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5.0 von 5 Sternen als Zusammenfassung frühere RAF Ereignisse, (mein Tipp)
Klasse gemachter Film, mit vielen originalen Einblendungen, nicht übertrieben sondern zeigt was wirklich passiert ist.
Einige von Euch werden sich an die Original-Tagesschau Ausstrahlungen aus den 70-80`ern noch erinnern.
Auch in die Making offs lohnt es sich mal reinzuschauen, wirklich beeindruckend.
Mein Filmtipp!
Vor 9 Monaten von Andreas k. veröffentlicht

versus
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Irgendwie unbefriedigend.....
Dieser Film stand schon eine ganze Zeit auf meiner Wunschliste, vor allem weil viele meiner Freunde ihn mir empfohlen haben. Als Frau, die 1979 das Licht der Welt erblickte, sind Themen die in diesem Film behandelt werden zwar nicht unbekannt, aber wirklich wissen was sich damals abgespielt hat... nein.

Also habe ich den Film geschaut um zu erfahren, was es...
Vor 6 Monaten von Knuddelschnuff veröffentlicht


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen als Zusammenfassung frühere RAF Ereignisse, (mein Tipp), 24. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Baader-Meinhof-Komplex [Blu-ray] (Blu-ray)
Klasse gemachter Film, mit vielen originalen Einblendungen, nicht übertrieben sondern zeigt was wirklich passiert ist.
Einige von Euch werden sich an die Original-Tagesschau Ausstrahlungen aus den 70-80`ern noch erinnern.
Auch in die Making offs lohnt es sich mal reinzuschauen, wirklich beeindruckend.
Mein Filmtipp!
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4.0 von 5 Sternen Deutsche Geschichte filmisch gut umgesetzt, 17. Juli 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Baader-Meinhof-Komplex [Blu-ray] (Blu-ray)
Zum Inhalt des Filmes möchte ich an dieser Stelle gar nicht viele Worte verlieren, da viele dieses Kapitel der Geschichte in irgendeiner Weise ohnehin schon kennen, für den Rest möchte ich nichts von der Spannung nehmen.
Was ich allerdings sagen kann ist, dass der Film historisch sehr genau ist, natürlich - und dessen muss man sich einfach bei diesem Genre bewusst sein - gibt es die ein oder andere Abweichung von der Realität, die ich an dieser Stelle mal der "künstlerischen Freiheit" zugestehe. Was mich besonders begeistert hat ist die Rollenbesetzung, denn die Schauspieler ähneln in ihren Rollen sowohl optisch, als auch darstellerisch den Originalen unheimlich.
Ich habe in vielen Kritiken gelesen, dass in diesem FIlm der Terrorismus in ein positives Licht gerückt wird, dies kann ich aber absolut nicht nachvollziehen, denn die Gewaltbereitschaft und die niedrige Hemmschwelle diese einzusetzen, wird in vielen Szenen sehr deutlich.
Ansonsten bleibt mir inhaltlich bloß zu sagen, dass ich diesen Film als ein sehr positives Beispiel für die Verfilmung eines historischen Themas einordne, zumal er das Geschehen sehr deutlich veranschaulicht, zum anderen aber auch sicherlich ein guter Einstieg in dieses wichtige Thema ist, gerade für Schüler oder junge Menschen im Allgemeinen, die zu dieser Zeit noch nicht gelebt haben.

Einen Stern Abzug gibt es allerdings für die Qualität des Filmes. Ich weiß nicht ob es am Format Bluray liegt oder an der Vertonung allgemein, jedenfalls stört den Filmgenuss ungemein, dass die Gespräche relativ leise sind, sodass, wenn man diese lauter stellt, die Lautstärke anderer Geräusche wie Waffen oder Explosionen wahnsinnig hoch ist und mir persönlich dann zu laut, sodass ich während des Films häufig die Fernbedienung getätigen musste. Das tut dem Inhalt sicherlich keinen Abbruch, aber ich möchte zumindest darauf hinweisen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Irgendwie unbefriedigend....., 26. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Baader-Meinhof-Komplex (DVD)
Dieser Film stand schon eine ganze Zeit auf meiner Wunschliste, vor allem weil viele meiner Freunde ihn mir empfohlen haben. Als Frau, die 1979 das Licht der Welt erblickte, sind Themen die in diesem Film behandelt werden zwar nicht unbekannt, aber wirklich wissen was sich damals abgespielt hat... nein.

