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4,4 von 5 Sternen
Der Tod trägt schwarzes Leder
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. März 2010
Ein 15jähriges Mädchen wird erhängt in einer Dachwohnung gefunden. Die Autopsie ergibt, das das Mädchen in anderen Umständen war. Auf Grund eines Zeitungartikels über den Vorfall erkennt man das Mädchen als die Tochter des reichen Ehepaars Polvesi. Was bisher wie Selbstmord aussah wird von Kommissar Silvestri als Mord befunden. Silvestri und die stellvertretende Staatsanwältin Vittoria Stori gehen dem Fall nach und kommen auf eine krank-perverse Spur die bis in die höchsten Kreise der italienischen Regierung führt.

Massimo Dallamano mischt hier die Elemente des klassischen Giallos mit denen des italienischen Polizeifilms, wie z.B. Orgie des Todes mit Fabio Testi.

Der Tod trägt schwarzes Leder ist einer der Filme die meines Erachtens nicht den Status erhalten haben, der ihnen eigentlich gebührt. Dallamano hat mit diesem Film ein kleines Meisterwerk geschaffen, das eine abgrundtief böse Message enthält.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. November 2009
...des italienischen Films liegt hier vor. Es handelt sich um den zweiten Teil der sogenannten "Schulmädchen in Angst" Trilogie von Regisseur Massimo Dallamano, der leider viel zu früh verstarb. Der erste Teil ist in Deutschland unter dem Edgar Wallace Label herausgebracht worden ("Das Geheimnis der grünen Stecknadel") - obwohl er ein reinrassiger Giallo war.

Dieser Film ist eher eine Mischung aus Giallo und Poliziesco und besticht trotz gewissem Sleaze-Faktor durch solide Darsteller, extrem spannende Story und tolle Kamera. Der Score von Stelvio Cipriani sorgt für die richtige Untermalung - und wen ein paar Brutalitäten nicht stören, findet hier einen ausgezeichneten Vertreter dieses in den 70ern so beliebten Genres.

Neben den frühen Filmen von Argento ist das für mich ein absoluter Höhepunkt und jedem Giallo-Fan wärmstens empfohlen!!!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Eine Tochter aus gutem Hause, 15 jährig wird in einer Mailänder Wohnung erhängt aufgefunden. Bei der Toten handelt es sich um Silvia Polvesi (Sherry Buchanan), deren Eltern (Farley Granger, Marina Berti) sich im Ausland aufhielten.
Die Haushälterin (Eleonore Morana) war die Ansprechpartnerin des Mädchens.
Der zuerst ermittelnde Inspector Valentini (Mario Adorf) muss bald an die Mordkommisson unter der Leitung von Inspektor Silvestri (Claudio Cassinelli) abgeben, denn was zuerst als Suizid aussah, entpuppt sich bald als grausamer Mord.
Die zweite Staatsanwältin Vittoria Stori (Giovanna Ralli) wird sehr bald damit konfrontiert, dass das frühreife Opfer bereits mit ihrem 4 Jahre älteren Lover den Tatort als Liebesnest gebraucht hat, zudem war sie schwanger. Die beiden Liebenden wurden auch von der gegenüberliegenden Wohnung von einem Spanner beim Sex und Liebesspiel beobachtet.
Bald wird klar, dass das junge Mädchen Teil eines Kinderpornorings war und Geld verdiente, indem sie älteren Männern perverse Wünsche erfüllte.
Silvias Liebhaber hat für die Todeszeit ein Alibi.
Der Polizei bleibt vorerst nur die neue Erkenntnis, dass Silvia nicht in dieser Wohnung ermordet wurde, sondern in einer anderen Wohnung.
Bei der Begehung des eigentlichen Tatortes entdeckt Silvestri, dass im Bad noch mindestens ein zweites Opfer förmlich abgeschlachtet wurde, zudem räumt Silvias Mutter ein, aufgrund der töchterlichen Verhaltensschwankungen einen Privatschnüffler auf sie angesetzt zu haben.
Dieser ist natürlich auch verschwunden. Der Mörder sieht sich immer mehr in die Enge getrieben, also muss er bald wieder agieren...
Massimo Dallamano drehte mit "Der Tod trägt schwarzes Leder" einen gelungenen Genremix aus Giallo, Polizeithriller und Horrorkrimi.
Dabei sind die 70er schnell erkennbar, sowohl im charmanten Soundtrack als auch in den grässlichen Tapeten diverser Mailänder Wohnungen.
Der 1974 entstandene Film greift die klassischen Exploitation-Elemente Sex, Gewalt und Verbrechen auf, die eingebunden sind in die undurchsichtige Geschichte um einen Callgirl-Ring von Minderjährigen.
Zur Stärke des Films gehören die starken Sequenzen, die die Kamera entwirft.
Es verwundert kaum, dass Dallamano in seinem 20jährigen Mitwirken fürs Kino überwiegend als Kameramann tätig war - unter anderem in Leones "Für eine Handvoll Dollar" und "Für ein paar Dollar mehr".
Der Film weist ein rasanten Tempo auf und hat einige sehr mulmige und nervenaufreibende Sequenzen zu bieten. Unvergessen bleibt die Parkhauszene, in der Giovanna Ralli um ihr Leben laufen muss.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Einleitung:

