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31 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Als wäre man dabei...
Ich bin ehrlich gesagt mit geringen Erwartungen an den Film gegangen. Das lag hauptsächlich daran, dass das Thema recht "verbraucht" klingt und ich kein allzugroßer Fan Werner Herzogs bin.
Mit diesem Film aber hat er mich überrascht.
Auch wenn sich der Film von Filmen gleichen Themas unterscheidet, so ist das der konventionellste Film den ich...
Veröffentlicht am 15. Januar 2009 von the dying poet

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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Als Film ok, als Verfilmung ein Affront
Rescue Dawn ist ein spannender und intensiver Film, keine Frage. Er zeigt die Ereignisse vor, während und nach der Gefangenschaft Dieter Denglers in einem Gefangenenlager des Vietcong. Oder tut zumindest so, aber dazu unten mehr.
Wenn man den Film isoliert betrachtet so stellt er sehr schonungslos die verzweifelnde Situation dar, in der sich die Gefangenen...
Veröffentlicht am 21. August 2010 von P. Widler


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31 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Als wäre man dabei..., 15. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Rescue Dawn (DVD)
Ich bin ehrlich gesagt mit geringen Erwartungen an den Film gegangen. Das lag hauptsächlich daran, dass das Thema recht "verbraucht" klingt und ich kein allzugroßer Fan Werner Herzogs bin.
Mit diesem Film aber hat er mich überrascht.
Auch wenn sich der Film von Filmen gleichen Themas unterscheidet, so ist das der konventionellste Film den ich bisher von Herzog kenne.

Erzählt wird die Geschichte des deutschstämmigen Piloten Dieter Denglers, der 1965 bei einem Einsatz für die Amerikaner über Laos abgeschossen wird und in Gefangenschaft gerät. Der Mittelteil des Films berichtet über die Gefangenschaft und der letzte Teil über seine Flucht.

Der Film ist weder Kriegs- noch Antikriegsfilm, auch kein Actionfilm oder Thriller im herkömmlichen Sinne, auch wenn er Elemente dieser Genres vereint. Er ist mehr eine dokumentarische Erzählung über einen Menschen in einer Ausnahmesituation. Der Film bleibt immer sehr dicht am Charakter des Protagonisten.
Besonders gefällt mir die filmische Umsetzung des ganzen. Es wirkt sehr real, man kann förmlich die Unbequemlichkeiten im Lager, den engen und tödlichen Urwald fühlen. Die Kamera fängt beeindruckende Bilder ein, die passend von der Musik Klaus Badelts begleitet werden.
Christian Bale beweist einmal mehr, dass er einer der besten Schauspieler seiner Generation ist und beeindruckt nicht nur durch sein Spiel, sondern auch durch die körperliche Veränderung, der er sich mal wieder unterzogen hat (ähnlich abgemagert wie in "The Machinist"). Ihm zur Seite ein grandios agierender Steve Zahn in der Rolle eines Mitgefangenen.