Also habe ich den Film geschaut um zu erfahren, was es wirklich mit Benno Ohnesorg, Andreas Baader und Ulrike Meinhof auf sich hatte. Nachdem ich ihn jetzt vor ein paar Tagen geschaut habe, muss ich sagen, dass ich mehr Fragen habe als beantwortet wurden. Jetzt kann man sagen, dass das ja nichts schlechtes ist, Fragen zu haben, sich für etwas nach einem Film zu interessieren etc. Was mir bei diesem Film jedoch eher negativ aufgefallen ist, sind zwei Dinge.

(Achtung Spoiler)
Erstens ist mir aufgefallen, dass die persönlichen Hintergründe der Protagonisten nur im Fall von Ulrike Meinhof erzählt wurde. Natürlich wird im Film erzählt, was bei den Studenprotesten beim Besuch des Schahs passiert ist und auch, wie Benno Ohnesorg getötet wurde. Dennoch bleiben die Charaktere irgendwie ohne Schatten. Sie wirken wie Schablonen, die austauschbar sind für alle möglichen Menschen. Bei Ulrike Meinhof gewinnt man einen Eindruck ihres Daseins. Sie verzichtet auf ihre Familie, riskiert sogar die Sicherheit ihrer Kinder, um sich "der Sache" anzuschließen. Die anderen Charaktere wirken selbst wie scharfe Bomben, als würden sie mit einem "Einfach mal so Dagegen Schild" durch die Welt laufen.

Vielleicht ist die Geschichte hinter diesem Film einfach zu komplex, das mag schon sein. Aber ich denke, dass man zum Beispiel mit Einblenden hätte arbeiten können, Textpassagen oder was auch immer, um den Handlungsstrang besser zu erläutern.

Zweitens muss ich gestehen, dass ich nicht genau weiß, ob mir die wirklichen Personen Baader und Meinhof einfach unsympatisch sind, oder ich die Art und Weise, wie die Schauspieler die Charaktere dargestellt haben, einfach nicht mag. Gerade Baaders Sprüche wirken auf mich einfach nur schlecht. Was mir generell auch nie wirklich klar geworden ist, ist wie die Gruppe die Härte der Gewalt rechtfertigen. Vielleicht steht es mir nicht zu, zu urteilen. Aber ich hatte gehofft, dass der Film mir dies ein wenig besser erläutert, leider war das nicht der Fall. Irgendwie geht es die ganze Zeit nur um Rache? Eine Bombe auf ein Verlagshaus zu werfen, in dem unschuldige Menschen arbeiten erscheint mir - ungeachtet dessen, was dieser Verlag veröffentlicht - einfach nur falsch. Ich versuche wirklich die ganze Zeit, mich in die damalige Zeit zu versetzen und zu verstehen - aber ich kann es nicht. Ich meine, muss ich wirklich erst die komplette Sekundärliteratur und ein paar Biographien lesen, damit ich einen Film bewerten kann?

Ich schwanke sehr mit der Höhe der Punktzahl, aber ich mehr als drei Punkte kann ich derzeit für den Film einfach nicht vergeben. Vielleicht werde ich ihn noch einmal ansehen und mein Urteil ein wenig revidieren. Aber zu diesem Zeitpunkt ist das nicht möglich.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Stück deutsche Nachkriegsgeschichte, 30. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Baader-Meinhof-Komplex von Bernd Eichinger unter der Regie von Uli Edel ist ein Meisterwerk der deutschen Filmgeschichte. Viele mögen ihn als aneinander gereihte Actionszenen beschreiben, was den Kern allerdings nicht wirklich trifft. Zumal man bedenken sollte, dass es sich hier nicht um einen Dokumentarfilm handelt, sondern um einen ganz normalen Spielfilm vor historischem Hintergrund. Und ich denke, diesen Erwartungen wird der Film durchaus gerecht.
Der Regiesseur Uli Edel hat es geschafft, eines der wohl wichtigsten Ereignisse der deutschen Nachkriegsgeschichte so zu verpacken, dass es weder langweilig erscheint, noch unglaubwürdig. Natürlich lebt der Film auch von seinen actionreichen Szenen, die allerdings nur selten überladen oder unpassend erscheinen. Sie verleihen ihm vielmehr eine gewisse Spannung und Dramaturgie, welche eine tragende Rolle in der RAF-Geschichte spielte. Ebenfalls auffallend wirkt die Authentizität, mit welcher die Produzenten diesen Film angegangen sind. Die Liebe zum Detail lässt die Ereignisse auch für Nicht-Zeitgenossen lebendig wirken. Es sind die Bemühungen der Schauspieler und des Regiesseurs, die dazu beitragen, dass dieser Film keine Dokumentation über den RAF-Terrorismus des vergangenen Jahrhunderts ist, sondern eine Verfilmung auf einer hoch emotionalen Ebenen aus der Sichtweise der eigentlichen Täter.
Ich denke, dieser Film gibt Aufschluss über eine ganze Generation, einen Sinneswandel in Deutschland, ohne dabei nackte Fakten in den Vordergrund zu rücken und bis ins äußerste Detail zu verfolgen , sondern die Hintergründe grob zu umreißen und Allgemeinwissen zu vermitteln. Der Baader-Meinhof-Komplex soll keine Nacherzählung sein, er soll zum Nachdenken anregen und vor allem die Geschichte auch aus einer anderen Perspektive zeigen. Dies gelingt ihm unter anderem durch den tatenkräftigen Einsatz der Schauspieler wie z.B. Martina Gedeck in der Rolle der Ulrike Meinhof.

Für die TV-Langfassung muss ich einen Stern abziehen, da 10 Euro für 8 Minuten extra Szenerie etwas zuviel verlangt sind. Zwar geben diese Extra-Szenen Aufschluss über die Verkettung von Ereignissen im Film und hätten schon in der Kinofassung präsent sein müssen, könnten jedoch, aufgrund ausreichend vorhandenen Materials, üppiger ausfallen. Nett sind das Making Of sowie die Zusatzbeiträge von den Schauspielern, dem Regiesseur Uli Edel und Produzent Bernd Eichinger auf der zweiten DVD. Wen die Hintergründe des RAF-Terrorismus weiter beschäftigen, der könnte an diesem Zusatzmaterial seinen Gefallen finden.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Diskussion ist Pflicht!, 27. Oktober 2009
Von 
Marc Colling "luxkling" (Dalheim Luxemburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Baader-Meinhof-Komplex (DVD)
Zugegeben. Es hilft, wenn man diese Zeit (so wie ich als Jugendlicher) selbst miterlebt hat. Deshalb sollte man sich diesen Film gemeinsam mit seinen Kindern ansehen. Allerdings ist eine Diskussion anschliessend Pflicht.

Das Thema des Films will ich hier nicht mehr behandeln, jeder müsste wissen um was es geht. Schauspielerisch wird die Thematik sehr gut umgesetzt. Ob Bleibtreu oder Ganz, alle spielen hervorragend. Besonders zu erwähnen möchte ich Kowalek, die als Gudrun Ensslin phantastisch überzeugend agiert. Hier hat sich die Schauspielerin übertroffen, die Entwicklung einer ledigen Mutter zu einem hasserfüllten Menschen ist ihr sehr gut gelungen.

Filmisch finde ich diesen Streifen 1A. Der Wechsel zwischen Originalaufnahmen und dem Film selbst ist sehr gut geglückt. Das hab ich bei vielen anderen Filmen schon weniger gut gefunden. Bereits die Anfangssequenz mit dem Schahbesuch in Berlin ist sehr beeindruckend und eröffnet dem Zuschauer sofort, aus welchen Gründen die RAF entstand. Auch die provozierenden Bilder aus dem Militärcamp sind beeindruckend dargestellt.

Sicherlich ist der Film teilweise sehr brutal, aber man kann dieses Thema auch nicht in Watte packen. Doch trotz aller Härte flimmert immer wieder ein menschlicher Schimmer durch. Sogar die Terroristen, so verachtungsvoll ihre Taten auch waren, werden als manchmal hilflose und nach Liebe suchende Menschen dargestellt. Doch auch die pure Verzweiflung der Entführten und später brutal Ermordeten wird gut dargestellt.