Habe diesen großartigen Vertreter der Giallo-Szene schon 2005, seit dem Ersterscheinen gekauft.
Hatte mich von dem tollen roten Cover mit dem Motorradfahrer und dem Beil blenden lassen - und bin nicht enttäuscht worden.

Dieser Film ist eine wahre italienische Perle, denn wer sie einmal gesehen hat, ist von den genialen Schauspieler/innen, dem fantastischen Soundtrack, des großen Stelvio Cipriani und der einzigartigen Kameraführung schlichtweg begeistert.

Die Einleitung spricht der bekannte Manfred Schott ( * 1. Februar 1936 in München; † 7. April 1982 ebendort ), der auch die Einleitungen zu den "Schulmädchen-Reporten" in den 70 er Jahren eingesprochen hatte.

Der Film:

Der Tod trägt schwarzes Leder (Originaltitel: La polizia chiede aiuto) ist ein 1974 veröffentlichter Poliziottesco mit Claudio Cassinelli und Mario Adorf in den Hauptrollen von dem Regisseur Massimo Dallamano. Der Film gilt als einer der Hauptwerke des Genres.

Die Polizei wird von einem Unbekannten darüber informiert, dass ein junges Mädchen Selbstmord verübt hat. Es wird von einem Selbstmord ausgegangen.

Ein paar Tage später wird bei der Überprüfung von Aufnahmen einer studentischen Revolte zufällig entdeckt, dass die Tote genau an dem Tag ihres Todes in ein anderes Haus ging. Die Staatsanwältin Stori lässt eine Untersuchung der Leiche anordnen. Es stellt sich heraus, dass das Mädchen nicht Selbstmord verübt hat.

Die Ermittlungen ergeben, dass das minderjährige Mädchen schwanger war. Comissario Silvestri übernimmt nun die Ermittlung. Bei der Überprüfung des möglichen Tatortes wird ein Mann festgenommen, der heimlich Fotos von dem Tatort machen wollte. Der Festgenommene ist Bruno Paglia. Dieser hatte schon seit mehreren Wochen Aufnahmen von dem Mädchen beim Geschlechtsverkehr mit einem Jungen gemacht. Paglia wird auf Druck des Oberstaatsanwaltes entlassen.

Bei der Überprüfung der Wohnung in die das Mädchen zum Tattag eingekehrt ist, wird eine Badewanne voller Blut entdeckt. Diese Meldung verbreitet sich in Mailand wie ein Lauffeuer. Der Druck der Presse auf die polizeiliche Ermittlungsarbeit wächst.

Die Mutter des ermordeten Mädchens, Frau Polvesi, meldet sich. Sie berichtet darüber, dass sie häufiger Streit mit ihrer Tochter hatte. Das Mädchen war erst 15 und nahm regelmäßig die Pille. Um mehr über die Hintergründe zu erfahren, hatte sie den Privatdetektiv Talenti beauftragt.

Silvestri gelingt es nicht, Talenti ausfindig zu machen. Man findet sein Fahrzeug an einer Schnellstraße stehend. Im Kofferraum ist die Leiche von Talenti in mehrere Stücke zerlegt worden. Das Blut in der Wohnung stammte also von Talenti. Silvestri und Stori schließen hieraus, dass Talenti von den dubiosen Machenschaften gewusst haben muss. Am Abend meldet sich die Freundin von Talenti bei Silvestri. Sie liegt seit einem Unfall im Krankenhaus.

Als Silvestri bei ihr eintrifft, kann er gerade noch den Tod von Talentis Freundin verhindern. Ein Unbekannter in Motorradkluft wollte sie mit einem Beil zerhacken. Der Unbekannte flieht auf einem Motorrad. Trotz einer spektakulären Verfolgungsjagd gelingt es der Polizei nicht, den Mann zu fassen. Es stellt sich in der Folge heraus, dass Talenti durch Erpressung viel Geld eingenommen hatte. Seine Freundin händigt der Polizei Tonbandaufnahmen aus.