Alles in allem eine packende Geschichte, die auf wahren Ereignissen basiert und die angenehmerweise keine (direkte) politische Botschaft sendet. Das tut dem Film sehr gut. Durch den Realismus wird man sofort in den Film hineingezogen und bleibt bis zum Ende gespannt vorm DVD-Player.
Auch wenn ich mir den Film wohl nicht mehrmals ansehen werde: Empfehlenswert, ruhig anschauen!
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27 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bewegend und intensiv, 13. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Rescue Dawn (DVD)
Rescue Dawn spielt 1965/6 während des Vietnamkrieges, ist aber weder Kriegs- noch Antikriegsfilm. Er basiert auf einer wahren Begebenheit: Der deutschstämmige Pilot Dieter Dengler stürzt bei seinem ersten Flugeinsatz über laotischem Gebiet ab und überlebt zwar, wird aber bald vom Vietkong gefangen genommen. Er landet in einem kleinen Gefangenenlager, wo er nach mehreren Monaten zusammen mit den anderen Insassen fliehen kann und schlußendlich von einer US-Helikopterbesatzung gerettet wird.
Der Film spielt größtenteils im Lager bzw. während der Flucht und zeigt hier das allmähliche körperliche und geistige Verkümmern der Gefangenen - Ausnahme Dengler. Er ist chronisch zielstrebig und optimistisch, obwohl auch er unter starker Auszehrung zu leiden hat.
Dies ist auch die Essenz des Filmes, er beschäftigt sich nicht mit dem Krieg an sich und einem Für oder Wider, es geht um den menschlichen Überlebenswillen unter extremen Bedingungen. Und das gelingt großartig, die Figuren werden teilweise beängstigend realistisch gespielt (vor allem durch Extremschauspieler Christian Bale, aber auch Steve Zahn und Jeremy Davies), die Kulisse ist wunderschön und auch feindselig zugleich (der Dschungel ist der eigentliche Wächter der Gefangenen), die Musik sparsam eingesetzt und passend.
Ein sehr emotionales Ende rundet diesen Film ab und steht phänotypisch für den Charakter Denglers: er witzelt herum, kaum daß er dem Krankenbett entronnen ist. Laut Abspann überlebte er übrigens vier weitere (zivile) Flugzeugabstürze - kaum zu fassen.
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Als Film ok, als Verfilmung ein Affront, 21. August 2010
Von 
P. Widler (Basel, Switzerland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Rescue Dawn (DVD)
Rescue Dawn ist ein spannender und intensiver Film, keine Frage. Er zeigt die Ereignisse vor, während und nach der Gefangenschaft Dieter Denglers in einem Gefangenenlager des Vietcong. Oder tut zumindest so, aber dazu unten mehr.
Wenn man den Film isoliert betrachtet so stellt er sehr schonungslos die verzweifelnde Situation dar, in der sich die Gefangenen damals befanden. Gerade dieser Realismus, die Verzweiflung, die abgemagerten Gefangenen machen grossen Eindruck und sind sehr gut verfilmt. Von diesen Elementen lebt der Film auch, denn grosse Spannung kommt eigentlich nur bedingt auf, da man das Ende ziemlich weit voraussehen kann. Sehr beeindruckend ist die grundsätzliche Schauspielleistung, auch gerade von Hauptdarsteller Christian Bale. Der Realismus und die Schauspielleistungen sind es denn, was den Film grundsätzlich sehenswert machen, denn die Story ist es nicht.
Zweifelsohne, die Story wäre es, insbesondere da sie "auf wahren Begebenheiten beruht", wenn sie nicht eben völlig verzerrt wäre. Schon während des Filmes kamen mir Zweifel auf, da die Hauptperson als grosser Held ohne jegliche Zweifel, ohne Angst, ohne Verzweiflung, als jederzeit Herr der Lage usw. dargestellt wird. Die echten menschlichen Emotionen fehlen hier völlig.
Umso schwerwiegender dann was ich später herausfand: Die Ereignisse werden Film z.T. so stark verdreht und verfälscht, dass man es nicht mehr als dramaturgische Anpassungen bezeichnen kann. So werden reale Personen (besonders Eugene DeBruin) so völlig falsch dargestellt, dass man es als Verleugnung bezeichnen muss. So ist es denn auch bezeichnend, dass man nirgendwo (nicht einmal in den DVD-Extras) erfährt, dass es neben Dieter Dengler noch einen weiteren Überlebenden gab, der im Übrigen (trotz Versuchen von seiner Seite aus) nicht mit seinem Wissen zum Film beitragen durfte.

Fazit: Ein typischer Hollywood-Ein-Held-schafft-alles-Film, dem es gut getan hätte, wenn er sich näher an die realen Ereignisse gehalten hätte. Drei Sterne für den Film an sich, aber nur knapp zwei Sterne insgesamt für die völlig verdrehte Wahrheit.

