, die bis in die Nebenrollen perfekt besetzt ist und das Romantischste darstellt, was man aus Jane Eyre machen kann. Ich möchte diese Jane Eyre auch mit voller Inbrunst empfehlen.

DVD:
Die Übersetzung ist in der Tat jämmerlich hingeschlampt - wie es leider allzu oft bei diesen BBC Produktionen der Fall ist. Es ist also wirklich fast ein Muss, sich diesen Film (auch) in Englisch anzusehen. Aber selbstverständlich ist der Film auch im Deutschen noch rundum zufriedenstellend und inhaltlich absolut verständlich. Zudem fand ich, dass man für Ruth Wilson eine sehr sympathische, diamantklare deutsche Synchronstimme gefunden hat.
Bild: 16:9 Fullframe, 1:1,78, Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1)/Englisch (Dolby Digital 2.0), Laufzeit 230 Minuten, Untertitel Deutsch.
Extras: Film- und Biographien, Bildergalerie, Trailer, Audiokommentar (ca. 100 Minuten), Über Charlotte Bronte, Interviews (ca. 15 Minuten) Deleted Scenes (ca. 37 Minuten).
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine der schönsten Verfilmungen des Romans, 2. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Jane Eyre [2 DVDs] [UK Import] (DVD)
Ich habe das Buch schon geliebt, als ich noch keinen Film dazu kannte. Mittlerweile habe ich schon alle mir bekannten Verfilmungen angesehen und fand sie mehr oder weniger sehenswert.
Als ich das Cover dieser neue Version sah, hatte ich überhaupt nicht den Wunsch, das anschauen zu wollen, irgendwie gab es da von den Darstellern her gar keinen Reiz. Und gekauft habe ich sie mir eigentlich nur, weil ich eben auch diese Version der Vollständigkeit halber haben musste.
Und dann?

Ja, diese Verfilmung ist nicht ganz buchgetreu.
Ja, einige Szenen fehlen oder sind zu kurz dargestellt.
Ja, Rochester ist insgesamt sanfter als vielleicht im Buch beschrieben.
Und ja, man hätte auf bestimmte erotische Szenen verzichten können, ohne dem Film seine wahre Erotik zu nehmen.

Aber diese Dinge tun in keinem Fall dem Zauber der Geschichte irgendeinen Abbruch! Im Gegenteil. Gerade die nicht so furchterregende Darstellung des Rochester durch Toby Stephens zeigt umso intensiver seine innere Zerrissenheit, seinen Weg vom einsamen, vom Schicksal gebeutelten, in Bezug auf Liebe vielleicht auch etwas naiven, Reisenden zu dem Mann, der er eigentlich ist. Und ich kann nur empfehlen, diesen Film in der Originalsprache anzusehen, denn die Stimme von Toby Stephens verursacht Gänsehaut pur! Für mich IST er Mr. Rochester. An seinen Gesten, seinem Gang, seiner, ja - häufig auch machohaften, Darstellung Rochesters, an der Intensität seines Spiels, erkennt man, dass er vor allem Theaterschauspieler ist.
Und Ruth Wilson, tatsächlich keine klassische Schönheit, aber zauberhaft, zeigt eine kindliche und trotzdem starke, auch ein wenig verschmitzte Jane, die ihre Gefühle zeigt und der man die "Seelenverwandschaft" mit ihrem Mr. Rochester ohne Weiteres abnimmt.

Seit ich sie habe, läuft diese DVD bei mir rauf und runter und ich hab immer noch nicht genug. Vielleicht liegt es gerade an der etwas anderen Herangehensweise an den Stoff "Jane Eyre".
Vielleicht habe ich auch nur eine besonders romantische Phase meines Lebens - aber diese Verfilmung ist für mich die beste, die es je gab!

Ich werde mir die DVD auch noch in der deutschen Fassung bestellen, aber nur, damit ich sie auch mal mit Freundinnen schauen kann, die mit englisch nix am Hut haben, ich selber klebe an Mr. Stephens' Stimme wie an Honig ;-)

Für alle Romantikerinnen - absoluter Schmachtfaktor!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