Auf den Tonbandaufnahmen kann man minderjährige Mädchen bei der Prostitution hören. Valentini erfährt hierdurch, dass auch seine Tochter einem Callgirlring von minderjährigen Mädchen angehört.

Staatsanwältin Stori überlebt mit größter Mühe einen Mordanschlag. Ihrem Fahrer wird der Schädel gespalten. Wenig später wird ein Mordanschlag auf Bruno Paglia verübt. Paglia gelingt es mit letzter Kraft einen Notarzt zu rufen. Paglia stirbt auf dem Weg ins Krankenhaus. Um die Täter unter Druck zu setzen, behauptet Silvestri gegenüber der Presse, dass Paglia überlebt hätte und die Hintergründe aufgedeckt werden würden.

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ACHTUNG SPOILER: ( Wer sich den tollen und großartigen Film anschauen will und rätseln möchte, wer DER wirkliche Täter war - NICHT WEITERLESEN !!! ).
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Die örtlichen Zeitungen veröffentlichen diese Meldung. Am nächsten Tag wird der stadtbekannte Jugendpsychologe Professor Beltrame tot aufgefungen. Beltrame hat Selbstmord begangen. Ausgerechnet der Leiter der Jugendpsychologie unterhielt in der Stadt einen Callgirlring für minderjährige Mädchen. Silvestri und Stori finden in seinem Büro umfangreiche Aufzeichnungen über die Kunden von Beltrame.

Hierunter befinden sich viele berühmte Persönlichkeiten und Minister. Silvestri und Stori möchten diese Unterlagen veröffentlichen und die Hintergründe aufklären. Weitere Ermittlungen werden vom Oberstaatsanwalt untersagt. Eine Aufklärung der Umstände würde aus Rom untersagt werden und wäre politisch nicht gewollt.

Wissenswertes:

Die Filmmusik wurde in dem Film Amer aus dem Jahr 2009 wiederverwendet.
2013 wurde die Filmmusik ein weiteres Mal genutzt; The Child of Lov ließ Teile davon in den Titel 'Fly' mit einfließen.

Die Darsteller:

Giovanna Ralli ( * 2. Januar 1935 in Rom ) als Zweite Staatsanwältin Vittoria Stori.

Claudio Cassinelli ( * 13. September 1938 in Bologna; † 13. Juli 1985 in Arizona ) als Kommissar .
( Er starb jung, wie tragisch, indem er bei Dreharbeiten mit seinem Kopf zu nahe einem drehenden Hubschrauberrotor kam - und geköpft wurde.

Farley Granger ( * 1. Juli 1925 in San Jose, Kalifornien; † 27. März 2011 in New York City, New York; eigentlich Farley Earle Granger II ) als Herr Polvesi.

Franco Fabrizi ( * 15. Februar 1926 in Cortemaggiore; † 18. Oktober 1995 ebenda ) als Bruno Paglia.

Mario Adorf ( * 8. September 1930 in Zürich ) als Inspektor Valentini.

Marina Berti ( eigentlich: Elena Maureen Bertolini, * 29. September 1924 in London; † 29. Oktober 2002 in Rom ) als Frau Polvesi.

und..... und...... und......

Der Komponist:

Stelvio Cipriani ( * 20. August 1937 in Rom) schuf mit dieser einzigartigen unheimlich schönen Filmmusik einen wahren funkigen Soundtrack mit Kultpotenzial.
Es gibt auch eine Soundtrack-CD dieses Filmes von 2008 ( habe diese natürlich auch sofort gekauft;-).

Der Regisseur:

Massimo Dallamano ( * 17. April 1917 in Mailand; † 4. November 1976 in Rom ) ein sehr guter italienischer Regisseur, der auch Filme, wie "Dass Bildnis des Dorian Gray" von 1969 oder "Das Geheimnis der grünen Stecknadel" von 1971 schuf.
Er kam beim einem tragischen Autounfall im Jahre 1976 bei Rom ums Leben.

Das Fazit:

Ein genialer Giallo-Krimi der eindeutige Horrorelemente, sehr gute Darsteller, einen funkigen - wie famosen Soundtrack von Stelvio Cipriani und eine geile Kameraführung besitzt.