Alles in allem ein Film für die älteren von uns, um diese schlimme Zeit wieder aufleben zu lassen, sowie für Jüngere, denen die Geschichte Deutschlands nicht egal ist. Deshalb auch 5 Sterne.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine gute Leistung, so viel Zeitgeschichte sehr unterhaltsam in einen Film zu packen, 26. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Baader-Meinhof-Komplex (DVD)
Ich habe bereits Seminare über die RAF belegt und auch das Buch gelesen, hatte somit auch schon viel Vorwissen. Und mich hätte ein Film, der nur die wichtigsten Stationen thematisiert, wahrscheinlich gelangweilt. Aber dieser Film schafft es, dieses geballte Stück Zeitgeschichte mit seinen ganzen zeithistorischen Einflüssen wirklich gut zu transportieren. Positiv überrascht hat mich z.B., dass der Film "Bambule" von Ulrike Meinhof erwähnt wird am Rande, obwohl er für die Story auch nicht direkt wichtg ist (er aber zeigt, dass ich die Meinhof auch schon zuvor von gesellchaftichen Missständen alarmiert war). Das zeigt mir wiederrum, dass sich die Macher nicht nur oberflächlich mit den Personen beschäftigt hat. Wirklich ein guter Film, der Zeitgeschichte vermittelt und dabei kurzweilig und unterhaltsam daher kommt! (Dass der Film zudem von A-Z mit bekannten Gesichtern besetzt ist, sei am Rande erwähnt)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Machen Sie sich selbst ein Bild., 15. März 2009
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Baader-Meinhof-Komplex (DVD)
Thematisiert werden die Methoden der Baader-Meinhof-Gruppe, einer Stadtguerilla, die in der Folge der Tötung des Studenten Benno Ohnesorg bei einer Schah-Demonstration, der Empörung wegen des Vietnamkrieges und Dritter-Welt-Probleme entstand und das aberwitzige Ziel entwickelte, die Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland umzustoßen.

Die damaligen Attentate und Überfälle der Gang werden reißerisch dargestellt aber nicht zufriedenstellend ausgeleuchtet, die Verhaftung des "harten Kerns" - Meinhof, Bader, Ensslin, Raspe und Meins- wird gezeigt und es wird das Leben der Häftlinge in Stammheim mit den entsprechenden Folgen thematisiert.

Die Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Schleyer und eines Lufthansaflugzeuges - als Mittel um die Inhaftieren freizupressen - wurden, neben vielen anderen Gewalt-Aktionen der Gruppe, auch in den Film reingepackt. Die Angst der Opfer wird dabei kaum visualisiert. Dem gesamten Streifen mangelt es an Empathie.

Mich hat dieser Film nicht überzeugt, weil er an der Oberfläche agiert und letztlich als bloßer Aktionsfilm daherkommt.
Wie ist es möglich, dass intelligente, nachdenkliche, junge Menschen mit bürgerlichen Backround derartig ausrasten und mit einer solchen Kälte und Abgefeimtheit zu morden beginnen?

Trotz hervorragender Schauspieler wie Bruno Ganz, der als einziger eine Reflektionsebene erkennen lässt, ist es nicht gelungen zum eigentlichen Thema vorzudringen, der damaligen Auseinandersetzung der 68er Jugend mit der Nazigeneration, die noch immer an den Schalthebeln der Macht saß und nicht in der Lage war die Nachfolgegeneration an die Hand zu nehmen und Vertrauen zu schaffen.

Die Gewalt eskalierte meines Erachtens aufgrund dessen, weil man auf Gewalt mit den falschen Mitteln antwortete. Man hätte sich dieser jungen Menschen annehmen müssen. Dazu war die Nazi- Generation nicht in der Lage.

Diese Tatsache erst bewirkte, dass die Baader-Meinhof-Gang ein Heer von Sympathisanten um sich scharen konnte und Gewalt immer wieder neue Gewalt gebar.

Nicht nur Baader war ein Fall für den Psychiater, aber er hauptsächlich. Der Film schafft es nicht, das Kranke der Gesellschaft in jenen Tagen zu thematisieren, sondern strickt weiter an einem Mythos, den jede Seite für sich entsprechend auslegen kann.