33 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wundervoll, aber diese Synchronisation!, 30. Januar 2008
Von 
Wie üblich habe ich mir den Film im Original angesehen, und ich fand ihn zauberhaft. Nach einer halben Stunde jedoch wurde ich neugierig, wie wohl die von der deutschen Synchronisationsfirma ausgesuchten Stimmen klingen mögen. Also habe ich in dem Dialog, als gerade die Attraktivität Mr Rochesters erörtert wurde, in die deutsche Tonlage gewechselt. Und wie entsetzt ich war! Mr Rochester klingt ungefähr fünfzehn Jahre älter als er aussieht. Schlimmer noch, er klingt so handzahm, als ob er eben nicht der herrische Dienstherr aus dem Werke Bronte's ist, sondern vielmehr ein Mann, der alle Leidenschaft verloren hat, wenn er sie denn jemals gefühlt haben sollte. Jane's Stimme, im Original ruhig, recht tief und beherrscht, überschlägt sich beinahe. Und dass alles so klang - egal ob drinnen oder draußen - als ob die Sprecher eng in einem Raum zusammengefercht mehr schlecht als recht einen Film synchronisieren sollten, hat nicht gerade zur Besserung beigetragen. Dass ein Film, der so gravierend von seinen Dialogen lebt, dermaßen schlecht vertont wird, ist enttäuschend. Zu der Übersetzung kann ich nicht viel sagen, denn ertragen hätte ich die deutsche Fassung wohl nicht lange. Jedoch hatte ich den Eindruck, als wäre der Übersetzer doch recht lieblos an sein Werk gegangen. Was ich gehört habe, wurde so wortwörtlich übersetzt, dass die fehlende Anpassung an die deutsche Sprache fast schon sinnentstellend auf mich wirkte.

Ich habe also weiter das Original gesehen und war von Anfang bis Ende fasziniert. Toby Stephens beherrscht es einzigartig, die Zerrissenheit Mr Rochesters unaufdringlich darzustellen. Ruth Wilson spielt Jane auf eine so unsentimentale, gleichzeitig zurückhaltende und selbstbewusste Art und Weise, die sie, trotz fehlender klassischer Schönheit, extrem anziehend macht. Meiner Meinung nach ist es Susanna White überzeugend gelungen, die Vorlage zeitgemäß zu interpretieren und sie filmisch widerzugeben. Dass es natürlich immer ein größeres Erlebnis ist, das Buch zu lesen, ist eine selten bestrittene Wahrheit. Dass in einer Verfilmung immer Änderungen und Kürzungen getätigt werden müssen, ist auch unbestreitbar. Zwei Änderungen möchte ich hier näher betrachten. Erstens war ich immer der Meinung, dass die Szene, in der Mr Rochester sich als Zigeunerin verkleidet, stark dazu beiträgt, den Charakter Rochesters und Janes und ihre Beziehung zueinander zu verdeutlichen. Sie wurde zwar nicht ganz gestrichen, jedoch war nicht er die Zigeunerin. Dabei hat gerade die Tatsache, dass er sich nicht so ernst zu nehmen scheint, viel zu seiner Sympathie beigetragen. Die zweite Szene ist die, in der Mr Rochester und Jane in der Nacht, in der sie ihn verlassen will, auf dem Bett liegen und sie ihm beinahe nachgibt. Anstatt die Aussage des Buches zu untergraben, unterstreicht es vielmehr die Notwendigkeit einer Flucht. Denn würde sie bleiben, könnte sie nicht widerstehen. Wenn auch nicht originalgetreu, so fügt es sich doch selbstverständlich in die Handlung.

Was die Sexualität betrifft, so erinnere ich mich noch genau, wie sehr ich errötet bin, als ich, die vorher nur Jane Austen kannte, plötzlich Jane Eyre gelesen habe. Natürlich wird alles in einem schicklichen Rahmen angedeutet, aber dass die beiden Hauptdarsteller sich sehr zueinander hingezogen fühlen, dürfte keinem aufmerksamen Leser entgangen sein. Als ich mich jedoch nach dem Film entschloss, noch einmal das Happy End auf deutsch zu sehen, verstehe ich auch, warum man diese Szenen als anstößig, fast schon vulgär empfinden konnte. Die Emotionen, die im Original natürlich, und, soweit dies in einem solchen Fall möglich ist, unschuldig wirkten, wurden durch das Stöhnen der Sprecher auf das Niveau eines mittelschlechten Erotikfilms heruntergedrückt.

Fazit: Wenn man Filme sowieso lieber im Original sieht und Verständnis für gelegentliche Änderungen des Buches aufbringt, so ist diese Verfilmung den Kauf wert. Wenn man jedoch lieber Zeile für Zeile widergegeben sehen möchte, sollte man vielleicht von vornherein das Buch lesen und gänzlich Abstand von Literaturverfilmungen nehmen. Einen inneren Konflikt sind sie einfach nicht wert. Vier Sterne nur deshalb, weil die wenig überzeugende Synchronisation meinen Freund wohl niemals dazu bringen wird, sich einen Kostümfilm im Original anzusehen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 216 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst
ARRAY(0xaa5c2858)

Dieses Produkt

Charlotte Brontes Jane Eyre (2006) (2 Disc Set)
EUR 9,97
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen