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4.0 von 5 Sternen John Lee - MUSASHI Wakizashi, 26. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: John Lee MUSASHI ICHI WAKIZASHI handgeschmiedetes (Misc.)
Der herrenlose -also eigentlich kein Samurai (=Diener), sondern eher Rōnin- Miyamoto Musashi gründete eine Schule für die Stichblatt-Herstellung. (Als Ronin sollte man ihn deshalb bezeichnen, da er sein ganzes Leben lang herrenlos war. Hätte er für einen Herrscher gedient, wäre er "Samurai" gewesen. Tatsächlich war aber zumindest sein Vater offiziell ein Samurai.)

Ob die berühmte Miyamoto Musashi Tsuba (Stichblatt) von ihm persönlich oder nur von einem seiner Schüler gestaltet wurde,
ist nicht klar. Es ist eine sehr schlichte Tsuba. Also wer eine sehr schlichte und dennoch außergewöhnliche Tsuba mag,
oder einfach ein Miyamoto Musashi Bewunderer ist, der ist bei den John Lee Musashi Schwertern genau richtig.
(Manchen Leuten mag diese Tsuba vielleicht schon wieder zu schlicht sein, denn sie hat keine weiteren Verzierungen, aber mir gefällt sie sehr gut :)

Das Wakizashi selbst ist gut verarbeitet. Alles ist stramm und sitzt fest, nichts wackelt.
Same besteht -wie in dieser Preisklasse üblich- aus zwei Streifen, keine volle Same-Umwicklung. (Bei vollem "hartem" Schwerteinsatz wäre es durchaus möglich, dass die Wicklung des Griffes ein wenig verrutscht. Aber dazu braucht es wohl schon eine sehr große Krafteinwirkung :) Wer ein Wakizashi mit einem "besseren" Griff möchte, muss viel viel mehr Geld bezahlen!! (Und wer ein echt-japanisches Wakizashi aus Japan will, zahlt schnell mal 10 oder 20 Tausend Euro!!!) Was genau das für ein Same Material ist, will ich nicht zu hundert Prozent bestätigen. Echte Rochenhaut zu dem Preis ist schon möglich, oder doch Haifischhaut? (Mittlerweile gibt es vermutlich aber auch schon künstliches Material das dem Original sehr ähnlich sieht. Und da ich weder ein Leder- noch Kunststoff Experte bin, halte ich mich deshalb da raus...)

Die Klinge hat eine Bo-Hi. Das scheinen mittlerweile leider so gut wie alle Schwerter in dieser Preisklasse zu haben.
(Naja, das spart in China Materialkosten.) Man kann sich daran gewöhnen. Aber eine Klinge ohne Bo-Hi finde ich fast noch schöner.
Ich habe bisher auch noch keine alten Original-Schwerter mit Bo-Hi gesehen, auch in den Samurai-Filmen sieht man so gut wie keine Bo-Hi Klingen -deshalb wirkt das auf mich immer noch wie eine neuzeitliche Erfindung :) Bei den echten japanischen Schwerter, die man auch im TV sieht, sind die Klingen wohl alle ein wenig breiter. Übrigens wurden im alten Japan in Kriegszeiten die Schwerter generell mit einer breiteren Klinge geschmiedet. (Dotanuki) 5 oder vielleicht sogar 10 mm mehr hätte der optischen Klingen-Ästhetik wirklich sehr gut getan! Dass die Klingenbreite bei diesen John Lee Schwertern sich nur auf das Mindeste beschränkt, ist sehr schade! Das hat leider auch zur Folge, dass die Hamon sehr schmal ist. Es ist wirklich wünschenswert, wenn die John Lee Schmiede ihre Schwerter zukünftig breiter machen würden!

Hamon ist geschliffen. Bei Schwertern in dieser Preisklasse wird das geschliffen.
(Oder ansonsten mit Säure hinein geätzt. Per Sandstrahl geht auch.)
Bei diesem Preis kann man keine echte Hamon durch aufwendige Behandlung / Härtung mit einer Lehm Mischung (Lehm, Wasser, feingemahlenem Schleifstein und Holzkohleasche) erwarten.
Die Klingenschärfe würde ich mit Gut beschreiben. Noch schärfer wäre möglich. Aber wer von euch braucht das denn wirklich? :-/
Die (übertriebene) Schärfe sollte auch nicht unbedingt das Wichtigste bei einem Schwert sein.

Kashira (Griff-Endkappe) und Fuchi (Griffzwinge) sind Standard. Glattes Metall ohne besondere Verzierung.
Die Öse am Griffende ist dunkel, mit einem leichten Bronze-Schimmer.
Das Shito-Dome, eine Metallhülse innerhalb der Kurigataöffnung an der Saya (Schwertscheide), ist auch dunkel.
Wem das zu unauffällig ist, kann ja versuchen, mit einer hochwertigen Goldfarbe diese beiden Teile zu bemalen.
Beim Shito-Dome müsste man dann allerdings am besten das Sageo (Baumwollband an der Saya) entfernen.
(Außer man versucht, das Sageo immer ein wenig an dieser Öse zu verschieben und in mehreren Arbeits-Mal-Vorgängen diese Öse zu bemalen...)
(Diese Malerei ist vielleicht nicht ganz historisch-korrekt, aber kann die Optik durchaus noch ein wenig aufwerten :)

Die Menukis (Dekorelemente / Glücksbringer am Griff) stellen wohl einen Drachen dar.
Es gibt tatsächlich einige Drachen Menukis, bei denen die Drachen so ineinander verdreht sind,
sodaß man eine typische Drachenform gar nicht mehr erkennen kann.
Ich glaube also dass es ein Drache ist -okay, ansonsten ist es wohl ein Seepferdchen! ;)
Ich bin mir nicht sicher, wo das Auge von diesem Vieh ist! Wenn man mal ganz traditionell-japanisch bleiben will, wäre das mit dem (fehlenden) Menuki Auge schlecht. Links, Mitte und Rechts sieht man zwar runde Dinger, die eventuell Augen sein könnten, aber ich bin mir nicht sicher. Wenn das Auge von der Griffwicklung überdeckt wird, kann der Glücksbringer... naja, nicht mehr nach möglichen Feinden, und nach glücksbringenden Möglichkeiten Ausschau halten. Zum Menuki sollte vielleicht auch gesagt werden, dass das definitiv Massenware ist, und dieses Menuki (genau das selbe!) sicherlich noch bei mehreren Schwertern Verwendung findet! Also so richtig einzigartig ist dieses Schwert nicht wirklich. (Musashi Tsuba und genau dieses Menuki findet man auch an anderen Schwertern...)

Die Schwertscheide (Saya) im schwarzen Hochglanzlack Stil hat keinen besonderen Koiguchi (Öffnung der Saya) und auch keinen besonderen Kojiri (Saya-Abschluß), also nur Holz, kein zusätzliches Material. Dass die Saya hochglanzlackiert ist, halte ich eigentlich für einen Nachteil: Finger / Handabdrücke sind da vorprogrammiert! :( Das sieht dann absolut nicht mehr schön aus. Und jedes mal die Saya abputzen, wenn man das Teil mal in den Händen gehalten hatte... wer will das schon? Ist vermutlich auf Dauer auch nicht gut für die Saya Lackierung. Also was das betrifft sind die matt lackierten Sayas wohl um einiges besser, gebrauchstauglicher! Die Baumwollband Wicklung um die Schwertscheide herum ist der heutzutage gebräuchlichste "Dekorations-Knoten". Ich weiß nicht genau, wann diese Bindeart erfunden wurde, echte Samurai im Einsatz hatten das jedenfalls nicht so. Denn dieses Band war damals ein Gebrauchsgegenstand, und hat man eher nur lose um die Saya gewickelt und festgeknotet. Vielleicht waren es also Geschäftsmänner die Katanas verkauften, oder Japaner die ihre alten wertvollen -und vor allem nicht mehr verwendeten!- Katanas hübsch präsentieren wollten. Aber das ist ja schlußendlich auch egal. Außer man will es historisch total korrekt.

Samurais hatten zwei Schwerter als Schwertpaar (Daishō). Vor allem bestanden diese aus Katana und Wakizashi,
ansonsten aus Tachi und Tanto. Besonders auch da Miyamoto Musashi berühmt-berüchtigt für seinen gleichzeitigen Kampf-Einsatz von
Katana und Wakizashi war, ist es absolut logisch, gleich beide Teile zusammen zu kaufen. So ein Daishō gehört einfach zusammen! :-)
Miyamoto Musashi schrieb über seinen Kampfstil:
„… sich der Wirksamkeit der beiden Schwerter bewusst zu werden – darum geht es in der Nito ryu… denn wahr ist, dass man alle Waffen, die man besitzt, gebrauchen sollte, statt sein Leben wegzuwerfen. Zu sterben, mit einer unbenutzten Waffe in seinem Gürtel, das wäre bedauerlich.“

Dieses Wakizashi ist ein schönes und günstiges Teil. Kaufempfehlung!
Übrigens gibt es hier das dazu passende John Lee Musashi Katana: Handgeschmiedetes John Lee MUSASHI ICHI KATANA
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John Lee MUSASHI ICHI WAKIZASHI handgeschmiedetes
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