Mein persönlicher Lieblingsfilm, der italienischen Giallo-Szene, die in den 70/80 er Jahren eindeutig ihren Höhepunkt hatte.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
In einer Dachgeschosswohnung wird ein 15 jähriges Mädchen erhängt aufgefunden.
Zuerst sieht alles nach Suizid aus aber diese Vermutung erweist sich bald als Falsch.
Also übernimmt Kommissar Silvestri zusammen mit der Staatsanwältin Stori die Ermittlungen.
Sie finden heraus das sie scheinbar einem Kinderporno-Ring in die Hände gefallen war was später gefundene Tonbandaufnahmen bestätigen.
Zeitgleich tötet ein Unbekannter in Motorrad-Kluft und mit einem Beil diverse Berühmtheiten der Stadt.
haben die Opfer etwa etwas mit dem Ring zu tun?
Viel Arbeit für Silvestri........

Wow....
Was für ein genialer Mix aus Poliziottesco und Giallo.
Der Film aus dem Jahr 1974, von Massimo Dallamano in Szene gesetzt, besticht in erster Linie durch seine coole Optik und dem brillanten Soundtrack von Stelvio Cipriani.
Aber auch die Dialoge, der hervorragende Plot und die knallharten Gore-Szenen sind aller Ehren wert.
Settings, Atmosphäre und Effekte sind ebenfalls gelungen.