Aber machen Sie sich bitte selbst ein Bild.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen The answer my friend is blowin' in the wind, 18. November 2008
Von 
junior-soprano - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Baader-Meinhof-Komplex (DVD)
Eine Drehbuchseite ergibt eine Minute Film. Stefan Austs Buch Der Baader Meinhof Komplex ist 1000 Seiten lang. Genug Material für eine Serie. Regisseur Uli Edel hatte allerdings nur die Länge eines Spielfilms zur Verfügung und er hat es geschafft einen extrem spannenden und hervorragend besetzten Film über die Rote Armee Fraktion zu drehen. Nicht weniges, besonders aber das Ende, erinnert an Spielbergs München.
Edels Film erzählt die Geschichte der RAF von 1967 bis 1977. Wem der Film gefällt und auch etwas über die späteren Jahre dieser Terrororganisation erfahren möchte, dem sei Black Box BRD ans Herz gelegt, ein Dokumentarfilm der, anders als Der Baader Meinhof Komplex, die Täter und die Opfer vorstellt und somit ein runderes Bild bietet.
Die Witwe des ermordeten Ponto protestierte gegen Edels Film und gab ihr Bundesverdienstkreuz zurück, unter anderem weil die Leinwandumsetzung von Austs viel beachteten Buchs mit Bundesmitteln mitfinanziert wurde. Tatsächlich lässt sich der Film als Verklärung der Terroristen verstehen. Wenn Andreas Baader (Moritz Bleibtreu) mit lockeren Sprüchen für Lacher sorgt und Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) mit ihren langen, blonden Haaren, Zigarette und der Lederjacke sexy wirkt und Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) mit Sonnenbrille als kluge Frau mit Idealen dargestellt werden, werden sich die Angehörigen der Anschläge verständlicherweise verhöhnt vorkommen. Wenn dann noch Schlag auf Schlag Bomben im Springer-Verlag und US-Militärstützpunkten detonieren und hübsche, junge Attentäter cool, mit ruhigen Schritten die Tatorte verlassen, dann erinnert das an Fight Club.
Die Fahndung nach den Terroristen durch den Leiter des Bundeskriminalamts Horst Herold (Bruno Ganz) gibt dem Film die Note eines spannenden Thrillers. Herold plädiert dafür die Motive der Täter zu verstehen und ist der Meinung, dass es zuallererst Aufgabe der Politik ist dem Terror keinen Nährboden zu geben. Seine Worte bleiben ebenso ungehört wie die Forderung der ersten RAF-Generation keine Unschuldigen zu töten. Mit jeder neuen Generation linker Terroristen wird die Gewalt grösser. Polizei und Terroristen schaukeln sich immer weiter hoch.
Die 68er, Rasterfahndung, GSG9, Landshut, Dutschke, APO, Springer-Verlag, Attentat auf die Olympischen Spiele 1972 in München usw. - Der Baader Meinhof Komplex ist vollgepackt mit hochinteressanten Themen. Er hat und wird für eine Auseinandersetzung mit diesem Kapitel der deutschen Geschichte anregen.