PS: Informationen aus erster Hand (u.a. von Pisidhi Indradat, dem anderen Überlebenden, sowie Familienangehörigen von Dengler und DeBruin) findet man wenn man bei Google nach "rescue dawn truth" sucht.
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32 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die grüne Hölle, 5. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Rescue Dawn [Blu-ray] (Blu-ray)
Der Film wird allen gefallen, die Spannung und Action ohne falschen Pathos und CGI mögen. Die Geschichte des Dieter Dengler, der in Laos in Gefangenschaft gerät und die Flucht wagt, wird mitreißend in beeindruckenden Bildern erzählt. Die Grenze zwischen Fiktion und Realität scheint zu verschwimmen. Ich konnte es in manchen Szenen kaum glauben, daß sich hier Hollywoodschauspieler offenbar ohne Double und Digitale Effekte unangenehmen und gefährlichen Situationen aussetzen. Der abgemagerte Christian Bale erinnerte mich an "Der Maschinist". Kleiner Malus: Der Film steigt meines Erachtens zu schnell in die Handlung ein, deshalb kommt die Charakteridierung der Hauptfigur zu kurz. Aber das ist Geschmackssache.
Die Bildqualität ist sehr gut. Im Making-Of erfährt man interessante Details über den anstrengenden Dreh. Ein Höhepunkt für Cineasten mit starken Nerven.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kriegsfilm im Halbdokumentarischen Stil, 19. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Rescue Dawn [Blu-ray] (Blu-ray)
Vorab diesen halbdokumentarischen Stil von Regisseur Werner Herzog muss man mögen, sonst wird man an Rescue Dawn wohl kaum Freude haben. Der Film spielt zur Zeit des Vietnamkrieges, ein aus Deutschland stammender US Pilot wird über Laos abgeschossen, gefangen genommen und versucht zu überleben. Spannend ist dabei nicht nur die Handlung sondern auch diese auf einer wahren Geschichte beruht.

Die Schauspieler allen voran Christian Bale und Steve Zahn bringen ihre Rollen durchaus glaubwürdig rüber. Bei dem einen oder anderen Laiendarsteller aus Thailand bin ich mir da nicht so sicher. Gedreht wurde der Film anscheinend in Thailand und hat so ca 60 Mio USD gekostet (laut Extras auf der Blu-Ray). Wofür diese 60 Mio gebraucht worden sind ist mir allerdings nicht klar, so teuer gemacht wirkt Rescue Dawn auch wieder nicht.

Die Blu-Ray ist wirklich gut und bietet zahlreiche Extras wie auch einen interessanten Audiokommentar von Regisseur Werner Herzog. Schade das es einige der geschnittenen Szenen nicht in den Film geschafft haben, diese hätten zwar sicher mehr Gewalt gezeigt aber auch noch mehr Dramatik in die Handlung gebracht. Ein guter Film der auch einen Blick in die grüne Hölle von Indochina gewährt.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Packender Überlebenskampf nach einer wahren Begebenheit, 28. März 2014
Von 
Sirius-sx - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Rescue Dawn [Blu-ray] (Blu-ray)
Keine Spoiler, ich verrate nichts.

Ich habe vor dem Film noch nie von Dieter Dengler gehört, also weder die Dokumentation gesehen noch sein Buch gelesen. Daher kann ich nicht sagen wie präzise "Rescue Dawn" die Ereignisse schildert.

"Rescue Dawn" hält sich nicht mit langer Vorgeschichte auf. Dieter Dengler stürzt kurz nach Beginn in Laos ab und wird gefangen genommen. Wie er dort zusammen mit anderen Kriegsgefangenen überlebt, ist von der ersten bis zur letzten Minute so unglaublich packend wie bestürzend und glaubhaft inszeniert. Jeder Schauspieler verkörpert seine Rolle perfekt und man fiebert mit jedem einzelnen mit. Der Film zeigt weniger die körperliche als vielmehr die seelische Folter und beschönigt oder übertreibt dabei nichts. Er erzählt von einem unglaublich traurigen Kapitel der Geschichte, bei dem, bis auf die großen Bosse, alle Verlierer und Opfer sind.