Weitere Pluspunkte: Die Figuren-Zeichnungen sind erstaunlich intensiv und die Darsteller sind bis in die kleinste Nebenrollen herausragend besetzt.
Für mich einer der Besten Filme in beiden Sub-Genres.
Mit dabei sind u.a.: Claudio Cassinelli, Giovanna Ralli, Mario Adorf, Franco Fabrizi und Farley Granger.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Juli 2014
Massimo Dellamanos wendungs- und temporeicher Mix aus Polizeikrimi und sleazigen Giallo hat eigentlich alle Zutaten , die für einen gelungenen italienschen Krimi, der siebziger Jahre notwendig sind.
Spannend und atmospärisch ist der Streifen , besitzt eine hervorragende Kamerarbeit, einen unvergesslich treibenden Filmscore (der übrigens als kleine Hommage in dem kürzlich entstandenen Kunstwerk "Amer" noch einmal wieder auflebte) rasante Verfolgungsjagden und einen Mörder mit Hackebeil in schwarzer Lederkluft auf einem Motorrad.
So dürfte dem Giallo- Vergnügen eigentlich nichts im Wege stehen und doch ist eine kleine Warnung meinerseits angebracht, die letzlich eine uneingeschränkt positive Wertung dieses Streifens verhindert.
Vollkommen subjektiv gesehen bereitet mir der todernste Grundplot des Films dann doch etwas Magendrücken.
Denn anders als in den schillernden Thrillern eines Dario Argento oder Sergio Martino, wo die Faszination auch durch die schiere Fabulierfreudigkeit, durch die hemmungslos kruden Phantasmagorien der Regisseure gekennzeichnet ist, in denen der Zuschauer mit Wonne Sinnenkino und Angstlust miterlebt im Wissen hier starken faszinierenden irrealen Tobac aus Kindheitstraumatas, messerschwingenden Unbekannten und angstvollen weiblichen Opfern serviert zu bekommen, versucht "Der Tod tragt schwarzes Leder" ein ganz heißes gesellschaftliches Eisen anzupacken.
Hinter dem traurigen Fall eines erhängt aufgefundenen minderjährigen Mädchens steckt ein Kinderschänder Ring.
Kinderprostitution- eine brisante, allzu reale Thematik, die eigentlich nur verstört und sprachlos macht.
Da stellt sich mir ganz persönlich die Frage, wie dieser Sprengstoff denn mit den auf pure Unterhaltung abzielenden auch sleazigen Mitteln des italienschen Giallos umgesetzt werden kann ohne ein seltsames Geschmäckle zu haben.
In der Tat verlangt dann doch dieses sensible und bestürzend aktuelle Thema eine etwas differenziertere, intelligentere Auseinandersetzung als es denn ein schillernder italienscher Spannungsfilm bieten kann.
Zwar verkneift sich der Film voyeuristisch nackte Mädchenkörper abzubilden, jedoch ist er natürlich vom Anspruch her als leicht schmierig, effekthascherischer Thriller konzipiert, mit allen im Genre gängigen hanebüchenen storytechnischen Verrenkungen.
Gerade das ständige Abhören von Tonbändern mit verbalen Befehlen ("Spreiz die Beine ...), die den gefangenen Mädchen gegeben werden, hat einen unangenehmen, weil unbeholfen kruden und unangemessenen Beigeschmack.
Aus dem Grund, weil der Film und das Giallo Genre allgemein viel zu platt und spekulativ ist um diesen Themen gerecht zu werden.
Wenn wir jetzt ganz weit ausholen, könnte man auch noch den italienschen Kannibalenfilm anfügen, der ebenfalls die Sensationslust, die Verkommenheit der Gesellschaft anprangert, gleichzeitig sie aber heuchlerisch exploitationhaft bedient.
Um diesen Definitionsspagat glaubhaft rüberzubringen muß ein Filmwerk schon sehr raffiniert konzipiert sein.
Und so ganz nehme ich da "Der Tod trägt schwarzes Leder" seinen bierernst seriösen Aufklärungsanspruch natürlich nicht ab. Mehr noch die Ehrfurcht vor diesem heiklen Thema verhindert dann doch den unbeschwerten Film-Genuß an heißen Verfolgungsjagden und hübsch grotesk zerstückelten Leichen auf Seziertischen.
Alle beinharten exploitationhaften und schrillen Slashereinfälle, jede delierirende Wahnsinnsidee herkömmlicher Giallos werden von mir hochgeschätzt und geliebt.
Doch der Versuch dies alles in einen seriös authentischen Hintergrund, gar in eine überzeugende Sozialkritik an Verbrechen wie Kinderprostitution einzubinden, mißlingt dann doch.
Hier wird dann beflissen Ernsthaftigkeit vorgegaukelt, die der Film niemals unterfüttern kann.
So bleibt "Der Tod bleibt schwarzes Leder" ein solider, niemals herausragender Polizeifilm, der mehr mit einer "Tatort" Folge gemein hat als mit einem phantasievollen Giallo. Zwei ,drei rasante atmosphärische Szenen, darunter eine Verfolgungsjagd und eine Flucht in einem Parkhaus kann er uns bieten und viel Ermittlungsarbeit.
Ansonsten ist das Gefühl von Bedrohung und Gefahr gegenüber reinrassigen Giallos (nehmen wir beispielsweise "Das Geheinmnis der schwarzen Handschuhe") doch gering, die Spannung hält sich in Grenzen, ansonsten überzeugende Charaktere, eine vibrierende Musik und eben dieser Hang zur diesmal nicht angebrachten genretypischen Sensationslust, die dann doch den Spaß etwas verdirbt.
Jede positive Bewertung kann ich natürlich nachvollziehen und jedem Fan des Films sei die Freude gegönnt.
Mich konnte er nicht restlos überzeugen.
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am 13. August 2012
„Der Tod trägt schwarzes Leder“ ist nicht nur wegen Mario Adorf sehenswert sondern hat auch eine recht gute Story zu bieten. Nach einem genretypisch schnellen Beginn mit sofortigem Leichenfund braucht der Film allerdings etwas, um die Story wirklich in Gang zu bringen. Die Charaktere werden durchaus gut gezeichnet, hätten aber – wie im Übrigen auch die Story – etwas mehr Tiefgang vertragen. So bleibt „Der Tod trägt schwarzes Leder“ insgesamt ein eher oberflächlicher Krimi, der allerdings trotzdem überzeugen kann. Spätestens mit dem Fund des Tonbandes steigt das Spannungsniveau deutlich an und hält sich dann bis zum Ende des Films. Zum Schluss wird die Story mit einem kleinen Bisschen Politik angereichert, das durchaus etwas ausführlicher ausfallen hätte können. Die schauspielerischen Leistungen sind durchweg zufrieden stellend, auch die Musik macht in einigen Szenen besonders positiv auf sich aufmerksam.

Insgesamt gelang Regisseur Massimo Dallamano mit „Der Tod trägt schwarzes Leder“ ein routinierter und sowohl inhaltlich als auch spannungstechnisch zufrieden stellender Vertreter des italienischen Polizei-Krimis, der durchaus empfohlen werden kann. Begeistern wird dieser Film allerdings wohl nur die Wenigsten können.

7/10 Punkte
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am 1. November 2008
Kurz und bündig:

"Der Tod trägt schwarzes Leder" ist ein sehr guter, harter und spannender Vertreter des italienischen "Giallo"-Kinos.

Die DVD von Koch Media besticht durch sehr gute Qualität und Aufmachung (Digi-Pack im Schuber, Booklet etc.).

Kauf-Tip!
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am 2. Juni 2015
War eher enttäuscht von dem Film, habe mir mehr erwartet.
Die Handlung war schon interessant, aber man hätte mehr aus dem Film machen können.
Naja, jedenfalls haben ich einen Film mit Mario Adorf mehr in meiner Sammlung.
Einen schönen Tag noch.
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