Das Ende des Films versucht etwas plump eine Verbindung zu den Attentaten des 11.9.2001 herzustellen, das war in Spielbergs München kunstvoller umgesetzt. Die Gemeinsamkeiten zwischen Atta und Baader sind vorhanden, aber die Unterschiede sind enorm. Baader und seine Genossen" fuhren Porsche, suchten Abenteuer und Sex, hatten das Gefühl die Welt mit Taten verbessern zu müssen, wollten aber keinen Gottesstaat errichten, in dem nicht nur die Rechte von Frauen stark eingeschränkt wären. Was sie stattdessen genau wollten bleibt diffus. Vielleicht war Mao ein Vorbild, vielleicht war es auch einfach nur cool Ho Ho Ho Chi Minh zu rufen. Ein Rockkonzert. Beginnt mit Janis Joplin und endet mit Bob Dylan. Ein guter Film. Auch wenn er sich eher darauf beschränkt zu begreifen warum die RAF in den Siebziger Jahren 9 Millionen Sympathisanten hatte, statt ein wirklich objektives Bild zu zeigen. Bilder vom Vietnamkrieg helfen zu verstehen, aber sie alleine reichen nicht als Erklärung.
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96 von 129 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr authentische Verfilmung mit einem Schwachpunkt..., 5. November 2008
Von 
Amigo Del Sol "ADS" (Fürstentum Lippe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Baader-Meinhof-Komplex (DVD)
... Regisseur Uli Edel hat in die rund 150 Minuten Film einfach zu viel hineingepackt. Ich kenne die RAF und ihren Terror nur aus Büchern und Dokumentationen. Somit ist zumindestens das Grundwissen bei mir vorhanden und es ermöglicht diesem komplexen Film halbwegs gut zu folgern. Aber diejenigen, die über den Film vielleicht mehr von der RAF und ihren Taten erfahren wollen, sind wahrscheinlich hoffnungslos verloren in der Komplexität der Ereignisse.
So wird die Zeit der RAF doch bei manchen Zuschauer ein erhebliches Defizit an Allgemeinwissen verursachen. Das man sagen muss, dieser Film ist eher für jemanden geeignet, der die Namen wie Ulrike Meinhof, Andreas Baader oder Brigitte Mohnhaupt zumindestens schon mal im Zusammenhang mit der RAF gehört hat und dem Namen wie Hans-Martin Schleyer oder Siegfried Buback nicht ganz unbekannt sind.
Die erschütternd authentisch wirkende Verfilmung des nationalen Traumas aus den 70er Jahren spart nämlich an keinem Detail. In Verbindung mit dem gleichnamigen Buch von Stefan Aust bietet der Film für geschichtlich Interessierte trotzdem eine gute Ausgangsbasis. Dieser Film ist kein Terrorthriller für leichte Abendunterhaltung (eine TV-Version des Films soll im nächsten Jahr im Fernsehen starten), sondern eine beinharte Nachinszenierung der RAF-Zeit.

Uli Edels Film konzentriert sich dabei auf die Entstehung der RAF ab 1967 und endet mit dem Deutschen Herbst 1977. Hierbei konzentriert sich die Erzählung stark auf die Lebenswege von Andreas Baader (Moritz Bleibtreu), Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) und Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek), sowie die staatlichen Bemühungen unter der Führung vom Präsidenten des Bundeskriminalamtes Horst Herold (Bruno Ganz) die Bedrohung mit allen Mitteln Herr zu werden. Dies endet mit der Gründung der GSG 9.

Die Geschichte beginnt mit den Studentenkrawallen zum Besuch des Schahs von Persien in Berlin 1967, bei denen ein Polizist den Studenten Benno Ohnesorg erschießt. Die politisch vorwiegend links orientierte Studentenschaft, glaubt ein faschistisches Verhalten von Seiten des Staates zu erkennen und beginnt gegen diesen zu rebellieren. Das Verhalten der USA im Vietnamkrieg vertieft die Kluft zwischen den Studenten und ihren Sympathisanten und dem Staat. Nach ersten Protestaktionen (Brandstiftungen), eskaliert die Situation durch das beinahe tödliche Attentat auf Rudi Duschke, dem bekanntesten Wortführer der Studentenbewegung. In Folge dessen entsteht die RAF, lässt sich militärisch ausbilden, begeht Anschläge und finanziert sich durch Banküberfälle.

Die schauspielerische Leistung, die linksradikale, aufmüpfige Einstellung auf die Figuren zu projezieren gelingt den Darstellern mit Bravour. Besonders die Figur von Bruno Ganz (Horst Herold) bildet in dieser hektischen, brutalen, blutigen Realität des "Kampfes" der RAF einen willkommenen, bedachten Pol der Ruhe.
Allerdigns einige wichtige Figuren werden in dem Film nur kurz angerissen, so ist der Auftritt von Alexandra Maria Lara als Petra Schelm nur etwa eine Minute lang. Die Folgen dieses Todes und die dadurch losgetretene Diskussion in Deutschland (Schießausbildung der Polizei) werden gar nicht weiter erwähnt.