Übrigens: Selbst wer kein Fan von realistischen Kriegsschilderungen ist, wird hier gefesselt sein, denn "Rescue Dawn" könnte auch als fiktiver Survival-Trip durchgehen. Nicht selten kann man kaum glauben, dass das alles so passiert ist. Schade nur, dass man nicht erfährt, was mit den anderen Gefangenen geschehen ist. Das ist eines der wenigen Dinge, die im Film gefehlt hat.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Herzogs gelungende Studie eines unpolitischen Naivlings!, 27. Januar 2009
Von 
W. Walz "RW" (Rheinland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Rescue Dawn (DVD)
Anders als die BRÜCKE AM KWAI und die vielen guten und schlechten Flüchtlingsfilme Kriegsgefangener, versteckt sich hinter W. Herzogs Film und C. Bales glänzendem Schauspiel (zum Schluss ein Hungerhaken, fast so wie in THE MASCHINIST) die Charakterstudie eines naiven und unpolitischen Menschen.
Die Flucht an sich scheint Heldenhaft und bei all seiner Willensstärke (Ego) ist der deutschstämmige Dieter Dengler in erster Linie ein Naivling, der die Grundrechte Amerikas liebt und er trotz seines DEUTSCHSEINS -und damit ein ehem. Gegner Amerikas- kurz nach dem II. Weltkrieg auswandert und schnell eingebürgert wird. Ja, geniest er sogar als ehem. Feind in der amerk. Armee eine Pilotenausbildung. Die Naivität in dieser Person besteht darin, dass er nur sich (Ego) und sein FLIEGEN sieht. Ihm aber die Krux an der ganzen Sache überhaupt nicht stört, scheinbar gar nicht erkennt (HAUPTSACHE FLIEGEN - VIETNAMKRIEG EGAL).

C. Bale brilliert in diesem (Kammer)spiel und manchmal verschmilzt die deutsche Synchron (David Nathan) und ist echter und besser als sein Original. Ein dickes BRAVO!
Und der Soundtrack erinnert an M. Kamens OPEN RANGE und BAND OF BROTHERS. Ein zweites dickes BRAVO!

Das zum Schluss stammelnde Nichtssagen vor der grölenden Truppe und die nachfolgende kurze Einspielung, dass er nach der geglückten Flucht noch mehrere Abstürze überlebt hat, ist wahrlich nicht Heldenhaft und mit Pathos behaftet. Spiegeln seine Fliegerkünste die Person selbst wieder: Naive Selbstüberschätzung eines mutigen, vorurteilslosen Menschen, der sein Schicksal selbst in die Hand nimmt und in der geschichtlichen Verklärung zum Helden mutiert. Der Deutsche W. Herzog zeigt aus europäischer Sicht großartig den amerik. Durchschnittbürger schlechthin!

Fazit: Der Film ist eine sehr gelungene Charakterstudie eines naiven und unpolitischen Menschen, der sich in seiner nicht bewussten Einfachheit nie unterkriegen lässt und in seiner freundlichen Seele eine latente Bedauernswürdigkeit besitzt!

