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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fesselnd: Brendel spielt Haydn, 31. August 2010
Von 
Andre Arnold "Lateingott" (Rödental, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: The Originals - 11 Klaviersonaten (Audio CD)
Joseph Haydns gut 60 Klaviersonaten zählen zu den gewichtigsten Genrebeiträgen, schließlich gilt er als der Vater der Klaviersonate. Auf diesem herrlichen Box Set sind elf Klaviersonaten versammelt. Dabei handelt es sich vor allem um spätere Sonaten. Diese Stücke allerdings könnten verschiedener kaum sein.

Ein frühes Meisterwerk Haydns ist seine Sonate c moll Hob.XVI:20, deren bewegender Kopfsatz sofort einzunehmen vermag. Nach einem umfangreichen, heilsamen Adagio folgt ein wildes Finale, das - zumindest seinem Tonfall nach - den schicksalslastigen Anfangssatz wieder aufgreift.

Von den mittleren Sonaten Haydn sind die Stücke Hob.XVI:32 in h moll und 34 in e moll eingespielt. Die beiden dreisätzigen Werke eröffnen beide in tiefer Trauer. Während die erste aber schnell gutmütigere Töne anschlägt, verharrt die andere in Verzweiflung. Ein Menuett und ein feuriges Presto runden die h moll Sonate ab. Die e moll Sonate hingegen setzt auf ein tiefsinniges Adagio und ein unbescholtenes, mit "innocentemente" betiteltes Vivace als Schlusssatz.

Am Scheideweg zwischen mittleren und späteren Sonaten steht Hob.XVI:37 in D Dur. Das kurze Stück besitzt ein recht charakteristisches Allegro zu Beginn, dessen melodiöse Fülle überwältigt. Der leider viel zu kurze langsame Satz macht Platz für ein schnell verrauschtes Finale.

Die Sonaten Hob.XVI:40 in G Dur, 42 in D Dur, 48 in C Dur und 51 in D Dur sind alle zweisätzig. Der erste Satz ist jeweils ein leichtfüßiges, aber dennoch tiefes Andante. Dabei erweist sich Haydn als humorig wie eh und je. Das stets kürzere Finale ist ein fröhlicher, pittoresker Kehraus, der die Sonate jeweils leichtgewichtig erscheinen lässt - ein gewitzter Schachzug des Kapellmeisters von Esterházy. Ein besonderes Kleinod ist dabei die kurze Sonate Hob.XVI:51, die im Reigen der späteren Haydn Sonaten eher unter den Tisch gekehrt wird.

Zu den Höhepunkten haydnscher Klaviermusik zählen ohne Frage die beiden komplexen Es Dur Sonaten Hob.XVI:49 und 52 sowie die C Dur Sonate Hob.XVI:50. Alle drei eröffnen mit einem gewichtigen Allegro, das von Haydn so fein verwoben ist, dass es nicht allzu leicht zu durchdringen ist. An zweiter Stelle steht stets ein wunderschönes, graziles Adagio, das vor allem durch seine Liedartigkeit berauscht. Während die Sonate 49 ein schlichtes Menuett zum Finale hat, wartet die Sonate 52 mit einem berührenden Presto auf, dessen thematische Vielfalt und dessen ständiges Schwanken von Dur nach Moll Haydns Klavierkompositionen gebührend abschließt. Ein unkompliziertes Allegro bildet den Abschuss der C Dur Sonate.

Als Zugabe gibt's drei weitere Klavierwerke: zum einen die zarte Fantasie C Dur Hob.XVI:4, das fantastische, großartige Andante con Variazioni f moll Hob.XVI:6 und das wundervolle, aber recht oberflächliche Adagio F Dur Hob.XVI:9.

Die Einspielungen, die aus den Jahren 1979 bis 1985 stammen, sich aber trotzdem durch eine einwandfreie Tonqualität auszeichnen, nimmt der geniale Alfred Brendel vor. Sein Tempo ist relativ mäßig. Wegen seiner tollen Akzentuierung und seiner sehr feinen, farben- und kontrastreichen Nuancierung wird die Interpretation dennoch nie langatmig. Der fein lyrische, zarte Anschlag Brendels macht die Aufnahme zu einer von Weltrang. Es ist beinahe ärgerlich, dass er nur elf Sonaten aufgenommen hat.
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The Originals - 11 Klaviersonaten
The Originals - 11 Klaviersonaten von Alfred Brendel (Audio CD - 2009)
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