Fazit:
Wie denn auch? 150 Minuten Film sind zu einfach zu kurz, um dieses umfangreiche Kapitel deutsche Geschichte auch nur im Ansatz mit Tiefgang zu versehen. Herausgekommen ist ein düsteres "Best of RAF"-Konglomerat, das einem zwar ein paar geschichtliche Zusammenhänge nahebringt, aber dennoch nur die Ausgangsbasis für eine vertiefende Eigenrecherche sein kann/ darf. Für sich allein funktioniert der Film voll und ganz und hat seine obigen Sterne verdient. Als geschichtliches Lehrstück versagt er jedoch leider fast auf ganzer Länge. Bis auf die grundlegenden Zusammenhänge wird dem Zuschauer nicht klar, was genau da jetzt wirklich passiert ist und damit zeigt sich: Die Realität ist so viel komplexer als ein Film dies jemals darstellen kann. "Der Baader Meinhof Komplex" kommt zwar atmospährisch nah an das geschichtliche Erleben einzelner Situationen heran, kann aber die Gesamtheit der damaligen Zeit im Ganzen nur schwer nachstellen - dafür läuft der Film zu kurz.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Ich kann keine Kommunisten leiden.", 23. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Baader-Meinhof-Komplex (DVD)
"Ich kann keine Kommunisten leiden." (Josef Bachmann im Film)

Der Titel, Baader-Meinhof-Komplex, verspricht etwas, was er nicht halten kann. Einen Sachverhalt zu schildern, welcher Komplex, sowohl in seinem zeitlichen Ausmaß, als auch in seinem Sachverhalt ist. Doch schaut man nur die erste halbe Stunde, so wird schnell klar, dass es sich hierbei nur um eine Aneinanderkettung der wichtigen, und ohnehin bekannten Ereignisse handelt. Nach 5 Min trifft der Schah von Persien ein, nach weiteren 5 ist Benno Ohnesorg erschossen worden. Nach weiteren 10 auch Rudi Dutschke, bevor nach wieder weitern 10 die Lieferwagen von Springer brennen, worauf ein noch waghalsigerer Abriss der globalen Ereignisse als Original Doku-Material abgespult wird. Wobei zu erwähnen ist, eigentlich starben sie alle. Che Guevara, die Vietnamesen, Kennedy Jr., Martin L. King.

Die Vorbereitung der RAF, ein einziges Sterben.

Dann, der Brandanschlag auf das Kaufhaus, der Prozess mit den selbstverliebten Angeklagten, und so weiter.

Der Film hetzt von einem Ereigniss ins nächste, und ist eigentlich nichts weiter, wie eine Illustration zu einer Checkliste geschichtlicher Daten in einem Schulgeschichtsbuch.

Das was ein Film ausmacht,eine Charakterentwicklung, eine Dramaturgie einer Geschichte, überhaupt ein nachhaltiges Gefühl zu erzeugen, das alles kann dieser Film nicht. Wie auch, wenn eine so große Zeitspanne, immerhin 10 Jahre, abgerissen wird?

Die beiden Hauptakteure bleiben erstaunlich blass, gleich ihrer guten Darsteller. Einzig Martina Gedeck schafft es, etwas von der Zerrissenheit der Meinhof in die Rolle zu bringen. Doch für mehr gibt der Film ihr, und Moritz Bleibtreu keine Zeit. Alle sind gehetzt. Im Zehnminutentakt werden Untertitel eingeblendet, damit der Zuschauer weiß wo er ist.

Ein Zitat des BKA Chefs: Unsere Ignoranz ist dem Terrorismus förderlich.

Diesem Zitat hätten sich die Produzenten annehmen sollen. Denn einem Verstehen dieser grausamen Ereignisse steht die visuelle Reizüberflutung im Weg. Lieber wird mit der Kamera auf das Gesicht Dutschkes gezoomt, bevor der dritte und letzte Schuss mitten im Gesicht einschlägt. Mit solchen Szenen erntet man Aufmerksamkeit bei jüngeren Menschen, nicht aber Reflektion, wie es zu dieser Gewalttat, welche ja nicht eben unwichtig war, kommen konnte. Und so geht das Morden weiter. Mit einer Ästhetik aus Videospielen unterlegt. Da stirbt dann Petra Schelm auch recht elegant, mit einem Kopfschuss. So wie auch am Ende Martin Schleyer.

Um dem ein Ende zu machen. Abendunterhaltung ja, Mehrwert nein. Der Film dient vielleicht eher dazu als Trailer einer 8 stündigen Spiegel TV Dokumentation, oder aber zu einer intensiven Lesewoche mit Stefan Aust's B-M-Komplex einzuladen. Denn anders sind solche auch nicht geschnitten.

3 Punkte für den Baader-Meinhof-Abriss
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