4 dicke Sterne (fast 5) für einen im Stile der 70er Jahre (also ohne große techn. Tricks, u.a.) gedrehten ersten amerk. Werner Herzogfilm. BRAVO!!!
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein weitgehend unbekanntes Meisterwerk, 2. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: Rescue Dawn (DVD)
Ich habe den Film vor einiger Zeit in England im Kino gesehen. Mir ist unverständlich, warum er es hierzulande nicht auf die große Leinwand geschafft hat. Der Film hat mich tief beeindruckt. Christian Bale spielt den etwas naiven Dieter Dengler mit großer Intensität und Wahrhaftigkeit. Der Eindruck, es handele sich um "Hollywood-Kino", hat sich bei mir nicht eingestellt. Man darf auch nicht der Versuchung erliegen, das uramerikanische Pathos, das die - dennoch sympathische - Hauptfigur ausstrahlt, als Botschaft des Films misszuverstehen. Vielmehr geht es um den unerschütterlichen Lebenswillen des deutschen US-Air-Force-Piloten Dengler, dessen kindliches Herz ihn davor bewahrt, durch die Leiden unmenschlicher Gefangenschaft zerstört zu werden. Man würde die Intelligenz und künstlerische Integrität Werner Herzogs beileibe unterschätzen, wollte man ihm unterstellen, er habe sich dem Hollywood-Mainstream anbiedern wollen. Das Gegenteil ist der Fall. Dieser Film verdient es, entdeckt zu werden.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Krieg ist grün, 19. April 2010
Von 
Klein Tonio - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Rescue Dawn (DVD)
Vor ein paar Wochen war im "Spiegel" zu lesen, was Leben wie Werk des Filmregisseurs Werner Herzog ausmacht. Im einen wie im anderen geht es um Grenzerfahrungen und das Meistern von geradezu existenziellen Herausforderungen. Oftmals stellen sich diese durch die Natur, und in Herzog-Filmen ist noch nicht ausgemacht, ob der Mensch sich die Erde untertan gemacht hat. Auch Herzog selbst hat sich immer wieder derartigen Herausforderungen gestellt, nicht nur beim Dreh seiner Filme an allen möglichen und unmöglichen Orten der Welt unter abenteuerlichen Bedingungen. Es erscheint nicht verwunderlich, dass ihn die Geschichte des Amerikaners und gebürtigen Deutschen Dieter Dengler fasziniert haben muss. Zu Beginn des Vietnamkrieges als Kampfpilot über Laos abgeschossen, floh er aus einem Gefangenenlager und versuchte, sich durch den Dschungel den Weg zum Mekong zu bahnen - ein Höllentrip bis an die physischen und psychischen Grenzen der Belastbarkeit.

Christian Bale spielt Dengler und lässt wie alle anderen Darsteller unter Herzogs Regie die Strapazen des Lageraufenthaltes wie der Flucht mit jeder Faser seiner Körpers spürbar werden. Obwohl die FSK-Freigabe ab 12 etwas grenzwertig ist, verzichtet Herzog auf vordergründige Ballereien, zeigt seine Geschichte aber mit einem nicht minder gewalttätigen genauen Blick auf das, was Lager- und Naturgewalten mit den Protagonisten anrichtet. Hier gibt es keinen Hollywood-Glamour, die Darsteller mussten zum Teil wirklich erhebliche Pfunde herunterhungern und verelenden auch ansonsten zusehends in der Lagerhaft. Herzog kommt fast ohne die üblichen Folterszenen aus, verdeutlicht aber nichtsdestoweniger den Schrecken der Haft durch Details, die ansonsten gern ausgespart werden, die aber ganz natürlich sind. So wird das natürliche Bedürfnis, auf die Toilette zu gehen, durch Anketten in der Nacht unmöglich gemacht, und es heißt, ein Gefangener scheiße einem anderen in etwa jede Nacht ein Mal auf die Hand. Dies immerhin zeigt Herzog nicht, aber die zunehmend zerlumpteren Kleider lassen es uns sofort glauben. Nicht nur in solchen hässlichen Details verhilft sich die Natur zu ihrem Recht.

Bei alldem trotzt Herzog dem Dschungel eine Schönheit und Farbsättigung ab, wie man sie noch nie gesehen hat. Der Krieg, er war noch nie so grün, der Dschungel noch nie so erhaben, der Mensch noch nie so gefährdet in ihm. Dabei ist Herzog aber auch nicht ein Misanthrop, der den Menschen in der Natur zur Unsichtbarkeit verkommen lässt. Er setzt beides vielmehr in einen sinnfälligen Zusammenhang, der wie so oft bei ihm Kampf bedeutet. Dengler muss den Kampf gegen den Dschungel als existenziellen Kampf aufnehmen, darunter macht es Herzog nicht. Hinter seiner bildgewaltigen Fotografie scheint mir eine durchdachte Dramaturgie zu stecken. Zu Beginn werden die teils subjektiven Blickwinkel Denglers immer mal wieder von Rückwärtszooms zu Totalen unterbrochen - die Kamera gewinnt Distanz und verschafft uns erst einmal einen Überblick über die Situation, in der sich die Protagonisten befinden. Ruhige, im weitesten Sinne klassische Musik und zu Beginn eine irritierend schöne Fotografie von unschönen Dingen wie Bombardements lassen den Verdacht aufkommen, als schwinge sich da einer zu verklärender Distanz auf, doch es ist ein falscher Verdacht. Die Irritation ist sicherlich beabsichtigt, der Einsatz in Laos ist ein solcher, der nicht bekannt werden darf, die Hoffnung auf nur wenige Wochen Einsatz ist trügerisch - Herzog bettet seine Geschichte in eine kritische Grundhaltung zum Vietnamkrieg ein. Und im weiteren Verlauf des Filmes werden die Totalen seltener, kriecht die Kamera den zunächst zwei Flüchtenden näher auf die (u.a. von Blutegeln angenagte) Pelle. Ein Wasserfall wird nicht mehr als Postkartentotale, sondern nur noch als tödliche Gefahr gefilmt, kaum noch lokalisierbar und nicht mehr als Teil einer Landschaft gefilmt. Orte verkommen zu Niemandsländern, Herzog spannt uns das enge Gestrüpp fast so undurchdringlich um die Augen wie den Protagonisten um die Körper. Hier ist keine Distanz mehr, der Film hat unmerklich einen Sog entfaltet, und ehe wir uns versehen, sind wir in ihm gefangen. Kurz vor Schluss gerät die Welt völlig aus den Fugen und droht die physische wie psychische Katastrophe - nichts hat mehr seine wohlige Ordnung: Die Amis beschießen aus Versehen ihren eigenen Mann, die Natur überwuchert ein verlassenes Dorf und holt sich zurück, was die "Zivilisation" ihr abgetrotzt hatte. So wie dieses Dorf ist auch Dengler schon in einem Grenzbereich zwischen Leben und Tod, dementsprechend hat er die Wahnvorstellung, dass sein Begleiter auf der Flucht noch lebe. "Die Toten haben ihre Schlafwandler - wie die Lebenden", hatte er ziemlich zu Beginn während der Folter einmal gesagt. Das seltsame, eigentlich schöne Bild von Fischen, das da zu sehen war, zeigte Dengler schon einmal am Grenzbereich seiner Existenz (er war ins Wasser gedrückt worden - hatte er den unmöglich zu erfüllenden Wunsch, die Lebensform zu wechseln?). Nun ist er endgültig zum Schlafwandler zwischen Tod und Leben geworden. Dass der Film sich für das Leben entscheidet, ist der Authentizität geschuldet, ein bißchen seltsam happy mag das end geraten sein, aber letztlich kann man es auch als bewusst unbefriedigend deuten: Dengler kann mit dem erbetenen patriotischen Statement nicht aufwarten. Stattdessen will er einfach nur ein Steak essen und rät den Kameraden zu einer Catch-as-catch-can-Haltung. Dass dies so ungefähr das Gegenteil von Kriegsidealisierung ist, geht im Jubel der GIs ein wenig unter - aber wer Ohren hat zu hören, der kann es schon heraushören.

Last but not least zeigt uns der bei Biopics übliche Schlusstext, dass Dengler bald darauf ziviler Testpilot wurde und als solcher noch vier Abstürze überlebte. Er hat also auch nach der Grenzerfahrung nicht einfach Hecken gestutzt, sondern immer wieder die Herausforderung gesucht und sich für die schwierigeren Wege im Leben entschieden. Wie Werner Herzog, der schon seit einigen Jahrzehnten Filme dreht, aber von dem noch Interessantes zu erwarten ist.

Die DVD ist in Qualität und Ausstattung (u.a. Audiokommentar des Regisseurs) herausragend.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Christian Bale und Steve Zahn..., 4. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Rescue Dawn (DVD)
...tragen Werner Herzogs Film Rescue Dawn allein. Ich habe mich mit der Bewertung schwer getan, denn der Film des deutschen Kultregisseurs ist in drei völlig unterschiedliche Handlungskapitel unterteilt. Das hervorragende Schauspiel von Bale und Zahn, die Musik von Klaus Badelt und die Gepflogenheit, im Zweifel für den Angeklagten zu entscheiden, haben mich letztendlich zu einer 4-Sterne-Bewertung veranlasst.

1965. Die Amerikaner stehen vor Vietnam. Amerikanische Fliegereinheiten sollen Transportwege der Vietnamesen bombardieren und die Reisernte der Bauern in Flammen aufgehen lassen. Dabei werden auch Ziele in Laos angeflogen. Dieter Dengler(Christian Bale), deutschstämmiger Pilot der U.S.AirForce ist dabei. Schon beim ersten Kampfeinsatz wird er abgeschossen und muss im Busch notlanden. Dengler schlägt sich zunächst durch, wird dann aber festgenommen und landet in einem kleinen laotischen Flüchtlingslager. Dort trifft er auf eine Handvoll von Amerikanern, die schon länger gefangen sind. Die Männer machen einen erbärmlichen Eindruck und werden wie Tiere gehalten. Dengler macht ihnen Mut und plant die Flucht. Als die gelingt, muss er sich mit Duane(Steve Zahn) durch Laos Dschungel kämpfen. Die Männer sind entkräftet und verlieren den Mut, aber Dieter treibt Duane immer wieder an. Er will es unbedingt bis zum Mekong schaffen...

Der Film beruht auf Dieter Denglers Dokumentation Little Dieter needs to fly. Inwieweit die Geschehnisse den Tatsachen entsprechen, sei dahingestellt. In jedem Fall erzählt Rescue Dawn eine spannende Geschichte. Mit Werner Herzogs Darstellung des Dramas konnte ich mich in einem Teil jedoch nicht anfreunden. Herzog erzählt straff und klar Denglers ersten Einsatz über Laos. Danach verliert er sich, während der Gefangenschaft der Männer, in endlosen plakativen Dialogen und produziert im Film unglaubliche Längen. In dem Moment, als die Männer die Flucht ergreifen, reißt Herzog das Ruder erneut herum. Was jetzt folgt ist Kino vom Allerfeinsten mit Sternchen. Wie Herzog die Odyssee von Dengler und Duane gefilmt hat, das ist absolut sehenswert. Am Ende folgt ein(vielleicht) überflüssiger Schuss Patriotismus, den ich Herzog aber gern verzeihe. Begleitet wird der Film von Klaus Badelts Musik, die jede einzelne Szene ins rechte Licht rückt.

Schade das der Film im Mittelteil, jedenfalls meines Erachtens, so einen kapitalen Hänger hat. Andere Zuschauer sehen das vielleicht auch anders. Mir persönlich hätte Herzog einen Gefallen getan, wenn er dort zwanzig Minuten geschnitten hätte. Dann wäre Rescue Dawn in meiner Bewertung noch einen Stern gestiegen. So sind Christian Bale und Steve Zahn die Highlights der Produktion.
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Rescue Dawn
Rescue Dawn von Christian Bale (DVD - 2009)
EUR 5,99
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